Staat und Vertrauen
Das ist nun wirklich ein besch…eidenes Argument. Bei dem,
was derzeit in Deutschland abgeht, sind unsere lieben Behörden
die letzten, die von „Vertrauen“ reden sollten.
Und was willst du uns damit nun sagen?
Dass es unklug sein mag, sich einer Identitätsfeststellung zu entziehen, aber dass es ebenso unklug und unangemessen ist, dies „Unklugheit“ damit zu begründen, die Behörden würde das in ihrem Vertrauen in den Bürger verletzen, welches es de facto schon gar nicht mehr gibt, so sehr, wie wir ausspioniert und ausgeliefert sind.
Der Staat ist mittlerweile in den allermeisten Fällen von Anfang an und ohne konkreten Grund mehr Feind des unbescholtenen Bürgers, und nicht sein Beschützer.
Stichworte? Überwachungsmaßnahmen wie „Bundestrojaner“ & Co., de facto-Abschaffung der Unschuldsvermutung durch juristische Winkelzüge, immer größere, zahlreichere und vernetztere und dabei unkontrollierbarerer Datenbanken mit privaten Informationen, und das Ende ist noch lange nicht erreicht. Sozialfälle werden auf herabwürdigende Weise kontrolliert, Gesetzesänderungen beinhalten nur noch Nutzen für Industrie und Behördenapparat.
„Mr. 1933“ Schäuble ist in Hochform, und Günni Beckstein, der fiese Möb, auf dem aufsteigenden Ast. Das „Mr. 1984“ Schily dabei ganz ordentlich vorgelegt hat, darf auch erwähnt werden.
Und komm mir jetzt bitte nicht mit „Wer nichts zu verbergen hat…“.
Fakt ist, dass der
Staat am längeren Hebel sitzt. Sich einer Festnahme,
Identitätsfeststellung oder was auch immer durch Flucht zu
entziehen, bringt Nachteile mit sich. Das ist doch ganz leicht
verständlich und hat nichts mit der persönlichen Einstellung
zum Staat zu tun.
Richtig, deshalb kann man auch ganz sachlich argumentieren, aber „Vertrauen“ ist im Zusammenhang mit Staatsorganen echt ein Reizwort und eine Farce.
Es ist ja schön, wenn Du noch Vertrauen in unsere Rechtsordnung hast, ich denke, in der Bevölkerung, die sich mehr und mehr kriminalisiert und überwacht fühlt, hat das Vertrauen in die Behörden (und DIE sind es, die zunächst etwas dafür tun mssen, nicht umgekehrt!) einen ziemlichen Tiefststand erreicht.
Verwaltung und Regierung haben gefälligst FÜR den Bürger zu arbeiten, nicht GEGEN ihn. Deshalb kann man von ebenjenen auch erwarten, dass sie sich gefälligst so verhalten.
Deshalb ist es völlig indiskutabel, wenn bspw. Polizeibeamte in herrischem Tonfall Gott in grün spielen und es noch nichtmal für nötig halten, einfachste Formen der Höflichkeit wie „bitte“, „danke“ und „Guten Dank, ich bin Wachtmeister Pusemuckel“ zu wahren (und damit meine ich nicht Krisensituationen). Dann, und nur dann, können DIE auch erwarten, dass mit ihnen ebenso umgegangen wird, und die Feststellung der Identität, sofern begründet, schmusi über die Bühne geht.
Das ist kaum noch juristisch, sondern politisch - aber Dein Sprüchlein mit dem Vertrauen hat das geradezu herausgefordert 
Gruß,
Malte