Hallo Fragezeichen!
Hallo. Mich würde mal interessieren wie teuer ein Flug nach
Los Angeles im Allgemeinfall ist, falls man schon einige
Monate vorher bucht.
Diese Frage läßt sich so einfach und allgemein überhaupt nicht beantworten, da die Höhe von Linienflugtarifen von den verschiedensten Faktoren abhängig ist. Ich versuch daher mal den Stoff, der in einer Schulungseinheit etliche Stunden in Anspruch nimmt, grob vereinfacht und in Kürze darzustellen und dabei so wenig Fachchinesisch wie möglich zu verwenden.
Zur Veranschaulichung gehen wir im Folgenden einfach erst einmal davon aus, daß eine bestimmte Strecke an einem bestimmten Tag nur von einer einzigen Fluggesellschaft mit einer einzigen Maschine geflogen wird, die nur die Economy-Class anbietet.
Innerhalb dieser Maschine und innerhalb dieser Klasse gibt es nun wiederum rund anderthalb Dutzend verschiedener Tarifklassen, sog. fares, deren Preise in erster Linie von der Flexibilität des Tickets abhängen.
So gibt es unterschiedliche Tarife, je nachdem ob Dein Ticket 14 Tage, einen Monat, drei Monate, ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr gültig ist. Weitere den Preis bestimmende Faktoren können sein, ob das Ticket grundsätzlich umbuchbar ist oder nicht, und wenn es umbuchbar ist, zu welchen Konditionen, oder ob es stornierbar ist und wenn ja, zu welchen Bedingungen, oder ob es Dir z.B. erlaubt ist, auf der Strecke einen längeren Zwischenaufenthalt (sog. Stopover) einzufügen.
Zu dem Zeitpunkt, zu dem unsere noch „jungfräuliche“ Maschine mit - sagen wir 300 Plätzen - zur Buchung freigeben wird, könnte das nun z.B. heißen, daß diese 300 Plätze tarifmäßig wie folgt aufgeteilt sind:
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30 Plätze gibt es zu € 400,–. Diese Tickets erlauben einen Aufenthalt von 14 Tagen, sind nicht umbuchbar, erlauben keinen Stopover und sind im Falle eines Stornos mit 100 % Stornokosten behaftet.
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Weitere 50 Plätze gibt es zu € 500,–. Diese erlauben eine Aufenthaltsdauer von maximal einem Monat, können gegen eine Gebühr von € 75,-- umgebucht werden, erlauben einen Stopover auf dem Hin- oder Rückflug und sind mit 50 % Stornokosten behaftet.
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Weitere 70 Plätze gibt es zu € 600,–. Diese erlauben eine Aufenthaltsdauer von bis zu drei Monaten, erlauben einen Stopover auf dem Hin- oder Rückflug, sind kostenlos umbuchbar und mit 50 % Stornokosten behaftet.
Und so weiter und so fort (der Phantasie an inhaltlichen Kombinationsmöglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt) bis hin zum teuersten, voll flexiblen Ticket.
Vom Moment der Buchungsfreigabe an bemüht sich nun natürlich jeder Reisende, den für seine Zwecke günstigsten Tarif zu bekommen, was dazu führt, daß die günstigsten Tarife an sich - weil eben platzmäßig limitiert (kontingentiert) - natürlich auch als erste ausgebucht sind.
Dies führt dazu, daß man bei später Buchung u.U. einen höherpreisigen Tarif nehmen muß, dessen Flexibilität man im Grunde genommen gar nicht benötigt.
Den wichtigsten preisbestimmenden Faktor hast Du also auf jeden Fall schon einmal richtig erkannt, nämlich die Zeitspanne zwischen der Buchung und dem tatsächlichen Flug. Salopp könnte man es auch so formulieren: "Wer zu spät kommt, den bestraft der Tarif."
So, bislang sind wir aber nur von dem theoretischen Konstrukt ausgegangen, daß unsere Flugstrecke von nur einer Fluggesellschaft mit nur einer Maschine bedient wird, die diese Tarife aufgestellt hat.
Von dem Moment an, wo diese Strecke (immer noch von derselben Fluggesellschaft) mit einer weiteren oder gar mehreren Maschinen beflogen wird, kommen weitere qualitative Unterschiede hinzu, nämlich die der Abflugzeiten. Es gibt beliebtere und weniger beliebte Abflugzeiten und so kann es passieren, daß Du - weiter von unseren o.a. fiktiven Tarifen ausgehend - an ein und demselben Tag in der Frühmaschine noch einen Platz für € 400,-- bekommst, in der Mittagsmaschine aber schon € 600,-- berappen mußt (oder umgekehrt), weil alle anderen Tarifklassen bereits ausgebucht sind.
Das es entsprechend dramatische Unterschiede auch abhängig davon gibt, an welchem genauen Tag Du fliegst, dürfte klar sein.
Wenn wir jetzt noch mehrere verschiedene Airlines mit jeweils individuellen Tarifen und individuellen Streckenführungen in unser Beispiel einbauen, wird das Chaos perfekt. Jetzt gibt es verschiedene Airlines mit
- verschiedenen Tarifen
- Direktflügen, Flügen mit ein, zwei oder mehr Stops
- kürzeren und längeren Übergangszeiten bei den Stops
- qualitativen Unterschieden hinsichtlich Komfort und Service
Kurzum: wir erhalten den realexistierenden Tarifdschungel, mit dem Du gerade konfrontiert wirst.
Und von weiteren Unterschieden, die sich z.B. durch Sondertarife oder unterschiedliche Vertriebswege noch ergeben können, haben wir noch gar nicht geredet 
Lange Rede kurzer Sinn:
1. Jede generelle Aussage „Ein Flug von X nach Y kostet soundsoviel“ ist unsinnig.
2. Es ist absolut sinnvoll - gerade auf der Fernstrecke - einen Linienflug so früh wie möglich zu buchen.
3. Kein Online-Buchungsportal ist derzeit in der Lage alle tatsächlich möglichen Routings und Tarife zu erfassen und zu vergleichen geschweige denn, qualitative Kriterien zu berücksichtigen.
4. Auch bezüglich der Qualität einer Airline kannst Du Dich am besten in einem guten Reisebüro beraten lassen.
Ohne Deine konkreten Flugdaten zu haben, die für eine Preisermittlung natürlich unabdingbar wären, habe ich übrigens einfach mal ein paar Blindanfragen mit verschiedenen Daten in 03/2005 für die Strecke FRA-LAX durchlaufen lassen. Der von Dir ermittelte Preis scheint danach zum jetzigen Zeitpunkt durchaus angemessen.
In der Hoffnung ein wenig Licht ins Dunkel des Flugpreisdschungels gebracht zu haben grüßt
Hartmann.