woher kommt denn das wort flunsch? ist das nur im berliner sprachraum bekannt oder auch woanders?
es handelt sich um die üblicherweise bei kindern vorgeschobene unterlippe bei mißfallensäußerungen.
steht vielleicht auch was dazu im großen ruppricht? *gg*
klingt fast schon niederländisch/plattdeutsch für meine ohren.
diesen Flunsch kannte schon der gute alte „Grimm“:
_FLUNS,FLUNSCH,FLUNTSCH, m. os distortum, ein verzogenes, schmollendes maul, s. flinsen und flans:
und wie der tuifel sinen flouns
haut uf getoun und sinen giel._
und zu „Flinsen“:
FLINSEN, turgere? stark gebogen flinsen flans flunsen, aus welchem flans, der schwellende mund, die schwellende lippe und fluns das schmollende maul, vor allem aber flins, der strotzende, volle kiesel entsprungen scheinen.
also ich komm aus sachsen und da kennt man das wort.
„zieh nicht so nen flunsch“ oder, wenn einem als kind was verboten wurde und man nen aegerliches gesicht gemacht hat „da brauchste keinen flunsch zu ziehen“
da bin ich jetzt ganz anderer Meinung: Ich glaube, dass sich das erst neuerdings
eingebürgert hat. Ich kenne das als „Ziah koi soa Schluab!“ Oder „Häng net so d’
Schluab ra!“
Gruß
Bolo2L
*der ein paar Lenze älter ist und deshalb das Wort erst später lernte*
*und der gerne mehr über Dein Betätigungsfeld in einer Gewürzmühle erfahren täte
– klingt so interessant!*
Die Flatsche oder Flätsche , schwäbisch aufgeweicht zu Fläädsch hat die Grundbedeutung: flaches, großes Stück, kann auch Hautwunde bedeuten und schließlich eben: Gosche, Maul, hängende Unterlippe.
Es gibt auch noch die Flärre in derselben Bedeutung.
meine Schwiegermutter aus erster Ehe (die Erde sei der Guten
so leicht wie ihr Leben schwer!) gebrauchte dieses Wort als
„zeahn“. Sie stammte aus der Gegend nördlich von Karlsbad.
und ich hab jetzt von einem Bekannten aus Niederbayern gehört, dass man dort „zaanə“ dazu sagt.
Viele Grüße
Kreszenz
(mit den Füßen im Kaltwasserbad)
in unserer Gegend fehlt da sogar noch das „F“ und es heißt: „Häng d’ Läätsch et
so ra“ (Häng die Unterlippe nicht so runter. Das ist etwas ähnliches, doch das
entsprechende zum Flunsch ist die Schluab (auch herablassend für den ganzen Mund
gebraucht: „Komm, lass dr d’ Schluab a’butza“ - „Komm, lass dir den Mund
abwischen“).