Förster anzeigen?

Hallo

Wenn in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet durch die Forstbehörde massenweise abgeholzt wird, so dass aus einem wunderschönen alten Wald ein zerrufter Nutzwald wird, bei wem kann oder muss man das anzeigen?

Wenn man die Förster selber anspricht, kriegt man nur Sprüche zu hören.

Viele Grüße

Anzeigen wegen Verstößen gegen das Naturschutzgesetzt wie gegen jedes andere strafbewehrte Gesetz auch, nimmt die Polizeidienststelle Ihres Vertrauens gerne entgegen.

Hallo,

Anzeigen wegen Verstößen gegen das Naturschutzgesetzt wie
gegen jedes andere strafbewehrte Gesetz auch, nimmt die
Polizeidienststelle Ihres Vertrauens gerne entgegen.

Zusätzlich wären vielleicht noch Telefongespräche mit der Naturschutzbehörde und dem Forstamt (Vorgesetzte des Försters) nützlich.

Gruß
Jörg Zabel

Vielen Dank für die Antworten!
Hallo

Zusätzlich wären vielleicht noch Telefongespräche mit … dem Forstamt (Vorgesetzte des Försters) nützlich.

Wer ist denn dessen Vorgesetzte?

Ich denke, das Forstamt könnte der Verursacher sein. Mit dem Forstamt wurde m.W. auch schon gesprochen.

Viele Grüße

Hallo,

meines Erachtens nach wäre eine Beschwerde bei der Forstverwaltung sinnlos. Man wird mit wohlgesetzten Worten bedauern, leider keine andere Wahl gehabt zu haben, als den Wald abzuholzen. Gründe lassen sich sicherlich finden.
Ich würde in solch gelagerten Fällen eher durch die Hintertüre kommen, indem ich Naturschutzverbände und politische Parteien einschalte.

Gruss

Iru

Hallo,

meines Erachtens nach wäre eine Beschwerde bei der
Forstverwaltung sinnlos. Man wird mit wohlgesetzten Worten
bedauern, leider keine andere Wahl gehabt zu haben, als den
Wald abzuholzen. Gründe lassen sich sicherlich finden.

Darum ging es mir nicht. Mir war eher an einer sachlichen Klärung gelegen.

Was ist denn geschehen?
Ich habe folgendes verstanden: Der (zuständige) Revierförster hat in einem Naturschutzgebiet einen (Teil vom?) Wald abholzen lassen. Der (derzeitige) Anblick verletzt das „Schönheitsgefühl“ des Betrachters.
Nun muß das, was dem Laien als „schön“ erscheint, bezeichnen wir es mal als „parkartige Landschaft“, nicht unbedingt das sein, was naturschutzfachlich dort gewollt ist. Möglicherweise ist die Maßnahme mit Naturschutzbehörde usw. abgesprochen.
Wenn schon Anzeige bei der Polizei (wie empfohlen), dann sollte auch klar sein, dass hier wirklich Naturfrevel begangen wurde. ich habe keine Ahnung, wie ernst eine Polizeidienststelle eine solche Anzeige nimmt, aber „Naturschutzbehörde weiss von nichts“ könnte hilfreich sein.

Gruss
Jörg Zabel

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Hallo

Nun muß das, was dem Laien als „schön“ erscheint, bezeichnen wir es mal als „parkartige Landschaft“, …

Eine parkartige Landschaft empfinde ich nicht unbedingt als schön, sondern eher einen urigen Wald.

Es fehlen hier mindestens die Hälfte der Bäume, die vorher da gestanden haben. Ich würde sagen, eher zwei Drittel. Es sind nur dünne Baumstämmchen übrig. Rechts und links vom Weg sind große Stapel abgeschlagener dicker Baumstämme gelagert, den ganzen Weg entlang.

In einem noch schönen Teil des Waldes sind auch schon ganz viele Bäume schon gekennzeichnet, ich würde sagen, weit mehr als die Hälfte.

Wenn schon Anzeige bei der Polizei (wie empfohlen), dann sollte auch klar sein, dass hier wirklich Naturfrevel begangen wurde. ich habe keine Ahnung, wie ernst eine Polizeidienststelle eine solche Anzeige nimmt, aber „Naturschutzbehörde weiss von nichts“ könnte hilfreich sein.

Also sollte man feststellen, ob die Naturschutzbehörde etwas weiß, und dann zur Polizei gehen?

Viele Grüße

der arme Förster
hallo Freunde,
ich bin zwar kein Förster eher derjenige der von Ihm die Aufträge erhält,aber doch muß ich erstmal den Förster etwas verteidigen.
Wenn es wirklich ein Naturschutz und kein Landschaftsschutzgebiet ist muß der Forstmann wirklich gute Gründe haben um dort fällen zu lassen.
Ich glaube nicht das er ohne echten Hintergrund seinen Job oder eine Dienstaufsichtsbeschwerde riskieren würde, auch Beamte können wegen sowas rausfliegen und in der jetztigen Zeit ? Wer riskiert das für eine Fällaktion wo der Gewinn ja nicht einmal in die eigene Tasche fließt.

Im Naturschutzgebiet fällen könnte folgende Gründe haben
1.alte marode Bäume entlang der wege werden aus Sicherheitgründen entfernt. damit keine umstürzenden Bäume oder abbrechende Äste Personen schädigen.Bäume werden sagen wir mal 20m hoch das ist dann ein 40m breiter Streifen der Wege gefährden kann.
2.vielleicht geht es um die Vegetation unter den Bäumen, eventuell gibt es dort Pflanzen die selten sind, viel Licht brauchen und in Gefahr sind durch das „Dach“ der Bäume zuwenig Sonne zu bekommen
3. es kann auch um den Erhalt einer feuchten „Stelle“ gehen, wenn der letzten Gelbbauchunke das nötige Wasser durch die durstige Erle abgesaugt wird hat die auch keinen Spaß mehr am Leben.
4. es können Bäume sein die eigentlich garnicht in unsere Landschaft gehören. Klingt etwas Ausländerfeindlich, aber Douglasien ,Japanische Lärchen, Amerikanische Eichen und andere Vertreter dieser Exoten haben im Europäischen Naturschutzwald eigentlich nichts zu suchen.
Da sie erst durch den Menschen wegen guter Ertragswerte eingeschleppt wurden.
5. es kann sich um eine von der Landschaftsschutzbehörde angeordnete Aktion handel um einen der vorhergenannten Fälle zu erledigen.
6. gibt es sicher noch mehr was möglich ist.

Hast Du den wirklich den Förster gefragt warum er dort Bäume fällt?
Oder war das ein normaler Arbeiter der sich in seiner Akkordarbeit gestört fühlte und daher keinen Bock auf lange Diskusionen hatte.

Wenn ein Förster normal gefragt wird ohne gleich die grüne Ökokeule vor den Kopf zu bekommen wird er sicher eine Erklärung abgeben können.
Die Förster und Ihre Mitarbeiter sind übrigens die ältesten Grünen Deutschlands und diejenigen die seit Jahrhunderten den deutschen Wald hegen und erhalten.Wenn da nur Grossbauern, Militärs oder Industrie am Werk gewesen wären würde es bei uns in weiten Teilen so karg aussehn wie z.B.in vielen Mittelmeerstaaten.

Ein Hoch dem deutschen Wald wo lecker Pilze wachsen und sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.
Gruß Bernd

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ot: Naturschutzgebiet und Militär
Hallo Bernd,

Wenn da nur Grossbauern,
Militärs oder Industrie am Werk gewesen wären würde es bei uns
in weiten Teilen so karg aussehn wie z.B.in vielen
Mittelmeerstaaten.

Da muss ich aber mal eine Lanze fürs Militär brechen (gut formuliert, was?): die Truppenübungsplätze sind definitiv die besten Naturschutzgebiete Deutschlands - jedenfalls bis zur Einführung der Nationalparks.

Gruß,
Andreas

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Hallo

  1. gibt es sicher noch mehr was möglich ist.

Zum Beispiel wirtschaftliche Gründe.

Hast Du den wirklich den Förster gefragt warum er dort Bäume fällt?

Ja, es ist aber schon eine Weile her, und zwar nachdem der alte Förster in Pension gegangen ist. Da fiel es schon direkt auf, dass da auf den Wald nicht mehr viel Rücksicht genommen wurde. Da gab es eine Führung, und der neue Förster (oder einer der neuen Förster, ich glaube, es war der Sprecher der Forstbehörde o.ä.) hatte damals ganz offen gesagt, dass es um Geld geht, und dass man das Holz verkaufen will.

Da waren mehrere Leute anwesend, und es hätte sich da keiner getraut, eine Ökokeule auszupacken und damit zuzuschlagen, sondern es waren alle sehr höflich.

Bei späteren Anfragen (telefonisch) wurde immer behauptet, es würden nur die maroden Bäume gefällt, und es kam natürlich das Totschlagargument, dass diese Bäume ansonsten einem Kind auf den Kopf fallen würden.

Viele Grüße

Nachtrag

Hast Du den wirklich den Förster gefragt warum er dort Bäume fällt?

Ja, es ist aber schon eine Weile her, und zwar nachdem der alte Förster in Pension gegangen ist.

Damals sah es aber noch nicht annähernd so schlimm aus wie jetzt. - Das ist auch nur auf den Wegen weiter hinten so extrem, wo die vielen Leute, die in der Nähe vom Wald-Parkplatz ihre Hunde ausführen, meistens nicht hinkommen.

Es fehlen hier mindestens die Hälfte der Bäume, die vorher da
gestanden haben. Ich würde sagen, eher zwei Drittel. Es sind
nur dünne Baumstämmchen übrig. Rechts und links vom Weg sind
große Stapel abgeschlagener dicker Baumstämme gelagert, den
ganzen Weg entlang.

In einem noch schönen Teil des Waldes sind auch schon ganz
viele Bäume schon gekennzeichnet, ich würde sagen, weit mehr
als die Hälfte.

Das klingt so wie bei uns. Da wurden aus dem Waldstück gezielt alle Pappeln herausgefällt, weil diese ab einem bestimmten Alter ein sehr großes Umsturzrisiko haben.

Pappeln finden oft Verwendung als sogenannte Pionierbäume bei der Rekultivierung, so auch hier. Haben die anderen, langsamer wachsenden Bäume dann ein gewisses Niveau erreicht, können die Pappeln herausgefällt werden. Der Boden hier ist feucht und locker, so dass die Pappeln hier bei jedem Sturm umfallen wie Mikadostäbchen und eine sehr große Gefahr darstellen.

Man begann also im letzten Jahr, die alten Pappeln zu markieren und gezielt zu fällen. Übrig blieben junge Buchen, die jetzt, wo die großen Pappeln nicht das ganze Licht wegnehmen, besser gedeihen werden. Übergangsweise sieht das nicht gut aus, ist aber durchaus sinnvoll.

Könnte es bei Dir auch so eine Maßnahme sein?

Gruß,

Myriam

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Hallo Andreas,

Da muss ich aber mal eine Lanze fürs Militär brechen (gut
formuliert, was?): die Truppenübungsplätze sind definitiv die
besten Naturschutzgebiete Deutschlands - jedenfalls bis zur
Einführung der Nationalparks.

Ich meinte auch nicht den Zustand wie er heute ist.
Aber Monarchen und Diktaturen haben sich nicht um die Natur auf ihren Übungsplätzen gekümmert. Das war ja auch bei uns bis zum Ende des kalten Krieges in beiden teilen Deutschlands so.
Und um vor z.B. 200 jahren einen Übungsplatz anzulegen wurde genommen was der „Chef“ nehmen wollte egal welche Orchidee oder welcher Lurch dadurch ausstarb. Später wurden dann grosse Flächen genutzt um ein ideales Panzerareal zu schaffen oder Geschütze zu testen.

Auf die Wölfe auf den Übungsplätzen möchte ich sicher nicht verzichten.

Gruß bernd

hallo nochmal ich habe noch drei fragen
1.wer ist der Waldbesitzer ?
2.welches Bundesland
3.woraus schließt Du das dieser Wald ein NATURSCHUTZGEBIET ist ?

Ja, es ist aber schon eine Weile her, und zwar nachdem der
alte Förster in Pension gegangen ist. Da fiel es schon direkt
auf, dass da auf den Wald nicht mehr viel Rücksicht genommen
wurde. Da gab es eine Führung, und der neue Förster (oder
einer der neuen Förster, ich glaube, es war der Sprecher der
Forstbehörde o.ä.) hatte damals ganz offen gesagt, dass es um
Geld geht, und dass man das Holz verkaufen will.

Ich schließe daraus das auch der alte Förster dort schon Bäume gefällt hat(Durchforstung).
Der neue läßt, in deinen Augen, aber mehr oder häufiger durchforsten.
Wenn das so ist glaube ich nicht das der Wald von dem wir reden wirklich ein Naturschutzgebiet im Sinne des Gesetzes ist, vielleicht verwechselst Du das mit einem Landschaftsschutzgebiet.
Dort darf durchaus Land- und Forstwirtschaft betrieben werden.

Da waren mehrere Leute anwesend, und es hätte sich da keiner
getraut, eine Ökokeule auszupacken und damit zuzuschlagen,
sondern es waren alle sehr höflich.

Das war bildlich gemeint!!! Ich habe nicht erwartet das jemand (zumal vor Zeugen ) wirklich den Förster mit ner Keule verdrischt.

Bei späteren Anfragen (telefonisch) wurde immer behauptet, es
würden nur die maroden Bäume gefällt, und es kam natürlich das
Totschlagargument, dass diese Bäume ansonsten einem Kind auf
den Kopf fallen würden.

Denk mal dran es könnte auch dein Kopf sein.

Durch die in Deutschland betriebene nachhaltige Forstwirtschaft ist übrigens sichergestellt das nur soviel Holz gefällt wird wie im gleichen Zeitraum auch nachwächst. Aktuell soll es sogar so sein ,das weniger Holz genutzt wird als nachwächst und das trotz der Sturmschäden der letzten Jahre.

Gruß Bernd

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Hallo nochmal,

asuch wenn es jetzt noch „off topicer“ wird:

Ich meinte auch nicht den Zustand wie er heute ist.
Aber Monarchen und Diktaturen haben sich nicht um die Natur
auf ihren Übungsplätzen gekümmert.

Das brauchen sie auch gar nicht. Der Übungsplatz als solcher wird ja qua defitionem zum Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere, die sonst nirgendmehr Lebensraum finden. Die paar Soldaten, die dort rumballern stören nicht. Ich weiß nicht, was für Vorstellungen Du von so einem Gebiet hast, aber das ist einfach Natur pur!

Das war ja auch bei uns bis
zum Ende des kalten Krieges in beiden teilen Deutschlands so.

Die Bundeswehr jedenfalls hat das sogar mitintegriert. Jede Übungsplatzkommandantur hat einen Beauftragten, der sich um die Naturschutzfragen kümmert.

Und um vor z.B. 200 jahren einen Übungsplatz anzulegen wurde
genommen was der „Chef“ nehmen wollte

Übungsplätze sind eher eine Sache des 20. Jahrhunderts. Bei den „Kaisermanövern“ hat man ja noch in freier Wildbahn geübt.

egal welche Orchidee
oder welcher Lurch dadurch ausstarb.

Wie gesagt, auf einem Übungsplatz sind die eher geschützt denn vom Aussterben bedroht.

Gruß,
Andreas

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Hallo

Könnte es bei Dir auch so eine Maßnahme sein?

Kann ich nicht ganz ausschließen, aber der Rinde nach sind es eher Buchen, die gefällt werden, und hie und da eine Kiefer.

Die neu markierten und noch nicht gefällten Bäume sind auf jeden Fall sowas wie Buchen mit glatter Rinde. Schnell wachsende Bäume, die ja meistens so eine sehr furchige Ringe haben (Pappeln, Birken, Kiefern), waren sehr in der Minderzahl. - So genau habe ich aber nicht drauf geachtet, ich wollte aber mal Fotos machen, und da könnte ich dann auch auf sowas achten.

Viele Grüße

hallo nochmal ich habe noch drei fragen

Auch hallo!

Hier Antworten:

1.wer ist der Waldbesitzer ?

M.W. das Land NRW.

2.welches Bundesland

Demnach NRW natürlich :smile:

3.woraus schließt Du das dieser Wald ein NATURSCHUTZGEBIET ist?

Weil da so ein Schild steht:
http://www.google.de/search?client=firefox-a&rls=org…
Das grüne, nicht das gelbe.

Ich fahr aber die nächsten Tage (mit dem Fahrrad) noch mal hin, da werde ich nochmal genau lesen, ob da wirklich NATURschutzgebiet drauf steht. Ich bin mir aber eigentlich ziemlich sicher, weil ich mich darüber gewundert hatte, das wusste ich nämlich garnicht. Aber wie gesagt, ich schau nochmal, und werde es auch fotografieren.

Da ist nämlich ein Weg, wenn man da einbiegt, ist zunächst dieses Schild, und dann kommen rechts und links nur diese Baumstammstapel, bestimmt 2 m hoch die meisten. Und im Wald nur noch dünne Bäumchen, der Himmel ist frei zu sehen. Erinnert sehr stark an die Bilder, die immer bei ‚Rettet den Regenwald‘ zu sehen sind, da ist es allerdings noch schlimmer.

Ich schließe daraus das auch der alte Förster dort schon Bäume gefällt hat(Durchforstung).
Der neue läßt, in deinen Augen, aber mehr oder häufiger durchforsten.

Richtig, Durchforstung wird das immer genannt. Der neue lässt anscheinend ständig durchforsten.

und es kam natürlich das Totschlagargument, dass diese Bäume ansonsten einem Kind auf den Kopf fallen würden.

Denk mal dran es könnte auch dein Kopf sein.

Ach Mensch, da kann man ja den ganzen Wald planieren. Und dann kann einem immer noch der Himmel auf den Kopf fallen. - Das sind hundertprozentig nicht nur morsche Bäume, die da gefällt werden. Das sind fast alles gesunde Bäume.

Durch die in Deutschland betriebene nachhaltige Forstwirtschaft ist übrigens sichergestellt das nur soviel Holz gefällt wird wie im gleichen Zeitraum auch nachwächst. Aktuell soll es sogar so sein ,das weniger Holz genutzt wird als nachwächst und das trotz der Sturmschäden der letzten Jahre.

Dann ist ja gut, wenn es in Deutschland so üblich ist.

Viele Grüße

Servus,

Naturschutzgebiete sind nicht ausgewiesen, um schön auszusehen; bei Landschaftsschutzgebieten kommt das eher mal vor.

Totholz in Waldbeständen z.B. sieht ganz unordentlich und gar nicht schön aufgeräumt aus, aber es ist enorm wertvoll, insbesondere wenn man vom intensiv bewirtschafteten Nutzwald zu einem extensiv genutzten, selbstverjüngenden, artenreichen Bestand zurück will.

Man kann sich um den Wert von „Renaturierungsmaßnahmen“ streiten - sie bringen unter keinen Umständen das zurück, was vor fünfhundert Jahren an der Stelle war. Aber immerhin etwas ähnliches.

Du beschreibst, dass der junge Förster ganz unordentliche Sachen macht, die der alte nie gemacht hat. Nun, der junge hat auch an der Uni ganz andere Sachen gelernt als der alte: Bei dem alten ging es noch um maximale Ernte bei gegebenem Aufwand bzw. minimalen Aufwand bei gegebenem Ertragsziel. Dem jungen scheint es um anderes zu gehen, etwa Aufbau eines naturnahen Waldes, der eben stellenweise nur mit rigorosem Entfernen der nicht standortgerechten Teile des Bestandes zu erreichen ist. Und eben auch mit ausreichender Belichtung zum Aufbau des gewünschten Unterwuchses (ja, auch da gibts ganz unordentliche Dinge, z.B. die dürren Seggen vom Vorjahr, Totholz aus Wind- und Schneebruch und sowas - aber was darin und damit alles lebt, würde Bände füllen).

Wenn man eine ertragsorientiert geführte Fichten- oder Buchenmonokultur schlicht stehen lässt wie sie ist, kommt in der Regel nichts Gutes oder Wertvolles dabei heraus. Zurückführen eines intensiv bewirtschafteten Waldes in einen naturnahen Bestand ist eine höchst aufwendige Angelegenheit, die nur auf Staatswald möglich ist - private Besitzer gingen daran pleite.

Wie auch immer - wenn Du den Profi mal fragst, was er da machen lässt, gibts vielleicht eine erhellende Auskunft. Für ganz unwahrscheinlich halte ich es, dass sich ein Beamter in Überschreitung seiner Kompetenzen derartig aus dem Fenster lehnt, ohne seine Maßnahmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde abzusprechen.

Schöne Grüße

MM

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Hallo,

ob es sich bei den geschilderten Aktionen um solche handelt, die völlig im Einklang mit der für den für das Gebiet geltenden Rahmenbedingungen handelt oder etwas ist, was ihnen schadet, sollte man erst mal klären.

Man kann sich selbst auf die Socken machen und recherchieren, was dort erlaubt ist, oder was nicht. Es gibt nämlich Naturschutzgebiete, in denen Holzen erlaubt ist.

Hier mal gucken:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Naturschutzge…
und dann anhand der Schlüsselnummer / genauen Bezeichnung des Gebietes die passende Verordnung bei der Gemeinde erfragen.

Oder man wendet sich an die örtlich Vertretung eines einschlägigen Naturschutzverbandes (Nabu, BUND, etc.)

LG Petra

und es kam natürlich das Totschlagargument, dass diese Bäume ansonsten einem Kind auf den Kopf fallen würden.

Denk mal dran es könnte auch dein Kopf sein.

Ach Mensch, da kann man ja den ganzen Wald planieren. Und dann
kann einem immer noch der Himmel auf den Kopf fallen. - Das
sind hundertprozentig nicht nur morsche Bäume, die da gefällt
werden. Das sind fast alles gesunde Bäume.

Im Wald ist ja so ein starker Durchgangsverkehr. Wer sollte schon ständig durch ein Naturschutzgebiet laufen? Dafür gibt es woanders Wege und Straßen. Auch gibt es ja den Unterschied zwischen Landschaftsschutzgebiet und Naturschutzgebiet, wobei im letzteren sogut wie nichts verändert werden darf. Das Schild zum Naturschutzgebiet ist durch die Eule darauf eindeutig erkennbar.