schön gesagt
Grüße,
J~
Schließe mich dem voll an. Ich habe sehr schöne und tröstliche Gedanken gefunden und viel Wahres!
Danke!
Irene
schön gesagt
Grüße,
J~
Schließe mich dem voll an. Ich habe sehr schöne und tröstliche Gedanken gefunden und viel Wahres!
Danke!
Irene
Hallo Alexandra,
Vielen Dank. Auch in deinen Ausführungen habe ich sehr viel für mich und meinen Denkprozess gefunden!
lg, Irene
Hallo Irene,
warum ist es Dir so wichtig, diese Meinung mit solcher
Bestimmtheit zu vertreten, daß Du offenbar in Kauf nimmst,
damit andere Menschen zu verletzen?
Diese Eingangsfrage habe ich nicht als Vorwurf gemeint, sondern ganz ernsthaft als Frage. Denn Du hast geschrieben, Du seist mit Deiner gerade heraus gesagten Meinung bei anderen Menschen bereits öfters „angeeckt“. Du hast also bereits einige Menschen verletzt und dies in Kauf genommen. Also noch einmal: Was treibt Dich um, was ist Dir so wichtig an diesem Thema?
Und ich finde es schade, wenn Du Dich so schnell zurückziehst.
Du hast weiters geschrieben, jeder hätte die Freiheit, zu entscheiden, ob er Kinder will oder nicht. Ob er will, das vielleicht noch. Aber auch abgesehen von den Fällen medizinischer Unmöglichkeit bestreite ich, daß jemand tatsächlich so frei darüber entscheiden kann, ob er Kinder bekommt oder nicht. Was man beobachten kann, deutet nicht unbedingt darauf hin.
Eine weitere Frage: wie kommst Du zu der Annahme, kinderlose Menschen würden gegen Ende ihres Lebens die Tatsache ihrer Kinderlosigkeit als Defizit erleben?
Grüße,
I.
Nochmal ich, liebe Irene.
Ich habenoch ein bißchen weitergekaut an Deinerm Ursprungsposting.
Irgendwie hat sie wohl recht dachte ich, denn was hier in unserer Republik in Sachen Fortpflanzung läuft, scheint doch ein wenig schief zu laufen.
Das meint jedenfalls Frank Schirrmacher in seinem Buch „Minimum“. Rezensionen darüber kannst Du hier nachlesen. http://www.perlentaucher.de/buch/23645.html Das Buch selbst ist auch vielfach im Internet erhältlich.
Und auch unabhängig davon mache ich die Beobachtung, dass Menschen immer mehr merken, dass ihnen das Beziehungsgeflecht „Familie“ zunehmend abhanden gekommen ist. Dass man sich mit der Kleinfamilie zwar einer Menge unangenehmer Verpflichtungen entledigt hat. Dass man aber eben auch viele der Vorteile der Großfamilie mit über Bord geworfen hat.
Die ganze Diskussion um Kinderkrippe und Kindergarten entsteht doch nur dadurch, dass es nicht mehr die Geschwister gibt, die auf einander aufpassen, die Tanten und Onkel, die Großmütter und Großväter, die der arbeitenden Generation den Rücken freihalten, die für die Kinder Zeit haben und ihnen Wissen und Emotionen vermitteln.
Dass dies natürlich nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben sein sollte und muss, kann gleich auch noch ein anderes Problem unserer Zeit erschlagen: Die Pflege und Fürsorge für die nicht ganz so gut mitkommen, oder die der Pflege bedürftig geworden sind. Auch diese Bedürfnisse können im sozialen Netz der Familie aufgefangen werden.
Die Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen in unserer Gesellschaft haben großenteils noch ein Gespür für diese Notwendigkeiten und von ihnen könnten wir eine Menge lernen in dieser Hinsicht.
Wenn wir diese in den letzten 50/60 Jahren so sträflich vernachlässigten Bindungen nicht bald wieder herstellen und wiederbeleben, wird allerdings den meisten von uns nichts anderes übrigbleiben, als zu versuchen, diese Netzwerke in den unverbindlichen Weiten des Internets zu suchen. Aber ob sie da zu finden sind?
Nachdenkliche Grüße
Eckard
Hallo Irene,
mit Verlaub: was zum Teufel geht es Dich an, wer sich warum fortpflanzt und wer wiederum nicht???
Himmeldonnerwetter! Setz soviele Teppichratten in die Welt, wie Dir genehm ist, aber laß Andere - zum Beispiel mich (insbesondere mich *ggg*) - mit irgendwelchen wilden ‚evolutionäre Defizite am Sterbebett‘-Theorien in Ruhe. Ich wollte nie welche, ich kriege definitiv keine, wieso-warum-weswegen ist meine Sache, fertig! Ich gedenke nicht, mich deswegen zu rechtfertigen oder schlechtes Gewissen zu haben.
Liege ich hier wirklich soooo falsch?
Jaaaaaaaaaha!!!
Grüße
Renee
Hallo
Als Semjon meinte, es wäre ein Tabu-Thema, hatte ich
urplötzlich das Gefühl in der Magengegend, dass ich mit dem
Anreißen dieser Frage vielleicht wirklich einigen weh tue und
das wollte ich auf keinen Fall!
Wenn Du die Sache bis zu Ende denkst,
dann läuft es auf die Frage hinaus,
ob man ein „Defizit“ hat, wenn man sich
im Leben jeden Tag besäuft (und damit
glücklich ist).
„Man hat keines, so lange man keines fühlt“ -
wäre wohl die zeitgemäße Antwort.
Grüße
CMБ
Hallo Klarissa und alle,
da ich davon ausgehe, dass der „evolutionäre Auftrag zur
Arterhaltung“ kaum bewusst wahrgenommen und schon gar nicht
gesteuert wird,
Und genau deshalb wirkt er so nachhaltig. Trotz allem medizinischen Fortschritt, der die uns heute so selbstverständlich erscheinende Entscheidungsmöglichkeit erst möglich machte, allen rationalen Überlegungen zum Hohn, bleibt da ein Rest. Ein Rest, der sich allen vernünftigen Argumenten, allen mit sich und anderen ausgetragenen Disputen, allen erlesenen Erkenntnissen entzieht. Ein Rest der manchmal meinem Verstand kichernd eine lange Nase dreht, den ich für den Verursacher meiner gelegentlich auftretenden „unerklärlichen“ Traurigkeit halte. Ein Rest, der nicht „denkt“, den ich manchmal fühle, mit dem ich nicht „diskutieren“ kann, weil er sich in Impulsen, inneren Bildern, nicht ausformulierten „Gedanken“-Zuständen äußert. Ein Rest, der mir auf diese Weise ganz, ganz klarmacht: Ich bin mehr als die Summe meiner individuellen Erfahrungen, meiner Reflektionen und Gedanken darüber.
Gottlob haben wir Menschen (zumindest z. Tl.) Möglichkeiten,
Zeugungen und damit Kinderkriegen zu „steuern“ und somit die
bewusste Entscheidung für „kein eigenes Kind“ zu erleichtern -
am „genetischen Auftrag“ in jedem Lebewesen ändert das dennoch
m. E. nichts.
Natürlich nicht, wie denn auch. Die Möglichkeit der für nahezu alle Bevölkerungsschichten leicht und unkompliziert zugänglichen Geburtenkontrolle ist, großzügig gerechnet, 50 Jahre alt. Wie soll sich denn das schon in den genetischen Festlegungen niedergeschlagen haben? Unsere Hände wissen bei unserer Geburt ja noch nichtmal, dass es nicht mehr erforderlich ist, dass wir uns so festklammern können, dass wir dabei unser eigenes Körpergewicht tragen können.
Gruß
Renate
Hallo Renee Bernadette,
ich hoffe du erlaubst: Welcher Teufel ist denn in dich gefahren?
Ich kann nicht einen der von dir so vehement beschimpften Dinge in Irenes posting entdecken. Aber auch nicht einen einzigen!
mit Verlaub: was zum Teufel geht es Dich an, wer sich warum
fortpflanzt und wer wiederum nicht???
Danach hat sie nicht gefragt.
Himmeldonnerwetter! Setz soviele Teppichratten in die Welt,
wie Dir genehm ist,
ich kann nicht entdecken, dass sie um Hilfe bei der Entscheidungsfindung ein Kind (oder Kinder), zu bekommen oder nicht, gebeten hätte.
aber laß Andere - zum Beispiel mich
(insbesondere mich *ggg*) - mit irgendwelchen wilden
‚evolutionäre Defizite am Sterbebett‘-Theorien in Ruhe.
Das Argument ist abgegriffen, das ändert aber nichts an seiner Gültigkeit: Wer zwingt dich postings, von denen du merkst, dass sie dir nicht gefallen/dich ärgern, ja aufregen, zu Ende zu lesen?
Ich wollte nie welche, ich kriege definitiv keine,
wieso-warum-weswegen ist meine Sache, fertig! Ich gedenke
nicht, mich deswegen zu rechtfertigen oder schlechtes Gewissen
zu haben.
Wer verlangt das von dir? Irene nicht, ich nicht, keiner der bisherigen poster. Wäre ich Analytikerin, ich sähe dich mit freischwebender Aufmerksamkeit an, und fragte dich, was du denkst wo deine Aufregung herkommen könnte.
Was willst du eigentlich noch? Irene schreibt:
Zitat: „[. . .] jeder die Freiheit hat, für sich selbst zu entscheiden, ob er Kinder haben will oder nicht.“
Weiterhin: „Es ist auch keiner zu verurteilen. Keiner schief anzusehen.“ „Es gibt so viele individuelle Fälle.“
Liege ich hier wirklich soooo falsch?
Jaaaaaaaaaha!!!
Ich verstehe es nicht. Irene schreibt über eine Idee, einen Gedanken, den sie hat. Dem musst du nicht folgen, den kannst du abstrus, versponnen, idiotisch, bizarr, xxx, xxx, finden. Den kannst du vehement ablehnen. Aber musst du sie vorher so angreifen? Für Dinge, die sie nicht einmal gesagt hat?
Freundlichen Gruß
Renate
Hallo Renate,
Irene schreibt:
Zitat: „[. . .] jeder die Freiheit hat, für sich selbst zu
entscheiden, ob er Kinder haben will oder nicht.“
Weiterhin: „Es ist auch keiner zu verurteilen. Keiner schief
anzusehen.“ „Es gibt so viele individuelle Fälle.“
sie schreibt aber auch
Trotzdem - unterm Strich - sage ich, es macht was mit einem Menschen, wenn er am Ende seines Lebens ohne Nachkommen dasteht.
Liege ich hier wirklich soooo falsch?
Meeeine Güte… *augenverdreh* Solche Sprüche sind ja schlimmer als die von meiner Granny. Was soll die Tatsache, daß er/sie sich (aus welchen Gründen auch immer) nicht fortgepflanzt hat, mit einem Menschen schon großartig machen? Ich verstehe schlicht nicht, warum daraus, daß jemand nicht eine Schar von Blagen um sich versammelt hat, immer gleich ein Drama gemacht wird.
Grüße
Renee
Hallo Renee,
sie schreibt aber auch
Trotzdem - unterm Strich - sage ich, es macht was mit einem
Menschen, wenn er am Ende seines Lebens ohne Nachkommen
dasteht.
Liege ich hier wirklich soooo falsch?
Irene könnte doch z.B. auch sich selbst damit meinen. Und da darf man ihr doch das Recht nicht nehmen, von sich auf andere zu schließen, oder? Und mit der Frage, ob sie falsch liegt, unterstreicht sie ja, daß es sich lediglich um eine Vermutung handelt.
Liebe Grüße,
Christiane
Hallo Irene,
folgende Situation:
Familie hat 3 Kinder, das älteste wird irgendwann Elternteil.
Beim 2. Kind (also jetzt Enkelkind) aus dieser Beziehung stellt sich
raus, dass es in der Familie eine vererbbare Krankheit gibt,
die tödlich enden kann, im Kindesalter.
Onkel/Tante entscheiden sich daraufhin, keine eigenen Kids haben
zu wollen (u. a. weil sie nicht mit dem Gedanken leben wollen,
vielleicht selbst ihr eigenes Kind durch diese Krankheit zu verlieren).
Sind Onkel/Tante deshalb Egos?
Klar, sie hätten selbst gern eigenen Nachwuchs gehabt. Dafür sind
sie aber mit Leib und Seele eben O/T und behandeln die beiden
Kids wie eigene Kinder. O/T vermissen nix in ihrem Leben.
Aber sie haben zu große Angst, dass irgendwann ein großer Verlust
auf sie zukommen würde.
Hast du so was mal bedacht?
LG
D
Nachtrag
Nochmals hi,
übrigens:
nicht jede/r, der/die eigene Kinder hat,
ist am Schluss nicht allein.
Und nicht jede/r, der/die keine eigenen Kinder hat,
ist am Schluss allein.
„I did it my way“: Abgerechnet wird zum Schluss.
Also nicht erst alle vergraulen und
anschließend rumheulen, wenn keiner da sein will.
LG
D
Moin,
diesmal brauche ich wirklich dringend eure Hilfe. Ich bin in
letzter Zeit des öfteren angeeckt, weil ich geradeheraus der
Meinung bin, dass Menschen, die keine Kinder in die Welt
gesetzt haben, letzten Endes irgendwann am Ende ihres Lebens
ein Defizit haben.
Kein Wunder, denn hier bringst du eine Wertung rein. Vielleicht stehen Menschen mit oder ohne Kinder am Ende des Lebens tatsächlich anders da (dazu später mehr), aber ob dies als Defizit empfunden wird, kannst du für andere nicht beurteilen, höchstens für dich selbst.
Und zwar basierend auf evolutionäre Aspekte, die nicht mit
Argumentationen für und wider, Verstand, Erklärungen,
Einstellungen, Meinungen etc. zu tun haben.
Darauf hast du ja schon Antworten bekommen. Mir scheint, du benutzt den Begriff „Evolution“ hier etwas willkürlich, indem du ihm eine Bedeutung zudichtest, die keinen allgemeinen Bestand hat. Die Menschheit hat nunmal evolutionär nicht dadurch überlebt, indem jeder der konnte Kinder in die Welt gesetzt hat. In jeder Gesellschaft gab und gibt es kinderlose Menschen, die wichtige Funktionen in der Gesellschaft übernehmen (die von Menschen mit Kindern gar nicht wahrgenommen werden können, weil sie mit „Aufzucht“ beschäftigt sind). Gerade die kinderlosen Menschen sind es häufig, die die Gesellschaft voran bringen, eben weil sie den Kopf für anderes frei haben.
Ich glaube, dass jeder die Freiheit hat, für sich selbst zu
entscheiden, ob er Kinder haben will oder nicht.
Um sich dann von dir an den Kopf werfen zu lassen, er habe ein „Defizit“?
Es ist auch keiner zu verurteilen. Keiner schief anzusehen.
Aber ein „Defizit“ darf man ihm schon unterstellen?
Es gibt Fälle von ungewolltem Keine-Kinder-Haben, unter denen
Menschen sehr leiden.
Es gibt auch Fälle von ungewollter Schwangerschaft, unter denen Menschen sehr leiden.
Trotzdem - unterm Strich - sage ich, es macht was mit einem
Menschen, wenn er am Ende seines Lebens ohne Nachkommen
dasteht.
Sicher. Aber was? Vielleicht fällt es Leuten ohne Kinder auch einfach viel leichter aus dem Leben zu gehen, weil sie nichts zurücklassen, um das sie sich Sorgen und Gedanken machen müssen. Vielleicht können diese Menschen viel leichter loslassen.
Vielleicht macht es auch was mit einem Menschen, wenn er am Ende des Lebens ohne ein Eigenheim, eine Juwelensammlung, 10 gepflanzte Bäume und 5 publizierte Bücher dasteht.
Liege ich hier wirklich soooo falsch?
Viel interessanter finde ich an dieser Stelle, warum du dir überhaupt diese Frage stellst und warum du meinst, hier werten zu müssen. Für mich klingt das ein wenig nach jemandem, der entweder sehr frustriert darüber ist, keine Kinder in die Welt gesetzt zu haben, oder nach jemandem, der zwar Kinder in die Welt gesetzt hat, aber sich selbst einreden muss, warum das so eine tolle Sache ist. Wenn du etwas für die Nachwelt hinterlassen willst, dann kannst du ein Kind in die Welt setzten, du kannst aber auch einen Baum pflanzen, ein Buch schreiben, ein Bild malen etc. Letztendlich hinterlässt fast alles, was du machst, auf dieser Welt ihre Spuren und Kinder müssen nicht unbedingt die „beste“ davon sein.
Gruß
Marion
Gruß
Marion
Hallo,
Es könnte ja sein, nur als Beispiel, dass Irene fragt,
weil sie keine Kinder möchte, aber Angst davor hat,
dass sie diese Entscheidung später bereut.
Im Übrigen: man ändert seine Sichtweise.
Ich habe keine biologischen Kinder, habe aber Kinder
adoptiert.
Ich habe nicht das geringste Gefühl, dass mir etwas fehlt,
weil ich diese Kinder nicht geboren habe.
Nur - woher weiß ich, wie ich in 10, 20 oder 30 Jahren
darüber denke?
Genau diese Überlegung hat mich davor zurückgehalten,
Irene direkt zu antworten. Weil ich mir das Recht vorbehalte,
meine Meinungen und auch meine Gefühle zu ändern.
Dein Ausfall könnte darauf zurückzuführen sein, dass du
diese Diskussion schon oft geführt hast und oft auf
Unverständnis gestoßen bist.
Man könnte genauso denken, dass du sofort und unnötigerweise
in die Defensive gehst, weil du selbst mit deinen Gefühlen
nicht im Reinen bist.
Mit anderen Worten: ein getroffener Hund bellt.
Gruß
Elke
PS: ich hätte mir die Spekulationen über deine Motive
erspart, eigentlich das ganze Posting erspart, wenn
der Ton deines Posting nicht so voll daneben gewesen wäre
…, dass Menschen, die keine Kinder in die Welt
gesetzt haben, letzten Endes irgendwann am Ende ihres Lebens
ein Defizit haben.
Und zwar basierend auf evolutionäre Aspekte
Irene,
Hui, hier geht’s aber emotional ab. Ich fürchte, Du hast da in ein Wespennest gestochen.
Dann möchte ich mal zur Ausgangsfrage etwas beitragen, unabhängig von eigener Betroffenheit :
Ich stelle mir (und auch schon mal dem Forum) die Frage, welche genetisch verankerten Triebe der Mensch hat und welche nicht. Dabei sollte man komplexe Antriebe auf die elementaren Grundelemente zurückführen. Erlernte und sozial entstandene Motivationen sollen nicht mitzählen.
Die Frage lautet also : Gibt es einen Fortpflanzungsinstinkt ? Ich würde die Existenz eines solchen verneinen.
Als Grundinstinkte sehe ich :
Sexualtrieb : Dies ist aber die Motivation, sich zu paaren, nicht aber, sich fortzupflanzen (Letzteres wird gern zu Gunsten des ersteren vermieden)
Liebe : Dies ist ein Trieb, der irgendwie parallel zum Sexualtrieb existiert, aber mehr auf eine soziale Paarbindung hinausläuft.
Brutpflege (Hier wäre ein Ansatzpunkt zu Deiner Ursprungsfrage) : Tierexperimente zeigen, dass Weibchen, die selbst als Säugling von der Mutter getrennt waren, Schwierigkeiten mit emotionaler Zuwendung zu ihren eigenen Kindern haben. Dies würde eher auf eine sozial erlernte Verhaltensweise hindeuten. Auch das Engagement des Vaters scheint mir stark von der gesellschaftlichen Situation abzuhängen.
Ich wäre also nicht sicher, inwieweit es einen rein genetisch bedingten Brutpflegeinstinkt gibt und somit, ob er enttäuscht werden kann.
Daher sehe ich auch die Enttäuschung von Menschen ohne Kinder, falls sich eine solche einstellt, als sozial bedingt.
Ich meine, der liebe Gott (oder wer oder was auch immer), hat uns mit „indirekten“ Motivationen zur Fortpflanzung ausgestattet, nämlich Sexualtrieb und Liebe. In dem Maße, wie wir gelernt haben den Köder zu fressen, ohne dass die Falle zuschnappt, funktioniert das nicht mehr.
mfg
Klaus
Hallo!
Und zwar basierend auf evolutionäre Aspekte
Ich verstehe nicht, warum hier alle auf der Biologie so rumreiten. Wenn du gerne deine Gene verbreiten willst, dann werde doch Samenspender oder Leih-Eizelle. Dann kannst du dich vermehren und brauchst nicht einmal etwas dazu zu tun!
Beim Menschen findet keine biologische Evolution mehr statt sondern nur mehr die kulturelle. Obwohl es sicher auch schön ist zu sehen, daß das eigene Kind dieselben Augen hat wie man selber, geht es um viel mehr. Es geht um die Weitergabe dessen was wir sind, als Personen, als Individuen, jeder mit seiner einzigartigen Geschichte. Es ist unbestreitbar daß eine Frau, die nie schwanger war, im Leben etwas verpaßt hat, und es wird alles medizinisch Denkbare getan, um Menschen zu ihrem Kinderwunsch zu verhelfen. Unterm Strich aber *kann* eine Adoption denselben Effekt haben wie ein leibliches Kind - nämlich kulturelle, geistige, Evolution, Weitergabe unseres Selbst an die Kinder, selbst wenn es Kinder von anderen sind (auch das habe ich meiner unmittelbaren Lebensumgebung).
Also bitte höre auf mit diesem Evolutionswahnsinn. Beim Thema Mensch ist es meistens völlig fehl am Platz.
Viele Grüße
datafox
Hallo!
Ich wäre also nicht sicher, inwieweit es einen rein genetisch
bedingten Brutpflegeinstinkt gibt
Den gibt es garantiert. Kein emotional normal veranlagter Mensch kann beispielsweise an einem putzigen wimmernden Katzen(!)baby einfach vorbeigehen und es krepieren lassen. Den Drang niedliche Babys (aller Art!) zu umsorgen kann man kaum unterdrücken. Die Anwesenheit von Banyartigem (auch Tiere) löst bei so ziemlich jedem Menschen die typischen Reaktionen aus: Höhere Stimmlage, sanfte behutsame Bewegungen, Lächeln, Glücksgefühl, innere Beruhigung. Es ist bekannt, daß Frauen ein Findelkind säugen können, ohne je schwanger gewesen zu sein. Die starke Bindung an ein Haustier und die Reaktion auf dessen Tod, die der Trauer um einen Mnschen um nichts nachsteht, belegt das ebenfalls.
Daher sehe ich auch die Enttäuschung von Menschen ohne Kinder,
falls sich eine solche einstellt, als sozial bedingt.
ALLES ist beim Menschen „sozial bedingt“. Es gibt keine rein biologischen Antriebe - nicht einmal der Nahrungs- und der Sextrieb ist frei von sozialen Komponenten.
Ich meine, der liebe Gott (oder wer oder was auch immer), hat
uns mit „indirekten“ Motivationen zur Fortpflanzung
ausgestattet, nämlich Sexualtrieb und Liebe. In dem Maße, wie
wir gelernt haben den Köder zu fressen, ohne dass die Falle
zuschnappt, funktioniert das nicht mehr.
Ich glaube trotzdem, daß es den unbesiegbaren Wunsch nach Nachkommen gibt, einfach deswegen, weil der Mensch sich seines Todes bewußt ist und Nachkommen die einzige Möglichkeit darstellen, unsterblich zu werden (nicht genetisch, sondern vor allem als Erinnerung).
Viele Grüße
datafox
invertiert könnte man beim derzeitigen Stand der
(Welt-)Überbevölkerung auch behaupten:
Unstrittig dürfte sein, dass für Menschen mit
Nachkommen der „evolutionäre Auftrag zum Erhalt der
Lebensgrundlage“ nicht erfüllt i. S. v.
erledigt ist.
Spätestens jetzt müßte doch klarsein, daß mit dem Evolutionsgedanken irgendwas im Argen ist, oder etwa nicht? Würde beim Menschen die biologische Evolution wirken, hätten die am höchsten Entwickelten die meisten Nachkommen. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Je fortschrittlicher eine Gesellschaft, desto weniger Kinder hat sie. Die Rückständigsten vermheren sich am stärksten, die Fortschrittlichen sterben aus. Der Geburtenknick ist geradezu ein Merkmal einer höher entwickelten Gesellschaft.
Daraus folgt, daß es eben keine biologische Evolution mehr gibt sondern eine kulturelle. Die schiere Anzahl an Menschen bringt global betrachtet keinen Vorteil sondern nur die geistige, politische, technologische, wirtscahftliche Entwicklingsstufe einer Gesellschaft (lokal betrachtet haben Mehrheiten jedoch kurzfristig Einfluß).
Gruß
datafox
ALLES ist beim Menschen „sozial bedingt“. Es gibt keine rein
biologischen Antriebe
Dies ist die verhängnisvolle Lebenslüge des Menschen, sozusagen die „Ursünde“ - dass er sich nicht als Teil der Biologie, sondern als darüber stehend und über sie erhaben begreift. Und sich selbst daher nicht begreift.
„Wir haben das Glück erfunden“ sagen die letzten Menschen, und blinzeln (Nietzsche)
hallo klaus,
datafox hat aber recht: menschen haben nunmal keine triebe, sondern bedürfnisse und motivationen.
die triebtheorie ist stand ausgang 19.JH/anfang 20.JH.
das hab ich aber schon in der schule gelernt und das ist eine weile her.
dein spezialgebiet hat sich seit justus v. liebig ja auch weiterentwickelt, ohne daß der mensch vermeintliche tatsachen ignoriert.
L:open_mouth:)