Fortpflanzung

Wunderbar, die Antwort habe ich erwartet.

Nein, Du hast den Sinn meines Postings net mitgeschnitten.

Mit Behauptungen, die entweder grundsätzlich falsch oder falsch generalisiert sind, wirst Du immer anecken.
Ähnlich:
„die Bildzeitung ist vor allem wissenschaftlich fundamentiert.“
oder
„alle Griechen riechen nach Knoblauch“
oder
oder
oder

Irenes Posting betraf ebenfalls ein Meinungsbild, über das man sich durchaus streiten kann, aber dabei ging es um die ich nenns mal „Lebenssinn-Frage“. Ob der für alle zutrifft, lässt sich durchaus diskutieren, weil es sich dabei immer noch um etwas Subjektives handelt.

Ja, mit der Aussage, jemand hätte ein Defizit eckt man an,
immer dann, wenn die Aussage falsch ist.
Unterstellst Du mir ein Defizit bezüglich meiner Fähigkeit italienisch zu sprechen, erfährst Du null Gegenwehr.

Deine Schlussfolgerung war Defizite benennen = Anecken.
Und diese ist falsch.
Und sie ist nicht mit der Aufstellung falscher Aussagen zu belegen.

Um die Beweisführung Deiner Hypothese umzusetzen, müssen die Personen die Eingangsvoraussetzungen erfüllen, hätte es lauten müssen:

Sage einem Informatiker mit wenig sozialer Intelligenz, dass ihm die soziale Intelligenz fehlt.

analog zu
Sage KINERLOSEN, dass ihnen ein Kind fehlt

Erst dann ließe sich ein Schluß ziehen über die Reaktion auf das Benennen von Defiziten.
Beispielsweise entstünde dann die Diskussion, ob dem Informatiker diese Kompetenzen tatsächlich „fehlen“ oder ob er nur nicht über sie verfügt [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Hi,

ich glaube, ihr versteht „Defizit“ anders.

Mit Behauptungen, die entweder grundsätzlich falsch oder
falsch generalisiert sind, wirst Du immer anecken.

Aber nur, wenn du „Defizit“ als wertneutral empfindest.
Du sprichst es einfach nicht.

Man kann es aber auch so verstehen, dass der Schreiber
dir unterstellt, dass dir eine (wesentliche) Fähigkeit
fehlt, die zum europäischen Kulturgut gehört und ohne
die du z.B. nicht in der Lage sein solltest, Verdis Aida
zu genießen.

Gruß
Elke

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Richtig, der Definition von Defizit stimme ich voll und ganz zu.
Deswegen schrieb ich

Mit Behauptungen, die entweder grundsätzlich falsch oder
falsch generalisiert sind, wirst Du immer anecken.

bei den getroffenen Aussagen handelt es sich um Vorurteile bzw. Stereotype, die zwar durchaus die Unterstellung eines Defizits i.w.S. beinhalten, die Reaktion (um die es dem Autor ging) entsteht aber durch die unzulässige Generalisierung (das Vorurteil).
Weshalb der angebliche Beweis hinfällig ist.
Äpfel mit Birnen verglichen.

Daher schrieb ich, die Eingangsvoraussetzungen müssten gleich sein,
um die Reaktionen auf das Unterstellte Defizit zu vergleichen.

Man kann es aber auch so verstehen, dass der Schreiber
dir unterstellt, dass dir eine (wesentliche) Fähigkeit
fehlt, die zum europäischen Kulturgut gehört und ohne
die du z.B. nicht in der Lage sein solltest, Verdis Aida
zu genießen.

Jo.
Allerdings einer benannten Person oder näher bezeichneten Gruppe,
in Deiner Definition „mir“.
Sonst wehrt sich das Gegenüber in erster Linie aufgrund der Wahrnehmung nicht gewürdigter Individualität (Opfer eines Stereotyps, Vorurteils/ „Ich bin anders als andere“). Die Reaktion mag gleich aussehen, wie die auf eine unterstelltes Defizit („Frosch fehlt es an Kindern“) bezieht sich de facto jedoch auf etwas völlig anderes.

Nur darum gings.
Ich hab bislang keinem inhaltlich zum Thema „Reaktionen auf unterstellte Defizite“ widersprochen.
Ich wies lediglich darufhin, dass die Aussage
des Eingangspostings eine ganz andere Qualität aufweist, als
„sage einer Hausfrau, ihr fehle die Lebenserfahrung“.
Während die Frage ob Kinderlosen Kinder fehlen inhaltlich sachlich kontrovers diskutiert werden kann, unterstellt letztere einen (nicht nachgewiesenen)Zusammenhang zwischen Berufserfahrung und Lebenserfahrung und ist daher als Stereotyp/ Vorurteil einzustufen und sorgt aus diesem Grund für (emotionale) Reaktionen unabhängig von der inhaltlichen Kontroverse, die in dem Zusammenhang richtigerweise
heißen müsste: Sage einer Hausfrau, ihr fehle Berufserfahrung oder
sage einer einer (Haus)frau im Alter von X, ihr fehle die Lebenserfahrung.

Fazit: Die vorgenommene Beweisführung ist defizitär.
Wir können ja mal gucken, was es für Reaktionen gibt-
vielleicht lässt sich die ursprüngliche Hypothese „das grundsätzliche Hinweisen auf Defizite führt zu den im Ausgangsposting beschriebenen Reaktionen“ ja doch noch bestätigen :smile:

Frosch
die mal unterstellt, dass sie (mittlerweile)
wesentlich belustigter ist