Frage zu SS Rang und Truppenbezeichnung

Hallo liebe Wissende :smile:)

Wie schon im Thread http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?.. angedeutet, bin ich auf der Suche nach Informationen über einen mysteriösen Verwandten.

Auf der Todesurkunde der Wehrmacht steht folgendes:

„SS Rottenführer 1. / SS Panzer Pionier Bataillon 5 [sein Name]“
Und weiter unten sein Todesdatum: 15.August 1944 in Dziecioly

Nun hab ich schon auf http://www.feldgrau.com/5ss.html herausgefunden, in welcher größeren Einheit er eingebettet war. Und unter http://www.net-lexikon.de/Schutzstaffel.html sind die Ränge der SS aufgelistet.

Aber da ich null Ahnung vom Militär habe, egal welches Zeitalter, sind da noch ein paar Fragen offen.

Was ist das besondere an einem Panzer Pionier Bataillon? Sind das Techniker, Spezialisten oder was zeichnet einen Pionier aus?

Was ist die Aufgabe eines Rottenführers gewesen? Befehligte er z.B. eine Untereinheit?

Was bedeutet die „1.“ hinter dem „Rottenführer“ und vor dem Schrägstrich?

Uuuund :smile: was bedeutet die „5“ am Ende des Zitates?

Ach ja, mir fällt prompt noch eine Frage ein: Ist der angegebene Todesort, der Ort an dem er starb oder der Ort an dem das Grab ist?

Vielen lieben Dank an jeden der mit einem Teil seines Wissens mir weiterhelfen kann! :smile:)

Grüße
Karin

Hallo,

Aber da ich null Ahnung vom Militär habe, egal welches
Zeitalter, sind da noch ein paar Fragen offen.

Nun ja, ich kenne mich auch nur mit der aktuellen Zeit aus, aber in Deutschland und beim Militär wird organisatorisch vieles aus vorherigen Zeiten übernommen.

Was ist das besondere an einem Panzer Pionier Bataillon? Sind
das Techniker, Spezialisten oder was zeichnet einen Pionier
aus?

Nun ja, Pioniere machen vieles, wobei nicht unbedingt jeder alles kann und einzelne Einheiten für unterschiedliche Aufgaben spezialisiert sein können.

Unter anderem sind Pioniere für folgene Aufgaben vorgesehen:

  • Minen Legen und Entfernen
  • Brücken Bauen und Sprengen
  • Straßen und Bahnstrecken anlegen
  • Unterkünfte bauen
  • Löcher für Artilleriegeschütze graben (damit das nicht die Kanoniere machen müssen :wink:

Was eine SS-Pioniereinheit außerdem noch gemacht haben könnte, möchte ich hier nicht vermuten.

Was ist die Aufgabe eines Rottenführers gewesen? Befehligte er
z.B. eine Untereinheit?

Ein Rottenführer entsprach wohl einem Obergefreiten. Das war der höchste Mannschaftsdienstgrad. Nach hinreichend langer Dienstzeit mit möglichst nicht zuviel negativem Verhalten wird man das mehr oder weniger automatisch. Befehligt hat er dann wohl nicht all zu viele andere.

Aus meiner eigenen Dienstzeit weiß ich, daß man ab einem gewissen Dienstrang als Mannschaftssoldat etwas mehr Ruhe von Vorgesetzten genießt und die Aufgabe hat, den Dienst etwas lockerer zu sehen („Na und, was schert es mich, was der Hauptmann will. Was ist denn ein Hauptmann? Ist das etwa mehr als ein Obergefreiter?“ :wink: )

Was bedeutet die „1.“ hinter dem „Rottenführer“ und vor dem
Schrägstrich?

„1.“ ist wohl die Nummer der Kompanie.

Uuuund :smile: was bedeutet die „5“ am Ende des Zitates?

„5.“ ist das Battaillon (also die nächst größerer Einheit)

Er gehörte also der ersten Kompanie des 5. Battaillons an.

Die erste Kompanie ist üblicherweise eine Art Verwaltungseinheit des Battaillons.

Ach ja, mir fällt prompt noch eine Frage ein: Ist der
angegebene Todesort, der Ort an dem er starb oder der Ort an
dem das Grab ist?

Das könnte einfach auch nur der Ort sein, an dem der Kompaniechef die entsprechenden Zeilen verfaßt und unterschrieben hat. Es gib wohl in Berlin -zumindest für Wehrmachtssoldaten - eine Auskunftsstelle, in der die alten Akten aufbewahrt sind.

Vielen lieben Dank an jeden der mit einem Teil seines Wissens
mir weiterhelfen kann! :smile:)

Bitte sehr.

Gruß,
Bernd

(der übrigens selbst kein Pionier - sondern Artillerist und später Fernmelde-Instandsetzter - aber zuletzt Hauptgefreiter war)

Hi Karin,

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?..
angedeutet, bin ich auf der Suche nach Informationen über
einen mysteriösen Verwandten.
Auf der Todesurkunde der Wehrmacht steht folgendes:
"SS Rottenführer 1. / SS Panzer Pionier Bataillon 5 [seinName]"
Und weiter unten sein Todesdatum: 15.August 1944 in Dziecioly

Die Zeit seines Todes lässt auf Teilnahme an der Schlacht
vor Warschau schliessen, bei der einige Eliteeinheiten von
Waffen-SS und Wehrmacht eine ungeheure Übermacht der
Sowjetarmee zum Halten brachten.

Du hast ja schon Herausgefunden, dass er im
„Panzer-Pionier-Batallion“ der 5.SS-Division „Viking“
gedient hat.

Ein Rottenführer ist, wie von Bernd schon gesagt,
die SS-Bezeichnung für einen Obergefreiten, also
ein „Soldaten“-Dienstgrad. Als solcher kann er im
Krieg (bei den hohen Verlustraten) auch mal kurz-
zeitig eine Kompanie befehligen, wahrscheinlich aber
war er Fahrer, Sprengstoffexperte und MG-42-Schütze
in einem. Das kann man nicht erraten. Vielleicht
kannst Du mehr Informationen liefern.

Aber da ich null Ahnung vom Militär habe, egal welches
Zeitalter, sind da noch ein paar Fragen offen.
Was ist das besondere an einem Panzer Pionier Bataillon?
Sind das Techniker, Spezialisten oder was zeichnet einen
Pionier aus?

Im Prinzip den Weg der Truppen gewährleisten, was genau,
kannst Du z.B. hier nachlesen:
http://www.afn.org/~afn41941/pionier.htm
Interessant hierbei:

While the troops of a Pionier Bn. are pioniers 
**it is not neccesarilly true that the troops of a   
pionier Plt of a Panzer or Panzergrenadier Bn. are   
pioniers by branch**. These troops are often trained 
to perform pionier functions but may be of the branch of 
service of the battalion.

Uuuund :smile: was bedeutet die „5“ am Ende des Zitates?

Die „5“ an dieser Stelle bezeichnet bei der Waffen-SS
afaik die übergeordnete Division, da jede Division nur
ein Pionierbatallion hatte, also
1 --> LSSAH, „Leibstandarte“
2 --> SSVT, „Das Reich“
3 --> SSTK, „Totenkopf“
4 --> SS-Polizeidivision
5 --> (Nichtdeutsche, Europäische Germanen) „Viking“

Ach ja, mir fällt prompt noch eine Frage ein: Ist der
angegebene Todesort, der Ort an dem er starb oder der
Ort an dem das Grab ist?

Afaik wurden im Gefecht die Toten vor Ort begraben.

Um hier gleich mal Klartext zu sprechen. Dein Verwandter
war vielleicht ein nichtdeutscher europäischer
Freiwilliger, der in jugendlichem Enthusiasmus
gegen den „Bolschewismus“ kämpfen wollte. Oder er
war ein deutscher Ausbilder (Spezialist) für diese
Truppen, der aus Not an die Front kam. Die Soldaten
der „Viking“ hatten einen sehr guten Ruf und waren
äusserst zuverlässig im Gefecht. Sie waren definitiv
nicht an Morden oder Plünderungen beteiligt. Es waren
junge Kerle, die für ihr „Ideal“ starben bzw. unbe-
schreibliche Entbehrungen auf sich nahmen. Dass man heute
kommt und sagt „Waffen SS böse“ konnten diese jungen Leute
damals nicht ahnen.

Dein Verwandter war weiterhin (wie angedeutet) an einer
historischen Entscheidung im Herbst 1944 beteiligt. Als
im Sommer 1944 die Sowjets eine demoralisierte Wehrmacht
vor sich hertrieben bzw. überrannten,
(vgl. http://www.net-lexikon.de/Zweiter-Weltkrieg.html#Die…)
warf der Kommandeur dieses Frontabschnittes
(Feldmarschall Model) eine andere Waffen-SS-Eliteeinheit
(3.SS-Totenkopf, SSTK) und eine Wehrmachtseliteeinheit
(„Hermann Göring“) in den Weg der Russen. Diese wurden
kurze Zeit später von der besagten 5.SS „Viking“ unterstützt.

Eine gute Beschreibung der Ereignisse um den 15. August
findest Du in CW Sydnor, „Soldiers of Destruction“.
ISBN: 0691008531 Buch anschauen
Ich zitiere:

...
On **July 25** [1944], with the Soviet offensive well into Poland, 
Model once again sent **SSTK** to a vital sector to stem 
the enemy advance. The Totenkopfdivision and the armored parachute 
division "Hermann Göring" were transferred to the newly reacti-
vated Ninth Army and deployed at Siedlce, **some fifty miles east   
of Warsaw on the main highway to the city**. 
Here, SSTK and the Hermann Göring Division held firm for four days 
against the Soviet Second Tank Army and kept open the escape route 
to the Vistula River for the divisions of the German Second Army. 
On **July 28** , under tremendous Soviet pressure, the two 
divisions abandoned their defenses at Siedlce and withdrew toward
Warsaw -- turning periodically to deliver sharp counterattacks 
against the spearheads of the Soviet Second Tank Army. 
For the next eight days SSTK proved invaluable a to Model, 
shielding as it backed slowly toward Warsaw the thousands of 
fleeing German soldiers who were being halted and reorganized 
along the Vistula by the Ninth Army.
The Russian reach for Warsaw, which prompted the tragic and ill-fated 
uprising by the Polish Home Army of General Bor-Komorowski on 
**August 1** , marked the high point of the summer offensive. 
In little more than one month, the Red Army had advanced nearly 
450 miles, but in the process had outrun its supplies, exhausted 
its men, and worn out its tanks and vehicles. 
The Soviets suffered painfully, too, from the surprising and 
punishing counterattacks Model delivered east of Warsaw on 
**August 2** and 3, and were briefly stunned to a halt. 
For the first time during the summer, the prospects for 
stopping the Russians altogether seemed favorable аnd **Model   
wasted no time in setting the Waffen SS to the task**.
On **August 11** , the recently organized Fourth SS Panzerkorps
( **SSTK** and the **SS Wiking Division** ), commanded by SS Gruppenführer
Herbert Gille, moved north and deployed along a fifteen-mile front 
between Tluszcz and Stanislawow, **some thirty miles northeast of Warsaw**. 
<u>Model personally ordered the Fourth SS Panzerkorps into this <br>blocking position to meet what he anticipated correctly would be <br>a major renewal of the Soviet thrust to cross the Vistula and <br>envelop Warsaw from the north and west</u>. 
When the Soviet attacks began on **August 14** , the SS divisions were 
well prepared. <u>For seven straight days <b>SSTK</b> and <b>SS Wiking</b> repulsed a <br>combined enemy force of fifteen rifle divisions and two armored brigades <br>who tried to crush the SS Panzerkorps and clear the Wolomin sector</u>.
After pausing to regroup on **August 21** , the Russians resumed their 
pounding of the Fourth SS Panzerkorps on **August 25** - the heaviest 
blows falling upon **SSTK**. On **August 26** , the collective 
weight of eight rifle divisions, a motorized rifle brigade, and 
ubiquitous swarms of Russian fighter planes blasted the Totenkopfdivision 
from its positions east of Wolomin. **For the next two weeks** , the 
enormous **Soviet force literally bulldozed the SS Panzerkorps slowly   
west toward Warsaw** and the Vistula. On September 11, a locally 
successful counterattack by SSTK drove the Russian spearheads out of 
the northeastern Warsaw suburb of Praga -- a defensive strongpoint the 
dazed and gaunt Totenkopf grenadiers then managed to hold until the 
Russian offensive temporarily spent itself on **September 21**.
...

Gute Nacht

Euer CMБ

Hi,

Was ist die Aufgabe eines Rottenführers gewesen? Befehligte er
z.B. eine Untereinheit?

Ein Rottenführer entsprach wohl einem Obergefreiten. Das war
der höchste Mannschaftsdienstgrad.

Wohl eher Hauptgefreiter (oder heutzutage bei der Bw Oberstabsgefreiter). Allgemeiner gesagt: Rottenführer war der höchste bei der SS erreichbare Mannschaftsdienstgrad. Alerdings weiß ich nicht, wie durchlässig bei der SS die Grenze zwischen Mannschaften und Unteroffizieren war.

Hi!

Wohl eher Hauptgefreiter (oder heutzutage bei der Bw
Oberstabsgefreiter). Allgemeiner gesagt: Rottenführer war der
höchste bei der SS erreichbare Mannschaftsdienstgrad.

Hier der komplette Vergleich der Dienstränge von Wehrmacht Heer zur Waffen-SS mit Stand 1940 (n.v. = nicht vorhanden):

Soldat/Schütze usw. = SS-Mann
Obersoldat/-schütze usw. = SS-Oberschütze
Gefreiter = SS-Sturmmann
Obergefreiter = SS-Rottenmann
Hauptgefreiter = n.v.
Stabsgefreiter = n.v.

Fähnrich = SS-Standartenjunker
Unteroffizier = SS-Unterscharführer
Unterfeldwebel = SS-Scharführer
Oberfähnrich = SS-Standarten-Oberjunker
Feldwebel = SS-Oberscharführer
Oberfeldwebel = SS-Hauptscharführer
Hauptfeldwebel = SS-Stabsscharführer
Stabsfeldwebel = SS-Sturmscharführer
Stabsoberfeldwebel = n.v.

Leutnant = SS-Untersturmführer
Oberleutnant = SS-Obersturmführer
Hauptmann = SS-Hauptsturmführer
Major = SS-Sturmbannführer
Oberstleutnant = SS-Obersturmbannführer
Oberst = SS-Standartenführer oder SS-Oberführer

Generalmajor = SS-Brigadeführer oder Generalmajor der Waffen-SS
Generalleutnant = SS-Gruppenführer oder Generalleutnant der Waffen-SS
General der … = SS-Obergruppenführer oder General der Waffen-SS
Generaloberst = SS-Obergruppenführer oder Generaloberst der Waffen-SS
Generalfeldmarschall = n.v.

(alles aus: Lexikon der Wehrmacht)

Grüße
Heinrich

Hallo !

Bevor es noch lustiger wird mit den Dienstgraden, wie z.B. Obersoldat :

SS-Dienstgrade (Vergleich zum Heer)

SS-Mann Schütze
Sturmmann Gefreiter
Rottenführer Obergefreiter
Unterscharführer Unteroffizier
Scharführer Unterfeldwebel
Oberscharführer Feldwebel
Hauptscharführer Oberfeldwebel
Untersturmführer Leutnant
Obersturmführer Oberleutnant
Hauptsturmführer Hauptmann
Sturmbannführer Major
Obersturmbannführer Oberstleutnant
Standartenführer Oberst
Oberführer Oberst
Brigadeführer Generalmajor
Gruppenführer Generalleutnant
Obergruppenführer General
Oberstgruppenführer Generaloberst

Gruß max

Frage zu Mannschafts- & Offiziersdienstgraden
Volker, danke für deine Auskunft :smile:

Habt bitte etwas Geduld mit mir, ich bin militärisch total unvorbelastet. Was ist der Unterschied zwischen einem Mannschaftsdienstgrad und den Offiziersdienstgraden?

Ich stell mir das grad vor wie bei der heitigen Beamtenausbildung. Man braucht unterschiedliche Vorkenntnisse/Schulabschlüsse für die verschiedenen Stufen. Ist das beim Militär ähnlich zu sehen?

Ein Rottenführer entsprach wohl einem Obergefreiten. Das war
der höchste Mannschaftsdienstgrad.

Allgemeiner gesagt: Rottenführer war der

höchste bei der SS erreichbare Mannschaftsdienstgrad.
Alerdings weiß ich nicht, wie durchlässig bei der SS die
Grenze zwischen Mannschaften und Unteroffizieren war.

Grüße
Karin

Wehrmacht Auskunfststelle
Bernd, dir vielen Dank für die interessanten Ausführungen :smile:

Es gib wohl in Berlin -zumindest für
Wehrmachtssoldaten - eine Auskunftsstelle, in der die alten
Akten aufbewahrt sind.

Zitat aus einem taz-Artikel:
„Seit 1993 hat der VDK anhand von Listen der „Deutschen Dienststelle“, ehemals „Wehrmacht-Auskunftsstelle“, rund 77.000 Gefallene umgebettet…“

Das wird wohl das sein, was du gemeint hast. Danke für diese Fährte, werde mich dort auch mal kundig machen. :smile:

Gruß
Karin

Was ist der Unterschied zwischen einem

Mannschaftsdienstgrad und den Offiziersdienstgraden?

Ein Offizier hat heute Abitur und eine höherwertige Ausbildung. Wie bei den Beamten. SS-Offiziere kamen auch aus dem „Volk“. Das machte die Beliebtheit gerade der Waffen-SS aus.

Ein Rottenführer entsprach wohl einem Obergefreiten. Das war
der höchste Mannschaftsdienstgrad.

Es gab noch den Haupt- und Stabsgefreiten bei der Wehrmacht.

Man muß immer daran denken : Die Waffen-SS gab es zu Beginn des 2.WK noch gar nicht. Sie hatte bis Kriegsende nur wenig Zeit, sich selbst und ihre Dienstgrade in Ordnung zu bringen. Anfangs wollte man eine totale Trennung von der Wehrmacht. Später nannten sich die höheren Dienstgrade wie bei der Wehrmacht.
Die SS war nicht der ordentliche, geregelte Haufen, so wie man heute annimmt.

Gruß Max

Hallo CMБ :smile:

Vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Bericht. Das sind ja wahnsinnig viel Informationen *freu* Werde mir das nochmal alles genauer durchlesen und auch die Quellen beachten.

Ein Rottenführer ist, wie von Bernd schon gesagt,
die SS-Bezeichnung für einen Obergefreiten, also
ein „Soldaten“-Dienstgrad. Als solcher kann er im
Krieg (bei den hohen Verlustraten) auch mal kurz-
zeitig eine Kompanie befehligen, wahrscheinlich aber
war er Fahrer, Sprengstoffexperte und MG-42-Schütze
in einem. Das kann man nicht erraten. Vielleicht
kannst Du mehr Informationen liefern.

Nein, alles was ich habe ist eine Kinderfoto (ca. 3-4 Jahre alt), ein zerissenes Foto mit einem Grabkreuz (der wenige sichtbare Hintergrund läßt auf einen Soldatenfriedhof schliessen) sowie die Sterbeurkunde.

Er trägt den Mädchennamen meiner Großmutter, meine Mutter meint ausschliessen zu können dass es ein Bruder von ihrer Mutter war. Aber man weiss ja nie, jede Familie hat ihre „Leichen im Keller“. Die Familie meiner Großmutter musste ihr Mann, der U-Boot-Konstrukteur war, für seine Arbeit auf einer uns erhaltenen Ahnentafel beweisen. Die Familie lässt sich bis zum 30 jährigen Krieg im nordeutschen Raum als Handwerker nachweisen.

Geburtsdatum des „Unbekannten“ ist 1920.

Uuuund :smile: was bedeutet die „5“ am Ende des Zitates?

Die „5“ an dieser Stelle bezeichnet bei der Waffen-SS
afaik die übergeordnete Division, da jede Division nur
ein Pionierbatallion hatte, also
1 --> LSSAH, „Leibstandarte“
2 --> SSVT, „Das Reich“
3 --> SSTK, „Totenkopf“
4 --> SS-Polizeidivision
5 --> (Nichtdeutsche, Europäische Germanen) „Viking“

Manche Lösungen sind zu einfach *grins*! Typischer Fall von den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen …

Ach ja, mir fällt prompt noch eine Frage ein: Ist der
angegebene Todesort, der Ort an dem er starb oder der
Ort an dem das Grab ist?

Afaik wurden im Gefecht die Toten vor Ort begraben.

Auf dem oben genannten Foto ist ein „Beton(?)-Rechteck“ zu erkennen, dahinter ein ordentliches Kreuz mit diesem „Soldatenkreuz“ und dem Jahr 1939. Darunter die Todesangaben wie auf dem Schein. Dahinter ist dann ein weitere Grabstätte (Betonrechteck) zu erkennen. Spricht irgendwie nach einem „ordentlichen“ Begräbnis. Aber da wir kein Datum für dieses schwarz-weiss-Foto haben, könnte das ja auch erst nach dem Krieg so ordentlich gerichtet worden sein …

Um hier gleich mal Klartext zu sprechen. Dein Verwandter
war vielleicht ein nichtdeutscher europäischer
Freiwilliger,

Nein, siehe oben, wo ich alle weiteren Infos gepostet habe, die ich noch besitze. Das wäre zwar eine schöne Erklärung für meine „Skandinaviensehnsucht“, trifft aber bei aller Wahrscheinlichkeit nicht zu.

Lieben Dank nochmal für die ausführlichen Informationen!

Gruß
Karin

Hi!

Bevor es noch lustiger wird mit den Dienstgraden, wie z.B.
Obersoldat :

Heißt das, den Rang „Obersoldat“ hat es nicht gegeben?

Ich habe gerade noch einmal nachgeschaut:

graue Schulterklappe, kein Ärmelabzeichen = Soldat
graue Schulterklappe, ein Winkel am Ärmel = Gefreiter
graue Schulterklappe, zwei Winkel am Ärmel = Obergefreiter
graue Schulterklappe, zwei Winkel mit Stern am Ärmel = Stabsgefreiter

und dann gibt’s noch
graue Schulterklappe, Stern auf schwarzem runden Feld am Ärmel = Obersoldat

Obersoldat = fiktiv?

Grüße
Heinrich

So, hab mir grad noch eine Arbeitspause gegönnt *grins* und herausgefunden dass der Gesuchte inzwischen in Modlin begraben ist. Der Friedhof auf dem Bild dürfte also ein anderer gewesen sein.

http://www.volksbund.de/kgs/stadt.asp?stadt=1941

Ich kann mich erinnern als Kind für den VDK in der Schule gesammelt zu haben und das im Dorf bei meinen Eltern alle Jahre wieder ein ältere Herr zum Sammeln um ging. Aber die Hirnverbindung, dass mir der Laden gerade nützlich sein kann, hat nicht funktioniert :wink:

Nochmals lieben Dank an alle Informationslieferanten!

Karin

= Obersoldat

Obersoldat = fiktiv?

Das denke ich! Von Obersoldat hat wohl noch niemand etwas gehört. Kann es sein, dass es sowas in Österreich gab?

Denn bei den Deutschen gab es den Matrosen, aber keinen Obermatrosen.
Den Flieger, aber doch keinen Oberflieger.

Der zweite Dienstgrad war immer der Gefreite, dann Obergefreite und Hauptgefreite. Dazu den Stabsgefreiten.
Gruß Max

= Obersoldat

Obersoldat = fiktiv?

Das denke ich! Von Obersoldat hat wohl noch niemand etwas
gehört. Kann es sein, dass es sowas in Österreich gab?

Denn bei den Deutschen gab es den Matrosen, aber keinen
Obermatrosen.
Den Flieger, aber doch keinen Oberflieger.

Der zweite Dienstgrad war immer der Gefreite, dann
Obergefreite und Hauptgefreite. Dazu den Stabsgefreiten.

Ich habe zum Thema „Obersoldat“ mal Google gefragt. Da kommen einige Artikel zu dem Begriff, u.a. eine Chronik der Gemeinde Erkeln, in der von einem Obersoldaten Bernhard Jäger die Rede ist, der am 23.12.1942 bei Minsk umkam; außerdem eine Diplomarbeit der FH Potsdam zum Thema Feldpost, nach der es eine Vorschrift gab, statt des Truppentyps (z.B. Grenadier) Begriffe wie „Soldat“ und „Obersoldat“ auf den Brief zu schreiben. Ferner wird im „Nachrichtendienst für Historiker“ über ein Bild debattiert, bei dem ein Soldat als „Obersoldat“ identifiziert wird.

Scheint, als hätte es diesen Dienstgrad im Heer wohl doch gegeben.

Grüße
Heinrich

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Hallo,
den Dienstgrad Obersoldat gab es in der Wehrmacht.
Nach Dr. jur. W. Reibert: Der Dienstunterricht im Heere, Ausgabe für den gewehr- u. l. M. G.-Schützen, Berlin 1937, Seite 106:
„Man unterscheidet folgende mannschaftsdienstgrade: Schütze usw., Oberschütze usw., Gefreite, Obergefreite und Stabsgefreite.“
Zur Kriegsmarine fand ich auf Seite 108 folgendes:
„Matrose, Heizer
Obermatrose, Oberheizer
Stabsmatrose
Gefreite, Oberstabsmatrose
Obergefreite
Stabsgefreite“
Nach Generalmajor Friedrich Altrichter: der Reserveoffizier, 14. durchgesehene Auflage, Berlin 1941, Seite 160 gibt es den Dienstgrad Oberschütze, Oberreiter, Oberkraftfahrer etc. Dieser Dienstgrad ist zwischen Schütze und Gefreiter. Die Luftwaffe hatte diesen Dienstgrad nicht. Bei der marine gab es den Obermatrosen nach dieser Quelle anscheinend nicht mehr.
Gruss
Rainer

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
den Dienstgrad Obersoldat gab es in der Wehrmacht.
Nach Dr. jur. W. Reibert: Der Dienstunterricht im Heere,
Ausgabe für den gewehr- u. l. M. G.-Schützen, Berlin 1937,
Seite 106:
„Man unterscheidet folgende mannschaftsdienstgrade: Schütze
usw., Oberschütze usw., Gefreite, Obergefreite und
Stabsgefreite.“
Zur Kriegsmarine fand ich auf Seite 108 folgendes:
„Matrose, Heizer
Obermatrose, Oberheizer
Stabsmatrose
Gefreite, Oberstabsmatrose
Obergefreite
Stabsgefreite“
Nach Generalmajor Friedrich Altrichter: der Reserveoffizier,
14. durchgesehene Auflage, Berlin 1941, Seite 160 gibt es den
Dienstgrad Oberschütze, Oberreiter, Oberkraftfahrer etc.
Dieser Dienstgrad ist zwischen Schütze und Gefreiter. Die
Luftwaffe hatte diesen Dienstgrad nicht. Bei der marine gab es
den Obermatrosen nach dieser Quelle anscheinend nicht mehr.
Gruss
Rainer

Vielleicht bin ich ja blind, aber ich finde nirgends bei dieser Aufzählung einen „Obersoldat“ !
Und bei google scheint es mir der Dienstgrad in einem Spiel zu sein.
Gruß max

Hallo,

ich nehme an es geht um einen Familienangehörigen… denn dann hast Du die Möglichkeit beim Bundesarchiv in Berlin anzufragen und dort seine Personalakte einzusehen. Habe ich in einem persönlichen Fall auch gemacht.
Zu den Wiking-Pionieren gibt es zahlreiche Veröffentlichungen. Bei Bedarf kann ich Dir eine Liste gerne zukommen lassen. Soweit ich weiss gibt es auch noch eine entsprechende kameradschaft. Zur Not kann ich mich mal schlau machen.

Grüsse Robert

noch was…
„…Kämpfe bei Widomla, Kamieniec Litewski und am Bug bei Slezany, Rückzugskämpfe über den Bug bei Sarnaki-Losice, über Sokolow, Wegrow und Greblow in den raum Stanislawowo. Angriffs- und Abwehrkämpfe im Raum Okuniew-Radzymin.
Mitte August 1944 Einsatz im Brückenkopf Praga. Kämpfe bei Tlusce, bei Trojany-Fabianow-Laskow und im Brückenkopf Slezany (1. Abwehrschlacht um Warschau)“…

aus Schmitz/Thiess Die Truppenkennzeichen der Wehrmacht 1939 - 1945

Hallo Max,
nach Altrichter gab es:
Oberschütze(auch bei Jägertruppenteilen), Oberreiter, Oberkanonnier, Panzeroberschütze, Oberpionier, Oberfunker, Oberkraftfahrer, Oberfahrer, Sanitätsobersoldat, Bauobersoldat.
Es kann natürlich sein, dass man Sanitäts oder Bau weggelassen hat, und schon gibt es den Obersoldaten. Die Bezeichnung hing anscheinend von der Waffengattung ab, gibt es eine Waffengattung mit dem niedrigsten Dienstgrad Soldat, so gibt es auch den Obersoldat.Ich habe ihn auch fast nur in Bezug auf Spiele oder Dienstgrade in Foren gefunden.
Beim Googeln habe ich ihn in diesem Link gefunden:
http://www.emmershausen.net/
Gruss
Rainer
P.S.: Dienstgrade werden nach Bedarf eingeführt und auch wieder abgeschafft, siehe die kriegsgedienten Staber Oberstaber, die Ende der 70er , Anfang der 80er wegfielen, um kurz danach wieder eingeführt zu werden. Mit Oberfähnrich war es ähnlich.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Max,
nach Altrichter gab es:
Oberschütze(auch bei Jägertruppenteilen), Oberreiter,
Oberkanonnier, Panzeroberschütze, Oberpionier, Oberfunker,
Oberkraftfahrer, Oberfahrer, Sanitätsobersoldat,
Bauobersoldat.
Es kann natürlich sein, dass man Sanitäts oder Bau weggelassen
hat, und schon gibt es den Obersoldaten. Die Bezeichnung hing
anscheinend von der Waffengattung ab, gibt es eine
Waffengattung mit dem niedrigsten Dienstgrad Soldat, so gibt
es auch den Obersoldat.Ich habe ihn auch fast nur in Bezug auf
Spiele oder Dienstgrade in Foren gefunden.
Beim Googeln habe ich ihn in diesem Link gefunden:
http://www.emmershausen.net/
Gruss
Rainer
P.S.: Dienstgrade werden nach Bedarf eingeführt und auch
wieder abgeschafft, siehe die kriegsgedienten Staber
Oberstaber, die Ende der 70er , Anfang der 80er wegfielen, um
kurz danach wieder eingeführt zu werden. Mit Oberfähnrich war
es ähnlich.

Ich sage ja nicht, dass es keine „Ober“ gab, aber was willst Du mir denn mit der Auflistung zeigen/sagen? Wo ist der „Obersoldat“???