Frage zum Vegetarismus

Hallo,
in der Hoffnung, dass sich hier einige Vegetarier tummeln, stelle ich mal eine Frage, die mich schon länger beschäftigt:
Warum, um alles in der Welt, gibt es Dinge wie Tofuburger, Sojawürstchen, Linsenfrikadellen etc. ?
Wenn ich Fleisch nicht mag/eklig finde/ablehne, WARUM muss dann mein „Ersatzstoff“ so aussehen wie ausgerechnet Fleisch ?
Ich mag keine roten Beete.Und käme niemals auf die Idee, etwas, was ich mag, so einzufärben, dass es wie rote Beete aussieht.
Das ist doch unlogisch.
Soll kein Angriff sein, will nur wissen, ob ihr das auch so seht oder erklären könnt.
Grüße
Olgu

Hallo Olgu,

Warum, um alles in der Welt, gibt es Dinge wie Tofuburger,
Sojawürstchen, Linsenfrikadellen etc. ?

Wenn ich Fleisch nicht mag/eklig finde/ablehne, WARUM muss
dann mein „Ersatzstoff“ so aussehen wie ausgerechnet Fleisch ?

die Form einer Frikadelle bietet sich oft aus praktischen Gründen an.
Linsen kann man schlecht so anbraten oder gar auf den Grill legen, und eine frikadellenförmige Speise hingegen ist ziemlich gut geeignet, sie z.B. auf einen Grill zu legen. Eine Speise aus kleingehackten und dann zu einem „Stück“ zusammengefügten Zutaten (wie eben z.B. bei einer Frikadelle, egal ob nun aus Fleisch, oder aus Linsen, Pilzen etc.) eignet sich ferner sehr gut, eine Sauce aufzunehmen.

Das „nicht mögen“ kann übrigens auf zweierlei Weise begründet sein:

  • Manchen Vegetariern schmeckt Fleisch prinzipiell, aber sie sind mit der Herstellungsweise (dass hierfür ein Tier geschlachtet wird) nicht einverstanden. Hier zu z.B. einer Linsen- statt einer Schweinefrikadelle zu greifen, sehe ich sehr vergleichbar dazu, Fairtrade-Kaffee zu kaufen (der Person schmeckt Kaffee, sie möchte aber eine möglichst leidfreie Herstellung) oder dazu, bestimmte Speisen nur von bestimmten Tieren zu essen (beispielsweise, Pferdewurst abzulehnen, aber Schweinewurst zu essen).
    Vegetarier, denen Fleisch prinzipiell schmeckt, die aber aus ethischen Gründen dessen Verzehr ablehnen, essen durchaus Produkte, die solchen aus Fleisch sehr ähnlich sind und die auch dahingehend optimiert werden.

  • Vegetarier, die (zusätzlich oder ohne die ethischen Gedanken) den Fleischgeschmack ablehnen. Linsenfrikadellen, Tofu etc. schmecken aber nur entfernt ähnlich zu Fleisch. Ferner sind diese Produkte weder zäh, noch findet man Sehnen o.ä. darin (etwas, das auch einige Leute an Fleisch stört). Auch jemand, der den Fleischgeschmack überhaupt nicht mag, mag mitunter das, was du „Ersatzstoffe“ nennst. Den Unterschied zwischen „Ersatzstoff“ und „herkömmlichem Produkt“ würde ich als etwa genauso groß, wenn nicht sogar größer als jenen zwischen verschiedenen Fleischsorten einordnen. Und hier gibt es ja auch - was kaum als außergewöhnlich gilt - Leute, denen eine Fleischsorte schmeckt, eine andere aber nicht.

Beispielsweise esse ich (lehne Tierverzehr aus ethischen Gründen ab _und_ es schmeckt mir nict) gerne einen aus Linsen und Kichererbsen gemachten Brotaufstrich. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es sei eine grobe Gutsleberwurst.
Leberwurst, andere Würste oder auch allgemein Fleisch ist aber definitiv nichts, nach dem es mich gelüstet - allein der Geruch, es schüttelt mich, und selbst wenn es die perfekte tierfreie Fleisch-/Wurstimitation gäbe, ich würde es nicht essen.
Bei einem Aufstrich, der durch Weichkochen und Pürieren von beigefarbenen bis bräunlichen Zutaten (eben: Linsen und Kichererbsen) gemacht wird, kommt aber nunmal automatisch etwas heraus, das
optisch an eine Leberwurst erinnert.

Ich mag keine roten Beete.Und käme niemals auf die Idee,
etwas, was ich mag, so einzufärben, dass es wie rote Beete
aussieht.

Das ist doch unlogisch.

Das wäre so natürlich in der Tat unlogisch.
Aber, um bei diesem Beispiel zu bleiben:
Du magst keine rote Beete - also isst du z.B. keinen Rote-Beete-Salat und keine Rote-Beete-Suppe.
Du isst möglicherweise aber Speisen, die von Form und Zubereitungsart her ähnlich sind, so z.B. einen Kartoffelsalat (auch eine in Scheiben geschnittene Knolle, die angemacht wird) oder diverse Suppen.

Diese sind natürlich nicht rot. Dahingehend ist die rote Beete eine arg auffällige Speise :wink:

Aber man präpariert ja einen Linsenaufstrich nicht absichtlich so hin, dass er einer Leberwurst ähnelt - er hat einfach zufälligerweise die selbe Farbe.
Und bei einer Tofufrikadelle ergibt sich die Form aus praktischen Gründen - so, wie auch Kartoffelsalat und Rote-Beete-Salat beide aus praktischen Gründen Scheiben aufweisen, ohne dass dies darauf zurückzuführen wäre, dass der Kartoffelsalat einen Rote-Beete-Salat imitieren würde.
Wenn jemand Himbeereis eklig findet, aber Erdbeereis mag, würde man ja auch nicht sagen „Warum bereitet er sein Erdbeereis so zu, dass es in Farbe und Form dem verhassten Himbeereis verblüffend ähnelt?“ :wink:

Ich hoffe, diese Erklärung hilft dir weiter :smile:

Viele Grüße,
Nina

Nachtrag

Für mich ist eine Linsen- oder Pilzfrikadelle kein Ersatzstoff für eine Frikadelle aus Fleisch, sondern ein eigenständiges Gericht - so, wie eine Rinderwurst sicherlich auch keinen Ersatz für eine Schweinewurst darstellt, sondern auch als eigenständiges Gericht geführt wird.

Viele Grüße,
Nina

2 „Gefällt mir“

Hallo Nina,

die Form einer Frikadelle bietet sich oft aus praktischen
Gründen an.

Mag sein, aber dann könnte man es immerhin noch anders nennen.

Das „nicht mögen“ kann übrigens auf zweierlei Weise begründet
sein:

Das war mir durchaus klar.

Vegetarier, denen Fleisch prinzipiell schmeckt, die aber aus
ethischen Gründen dessen Verzehr ablehnen, essen durchaus
Produkte, die solchen aus Fleisch sehr ähnlich sind und die
auch dahingehend optimiert werden.

Genau.

Auch jemand, der den Fleischgeschmack überhaupt nicht mag, mag
mitunter das, was du „Ersatzstoffe“ nennst.

Ich meinte das KEINESWEGS abwertend mit dem „Ersatzstoff“

Den Unterschied
zwischen „Ersatzstoff“ und „herkömmlichem Produkt“ würde ich
als etwa genauso groß, wenn nicht sogar größer als jenen
zwischen verschiedenen Fleischsorten einordnen.

Ich auch.

Beispielsweise esse ich (lehne Tierverzehr aus ethischen
Gründen ab _und_ es schmeckt mir nict) gerne einen aus Linsen
und Kichererbsen gemachten Brotaufstrich. Auf den ersten Blick
könnte man meinen, es sei eine grobe Gutsleberwurst.

O.K, du isst etwas gerne, dass ein wenig wie Leberwurst aussieht.

Leberwurst, andere Würste oder auch allgemein Fleisch ist
aber definitiv nichts, nach dem es mich gelüstet - allein der
Geruch, es schüttelt mich, und selbst wenn es die perfekte
tierfreie Fleisch-/Wurstimitation gäbe, ich würde es nicht
essen.

O.K. Du würdest auch die perfekte Wurstimitation nicht essen.

Bei einem Aufstrich, der durch Weichkochen und Pürieren von
beigefarbenen bis bräunlichen Zutaten (eben: Linsen und
Kichererbsen) gemacht wird, kommt aber nunmal automatisch
etwas heraus, das
optisch an eine Leberwurst erinnert.

weshalb du es niemals essen würdest? Weiter oben schreibst du das Gegenteil.
Wenn ich keine Wurst essen will, esse ich Käse, Marmelade oder Honig.
Wenn ich lieber weichgekochtes und püriertes Gemüse auf dem Butterbrot hätte, würde ich mich fragen, ob das nicht so ist, WEIL es entfernt an Leberwurst erinnert. Und DAS ist der für mich interessante Punkt.

Aber man präpariert ja einen Linsenaufstrich nicht
absichtlich so hin, dass er einer Leberwurst ähnelt - er hat
einfach zufälligerweise die selbe Farbe.

Es ging mir in meiner Frage um die Lebensmittel, die ganz bewusst so aussehen und auch so genannt werden wie Fleischgerichte.

Und bei einer Tofufrikadelle ergibt sich die Form aus
praktischen Gründen

Nö. Tofu könnte man auch in Herzform, als Würfel oder Dreieck essen.

Wenn jemand Himbeereis eklig findet, aber Erdbeereis mag,
würde man ja auch nicht sagen „Warum bereitet er sein
Erdbeereis so zu, dass es in Farbe und Form dem verhassten
Himbeereis verblüffend ähnelt?“ :wink:

Wenn er es "Erdbeer-Himbeereis nennen würde, fände ich das ebenso strange.

Ich hoffe, diese Erklärung hilft dir weiter :smile:

Leider nicht.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich koche sehr oft vegetarisch, aber bin bislang völlig ohne das Nachahmen von Fleischspeisen dabei ausgekommen. Wozu sollte ich das auch tun ?
Mich hätte interessiert, wozu es irgendwer tut.
Und den Dingen dann auch noch „Fleischnamen“ gibt. Vielleicht ist es ja auch die findige Nahrungsmittelindustrie, die so auch noch ein paar Nichtvegetarier zum Kauf der Produkte anregen will.
Liebe Grüße und danke für deine Antwort.

Hallo,

ich schalte mich mal ein und glaube, es geht da vor allem um bestimmte Zubereitungsarten. Wenn man etwas paniert, brät oder räuchert, dann erinnert es immer irgendwie an Fleisch, allein, weil meistens Fleisch paniert, gebraten oder geräuchert wird. Selbst ein Auberginenschnitzel heißt dann eben Schnitzel, weil es vage so aussieht und nach dem Vorbild eines fleischernen Schnitzels zubereitet wird. Getreidekaffee heißt ja auch Kaffee, obwohl keiner drin ist.

Wenn ich lieber weichgekochtes und püriertes Gemüse auf dem
Butterbrot hätte, würde ich mich fragen, ob das nicht so ist,
WEIL es entfernt an Leberwurst erinnert. Und DAS ist der für
mich interessante Punkt.

Das finde ich auch interessant, und obwohl ich gerne geräucherten Tofu, der offenbar Schinken nachahmen soll, esse, weiß ich nicht, ob ich ihn mag, weil er an Schinken erinnert - ich erinnere mich nicht gut an den Geschmack von Schinken. Jedenfalls mag ich offenbar Geräuchertes und freue mich, dass Fleisch nicht das einzige ist, was man räuchern kann.

Im Übrigen, aber das hat Nina ja auch so ähnlich gesagt, finde ich es auch legitim, wenn Leute Tofusurrogate essen, die (angeblich) exakt wie Fleisch schmecken. Wenn es Pralinen aus geronnenem Ohrenschmalz gäbe, die aber total lecker schmecken, und welche mit demselben Geschmack aus Marzipan, dann würde ich auch letztere vorziehen, einfach, weil dann eine Zutat fehlt, vor der es mich gruselt. Ganz unabhängig von geschmacklichen und ethischen Überlegungen (die je nach Produkt eine größere oder kleinere Rolle spielen) finde ich die Vorstellung, Fleisch im Mund zu haben und zu essen, einfach unangenehm, und ich glaube, so geht es einigen Vegetariern.

Und den Dingen dann auch noch „Fleischnamen“ gibt. Vielleicht
ist es ja auch die findige Nahrungsmittelindustrie, die so
auch noch ein paar Nichtvegetarier zum Kauf der Produkte
anregen will.

Wohl gerade solche, die meinen „man müsste eigentlich weniger Fleisch essen“, die aber keine Zeit/Lust/Fantasie … haben, sich Gerichte auszudenken, die keine fleischähnliche Zutat brauchen. Wenn es jahrelang sonntags Schnitzel mit Bratkartoffeln gab, dann gibt es jetzt halt Sojaschnitzel mit Bratkartoffeln, die Umstellung geht dann auch ohne große intellektuelle Anstrengung und man fühlt sich vollwertiger ernährt. Oder es ist für die Leute, die Vegetarier zum Grillen erwarten und keine Lust haben, Auberginenröllchen, Ananasspieße und Co. zu machen sondern einfach eine Tofuwurst neben die Bratwurst legen wollen.

Kurz gesagt glaube ich, dass diese Produkte dafür gedacht sind, die Hemmschwelle zum Vegetarismus möglichst niedrig zu halten, indem sie suggerieren, dass vegetarische Ernährung so anders ja gar nicht aussehen muss als die gewohnte.

Grüße
Sonja

5 „Gefällt mir“

Hallo Olgu,

Mag sein, aber dann könnte man es immerhin noch anders
nennen.

oft nennt man es auch „Bratling“, ein Aufstrich dann nicht „Linsenwurst“, sondern „Linsenaufstrich“.
Die teilweise gewählte ähnliche Bezeichnung finde ich nicht problematisch, sondern wesentlich besser als irgendwelche kryptischen Bezeichnungen. Insbesondere bei der Suche nach Rezepten, oder auch, um sich unter einem Rezept gleich etwas vorstellen zu können, ist es meiner Meinung nach sinnvoll.
Unter einer „vegetarischen Pilzfrikadelle“ kann man sich einfach mehr vorstellen als unter „flachzylindrische in der Pfanne zu bratende Speise aus Pilzen“.

Ich meinte das KEINESWEGS abwertend mit dem „Ersatzstoff“

So habe ich es auch nicht interpretiert :smile:

O.K, du isst etwas gerne, dass ein wenig wie Leberwurst
aussieht.

Ja; dass es optisch einer Leberwurst ähnelt, ist dabei aber völlig egal.
Ich modifiziere es nicht in Richtung „Leberwurst“ - es kommt einfach aufgrund der Farbe der Linsen zustande. Etwas, das aufs Brot kommen soll, kann im Prinzip nur die Konsistenz/Form „Scheibe“ oder „Brei“ annehmen. Scheiben aus Linsen sind ziemlich schwer herzustellen :wink:, also werden die Linsen zerbreit.
Viele bei Vegetariern beliebte und nach „Ersatzstoff“ wirkende Speisen sind übrigens schon in anderen Kulturen seit hunderten oder tausenden Jahren bekannte Speisen.
Ein Beispiel ist da Hummus, der - bei Verwendung dunklerer Hülsenfrüchte als in dem verlinkten Bild - dann wieder ziemlich nach Leberwurst aussieht.
http://www.spicyrecipes.co.uk/wp-content/uploads/201…

O.K. Du würdest auch die perfekte Wurstimitation nicht essen.

Genau. Ich mag, zusätzlich zur Herkunft von Fleischprodukten, auch deren Geschmack nicht.

Bei einem Aufstrich, der durch Weichkochen und Pürieren von
beigefarbenen bis bräunlichen Zutaten (eben: Linsen und
Kichererbsen) gemacht wird, kommt aber nunmal automatisch
etwas heraus, das
optisch an eine Leberwurst erinnert.

weshalb du es niemals essen würdest? Weiter oben schreibst du
das Gegenteil.

Nein, das ist kein Widerspruch:
Oben schrieb ich, dass ich Fleischprodukte wegen Geruch und Geschmack nicht mag.
Bei einem Linsenaufstrich ist aber nur eine entfernte optische (!) Ähnlichkeit vorhanden, und insbesondere wenn jemand nichts über die Existenz von Linsenaufstrichen weiß, wird ein Brot mit diesem Aufstrich schnell mal für ein Leberwurstbrot gehalten (denn Käse kann es nicht sein, Marmelade auch nicht, „also muss es Wurst sein“). Es schmeckt ganz anders, somit mag ich es.

Wenn ich keine Wurst essen will, esse ich Käse, Marmelade
oder Honig.

Es gibt aber auch Leute, die süße Aufstriche nicht mögen - Marmelade kommt bei mir nur in Gebäck.
Ich mag gern Würziges auf dem Brot, gerne eine Zwiebelnote, Gewürze, Kräuter… Darum mag ich beispielsweise Aufstriche aus Oliven, Linsen, Pesto aufs Brot, oder auch mein Brot mit Tomate belegen und frische Kräuter darauf.
Wenn ich, wie meist, den ganzen Tag unterwegs bin, ist ein Honigtoast einfach zu lasch. Da brauche ich was Kräftiges - schön selbstgebackenes Vollkornbrot mit viel Körnern drin, und z.B. Linsenaufstrich drauf.

Wenn ich lieber weichgekochtes und püriertes Gemüse auf dem
Butterbrot hätte, würde ich mich fragen, ob das nicht so ist,
WEIL es entfernt an Leberwurst erinnert. Und DAS ist der für
mich interessante Punkt.

Nein, es ist eher die praktische Konsistenz.
Marmelade ist ja auch nicht deshalb breiig, weil sie Leberwurst imitieren soll, sondern einfach, weil etwas mit dieser Konsistenz gut auf einem Brot haftet.

Es ging mir in meiner Frage um die Lebensmittel, die ganz
bewusst so aussehen und auch so genannt werden wie
Fleischgerichte.

Diese, die absichtlich so „hingebastelt“ werden (z.B. falsches Hähnchen - gibt es wirklich!) werden von Vegetariern gegessen, denen Fleisch schmeckt, die aber die tierische Herkunft aus ethischen Gründen vermeiden wollen.
Bei anderen Lebensmitteln, wie gesagt, ergibt es sich aus praktischen Gründen: Was „für’s Brot“ wird breiig sein, etwas für die Pfanne wird gewürfelt (… könnte man für Gulasch halten :wink:) oder frikadellenförmig sein.

Und bei einer Tofufrikadelle ergibt sich die Form aus
praktischen Gründen

Nö. Tofu könnte man auch in Herzform, als Würfel oder Dreieck
essen.

In Würfeln wird es tatsächlich verwendet: Einfach den Tofublock in Würfel schneiden - das ist natürlich einfach gemacht.
Und in „freakigen“ Formen gibt es das tatsächlich, auch beim Fleisch - das sind meist Convenience-Produkte wie z.B. Backcamembert-Herzen, Tofu-Dreiecke oder, für Fleischesser, auch mal Geflügel-Dinosaurier.
Beim Selbermachen ist, wenn man von einer kleingehackten Masse ausgeht, eine flachgedrückte Kugel am einfachsten, und das ist dann natürlich wieder die Frikadellenform. Für Tofuherzchen stände man ziemlich lange in der Küche. Sowas würde man, aus praktischen Gründen, doch aus Hackfleisch auch nicht formen (außer vielleicht für einen ganz speziellen Anlass), oder?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich koche sehr oft
vegetarisch, aber bin bislang völlig ohne das Nachahmen von
Fleischspeisen dabei ausgekommen. Wozu sollte ich das auch tun
?

Ich imitiere auch keine Fleischspeisen.
Mein Linsenaufstrich sieht eben nur zufällig (wirklich zufällig!) einer groben Leberwurst etwas ähnlich. Wenn ich rote Linsen nehme, was auch öfter vorkommt, ist die Ähnlichkeit auch schon verschwunden.
Und Pilzfrikadellen finde ich einfach lecker - und es wäre mir zu mühsam, sie zur besseren Unterscheidung in Herzform zu modellieren.

Und den Dingen dann auch noch „Fleischnamen“ gibt. Vielleicht
ist es ja auch die findige Nahrungsmittelindustrie, die so
auch noch ein paar Nichtvegetarier zum Kauf der Produkte
anregen will.

Oft ist das, finde ich, zwecks des Sich-etwas-darunter-vorstellen-Könnens. „Flachzylindrische in der Pfanne zu bratende Speise aus Pilzen“ oder auch „zylinderförmiger, in Scheiben schneidbarer Brotbelag“ wäre doch ulkig, oder?

Viele Grüße,
Nina

4 „Gefällt mir“

Danke, Sonja
das war recht erhellend.

Wenn ich lieber weichgekochtes und püriertes Gemüse auf dem
Butterbrot hätte, würde ich mich fragen, ob das nicht so ist,
WEIL es entfernt an Leberwurst erinnert. Und DAS ist der für
mich interessante Punkt.

Das finde ich auch interessant, und obwohl ich gerne
geräucherten Tofu, der offenbar Schinken nachahmen soll, esse,
weiß ich nicht, ob ich ihn mag, weil er an Schinken erinnert -
ich erinnere mich nicht gut an den Geschmack von Schinken.
Jedenfalls mag ich offenbar Geräuchertes und freue mich, dass
Fleisch nicht das einzige ist, was man räuchern kann.

Ja, erfreulich.

Im Übrigen, aber das hat Nina ja auch so ähnlich gesagt,
finde ich es auch legitim, wenn Leute Tofusurrogate essen, die
(angeblich) exakt wie Fleisch schmecken.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob man dir das „Surrogate“ übel nimmt. Ich tu’s nicht.

Wenn es Pralinen aus
Ganz unabhängig von
geschmacklichen und ethischen Überlegungen (die je nach
Produkt eine größere oder kleinere Rolle spielen) finde ich
die Vorstellung, Fleisch im Mund zu haben und zu essen,
einfach unangenehm, und ich glaube, so geht es einigen
Vegetariern.

Davon gehe ich aus.

Kurz gesagt glaube ich, dass diese Produkte dafür gedacht
sind, die Hemmschwelle zum Vegetarismus möglichst niedrig zu
halten, indem sie suggerieren, dass vegetarische Ernährung so
anders ja gar nicht aussehen muss als die gewohnte.

Einleuchtend.
Ich mache und mag aber dann doch lieber Auberginenröllchen, Ananasspieße &Co.
Liebe Grüße

…nur weil jemand Fleisch isst, heißt das nicht, dass er nicht weiß, was eine Linse, eine Kichererbse, oder Hummus ist.
Da wo ich herkomme, schmieren wir uns das zuweilen sogar auf’s Brot!
LG

1 „Gefällt mir“

Hallo Olgu,

…nur weil jemand Fleisch isst, heißt das nicht, dass er
nicht weiß, was eine Linse, eine Kichererbse, oder Hummus ist.

Da wo ich herkomme, schmieren wir uns das zuweilen sogar
auf’s Brot!

der Hinweis auf Speisen aus Hülsenfrüchten war nicht böse, bissig o.ä. gemeint.
Ich halte auch keineswegs Menschen, die mehr oder weniger oft Fleisch essen, automatisch für solche, die Hülsenfrüchte oder Hummus nicht kennen.
Der Hinweis auf den Hummus war von mir nett gemeint, weil mir bewusst ist, dass viele diese Speise eben nicht kennen - was ja auch nichts Schlimmes ist. Da ich nicht weiß, woher du kommst, habe ich angenommen, dass du es eventuell (!) nicht kennst, und somit den Link gesetzt.

Viele Grüße,
Nina

1 „Gefällt mir“

Hallo Olgu,

… ich glaube, jetzt weiß ich, was auf dich komisch wirkte…
Ich schrieb:

Bei einem Linsenaufstrich ist aber nur eine entfernte optische (!) :Ähnlichkeit vorhanden, und insbesondere wenn jemand nichts über die :Existenz von Linsenaufstrichen weiß, wird ein Brot mit diesem :Aufstrich schnell mal für ein Leberwurstbrot gehalten

Mit „wenn jemand nichts über die Existenz von Linsenaufstrichen weiß“ meinte ich nicht dich! Ich meinte damit eben Menschen, die tatsächlich keine Linsenaufstriche kennen - und genau diese halten solche Aufstriche eben öfter für Leberwurst. Mir zumindest ist es oft passiert, dass ich gefragt wurde, was ich da esse, oder es sogar hieß, warum ich denn „Das da, das ist doch aus Fleisch!“ essen würde.
Für dich sind Hülsenfrüchte eine geläufige Speise, für mich auch, aber sehr viele Menschen in Deutschland, die keinen/wenig Bezug zu anderen Kulturen haben, essen Hülsenfrüchte in der Tat nur sehr selten.

Wie gesagt, sorry für das Missverständnis :smile:

Viele Grüße,
Nina

1 „Gefällt mir“

Hi,

ich esse kein Fleisch weil ich die Herstellung und die Massentierhaltung nicht in Ordnung finde. Ich mag Fleisch, aber ich esse es nicht. Um eine leckeres komplettes Essen zu haben, esse ich gerne Tofu und Soja in Form von Würstchen und Frikadellen.

Ich esse die, weil sie lecker sind. Und warum sollte nur Fleisch gebraten, geäuchert und paniert werden dürfen? Fallafel sind frittiert und sehr lecker.

Gruß

pp

Hi,

Um eine leckeres komplettes Essen zu
haben, esse ich gerne Tofu und Soja in Form von Würstchen und
Frikadellen.

Das mag sein. Für mich kann ein Essen auch lecker und komplett sein ohne Fleischersatzlinge.

Ich esse die, weil sie lecker sind.

Weil du sie lecker findest.

Und warum sollte nur
Fleisch gebraten, geäuchert und paniert werden dürfen?

WER hat DAS behauptet ???

Fallafel sind frittiert und sehr lecker.

Ich mag sie zwar nicht, aber viele mögen sie. Und was hat das mit meiner Frage zu tun ?
LG

Hallo,
es gibt Leute, die moegen kein Tierleid, die moegen keine vergiftete Erde, keine abgeholzten Urwaelder, die wollen gesuender leben als mit viel tierischem Eiweiss, und die - koennten jede Menge Fleisch essen. Schmeckt lecker.
Schau mal paar videos bei peta.de an und Du wirst vielleicht auch zum Vegetarier. Oder mach Dir Gedanken, warum Leute auf der Erde verhungern. Sowas muss nicht sein, denn Nahrung fuer Vegetarier waere genug da.
Gruss Helmut

Ich mag Tierleid. Find ich klasse.
Ich bin sowieso böse. Und bleibe es.
WAS soll das ???
Ich habe hier eine Frage gestellt.
Nix weiter.

Hallo nochmal,
fuer Leute, die Fleisch essen moechten ohne Tierleid, gibt es das Fleischersatz-Zeugs, so kann man noch ein wenig an Fleisch denken, kann beim Grillen mitmachen, kann Gerichte leicht veraendert zubereiten, und erzeugt kein Tierleid.
Gruss Helmut

2 „Gefällt mir“

Hallo Helmut,

kann beim Grillen mitmachen

fürs Grillen sind solche Produkte, finde ich, überhaupt nicht notwendig.
Ich mache gerne beim Grillen mit - da kommen dann Kartoffeln, Maiskolben, Champignons, Paprika, Zuccini, Tomaten… auf den Grill.
Tofuwürste etc. sind zum Grillen keinesfalls nötig - einziger Aspekt wäre ggf., dass man mit Tofuwürsten eher verstecken kann, Vegetarier zu sein (was mir aber kein Anliegen ist).

Viele Grüße,
Nina

Hi Nina,

außerdem werden die, wenn sie gut gemacht sind, auch mal gerne von Fleischfressern wie mir versehentlich weggemümmelt. War mir das peinlich den Tach :smile:

Beste Grüße

Annie

Hi AA,

außerdem werden die, wenn sie gut gemacht sind, auch mal
gerne von Fleischfressern wie mir versehentlich weggemümmelt.
War mir das peinlich den Tach :smile:

wart ab, gleich kriegste Saures. Oder’n Bekehrungsschreiben…
LG

Hallo,

fuer Leute, die Fleisch essen moechten ohne Tierleid, gibt es
das Fleischersatz-Zeugs, so kann man noch ein wenig an Fleisch
denken, kann beim Grillen mitmachen, kann Gerichte leicht
veraendert zubereiten, und erzeugt kein Tierleid.

(… man hätte das Wort „Tierleid“ in diesem Satz durchaus noch öfter unterbringen können…)
In deinem (untauglichen) Missionierungsversuch entgeht dir, dass GENAU das für mich nicht nachvollziehbar ist:
Fleischgenuss=Tierleid, aber beim Grillen möchten wir ein wenig daran denken ???
Und nun zum Thema missionierende Gutmenschen und untaugliche Versuche:
Da, wo ich herkomme, gibt es unglaublich viele arme Menschen.
Die holzen Bäume ab, damit sie Brennholz haben.Und, nein, sie pflanzen keine neuen. Über Ernährungsweisen können sie nicht nachdenken. Das Wohlergehen von Tieren ist ihnen egal.
Euren Giftmüll schickt ihr auf unseren Kontinent zur Endlagerung.
Ihr trennt euren Hausmüll und findet das super. Aber euer Restmüll hat dadurch nicht genügend Brennwert, deshalb importiert ihr unseren ungetrennten Müll und kippt den dazu, damit’s brennt.
Seltsam, diese Welt. Wir leben in derselben Welt, aber du hast eine andere kulturelle Prägung. Das, womit du dich hier als Gutmensch fühlen kannst, würde bei uns auf wenig Verständnis stoßen.Man würde es als das Essverhalten eines Luxusgeschöpfes identifizieren, wie es sich nur in der „ersten Welt“ entwickeln konnte.
Menschen, die sich kein fauliges Säckchen ins Auto hängen können, weil sie kein Auto haben und die niemals Sprossen essen würden, solange noch ein essbares Tier 'rumläuft, ist deine Haltung schwer zu vermitteln.
Mir auch. Ich kümmere mich so oft und so gut es geht um meine Brüder und Schwestern in der Heimat und esse Fleisch, tu DU, was du nicht lassen kannst.
Sojawürste und Tofuburger sind Luxusgüter für Menschen, die sowieso alles haben.So einfach ist das.
Die Männer rauchen bei uns den lieben langen Tag Dagga („Gras“), in Zeitungspaiper. Das ist sehr ungesund. Wollen wir ihnen mal gemeinsam die Antiraucherkampagne nahebringen ?
Die Welt könnte ein besserer Ort sein, das ist wohl wahr. Wenn du meinst, durch Runkelrübenknabbern und Gänseblümchenessen deinen Beitrag dazu zu leisten, wohlan!
Ich wollte eine „Erste-Welt-Frage“ beantwortet haben und keine Lebensberatung.
Grüße
Olgu

3 „Gefällt mir“

Hey Nina,

lass dich nicht ärgern. Ihr fiel eben nichts mehr ein, so musste dann der Hummus herhalten. Ich (und mit Sicherheit auch einige andere) kannte das nicht und war froh über das Foto. Worüber hier schon wieder diskutiert wird, tz, nur weil jemand ein Foto hinzugefügt hat…

Gruß
Steffie