sorry aber das ist Quark
Hi Carlos
du unterscheidest drei Quellen, die in 1. Buch Mose
zusammengelegt wurden
Das hast du richtig gelesen, ja.
Es gibt keine älteren Quellen als die berühmten Qumran-Rollen
die maximal wenige Jahrzehnte vor Christi Geburt geschrieben
wurden.
In deiner Überschrift schreibst du „Fragen zum Verständnis“…
ist das deine Frage zum Verständnis?
Immerhin danke ich dir für den wertvollen Hinweis, daß die Thora (so nennt man auf hebräisch die Sammlung der Bücher Mosis), die in der der gesamten nachexilischen Geschichte und Literatur Israels (also mindestens ab ca. 500 v.Chr.) eine entscheidende Rolle gespielt hat, aus Texten besteht, die 500 Jahre später erst geschrieben wurden. Das ist wirklich neu, ja. Danke *ggg*
Oder könnte es vielleicht sein, daß in den Qumran-Höhlen schlicht unter anderem Abschriften klassischer und längst existierender und damals bereits seit Jahrhunderten tausendfach zitierter Texte gefunden wurden…? na?
Ich kenne keinerlei Beweise, die eine solche
Darstellung belegen würden.
Tja, was soll ich dazu sagen…? Bist du so fit in Fragen der Israel-Archäologie, AT-Forschung usw. daß du sagen kannst, wenn du sie nicht kennst, dann gibt es sie nicht?
Um nur mal ein Beispiel für den Anfang zu sagen, vielleicht hilft das: welche Texte des Pentateuch ließ denn im 3. Jhdt. v. Chr. Ptolemaios II in Alexandria im Auftrag der jüdischen Gemeinde ins Griechische übersetzen (die sog. Septuaginta)? Texte, die erst 250 Jahre später gedichtet wurden?
Ja, und, worin du wahrscheinlich fitter bist: die Schrift (d.h. die Thora, griechisch „nomos“, das Gesetz), über deren Auslegung und Bedeutung für die Juden einerseits und für die Christen andererseits in den Evangelien und z.B. bei Paulus so heftig gestritten wird, das sind Texte, die erst seit 30 Jahren existierten? Texte, die so fundamental für die Kultur, Politik und die Religion Israels waren?
Ein solcher Beweis wäre z.B. ein
getrennter Textteil, den man als Vorläufer vom ersten Kapitel
im Buch Moses betrschten könnte.
Vorläufer? getrennter Textteil? Wovon redest du? Falls du schlicht antike Originnalhandschriften meinst - nun ich persönlich hab keine Ahnung, welches die ältesten noch existierenden Papyri sind von Abschriften der jahwistischen etc. Texte… aber die ursprüngliche allererste Handschrift wirst du ja wohl hoffentlich nicht suchen, oder? Denn soetwas benötigt man keineswegs, um die ungefähre Entstehungszeit antiker Texte zu identifizieren. Da gibt es viel einfachere Methoden. Was glaubst du, wie man z.b. die Propheten Jesaia, Ezechiel, Jeremia etc auf wenige Jahrzehnte genau datieren kann? die Dialoge des Platon…etc…
Aber das war ja eigentlich nicht das Thema in diesem thread…
Viel erschreckender finde ich, daß am Beginn des 3. Jtsd immer noch Leute mit Inzestproblemen bei Adam und Eva rumphantasieren und allen Ernstes glauben, die Adams und Noahs usw. seien tatsächlich 900 Jahre alt geworden, und das auch noch begründen mit Gottesnähe oder so ähnlich… oups, was machen wir da mit akkadischen Königen, die um die 30000 Jahre alt geworden waren? wo die doch noch ein bißchen weiter von JHWH entfernt waren als die armseligen Gottlosen von heute, die es nur auf 70-90 schaffen? *lach*
Es ist wirklich ein Jammer, denn auf diesem Wege findet ihr keinen Zugang zu den sagenhaften und sinnvollen anthropologischen Bedeutungen, die in der Verfassung antiker Mythen tatsächlich zu finden sind. Aber die findet man erst, wenn man endlich aufhört, sie als historische, naturwissenschaftliche oder gar biologische Texte zu lesen. Denn DIESE Kriterien an Texte gab es überhaupt noch nicht, als die Mythen schriftlich gefaßt wurden, schlicht deshalb nicht, weil sich zu dieser Zeit kein Mensch für historische „Wahrheiten“ und naturwissenschaftliche interessierte…
Stammen diese Erkenntnisse etwa aus der höchstspekulativen
Textkritik? Ich befürchte es fast.
Weißt du denn, was das ist und wie das funktioniert???
Na dann hau mal ruhig blind drauf los. Haben sich ja erst einige zig Forschergenerationen die Köppe dran zerbrochen… das ist für dich sicher ein klacks…
Die meisten Forumsteilnehmer werden annehmen, dass es sich
dabei um fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse handelt.
„wissenschaftliche“ Erkenntnisse sind solche, die sich zigfach den Verfahren des Beweisens und des Widerlegens unterzogen haben, die ihre Methoden offengelegt haben und die sich jederzeit dem Versuch der Widerlegung stellen. Im Unterschied zu Phantasie-Ergüssen, die hier teils verbreitet werden. Es ist doch wirklich schade, daß ihr hier ein Forum habt, wo ihr zu vielen Gebieten tatsächlich Experten fragen könnt. Und diese setzen sich Tag und Nacht hin, um euch Antworten zu schreiben. Und ihr kommt dann einfach (bei reinen Wissensfragen!) mit persönlichen Phantasien und wißt alles besser. Denkt ihr auch mal dran, das es hier viele gibt, die wirklich wissensdurstig sind (und nicht nur besserwisserisch), und die sich daher mit überprüftem und prüfbarem Wissen (ja, das gibt es tatsächlich!)vollpumpen möchten? und zwar OHNE, daß hier gleich komplette Uni-Studiengänge im Nesquickformat abgehandelt werden?
Das wäre so, als würde man die Stringtheorie als eine
feststehende Tatsache darstellen.
Klasse, jetzt machen wir Elementarteilchenphysik im Religionsbrett… und der Vergleich ist sicher für viele enorm einleuchtend…
Für Besserwisser: eine physikalische Theorie stellt nie (!) eine Tatsache dar, sondern ist ein (mathematisches) in sich widerspruchsfreies Werkzeug, mit dem man (materielle) Tatsachen erklären und berechnen kann. Sie bewährt sich also an der widerspruchsfreien Erklärung empirischer Daten… und es gibt tatsächlich in diesem Sinne gut bewährte Theorien ebenso, wie es solche in der Archäologie und in der vergleichenden Religionswissenschaft gibt. Nebenbei, lieber Zeuge Jehovas, die Stringtheorie erklärt vorerst noch garnichts. Sie ist aber außerordentlich spannend - schön, daß du dich darin auskennst.
Grüße
M.G.