Frau Müller

Folgende Situation:
Es läuft eine Radiosendung mit Zuhörerbeteiligung. Der Moderator schaltet die Leitung frei und fragt, wen er am Telefon habe. In den meisten Fällen (bei weiblicher Zuhörerschaft)heisst die Antwort etwa "ja guten Tag, hier ist die Frau Müller (Meier, Schmidt…). Jetzt tönt das für mich als Schweizer ziemlich seltam, dass eine deutsche Frau sich mit „Frau“ vorstellt dafür den Vornamen weglässt. Einen Mann habe ich noch nie gehört, sich mit „Herr …“ vorzustellen. (was ich übrigens noch viel ulkiger fände)
Wie hört ihr das?
Gruss
polllop

Jetzt tönt das für mich als Schweizer ziemlich seltam, dass eine deutsche Frau sich mit „Frau“ vorstellt dafür den Vornamen weglässt. Einen Mann habe ich noch nie gehört, sich mit „Herr …“ vorzustellen.

(was ich übrigens noch viel ulkiger fände)

Wie hört ihr das?

Zunächst mal gar nicht, bester Pollop, da ich solche Sendungen nie höre. Und sollte ich an eine solche geraten, wird sofort weitergeschaltet.

Aber wenn ich auf deine Schilderung hin ein wenig spekuliere - was bei dem Thema einem Mann so gut tut wie einem Esel ein Spaziergang auf dem Eis, denn wie verstünde unsereiner, was in den Köpfen von Frauen, von deutschen Frauen zumal, und - den Klimax erreichend - von deutschen Hausfrauen vorgeht (und ich muss mich jetzt sehr zwingen, hier den Witz von den drei gänzlich unerforschlichen Dingen nicht zu erzählen) - , so kommt mir der Gedanke, dass diese Frauen meistens nicht ihren Mädchennamen nennen, sondern den des Ehemanns.
Und von dem aus betrachtet, sind sie eben die Frauen des Herrn Mayers, Müllers, Schmidts, oder kurz gesagt: Frau Mayer, Frau Müller, Frau Schmidt.

Solche eine Namensänderung hat wohl Folgen, so stelle ich mir das jedenfalls vor. Kommt es doch nicht selten vor, dass nach einer Scheidung die Frauen den Mädchennamen wieder annehmen.

Ist das bei Schweizer Frauen nicht so?

Und beste Grüße
Fritz

Seltsam… hallo Herr Pollok,

ich höre ziemlich häufig Radiosendungen (im Bad, beim Autofahren), aber das habe ich noch nie gehört, dass sich eine Frau mit Frau XY meldet. Ich höre immer nur den Vornamen (hallo, hier ist die Uschi) oder den Nachnamen (hallo, Müller), manchmal auch beides. Aber so gut wie nie mit „Frau“.
Welche Sendung hörst du denn da?

fragt interessiert
Frau Müller :wink:

Seltsam… hallo Herr Pollok,

ich höre ziemlich häufig Radiosendungen (im Bad, beim
Autofahren), aber das habe ich noch nie gehört, dass sich eine
Frau mit Frau XY meldet. Ich höre immer nur den Vornamen
(hallo, hier ist die Uschi) oder den Nachnamen (hallo,
Müller), manchmal auch beides. Aber so gut wie nie mit „Frau“.
Welche Sendung hörst du denn da?

Das hängt wohl in erster Linie vom Sender ab. Wer nur Radio „mit dem besten der 80er und 90 und den Superhits von heute“ hört, wird wohl viele Uschis und so erleben. In Sendern wie z. B. dem Deutschlandfunk hört man allerdings wesentlich häufiger Herr oder Frau X. Allerdings stellen sich die Moderatoren schon anders vor. Bei ersterem arbeiten die Moderatoren mit ihrem Vornamen oder haben gar Pseudonyme, bei letzterem wird immer der volle Name genannt. Und dann unterscheiden sich natürlich auch noch die Sendungen selbst. Ersteres gibt sich eben allgemein persönlicher, letzteres formaler.

Ich habe im übrigen prinzipiell nichts gegen Radiosender, die Hits der 80er, 90er und von heute spielen. Mich nervt nur die Eigenwerbung ungemein (zumal irgendwie alle Sender diesbezüglich dasselbe erzählen).

Bis denne
Schnoof

1 „Gefällt mir“

Hallo polllop
Das hängt, wie Schnof schon erwähnt, stark vom Sender, dem Niveau der sendung und dem angesprochenen Zuhörerkreis ab. Ich höre manchmal im Deutschlandfunk oder Bayern 2 Studiodiskussionen zu tages- oder gesellschaftspolitischen Themen bei denen Fachleute im Studio teilnehmen. Dort sagt man meist auf die Frage des Moderators wer denn am Telefon sei, egal welchen Geschlechts: " Guten Tag, mein Name ist XY". Manchmal mit, manchmal ohne Vorname. Oft gibt es den Zusatz: „Ich rufe aus ABC an“. Die Form mit ‚Frau‘ oder sogar ‚Herr‘ ist eher selten.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Zusatz: ‚Schröder‘, aber ‚Frau Merkel‘
Hallo,
diese Mode passt dazu: Im seriösen Funk (Deutschlandradio etc.) gibt es eine (ungeschriebene?) Regel, dass Frauen nicht nur beim Nachnamen genannt werden dürfen, Männer dagegen schon. Also:

  • Schröder sagte…
  • Frau Merkel sagte…
    Komische Regel; ob das etwas mit falsch verstandener Höflichkeit zu tun hat?

Gruß
André

  • Schröder sagte…
  • Frau Merkel sagte…
    Komische Regel; ob das etwas mit falsch verstandener Höflichkeit zu tun hat?

Oh nein, das ist die uns allen innewohnende Hochachtung der Frauen!

Gruß
Fritz

5 „Gefällt mir“

Hallo, Fritz,

so
kommt mir der Gedanke, dass diese Frauen meistens nicht ihren
Mädchennamen nennen, sondern den des Ehemanns.
Und von dem aus betrachtet, sind sie eben die Frauen des Herrn
Mayers, Müllers, Schmidts, oder kurz gesagt: Frau Mayer, Frau
Müller, Frau Schmidt.

…und was sagen unverheiratete Frauen? „Fräulein Müller“?

Mir ist die „Frau-Müller“-Variante übrigens von Haushalten bekannt, in denen es neben der Müllerin auch noch Müllerstöchter gibt (welche sich mit Vornamen + Müller melden).

Gruß
Kreszenz

1 „Gefällt mir“

Hallo,

diese Mode passt dazu: Im seriösen Funk (Deutschlandradio etc.) gibt
es eine (ungeschriebene?) Regel, dass Frauen nicht nur beim Nachnamen
genannt werden dürfen, Männer dagegen schon. Also:

  • Schröder sagte…
  • Frau Merkel sagte…
    Komische Regel; ob das etwas mit falsch verstandener Höflichkeit zu tun hat?

mir ist das auch aufgefallen, und zwar unangenehm. Ich halte das weniger für eine Mode als für ein Relikt, von dem sich andere Sender schon getrennt haben. Gerade zu einem als seriös gelten wollenden Sender passt das nämlich meines Erachtens gar nicht. Dass Schröder, Bush, Putin und Konsorten als Männer in der Politik tätig sind oder waren, gilt gewissermaßen als selbstverständlich. Wenn jedoch eine Frau in diese Domäne „vorstößt“, bekommt sie sofort ein Etikettchen angepappt, das besagt „Du bist eine Abweichung vom Regelfall, die gekennzeichnet werden muss“. Dass es in sehr vielen Fällen bekannt und in noch viel mehr Fällen für die Nachricht irrelevant ist, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, und dass es elegantere Wege gibt, das Geschlecht zu kennzeichnen, wurde hier offenbar nicht in Betracht gezogen. Ich finde diese Praxis nicht im Geringsten höflich oder respektvoll – im Gegenteil. Bisher habe ich leider immer wieder vergessen, eine Mail an die Redaktion zu schicken, um den Grund für diese Handhabung zu erfahren.

Gruß
Christopher

4 „Gefällt mir“

Hallo, Kreszens,

woher dieser Rückfall?

…und was sagen unverheiratete Frauen? „Fräulein Müller“?

Die Fräulein sind ausgestorben.

Gruß Fritz

2 „Gefällt mir“

Hallo, Kreszens,

Hallo, Frits :wink:.

Die Fräulein sind ausgestorben.

ohne Zweifel…

Aber nach deiner Ausführung

sind sie eben die Frauen des Herrn Mayers, Müllers, Schmidts, oder kurz gesagt: Frau Mayer, Frau Müller, Frau Schmidt.

melden sich entweder nur verheiratete Frauen mit „Frau“ (was ich für unwahrscheinlich halte) oder aber es müsste ein Pendant für Ledige geben - und da fiele mir nur das antiquierte „Fräulein“ ein.

Oder hab ich dich missverstanden?

Gruß
Kreszenz

Namenslogik
Hallo Fritz,

was bei dem Thema einem Mann so gut tut wie einem Esel ein
Spaziergang auf dem Eis,

das hast Du haarscharf erkannt!

kommt mir der Gedanke, dass diese Frauen meistens nicht ihren
Mädchennamen nennen, sondern den des Ehemanns.

Hier verläßt Dich allerdings die Logik. :frowning:
Allein schon deswegen, daß man/frau sich diesen Satz grammatisch auf der Zunge zergehen lassen kann:
" den des Ehemanns" —>also den Mädchennamen des Ehemanns? *g*

stellt sich weiter die Frage, warum eine Frau ihren Mädchennamen nennen soll, wenn dieser gar nicht mehr ihr aktueller (Nach-)Name ist?

Mädchenname und Vorname sind zwei Paar Stiefel, insoweit kann ich Deiner Argumentation nicht folgen.

Übrigens: „Mädchenname“ ist abgeschafft, es heißt schon seit geraumer Zeit ganz offiziell „Geburtsname“, weil in den Zeiten der männlichen (!) Gleichberechtigung auch die Jungs bei Heirat einen neuen Namen und somit einen alten „Mädchennamen“ haben könnten, wenn sie denn wöllten.

Gruß Gudrun

Hallo Kreszenz,

Mir ist die „Frau-Müller“-Variante übrigens von Haushalten
bekannt, in denen es neben der Müllerin auch noch
Müllerstöchter gibt (welche sich mit Vornamen + Müller
melden).

das finde ich eine gute Sitte, wenn Kinder sich mit Vor- und Nachnamen melden, die leider nicht mehr so häufig praktiziert wird. Als Anrufer weiß man dann gleich, wen man an der Strippe hat. Das umständliche Nachfragen, wenn man an dem ach so coolen „hallo“ oder „ja“ nicht gleich die Stimme erkennt, geht mir etwas „auf den Keks“.

Gruß Gudrun

1 „Gefällt mir“

Hallo, Gudrun!

Hier verläßt Dich allerdings die Logik. :frowning:

Es sieht für mich eher so aus, als suchtest du und habest gefunden, eine Stelle zum Harken.
:-{

Allein schon deswegen, daß man/frau sich diesen Satz
grammatisch auf der Zunge zergehen lassen kann:
" den des Ehemanns" —>also den Mädchennamen des
Ehemanns? *g*

Das Relativum kann sich sehr wohl nur auf den hinteren Teil des „Mädchennamens“ beziehen; und wer das gut- und nicht gudrunwillig liest, liest es auch so.

Fritz

3 „Gefällt mir“

Hallo, Kreszens,

Hallo, Frits :wink:.

Verzeih, da regt sich der Latein: vivens, crescens, florens!
Is fad die Ausred, i weiß! :wink:

sind sie eben die Frauen des Herrn Mayers, Müllers, Schmidts, oder kurz gesagt: Frau Mayer, Frau Müller, Frau Schmidt.

Da ich davon ausgehe, dass es Hausfrauen sind, die in solchen Sendungen anrufen, nahm ich an, dass die Frauen, die dort anrufen alle verheiratet sind.

melden sich entweder nur verheiratete Frauen mit „Frau“
(was ich für unwahrscheinlich halte)

So habe ich aber die Sachlage verstanden.

Sodass sich dieses Problem:

oder aber es müsste ein Pendant für Ledige geben - und da fiele mir nur das antiquierte „Fräulein“ ein.

gar nicht stellt.

Oder hab ich dich missverstanden?

Vielleich habe auch ich die Ausgan(g)sfrage missverstanden.

Gruß
Frits

1 „Gefällt mir“

Hallo Fritz,

Es sieht für mich eher so aus, als suchtest du und habest
gefunden, eine Stelle zum Harken.
:-{

ich suche nicht, ich sehe es, aber ich vergaß: Du darfst bei andern (->J~) pingelig sein, nur die andern dürfen nicht das gleiche bei Dir.

wer das gut- und nicht
gudrunwillig liest, liest es auch so.

Das gefällt mir, sehr sogar. :wink:

Gruß Gudrun

Ot ganz ot

ich suche nicht, ich sehe es, aber ich vergaß: Du darfst bei
andern (->J~) pingelig sein, nur die andern dürfen nicht
das gleiche bei Dir.

Frau Nachbarin, Eure Nase!

Gruß Fritz

5 „Gefällt mir“

Hallo,

  • Schröder sagte…
  • Frau Merkel sagte…

gerade heute morgen habe ich noch gehört (ZDF): „Merkel sagte…“ Was sie sagte, weiß ich nicht, weil mein Körper dann auf Notfallschlaf schaltete.

Gruß,
Christian

Hallo,

Wie hört ihr das?

ich hatte und habe einige Kolleginnen, die sich sogar am Telephon mit „Frau Müller“ melden (ersetze Müller durch den jeweils zutreffenden Namen), teilweise sogar mit „die Frau Müller“. So selten scheint das also nicht zu sein.

Gruß,
Christian

Ja, es ist natürlich schon so, dass ich diese Namensvorstellungen vorwiegend bei den (verzeiht mir den Ausdruck) Hausfrauensender höre. Bei Wunschkonzerten wird dann meistens Peter Alexander oder Udo Jürgens gewünscht. Jetzt stellt sich natürlich die Frage , warum ich mich auf diesen Frequenzen herumtummle…lassen wir dies einfach so im Raum stehen.

Gruss
polllop