Freunde finden

hallo wissende,

bei einer diskussion kam letztens die frage auf, wie man freunde findet.
alle kamen zur übereinstimmung, zwar zu wissen wann sie freunde gefunden haben, aber niemand definieren konnte, wie der prozess abläuft.
was geht im menschen denn vor, daß wir bestimmte menschen sympathischer finden als den rest.
sind das die gleichen mechanismen wie bei der partnersuche (geruch usw.)?
oder gibt es da andere erforschte wirkungsweisen?
treffen wir eine soziale auswahl oder wie funktioniert das?
sowohl wissenschaftliche erkenntnisse als auch lebenserfahrung wären interessant.

dankeschön schon jetzt.

strubbel
f:open_mouth:)

hi strubbel

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Unerreichter Klassiker.
Gruß Geris

Hallo strubbel ,

aufgrund der inneren Verfassung ( mental/psych) , zieht
man DIE an , die einem entsprechen . ( Reflexion )

So kannst Du die Umwelt als Spiegel Deines Selbst wahrnehmen .
Dann weißt Du auch , wie Zustände, die Dir nicht gefallen zu ändern sind. (;&gt:wink:

Gruß

Merkur

Hallo Strubbel,

ich habe gemerkt, dass viele meiner Freunde ähnliche Erlebnisse hatten wie ich, oder mit Lebensumständen kämpfen, die auch ich kenne. Da gibt es viele Gemeinsamkeiten. Gegensätze ziehen sich an, wird gesagt, für mich sind es aber noch viel mehr Gemeinsamkeiten und die teile ich mit Freunden.

Dass es so viele Gemeinsamkeiten bei mir mit Freunden gibt, wusste ich ja beim kennen lernen der Menschen nicht, aber es zog mich etwas zu denen, oder umgekehrt. Ich glaube übrigens daran, dass dieser Prozess vom Schicksal mitbestimmt ist. Die Freunde, die ich habe, musste ich finden, sie haben mir Antworten auf Fragen gegeben, sie waren „zufällig“ da.

Vielleicht gibt es da ähnliche oder andere Erfahrungen. Dies sind auf jeden Fall meine.

Liebe Grüße, Paruna

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hi

Dass es so viele Gemeinsamkeiten bei mir mit Freunden gibt,
wusste ich ja beim kennen lernen der Menschen nicht, aber es
zog mich etwas zu denen, oder umgekehrt. Ich glaube übrigens
daran, dass dieser Prozess vom Schicksal mitbestimmt ist. Die
Freunde, die ich habe, musste ich finden, sie haben mir
Antworten auf Fragen gegeben, sie waren „zufällig“ da.

ein glück, dass es schicksal gibt. ohne eine freundin von mir könnte ich mir mein leben gar nicht mehr vorstellen, so sehr hänge ich an ihr. keine ahnung wie ich heute so denken würde und mich verhalten würde, aber ich wär nie so ausgeglichen und glücklich. dabei hat sie einige eigenschaften, die mir missfallen oder mit denen ich net konform gehn kann: sie raucht, sie ist oft lustlos, sie ist relativ faul, sie hat kaum selbstvertrauen, sie gibt schnell auf. was hat mich denn intuitiv bewogen mich mit ihr anzufreunden?

und noch eine frage zu merkur: du hast geschrieben, freunde wären der spiegel deiner selbst und damit wüsstest du wie du missliche zustände ändern kannst. kannst du mir das mal annem konkreten beispiel erklären? ich versteh zwar den spiegel, aber nicht wie mir das lösungen zeigen soll.

gruß
yvi

Spiegelbilder
Hallo Yvi,

und noch eine frage zu merkur: du hast geschrieben, freunde wären der spiegel deiner selbst und damit wüsstest du wie du missliche zustände ändern kannst. kannst du mir das mal annem konkreten beispiel erklären? ich versteh zwar den spiegel, aber nicht wie mir das lösungen zeigen soll.

ich will es man an einem von mir selbst erfahrenen Beispiel erklären.
Ich war als Kind extrem kontaktscheu. Meine ersten Freundinnen waren gerade das Gegenteil. So lernte ich, mit Hilfe meiner Freundinnen, ohne das es uns selbst bewußt wurde, mehr aus mir herauszugehen. Ich habe es erst viel später herausgefunden, als ich mich für die psychlogische Seite interessierte. Was meine Freundinnen von mir lernten, weiß ich allerdings nicht.

Viele Gruüße
Monika

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Hallo Yvi,

Was Dir im Außen nicht gefällt , das mußt Du im Innen ändern.

Das heißt , dass Du das auch im Innern hast , denn das Außen ist nur der Spiegel.
Das heißt : Denk- und Handlungsweise ändern, dann verändert sich das Außen auch.

Was innen lebt, auch außen ist,
das Außen ist der Spiegel.
Du kannst erkennen, wer Du bist,
zerbrich des Schicksals Siegel !!

Gruß

Merkur

2 „Gefällt mir“

Hallo,

bei einer diskussion kam letztens die frage auf, wie man
freunde findet.

Wie?

alle kamen zur übereinstimmung, zwar zu wissen wann sie
freunde gefunden haben, aber niemand definieren konnte, wie
der prozess abläuft.

Ist doch ganz einfach, alle die noch da sind nachdem oder während es dir wirklich schlecht ging/geht - das sind Freunde. Bei allen anderen weiss ich nicht ob man das von Freund sprechen kann.

was geht im menschen denn vor, daß wir bestimmte menschen
sympathischer finden als den rest.

Keine Ahnung, ich nehme mal an das es etwas mit der ähnlichkeit der Ansichten zu tun hat, man muss ja auch erstmal ins Gespräch kommen und wenn du nur dastehst und überlegst „was sag ich als nächstes“, wirds wohl eher nichts mit Freundschaft. Man muss einfach auf der gleichen Wellenlänge schwimmen denk ich.

Wenn jemand den Nicknamen „gekämmt und gestriegelt“ hätte, wäre sie mir sicher nicht sofort sympathisch :wink:

Gruss jan

Hallo strubbel,

in der Psychologie wurde dieses Thema natürlich auch schon untersucht. Verschiedene Zugangsweisen sind möglich, z.B. biopsychologisch oder sozialpsychologisch. Falls Dich ein paar Faktoren interessieren sollten, die zu dem beitragen, was wir Psychologen mit „Affiliationserhöhung“ bezeichnen, dann frag ruhig. Wegen PISA und Lehre bin ich allerdings morgen zeitlich eingespannt.

Grüße,

Oliver

Hallo,

am einfachsten ist es, eine Katze, einen Hund oder überhaupt Haustiere als Freunde gewinnen zu können, weil in so einer Freundschaft keine allzu großen Erwartungen gestellt werden - weder vom Tier, noch vom Menschen.

Gruß Rüdiger

Hallo Monika,

Ich war als Kind extrem kontaktscheu. Meine ersten Freundinnen
waren gerade das Gegenteil. So lernte ich, mit Hilfe meiner
Freundinnen, ohne das es uns selbst bewußt wurde, mehr aus mir
herauszugehen. Ich habe es erst viel später herausgefunden,
als ich mich für die psychlogische Seite interessierte. Was
meine Freundinnen von mir lernten, weiß ich allerdings nicht.

mal angenommen, die Freundschaft besteht nocht, und du akzeptierst irgendwann deine Kontaktscheue, und außerdem geht dir die „Anmachereien“ deiner Freundin ziemlich auf den Wecker, meinst du, dass die Freundschaft noch besteht?
Ich glaube es nicht, wenn die Beziehung eben nur auf dieser Gegensätzlichkeit basierte.
Wenn Freundschaften über viele Jahre anhalten, dann war da mehr Verbundenheit, als Bewunderung und Bewundert werden.

viele Grüße
claren

Huhu!

am einfachsten ist es, eine Katze, einen Hund oder überhaupt
Haustiere als Freunde gewinnen zu können, […]

Das gilt aber nur für „Einzelmenschkatzen“, oder wie immer man das nennen will … unsere WG-Katze ist eindeutig die Katze meiner Mitbewohnerin, dann komme ich, und dann unser dritter Wohni.

(Wir haben uns die Katze damals zu dritt angeschaft, wenn wir da auch noch eine andere Konstelation hatten. Ist also eine waschechte WG-Katze)

Und es war damals verdammt schwierig dieser Katze ein bischen Vertrauen beizubringen … besonders weil er unser Erstkater war, und ein Wildfang.

Inzwischen haben wir gemeinsam gelernt :wink:

Grüßlis!
Scrabz.

Hallo Strubbel

sind das die gleichen mechanismen wie bei der partnersuche
(geruch usw.)?

Ganz unähnlich sind sie jedenfalls nicht, möchte ich behaupten. Nur nicht ganz so stark von „irratiinalen“ Faktoren wie Geruch, Sexy-finden usw., abhängig wie bei der Partnerwahl. Quantitativ spielt sicherlich mehr Ratio hinein und die unvermeidlich hier aufzuführenden „gemeinsamen Interessen“ bzw. die „gemeinsame Denke“.
Wo sich Liebespaare noch an vielen Gegensätzen bereichern können (Gegensätze ziehen sich bekanntlich an), darf es wohl bei Freundschaften nicht allzu gegensätzlicz werden, denke ich.
Gruß, Branden

Hallo Branden ,

Gemeinsamkeiten bilden die Basis,
Gegensätze die Faszination !

Ideal – Vorhandensein von BEIDEM .

Gruß

Merkur

hi geris,

ich wollte eher was über psychologische prinzipien erfahren.
wie verlieben passiert, weiß ich ja: dopamin, vasopressin usw.
bis jetzt hatten mir alle auf die frage geantwortet:
„äh, is einfach so passiert, keine ahnung, war einfach sympathisch…“

strubbel
R:open_mouth:)

hallo oliver,

das wäre sicherlich interessant und auch noch nach ein paar tagen wissenswert.

strubbel
W:open_mouth:)

Hallo,

in einer WG ist es schwierig, eine Katze einzugewöhnen, das glaube ich, aber schön, daß es doch noch geklappt hat.

Gruß Rüdiger

Huhu!

in einer WG ist es schwierig, eine Katze einzugewöhnen, das
glaube ich, aber schön, daß es doch noch geklappt hat.

Naja, so schwierig war es gar nicht … aber der Kater hat halt seine eindeutigen Präferenzen.

Meine Wohni ist halt sein Freund, ich bin einer von seinen Bekannten (er kommt zu mir, wenn niemand anderes da ist:smile:), und der dritte in unserem Bunde wird von dem Kater nur ganz selten mal beäugt.

Ich glaube, wenn man alleine mit einer Katze zusammenwohnt, ist sie gezwungen sich mit einem anzufreunden … in einer WG hat sie die Wahl.

Grüßlis!
Scrabz.

Hallo strubbel,

jetzt zu Faktoren, welche die Entwicklung von Freundschaften fördern. Der erste, den ich nennen möchte, klingt ziemlich banal, seine Bedeutung wird aber leicht erkennbar, wenn man ein wenig über ihn nachdenkt:

physische Nähe

Die Gegenwart von Personen erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß Freundschaften entstehen.

„Wir mögen die, mit denen wir zusammen sind.“

Gründe:

  • „mere exposure effect“: Unbeabsichtigte Kontakte sind häufiger (vgl. Saegert, Swap & Zajonc, 1973; Yinon, Goldenberg & Neeman, 1977).
  • Beabsichtigte Kontakte sind leichter möglich (vgl. Festinger, Schachter & Back, 1950).
  • Regelmäßiges Zusammensein erleichtert das Entdecken von Gemeinsamkeiten (z.B. bei Freizeitinteressen, vgl. Athanasiou & Yoshioku, 1973).

Der Effekt physischer Nähe wird allerdings durch die Ähnlichkeit der Personen moderiert: Häufiger Kontakt erhöht die Anziehung zwischen Menschen, wenn sich die Person ähnlich sind, erniedrigt sie allerdings, wenn sie sich unähnlich sind oder wenn ihnen unangenehme Verhaltensweisen auftreten. Das letztere weist u.a. auf die Bedeutung hin, die soziale Normen für die Entwicklung von Freundschaften haben. Unterschiedliche soziale Normen erschweren eher ihre Entwicklung, gemeinsame erleichtern sie eher.

Ähnlichkeit

Ein zweiter wichtiger Faktor ist Ähnlichkeit zwischen den Personen bzgl. einer Reihe von Variablen: Ethnie, Geschlecht, Familienstand, Persönlichkeit, Intelligenz (vgl. Hays, 1988) oder auch im Freizeitverhalten (vgl. Werner & Parmalee, 1979). Eine besondere Bedeutung scheint die Ähnlichkeit von Einstellungen zu haben. Je ähnlicher sich die Einstellungen von Personen sind, desto größer ist die Anziehung zwischen ihnen, und je größer die Unterschiede in den Einstellungen, desto geringer ist die zwischenmenschliche Anziehung. Der Effekt von Einstellungsähnlichkeit und -unähnlichkeit ist umso größer, je wichtiger die Einstellungen den Personen sind, in denen sie sich ähnlich oder unähnlich sind (Byrne, 1971). Gründe für die Bedeutsamkeit von ähnlichen Einstellungen sind:

  • Menschen mit ähnlichen Einstellungen rufen in uns mehr positive Gefühle hervor als Menschen mit unähnlichen Einstellungen,
  • Menschen mit ähnlichen Einstellungen liefern uns mehr soziale Vergleichsinformationen als Menschen, deren Einstellungen uns sehr unähnlich sind (vgl. Theorie des Sozialen Vergleichens).

Normative Verhaltensweisen

Freundschaften werden dadurch aufrechterhalten, daß

  • man sich gegenseitig hilft, wenn Hilfe benötigt wird (vgl. auch reziproker Altruismus; Trivers, 1971),
  • die Privatsphäre des anderen respektiert wird,
  • Vertraulichkeit eingehalten wird,
  • man sich vertraut und sich anvertraut,
  • den anderen in der Öffentlichkeit nicht kritisiert,
  • für den anderen einsteht, auch wenn er nicht da ist.

Diese Verhaltensweisen scheinen Normen der Freundschaft zu bilden, da Freundschaften häufiger beendet werden, wenn sie nicht eingehalten werden.

Außerdem scheinen Freundschaften ihre Bedeutung für Menschen über das Alter hinweg zu ändern. In der Adoleszenz haben sie eine verstärkte Funktion zur Identitätsentwicklung, die später wieder abnimmt.

Grüße,

Oliver

3 „Gefällt mir“

hallo oliver,

toll! vielen dank dafür!
bezüglich der ähnlichkeit: trifft dort die gleich verhaltensweise wie beispielsweise bei der verabeitung von informationen zu?
ich filtere mir die informationen vorrangig heraus, die mein weltbild bestätigen statt es zu verändern?
oder meine getroffenen entscheidungen bestätigen?
ich las letztens einen artikel über börsenpsychologie, indem das beschrieben wurde. das wurde so ähnlich wie vermeidung kognitiver dissonanzen benannt.
dann wüsste ich, was w-w-w auch so wertvoll für mich macht: die unterschiedlichkeit der meinungen und menschen, die ich so im leben evtl. gar nicht näher kennenlernen würde, da ich unbewusst nach ähnlichkeiten filtere.

strubbel
ä:open_mouth:)