Hallo,
aus welchem Satz der Frage liest du eigentlich, dass das
gewünschte Spiel keinerlei Gewalt beinhalten darf?
aus der Überschrift!
Da steht „friedlich“ - nicht etwa „ein bisschen
friedlich“ - oder so.
kennst du das Wort „Auslegung“? Ich lege die Überschrift so aus, dass da jemand in möglichst wenigen Worten (weils eben nur die Überschrift ist) zusammenfassen wollte, dass es ein Spiel sein woll, in dem man nicht exzessiv Gewalt verherrlicht, rumlaufende Blutkonserven abschießt oder sich einen Spaß daran macht, irgendwelchen Tieren was anzutun. Das bedeutet nicht, dass unbedingt ein Spiel verlangt wird, in dem absolut keine Gewalt enthalten ist. Man hat es schon mehrfach gesagt: Die Grenze zwischen friedlich und unfriedlich, um mal deine Lieblingsworte zu benutzen, fließt. Ich würde jetzt nicht so weit gehen, Tetris und Solitär als gewalttätig zu bezeichnen, aber hier kann Wut oder Friedseligkeit genauso das Resultat des Spielens sein wie bei der neuesten Zombiehatz.
Es hat mich - ehrlich gesagt - sehr verwundert, dass man einem
12jährigen, der gerne Adventures spielt, unbedingt (relativ)
„unfriedliche“ Computerspiele aufs Auge drücken will.
Ich weiß, man soll sowas nicht fragen, aber: Wie alt bist du? Selbst wenn man davon ausgeht, dass du WWW beigetreten bist, als du gerade so schreiben konntest (also nach der zweiten Klasse, mit acht Jahren), wärst du heute bereits 16 Jahre alt und damit wesentlich älter als derjenige, der hier mit einem Spiel beglückt werden soll. Dazu kommt noch, dass vier Jahre für die allermeisten Computerspiele eine Ewigkeit sind.
Es gibt zwar sicherlich auch Zwölfjährige Jungen, die Spiele wie Myst und Syberia mögen, aber rein statistisch gesehen ist es viel wahrscheinlicher, dass hier mit „Adventure“ NICHT sowas gemeint ist, sondern etwas Rollenspiel- oder Actionlastigeres.
Irgendjemand hat die Wikipedia als Quelle benutzt, das tue ich auch: „Grundsätzlich ist das Genre der Adventures schwer durch eine Definition einzugrenzen: auch unter Fans ist bei vielen Spielen umstritten, ob es ein Adventure ist oder nicht. In einigen Fällen wird der Begriff allgemeiner verwendet, sodass auch verwandte Genres wie Action-Adventures, Rollenspiele oder Multi User Dungeons […] damit gemeint sein können.“
Laut dieser Beschreibung wären also neben Myst auch Tomb Raider, Baldurs Gate, Gothic und ähnliche dem groben Genre der Adventures zugehörig.
Sind Adventures denn „unmännlich“?
Nein, aber Gewalt auch nicht, im Gegenteil.
Ich verstehe auch deine extrem pazifistische Haltung nicht so ganz. Oliver_P_0076 (mit schätzungsweise 30 Jahren ist er dazu zweifellos in der Lage) kann sicher selbst am besten entscheiden (notfalls, indem er einfach ein paar Demos testet, was ich ihm hiermit anraten möchte, anstatt sich von übertriebenen Beschreibungen blenden zu lassen, die teilweise selbst auch wieder auf gewaltinteressiertes Publikum abzielen und daher sicher nicht immer neutral sind), was wie gemeint war und wie viel Gewalt vertretbar ist. Ich selbst würde auch nichts spielen, was Töten oder Blutvergießen zum Hauptinhalt hat. Ein „bisschen“ (wie viel das ist, ist subjektiv) ist aber sicher nicht schädlich. Zwölfjährige können in der Regel zwischen Realität und Spiel unterscheiden und dass „Killerspiele“ entwicklungsschädigend sind, hat auch noch niemand beweisen können.
Lass doch einfach die Spielenden ein paar Spiele vorschlagen, die ihrer Meinung nach einem Jungen in dem Alter gefallen könnten und dann den zukünftigen Käufer entscheiden.
Falls er nach dieser Diskussion hier nicht doch zu einem Experimentierkasten greift…
mfg
MB