Hallo Jana!
Aber doch nicht unter der Maßgabe, dass Du wirklich glaubst,
hier würde sich etwas an dem Wahlergebnis ändern? Oder?
Wäre heute Wahl, würde die Union ca. 45 -48 % bekommen, die
SPD ca. 25-30%.
Aber es ist heute nicht Wahl. Und es wird in den nächsten
Jahren auch mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit keine neue
Wahl geben. So ist das nun einmal. Punkt.
Das ist Interpretationssache. Es gab in der Geschichte der BRD nicht nur eine Nauwahl.
Durch den Streik heute hat die SPD wieder 5-8% in Bayern verloren.
Ach, wenn das so einfach gewesen wäre… Vor allem hat auch
Stoiber äußerst schlecht ausgesehen in seiner Argumentation
zur Irak-Frage etc. Da gibt es sicherlich sehr viele Gründe,
weshalb die Wahl so ausgegangen ist, wie sie ausgegangen ist.
Mein Wunschergebnis ist es ja auch nicht. Aber wenn hier
endlich einmal der Tatbestand als solcher akzeptiert werden
würde, wie es sich für einen ehrlichen Demokraten auch gehören
täte, dann könnte endlich damit begonnen werden, anstatt über
die Farbe des Kanzlers’ Schlips über wichtige politische
Themen zu diskutieren.
Das wird getan, der Wahlbetrug und v.a. die Folgen davon sind
die wichtigen Themen: Steuererhöhungen, Explosion der
Arbeitslosigkeit, Untätigkeit angesichts der Pleiten des
Renten- und Krankenversicherungssystems u.s.w.
Eine „Explosion“ der Arbeitslosigkeit sehe ich nicht.
Das ist mir bewusst. An den Fakten ändert das jedoch nichts.
Unser
Land hat momentan wieder (leider) den Stand erreicht, den es
zuletzt unter der CDU-Regierung hatte. Zwei Jahre lang lief es
auch wirklich gut mit der Senkung der Arbeitslosigkeit - aber
ich bin kein Experte auf diesem Gebiet und habe Probleme, hier
Zusammenhänge zu erkennen bzw. zu unterscheiden, wo das
Problem nationaler oder aber auch globaler Art sein könnte.
Das ist einfach. Generell wird einfach der internationale Wettbewerb härter, denn die durch moderne Kommunikation und Verkehrswege heute deutlich breiteren Möglichkeiten der Standortwahl für Unternehmen i.V.m. einigen Zusammenschlüssen großer Unternehmen zu international agierenden Mammutkonzernen (landläufig „Globalisierung“ genannt) führt dazu, dass den einzelnen Standorten durch den so entstandenen Standortwettbewerb gehöriger Wind von vorne entgegenbläst.
Reagiert man nun nicht durch standortoptimierende Massnahmen, sondern versucht im gegenteil, durch Erpressung verschiedener Gruppen den alten, untragbaren Zustand zu konservieren, verschlechtern sich einige Standortfaktoren noch und die Firmen gehen halt. Ist ja nun deutlich leichter, wie gesagt.
Das ist reine, trockene BWL, die am grünen Tisch gemacht wird. Es wird anhand von kennzahlen entschieden. Und wenn die Kennzahlen Deutschlands von der Industrie als schlecht eingestuft werden, haut sie ab. Es ist daher an der Regierung, hier einzulenken.
Um dem nächsten zu erwartenden Argument vorzugreifen: klar ist dies in gewisser Weise Erpressung der Politik durch die Wirtschaft. Aber wer am längeren Hebel sitzt, aknn das eben so machen. Und als Nebeneffekt können ja Wohlstand und Arbeitsplätze dabei herauskommen, was ja auch so schlecht nicht ist, wie ich meine.
Was ich hier immer wieder versuche, auszudrücken, ist, dass es gar nicht mehr darum geht, ob man das gut findet, oder nicht. Das passiert einfach und man stellt sich entweder darauf ein, oder man verliert. Fertig.
Eine Untätigkeit in Renten- als auch Krankensystem sehe ich
absolut nicht. Das bedeutet nicht, dass mich die
Reformbemühungen der Regierung zufriedenstellen würden. Aber
gerade in diesen beiden Gebieten ist wirklich sehr viel getan
worden.
Hier wurde nicht mehr und nciht weniger getan, als das von Waigel bekannte herumdocktern an Symptomen.
Wer allerdings glaubt, dass Reformen vor allem
Positives bringen, der hat das Wort nicht verstanden. Nur auf
lange Sicht und langsam kann hier Besserung eintreten.
Da gehe ich mit…
Das Einzige an Deiner Kritik, was ich akzeptiere, ist die
Sache mit den Steuererhöhungen…
Na wenigstens etwas…
Andererseits ist der Kanzler kein König oder Kaiser, sondern
an die Vorgaben seiner Partei gebunden. Da läuft ganz
offensichtlich zurzeit sehr vieles durcheinander. Ich schließe
nicht aus, dass dem Kanzler einiges aus dem Ruder gelaufen
ist, was er sich ganz anders vorgestellt hatte.
…und genau das darf nicht passieren. Er ist Kanzler und kein Unterabteilungsleiter bei Siemens.
Das wäre doch mal was. Aber in einem
Land, in dem sich das Gros seine Informationen aus der
BILD-Zeitung holt, darf man sich wohl langsam über gar nichts
mehr wundern. Das finde ich ziemlich schade.
Das ist alles im Wahlergebnis wiedergespiegelt.
Das hat sich in jedem Wahlergebnis widergespiegelt. BILD
gibt’s ja nicht erst seit fünf Jahren…
Das kommt darauf an, ob es evtl. ein erfolgreiches
Misstrauensvotum gibt, sich die Grünen evtl. aus der Koalition
zurückziehen u.ä.
s. o.
Hätte - Wäre - Wenn - Würde
Das gebe ich zu.
Warten wir es einfach ab.
Jap…
Okay, das lass’ ich jetzt mal so stehen.
Ich sicherlich nicht. Mich als nicht auf dem Boden der
Demokratie stehend zu bezeichnen kann ich nicht akzeptieren.
Wenn Du Dinge wie die Verfassung unter einen völlig imaginären
und gar nicht greifbaren (vor allem unbelegbaren) „Ruf
Deutschlands“ stellst, dann musst Du Dich jetzt aber auch
nicht wundern, wenn sich mir dieser Eindruck förmlich
aufgezwungen hat. Ich meine: Sag bescheid, wenn das ein
irriger Eindruck war, dann wäre das für mich akzeptabler…
Ha-ha-ha… jetzt werde sogar ich sarkastisch. Was bitte ist
bei der Formulierung, Herr Friedman „mit seiner intoleranten,
gehässigen Art“ sei mitverantwortlich für den Zulauf zum
Antisemitismus in Deutschland bitteschön eine Kritik an
Kriegsverbrechen? Damit fing nämlich alles an…
Nein, es geht darum, wie Herr Möllemann zu dieser Aussage kam.
Und das war nichts anderes als die Diskussion um Israels
Genozid an den Palästinensern.
Das frage ich mich auch oft: Wie kam Herr Möllemann nur zu
dieser Aussage? Vielleicht ist er ja auf einem Auge blind
durch seine starken wirtschaftlichen Aktivitäten im arabischen
Raum?
Das spielt sicherlich ebenfalls ein Rolle.
Und das ist nun einmal gefährlich. In einer Krise statt
Friedensmission Anprangerung zu praktizieren, schafft nur mehr
Unruhe. Unnötig und politisch unreif.
Richtig, nur muss ich dies zunächst Friedmann und Spiegel vorwerfen.
Grüße,
Mathias