Friedwälder

Gestern Abend sah ich im SWR3 einen Beitrag über „Friedwälder“.

Das ist eine neue, in der Schweiz erfundene Art der Beerdigung. Statt auf einem Friedhof mit Grabstelle, Grabstein und Bepflanzung wird eine biologisch völlig abbaubare Urne mit der Asche in einem eigens dafür abgesteckten Stück Wald – eben einem „Friedwald“ – unter einem Baum vergraben und als einziges Zeichen ein kleines Schildchen, das ein Symbol, aber keinen Namen enthält, angebracht.

Bei Isny soll der erste Friedwald in Ba-Wü eingerichtet werden. Die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche dort stellten sich vehement gegen diese Möglichkeit.

Es sei zutiefst „unchristlich“! (ho!)

Und es sei „gegen die Menschenwürde“! (hoho!)

Es war auch von „gegen alle Tradition“, „ menschenunwürdige Anonymität“, “Verzicht auf Gemeinschaft“, „Scheu der Hinterbliebenen vor der Last der Grabpflege" die Rede.

Was denkt ihr über diese Anmaßungen der Amtskirchen? Die z. B. Kleinkinder tauft, ohne sie zu fragen. Und nun auch noch das „Beerdigungsmonopol“ im Namen der Kommunen beansprucht.

Es gab Zeiten, da wurde man nachträglich – bei den Katholen – exkommuniziert, wenn man sich einäschern ließ.

Gruß Fritz

Gestern Abend sah ich im SWR3 einen Beitrag über
„Friedwälder“.

Hallo, Fritz,
auch bei uns in NRW ist die Schlacht um die letzte Bleibe aufs heftigste entbrannt. Da haben Ober-Reichsbedenkenträger, Pfründebewahrer und von allem Beerdigungsunternehmen und vor allem die Kirchen aber ganz schnell ihre Battaillone in Stellung gebracht.
Näheres findet sich auf http://www.postmortal.de/Recht/Bestattungsrecht-BRD/…
Wärs nicht so ernst, man könnte es lächerlich finden!
Gruß
Eckard.

Hallo,
war das nicht Friedrich der Große mit ‚jeder soll nach seiner eigenen Facon glücklich werden‘?
Was kümmerts Dich denn überhaupt, was irgendwelche Kirchenvertreter dazu sagen? Sind sie Deine Moral-/Ethikschiedsstellen? Wo ist das Problem? Hast Du Angst, exkommuniziert zu werden, weil Du Dich da bestatten lassen willst?
Also, entweder Du gehörst zu einer dieser Kirchen, dann mußt Du Dich auch an deren Sitten und Gebräuche halten. Oder Du versuchst, die ‚Offiziellen‘ umzustimmen. oder Du trittst aus. Oder Du kümmerst Dich einfach nicht drum. Oder Du gehörst eh’ nicht dazu, dann lass’ es Dir auch wurscht sein.

Es sei zutiefst „unchristlich“! (ho!)

Könnte man durchaus drauf kommen. Ist in der christlichen Tradition schließlich noch nicht so oft praktiziert worden. Und Tradition ist in einer Kirche wichtig.

Und es sei „gegen die Menschenwürde“! (hoho!)

Naja, irgendwelche Argumente muß man ja bringen. Und seien sie noch so an den Haaren herbeigezogen.

Es war auch von „gegen alle Tradition“, „
menschenunwürdige Anonymität“, “Verzicht auf
Gemeinschaft“, „Scheu der Hinterbliebenen vor der
Last der Grabpflege" die Rede.

S.o.

Was denkt ihr über diese Anmaßungen der Amtskirchen? Die z. B.
Kleinkinder tauft, ohne sie zu fragen.

Die Eltern werden gefragt. Und die sind Vertreter des Kindes, bis dieses selbst entscheiden kann. Dauert in der Kirche bis zur Kommunion/Konfirmation. Diese Vormundschaft ist also weit früher beendet als die staatlich angeordnete. Z.B. dürfen Eltern ihre Kinder bis 18 in geschäftlichen Dingen vertreten. Und das kann genauso große Auswirkungen haben. Wo siehst Du das Problem?

Und nun auch noch das
„Beerdigungsmonopol“ im Namen der Kommunen beansprucht.

Beanspruchen kann man viel. Merke: wer sich nie muckt und stets nur duckt, der wird zerdruckt.

Es gab Zeiten, da wurde man nachträglich – bei den
Katholen – exkommuniziert, wenn man sich einäschern
ließ.

Stimmt. Es gab mal Zeiten. Jetzt nicht mehr. Tempora mutant. Kirchen auch.

Laß sie doch alle machen. Schiffe, die vorüberziehen…

Axel

Hallo, Axel,

so leicht wie du das hier darstellst:

Oder Du gehörst eh’ nicht dazu, dann lass’ es Dir auch wurscht sein.
Laß sie doch alle machen. Schiffe, die vorüberziehen…

ist das nicht, so lange der Einfluss der Kirchen die Änderung der Bestattungsordnung, die Landesgesetz sind, verhindert. Und damit auch die Einrichtung von „Friedwäldern“. So wie jetzt in Ba-Wü, in Bayern und, wenn ich richtig sehe, auch in NRW => Eckard.

Fritz

Hallo Fritz,

Das ist eine neue, in der Schweiz erfundene Art der
Beerdigung.

erfunden ist wohl etwas übertrieben, wiederentdeckt kommt der Sache wohl näher.

Bei Isny soll der erste Friedwald in Ba-Wü eingerichtet
werden. Die Vertreter der katholischen und evangelischen
Kirche dort stellten sich vehement gegen diese Möglichkeit.

Was zu erwarten war - oder ?!

Es sei zutiefst „unchristlich“! (ho!)

Was zu erwarten war - oder ?!

Und es sei „gegen die Menschenwürde“! (hoho!)

Was zu erwarten war - oder ?!

Es war auch von „gegen alle Tradition“, „

Was zu erwarten war - oder ?!

menschenunwürdige Anonymität“, “Verzicht auf
Gemeinschaft“, „Scheu der Hinterbliebenen vor der
Last der Grabpflege" die Rede.

Was zu erwarten war - oder ?!

Was denkt ihr über diese Anmaßungen der Amtskirchen? Die z. B.
Kleinkinder tauft, ohne sie zu fragen. Und nun auch noch das
„Beerdigungsmonopol“ im Namen der Kommunen beansprucht.

Was zu erwarten war - oder ?!
ähm was soll ich davon halten - nichts!

Es gab Zeiten, da wurde man nachträglich – bei den
Katholen – exkommuniziert, wenn man sich einäschern
ließ.

Was zu erwarten war - oder ?!

In den Niederlanden gibt es übrigens seit einiger Zeit die Möglichkeit, seine die Asche auf einem ausgewiesenen Feld ausstreuen zu lassen. In bestimmten Fällen kann die Familie die Asche sogar an selber ausgesuchten Plätzen verstreuen.
Meine Frau und ich haben gegenseitig verfügt, daß unsere Asche demnächst so verstreut wird und haben sogar schon Plätze dafür ausgesucht.
Mit Grauen erinnere ich mich an die Sonntagnachmittage an denen mein Vater ns zum Grab der Urgroßmutter mitschleppte und andere Kinder spielen durften. Ich kannte die Frau nicht und dieses Ritual hat sie mir wahrlich nicht vertrauter gemacht.
Die Gräber meiner Großeltern hab ich nie besucht, trag ihr Andenken aber stets im Herzen, weil ich sie alle vier aus tiefer Seele geliebt habe. Einen ursächlichen Zusamenhang zwischen Grabbesuch und Erinnerung kann ich nicht finden.

Gandalf

Hallo,
war das nicht Friedrich der Große mit ‚jeder soll nach seiner
eigenen Facon glücklich werden‘?
Was kümmerts Dich denn überhaupt, was irgendwelche
Kirchenvertreter dazu sagen? Sind sie Deine
Moral-/Ethikschiedsstellen? Wo ist das Problem? Hast Du Angst,
exkommuniziert zu werden, weil Du Dich da bestatten lassen
willst?
Also, entweder Du gehörst zu einer dieser Kirchen, dann mußt
Du Dich auch an deren Sitten und Gebräuche halten. Oder Du
versuchst, die ‚Offiziellen‘ umzustimmen. oder Du trittst aus.
Oder Du kümmerst Dich einfach nicht drum. Oder Du gehörst eh’
nicht dazu, dann lass’ es Dir auch wurscht sein.

Es sei zutiefst „unchristlich“! (ho!)

Könnte man durchaus drauf kommen. Ist in der christlichen
Tradition schließlich noch nicht so oft praktiziert worden.
Und Tradition ist in einer Kirche wichtig.

Und es sei „gegen die Menschenwürde“! (hoho!)

Naja, irgendwelche Argumente muß man ja bringen. Und seien sie
noch so an den Haaren herbeigezogen.

Es war auch von „gegen alle Tradition“, „
menschenunwürdige Anonymität“, “Verzicht auf
Gemeinschaft“, „Scheu der Hinterbliebenen vor der
Last der Grabpflege" die Rede.

S.o.

Was denkt ihr über diese Anmaßungen der Amtskirchen? Die z. B.
Kleinkinder tauft, ohne sie zu fragen.

Die Eltern werden gefragt. Und die sind Vertreter des Kindes,
bis dieses selbst entscheiden kann. Dauert in der Kirche bis
zur Kommunion/Konfirmation. Diese Vormundschaft ist also weit
früher beendet als die staatlich angeordnete. Z.B. dürfen
Eltern ihre Kinder bis 18 in geschäftlichen Dingen vertreten.
Und das kann genauso große Auswirkungen haben. Wo siehst Du
das Problem?

Das Problem ist, dass dies nicht biblisch ist und auf die Bibel bezieht sich ja eigentlich der christliche Glaube, oder sollte ich sagen, dass er sich daruf beziehen sollte? Aber eben dies wurde lange nach Christus mal eingeführt und heute ist es Tradition und kaum jemand hinterfragt ob es noch dem Sinn, der bibel entspricht

Und nun auch noch das
„Beerdigungsmonopol“ im Namen der Kommunen beansprucht.

Beanspruchen kann man viel. Merke: wer sich nie muckt und
stets nur duckt, der wird zerdruckt.

Es gab Zeiten, da wurde man nachträglich – bei den
Katholen – exkommuniziert, wenn man sich einäschern
ließ.

Stimmt. Es gab mal Zeiten. Jetzt nicht mehr. Tempora mutant.
Kirchen auch.

Laß sie doch alle machen. Schiffe, die vorüberziehen…

Axel

Hallo

Das Problem ist, dass dies nicht biblisch ist und auf die
Bibel bezieht sich ja eigentlich der christliche Glaube, oder
sollte ich sagen, dass er sich daruf beziehen sollte? Aber
eben dies wurde lange nach Christus mal eingeführt und heute
ist es Tradition und kaum jemand hinterfragt ob es noch dem
Sinn, der bibel entspricht

Und was heisst das in Volkes Sprache? Diese absurde Sprachdrechslerei ist wohl nur für deine Schwestern und Brüder im Geiste verständlich.

Ehrlich, manchmal überkommt mich arges Verlangen, gewissen Leuten eine währschafte, alte Bibel um die Ohren zu hauen…
Ein Vorschlag: Verarbeite deine Bibel zu Schluckbildchen, so richtet sie wenigstens nur im Magen Unheil an…und ist nicht mehr für eine anderweitige Diarrhö verantwortlich.

Gruss
Mäni

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Hallo Gandalf…

In den Niederlanden gibt es übrigens seit einiger Zeit die
Möglichkeit, seine die Asche auf einem ausgewiesenen Feld
ausstreuen zu lassen. In bestimmten Fällen kann die Familie
die Asche sogar an selber ausgesuchten Plätzen verstreuen.
Meine Frau und ich haben gegenseitig verfügt, daß unsere Asche
demnächst so verstreut wird und haben sogar schon Plätze dafür
ausgesucht.

Noch besser: Du kannst den Auftrag zur Einäscherung einem niederländischen Bestattungsunternehmen geben und dann bei denen innerhalb einer Frist widerrufen und Dir die Asche ( z.B. Deiner Frau ) zuschicken lassen.
Was Du dann anschließend damit machst, hm wo kein Kläger, da kein Richter:smile:
Ich hab mir schon ein schönes Plätzchen ausgesucht, denn ich möchte keinesfalls auf einem Friedhof verscharrt werden und eine christliche Beerdigung haben.

Mit Grauen erinnere ich mich an die Sonntagnachmittage an
denen mein Vater ns zum Grab der Urgroßmutter mitschleppte und
andere Kinder spielen durften. Ich kannte die Frau nicht und
dieses Ritual hat sie mir wahrlich nicht vertrauter gemacht.
Die Gräber meiner Großeltern hab ich nie besucht, trag ihr
Andenken aber stets im Herzen, weil ich sie alle vier aus
tiefer Seele geliebt habe. Einen ursächlichen Zusamenhang
zwischen Grabbesuch und Erinnerung kann ich nicht finden.

Genauso seh ichs auch. Ich möchte mir daher meinen eigenen Platz aussuchen dürfen, fern von Blumengestecken, Grabpflege und Allerheiligen.
Ich trage die Menschen, die ich verloren habe, im Herzen. Dazu brauche ich keinen Friedhof. Und ich möchte nicht, dass irgendjemand die Pflicht hat ( oder verspürt ) meinen Erdhügel zu pflegen.

Liebe Grüsse
Tanja

Deutsch und deutlich gesprochen!
Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist! Nietzsche
Gruß Fritz (nicht Nietzsche)

FRITZ!!! GOETHE!!! NICHT NIETZSCHE!!!

Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist! Nietzsche

Fritz!!|! Mir gehen die Ausrufezeichen aus! Wie kann **DIR dieser Fehler unterlaufen??!

FAUST II, 2. Akt, Bakkalaureus zu Mephisto (in Faust I noch Schueler):
„Im Deutschen luegt man, wenn man hoeflich ist.“

Gruss, Elke
(nicht Goethe, auch Bakkalaureus gewesen, trotzdem hoeflich, meistens jedenfalls)**

Das ist doch kein Grund zu schreien!:wink:
Du hast ja Recht, Elke,
ich habe zwei Zitate vermischt. Aber die gehören in meinem Kopf so eng zusammen, dass ich nur den einen Urheber im Kopf behielt.

Das Nietzsche-Zitat lautet ganz:

Meine Gäste, ihr höheren Menschen, ich will deutsch und deutlich mit euch reden.
(Deutsch und deutlich? Dass Gott erbarm! sagte hier der König zur Linken, bei Seite; man merkt, er kennt die lieben Deutschen nicht, dieser Weise aus dem Morgenlande!
Aber er meint deutsch und derb - wohlan! Das ist heutzutage noch nicht der schlimmste Geschmack!)
Zarathustra, Vierter Teil

Und daran schließt sich für mich ganz zwanglos das Goethezitat an. Offensichtlich so zwanglos, dass ich schon längst vergessen habe, wer den zweiten Teil verbrochen hat.

Das geht mir oft so. Ich schreibe z. B. fast nie die Autoren von Sätzen auf, die ich mir rauspicke fürs Florilegium.

Und: Es menschelt überall, sogar im Himmel.:wink:
Fritz

es deutschelt?
Hallo Fritz,

ich frage mich, ob das wirklich was typisch katholisches oder evangelisches ist - sondern wohl eher etwas typisch deutsches. In England ist Asche verstreuen erlaubt und wird gemacht - ohne grosses Trara und Diskussion. Die Asche eines Freundes von uns liegt zusammen mit bis jetzt ca. 20 anderen in einem kleinen Vorplatz einer katholischen Kirche im suedafrikanischen Durban - dort koennen sich alle Kirchenmitglieder, die das wuenschen, anonym beerdigen lassen. Es kommt gar nicht zu Diskussionen.
Ich glaube eher, da geht die deutsche Gruendlichkeit (ALLES muss von oben geregelt sein, alles muss seine rechte Ordnung haben) mit dem Sichern von Pfruenden einher. Axel kann natuerlich sagen: lass sie doch - aber so ist es ja nicht, die Kirchen bestimmen ja mit, was mit mir passiert, auch wenn ich sie mein ganzes Leben lang links liegen gelassen habe.

Gruss, Elke
(immer noch geschockt von dir - siehe weiter unten)

Hallo,
Vor ein paar Jahren kanntest Du diese Möglichkeit nicht mal. Und jetzt wird es auf einmal sooooo wichtig? Wart’s doch einfach ab. Die Diskussion ist noch nicht beendet. Abgerechnet wird am Schluß.

BTW., Du beschwerst Dich hier über die angeblich viel zu große Macht der Kirche. Dann gehörst Du sicher auch zu den Leuten, die an Sonn- und (kirchlichen) Feiertagen durcharbeiten, ohne dafür Überstunden abzurechnen, oder? :wink:

Axel

Was soll denn nun das? (owT)
FR

Hallo, Elke,

ich frage mich, ob das wirklich was typisch katholisches oder
evangelisches ist - sondern wohl eher etwas typisch deutsches.

So sehe ich das auch. Was geht es den Staat an, wo einer und wie eine abgelegt wird, wenn keine Umweltbelastung damit verbunden ist.

Aber bezeichnend ist, wie die Kirchen sich hier sofort und einer langzeitigen Tradition folgend (Koalition von Thron und Altar) und die ewiguraltenausgelutschen Argumente (Wo mein Vater gebremst hat, bremse ich auch; und wenn es bergauf geht.) vortragend dem jeweiligen Machtapparat strukturerhaltend zur Seite springen.

Gruß Fritz

(immer noch geschockt von dir - siehe weiter unten)

Entschocke dich!:wink:

Hallo,

einfach ab. Die Diskussion ist noch nicht beendet. Abgerechnet
wird am Schluß.

Damit meinte ich die Diskussion Kirche-Behörden-Interessierte. Ist noch lange nicht sicher, wer sich da am Ende durchsetzt. Ich meinte damit NICHT die Diskussion hier.

BTW.,…

bezog sich auf Deine Kritik am zu großen Einfluß der Kirchen. Ich finde, daß der heutzutage gar nicht mehr so groß ist. Siehe z.B. Abschaffung eines Feiertages zur Finanzierung der Pflegeversicherung.
Und ich wollte darauf hinweise, daß es viele Kritiker der Kirche gibt, die aber die Vorteile sehr wohl nutzen. Wie z.B. die kirchlichen Feiertage, aber auch das, was die Kirchen im sozialen Sektor leisten.

Axel

Hallo Axel,

Und ich wollte darauf hinweise, daß es viele Kritiker der
Kirche gibt, die aber die Vorteile sehr wohl nutzen. Wie z.B.
(…), was die Kirchen im sozialen Sektor leisten.

Da muss ich widersprechen. Gut, es gibt etliche soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, die aber nur in sehr geringem Umfang auch aus Mitteln der Kirche finanziert werden. Ich zitiere mal http://www.ibka.org/infos/ksteuer.html :

„(…) Für öffentliche soziale Zwecke bleiben - selbst nach kirchlichen Angaben - nur höchstens 8 Prozent der Kircheneinnahmen übrig (…). Die Kosten von kirchlichen Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, Altenheimen etc. werden fast ganz - zwischen 85 und 100 Prozent - aus öffentlichen Steuermitteln finanziert oder von Elternbeiträgen, Krankenkassen etc. gedeckt.
Sparen die Kirchen dem Staat Geld?
Im Gegenteil. Die beiden christlichen Großkirchen hatten im Jahr 2000 knapp 9 Mrd Euro Einnahmen aus Kirchensteuern (…). Davon gaben die Kirchen etwa 600 Millionen Euro für öffentliche soziale Zwecke aus - nur ein Tropfen im Meer der Sozialkosten des Bundes.“

Ich vermute, wenn der Staat diesen Anteil selbst übernähme und im Gegenzug die Subventionierung der Kirchen einstellen würde, könnte er einiges sparen.

Wen´s interessiert: Weitere Informationen zum Themenfeld „Kirche, Geld, Soziales“ gibt es bei http://www.kirchensteuer.de/verflechtung.html

Beste Grüße
Susanne

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Hallo!

Das eigentliche Problem besteht nach meiner Ansicht nicht darin, daß die Asche eines Menschen frei verstreut werden kann, sondern darin, daß der Leichnam überhaupt verbrannt wird, statt daß er in der Erde begraben wird. Denn das Verbrennen selbst ist unchristlich und gegen die christliche Tradition, wie das folgende Bibelstellen zeigen. Sie bezeugen, daß in Israel die Erdbestattung üblich war.

1Mo 15,15 Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem Alter begraben werden.
1Mo 25,10 in dem Felde, das Abraham von den Kindern Heth gekauft hatte. Da ist Abraham begraben mit Sara, seinem Weibe.
1Mo 35,8 Da starb Debora, der Rebekka Amme, und ward begraben unterhalb Beth-El unter der Eiche; die ward genannt die Klageeiche.
1Mo 35,19 Also starb Rahel und ward begraben an dem Wege gen Ephrath, das nun heißt Bethlehem.
1Mo 47,30 sondern ich will liegen bei meinen Vätern, und du sollst mich aus Ägypten führen und in ihrem Begräbnis be-graben. Er sprach: Ich will tun, wie du gesagt hast.
4Mo 20,1 Und die Kinder Israel kamen mit der ganzen Gemeinde in die Wüste Zin im ersten Monat, und das Volk lag zu Kades. Und Mirjam starb daselbst und ward daselbst begraben.
5Mo 10,6 Und die Kinder Israel zogen aus von Beeroth-Bne-Jaakan gen Moser. Daselbst starb Aaron, und ist daselbst be-graben; und sein Sohn Eleasar ward für ihn Priester.
5Mo 21,23 so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn desselben Tages begraben, denn ein Gehenkter ist verflucht bei Gott, auf daß du dein Land nicht verunreinigst, das dir der HERR, dein Gott, gibt zum Erbe.
1Sam 28,3 Samuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte Leid um ihn getragen und ihn begraben in seiner Stadt in Ra-ma. Und Saul hatte aus dem Lande vertrieben die Wahrsager und Zeichendeuter.
1Kö 2,10 Also entschlief David mit seinen Vätern und ward begraben in der Stadt Davids.
1Kö 11,43 Und Salomo entschlief mit seinen Vätern und ward begraben in der Stadt Davids, seines Vaters. Und sein Sohn Rehabeam ward König an seiner Statt.
2Kö 13,20 Da aber Elisa gestorben war und man ihn begraben hatte, fielen die Kriegsleute der Moabiter ins Land desselben Jahres.
2Kö 14,16 Und Joas entschlief mit seinen Vätern und ward begraben zu Samaria unter den Königen Israels. Und sein Sohn Jerobeam ward König an seiner Statt.
Hes 39,14 Und sie werden Leute aussondern, die stets im Lande umhergehen und mit ihnen die Totengräber, zu begraben die übrigen auf dem Lande, damit es gereinigt werde; nach sieben Monden werden sie forschen.
Lk 9,60 Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes!
Joh 19,40 Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in leinene Tücher mit den Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben.

Feuerbestattungen waren in Israel eine Strafe und nur bei den Heiden üblich: Dazu ein Beispiel:

Jos 7,15 Und welcher gefunden wird im Bann, den soll man mit Feuer verbrennen mit allem, was er hat, darum daß er den Bund des HERRN übertreten und eine Torheit in Israel begangen hat.

Helmut

Hallo!

Das eigentliche Problem besteht nach meiner Ansicht nicht
darin, daß die Asche eines Menschen frei verstreut werden
kann, sondern darin, daß der Leichnam überhaupt verbrannt
wird, statt daß er in der Erde begraben wird. Denn das
Verbrennen selbst ist unchristlich und gegen die christliche
Tradition, wie das folgende Bibelstellen zeigen. Sie bezeugen,
daß in Israel die Erdbestattung üblich war.

Ja und…
um mal ganz ketzerisch zu fragen:
warum ist das Christentum ™ der Weisheit letzter Schluss?
wer dran glaubt, soll sich so bestatten lassen, wie Er will…
und wer halt seine Asche an dem Ort verstreut haben will, wo er will… ja warum denn nicht?

Gruß
Mike
*derglaubtdassesGottwurschtistwieeinerzurletztenruhegebettetwird*

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Hallo Fritz,

mein Kumpel Ernst sagte dazu nur ein Wort: „Tierkörperverwertungsanstalt“. Da hat er recht, finde ich, denn die Hauptsache ist doch, da zu beschleunigen, wo der Vater immer gebremst hat, weil der hat ja bekanntlich immer bergauf gebremst, weil er blöd war.

Gruß,

Wolfgang Berger