Früher war es einfacher

Hallo,
wenn ich mir hier so die Artikel durchlese, muss ich ja sagen, früher war es einfacher.

Mein Sohn wird Montag 23.

Nein, da haben wir keine speziellen Betten gebraucht damit Kind nicht plötzlich verstirbt, und auch keine Geburtstagskuchen ohne Mehl und Zucker.
Irgendwie habe ich den Eindruck, alle übertreiben plötzlich.
Auch wir haben damals darauf geachtet das das Kind gesund ernährt wird … und alles hat. Trotzdem hat es seinen Schnuller in den Sand gesteckt und abgelutscht. Keiner hat gekreischt: vorsiiiiicccchtt… auch dann nicht wenn Kind und Hund sich den Keks geteilt haben *ggg*
Es hat auch keiner gesagt grosse Gefahr wenn Kind sich mit Katze nach draussen verzog und stundenlang mit Kumpel hinterm Haus in den Feldern spielte mit 5 Jahren. Heute wird hinterfragt wie man ein Kid mit 15 zum Arzt bringt, oder ob. Unsere Kids sind schon mit 8 alleine per Bus quer durch die Gross-Stadt gefahren. Und wir waren stolz auf sie. (wie schreibt man Gross-Stadt??? mit 3 s?)

So manchmal habe ich den Eindruck, wir haben mittlerweile ärgere „Sagrotan-Eltern“ (innerlich + äußerlich) als die, gegen die wir damals protestiert haben … und irgendwie denke ich manchmal, so manche Allergie z.B. wird durch diesen übertriebenen Schutzwahn ausgelöst…

Wie seht ihr das? Die Eltern-Generation die vor ca 20-25 Jahren Eltern wurden?

Es grüßt
Sabine

P.S.
Ich will hier keinesfalls irgendwelche Fragesteller brüskieren… das ist nicht Motiv meines Postings!!!

Hallo,

mein Ältester ist 20, dann kommt lange nix und dann meine beiden „Kleinen“ mit 10 und 8. Ich bin also sozusagen Mutter beider Generationen. Und ich denke nicht, dass es früher einfacher war. Für mich ganz persönlich gilt das Gegenteil.
Ich glaube, es gab immer ängstliche und unsichere Eltern und es gab immer die, die mehr Gottvertrauen als Verstand hatten. Und dazwischen jede Nuance. Es liegt ja in der Natur der Brutpflege, dass man sich Gedanken macht und es liegt in der Natur der Brut, dass sie Schwierigkeiten macht. Also gibt es in einem Eltern/Kinder-Brett natürlich viel Gerede über Probleme…
Meine Mutter hat derzeit meinen Ältesten tagsüber betreut und sie hat alles mit Liebe und Hingabe getan. Aber eins hat sie verweigert : in den Kindergarten zu Müttertreffen zu gehen. „Das halte ich nicht aus“, hat sie gesagt," all die jungen Mütter, die reden nur über Kinder …" Mir geht es mittlerweile genauso, wenn ich an eine Gruppe Säuglings- oder Kleinkindeltern gerate - dann krieg ich auch ganz schnell glasige Augen.
Es ist das Alter … :o)

Grüße
Heike

Hi!

Ja, das ist eine nicht ganz neue Beobachtung. Das Problem sind nicht nur die tausenderlei „neuesten Erkenntnisse“, sondern auch der Druck, der auf die jungen Mütter ausgeübt wird, diese Erkenntnisse umzusetzen statt ihrem gesunden Menschenverstand zu trauen.

Meine Schwester studiert Ernährungswissenschaften - da kann einem der Appetit vergehen, wenn man was Alltägliches wie die Nahrungsaufnahme dermaßen verkompliziert.

Dazu kommt eine Tendenz unsrer Zeit, jedes Risiko zu minimieren oder ganz auszuschalten. Egal ob durch Impfung, Helme, Schutzkleidung oder ständige Aufsicht. (Ich bin nicht generell gegen Impfungen, Helme usw, das wäre ja blöd, aber ich halte manche Entwicklungen für erschreckende Auswüchse.)
Dazu kommt noch die Suche nach „Schuldigen“ bei mehr oder weniger unvermeidbaren Unfällen (Sturz mit dem Rad, vom Baum, o.ä.)

Es war aber nicht „früher alles besser“, es hat immer unsinnige Moden gegeben. Wenn ich denke, was zur Zeit meiner Geburt (62) empfohlen wurde… (Zum Glück hat meine Mutter auch nicht alles geglaubt.)

alien

Hallo,

wenn ich mir hier so die Artikel durchlese, muss ich ja sagen,
früher war es einfacher.

Sagen wir es so: Wir leben in einer Zeit immer schneller zunehmenden Wissens und immer besserer Wissensverfügbarkeit. Leider kommen einige Leute offenbar damit nicht klar, diese Informationsflut für sich in geordnete Bahnen zu lenken und sich als mündige Bürger erkennen zu geben, die in der Lage sind, den Schund und Unfug von den richtigen und wichtigen Dingen zu unterscheiden.

Hinzu kommt sicher eine zunehmende Medienbeinflussung die zunehmend von kommerziellen Interessen geprägt ist, und mit knalligen Schlagzeilen mehr Leser und Zuseher fesselt, als mit ausgewogenen und relativierenden Beiträgen. Dies führt zu einer Extremisierung und Radikalisierung, gegenüber der der gesunde Menschenverstand offenbar bei mehr und mehr Leuten (nicht nur Eltern in Bezug auf ihre Kinder) immer schlechtere Karten hat.

Ich kann es den Medien ja nicht einmal übel nehmen, dass sie täglich neue angebliche Skandale und Risiken beschwören, weil da schließlich auch jede Menge Leute Geld verdienen müssen, aber glücklicherweise habe ich zumindest meinen Verstand (hoffentlich) noch so weit beisammen, um Dinge für mich bewerten und relativieren zu können.

Der Unfug der Minimierung kleiner Risiken ist ja eines meiner Lieblingsthemen hier insbesondere wenn es um den Umgang mit Kindern geht, und ich muss zugeben, dass ich mich in den letzten zehn Wochen (seit der Nachwuchs da ist) auch immer mal wieder ertappt habe auf das ein oder andere Geschwätz reinfallen zu wollen. Vielleicht ist es die Gunst der späten Elternschaft, sich dann aber immer wieder klar zu machen, wo die wirklichen Risiken liegen und wo es in Hysterie ausartet. Bislang fahren wir jedenfalls mit dieser gelassenen Art ganz ausgezeichnet und haben einfach nur viel Spaß mit dem Kleinen, und wir hoffen, dass wir uns diese Gelassenheit auch beibehalten. Vielleicht ist es auch Glück, dass wir aufgrund unserer beruflichen Situation momentan wenig Zeit und Gelegenheit zum Austausch mit anderen Eltern haben und daher weniger Beeinflusst werden. Denn wenn ich mir anschaue, wie sich so einige Elternkreise gegenseitig hochschaukeln, dann wird mir immer ganz anders.

Gruß vom Wiz

Mein Sohn wird Montag 23.

Nein, da haben wir keine speziellen Betten gebraucht damit
Kind nicht plötzlich verstirbt, und auch keine
Geburtstagskuchen ohne Mehl und Zucker.
Irgendwie habe ich den Eindruck, alle übertreiben plötzlich.
Auch wir haben damals darauf geachtet das das Kind gesund
ernährt wird … und alles hat. Trotzdem hat es seinen
Schnuller in den Sand gesteckt und abgelutscht. Keiner hat
gekreischt: vorsiiiiicccchtt… auch dann nicht wenn Kind und
Hund sich den Keks geteilt haben *ggg*
Es hat auch keiner gesagt grosse Gefahr wenn Kind sich mit
Katze nach draussen verzog und stundenlang mit Kumpel hinterm
Haus in den Feldern spielte mit 5 Jahren. Heute wird
hinterfragt wie man ein Kid mit 15 zum Arzt bringt, oder ob.
Unsere Kids sind schon mit 8 alleine per Bus quer durch die
Gross-Stadt gefahren. Und wir waren stolz auf sie. (wie
schreibt man Gross-Stadt??? mit 3 s?)

So manchmal habe ich den Eindruck, wir haben mittlerweile
ärgere „Sagrotan-Eltern“ (innerlich + äußerlich) als die,
gegen die wir damals protestiert haben … und irgendwie
denke ich manchmal, so manche Allergie z.B. wird durch diesen
übertriebenen Schutzwahn ausgelöst…

Wie seht ihr das? Die Eltern-Generation die vor ca 20-25
Jahren Eltern wurden?

Es grüßt
Sabine

P.S.
Ich will hier keinesfalls irgendwelche Fragesteller
brüskieren… das ist nicht Motiv meines Postings!!!

Hallo,

ich bin Baujahr 74, war zu der von dir beschriebenen, „goldenen Zeit“ also Kind. Darf ich mich trotzdem dazu äußern?

Nein, da haben wir keine speziellen Betten gebraucht damit
Kind nicht plötzlich verstirbt, und auch keine
Geburtstagskuchen ohne Mehl und Zucker.

Die habe ich für meine Kinder auch nicht. Wenn ich hier öffentlich verraten würde, was meine Kinder mit einem halben Jahr gegessen haben, dann würde ich morgen wahrscheinlich zwangsernährungsberaten werden.

Irgendwie habe ich den Eindruck, alle übertreiben plötzlich.

Einem meiner Altersgenossen musste der Vater die Pfützen mit einem Besen auskehren, damit er nicht reinspringen und nass werden konnte.

Auch wir haben damals darauf geachtet das das Kind gesund
ernährt wird … und alles hat. Trotzdem hat es seinen
Schnuller in den Sand gesteckt und abgelutscht.

Haben meine Kinder nur 1x gemacht, hat nämlich eklig geschmeckt.

Keiner hat
gekreischt: vorsiiiiicccchtt… auch dann nicht wenn Kind und
Hund sich den Keks geteilt haben *ggg*

Wenn Hund ranbeißt, ist der Keks alle. Hund wird es verkraften, dass Kind vorher rangebissen hat.

Es hat auch keiner gesagt grosse Gefahr wenn Kind sich mit
Katze nach draussen verzog und stundenlang mit Kumpel hinterm
Haus in den Feldern spielte mit 5 Jahren.

Das durften wir nicht in dem Alter, obwohl wir nicht überbehütet wurden. Allein aus dem Kiga nach Hause laufen, rd. 1-1,5 km ohne Fußwege aber schon.
Mein Bruder (jünger als ich) und ich durften durchschnittlich viel, manchmal sogar mehr als andere.

Heute wird
hinterfragt wie man ein Kid mit 15 zum Arzt bringt, oder ob.

War ein fremdes Kind, lies mal genau.

Unsere Kids sind schon mit 8 alleine per Bus quer durch die
Gross-Stadt gefahren. Und wir waren stolz auf sie. (wie
schreibt man Gross-Stadt??? mit 3 s?)

Wir mussten ab der 1. Klasse in den Nachbarort fahren, weil die Schule dort war.

So manchmal habe ich den Eindruck, wir haben mittlerweile
ärgere „Sagrotan-Eltern“ (innerlich + äußerlich) als die,
gegen die wir damals protestiert haben …

Nein, nicht unbedingt. Die fallen nur mehr auf. Die wenigsten, die einen normalen Kuchen backen für ihre Einjährigen fragen vorher im Kochbrett nach. Kaum einer, dessen Zehnjähriger allein zum Kinderarzt geht, schreibt hier darüber. Wenn ich hier jede Schramme meiner Kinder, die sie sich beim toben und spielen geholt haben, dokumentieren wollte, würde ich abgemahnt, weil das Brett dann voll wäre.

und irgendwie
denke ich manchmal, so manche Allergie z.B. wird durch diesen
übertriebenen Schutzwahn ausgelöst…

Der Mensch braucht in seinem Leben rund 7 Pfund Dreck - nur nicht auf einmal.

Wie seht ihr das? Die Eltern-Generation die vor ca 20-25
Jahren Eltern wurden?

Wie eingangs erwähnt, bin ich Kind der von dir angesprochenen Elterngeneration. Ich hoffe, mein Senf war trotzdem nicht ganz unwillkommen.
Was Schutzausrüstung angeht, bin ich froh, dass die Entwicklung hier große Schritte gemacht hat. Ich kann meine Große viel entspannter mit ihrem Fahrrad (von Anfang an ohne Stützräder) üben lassen, wenn ich weiß, sie hat den Helm auf. Als sie den einzigen Baum auf dem großen Platz „küsste“, war der auch recht hilfreich. (Baum und Kind haben es gut überstanden.) Einer aus meiner weiteren Verwandtschaft, etwas älter als ich, stürzte mit dem Rad und schlug mit dem Kopf an den Bordstein. Er stand auf, ging heim und legte sich hin. Die Eltern nahmen es erst nicht so schwer, er erzählte auch nicht gleich, was geschehen war. Tags drauf lag er im Koma für viele Monate, dir Beine und Füße behielten eine Spastik zurück. Er konnte nie wieder radfahren, lernte nur mühsam wieder laufen und behielt auch geistig was zurück. Nicht jede Neuerung ist übertriebener „Weicheikram“.

Viele Grüße, Heike

Hallo!

Ja, ich finde Du hast recht! Wenn ich mir so manche Mütter in meinem Rückbildungskurs anschaue bin ich geplättet. Die haben für ihr Kind 10 Stoffwindeln dabei, 5 verschiedenes Reinigungsgedönszeug usw und sind doch gerade mal 2 Stunden unterwegs!
Ich glaube, wir haben einfach zu viele unserer Instinkte verloren und sind deshalb so verunsichert. Wie man mich teilweise anschaut, weil mein Sohn bei 22 Grad keine Mütze aufhat oder mal ein paar Fusseln im Gesicht, dreckige Fingernägel oder sowas. Ich zieh ihn auch nicht 8 Mal am Tag um, weil er sich mal ein bißchen auf den Strampler gesabbert hat.
Ich versuch inzwischen einfach nach Gefühl zu handeln und das klappt ganz gut.
Und solche Sachen wie, dass man in der Nähe eines Kindes nicht ständig raucht, mit einem Baby nicht ohne Autositz autofährt und sein Kind nicht nur von „Zuckerzeug“ ernährt ist meiner Meinung nach ein gewisser Instinkt. Und dass ein Kuchen mit ein bißchen Zucker niemanden umbringt auch.
Außerdem bin ich viel zu faul, hier jeden Tag durchzuwischen, jeden Tag zwei Mal zu waschen und ständig zitternd vor Angst durch die Gegend zu laufen.
Bei uns früher war es auch super. Nicht übersauber, schööööön im Dreck gespielt :wink:, ziemlich gesundes Essen aber nicht ausschließlich vegetarische Rohkost und haha, eine Anekdote, die mir mein Vater erzählt hat: Ich hab einmal im Auto auf dem Rückweg aus Frankreich Sonnenmilch getrunken. Die restlichen 15 Stunden Autofahrt hab ich wohl nur noch brüllend verbracht (nachdem der französische Arzt meinte, wir dürften ruhig weiterfahren) und tausende schmerzende Pickelchen im Mund gehabt - aber umgebracht hat es mich auch nicht :wink:Nur fast meine Eltern, die dann mit den Nerven am Ende waren, weil meine Schwester sich nämlich auch noch die Finger geklemmt hatte :wink: Also, laberlaber, ich denke man kann sich ruhig locker machen und auf sein Gefühl hören. Das lügt nämlich selten.

Gruß,

M.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Es gibt zu jeder Zeit nette Tipps…
Hallo,

über viele Themen, über die heute geredet wird, schwieg man zu meiner Säuglingszeit (Jahrgang 73) oder redete anders darüber. Manchmal waren es Tabus, manchmal wußte man einfach nicht viel darüber oder es gab andere Ansichten. Zu letzteren gab es auch damals ebenso viele Tipps und Ratschläge (z.B. das Baby schreit, weil es seine Lunge trainiert).

Und:
u.a. folgende tolle Hinweise bekam ich bei meinem ersten Sohn vor 5 Jahren von Leuten aus der Generation meiner Eltern:

Ein paar O-Töne:

„was, bei dieser Hitze gehen Sie mit dem Baby nach draußen?“

„Das ist nicht gut, wenn Ihr Baby den Kopf so nach hinten hält.“

„Von dem Tragetuch bekommt Ihr Kind O-Beine!“

„So lange Stillen ist gar nicht gesund.“ (bekam ich gesagt, als mein Sohn 11 Monate alt war - habe meinen Sohn letztlich 4 Jahre lang gestillt)

„Wie alt ist denn der Kleine?“ „4 Wochen.“ „Dann gehen Sie mal schnellsten nach Hause, hier wimmelt es nur so von Krankheitskeimen!“ (ich war im KaDeWe)

„Der ist aber warm eingepackt!“

„Sollte er nicht besser eine Mütze tragen?“

„Gehen mit einem Baby Essen!“ (Getuschel am Nebentisch im Restaurant, mein schlafender Sohn im Wagen neben uns.)

„Na, so spät noch wach?“ (mein Sohn war mittlerweile 2 Jahre alt und wir waren endlich mal wieder aus)

usw usf.
Ich meine, da muß man schon seiner selbst sicher sein, um auf so eine Weise nicht verunsichert zu werden.

Beste Grüße
Claudia

Hallo Sabine,

da ich auch einen Sohn mit 23 haben könnte, denke ich, ich darf auch antworten:wink:
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich einfacher war früher. Der Zahl Deiner Sternchen nach sind wohl sehr viele Leute dieser Meinung.

Der Aussage vom Wiz stimme ich z.B. absolut zu: wir leiden unter einer Art Überinformiertheit, die manchmal nicht besonders hilfreich ist. Dies führt eben dazu, daß wir dank der Informationsflut alle plötzlich zu angeblichen Fachleuten werden und selbige nicht mehr um Rat fragen. Zudem ist ja auch Sparen groß angesagt, ob jetzt deswegen weil Geiz geil ist oder weil man wirklich kein Geld hat.

Nein, da haben wir keine speziellen Betten gebraucht damit
Kind nicht plötzlich verstirbt, und auch keine
Geburtstagskuchen ohne Mehl und Zucker.

Das paßt ganz genau zu oben. Früher wurde auch nicht ständig darüber geschrieben wie oft SIDS auftaucht - zudem doch die Zahl immer mehr ab- statt zunimmt. Von daher könnten wir eigentlich viel beruhigter sein. Und Ernährung ist natürlich gerad in den letzten Jahren zum großen Thema geworden, wobei ich da aber denke, daß die Zahl der übergewichtigen Kinder (Erwachsene sowieso) eher zugenommen haben dürfte.

Irgendwie habe ich den Eindruck, alle übertreiben plötzlich.
Auch wir haben damals darauf geachtet das das Kind gesund
ernährt wird … und alles hat. Trotzdem hat es seinen
Schnuller in den Sand gesteckt und abgelutscht. Keiner hat
gekreischt: vorsiiiiicccchtt… auch dann nicht wenn Kind und
Hund sich den Keks geteilt haben *ggg*

In beiden Fällen würd ich bis heute nicht kreischen:wink: Allerdings spielt wohl auch eine Rolle welche Ereignisse im privaten Umfeld passiert sind. Kürzlich hab ich nach ewig langer Zeit eine Bekannte getroffen, die mir erzählt hat, daß sie und ihr Baby (mittlerweile 10 Jahre alt) beinahe an Listeriose gestorben wären. Und die Frau ist so eine vom harten Schlag, also jemand der eher unter- als übertreibt. Mir ist ganz anders geworden, denn ich hab’s natürlich nicht geschafft konsequent in der Schwangerschaft „auf Listerien“ zu verzichten. Aber Listeriose kannte ich auch nur aus Büchern (und Internetseiten:wink: Ganz zu schweigen davon, daß ich Mattjes in Mengen verschlungen habe sowie das Katzenklo täglich sauber machen mußte.

Heute wird
hinterfragt wie man ein Kid mit 15 zum Arzt bringt,

Aber das ist vermutlich eher die Ausnahme. So modern und selbstbewußt unser Kinder auch heutzutage sind, aber wenn sie dann mit 11/12 Jahren alleine zum Arzt gehen, um sich die Pille verschreiben lassen, find ich das auch nicht unbedingt normal. (Nicht wegen der Pille - besser Pille als schwanger in dem Alter - nein, wegen der alleinigen Entscheidung und des Nichtinformierens der Eltern)

Unsere Kids sind schon mit 8 alleine per Bus quer durch die
Gross-Stadt gefahren. Und wir waren stolz auf sie.

Ich darf gar nicht daran denken was ich mit 8 alles gemacht habe! Aber wie eben Wiz schon sagte, die Medien machen es einem nicht leicht. Die Frage ist nur, gibt es heute mehr „Kinderschänder“ als früher? Natürlich kann man es als Mutter auch übertreiben. Meine Nachbarin (Mutter einer 2jährigen) schaut mich immer mit großen Augen an und fragt regelmäßig „was, Du kennst den Fall Jenny, Sabine, Tim etc. nicht??“ Sie scheint diese schrecklichen Fälle auswendig zu lernen und in sich aufzusaugen und kennt dann immer sämtliche Einzelheiten (nun gut, das liegt eindeutig daran, daß man tagsüber den Fernseher anmacht:wink: Ich hab mich zwar nie mit solchen Fällen beschäftigt, aber in meiner neuen Mutterrolle bin ich eindeutig ängstlicher geworden.

(wie

schreibt man Gross-Stadt??? mit 3 s?)

Warum nicht so: Großstadt? ß hat man m. E. nur nach kurz gesprochenem Vokal abgeschafft.

So manchmal habe ich den Eindruck, wir haben mittlerweile
ärgere „Sagrotan-Eltern“ (innerlich + äußerlich) als die,
gegen die wir damals protestiert haben … und irgendwie
denke ich manchmal, so manche Allergie z.B. wird durch diesen
übertriebenen Schutzwahn ausgelöst…

Ja, da stimme ich Dir zu, obwohl ich mich selbst nicht als „Sagrotan-Mutter“ bezeichnen würde, eher das Gegenteil:wink: Womit ich nach wie vor Probleme habe, sind unsere Lebensmittel, insbesondere Obst oder Gemüse. Da find ich den schon oft gehörten Satz „immer nur her mit dem pestizidverseuchten Obst, da wird man immun dagegen“ einfach nur selten dämlich.

Viele Grüße,
Christiane

Hallo Sabine,

meine Zustimmung ist dir sicher!

In der Familie konnte ich mich schon mehrfach damit auseinandersetzen.
Meine Nichte ernährte ihren Sohn vom ersten Tag an nach dem Hipp-Ernährungsbuch. Sie wurde richtig wütend, als ich sie fragte, warum denn das Kind (4 Monate) keine Banane essen darf.
Eine weitere „Einmischung“ verbot sie sich rigoros. Ihre Mutter - meine Schwägerin - zuckte nur mit den Schultern und wir sprachen später nochmal darüber. Wir haben uns sonstwas gefreut, als unsere Tochter mit vier Monaten mal eine „richtige“ Mahlzeit essen wollte -
da gab es gerade Eisbein - und sie war ganz verrückt danach. Von den anderen Dinge möchte ich lieber, wie einige andere Sympathie-
santen, auch nicht schreiben, wegen der „Verjährung“.

Es ist ja auch keine Wunder! Was einem heute alles so präsentiert wird!
Ob Presse, oder Fernsehen, es gibt immer etwas was heute krank, morgen jung und gesund macht. Dann darfst du dies nicht essen, wenn es zu braun gebacken ist und Eier sind nicht gut für´s Cholesterin - stimmt aber nicht und so weiter, und so weiter…

Da freut es einen doch, das es Andere gibt, welche auch so denken und man ist nicht mehr ganz so allein… :smile:)

Gruß und eine schöne kurze Woche - Iso.Osi

Hallo Sabine,

früher war es auch nicht leichter,heute machen sich die Mütter mehr gedanken und wollen alles richtig machen(was aber leider nicht klappt).

Erstmal zu den Medien:Wisst ihr wie viele Kinder letztes Jahr ermordet wurden???Genau 3 Kinder hat man uns letztens beim Seminar erzählt,klar ich dachte auch das es mindestens 20 waren.Warum ,weil die Medien Bilder der letzten 10 Jahre zusammen packt.In den letzten 30 Jahren sind Tötungen und Vergewaltigen an Kindern um 30 Prozent zurück gegangen.Hätte ich auch nicht gedacht,es ist zurück gegangen,weil niemand dieses Thema mehr totschweigt so wie früher.Also ist manches auch besser gewurden.

Manche Mütter machen sich das Leben selber schwer.
z.B.Mutter einer 9 J. alten Tochter:"Ich möchte mal wieder alleine Baden"Ganz einfach,warum sagt sie es ihr nicht oder schließt einfach die Tür ab???

z.B.Mutter eines 10 J. Jungen:„Mein Sohn ist so langsam,er trödel Morgens immer rum“ Warum sollte er sich auch beeilen,wenn er spät dran ist fährt Mama ihn zur Schule.
Lösung ganz einfach:Wenn er sich nicht beeilt ,fährt er zur zweiten Stunde,ich Wette er beeilt sich das Nächste mal.

z.B.Mutter einer 8 J.Tochter:„Sina guckt den ganzen Tag fernsehen“
Lösung :smiley:en Kind andere Möglichkeiten bieten zur Beschäftigung,feste Fernsehzeiten,Kind mehr im Haushalt ein beziehen wegen Ablenkung.

Bietet man solche Möglichkeiten an ,hört man oft von den Müttern:„Ach so schlimm ist es ja gar nicht“ Hat man da noch Worte.Die Mütter haben einfach keine Lust sich mit ihren Kindern auseinander zu setzen,das ist alles.Dabei warten die meisten Kinder nur darauf.

z.B.Kind erzählt:Mama macht alles alleine,mir ist dann oft langweilig ,ich schaue meistens Fernsehen.

z.B.Kind erzählt:Mama meckert morgens immer rum,das ich mich beeilen soll,ich glaube Mama hat mich gar nicht mehr lieb.

Und so weiter,wo her ich das alles weis bleibt mein Berufsgeheimnis.

Liebe Mamas denkt mal drüber nach Kinder brauchen(wollen) Regeln.

Gruss Sabine

Hi,

nicht nur das ich bei deinem Artikel zustimmend schmunzeln musste, nein ich musste auch gleich ein wenig an meine eigene Kindheit denken. Die Geschichte mit dem Bus- und Bahn fahren z.B. kenne ich aus eigener Vergangenheit wie auch das stundenlange Herumtoben in Feldern und Wäldern.

Heute bin ich selbst Vater von zwei kleinen Rockern und versuche diese ebenso „natürlich“ und „selbständig“ aufwachsen zu lassen. Verunsichert bin ich dabei im Normalfall nicht und treffe viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Einzig die Kommentare der, wie nennst du sie so schön, „Sagrotan-Eltern“ schaffen es immer wieder mich skeptisch zu machen. Sehe ich es viel zu locker, habe ich mir hier und darüber noch keinen richtigen Gedanken gemacht, bin ich und meine Kinder noch ganz normal wenn……

Solche Gedanken kommen nicht von alleine sondern werden einen von außen aufgedrückt wenn man nicht den ganzen Tag mit einem Erstehilfekasten, Regenschirm und zwei schlauen Büchern seinen Kindern hinterher läuft.

Ehrlich gesagt, es gibt Leute bei denen bin ich es mittlerweile leid, zu erklären warum meine Kinder auch bei Regen draußen spielen dürfen oder warum der Große (5J.) auch schon mal einen Schluck Cola darf. (Das aber hinter meinem Rücken getuschelt wird ist mir schon klar)

Vielel Grüsse
Me

Hallo

Der Aussage vom Wiz stimme ich z.B. absolut zu: wir leiden
unter einer Art Überinformiertheit, die manchmal nicht
besonders hilfreich ist.

Ich störe mich an dem Ausdruck „Überinformiertheit“. Das klingt ja so, als wüssten wir zu viel. Das kann doch nicht sein. Ich finde, man weiß immer zu wenig. Wenn ich den Beitrag von Wiz richtig verstanden habe, scheint er übrigens nicht „zuviel Informationen“, sondern eher Falschinformationen oder verzerrte Darstellung zu meinen.

Aus deinem nächsten Satz schließe ich aber eher, dass du wirklich Informationen meinst:

Dies führt eben dazu, daß wir dank
der Informationsflut alle plötzlich zu angeblichen Fachleuten
werden und selbige nicht mehr um Rat fragen.

Das kann auch auf Misstrauen aufgrund schlechter Erfahrungen zurückzuführen sein.

Ich finde, dass es eine der wichtigsten Aufgaben ist, die heutzutage jeder Mensch hat, zu lernen, welche Informationen für einen am wichtigsten sind, und diese zu erkennen und auszuwählen, und ein Gefühl dafür zu entwickeln, auf wessen Rat man hören sollte. Dabei muss man natürlich auch mal ein Risiko eingehen und was ausprobieren. Ich glaube, kurz ausgedrückt gehört das mit zur Selbstverantwortung.

Einfacher geht es doch nur, wenn man Vorschriften kriegt. Oder wenn man nur sehr wenige Informationen bekommt - die aber ja nicht unbedingt richtig sind. Was meinen Eltern früher - damit meine ich jetzt aber noch früher als die 80er Jahre, eher 50er und 60er - z. B. von Ärzten immer als absolute Wahrheit zur Baby- und Kinderpflege dargestellt wurde, hat sich mittlerweile fast alles als falsch herausgestellt. Natürlich war es einfacher sich an solche Wahrheiten zu halten. Aber was bringt das?

Wer mit zu vielen Informationen nicht klarkommt, sollte sich vielleicht dem Papst anschließen.

Zudem ist ja auch
Sparen groß angesagt, ob jetzt deswegen weil Geiz geil ist
oder weil man wirklich kein Geld hat.

Das kommt sicherlich auch hinzu.

Viele Grüße
Thea

Hallo,
genau das ist die richtige Einstellung,laß dich auf keinen Fall verunsichern,immer aus den Bauch heraus.Leider machen das nicht mehr viele Eltern so,der Bauch sagt ,das es falsch oder richtig ist,doch leider handelt man anders,aus welchen Gründen auch immer.Leider oft aus den Gefühl der Überforderung oder weil man jetzt einfach keine Lust hat.
Deine Kinder können sich wirklich glücklich schätzen so einen Papa zu haben,respekt mach weiter so und höre nicht auf die Tuschler.

Liebe Grüsse Sabine

Neben der Hygiene sind mir folgende Argumente gegen das Herumtoben von Kindern aufgefallen :

Gefahr durch Autoverkehr (aber : das Auto muss überall fahren dürfen. Schließlich könnte ja überall auch mal ein Krankenwagen benötigt werden)
Gefahr durch Asoziale (aber : wehe einer sagt was gegen soziale Randgruppen)
Gefahr durch Sittenstrolche / Kindermörder (wird immer gern genommen : solange mehr als 0 Fälle vorkommen, gibt es kein Gegenargument)
Termindruck mit konkurrierenden, pädagogisch wertvollen Veranstaltungen.
„Das zahlt die Versicherung nicht“
„Ich bin doch nicht blöd und mach’ den ganzen Tag sauber“
„Schaukeln ist ja sooo gut für die Motorik“
„Ohne Computerkenntnisse biste heute nix. Man muss die Kinder früh genug fördern“
„Es könnnnnnte ja…passieren“ (Mit viel Fantasie passt da alles rein).
„Davon kriegt man das …-Syndrom“ (dito)

mfg
Klaus

Hi!

Und so weiter,wo her ich das alles weis bleibt mein
Berufsgeheimnis.

Du bist Lehrerin/Erzieherin.

Kinder brauchen(wollen)Regeln.

Daß Kinder vorgegebene Regeln brauchern, bestreite ich allerdings vehement. Eltern müssen lernen, IHRE EIGENEN Grenzen zu verteidigen. Dann ergeben sich die „Regeln“ von selbst.

Siehe :Manche Mütter machen sich das Leben selber schwer.

z.B.Mutter einer 9 J. alten Tochter:„Ich möchte mal wieder
alleine Baden“

z.B.Mutter eines 10 J. Jungen:„Mein Sohn ist so langsam,er
trödel Morgens immer rum“ Warum sollte er sich auch
beeilen,wenn er spät dran ist fährt Mama ihn zur Schule.
Lösung ganz einfach:Wenn er sich nicht beeilt ,fährt er zur
zweiten Stunde,ich Wette er beeilt sich das Nächste mal.

Es sei denn, es macht ihr gar nichts aus, ihn zu fahren, sie traut sich nur nicht, das zuzugenben, weil dann alle entsetzt sind, daß sie ihr Kind verwöhnt. Auch hier muß die Mutter IHJRE EIGENEN Grenzen finden und verteidigen, nicht „Regeln aufstellen“.

z.B.Mutter einer 8 J.Tochter:„Sina guckt den ganzen Tag
fernsehen“
Lösung :smiley:en Kind andere Möglichkeiten bieten zur
Beschäftigung,feste Fernsehzeiten,Kind mehr im Haushalt ein
beziehen wegen Ablenkung.

Fernsehen einfach zu verbieten, ist sicher bequem. Das Kind anders zu beschäftigen, ihm aber (theoretisch *g*) die Wahl zu lassen, ist natürlich mühsamer…

alien

Hallo,

Daß Kinder vorgegebene Regeln brauchern, bestreite ich
allerdings vehement. Eltern müssen lernen, IHRE EIGENEN
Grenzen zu verteidigen. Dann ergeben sich die „Regeln“ von
selbst.

So kann man es auch ausdrücken und ist das was ich meine.

Siehe :Manche Mütter machen sich das Leben selber schwer.

z.B.Mutter einer 9 J. alten Tochter:"Ich möchte mal wieder

alleine Baden"

Sie läßt ja die Grenzüberschreitung zu und das Kind spürt das.Kind sagt:Ich glaube Mama macht es keinen Spaß mit mir zu Baden.

z.B.Mutter eines 10 J. Jungen:„Mein Sohn ist so langsam,er
trödel Morgens immer rum“ Warum sollte er sich auch
beeilen,wenn er spät dran ist fährt Mama ihn zur Schule.
Lösung ganz einfach:Wenn er sich nicht beeilt ,fährt er zur
zweiten Stunde,ich Wette er beeilt sich das Nächste mal.

Es sei denn, es macht ihr gar nichts aus, ihn zu fahren, sie
traut sich nur nicht, das zuzugenben, weil dann alle entsetzt
sind, daß sie ihr Kind verwöhnt. Auch hier muß die Mutter
IHJRE EIGENEN Grenzen finden und verteidigen, nicht „Regeln
aufstellen“.

Doch es macht ihr etwas aus,weil es sie aufregt,anders rum wäre es vollkommen in Ordnung.Natürlich habe ich nichts gegen das Verwöhnen,das muss jeder für sich entscheiden.

z.B.Mutter einer 8 J.Tochter:„Sina guckt den ganzen Tag
fernsehen“
Lösung :smiley:en Kind andere Möglichkeiten bieten zur
Beschäftigung,feste Fernsehzeiten,Kind mehr im Haushalt ein
beziehen wegen Ablenkung.

Fernsehen einfach zu verbieten, ist sicher bequem.

Da redet niemand von,weiter gucken lassen ist meiner Meinung nach viel bequemer.
Das Kind

anders zu beschäftigen, ihm aber (theoretisch *g*) die Wahl zu
lassen, ist natürlich mühsamer…

Kinder sollen geschickterweise immer die Regel(Grenzen)der Eltern für ihre eigenen halten.

Gruss Sabine

Hallo n.h.

ich bin zwar großenteils Deiner Meinung, aber:

Wie man mich teilweise anschaut, weil mein Sohn bei 22 Grad keine Mütze aufhat

da hätte ich auch kritisch gekuckt, falls gerade überwiegend die Sonne scheint. Babyköpfe sind noch nicht besonders „sonnendicht“.

Gruß, Karin

Hi!

Kinder sollen geschickterweise immer die Regel(Grenzen)der
Eltern für ihre eigenen halten.

Das ist nicht mein Stil und nicht mein Ziel. :wink:

alien

Hallo,

ich denke, das war tatsächlich so

wenn ich mir hier so die Artikel durchlese, muss ich ja sagen,
früher war es einfacher.

Mein Sohn wird Montag 23.

Meiner ist in dem gleichen Alter.
Früher sind aber nicht ständig Kinder entführt, missbraucht, getötet worden. Es kam zwar auch mal vor, aber nicht so, dass ich in unserem Kleinstädtchen besonders Angst davor gehabt hätte. Es gab keine (oder eher wenige) organisierte Kinderhändlerringe. Sicherlich wird sowas durch das Internet erleichtert, das gabe es ja damals auch noch nicht. Zumindest nicht für die breite Öffentlichkeit (PCs waren ja damals auch unerschwinglich)

Auch hatte ich nicht so extrem große Angst, was aus ihm werden könnte. Als er noch klein war, hatte man durchaus Ausssichten eine Lehrstelle zu bekommen, auch ohne Abitur. An den Schulen war es nicht gang und gäbe, dass Kinder andere brutal zusammenschlagen und das via Handy verbreiten.

Irgendwie habe ich den Eindruck, alle übertreiben plötzlich.

Das würde ich nicht unbedingt so sehen. Das war früher einfach nicht so extrem. Auch der Verkehr war nicht so stark und gefährlich. Man (ich) konnte wirklich die Kinder rauslassen zum spielen.
Allergien sind heute einfach wesentlich häufiger vertreten als früher, was sicherlich zum Teil auf die Umweltschädigung zurückzuführen ist.

So manchmal habe ich den Eindruck, wir haben mittlerweile
ärgere „Sagrotan-Eltern“ (innerlich + äußerlich) als die,
gegen die wir damals protestiert haben … und irgendwie
denke ich manchmal, so manche Allergie z.B. wird durch diesen
übertriebenen Schutzwahn ausgelöst…

Das könnte man glauben. Allerdings wird unsere Nachfolgegeneration immr allergieanfälliger.

Wie seht ihr das? Die Eltern-Generation die vor ca 20-25
Jahren Eltern wurden?

Nun, ich sehe es so, dass einiges früher einfacher war. Ehrlich gesagt, heute würde ich nicht nochmal ein Kind bekommen wollen.
Da müsste ich ja schon, wenn es noch ein Säugling ist, dafür sorgen, dass ein Hortplatz/KiGa-Platz angemeldet wird. Dass es aufjedenfall auf das Gymnasium geht, egal wie, weil man sonst kaum eine Chance auf Ausbildungsplätze hat. Und immer im Hinterkopf, dass es sonst nur auf der Straße abhängt. Beschützen vor Gewalt/Drogen. Nein, darauf hätte ich wahrlich keine Lust mehr.

Früher hat man die ersten Jahre das Kind noch Kind sein lassen. Das war damals keine Schande.

LG

Sarah

Hallo,

Früher sind aber nicht ständig Kinder entführt, missbraucht,
getötet worden. Es kam zwar auch mal vor, aber nicht so, dass
ich in unserem Kleinstädtchen besonders Angst davor gehabt
hätte. Es gab keine (oder eher wenige) organisierte
Kinderhändlerringe. Sicherlich wird sowas durch das Internet
erleichtert, das gabe es ja damals auch noch nicht. Zumindest
nicht für die breite Öffentlichkeit (PCs waren ja damals auch
unerschwinglich)

Das ist auch heute noch nicht so. Mach dir mal die Mühe und schau in die einschlägigen Statistiken. Die Zahl von sexuell motovierten Tötungsdelikten an Kindern ist schon seit Jahren auf einem konstant niedrigen Stand von deutlich unter zehn für die gesamte Bundesrepublik (inzwischen inkl. neuer Länder). Da gibt es ehrlich gesagt nichts mehr zu optimieren (was jetzt keinen der grausamen Einzelfälle bagatellisieren soll). Allerdings machen die Medien gerade in diesem Bereich ganz massiv Meinung, wenn sie von „Schon wieder …“, „Immer häufiger …“ sprechen und dann wochenlang einen Einzelfall mit Zitaten der letzten drei Fälle so lange breit treten, bis der Zuschauer zu glauben geneigt ist, dass solche Delikte eigentlich täglich und an jeder Straßenecke stattfinden würden. Zu dem Thema stelle ich regelmäßig Stichprobenerhebungen an. D.h. immer wenn jemand mal wieder über unsere ach so schlimme Zeit loszieht und das Thema anspricht, stelle ich in der Runde die Frage nach konkreten Zahlen. Es ist erschreckend was dabei rauskommt. 1000 entsprechende Verbrechen pro Jahr in Deutschland sind noch nicht die Spitze des Eisbergs. D.h. hier weichen Realität und Medienwirklichkeit unglaublich von einander ab (glücklicherweise).

Auch die Zahl der Verkehrstoten (inkl. Kinder) ist glücklicherweise deutlich rückläufig. Zitat des Statistischen Bundesamtes hierzu:

„Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden ist gesunken: Obwohl der Bestand an Kraftfahrzeugen zwischen 1980 und 2002 um 62% von knapp 34 Mill. auf rund 55 Mill. gestiegen ist, sank die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle mit Personenschaden um 12% von 412 672 auf 362 054. Bei diesen Unfällen verstarben im Jahr 2002 insgesamt 6 842 Personen, 55% weniger als 1980 (15 050). Zwar gab es zwischen 1980 und 1998 8,4% mehr tödlich verunglückte Personen in den neuen Bundesländern, dieser Entwicklung steht jedoch ein Minus von 57% in den alten Bundesländern gegenüber.“

Allein die Medien lassen uns nur zu gerne anderes glauben.

Kinderhändlerringe sind ebenfalls glücklicherweise eine absolute Ausnahmeerscheinung. D.h. entsprechende Taten sind (gemessen an ihrer Seltenheit statistisch schwer zu fassen) wenn dann Taten Einzelner. Organisierte Kriminalität in diesem Bereich gibt es in der Realität so gut wie nicht. Denn selbst wenn in einem Einzelfall mehrere Beteiligte planvoll zusammengewirkt haben, dann bedeutet dies nicht, dass sie mehrere Taten nach identischem Muster verwirklichen würden. Selbst die bekannten Mehrfachtäter aus Belgien und Frankreich haben ja nicht täglich oder wöchentlich zugeschlagen, sondern die Delikte fanden über einen Zeitraum mehrerer Jahre statt. D.h. auch hier ist das von den Medien vermittelte Bild falsch. Die Gefahr, dass Kinder von der Straße gewerbsmäßig „weggefischt werden“ ist praktisch nicht gegeben.

Auch hatte ich nicht so extrem große Angst, was aus ihm werden
könnte. Als er noch klein war, hatte man durchaus Ausssichten
eine Lehrstelle zu bekommen, auch ohne Abitur. An den Schulen
war es nicht gang und gäbe, dass Kinder andere brutal
zusammenschlagen und das via Handy verbreiten.

Nun ja, das Handy mit Videofunktion fehlte. Aber wenn selbst bei uns an einem katholischen Traditionsgymnasium damals schon Krummdolche in der Tafel landeten oder ganze Familien von Mitschülern terrorisiert wurden, dann sehe ich da keinen so großen Unterschied zu heute. Nur ist damals niemand mit so einer Geschichte zu RTL gerannt.

Gruß vom Wiz

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