Früher war es einfacher

Hi,

auch wenn es schon oft getan wurde, hier muß man doch einiges geraderücken:

Früher sind aber nicht ständig Kinder entführt, missbraucht,
getötet worden. Es kam zwar auch mal vor, aber nicht so, dass
ich in unserem Kleinstädtchen besonders Angst davor gehabt
hätte. Es gab keine (oder eher wenige) organisierte
Kinderhändlerringe.

Die Zahl der entführten, mißbrauchten oder getöteten Kindern ist heute kleiner als damals. Nur wurde damals noch nicht jeder Fall wochenlang in der Presse breitgetreten…

Auch hatte ich nicht so extrem große Angst, was aus ihm werden
könnte. Als er noch klein war, hatte man durchaus Ausssichten
eine Lehrstelle zu bekommen, auch ohne Abitur.

Diese Aussicht hat man auch heute noch.

An den Schulen
war es nicht gang und gäbe, dass Kinder andere brutal
zusammenschlagen und das via Handy verbreiten.

Das ist auch heute nicht gang und gäbe (zumindest nicht häufiger als früher…ich erinnere mich da an einige unschöne Geschichten aus meiner Schulzeit)! Aber stimmt, per Handy wurde das damals nicht verbreitet…

Irgendwie habe ich den Eindruck, alle übertreiben plötzlich.

Das würde ich nicht unbedingt so sehen. Das war früher einfach
nicht so extrem. Auch der Verkehr war nicht so stark und
gefährlich. Man (ich) konnte wirklich die Kinder rauslassen
zum spielen.
Allergien sind heute einfach wesentlich häufiger vertreten als
früher, was sicherlich zum Teil auf die Umweltschädigung
zurückzuführen ist.

Wobei die Belastung durch Umweltgifte eher ab- als zunimmt (mit dem Auftreten der Grünen Anfang der Achtziger hat ein Umdenken begonnen)

So manchmal habe ich den Eindruck, wir haben mittlerweile
ärgere „Sagrotan-Eltern“ (innerlich + äußerlich) als die,
gegen die wir damals protestiert haben … und irgendwie
denke ich manchmal, so manche Allergie z.B. wird durch diesen
übertriebenen Schutzwahn ausgelöst…

Das könnte man glauben. Allerdings wird unsere
Nachfolgegeneration immr allergieanfälliger.

Wie seht ihr das? Die Eltern-Generation die vor ca 20-25
Jahren Eltern wurden?

Nun, ich sehe es so, dass einiges früher einfacher war.
Ehrlich gesagt, heute würde ich nicht nochmal ein Kind
bekommen wollen.
Da müsste ich ja schon, wenn es noch ein Säugling ist, dafür
sorgen, dass ein Hortplatz/KiGa-Platz angemeldet wird.

Heutige Eltern haben ab dem dritten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen KiGa-Platz. Und wir hatten keinerlei Probleme für unsere Jungs (2 und 4) Plätze zu bekommen. Den Kleinen haben wir nach seinem zweiten Geburtstag angemeldet…

Dass es
aufjedenfall auf das Gymnasium geht, egal wie, weil man sonst
kaum eine Chance auf Ausbildungsplätze hat.

Blödsinn. In den meisten Lehrberufen wird auch heute noch ein guter Realschüler einem schlechten Abiturienten eindeutig vorgezogen.
Problematisch ist die Konzentration von Problemkindern in bestimmten Schulen…Absolventen dieser Schulen (die den Arbeitgebern ja auch bekannt sind) haben in der Tat sehr schlechte Aussichten, unabhängig von ihrer Leistungsbereitschaft und ihren Noten.

Und immer im
Hinterkopf, dass es sonst nur auf der Straße abhängt.
Beschützen vor Gewalt/Drogen.

Das erinnert mich an meinen Vater (Gott habe ihn seelig): „Wenn Du nicht lernst und Abitur machst, endest Du als Klooputzer!“

Früher hat man die ersten Jahre das Kind noch Kind sein
lassen. Das war damals keine Schande.

Was glaubst Du eigentlich, was heutige Eltern machen? Oder anders gefragt: wie definierst Du „Kind sein lassen“?

So viel zum Thema Informationsflut und Infobewertung in der heutigen Mediengesellschaft. Dein Posting ist ein schönes Beispiel dafür, warum manche heutige Eltern das Verhalten an den Tag legen, das Sabine kritisiert.

Gruß Stefan

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hallo christiane,

das mit den immer dickeren kindern ist so eine sache.
erstens wird den leuten es jeden tag in den medien erzählt, bis sie es selbst glauben und sehen.
obwohl es erhebungen gibt, welche dagegen sprechen.
zweitens wurde der maßstab, wer als dick gilt, nicht nur bei kindern, mehrmals in den letzten jahren nach unten geschraubt.
(letztens kam auf 3sat ein altes abba-konzert. beide damen würden heute als zu dick gleten, waren früher aber idole).
drittens gibt es aufstellungen, daß der vorwurf der älteren an die jüngeren, sie würden dick, schlapp und unfähig sein, bereits seit dem 18. jahrhundert ohne unterbrechung erhoben wird.
ich glaube, unsere gesellschaft wird zunehmend hysterisch, was diese themen angeht.
auch wenn gewaltverbrechen zurückgehen, nehmen sie in der wahrnehmung der bevölkerung explosionsartig zu.

strubbel
8:open_mouth:)

Auch Hi,

Die Zahl der entführten, mißbrauchten oder getöteten Kindern
ist heute kleiner als damals. Nur wurde damals noch nicht
jeder Fall wochenlang in der Presse breitgetreten…

Das, wovor sich die Eltern hier fürchten,
hat vielleicht schon eine Basis:

Beispiel: (http://internet-filter-review.toptenreviews.com/inte…)

 ...
 US porn revenue exceeds the combined revenues 
 of ABC, CBS, and NBC (6.2 billion)
 Child pornography generates $3 billion annually
 ...

Es müssen also weltweit eine ganze Menge
verrückter Leute rumrennen, die es jährlich
auf $3 x 10^9 für obiges an Umsatz bringen.

Oder habe ich einen Denkfehler?

Schon krass…

Grüße

CMБ

Äh, ich glaub, das hast Du falsch verstanden :wink: Wenn die Sonne scheint, hat er einen Hut auf. Aber viele Leute meinen halt, es sei zu kalt und er bräuchte eine Mütze…

Gruß,

M.

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Hi,

gut, dann grenze ich ein. Früher ist man einfach nicht so verunsichert worden. Oder sind einfach die Eltern noch fürsorglicher geworden und lassen die Kinder nicht so einfach überall spielen?
In einer Großstadt ist es doch fast unmöglich die Kinder einfach rauszulassen, wegen dem Straßenverkehr. Mein Sohn konnte noch ganz einfach draußen spielen, das war nicht gefährlich.

Diese Aussicht hat man auch heute noch.

Dann frage ich mich nur, woher die große Jugendarbeitslosigkeit kommt? Oder gibt es die am Ende auch gar nicht und wird in den Medien nur so dargestellt?

Wobei die Belastung durch Umweltgifte eher ab- als zunimmt
(mit dem Auftreten der Grünen Anfang der Achtziger hat ein
Umdenken begonnen)

Das mag schon stimmen, aber bis sich das merkbar auswirkt werden Jahre vergehen. Und bis dahin sind wir dem ausgesetzt. Und die Gesundheit wird angegegriffen, auch oder gerade besonders durch Lebensmittel.

Blödsinn. In den meisten Lehrberufen wird auch heute noch ein
guter Realschüler einem schlechten Abiturienten eindeutig
vorgezogen.

Das ist eine Vermutung. Dann ist die Jugenarbeitslosigkeit wohl auch nur ein Aufpuschen der Medien s.o. Außerdem… noch ein Stückchen weiter zurück, da war auch der Hauptschulabschluß noch anerkannt. Damit braucht man sich heute ja schon kaum noch bewerben. Aber das ist wahrscheinlich auch nur Medienpropaganda.

Was glaubst Du eigentlich, was heutige Eltern machen? Oder
anders gefragt: wie definierst Du „Kind sein lassen“?

Nun, nicht x-Termine. Ballett, Sport, Musikschule, Nachhilfeunterricht etc. etc. Ja, ich weiss, das machen die Kinder alle freiwillig.

Ich gehöre nicht zu diesen Eltern, ich sage ja ausdrücklich. Ich würde in der heutigen Zeit keine Kinder mehr haben wollen.
Mein Sohn ist erwachsen. Und ich finde, dass es früher einfacher war.

LG

Sarah

Hallo Sandra,

Nun, nicht x-Termine. Ballett, Sport, Musikschule,
Nachhilfeunterricht etc. etc. Ja, ich weiss, das machen die
Kinder alle freiwillig.

Das finde ich auch ganz schlimm und die Kinder machen das bestimmt nicht freiwillig.

Gott sei dank sind aber nicht alle Eltern so.Ich auch nicht,meine Kleine zum Beispiel geht einmal die Woche schwimmen.Da mußte ich mir auch schon was anhören,du mußt das Kind mehr fördern ,fordern …bla,bla ,bla.

Ich bin stolz darauf,das meine Kinder Zeit haben ,Kinder zu sein.Gehe auch dreckig mit ihnen einkaufen u.s.w oh Gott

Meine Kinder haben ein Recht darauf sich zu langweilen(was sie selten tuen)und sie haben ein Recht darauf auch mal schlechte Laune zu haben,ohne das alles tausendmal hinter fragt wird.Sie werden es auch von selbst erzählen und wenn nicht, ist es auch gut.
Ja ich verwöhne meine Kinder,wenn ich es möchte und ich stehe dazu.

Nur was ich nicht verstehe sind Eltern die ihren Kindern alles Recht machen wollen,weil sie denken sie müssen das.Denn auch ich habe ein Recht nein zu sagen.

Gruss Sabine

Tyrannen?
Hi Sabine,

wenn ich mir hier so die Artikel durchlese, muss ich ja sagen,
früher war es einfacher.

„Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer“.

Das sagte Sokrates , und der lebte um 470 - 399 v.Chr. Du siehst also, man hatte es immer schwer, und Eltern erst Recht. :wink:

Es liegt nicht an „früher“ oder „heute“. Es liegt doch immer an jedem einzelnen.

Mein Sohn wird Montag 23.

Meiner ist gerade drei geworden.

Nein, da haben wir keine speziellen Betten gebraucht damit
Kind nicht plötzlich verstirbt,

Hab ich auch nicht. Mein Kind schläft in meinem Bett, und sogar unter meiner Bettdecke. Auch schon als Baby.

und auch keine Geburtstagskuchen ohne Mehl und Zucker.

Backe ich immer noch nicht. Sein Kuchen zum dritten Geburtstag war sogar grün eingefärbt - er wollte einen grünen Kuchen. *fg*

wenn Kind und
Hund sich den Keks geteilt haben *ggg*

Jo, das machen meine (also Sohn und Hund) auch regelmäßig.

Es hat auch keiner gesagt grosse Gefahr wenn Kind sich mit
Katze nach draussen verzog und stundenlang mit Kumpel hinterm
Haus in den Feldern spielte mit 5 Jahren.

Joshua spielt auch alleine draußen. Allerdings muß ich da sagen: Früher hatten wir keinen Zaun ums Haus. Brauchten wir auch nicht. Heute fahren auf der Landstraße vor unserem Haus ungefähr fünf mal so viele Autos wie damals, und sie rasen mit 120km/h in den Ort rein (und bremsen erst nach ca. 100 Metern, wir liegen am Ortseingang).

Wie seht ihr das? Die Eltern-Generation die vor ca 20-25
Jahren Eltern wurden?

Ich sehe es halb so wild - und ich bin, wie gesagt, vor drei Jahren Mutter geworden. Klar wird heutzutage viel Panik gemacht - aber da muß man ja nicht mitmachen. Und Du siehst - es tut auch nicht jeder. :wink:

Liebe Grüße,
Nike

Hallo Sabine,

früher war es einfacher.

Mein Sohn wird Montag 23.

hm, es gab auch schon vor 40 Jahren Eltern, die ihre Kinder nur mit Samthandschuhen anfassen (ließen).
Deren Kinder nicht in den Sandkasten durften, weil der pfuipfuipfui war etc.

Es gibt aber auch heute Eltern, die der Meinung sind, daß es keine Katastrophe ist, wenn das Kind einen Regenwurm verschluckt hat und bei denen die Waschmaschine und die Dusche im Dauereinsatz ist, weil die Kinder dreckverkrustet aus dem Garten kommen.
Deren Kinder mit den Rädern über die Felder fahren um an einem Bach zu spielen, die in einem 4 m über dem Boden liegenden Baumhaus spielen und mit Hund, Katze und sicher auch anderem Getier sehr engen Kontakt pflegen.

Es gab früher solche und solche, es gibt sie gegenwärtig nud es wird sie auch in Zukunft geben.

Gandalf
P.S.
Die oben beschriebenen Kinder gehören zu mir :wink:

Hallo Sabine,

Gott sei dank sind aber nicht alle Eltern so.Ich auch
nicht,meine Kleine zum Beispiel geht einmal die Woche
schwimmen.Da mußte ich mir auch schon was anhören,du mußt das
Kind mehr fördern ,fordern …bla,bla ,bla.

Ich finde es ja einerseits gut, dass es Angebote gibt um Talente zu fördern oder Interesse für etwas zu wecken. Als mein Sohn klein war, war z.B. Baby-Schwimmen superIn und natürlich später Musikschule.
Ich finde es gut, wenn man Talente fördern kann. Ich kannte es aus dem Umkreis, dass man in die Musikschule gehen „MUSS“ und an einem Tag der offenen Türe wollte ich da mit meinem Sohn hin. Er wollte aber noch nicht mal sich das anschauen… dann hab ich es einfach gelassen. Das bringt doch nix, wenn das Kind absolut nicht will.

Wieviele Kinder kenne ich, die durch Musikschulen, Tanzschulen oder Sportvereine geschleift wurden. Irgendwann, als sie alt genug zur Verweigerung waren, hörte das dann auf.
Generell ist es natürlich gut, wenn man Bewegung anbietet. Schon alleine, um zu verhindern, dass sie nur vorm Fernseher abhängen. Mein Sohn war zwar sportbegeistert, war auch sehr gut darin, allerdings mit Vereinen hatte er gar keine Lust mehr dran.

Aber ich möchte nicht wissen, wieviele Kinder, aus falsch verstandenem Ehrgeiz der Eltern, dazu motiviert werden.

Ich bin stolz darauf,das meine Kinder Zeit haben ,Kinder zu
sein.Gehe auch dreckig mit ihnen einkaufen u.s.w oh Gott

Da darfst du auch wirklich stolz sein, dass Du Dich nicht in diese Zwänge einbinden läßt. Ich finde es wirklich bedenklich, dass manche Kinder einen platzenden Terminkalender haben. Gut, wenn es Eltern gibt, die das ihren Kindern nicht antun. Das verstehe ich unter Kind sein lassen.

Ja ich verwöhne meine Kinder,wenn ich es möchte und ich stehe
dazu.

Hab ich auch gemacht. Und nachdem ich nur ein Kind habe (gut, mittlerweile großes Kind und ich mache es immer noch) darf ich das auch verwöhnen.

Nur was ich nicht verstehe sind Eltern die ihren Kindern alles
Recht machen wollen,weil sie denken sie müssen das.Denn auch
ich habe ein Recht nein zu sagen.

Das ist die Frage, ob das tatsächlich von den Kindern kommt, oder nicht eher von den Eltern?

Ich denke, so manchesmal sind es die Eltern, die über ihre eignen Kinder ihre eignen Träume verwirklichen wollen.
Es ist wohl natürlich, dass man möchte, dass es die eignen Kinder mal gut haben werden. ABer, was ich gut fände, für mein Leben, muss ja nicht heissen, dass es für mein Kind auch gut wäre.
Manche Eltern wollen wohl in ihren Kindern verpaßte Chancen nachholen. Ich habe das nie gemacht, obwohl ich mich manchesmal auch zurücknehmen musste.

Prinzipiell wollte ich immer für meinen Sohn das Beste. Ich habe mich darum auch sehr bemüht und ich denke, wenn ich ihn mir heute so anschaue, dass ich das gar nicht mal so schlecht gemacht habe :smile:

Ich hab ihn auch im schulischen Bereich versucht zu motivieren, schließendlich aber nicht unter Druck gesetzt. Ich habe einfach gewusst, dass er seinen Weg gehen wird. Das hat er jetzt auch gemacht und ich bin stolz auf ihn.

LG

Sarah

Ebenso Hi,

hier mal eine Quelle, und zwar vom Krimonologischen Forschungsinstitut Niedersachsen:
http://www.kfn.de/daemonisierung.pdf
(Leiter des Forschungsinstitutes und Autor des Textes ist Dr. Christian Pfeiffer, der übrigens früher Justizminister in Niedersachsen war.)

Auf Seite 2 ist die Zahl der Sexualmorde pro Jahr angesprochen.
Im folgenden Text geht es u.a. um die Ursachen, weswegen die absoluten Zahlen und die Zunahme der Bedrohung in den letzten Jahren von vielen falsch eingeschätzt wird. Außerdem geht es um die Auswirkungen dieses Phänomens auf die Kriminalpolitik. Lesenswert!

Grüße

Karin

Hi,

Hab ich auch nicht. Mein Kind schläft in meinem Bett, und
sogar unter meiner Bettdecke. Auch schon als Baby.

Na, ob das so eine gute Idee ist? Das ist ja schon die Übergluckenmuttiform. Noch nicht mal nachts läßt sie ihr Kind ohne Aufsicht.

LG

Sarah *die findet, das ein Kind, sogar ein Säugling ein Recht auf ein eignes Bett hat.

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Na, wenn alles so toll ist…
Hallo,

dann frage ich mich wirklich warum sich Eltern so aufregen?

Eigentlich müßte dann ja nix gemacht werden. Sexualmorde gibt es so gut wie gar nicht. Da dies meist Wiederholungstäter sind kann es sich ja nur um ein bis zwei Täter handeln.

Die Schule ist bestens.
Kindergartenplätze sind bestens.
Arbeitsaussichten sind bestens.
Bildung ist bestens.

Dann scheint es denn Eltern ja nur darum zu gehen, dass sie sich aufregen und mehr Geld aus den öffentlichen Kassen wollen.
Oder warum wird sonst gerne behauptet, dass für Familien zu wenig getan wird. Es gibt doch gar keinen Anlass etwas zu tun. Wenn ich den Thread durchlese, dann war es nie besser als heute.

Dann könnten wir uns in der Politik ja mal auf Themen konzentrieren, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht, anstatt uns mit Problemen zu beschäftigen, die gar keine sind.

LG

Sarah

Hi!

Könnte ich noch einmal anfangen, würde ich schon das erste Kind von Anfang an zu mir ins Bett nehmen.
Es mag Kinder geben, die im eigenen Bett sogar besser schlafen - meine gehörten eindeutig nicht dazu.

alien

Hallo,

zunächst möchte ich mal loswerden, daß mich das Gerede von den „heutigen Eltern“ ziemlich nervt. Allein an diesem Thread sieht man doch, daß sich die Eltern nicht über einen Kamm scheren lassen. Die Spannbreite ist mindestens so groß wie in frühreren Zeiten. Ich kann mich noch sehr gut an überbehütete Altersgenossen erinnern (siehe meine ViKa), die als Zwölfjährige noch von ihrer Mutter gebadet wurden. Und hier sind doch schon eine Reihe „heutiger Eltern“ aufgetreten (z.B. WIZ, Gandalf oder ich - meine Jungs sind 2 und 4), die ihre Kinder nicht überbehüten.

gut, dann grenze ich ein. Früher ist man einfach nicht so
verunsichert worden. Oder sind einfach die Eltern noch
fürsorglicher geworden und lassen die Kinder nicht so einfach
überall spielen?

Die Gesellschaft insgesamt ist deutlich risikobewußter geworden. Ich bin noch ohne Gurt im Auto großgeworden…heute ist Anschnallen einfach selbstverständlich. Und ich habe meine Söhne auch gegen Masern impfen lassen. Aber sie spielen regelmäßig im größten Dreck, können alle Spielplätze der Umgebung am Geschmack erkennen und haben auch schon die grün-weiße Hinterlassenschaft unserer Vögel probiert (*würg*). Sagrotan gibt es in unserem Haushalt auch nicht…

In einer Großstadt ist es doch fast unmöglich die Kinder
einfach rauszulassen, wegen dem Straßenverkehr. Mein Sohn
konnte noch ganz einfach draußen spielen, das war nicht
gefährlich.

War es das wirklich nicht oder hast Du es nur nicht als gefährlich empfunden? Die von Wiz erwähnten Unfallstatistiken sprechen eine andere Sprache. Mein Bruder wurde in den Siebzigern bei einem Verkehrsunfall (er auf Fahrrad gegen Auto) lebensgefährlich verletzt - er hat tagelang mit dem Tod gerungen.

Diese Aussicht hat man auch heute noch.

Dann frage ich mich nur, woher die große
Jugendarbeitslosigkeit kommt? Oder gibt es die am Ende auch
gar nicht und wird in den Medien nur so dargestellt?

Nun, wir haben in der Tat ein Arbeitslosenproblem. Die Jugendarbeitslosigkeit ist jedoch nicht größer als beim Rest der Bevölkerung. Aber die Chancen sind unglaublich ungerecht verteilt: wohne am richtigen Ort und habe die richtigen Eltern, dann hast Du gute Chancen. Dies ist ein großes Problem, betrifft in den entsprechenden Landstrichen und Gesellschaftschichten aber alle Altersstufen. Junge Menschen sind, weil flexibler, tendenziell eher chancenreicher.

Wobei die Belastung durch Umweltgifte eher ab- als zunimmt
(mit dem Auftreten der Grünen Anfang der Achtziger hat ein
Umdenken begonnen)

Das mag schon stimmen, aber bis sich das merkbar auswirkt
werden Jahre vergehen. Und bis dahin sind wir dem ausgesetzt.
Und die Gesundheit wird angegegriffen, auch oder gerade
besonders durch Lebensmittel.

Nun, man kann heute wieder im Rhein schwimmen. In den Siebzigern hätten mir das meine Eltern hoffentlich nicht erlaubt. Und wenn ich mir z.B. ansehe, welche Summen mein Arbeitgeber in die Beseitigung von Altlasten steckt, habe ich die berechtigte Hoffnung, daß meine Kinder gesünder aufwachsen als ich.
Aber Pauschalaussagen, egal in welcher Richtung, sind bei diesem Thema einfach nicht möglich. Vieles was man heute als Gesundheitsgefahr erkannt hat, wußte man früher einfach noch nicht. Die Belastung war aber nicht kleiner.

Blödsinn. In den meisten Lehrberufen wird auch heute noch ein
guter Realschüler einem schlechten Abiturienten eindeutig
vorgezogen.

Das ist eine Vermutung.

Ich kann es zwar adhoc nicht belegen, aber es ist deutlich mehr als eine Vermutung. Unterhalte Dich mal mit Personalverantwortlichen und siehe Dir an, wen der Mittelstand wirklich einstellt. Wieviele junge Handwerker mit Abitur kennst Du denn?

Dann ist die Jugenarbeitslosigkeit
wohl auch nur ein Aufpuschen der Medien s.o. Außerdem… noch
ein Stückchen weiter zurück, da war auch der
Hauptschulabschluß noch anerkannt. Damit braucht man sich
heute ja schon kaum noch bewerben. Aber das ist wahrscheinlich
auch nur Medienpropaganda.

Nun, die Anforderungen sind in der Tat gestiegen. Ein Hauptschüler hat wirklich kaum eine Chance Kaufmann, Laborant oder Elektriker zu werden. Und der Absolvent der „falschen“ Hauptschule hat sogar kaum eine Chance auf irgendeine Lehrstelle.
Aber heute geht auch nur noch eine Minderheit auf diese Schulform. Insofern sind die Zahlen nicht vergleichbar. Und vor allem kein Grund für die Aussage „mein Kind muß Abi machen, egal wie“

Was glaubst Du eigentlich, was heutige Eltern machen? Oder
anders gefragt: wie definierst Du „Kind sein lassen“?

Nun, nicht x-Termine. Ballett, Sport, Musikschule,
Nachhilfeunterricht etc. etc. Ja, ich weiss, das machen die
Kinder alle freiwillig.

Keine Ahnung ob es diese Kinder freiwillig tun, ich habe bislang keines dieser Kinder genauer kennengelernt. Und auch ich hege ernste Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Tuns…nur ist mir bislang noch keiner begegnet, der mich zwingen könnte meine Kinder derart zu überlasten.
Meine Kinder haben zwei feste Termine in der Woche: Kindersingen und Turnen. Und beides macht ihnen großen Spaß. Ansonsten spielen sie, was ihnen gerade einfällt.
Und meine Kinder haben in ihren jungen Jahren auch schon Familienpflichten: Tisch decken und abräumen, Spielsachen aufräumen, ihr Chaos beseitigen, beim Einkauf helfen etc.

Ich gehöre nicht zu diesen Eltern, ich sage ja ausdrücklich.
Ich würde in der heutigen Zeit keine Kinder mehr haben wollen.
Mein Sohn ist erwachsen. Und ich finde, dass es früher
einfacher war.

Und genau das halte ich für einen Trugschluß! Mein Empfinden ist vielmehr, daß ich es wesentlich einfacher habe als meine eigenen Eltern: das Wissen ist gewachsen und ich kann dadurch sehr viel angemessener an viele Dinge herangehen. Und wenn ich mich mit meinen Eltern vergleiche, bin ich der festen Überzeugung, daß ich weit weniger unter äußerlichem Druck stehe als sie. Die heutige Welt ist sehr viel toleranter geworden…man muß nur das Selbstbewußtsein haben seinen eigenen Weg zu gehen! Und man muß Wege finden mit der Informationsflut umzugehen…

Gruß Stefan

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Die böse Welt…
Hallo,

Eigentlich müßte dann ja nix gemacht werden.

doch… mit den Ängsten der Eltern gehört aufgeräumt

Sexualmorde gibt
es so gut wie gar nicht. Da dies meist Wiederholungstäter sind
kann es sich ja nur um ein bis zwei Täter handeln.

Die Zahl der Sexualmorde ist von 32 im Jahre 1993 auf 18 im Jahr 2005 gesunken. DAS ist Fakt. Trotzdem glauben Leute wie du, dass hinter jedem Busch ein Sexualmörder steht. Darum braucht ein Kind heute auch ein Handy. Nicht weil es notwendig wäre oder im Ernstfall helfen könnte… Nein! Nur um die Eltern zu beruhigen.

Gruss Ivo

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Hallo

Sarah *die findet, das ein Kind, sogar ein Säugling ein Recht
auf ein eignes Bett hat…

… von welchem aber die allermeisten Säuglinge, und die meisten Kinder freiwillig keinen Gebrauch machen würden.

Viele Grüße
Thea

Hallo

Wieviele Kinder kenne ich, die durch Musikschulen, Tanzschulen
oder Sportvereine geschleift wurden. Irgendwann, als sie alt
genug zur Verweigerung waren, hörte das dann auf.

Es gibt aber auch Kinder, die nicht damit aufhören, obwohl sie zwischendurch zum weitermachen angehalten wurden.

Ich habe meine Tochter z. B. mit 8 Jahren zum Klavierspielen schon ein wenig überredet, einfach weil ich weiß, wie blöd es ist, wenn man mit 14 mit einem Musikinstrument anfängt und es noch Jahre dauert, in denen nicht mehr spielen kann als nur ein paar Kinderlieder, die man ja gerade in diesem Alter besonders blöd findet. Jetzt ist sie 13 und denkt überhaupt nicht daran, aufzuhören. Mit meinem Sohn (auch 13) ist es noch extremer. Wenn der kein Instrument spielen könnte, wäre es für ihn absolut katastrophal, glaube ich. Und es ist nicht gerade so, dass er immer unbedingt gerne zum Unterricht gehen wollte.

Ob die Kinder zu irgendeinem Instrumentalunterricht gehen wollen oder nicht, liegt doch zu einem sehr großen Teil daran, ob sie den Lehrer nett finden. Und man kann es doch nicht von diesem einen Lehrer abhängig machen, ob sie ein Instrument lernen oder nicht. (Allerdings sollte man dann natürlich nach Möglichkeit nach einer besseren Lösung suchen.)

Das sollte nur ein Beispiel dafür sein, dass es nicht unbedingt ein Fehler ist, wenn man Kinder etwas lernen lässt. Manche Dinge kann man als Kind einfach wesentlich besser lernen, und wer da noch nicht mit dem Lernen angefangen hat, bekommt später keine Chance mehr, diese Dinge mit der gleichen Sicherheit zu beherrschen, wie jemand, der früh angefangen hat.

Viele Grüße
Thea

Hallo

Allergien sind heute einfach wesentlich häufiger vertreten als
früher, was sicherlich zum Teil auf die Umweltschädigung
zurückzuführen ist.

Meines Wissens ist dies widerlegt. In der DDR zum Beispiel gab es viel weniger Allergien als in der BRD, obwohl die Luftverschmutzung dort bekanntlich sehr schlimm war, jedenfalls viel schlimmer als in der BRD.

Nachgewiesen ist ein Zusammenhang zwischen zu viel Sauberkeit und Allergien. Das kann ich aus meinem Bekanntenkreis auch bestätigen: Die Kinder ordentlicher Mütter haben alle Neurodermitis, die Kinder von schlampigen Müttern haben das nicht.

Viele Grüße
Thea

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Hallo

Eigentlich müßte dann ja nix gemacht werden.

doch… mit den Ängsten der Eltern gehört aufgeräumt

Wie willst du das denn machen?
Klingt so, als wolltest du hier mal hart durchgegreifen. Mit aller Härte gegen diese ängstlichen Eltern vorgehen. Oder wie?

Eltern sind von Natur aus ängstlich. Wenn sie sich nicht pausenlos um ihren Nachwuchs sorgen würden, könnte es passieren, dass sie ihn vergessen, oder lästig und blöd finden, und das wäre dann im Sinne der Arterhaltung nicht sinnvoll.

Oder habe ich dich jetzt missverstanden?

Viele Grüße
Thea

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Hi Strubbel,

das mit den immer dickeren kindern ist so eine sache.
erstens wird den leuten es jeden tag in den medien erzählt,
bis sie es selbst glauben und sehen.

Kann ich nicht bestätigen, aber vermutlich sehe ich die falschen Programme:wink:

Ich bin einfach nach meiner eigenen „Statistik“ gegangen. Hab mir mal überlegt wieviel Dicke (also auffällig Dicke) bei mir in der Grundschule in der selben Klasse waren (Anfang '70). Du wirst es nicht glauben, aber es war ein einziger. Und der war nicht nur sehr dick, sondern auch noch sehr groß. Heute fahr ich z.B. mit dem Zug irgendwohin, eine Schulklasse steigt ein und ca. 60 Prozent der Schüler sind schon ziemlich gut beinander. Ca. 30 Prozent (von eben erwähnten) würde ich als fettsüchtig einordnen. Der einzige Vorteil von „dick sein in der Masse der Dicken“ ist vermutlich, daß sie nicht mehr gehänselt werden. Der arme oben erwähnte Dicke hatte es nicht leicht in der Klasse!

zweitens wurde der maßstab, wer als dick gilt, nicht nur bei
kindern, mehrmals in den letzten jahren nach unten geschraubt.

Weiß ich nicht, mag sein (der Schlankheitswahn greift ja schon seit ca. 20 Jahren um sich), aber unter dick versteh ich nicht kräftige oder ein bißchen „runde“ Kinder, sondern wirklich Kinder mit Speckrollen, die ich kaum sehen kann, ohne so einen Hals auf die Eltern zu bekommen…

drittens gibt es aufstellungen, daß der vorwurf der älteren an
die jüngeren, sie würden dick, schlapp und unfähig sein,
bereits seit dem 18. jahrhundert ohne unterbrechung erhoben
wird.

Na ja, viele unsere Älteren sind ja auch ganz gut beinander…

ich glaube, unsere gesellschaft wird zunehmend hysterisch, was
diese themen angeht.
auch wenn gewaltverbrechen zurückgehen, nehmen sie in der
wahrnehmung der bevölkerung explosionsartig zu.

Dem stimme ich zu. War ja auch kein Statement sondern eine Frage, ob es heute mehr „Kinderschänder“ als früher gibt.

Ciao,
Christiane

Ach so, was mir noch einfällt, den Rest oben erwähnter Schulklasse würde ich als magersüchtig bezeichnen. Ziemlich extrem das ganze…

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