Hallo Thea,
Ich störe mich an dem Ausdruck „Überinformiertheit“. Das
klingt ja so, als wüssten wir zu viel.
Hmm, vielleicht meinen wir doch das gleiche, nur drücken es anders aus? Zu viel Wissen würde ich nicht als Überinformiertheit bezeichnen (wobei das Wort schon unmöglich ist, deshalb in Gänsefüßchen). Kann man überhaupt zu viel wissen?? Nein, ich meinte die riesige Menge an Informationen, die wir z. B. dank Internet zu jeder Tag- und Nachtzeit in Sekunden abrufen können. Vielleicht ein Beispiel: Ist das Kind krank (klar, nehm ich halt jetzt mein eigenes Beispiel:wink:, sparen sich so einige Kritiker der Schulmedizin den Homöopathen oder Heilpraktiker, sondern googlen halt ein bißchen rum, bis sie dann die entsprechenden Globuli finden. Längst haben diese Leute auch schon so ein Globuli-Köfferchen „für alle Fälle“ zu Hause und müssen dann nur noch die entsprechenden Kügelchen ihrem Kind einwerfen. Sie ahnen nicht was sie damit alles anrichten können. (Klar, wer nicht an Homöopathie „glaubt“, wird jetzt sagen „ist eh wurscht, hilft nicht, schadet aber auch nicht“
) Und da kann man doch nun nicht von abgerufenem Wissen reden, sondern eben nur von Infos, die mangels Fachwissen u. U. falsch umgesetzt werden.
sein. Ich finde, man weiß immer zu wenig. Wenn ich den
Beitrag von Wiz richtig verstanden habe, scheint er übrigens
nicht „zuviel Informationen“, sondern eher Falschinformationen
oder verzerrte Darstellung zu meinen.
Gut, geh ich jetzt nicht drauf ein, weil es komisch wäre, wenn wir jetzt diskutieren, was Wiz genau gemeint haben könnte (soll er selber sagen)
Stimme aber dennoch Deinem Satz oben zu!
Aus deinem nächsten Satz schließe ich aber eher, dass du
wirklich Informationen meinst:Dies führt eben dazu, daß wir dank
der Informationsflut alle plötzlich zu angeblichen Fachleuten
werden und selbige nicht mehr um Rat fragen.
Ja klar meine ich Informationen. Noch ein Beispiel? Ist alles sehr babylastig bei mir, sorry:wink: Die Hebamme sagt einer Mutter mit Baby, daß sie unbesorgt die ersten 8-10 Monate voll stillen könne, sofern das Baby nicht absolut deutlich anderes Essen (z. B. am Tisch, beim Blick auf die Essenden) einfordert. Die Frau surft rum, findet überall Warnungen von Eisenmangel etc., wird unsicher, holt sich immer mehr Tipps via Internet und wird letztendlich so verunsichert, daß sie bereits im 4. Monat mit dem Zufüttern beginnt.
Das nächste Beispiel wäre das Gegenteil von oben, eine andere Bekannte von mir hört mit dem versuchten Zufüttern auf, weil sie im Internet alle möglichen Warnungen vor Allergien etc. dabei gehört hat.
Keine der beiden hört auf das eigene Bauchgefühl. Sie lassen sich dank der zahlreichen Informationen derart verunsichern… Nur sind sie nach der Umentscheidung immer noch unzufrieden, was die Sache auch nicht erleichtert.
Das kann auch auf Misstrauen aufgrund schlechter Erfahrungen
zurückzuführen sein.
Klar, zum Absichern benütze ich ja das Internet auch hin und wieder.
Ich finde, dass es eine der wichtigsten Aufgaben ist, die
heutzutage jeder Mensch hat, zu lernen, welche Informationen
für einen am wichtigsten sind, und diese zu erkennen und
auszuwählen, und ein Gefühl dafür zu entwickeln, auf wessen
Rat man hören sollte. Dabei muss man natürlich auch mal ein
Risiko eingehen und was ausprobieren. Ich glaube, kurz
ausgedrückt gehört das mit zur Selbstverantwortung.
Stimme ich voll und ganz zu!
Einfacher geht es doch nur, wenn man Vorschriften kriegt. Oder
wenn man nur sehr wenige Informationen bekommt - die aber ja
nicht unbedingt richtig sind. Was meinen Eltern früher - damit
meine ich jetzt aber noch früher als die 80er Jahre, eher 50er
und 60er - z. B. von Ärzten immer als absolute Wahrheit zur
Baby- und Kinderpflege dargestellt wurde, hat sich
mittlerweile fast alles als falsch herausgestellt.
Schon, aber auch die Generation hatte einen klaren Menschenverstand (wer ihn nutzte:wink: sowie ein Bauchgefühl. Ich bin immer wahnsinnig erstaunt, wenn mir meine Mutter (Jahrgang '33) Sachen erzählt bezgl. Kindererziehung oder -entwicklung, die wörtwörtlich in so einigen Ratgebern von heute stehen. Sei es nun Montessori oder Emmily Pikler oder nur der Ratgeber von Barbara Sichtermann. Klar ist z. B. E. Pikler ein ziemlich alter Jahrgang, aber meine Mutter kennt nicht mal den Namen.
Dann z. B. hat man meiner Mutter bei jedem Kaiserschnitt (3 insges.) erzählt „nach einem Kaiserschnitt kann man nicht stillen“. (Wir sind alle drei gestillt worden)
Viele Grüße,
Christiane
