Hallo Lakatan,
Futterneid unter Hunden hat primär nichts mit Rangordnung, sozialer Schieflage, Rudel?chef? o. ä. zu tun. Grundsätzlich ist Futterneid unter sozial lebenden Caniden vollkommen normal und auch sinnvoll.
Bei Hunden in Lebensgemeinschaft mit Menschen kann Futterneid aber sehr lästig und auch gefährlich für alle Beteiligten sein und sollte deshalb möglichst schnell abgestellt werden.
Da ich dich und deine Hunde nicht persönlich kenne, kann ich dir schwer einen Trainingsplan an die Hand geben und nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten - vielleicht ist was Brauchbares für dich dabei.
Ich halte schon immer mehrere Hunde (und Katzen) gleichzeitig und kann futterneidisches Verhalten absolut nicht gebrauchen. Falls sich bei einem Neuzugang derartige Tendenzen zeigen, gibt es keine Futternäpfe mehr. Ich füttere die Hunde vom flachen Teller (möglichst klebriges Futter). Den Teller halte ich in den Händen und biete ihn den Hunden an. Sollte einer der Hunde Aggressionen zeigen (Knurren, Lefzen hochziehen, …) ziehe ich den Teller hoch (dadurch kurzer Abbruch des Blickkontakts) stelle ihn ohne Kommentar auf den Schrank und „verbanne“ die Hunde in den Garten. Fressen ist dann erstmal für einige Stunden gestorben. Beim nächsten Mal das gleiche Spiel.
Futter oder Knochen zur freien Verfügung bekommen die Hunde vorerst nicht. Erst wenn die Kandidaten anstandslos vom Teller fressen (das dauert meist nicht lange) streue ich Futter breitwürfig im Garten.
Bei dieser Fütterungsmethode kommt es meist weniger zu aggressivem Verhalten, da für den Hund kein direktes „Beutestück“ vorhanden ist, das er gezielt verteidigen könnte - im Gegenteil, durch Drohverhalten u. ä. verliert er Zeit, die der andere Hund zum Aufsammeln von Futterstücken nutzen kann.
Meine Hunde wissen sehr schnell, dass Futteraggression bei mir blitzartig den „Totalverlust“ bedeutet.
Bei unterschwelligen Spannungen unter Hunden (oft durch Futterstreiterein forciert) bin ich auch ein Freund des „Pferchens“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde, die öfter auf engem Raum mit anderen Hunden zusammen sind, sich Stänkereien verkneifen und stresstoleranter gegenüber ihren Artgenossen werden (… man trifft sich ja immer zweimal).
In meinem Auto fahren u. a. deshalb regelmäßig fremde Hunde mit. Je enger es im Kofferraum wird, desto seltener mault mal einer. Wenn ich mir bei einem Hund nicht ganz sicher bin, sichere ich ihn mit einem Maulkorb.
Ein traumatisches Erlebnis ist es für die Hunde offensichtlich nicht - bisher springt jeder, der einmal dabei war, von selbst in den Kofferraum, wenn wieder eine Fahrt ansteht.
http://www.bilder-speicher.de/08102321529751.gratis-…
(Die Hunde auf dem Bild gehören sechs verschiedenen Besitzern und sahen sich bei dieser Gelegenheit z. T. das erste Mal; die beiden links sind meine.)
Es geht nicht darum, Hunde ewig lang zusammenzusperren, sondern lediglich hin und wieder engen Kontakt ohne Fluchtmöglichkeiten zu schaffen (notfalls mit Maulkorb gesichert).
Gruß
Johnny