Gartenameisen machen meine Pflanzen kaputt - was tun?

Hallo,

in diesem Jahr sind meine Gartenameisen besonders zahlreich oder biestig, sie bauen an Roter Beete und Kohl ihre Nester (unten an den Wurzeln) und nutzen den Stil als Aufstiegspfad. Die Pflanzen erhalten dadurch wohl nicht mehr genug Feuchtigkeit, teils werden auch die Wurzeln geschädigt. Manche Rote Beete sind schon eingegangen.
Wie kann ich den Ameisen diese Nistplätze madig machen?

Habe einige Pflanzen schon umgepflanzt - die Ameisen sind dummerweise mit gekommen. Das ist also wohl keine Lösung.

Danke für Tipps,
Paran

Hallo in so einem Fall mische ich mir lösliches Ameisenpulver in das Gießwasser und die Ameisen sind weg.
Viele Grüße noro

Hallo,

woraus besteht „Ameisenpulver“ und möchte man das im Essen haben?

Gruß,
Paran

1 Like

Servus,

die wichtigsten Wirkstoffe sind hier die „üblichen Verdächtigen“ Cypermethrin, Permethrin, Deltamethrin, aber auch ältere wie Chlorpirifos sind noch in Gebrauch.

Eigentlich verwunderlich, weil man den ganzen Scheiß nicht braucht, wenn man Spinosad in einer Köderdose verabreicht, zu der viele fliegenden Insekten und keine größeren Tiere und Menschen Zugang haben, während die Ameisen den Köderstoff mit Wirkstoff dort herausholen, um ihre Königin zu füttern, die daran stirbt, so dass dem Ameisenvolk Nachkommen und Schaltzentrale fehlen.

Spinosad wird als bienengefährlich eingestuft, ist aber in der Köderdose für Bienen ungefährlich. Für Menschen ungefährlich genug, dass es zur Bekämpfung von Kopfläusen bei Kindern ab vier Jahren zugelassen ist.

Schöne Grüße

MM

5 Like

Ich bringe keine Chemie in meinen Garten ein, denn die stört das biologische Gleichgewicht, das ich im Detail gar nicht kenne.

Es gibt viele Insekten in Ameisengröße, die nützlich sind, z.B. Schlupfwespen. Die werden dann wohl ebenfalls dahingerafft.

Tierfreunde regen sich zu Recht auf, wenn Wale und Delfine als „Beifang“ gequält und getötet werden. Aber dann aus Unwissenheit selbst im Garten Beifang in Kauf nehmen.

Gegen Ameisen scheint Wasser zu helfen, also deren unterirdische Gänge nass halten. Zur Not mit Seife, das verstopft die Atemöffnungen. So habe ich früher Blattläuse bekämpft, inzwischen ist das wegen der aktiven Nützlinge nicht mehr nötig.

Kurti

Tja - das „wohl“ ließe sich leicht durch simple Beobachtung ersetzen.

Das hier

ist - halten zu Gnaden - nicht bloß verbal Mumpitz hoch drei, sondern vernachlässigt auch, dass jede Form von Garten- und Landbau per se das biologische Gleichgewicht stört. Mit dem ersten Radieschen, das Du da entnimmst, ist Essig mit dem Gleichgewicht.

Ja, und noch mehr derlei hübsche Dinge schreibt einer vom anderen ab. Die Probe auf’s Exempel fehlt dann in der Regel.

Übrigens: Jeder Schluck, den Du trinkst, und jedes Häppchen, das Du isst, lässt sich seiner chemischen Zusammensetzung nach beschreiben. Es gibt keinen einzigen Garten, in dem es „keine Chemie“ gibt.

So, und jetzt Butter bei die Fische: Welche Tiere genau werden (außer Ameisen) durch Ausbringen einer Köderdose mit Spinosad geschädigt oder getötet? Hic Rhodos, hic salta!

Schöne Grüße

MM

Ich werde kein Gift kaufen, um die Wirkung zu testen.

Was hält die biologische Landwirtschaft von Spinosad?

„Produkte mit Spinosad wirken auch gegen andere (außer Kartoffelkäfer) Schadinsekten wie z. B. Lepidoptera (Schmetterlinge), Diptera (Fliegen), Hymenoptera (Hautflügler), Thysanoptera (Fransenflügler) oder Coleoptera (Käfer).

Giftig für Algen
Giftig für Fische und Fischnährtiere
Sehr giftig für Wasserorganismen. Kann in Gewässern längerfristige
schädliche Wirkungen haben.“

Quelle

Habe mir weitere Quellen angesehen, möchte hier aber keine Doktorarbeit abliefern. Wenn sicherzustellen ist, dass der Wirkstoff nur lästigen Ameisen zugänglich ist- etwa in der Wohnung - könnte ich die Anwendung vertreten.

Habe keinerlei Sendungsbewusstsein. Jeder möge seinen Garten nach seiner Wahl „behandeln“. Alle Gifte lesen sich vollkommen ungefährlich in der Verkausfsbroschüre.

Gibt es überhaupt Köderdosen davon? Habe bei der Bildersuche keine gefunden, aber bei spinosad (ohne Köderdose) diverse Kanister und Sprühpistolen gefunden. Also Anwendungen, die auch andere Lebewesen außer Ameisen betreffen.

Kurti

Und was eine Ameisen-Köderdose ist, weißt Du ja auch, hoffe ich.

Mein Herr, ich habe bei Rudolf Heitefuß Phytopathologie und bei Wolfgang Ziechmann Agrarchemie gehört, ferner bei Kord Baeumer und bei Rolf Rauber Pflanzenbau (von beiden weißt Du ja, wie sie zu unbedachtem und unkontrolliertem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stehen bzw. standen), auf so eine Laberei brauche ich mich nicht einzulassen.

Oh weh - einfach die Verkaufsbroschüren anschauen, dann findet man das ganz leicht.

Heißer Tipp: Die gibt es bei dem für Hobbygärtner am leichtesten zugänglichen Hersteller und Anbieter von „Bio“-Gartenbauprodukten, u.a. dem ersten, der Kupfer-Fungizid in der Formulierung als Kupferoktanoat angeboten hat, so dass man bei gleicher Wirkung einen Bruchteil von dem Kupfer braucht, mit dem Bio-Winzer teilweise ihre Böden verseuchen, und dem einzigen, der torffreie Substrate in verbrauchernahen Gartenmärkten vertreibt. Na, wer isses?

Schöne Grüße

MM

1 Like

das habe ich zunächst versucht, auch mit wenig Spüli, aber wenn ich nicht den ganzen Tag mit der Gießkanne daneben stehe, klappt das nicht. Ameisen bauen ihre Nester schon recht wasserdicht und bei der hiesigen Trockenheit und dem Sandboden ist das Wasser ratzfatz weg.
Aber Insektengift möchte ich auch nicht im Garten, zumal diese Köderdosen weniger gut funktionieren, als angesagt (hatte früher mal Ameisen in der Wohnung, wo ich diese Dosen probiert habe - der Erfolg war nicht als solcher zu bezeichnen).
Außerdem hätte ich Sorge, dass beim Gießen oder starkem Regen Wasser eindringt und mitsamt gelöstem Giftstoff ausfließt.
Ich habe jetzt die am schlimmsten betroffenen Pflanzen in Töpfe umgepflanzt und den Rest mit Kies-Sandgemisch umgeben. Das scheint die Ameisen zumindest zu stören, ob es wirklich hilft muss man abwarten. Notfalls pflanze ich alles vorübergehend in Töpfe, buddel das Beet ordentlich um und warte 1-2 Wochen ab.

Hilft es vorbeugend (fürs nächste Jahr) ev. Zwiebeln dazwischen zu pflanzen oder sonst ein Kraut? Und ist mulchen oder nicht mulchen sinniger?

Gruß,
Paran

ist da keiner drinne.

Übrigens: Wenn man nicht mehr als ein Loch in die Dose reinsticht, hat Regenwasser egal in welchen Monsundosierungen keine Chance, da rein zu kommen, weil nämlich schon Luft drinne ist und zu einem Loch angemessener Größe nicht gleichzeitig Wasser rein und Luft rauskann.

Du erinnerst Dich aber schon daran, wie ich vier von ungefähr einem Dutzend verschiedener Wirkstoffe aufgezählt habe? Wie sollte ein Erlebnis mit einem Stoff eine Aussage über die Wirkung eines anderen ermöglichen? Und war seinerzeit überhaupt die Zeit im Spiel, die bei so extrem niedrigen Dosierungen natürlich notwendig ist, um den von mir ziemlich ausführlich beschriebenen Effekt zu zeitigen?

Aber sei unbesorgt - was Du da mit den armen Pflanzen veranstaltet hast, haut sie viel gründlicher um, als das das kräftigste Ameisenvolk gekonnt hätte…

Die übrigen Hausmittelchen zu beurteilen, überlasse ich dann unserem Experten @Kurti - ich sehe schon, Ihr versteht Euch…

Schöne Grüße

MM

Hallo,

doch, in der Wohnung hatte es viel Zeit, hier und jetzt gibt es diese Zeit allerdings nicht, da die Ameisen täglich mind. eine Pflanze köpfen.

„Aber sei unbesorgt - was Du da mit den armen Pflanzen veranstaltet hast, haut sie viel gründlicher um, als das das kräftigste Ameisenvolk gekonnt hätte…“

Schlimmer kann ich es mit egal was nicht machen, Tot hat keine Steigerung.

Gruß,
Paran

  • ach, und wenn wir grad dabei sind: Falls sich jemand abseits vom üblichen Chemie-Chemie! und Gift-Gift!-Trompeten für Spinosad interessiert - Hier gibt es ein paar Sachverhalte zu diesem Stoff:

Unter anderem finde ich ganz interessant, dass dieser Stoff von einem Bodenbakterium produziert wird, so dass im Fall einer plötzlichen unerwarteten Explosion der Köderdose, gefolgt von einem Monsunguss, das dann aus der Köderdose in den Boden geschwemmte Spinosad von dem, das dort je nach Zusammensetzung des örtlich vorhandenen Edaphons eh schon vorhanden ist, nicht weiter unterscheiden lässt.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

die Produktion von natürlichen Bakterien gilt auch für das stärkste bekannte Gift, wie Dir sicher bekannt ist.

Unabhängig davon wirken die Köderdosen in diesem Fall viel zu langsam, wenn überhaupt und ich möchte in meinem Garten keine Plastikdosen mit Inhalten, die ich nicht wirklich einschätzen kann. Lt. Industrie ist immer alles unbedenklich, das galt auch für DDT, E605, Glyphosat, Neonikotinoide usw. Alles völlig unbedenklich bei Markteinführung und noch etliche Jahre danach. Bis zum Gegenbeweis. Aber bis dahin ist schon das nächste Zeug am Start, jetzt aber garantiert völlig unbedenklich. So geht das Spiel seit den 50ern / 60ern? Zu lange jedenfalls, als dass ich da noch irgendwas glauben könnte.

Gruß,
Paran

Wann genau ist eigentlich die Gesellschaft von Wissenschaft in Richtung Esoterik abgedriftet?

Was übrigens der Witz an der Sache ist. Wenn es sofort tötet, erreicht das Gift die Königin eher nicht und mit Königin bleibt das Nest bestehen.

Zum guten Glück ist bei Forschung, Entwicklung und ggf. Zulassung von Pflanzenschutzmitteln kein Glaube erforderlich - im Gegensatz zu einigen Weisheiten aus dem Schatz des kollektiven „Erfahrungswissens“, die sich weder in vivo noch in vitro reproduzieren lassen: Man muss halt fest daran glauben, dann wirkt es auch…

Das hier:

könnte ich übrigens als persönliche Beleidigung auffassen: Ich habe in diesem Thread einen Zulassungsbericht zu einem Pflanzenschutzmittel mit Wirkstoff Spinosad verlinkt, in dem sehr konkret und sehr detailliert aufgeführt ist, unter welchen Bedingungen genau an welcher Stelle genau welche Bedenken genau angebracht sind. Das mit einer einzigen stammtischgerecht generalisierenden Allerweltsphrase in Bausch und Bogen fanfarend vom Tisch zu wischen, zeugt von einer groben Mißachtung der Mühe, die sich alle Beteiligten vom ersten Forscher, der Spinosad auf den Weg gebracht hat bis zu mir, der den Zulassungsbericht gesucht, gefunden und hier nebst einigen Erläuterungen zum Thema Spinosad vorgelegt hat, gegeben haben.

Eine Liste der Repellents aus Tante Ernas Erfahrungskiste, deren Unwirksamkeit auf Lasius Niger und Myrmica Rubra ich persönlich beobachtet habe, lege ich jetzt nicht vor.

Schöne Grüße

MM

Servus,

ich war dabei - zu meinem heutigen großen Bedauern erst ziemlich spät auf der Seite der Aufklärung und lange Zeit auf der Seite der Geisterbeschwörer und Anti-Pythagoristen: In Europa westlich des Eisernen Vorhangs war diese „Remediävalisierung“ der Gesellschaft, deren Start man vielleicht mit der Gründung des „Weiberrats“ im SDS im Jahr 1968 fixieren könnte, etwa ab Mitte der 1970er Jahre nicht mehr zu übersehen. Hier könnte man als Zeitmarke vielleicht den 18.02.1975 ansetzen, als das für den Bau des AKW Wyhl vorgesehene Gelände von Protestierenden besetzt wurde - das organisatorische und auch programmatische Vakuum, das bei deren inhomogener und nicht politisch orientierter Masse bestand, wurde damals recht zügig von Freunden mittelalterlicher Volkstänze, Verehrern mittelhochdeutscher Dialekte, Sachkenntnisverweigerern jeder Couleur und Romantikern und Utopisten aller Schattierungen eingenommen.

Ihren politischen Arm schuf sich die „Bewegung“ der Gegenaufklärung dann am 13. Januar 1980, auf ursprüngliche Initiative von ein paar großen Köpfen aus der Freiburger Immobilien-Szene in Verbindung mit einigen wohlhabenden Anthroposophen aus der selben Gegend, die die Chance erkannten, dass es einen Haufen politisch heimat- und weitgehend kenntnisloser Menschen gab, die sich zwar verbal als „irgendwie links“ und „irgendwie dagegen“ gebärdeten, aber bereits weit weg von den grundsätzlichen Überzeugungen von Giordano Bruno, Isaac Newton und Voltaire waren (falls sie überhaupt je in deren Nähe gewesen sein sollten) und sich damit mit großer Energie für alle möglichen Dunkelmännereien engagieren ließen.

Schöne Grüße

MM

Wenn du einem Mittel vertraust und das in deinem Garten anwendet, gibt es hier bisher keinen Widerspruch.

Wenn ich den „wissenschaftlichen“ Aussagen kritisch gegenüberstehe und du dich beleidigt fühlst, dann ist das so. Wer sich getroffen fühlt, ist gemeint. Wissenschaftler wissen, dass in ihren Kreisen diskutiert wird, es also mehrere Meinungen gibt.

Kurti

Servus,

diesem ganzen Salbader

entnehme ich, dass Du weder die (zugegebenermaßen nicht sehr übersichtliche, aber mit etwas Aufmerksamkeit gut verständliche) Zuordnung der Beiträge hier im Forum verstehst, noch ein Wort von dem, was ich @paran auf das geantwortet habe, was nach

kommt.

Und jetzt versuch’s noch mal mit dem Lesen - ist gar nicht so schwer. Sei tapfer! Du schaffst das!

Winkewinke

MM

Hallo,

dann kannst Du mir sicher schlüssig erklären, warum in der Vergangenheit so viele Stoffe zugelassen wurden, die sich später, im Feldversuch so zu sagen, als reichlich problematisch erwiesen haben?

Ich jedenfalls kann die Angaben nicht selbst überprüfen, ergo kann ich sie nur „glauben“ oder nicht. Wenn das Esoterik ist, bin ich wohl Esoteriker. Ich glaube halt nicht alles, was auf Verpackungen steht.

Gruß,
Paran

Hallo,

das hier driftet mir zu sehr ab und hilft meiner Roten Beete nicht die Bohne.
Hat niemand einen chemiefreien Vorschlag? Z.B. Tips von Oma, die noch keine Köderdosen kannte und trotzdem Rote Beete geerntet hat?

Gruß,
Paran