Gedanken über unser Bildungssystem :-))

???
Hi Katja!

Du sprichst in Rätseln:

Also hast Du statt 10 gut ausgebildeten und hochqualifizierten
Physikern lieber 20 mittelmäßige Physiker ?. Ich denke von
letzteren Studenten haben wir schon genug in Deutschland es
gilt die Talentierten zu fördern.

Du stellst die Behauptung auf, daß es in deutschen Hochschulen unmöglich ist als hochqualifizierter Absolvent das Studium zu beenden.
Außerdem widersprichst Du Dir selbst. Die Zahl der Hochqualifizierten ist doch fix. Also ist auch die Anzahl der hochqualifizierten Absolventen fix, unabhängig davon ob Auswahltests durchgeführt werden oder nicht.

Gruß
Tom

Hi,

Zu Deinem ersten Punkt würde ich einen guten Motivationsfaktor empfehlen: die Abschaffung der Studienförderung seitens des Staates. Jetzt werden wieder einige aufschrien, daß wir jedem die Chance geben müssen. Müssen wir das wirklich? Nehmen wir uns mal das japanische oder amerikanische Modell zum Vorbild. Wenn die Eltern für ein Studium der Kinder sparen, ist doch automatisch eine ganz andere Motivation da. Dann würden auch die ewigen Studenten wegfallen. Zuviel sozial ist unsozial.

Aber bei diesem Modell werden wieder die Armen als Ausrede vorgeschoben. Es gibt auch Begabtenförderung, Stipendien usw., und die richten sich nun mal nach den Leistungen.

Der zweite Punkt ist, dass ein Studium in Deutschland immer
noch, im Vergleich zu den anderen Ländern, viel zu lange
dauert. Der Brite studiert im Durchschnitt lediglich 3 bis 4
Jahre, der Deutsche braucht für sein Diplom 5 bis 6 Jahre.
Hier wäre es geboten, das Curriculum an den Unis sowie an den
Fachhochschulen zu straffen, die Semesterferien zu kürzen und
die Prüfungen zu verstärken. Dann wäre das Diplom auch ohne
Probleme
in 3 bis 4 Jahren zu absolvieren und Deutschland würde seine
Wettbewerbsfähigkeit im wichtigsten Faktor der Zukunft,
Bildung, verstärken.

Zum zweiten Punkt: Zählt man an der FH das soo überflüssige praktische Jahr nicht mit, sind es auch nur 3 Jahre. Dieses praktische Jahr ist derartig nutzlos; angeblich sollten die Studenten dann praktische Erfahrungen bei der späteren Arbeit haben. Kommen denn aus den Unis ohne Prxissemester nur Fachidioten raus? Man kann uahc Praxis in Form kleiner Projekte bzw. wiss. Arbeiten in die Semester streuen.

Aber schauen wir uns doch mal so ein Vorlesungsplan an und schon wird ersichtlich, wie bequem der Deutsche ist. Da fangen durchschnittlich die Vorlesungen am Montag mittags an und hören Freitag Mittag auf, um einigen Leuten die Möglichkeit zu geben, bequem und in Ruhe anreisen zu können.

Zum dritten Punkt:

die Verkürzung der
Schulzeit auf 12 Jahre, wie bereits im Saarland,
Ost-Deutschland und bald auch in Ba-Wü, üblich.

Ja aber ein Blick nach dem Land mit den Bergvölkern genügt. Die dortige "Ein"bildungspoltik besagt, man könne doch den armen Kindern nicht so einen Streß zumuten. Eine Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre ist eigentlich nur durch eine Verlängerung der allgemeinen Schulzeit möglich (Ich meine damit die Anzahl der Stunden pro Tag). Es kann nicht immer möglich sein, Das der Unterricht mittags zu Ende ist, damit man bei Mami daheim Mittag essen kann. Wenn ich mich nicht irre, gab es in Ostdeutschland auch Samstags Unterricht bis Mittag, und es ist schon ein Unterschied, ob ich bis Mittags schlafe oder zur Schule gehe.

Aber vielleicht meint man ja, daß durch Verkürzung der Zeiten mehr Wissen vermittelt wird. Ich meine, die Gewerkschaften glauben ja auch, daß durch Verkürzung der Arbeitszeit mehr Arbeit geschaffen wird.

Der Deutsch ist zu bequem geworden, und dies wird sein Untergang sein.

Beth
http://my-japan.de

[…]

*ächz*, ich kann mich nicht mehr beherrschen, ich muss jetzt auch mal was sagen.

du sprichst dauernd davon, daß eher Unqualifizierte die
anderen blockieren… kannst mir mal sagen, wie du dir das
vorstellst? Jeder studiert doch für sich selbst und mir wärst
echt total egal, wenn in meinem Studium Leute wären, die sich
nicht „nicht richtig“ für das Fach interessieren. Das stört
mich doch nicht.

Dann setz Dich mal im Grundstudium wie z.B. an der Uni Köln
mit 600 bis 700 Leuten in eine Vorlesung, dann weißt Du was
ich meine…

In Deutschland wird, wenn man von Schnullistudiengängen wie BWL und Sozialpädagogik absieht, viel zu wenig studiert. Die Anfängerzahlen gerade in den Natur- und Ingenieurwissenschaften sind dramatisch eingebrochen. Nicht zuletzt dank der genialen Wirtschaftslenker (BWLer?), die bis vor kurzem noch lauthals davor gewarnt haben, irgend ein Studium anzufangen und bei jeder Konjunkturdelle zig tausend Ingenieure „freigesetzt“ haben.

Von 600 bis 700 Studenten im Hörsaal können diese Bereichte nur träumen. Im Gegenteil. Wenn es zur Zeit die Möglichkeit für Unis gäbe, sich ihre „Kunden“ auszusuchen, dann würden sie jeden Affen immatrikulieren, nur damit ihnen nicht ständig die Planstellen weggestrichen werden!

Davon abgesehen, bin dich der Überzeugung daß Intelligenz oder
Fachwissen, daß du so gerne VOR dem Studiunbeginn abgeprüft
haben hättest nichts, aber auch gar nichts darüber aussagt, ob
die Kanditaten für das Fach geeignet sind oder nicht!

Ganz meine Meinung. Insbesondere, wenn es standardisierte Tests ala „SAT“ und „ACT“ (in den USA) sind. Das wird in der Tat vom deutschen Abitur genauso gut oder besser erfüllt.

Das ist aber eine sehr gewagte Aussage. Vor allem bei Fächern
wie Mathematik, Physik etc. ist die Intelligenz des Studenten
der wichtigste Faktor für den Studienerfolg.

Das sie das in anderen Fächern nicht ist, halte ich für eine gewagte These.

Studien unter
anderem von Prof. Eysenck haben ergeben, dass die
Abschlussnoten proportional zum IQ gestiegen sind, dass heißt
die Studenten mit dem höchsten IQ hatten in der Regel auch die
besten Noten.

IQ-Test sind in meinen Augen der totale Bullshit! Spätestens seit man Computer auf einen IQ von >130 bringen kann, ist das wohl auch bewiesen. Ähnlich wie Medizinertests (die mittlerweile auch wieder abgeschaft sind) kann man die einfach trainieren. Wenn das also ein Aufnahmekriterium wäre, dann würdest Du Zeuge einer wundersamen IQ-Erhöhung in der Bevölkerung.

Es wurden sogar bestimmte Mindestgrenzen
aufgestellt, z.B. mind. 115 für Studium und 125 für Prädikats
Examen, dass halte ich allerdings für ein wenig übertrieben

-).

Nicht nur ein wenig. Wer ist denn dieser Prof. Eysenck? Arbeitet der bei Anderson?

Es geht auch nicht darum Fachwissen abzufragen, dass wäre
natürlich VOR dem Studium schwachsinn. Aber bei Physik z.B.
könnte man die Mathematischen Fähigkeiten und die
Mathematische Intelligenz messen und daraus für den Bewerber
Rückschlüsse ziehen, dass wäre durchaus möglich. Denn das die
Gymnasien perfekt vorbereitete bald Studenten hervorbringen
ist eine Chimäre.

Eine Chimäre? Bist Du sicher, dass Du weisst, was das ist? Egal, das ein solcher Test bessere Studenten hervorbringt, ist ebenfalls unklar. Sicher ist allerdings (und das praktizieren die Elite-Unis der USA und GB), dass Professoren im persönlichen Gespräch sehr schnell recht genau feststellen können, ob jemand für das Studium geeignet ist, oder nicht. Aber auch das ist nicht 100% sicher. Als anekdotischen Beweis kann ich eine Freundin anführen, die an der TU München durchs Physik-Vordiplom gerauscht ist. Der Prof. hat ihr sarkastisch empfohlen, doch lieber Hausfrau zu werden. Sie hat dann nach Göttingen gewechselt, am dortigen MPI ihre Diplomarbeit gemacht und anschliessend am MIT in Boston promoviert. So kann man sich täuschen.

Denn das
einzigste was dich in dem Studium immer wieder vorantreibt ist
nichts als bloßes Interesse und das wirst du wohl schlecht
abprüfen können.

Leider geht dieses Interesse etlichen Studenten vollkommen ab. Das hat mich in meinem Studium am allermeisten Frustriert. Die Bocklosigkeit, sich mit der Materie intensiv zu befassen – hauptsache, man hat den Schein. Dennoch meine ich nicht, dass Du diese „Bocklosigkeit“ in Aufnahmeprüfungen herausfiltern könntest. Leider, denn das wäre in meinen Augen ein wirklich guter Grund für solche Prüfungen.

Wenn er aber Aufgrund mangelnder Intelligenz den Stoff in
Mathe oder Physik nicht mehr versteht wird das Interesse sehr
schnell nachlassen :smile:

Ja und? Ich frage mich genau wie einige Andere hier, wo das Problem ist? Lass die Leute doch ihr Studium wechseln oder was anderes machen, wenn sie das herausgefunden haben. Die interessierten Studenten finden auch bei größeren Massen zusammen.

Vielmehr halte ich die unmotivierten Professoren für das größte Problem. Die Lehre wird an deutschen Unis oft sehr stiefmütterlich behandelt. Vorlesungen und Seminare dienen nur dem ausspähen künftiger Doktoranden für die eigenen Projekte und Arbeitsgruppen. Der Rest ist lästiges Beiwerk. Das sollte mal gründlich geändert werden. In meinen Augen wären da „Aufnahmetests“ sehr viel angebrachter.

Ausserdem fehlen an allen Ecken und Enden finanzielle Mittel. Deutschland bildet nicht nur das Schlusslicht in Sachen Studentenzahlen, sondern auch in Sachen Bildungsausgaben. Das merkt man bei den Bibliotheken (dürftiger Bestand, mieserable Öffnungszeiten), den Hörsäälen (Ausstattung mit Projektoren, Beamern – oftmals ist selbst die Tafeloberfläche schon so mies, das kaum mehr die Kreide haftet), den Laboren (zu wenige Plätze, uralte Geräte etc.), den Hiwi/Wimi-Stellen (Doktoranden höchstens BAT-2a/2) etc.

Aber noch ein paar kritische Worte zum angelsächsischen System. Ich habe mich zwei Jahre in den USA und ein halbes in GB aufgehalten und mir ein recht gutes Bild über das Bildungssystem gemacht. Auch im Studium (Studentenwohnheim) habe ich sehr viel Kontakt mit ausländischen Studenten gehabt. Das System dort ist im Vergleich zu hier richtig scheisse. Ein Bachelor ist kaum mehr, als unser hiesiges Abitur. Ein Master ist auch nicht wirklich mit dem deutschen Diplom zu vergleichen. Bei den Promotionen ist das Niveau allerdings mehr oder weniger gleich. Allerdings sind die allermeisten Absolventen des angelsächsischen Systems weder fachlich besonders qualifiziert, noch sind sie (aufgrund ihres jugendlichen Alters) persönlich besonders ausgereift. Das wissen scheinbar auch die meisten Unternehmen und stecken solche Leute erstmal in ein sog. Trainee-Programm. Dort wird den jungen Hüpfern erst einmal – bei meist bescheidener Bezahlung – Benehmen und Fachwissen beigepuhlt, bevor man sie ernsthaft an die Arbeit gehen lässt.

Wenn man dann die Altersstruktur noch einmal vergleicht, dann stehen die deutschen Absolventen plötzlich – trotz Gebärersatzdienst und 13 Schuljahren – gar nicht mehr so übel da.

Ich möchte hier kein Schmalspurbildungssystem mit stromlinienförmiger Arbeitskrafterzeugungsmaschine. Wenn man von den paar Ivy-League und elitären Westküste-Unis absieht (bzw. Oxbridge in GB), dann ist der große Rest ein ziemlich trauriger Haufen.

Wenn Du das Glück hattest, an einer dieser Unis zu studieren, so danke Deinen Erzeugern, dass sie mit reichlich Knete ausgestattet sind, denn nur extrem wenige Menschen bekommen da den „full ride“ per Stipendium finanziert.

Dort ist dann scheinbar die Betreuung exquisit und die Professoren werden auch für ihre Fähigleiten in der Lehre eingestellt. Die Ausstattung ist selbstverständlich auch vom Allerfeinsten. Ausserdem legt man da (und das fehlt mir hier in Deutschland manchmal sehr) auch einen großen Wert auf Allgemeinbildung. So wird jeder Student sanft gezwungen, über den Tellerrand zu schauen.

Hier gibt es Ingenieure, die noch nie einen Roman von Thomas Mann gelesen haben (der es übrigens ganz ohne Abitur und Studium zum Literatur-Nobelpreis gebracht hat).

Gruß

Fritze

PS: Der Plural von Praktikum ist Praktika (mit ohne „s“) und ich halte dieses Praxissemester (nicht ein ganzes Jahr) für eine sehr gute Sache. Es erspart das Traineeprogramm und sorgt für Praxiserfahrung. Insbesondere, wenn es im Ausland abgeleistet wird, stellt es eine enorme Bereicherung dar.

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Hi Katja!

Gerne nehme auch ich Teil an dieser interessanten Diskussion.

Ich habe mir einmal ein paar Gedanken über das Deutsche
Bildungssystem gemacht und würde mich freuen,
mit Euch darüber diskutieren zu können:

Der erste Punkt ist, dass die Allgemeine Hochschulreife als
alleinige Qualifizierung für ein Hochschulstudium
besteht. Ist es nicht anochronistisch, dass sich Deutsche
Hochschulen, bis auf die Privat Unis, ihre Bewerber nicht
selbst
aussuchen dürfen und jeden aufnehmen muß der über die
Allgemeine Hochschulreife studiert ?. Sicher, in letzter Zeit
wurde dem
ein wenig entgegengewirkt, durch die ZVS Klausel nachder die
Unis 20 % ihrer Studenten nach eigenen Kriterien auswählen
dürfen. Aber wie sagte der ehemalige Präsident der Max Planck
Geselschhaft so schön : „Es gibt in Deutschland nur zwei
Institutionen die sich ihrer Kunden nicht selber aussuchen
darf : Die Gefängnisse und die Universitäten“.

In gewisser Weise macht das auch SInn, denn gerade junge Menschen, und das geht auch einher mit Deiner Forderungen nach der Verkürzung der Schulzeuit weiter unten, wissen oftmals noch nicht 1005ig genau was sie wollen und müssen m.E. auch die Chance haben, zu experimentieren.

Aber in der Regel müßen die Hochschulen jeden Studenten ohne
Prüfungen auf Studierfähigkeit bzw. Studierfähigkeit für das
Fach, bis auf Architektur, aufnehmen. Wäre es nicht für beide
Seiten, die Hochschulen und die Studenten besser, wenn es vor
Studienbeginn Tests geben würde um die Studenten auf obige
Fähigkeien hin zu prüfen ?. Sicher wäre das bei der Anzahl an
Studenten ein immenser Arbeitsaufwand, aber andererseits wird
dadurch auch viel Arbeit gespart, in dem nämlich die Leute,
die für das Studienfach nicht geeignet sind bzw. falsche
Vorstelungen von dem Fach haben, wegfallen und nur die
Motivierten und Qualifizierten übrig bleiben.

Das Problem ist hier sicherlich, die Kriterien festzulegen.
Ich kenne aus meinem Studium noch einige Leute, die heute in der Wirtschaft sehr erfolgreich sind, zum Zeitpunkt des Studienbeginns nach Deinem Modell aber vermutlich höchstens einen Platz in Soz-Päd bekommen hätten…
Leute ändern sich, Menschen sind alle individuell verschieden.
Ich denke hier ist die Freiheit im Studium wichtiger als strengste Kriterien zur Auswahl der Elite für jedes Fach.

Ich habe selber an einer Hochschule studiert, an der sowohl
Schriftliche Tests als auch Mündliche Bewerberauswahl
stattfand,
und ich muß sagen dies hat sich durch das spätere Arbeiten mit
Hochmotivierten und Qualifzierten Kommilitonnen und
Kommilitonninen absolut bezahlt gemacht. Zumal diese Tests
z.B. in den USA oder Großbritannien vor allem in den Graduate
Studiengängen selbstverständlich sind. Vor allem in den
Mündlichen Interviews kann die Hochschule auf die Bewerber
zugehen und evtl. auch falsche Vorstellungen über das
Studienfach seitens des Bewerbers revidieren.

Die Möglichkeit der Studienberatung vorab gibt es hier ja auch.
Ich bin damals auch dortgewesen und habe einige hochinteressante Anregungen erhalten.

Der zweite Punkt ist, dass ein Studium in Deutschland immer
noch, im Vergleich zu den anderen Ländern, viel zu lange
dauert. Der Brite studiert im Durchschnitt lediglich 3 bis 4
Jahre, der Deutsche braucht für sein Diplom 5 bis 6 Jahre.

Warum wohl?
Ohne hier jemandem zu Nahe treten zu wollen: ich habe Familie und einige Freunde in GB, die dort auch studieren/studiert haben.
Gegen ein deutsches Hochschulstudium ist das Studium in GB nach deren Bekundungen ein Kaffeekränzchen.
Drei von ihnen kennen das deutsche sowie auch das englische Studiensystem, daher halte ich den Vergleich für durchaus interessant.

Hier wäre es geboten, das Curriculum an den Unis sowie an den
Fachhochschulen zu straffen, die Semesterferien zu kürzen und
die Prüfungen zu verstärken. Dann wäre das Diplom auch ohne
Probleme
in 3 bis 4 Jahren zu absolvieren und Deutschland würde seine
Wettbewerbsfähigkeit im wichtigsten Faktor der Zukunft,
Bildung, verstärken.

Der Ansicht bin ich ebenfalls.

Der dritte und lezte Punkt wäre das Abitur. Auch hier wäre
eine Verkürzung auf 12 Jahre angebracht, da die Deutschen
Schüler,
wieder im Vergleich zum Ausland, zu Alt sind wenn sie ihr Abi
Zeugniss in der Tasche haben. Das liegt zum einen daran das
viele
Eltern ihre Kinder erst mit 7 Jahren einschulen, an der im
Vergleich zum Ausland 1 Jahr längere gehenden Schule und, bei
den Männlichen Studenten, der Zivil/Wehrdienst der auch wieder
1 Jahr kostet. Hier wären die Abschaffung des Wehr/Zivildienst
(ein Relikt des Kalten Krieges) und die Verkürzung der
Schulzeit auf 12 Jahre, wie bereits im Saarland,
Ost-Deutschland und bald auch in Ba-Wü, üblich.

Das ist ein interessanter Ansatz.
Mit einer Straffung des Lehrplanes müssten noch nicht einmal wichtige Themen entfallen. Nur müssten, um das Pensum dann noch zu schaffen, die Damen und Herren Lehrkräfte auch zum Dienst antreten und nicht die Woche vor Pfingsten schon krankfeiern um das Wohnmobil zu polieren (sorry, ist poelmisch. Konnte ich mir aber dennoch nicht verkneifen).

Zum Wehrdienst: alle oder keiner. Will heißen: ein soziales Jahr für Jungen und Mädchen mit der Option, wahlweise auch zur Bundeswehr zu gehen, wäre m.E. hier der richtige Weg.

Ich sehe den Militärdienst so nicht als allgemeinen Wettberwerbsnachteil Deutschalnds an, da andere Länder auch diese Einrichtung haben. In Italien dauert der Wehrdienst sogar fast 2 Jahre.
Es besteht m.E. lediglich ein Wettbewerbsnachteil der männlichen Jugendlichen gegenüber den weiblichen.

Grüße,

Mathias

Nochmal ein paar Anmerkungen…
Hi Katja
Nachdem ich den Unibetrieb von „beiden Seiten“ kenne, auch noch ein paar Anmerkungen von mir.

Mal was anderes: irgendwie hat sich die ganz Diskussion auf
Mathe und Physik verschoben. Dazu möchte ich sagen, daß in
Deutschland händeringend nach Physikern gesucht wird. Auf
jeden Absolventen fallen im Durchschnitt zwei offene Stellen.
In Paderborn wird sogar jedem Student, der sich entschließt
Physik zu studieren ein kompletter Rechner GESCHENKT! In
Kaiserslautern werden Wehrpflichtige/Zivis bereits während dem
Kriegsdienst mit einem speziellen Fernstudium gelockt, nur um
die Nachfrage nach Physikern in den Griff zu bekommen. Und
dann kommst du mit deiner Idee, die sowieso wenigen Anfänger
noch durch absolut bedeutungslosen und lückenhaften Tests
weiter zu dezimieren. Wozu??

Also hast Du statt 10 gut ausgebildeten und hochqualifizierten
Physikern lieber 20 mittelmäßige Physiker ?. Ich denke von
letzteren Studenten haben wir schon genug in Deutschland es
gilt die Talentierten zu fördern.

Das geht aber nicht dadurch, indem ich die „weniger talentierten“ rauswerfe, sondern indem ich den Hochbegabten die Möglichkeit gebe, eben ohne finanzielle Nöte zu studieren. Die Hochbegabtenförderung hierzulande ist ein Witz.

Und noch was generelles:
Hochbegabung für ein Fach kann man meist nicht in der Schule erkennen (allgemeine Hochbegabung natürlich schon)
Ein Beispiel:
Ein Schüler macht ein Abitur von 2,irgendwas… ist überall so lala…
Beginnt ein Studium, das es an der Schule nicht gibt (wie die meisten Fächer),
1-ser Vordiplom, 1-ser Diplom, Erste Vorträge auf internationalen Tagungen bereits während seiner Diplomarbeit… Hochbegabtebförderung zur Promotion…
Wie willst du so einen vor Studienbeginn herausfiltern und speziell fördern?

Ich kann die für Spitzenleistungen nötige Begeisterung für ein Fach nicht einfach abprüfen.

Um die Ausbildung zu verbessern, gehört die Uni von dem ganzen Verwaltungswahnwitz entlastet (darüber könnt ich Storys schreiben…) Die Aushungerung des Akadenmischen Mittelbaues mus ein Ende gemacht werden, Unfähige Professoren gehören entfernt.
Studenten gehören frühzeitig in die Forschung mit eingebunden.
Mein besten Kurse, den ich je mitgemacht hatte, waren zwei Geländepraktika, in denen auch die Betreuer noch nicht wussten, was es dort genau gab… War superspannend. Richtige Forschung halt.

das Bringt was, nicht irgendwelche Wischiwaschieingangsprüfungen.

Gruß
Mike

[…]

Hi Fritze,

In Deutschland wird, wenn man von Schnullistudiengängen wie
BWL und Sozialpädagogik absieht, viel zu wenig studiert.

Wenn Du Dir mal die Vorlesungspläne und Prüfungen im Fach BWL vor allem im Mathematischen Bereich durchlesen würdest, würdest Du erkennen dass dies alles andere als ein Schnullistudiengang ist. Aber es ist natürlich einfacher dümmliche Vorurteile von anderen nachzuplappern :smile:.

IQ-Test sind in meinen Augen der totale Bullshit!

Tja, was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht…

Spätestens

seit man Computer auf einen IQ von >130 bringen kann, ist
das wohl auch bewiesen. Ähnlich wie Medizinertests (die
mittlerweile auch wieder abgeschaft sind) kann man die einfach
trainieren. Wenn das also ein Aufnahmekriterium wäre, dann
würdest Du Zeuge einer wundersamen IQ-Erhöhung in der
Bevölkerung.

Nope, IQ Test´s kann man nur in einem sehr geringen Masse trainieren, nämlich maximal 10 %. Wenn Du Dich ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt hättest, wüßtest Du das auch. Außerdem habe ich nie gefordert die Studenten vor Studienbeginn IQ Test´s machen zu lassen.

Nicht nur ein wenig. Wer ist denn dieser Prof. Eysenck?

Einer der renomiertesten Intelligenzforscher.

Arbeitet der bei Anderson?

Wenn dann bei Andersen, aber die gibt es auch nicht mehr, die heißen jetzt Accenture.

Eine Chimäre? Bist Du sicher, dass Du weisst, was das ist?

Im gegensatz zu Dir weiß ich wovon ich schreibe :smile:

Egal, das ein solcher Test bessere Studenten hervorbringt, ist
ebenfalls unklar. Sicher ist allerdings (und das praktizieren
die Elite-Unis der USA und GB), dass Professoren im
persönlichen Gespräch sehr schnell recht genau feststellen
können, ob jemand für das Studium geeignet ist, oder nicht.
Aber auch das ist nicht 100% sicher. Als anekdotischen Beweis
kann ich eine Freundin anführen, die an der TU München durchs
Physik-Vordiplom gerauscht ist. Der Prof. hat ihr sarkastisch
empfohlen, doch lieber Hausfrau zu werden. Sie hat dann nach
Göttingen gewechselt, am dortigen MPI ihre Diplomarbeit
gemacht und anschliessend am MIT in Boston promoviert. So kann
man sich täuschen.

Jaja, und von 1 000 anderen die durchgefallen sind hat sich die Prognose des Professors erfüllt…

Leider geht dieses Interesse etlichen Studenten vollkommen ab.
Das hat mich in meinem Studium am allermeisten Frustriert. Die
Bocklosigkeit, sich mit der Materie intensiv zu befassen –
hauptsache, man hat den Schein. Dennoch meine ich nicht, dass
Du diese „Bocklosigkeit“ in Aufnahmeprüfungen herausfiltern
könntest. Leider, denn das wäre in meinen Augen ein wirklich
guter Grund für solche Prüfungen.

Darf ich fragen was Du Studiert hast ? Physik ?

Ja und? Ich frage mich genau wie einige Andere hier, wo das
Problem ist? Lass die Leute doch ihr Studium wechseln oder was
anderes machen, wenn sie das herausgefunden haben. Die
interessierten Studenten finden auch bei größeren Massen
zusammen.

Aber schwerer und werden von den weniger interessierten bzw. Qualifizierten behindert.

Ausserdem fehlen an allen Ecken und Enden finanzielle Mittel.
Deutschland bildet nicht nur das Schlusslicht in Sachen
Studentenzahlen, sondern auch in Sachen Bildungsausgaben. Das
merkt man bei den Bibliotheken (dürftiger Bestand, mieserable
Öffnungszeiten), den Hörsäälen (Ausstattung mit Projektoren,
Beamern – oftmals ist selbst die Tafeloberfläche schon so
mies, das kaum mehr die Kreide haftet), den Laboren (zu wenige
Plätze, uralte Geräte etc.), den Hiwi/Wimi-Stellen
(Doktoranden höchstens BAT-2a/2) etc.

Hier würden doch Studiengebühren helfen um die Finanzierung der Unis zu verbessern ?.

Aber noch ein paar kritische Worte zum angelsächsischen
System. Ich habe mich zwei Jahre in den USA und ein halbes in
GB aufgehalten und mir ein recht gutes Bild über das
Bildungssystem gemacht. Auch im Studium (Studentenwohnheim)
habe ich sehr viel Kontakt mit ausländischen Studenten gehabt.
Das System dort ist im Vergleich zu hier richtig scheisse. Ein
Bachelor ist kaum mehr, als unser hiesiges Abitur. Ein Master
ist auch nicht wirklich mit dem deutschen Diplom zu
vergleichen. Bei den Promotionen ist das Niveau allerdings
mehr oder weniger gleich. Allerdings sind die allermeisten
Absolventen des angelsächsischen Systems weder fachlich
besonders qualifiziert, noch sind sie (aufgrund ihres
jugendlichen Alters) persönlich besonders ausgereift. Das
wissen scheinbar auch die meisten Unternehmen und stecken
solche Leute erstmal in ein sog. Trainee-Programm. Dort wird
den jungen Hüpfern erst einmal – bei meist bescheidener
Bezahlung – Benehmen und Fachwissen beigepuhlt, bevor man sie
ernsthaft an die Arbeit gehen lässt.

Ich habe auch ein 1 Jahr in den USA studiert (MBA) und 2 Jahre dort gelebt. Ich kann Deine Erfahrungen nicht teilen. Ich habe mit den Unis in New York (Columbia Graduate School of Business und Stern School of Business) und den dortigen Studenten sehr gute Erfahrungen gemacht. In unserer Firma arbeiten viele Amerikaner und die sind allesamt Hochmotiviert und Hochqualifiziert. Bei uns dauern diese Trainee Programme übrigens lediglich 6 Wochen, und dort wird nicht Benehmen vermittelt, sondern die Leute sollen einmal in jeden Bereich reinschnuppern können, weil diese Sachen eben nicht an den Unis oder Business Schools gelernt werden.

Wenn man dann die Altersstruktur noch einmal vergleicht, dann
stehen die deutschen Absolventen plötzlich – trotz
Gebärersatzdienst und 13 Schuljahren – gar nicht mehr so übel
da.

Nope, sie sind immer noch 2 bis 3 Jahre zu alt. Und wie gesagt, ich kann in meinem Beruf, in dem ich mit Menschen aus sehr vielen verschiedenen Ländern zusammen arbeite die auch viele verschiedene Unis absolviert haben, kein Qualitätsgefälle zwischen den einzelnen Ländern feststellen.

Ich möchte hier kein Schmalspurbildungssystem mit
stromlinienförmiger Arbeitskrafterzeugungsmaschine. Wenn man
von den paar Ivy-League und elitären Westküste-Unis absieht
(bzw. Oxbridge in GB), dann ist der große Rest ein ziemlich
trauriger Haufen.

Das ist richtig, aber dass habe ich ja auch nie gefordert !?. Aber ein paar Elite Unis würden Deutschland nicht schlecht tun, es gibt ja auch ein paar Ansätze in die Richtung z.B. die IUB, aber dass steckt alles noch in den Kinderschuhen.

Wenn Du das Glück hattest, an einer dieser Unis zu studieren,
so danke Deinen Erzeugern, dass sie mit reichlich Knete
ausgestattet sind, denn nur extrem wenige Menschen bekommen da
den „full ride“ per Stipendium finanziert.

Ja, dass Glück hatte ich, aber wenn ich die strengen Aufnahmeprüfungen nicht bestanden hätte, hätte ich auch trotz der Knete nicht dort studieren können, deshalb danke ich nicht nur Mami + Papi sondern auch mir selber :smile:.

Dort ist dann scheinbar die Betreuung exquisit und die
Professoren werden auch für ihre Fähigleiten in der Lehre
eingestellt. Die Ausstattung ist selbstverständlich auch vom
Allerfeinsten. Ausserdem legt man da (und das fehlt mir hier
in Deutschland manchmal sehr) auch einen großen Wert auf
Allgemeinbildung. So wird jeder Student sanft gezwungen, über
den Tellerrand zu schauen.

Jap, dass ist so. Kommt aber auch daher dass die Studenten jedes Jahr 20 bis 25 000 $ (Columbia) bzw. 15 000 DM (WHU)an Studiengebühren zahlen, da sind natürlich die Finanzierungsmethoden ganz andere.

Hier gibt es Ingenieure, die noch nie einen Roman von Thomas
Mann gelesen haben (der es übrigens ganz ohne Abitur und
Studium zum Literatur-Nobelpreis gebracht hat).

Bei uns gibt es auch Leute die haben noch nie die Divine Comedia von Dante gelesen. Und ? Who care´s ?

PS: Der Plural von Praktikum ist Praktika (mit ohne „s“) und
ich halte dieses Praxissemester (nicht ein ganzes Jahr) für
eine sehr gute Sache. Es erspart das Traineeprogramm und sorgt
für Praxiserfahrung. Insbesondere, wenn es im Ausland
abgeleistet wird, stellt es eine enorme Bereicherung dar.

Du glaubst doch nicht im ernst, dass eine Firma die einen Praktikanten nur für 1/2 Jahr hat die selbe Energie und Ressourcen in ihn steckt wie eine Firma die ihm mittels eines Trainee Programms auf den Berufsalltag in der Firma vorbereiten soll ?.

Mit freundlichen Grüßen

Katja

Hi,

Zu Deinem ersten Punkt würde ich einen guten Motivationsfaktor
empfehlen: die Abschaffung der Studienförderung seitens des
Staates. Jetzt werden wieder einige aufschrien, daß wir jedem
die Chance geben müssen. Müssen wir das wirklich? Nehmen wir
uns mal das japanische oder amerikanische Modell zum Vorbild.
Wenn die Eltern für ein Studium der Kinder sparen, ist doch
automatisch eine ganz andere Motivation da. Dann würden auch
die ewigen Studenten wegfallen. Zuviel sozial ist unsozial.

100%ige Zustimmung aber stell Dir mal vor welch ein Aufschrei dann durch Deutschland gehen würde ?. Immerhin sind wir ja das Land wo die jungen Menschen egal aus welchem Familiären Background sie kommen die besten Chancen haben… (achtung sarkasmus *gg*).

Aber bei diesem Modell werden wieder die Armen als Ausrede
vorgeschoben. Es gibt auch Begabtenförderung, Stipendien usw.,
und die richten sich nun mal nach den Leistungen.

Jap

Zum zweiten Punkt: Zählt man an der FH das soo überflüssige
praktische Jahr nicht mit, sind es auch nur 3 Jahre. Dieses
praktische Jahr ist derartig nutzlos; angeblich sollten die
Studenten dann praktische Erfahrungen bei der späteren Arbeit
haben. Kommen denn aus den Unis ohne Prxissemester nur
Fachidioten raus? Man kann uahc Praxis in Form kleiner
Projekte bzw. wiss. Arbeiten in die Semester streuen.

Aber schauen wir uns doch mal so ein Vorlesungsplan an und
schon wird ersichtlich, wie bequem der Deutsche ist. Da fangen
durchschnittlich die Vorlesungen am Montag mittags an und
hören Freitag Mittag auf, um einigen Leuten die Möglichkeit zu
geben, bequem und in Ruhe anreisen zu können.

Jap, dass mit der FH halte ich für eine gute Idee. Und wenn man die Vorlesungspläne und Prüfungen an der Uni strafft könnte man das Diplom auch in 4 Jahren schaffen. An meiner Uni wurde das Diplom in Netto 5,5 Semestern absolviert.

Ja aber ein Blick nach dem Land mit den Bergvölkern genügt.
Die dortige "Ein"bildungspoltik besagt, man könne doch den
armen Kindern nicht so einen Streß zumuten. Eine Verkürzung
der Schulzeit auf 12 Jahre ist eigentlich nur durch eine
Verlängerung der allgemeinen Schulzeit möglich (Ich meine
damit die Anzahl der Stunden pro Tag). Es kann nicht immer
möglich sein, Das der Unterricht mittags zu Ende ist, damit
man bei Mami daheim Mittag essen kann. Wenn ich mich nicht
irre, gab es in Ostdeutschland auch Samstags Unterricht bis
Mittag, und es ist schon ein Unterschied, ob ich bis Mittags
schlafe oder zur Schule gehe.

Was ist denn so schlimm an Ganztagsschulen ?. In den USA, Frankreich und Großbritannien ist das längst gang und gäbe. Zumal solche Ganztagsschulen bzw. Betreeungsmöglichkeiten doch sowieso ständig gefordert werden, damit Frauen mit Kindern auch weiterhin Berufstätig bleiben können. Also könnte man doch gleich 2 nützliche Sachen miteinander kombinieren.

Aber vielleicht meint man ja, daß durch Verkürzung der Zeiten
mehr Wissen vermittelt wird. Ich meine, die Gewerkschaften
glauben ja auch, daß durch Verkürzung der Arbeitszeit mehr
Arbeit geschaffen wird.

*ggg*

Der Deutsch ist zu bequem geworden, und dies wird sein
Untergang sein.

Es ist nie zu spät etwas zu ändern…

Grüße

Katja

Re: blöde Idee :frowning:
Hi,

Davon abgesehen, bin dich der Überzeugung daß Intelligenz oder
Fachwissen, daß du so gerne VOR dem Studiunbeginn abgeprüft
haben hättest nichts, aber auch gar nichts darüber aussagt, ob
die Kanditaten für das Fach geeignet sind oder nicht!

Warum denn nicht. Sind Noten denn ein guter Indikator dafür. Die sagen doch auch nur aus, was ich zu diesem Zeitpunkt gerade auswendig gelernt habe. Und eine Schule, FH, Uni mach nicht intelligenter. Ds in D. jeder Depp durch die Hochschulen durchgeschleust wird, um die Absolventenzahlen zu erfüllen, ist kein Geheimnis.

Ein persönliches Gespräch mit einigen Tests kann eine sehr gute Auswahlmöglichkeit sein. Das kann im Vorfeld schon durch Studienberatung abgeklopft werden. Solche Sprüche wie, „ich wwill das erst mal probieren“ sind komplett fehl am Platz. Im Berufsleben kann ich auch nicht mal probearbeiten. Man sollte einem 18-jährigen schon so viel Selbstvertrauen zugestehen, daß er weiß, was er will. Ok, in D. ist das natürlich anders, wo einige selbst bis 30 noch gewickelt werden.

Ein Beispiel: (Ich schiebe da immer wieder Japan vor). In Japan werden generell Interviews eingeführt, um die Qualifikation der Bewerber zu prüfen. Noten sind da kein Argument. In D. wird das ja auch durch die Assessment Centers geregelt. Eine gute Vorbereitung ist da extrm wichtig. Warum sollte man dieses Prinzip nicht auch im Studium einführen?

Aber meine Lösung für die gesamten Probleme ist nur eins: Einführen von Studiengbühren, sagen wir, anfangs so 1000 DM Pro Semester.

Beth
http://my-japan.de

[…]

Hi Fritze,

In Deutschland wird, wenn man von Schnullistudiengängen wie
BWL und Sozialpädagogik absieht, viel zu wenig studiert.

Wenn Du Dir mal die Vorlesungspläne und Prüfungen im Fach BWL
vor allem im Mathematischen Bereich durchlesen würdest,
würdest Du erkennen dass dies alles andere als ein
Schnullistudiengang ist. Aber es ist natürlich einfacher
dümmliche Vorurteile von anderen nachzuplappern :smile:.

Ganz „Vorurteil“ ist das nicht. Einiges ist auch „Urteil“, da ich an einem Wirtschaftsfachbereich für eine Weile Hiwi war. Unglaublich, was da so abgeht. Aber das machen wohl die vielen amerikanischen Hollywood-Filmchen ala „Wall Street“ :wink:

IQ-Test sind in meinen Augen der totale Bullshit!

Tja, was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht…

Also nach diesen Tests bin ich knapp > 130. Das halte ich für ungerechtfertigt, da ich mich nicht für besonders herausragend halte. Im Gegenteil. Bummelstudent und „Elite-Behinderer“ sozusagen :wink:

Spätestens

seit man Computer auf einen IQ von >130 bringen kann, ist
das wohl auch bewiesen. Ähnlich wie Medizinertests (die
mittlerweile auch wieder abgeschaft sind) kann man die einfach
trainieren. Wenn das also ein Aufnahmekriterium wäre, dann
würdest Du Zeuge einer wundersamen IQ-Erhöhung in der
Bevölkerung.

Nope, IQ Test´s kann man nur in einem sehr geringen Masse
trainieren, nämlich maximal 10 %. Wenn Du Dich ernsthaft mit
dem Thema auseinander gesetzt hättest, wüßtest Du das auch.

Wenn Computer mit standard-Tests (ohne Sprachtest, die auf zusammenhängende Texte beruhen) einen IQ > 130 beibiegen kann, dann können auch Menschen das trainieren. Intelligenztests sind durchaus auch unter „Experten“ sehr umstritten. Natürlich nicht bei den Befürwortern. Das ist wie mit dem Treibhauseffekt und der Ozonschicht. Du findest immer einen Experten, der genau Deine Meinung vertritt.

Außerdem habe ich nie gefordert die Studenten vor
Studienbeginn IQ Test´s machen zu lassen.

Ich dachte, das war weiter oben so gemeint. Sorry.

[…]

Wenn dann bei Andersen, aber die gibt es auch nicht mehr, die
heißen jetzt Accenture.

OK. Trotzdem produzieren die mit einem mords Tamtam Ordner voller Powerpoint-Präsentationen für viele viele Kilo-Euro. Und sag nicht, das sei ein Vorurteil. Ich weiss es auch so. Aber es wurde mir auch schon bestätigt (z.B. von einer Freundin, die bei einer sehr großen deutschen Bank arbeitet – in einer Abteilung die die konkreten Ergebnisse von solchen Beratungsaktionen auswertet)

Eine Chimäre? Bist Du sicher, dass Du weisst, was das ist?

Im gegensatz zu Dir weiß ich wovon ich schreibe :smile:

Chimäre: aus verschiedenartigen Zellen aufgebauter, durch Kreuzung entstandener Organismus.

Jaja, und von 1 000 anderen die durchgefallen sind hat sich
die Prognose des Professors erfüllt…

Solche Studentenzahlen findest Du nur bei den BWLern und so …

Leider geht dieses Interesse etlichen Studenten vollkommen ab.
Das hat mich in meinem Studium am allermeisten Frustriert. Die
Bocklosigkeit, sich mit der Materie intensiv zu befassen –
hauptsache, man hat den Schein. Dennoch meine ich nicht, dass
Du diese „Bocklosigkeit“ in Aufnahmeprüfungen herausfiltern
könntest. Leider, denn das wäre in meinen Augen ein wirklich
guter Grund für solche Prüfungen.

Darf ich fragen was Du Studiert hast ? Physik ?

Ja, und dann Elektrotechnik.

Ja und? Ich frage mich genau wie einige Andere hier, wo das
Problem ist? Lass die Leute doch ihr Studium wechseln oder was
anderes machen, wenn sie das herausgefunden haben. Die
interessierten Studenten finden auch bei größeren Massen
zusammen.

Aber schwerer und werden von den weniger interessierten bzw.
Qualifizierten behindert.

Wodurch behindern sie denn die anderen? Voodoo?

Ausserdem fehlen an allen Ecken und Enden finanzielle Mittel.

[…]

Hier würden doch Studiengebühren helfen um die Finanzierung
der Unis zu verbessern ?.

Nein. Wir zahlen hier in Deutschland wesentlich mehr Steuern, als z.B. in den USA. Darum sollte das Geld eigentlich reichen, um Schulen und Hochschulen sehr gut auszustatten ohne die Studenten noch zusätzlich zu schröpfen. Jeder Azubi wird für seine Ausbildung sogar bezahlt! Studenten sollen immer noch einen draufzahlen?

Ich habe auch ein 1 Jahr in den USA studiert (MBA) und 2 Jahre
dort gelebt. Ich kann Deine Erfahrungen nicht teilen. Ich habe
mit den Unis in New York (Columbia Graduate School of Business
und Stern School of Business) und den dortigen Studenten sehr
gute Erfahrungen gemacht.

Ich bei der University of Michigan eher mäßige.

In unserer Firma arbeiten viele
Amerikaner und die sind allesamt Hochmotiviert und
Hochqualifiziert.

Bei uns auch. Die sind nicht einen fatz motivierter oder qualifizierter, als die deutschen. Das sie genauso gut sind, liegt sicher an der Selektion der Firma. Der Durchschnitt in den USA und GB scheint mir unseren Durcschnittsabsolventen durchaus fachlich unterlegen.

Bei uns dauern diese Trainee Programme
übrigens lediglich 6 Wochen, und dort wird nicht Benehmen
vermittelt, sondern die Leute sollen einmal in jeden Bereich
reinschnuppern können, weil diese Sachen eben nicht an den
Unis oder Business Schools gelernt werden.

Die Trainee-Programme, die ich kenne dauern mindestens 1/2 Jahr. Wozu macht man eigentlich diesen hochgelobten MBA, wenn man da immer noch nicht für die Praxis vorbereitet ist?

Wenn man dann die Altersstruktur noch einmal vergleicht, dann
stehen die deutschen Absolventen plötzlich – trotz
Gebärersatzdienst und 13 Schuljahren – gar nicht mehr so übel
da.

Nope, sie sind immer noch 2 bis 3 Jahre zu alt.

Wenn ich das schon höre. Ich studiere doch nicht, damit ich mal besonders toll ein Controller in irgendeinem namenlosen Weltkonzern werde. Es geht doch auch um persönliche Interessen und eine eigene Entwicklung. Wenn das alles stimmig ist, dann kann man ruhig „drei Jahre zu alt“ sein. Solche Mitarbeiter sind mir persönlich stets wesentlich lieber, als die jungen Karriereschnösel, die in ihrem Studium hauptsächlich Mobbing-Seminare und Psychotricks zum wichtigmachen gelernt zu haben scheinen.

Und wie
gesagt, ich kann in meinem Beruf, in dem ich mit Menschen aus
sehr vielen verschiedenen Ländern zusammen arbeite die auch
viele verschiedene Unis absolviert haben, kein
Qualitätsgefälle zwischen den einzelnen Ländern feststellen.

Ich aber und wie! Nicht in der Firma, aber persönlich. Was einem da so als „Master Thesis“ präsentiert wird, das hätte ich mich an meiner Schule schon nicht getraut als Referat abzuliefern.

Das ist richtig, aber dass habe ich ja auch nie gefordert !?.
Aber ein paar Elite Unis würden Deutschland nicht schlecht
tun, es gibt ja auch ein paar Ansätze in die Richtung z.B. die
IUB, aber dass steckt alles noch in den Kinderschuhen.

Ich halte nix von Elite-Unis. EIn paar motivierte Profs könnten wie gesagt nicht schaden.

Ja, dass Glück hatte ich, aber wenn ich die strengen
Aufnahmeprüfungen nicht bestanden hätte, hätte ich auch trotz
der Knete nicht dort studieren können, deshalb danke ich nicht
nur Mami + Papi sondern auch mir selber :smile:.

Glückwunsch!

Bei uns gibt es auch Leute die haben noch nie die Divine
Comedia von Dante gelesen. Und ? Who care´s ?

Richtig. Bildung ist komplett fürn Arsch. Hauptsache Powerpoint und Denglisch :wink:

[…]

Du glaubst doch nicht im ernst, dass eine Firma die einen
Praktikanten nur für 1/2 Jahr hat die selbe Energie und
Ressourcen in ihn steckt wie eine Firma die ihm mittels eines
Trainee Programms auf den Berufsalltag in der Firma
vorbereiten soll ?.

Doch. Das erwarte ich. Im Gegenteil. Viele Entwicklungen (wie z.B. der 100 Hz Fernseher bei P-----) werden dank der billigen Arbeitskraft einer Unzahl von Studenten sehr preiswert durchgeführt.

Gruß zurück

Fritze

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Hi,

1-ser Vordiplom, 1-ser Diplom, Erste Vorträge auf
internationalen Tagungen bereits während seiner
Diplomarbeit… Hochbegabtebförderung zur Promotion…

Ich kenne Leute, die haben zu Prüfungen Antworten auswendig gelernt, ohne es zu kapieren und haben natürlich eine 1 bekommen. Angenommen, ein Intelligenzbolzen, ein Genie…, ist etwas krank, kann sich nicht konzentrieren und tritt trotzdem zur Prüfung an, und schreibt natürlich eine 3. So, er von beiden hat jetzt mehr drauf?

Warum sollten Noten als Indikator für Leistungen verwendet werden. Noten besagen doch garnichts. Und Promotion zeugt auch nicht von Geistesweit, man kann auch als Null promovieren, und daß haufen Nullen in D. rumlaufen, sieht man ja immer wieder. (Stichwort: Handystrahlung, wiederholtes Arianne5 Versagen…)

Beth
http://my-japan.de

Was sollte denn das?
Hi

1-ser Vordiplom, 1-ser Diplom, Erste Vorträge auf
internationalen Tagungen bereits während seiner
Diplomarbeit… Hochbegabtebförderung zur Promotion…

Ich kenne Leute, die haben zu Prüfungen Antworten auswendig
gelernt, ohne es zu kapieren und haben natürlich eine 1
bekommen. Angenommen, ein Intelligenzbolzen, ein Genie…, ist
etwas krank, kann sich nicht konzentrieren und tritt trotzdem
zur Prüfung an, und schreibt natürlich eine 3. So, er von
beiden hat jetzt mehr drauf?

Warum sollten Noten als Indikator für Leistungen verwendet
werden. Noten besagen doch garnichts.
Und Promotion zeugt auch
nicht von Geistesweit, man kann auch als Null promovieren, und
daß haufen Nullen in D. rumlaufen, sieht man ja immer wieder.
(Stichwort: Handystrahlung, wiederholtes Arianne5
Versagen…)

Ich weiss ja nicht, was deine Polemik soll.
Bist du eventuell persönlich betroffen?
Sollen wir die Unis gleich ganz abschaffen… (Produzieren ja nach deinen Worten Nullen)

Wie anders als durch Prüfungen soll man den Leistungsstand überPRÜFEN können?
jetzt mal ein paar konstruktive Vorschläge, bitte.
Übrigens, auch Publikationen werden überprüft, sog. Review…

Ob die Fähigkeit, pro Semester 1000 DM aufzutreiben, als ausreichend angesehen werden kann, wage ich doch zu bezweifeln (Bezug auf dein anderes Posting)

Ausserdem weisst Du nicht, wie bei uns (Geologie) die Diplomprüfungen und Diplomvorprüfungen ablaufen
Das sind 4 mündliche Prüfungen, in denen praktisch ausschlieslich Transfer gefragt wird. Is nix mit Auswendiglernen, ausserdem sind die meisten Fachgebiete derartig Uferlos, das keiner alles wissen kann!

Gruß
Mike

Hi Fritze,

Ganz „Vorurteil“ ist das nicht. Einiges ist auch „Urteil“, da
ich an einem Wirtschaftsfachbereich für eine Weile Hiwi war.
Unglaublich, was da so abgeht. Aber das machen wohl die vielen
amerikanischen Hollywood-Filmchen ala „Wall Street“ :wink:

Ich sprach auch von dem Anspruch des Faches und nicht von den
Studenten. Ich kenne auch solche BWL Studenten die sich
gedanklich schon nach dem 1. Semester an der Wall Street wähnen

-). (Obwohl die Wall Street uninteressant ist, weil da nur die

Deutsche Banc AB ist, die Börse ist in der Broad Street *ggg*)

Also nach diesen Tests bin ich knapp > 130. Das halte ich
für ungerechtfertigt, da ich mich nicht für besonders
herausragend halte. Im Gegenteil. Bummelstudent und
„Elite-Behinderer“ sozusagen :wink:

Ein hoher Intelligenzquotient ist doch nicht gleichbedeutend mit
gutem Studienergebniss. Der IQ ist nur ein Faktor von vielen der
zu einem guten Studiumserfolg führt, allerdings ein sehr
wichtiger wie ich finde :smile:.

Wenn Computer mit standard-Tests (ohne Sprachtest, die auf
zusammenhängende Texte beruhen) einen IQ > 130 beibiegen
kann, dann können auch Menschen das trainieren.
Intelligenztests sind durchaus auch unter „Experten“ sehr
umstritten. Natürlich nicht bei den Befürwortern. Das ist wie
mit dem Treibhauseffekt und der Ozonschicht. Du findest immer
einen Experten, der genau Deine Meinung vertritt.

Willst Du im ernst den Computer mit dem Menschlichen Gehirn
vergleichen ?. Die Rechenleistung eines PC´s steigt nach Moore´s
Law weitaus schneller als die „Rechenleistung“ des Menschlichen
Gehirns. Wenn das Menschliche Gehirn so schnell wachsen würde wie
der Computer, wie Du obig postulierst, müßte sich der IQ jedes
Jahr verdoppeln :smile:. Fakt ist, dass man Intelligenzquotienten
nicht sehr stark steigern kann.

Ich dachte, das war weiter oben so gemeint. Sorry.

-). Ich meinte nur Tests die in etwa die Fähigkeiten abfragen

die für das jeweilige Fach benötigt werden.

OK. Trotzdem produzieren die mit einem mords Tamtam Ordner
voller Powerpoint-Präsentationen für viele viele Kilo-Euro.
Und sag nicht, das sei ein Vorurteil. Ich weiss es auch so.
Aber es wurde mir auch schon bestätigt (z.B. von einer
Freundin, die bei einer sehr großen deutschen Bank arbeitet –
in einer Abteilung die die konkreten Ergebnisse von solchen
Beratungsaktionen auswertet)

Das Problem bei solchen Bewertungen ist immer, dass Du nicht weiß
wie das Ergebnis ohne die Consultants ausgesehen hätte :smile:.
Allerdings halte ich persönlich auch nicht viel von den Jungs von
Accenture, Berger, McKinsey & co.

Chimäre: aus verschiedenartigen Zellen aufgebauter, durch
Kreuzung entstandener Organismus.

Chimäre : Trugbild, Hirngespinnst --> Nachzulesen bei wissen.de :smile:.

Solche Studentenzahlen findest Du nur bei den BWLern und so

*lächel*, sagen wir bei 99% der Leute hat es sich bewahrheitet.
Darf ich fragen ob sie jetzt in den USA oder Deutschland forscht ?

Wodurch behindern sie denn die anderen? Voodoo?

Vielleicht *gg* the truth is out of there… Nein, mal im ernst,
ich meinte das lediglich, dass sie eventuell die Vorlesungen
„verstopfen“, weil es schlicht zu viele sind

Nein. Wir zahlen hier in Deutschland wesentlich mehr Steuern,
als z.B. in den USA. Darum sollte das Geld eigentlich reichen,
um Schulen und Hochschulen sehr gut auszustatten ohne die
Studenten noch zusätzlich zu schröpfen. Jeder Azubi wird für
seine Ausbildung sogar bezahlt! Studenten sollen immer noch
einen draufzahlen?

Der Azubi wird ja von der Firma bezahlt und nicht vom Staat.
Deutschland hat zwar weitaus höhere Steuereinahme muß dafür
allerdings auch Dinge bezahlen, die der Amerikanische Staat nicht
bezahlen muß, von daher gleicht es sich wieder aus :smile:.

Ich bei der University of Michigan eher mäßige.

Ein Freund von mir, der an der Ann Arbor Medizin studiert hat war
sehr beeindruckt und auch bei BWL hat die AA einen sehr guten Ruf

-).

Die Trainee-Programme, die ich kenne dauern mindestens 1/2
Jahr. Wozu macht man eigentlich diesen hochgelobten MBA, wenn
man da immer noch nicht für die Praxis vorbereitet ist?

Die Trainee Programme werden beim Berufeinstige gemacht und der
erfolgt in den USA mit dem Bachelor, weil man den MBA an seriösen
und großen Businsess Schools (Sloan, Wharton, HBS, Stanford,
Columbia, Ann Arbor) erst mit einigen Jahren Berufserfahrung
machen kann.

Wenn ich das schon höre. Ich studiere doch nicht, damit ich
mal besonders toll ein Controller in irgendeinem namenlosen
Weltkonzern werde. Es geht doch auch um persönliche Interessen
und eine eigene Entwicklung. Wenn das alles stimmig ist, dann
kann man ruhig „drei Jahre zu alt“ sein. Solche Mitarbeiter
sind mir persönlich stets wesentlich lieber, als die jungen
Karriereschnösel, die in ihrem Studium hauptsächlich
Mobbing-Seminare und Psychotricks zum wichtigmachen gelernt zu
haben scheinen.

Ich finde ein schnelles und effizientes Studium ist doch für alle
Seiten das beste. Denn dadurch verdient der junge Mensch
schneller Geld und der Staat hat schneller seine Steuereinnahmen
anstatt draufzuzahlen. Und sooooooo schön ist das Studentenleben
ja auch wieder nicht, dass man dafür noch 2 bis 3 Jahre
draufsetzt, in denen man schon Geld verdienen könnte :smile:.

Ich halte nix von Elite-Unis. EIn paar motivierte Profs
könnten wie gesagt nicht schaden.

Warum hälst Du nichts davon ?. Man muß es ja nicht so weit kommen
lassen wie in den USA, aber gute Öffentliche Unis und ein paar
Elite Unis hätte doch schon seinen Reiz, oder ?.

Richtig. Bildung ist komplett fürn Arsch. Hauptsache
Powerpoint und Denglisch :wink:

So meinte ich das nicht, aber die Lektüre von Thomas Mann oder
Dante Aligherie sagt wenig über die Qualitäten eines Menschen in
seinem Beruf aus. Und vielleicht hat er statt Thomas Mann lesen
in der Zeit lieber Science gelesen, dann hat er auch was für
seine Bildung getan, was nun besser ist kann man Objektiv nicht
bewerten :smile:.

Lieben Gruß

Katja

Gegenargument

Hi,

Zu Deinem ersten Punkt würde ich einen guten Motivationsfaktor
empfehlen: die Abschaffung der Studienförderung seitens des
Staates. Jetzt werden wieder einige aufschrien, daß wir jedem
die Chance geben müssen. Müssen wir das wirklich? Nehmen wir
uns mal das japanische oder amerikanische Modell zum Vorbild.
Wenn die Eltern für ein Studium der Kinder sparen, ist doch
automatisch eine ganz andere Motivation da. Dann würden auch
die ewigen Studenten wegfallen. Zuviel sozial ist unsozial.

100%ige Zustimmung aber stell Dir mal vor welch ein Aufschrei
dann durch Deutschland gehen würde ?. Immerhin sind wir ja das
Land wo die jungen Menschen egal aus welchem Familiären
Background sie kommen die besten Chancen haben… (achtung
sarkasmus *gg*).

Aber bei diesem Modell werden wieder die Armen als Ausrede
vorgeschoben. Es gibt auch Begabtenförderung, Stipendien usw.,
und die richten sich nun mal nach den Leistungen.

Jap

Na dann will ich mal dagegen aufschreien *g*

Euer Modell würde nur dazu führen, dass auch in Zukunft die geistigen Schlusslichter studieren dürfen, nämlich die aus betuchtem Elternhaus. Uns wenn Mama und Papa ewig zahlen hast du auch die ewigen Studenten noch.

Wer sich das nicht leisten kann, ist heute eh schneller draußen, da das BafÖG keine Langzeitstudenten vorsieht, oder ist daher Langzeitstudent, weil er nebenher seinen Lebensunterhalt verdienen muß.

Meine Forderung: Nur die geeigneten studieren lassen, aber denen dafür auch allen den finanziellen Hintergrund zu einem zügigen Studium ermöglichen (per Darlehn z.B.). Mein Studium hätten meine Eltern z.B. nie bezahlen können und trotzdem hab ich nur den Höchstsatz BaföG erhalten, weil ich elternunabhängig gefördert wurde. Dieser Höchstsatz (vollständig auf Darlehnsbasis seinerzeit) hat es mir ermöglicht, das Studium unter der Regelstudienzeit (weil nicht nebenher arbeiten musste) abzuschließen und mit meinen Leistungen zählte ich dennoch zu dem besten Drittel meines Jahrgangs (weiss ich deshalb, weil es für die Bafög-Rückzahlung nicht ganz unwichtig war :smile:).

Mein BaföG-Darlehn hab ich übrigens längst zurückgezahlt.

Gruss
Marion

Zusatz
Wenn ich für etwas bezahle, erwarte ich auch eine gewissen Leistung.

Wenn ich mir allerdings anschaue, was an den meisten deutschen Universitäten so geboten wird (z.B. Auslosungen für bestimmte Seminare, Massenvorlesungen, katastrophale Bibliotheken etc.) dann frag ich mich wirklich, wofür ich bezahlen soll.

Wer hier am hartnäckigste blockiert sind ja nicht die „Sozialverträglichkeitsargumentierer“ sondern die Hochschulen selbst, die befürchten, dass sie dann auch an ihren Leistungen gemessen werden.

Gruss
Marion

Wir werden uns bestimmt noch einig :wink:
[…]

Also nach diesen Tests bin ich knapp > 130. Das halte ich
für ungerechtfertigt, da ich mich nicht für besonders
herausragend halte. Im Gegenteil. Bummelstudent und
„Elite-Behinderer“ sozusagen :wink:

Ein hoher Intelligenzquotient ist doch nicht gleichbedeutend
mit
gutem Studienergebniss. Der IQ ist nur ein Faktor von vielen
der
zu einem guten Studiumserfolg führt, allerdings ein sehr
wichtiger wie ich finde :smile:.

Er scheint in meinem Fall nicht ausschlaggebend zu sein. Ich kenne übrigens eine menge Leute, die ich … sagen wir mal als Einfaltspinsel bezeichnen würde und die trotzdem ihr Studium in minimalzeit absolviert haben.

Wenn Computer mit standard-Tests (ohne Sprachtest, die auf
zusammenhängende Texte beruhen) einen IQ > 130 beibiegen
kann, dann können auch Menschen das trainieren.
Intelligenztests sind durchaus auch unter „Experten“ sehr
umstritten. Natürlich nicht bei den Befürwortern. Das ist wie
mit dem Treibhauseffekt und der Ozonschicht. Du findest immer
einen Experten, der genau Deine Meinung vertritt.

Willst Du im ernst den Computer mit dem Menschlichen Gehirn
vergleichen ?. Die Rechenleistung eines PC´s steigt nach
Moore´s
Law weitaus schneller als die „Rechenleistung“ des
Menschlichen
Gehirns. Wenn das Menschliche Gehirn so schnell wachsen würde
wie
der Computer, wie Du obig postulierst, müßte sich der IQ jedes
Jahr verdoppeln :smile:. Fakt ist, dass man Intelligenzquotienten
nicht sehr stark steigern kann.

Aber ich halte den Begriff „Intelligenz“ auf Computer angewendet für sehr sehr fraglich. Für mich sind das nur dumme Blechkisten die man mit etwas Geschick zu einem guten Werkzeug umfunktionieren kann.

Wenn man also meint, Intelligenz mit einem Test objektiv messen zu können und man mit einer Software einen IQ von 130 erreichen kann, dann stimmt mit den Tests was nicht. Das ist und bleibt meine Meinung.

Ich finde die Tests im übrigen auch total langweilig. Man geht eine Unzahl von abstrusen Mustern durch und sucht diese nach einem Konstruktionsalgorithmus durch. Am allerlangweiligsten sind die Zahlenfolgen. Mittlerweile erlaube ich mir da den Witz, einfach eine beliebige Zahl einzusetzen. Ein Polynom vom Grad n bei n+1 Stützstellen findet man auf einem Bein hinkend :wink:

So gesehen schneiden Computer natürlich optimal ab, weil ihnen auch nach dem 20. Muster nicht langweilig wird.

Ich dachte, das war weiter oben so gemeint. Sorry.

-). Ich meinte nur Tests die in etwa die Fähigkeiten abfragen

die für das jeweilige Fach benötigt werden.

Das ist dann aber eher schwierig, denn entweder Du fragst Abiturstoff oder aber den Stoff höherer Semester ab. Nichts von alle dem macht viel Sinn, oder?

Die Amis machen doch ihre Tests nur, weil sie eben nichts dem Abitur vergleichbares haben. Das bekommt man ja erst auf dem College.

Das Problem bei solchen Bewertungen ist immer, dass Du nicht
weiß
wie das Ergebnis ohne die Consultants ausgesehen hätte :smile:.
Allerdings halte ich persönlich auch nicht viel von den Jungs
von
Accenture, Berger, McKinsey & co.

Es gäbe einfach einen bunten Ordner weniger. Das Studien durchgeführt werden heisst ja nicht, dass sie auch genau so umgesetzt werden.

In meiner Laufbahn als Elite-Bremser und Bummelant habe ich auch mal bei einer (sehr) kleinen Unternehmensberatung gearbeitet. Die haben „image consulting“ und „workflow Optimierung“ gemacht. Selten habe ich Leute mit so viel Eifer Wind um die Ecke schaufeln sehen. Aber die hatten alle dicke Brieftaschen und dicke Autos. Naja, wer darin seinen Lebensinhalt sieht (Erfolg misst man in Euro und so). Ohne mir!

Chimäre: aus verschiedenartigen Zellen aufgebauter, durch
Kreuzung entstandener Organismus.

Chimäre : Trugbild, Hirngespinnst --> Nachzulesen bei
wissen.de :smile:.

Ach. Das läuft im Fremdwörterbuch bei Langenscheidt unter „Schimäre“. Die Knalltüten. Sorry. Ich lerne ja gerne dazu.

http://www.langenscheidt.aol.de/cgi-bin/webquery.pl?..

*lächel*, sagen wir bei 99% der Leute hat es sich
bewahrheitet.
Darf ich fragen ob sie jetzt in den USA oder Deutschland
forscht ?

In Dänemark. Sie betreibt Atmosphärenforschung und hat da eine prima Stelle mit Labor in Grönland *fröstel*

Wodurch behindern sie denn die anderen? Voodoo?

Vielleicht *gg* the truth is out of there… Nein, mal im
ernst,
ich meinte das lediglich, dass sie eventuell die Vorlesungen
„verstopfen“, weil es schlicht zu viele sind

Die Vorlesungen sind unkritisch (solange der Füllstand der Hörsääle nicht überschritten wird).

Schlimmer sind Praktika und Seminare. Aber auch dort „verstopfen“ sie die Veranstaltungen ja nicht direkt. Insbesondere leuchtet mir nicht ein, wieso die Semesterzahl begrenzt werden soll. Wenn jemand (so wie ich) nur sehr wenige Scheine pro Semester macht, um z.B. nebenbei einen anspruchsvolleren Job zu haben (irgendwo muss man ja seinen Lebensunterhalt verdienen – und MacJobs sind mir einfach zu wider), dann besuche ich eben nur diese Veranstaltungen und behindere ansonsten niemanden. Meinetwegen soll man die Anzahl der besuchbaren Veranstaltungen auf Minimum +20% beschränken. So eine Art Coupon-System. Aber generell die Semesterzahl zu beschränken halte ich für falsch.

Der Azubi wird ja von der Firma bezahlt und nicht vom Staat.

Es sei denn, man macht eine Ausbildung bei einem der zahlreichen öffentlichen Arbeitgeber. Und das ist wohl bald die Mehrheit, zumindest die tollen Großkonzerne bilden kaum noch selbst aus. Dafür jammern sie aber rum, es gäbe keinen qualifizierten Nachwuchs. Ausbaden tut es (wie immer) der „kleine Mann“, in diesem Fall der Mittelstand.

Deutschland hat zwar weitaus höhere Steuereinahme muß dafür
allerdings auch Dinge bezahlen, die der Amerikanische Staat
nicht
bezahlen muß, von daher gleicht es sich wieder aus :smile:.

Sag ich ja. Aber hohe Steuern und gleichzeitig bei jedem Fatz nochmal abkassieren, das geht nicht. Ich finde auch nicht, das der Bundeskanzler wirklich mehr verdienen muss, als der Präsident der Vereinigten Staaten.

Ich bei der University of Michigan eher mäßige.

Ein Freund von mir, der an der Ann Arbor Medizin studiert hat
war
sehr beeindruckt und auch bei BWL hat die AA einen sehr guten
Ruf

-).

Das kann ich nicht beurteilen. Mit Medizin kenne ich mich nicht aus und bei BWL habe ich wirklich massiv mit meinen Vorurteilen zu kämpfen. Die Wirtschaftler, die ich bisher kennen gelernt habe, waren (bis auf eine Ausnahme) allesamt äußerst simpel gestrickt und ganz große Langweiler bzw. Langweilerinnen.

Die Trainee-Programme, die ich kenne dauern mindestens 1/2
Jahr. Wozu macht man eigentlich diesen hochgelobten MBA, wenn
man da immer noch nicht für die Praxis vorbereitet ist?

Die Trainee Programme werden beim Berufeinstige gemacht und
der
erfolgt in den USA mit dem Bachelor, weil man den MBA an
seriösen
und großen Businsess Schools (Sloan, Wharton, HBS, Stanford,
Columbia, Ann Arbor) erst mit einigen Jahren Berufserfahrung
machen kann.

Was beweist, dass der amerikansiche Bachelor ein Schnulli-Abschluss ist. Warum nur wollen die den hier unbedingt auf Krampf einführen?

Ich finde ein schnelles und effizientes Studium ist doch für
alle
Seiten das beste. Denn dadurch verdient der junge Mensch
schneller Geld und der Staat hat schneller seine
Steuereinnahmen
anstatt draufzuzahlen.

Das ist ja die fatale Einstellung. Ich bin eine „human resource“ für ein Unternehmen und den Staat. Bürger werden bewertet nach „was kostet der“ und „was bringt der ein“. Und die Etikkommission befasst sich damit, ob eine Ansammlung von vier Zellen schützenswertes Leben ist, oder nicht. Was ist eigentlich, wenn die Menschen geboren und vielleicht sogar erwachsen geworden sind?

Auch die „Kinder kriegen“ Debatte wird immer mehr unter dem Gesichtspunkt „wer soll denn sonst alles bezahlen“ geführt. Da ist dann ganz schnell Schluss mit dem globalen Denken (von wegen Überbevölkerung und so).

Und sooooooo schön ist das
Studentenleben
ja auch wieder nicht, dass man dafür noch 2 bis 3 Jahre
draufsetzt, in denen man schon Geld verdienen könnte :smile:.

Mein Studentenleben ist wunderbar. Ich habe dank einer guten Arbeit in einem großen deutschen Konzern ein sehr komfortables Leben bei maximaler Freiheit mit den Arbeitszeiten. Ich bin für diese Stelle sehr dankbar. Viele gestresste Kollegen mit fertigen Diplomen und superbezahlten Stressjobs wären froh, wenn sie so leben könnten. Das neue Statussymbol ist nicht mehr Geld sondern Freizeit (und natürlich ausreichend Geld, um diese sinnvoll nutzen zu können).

Ich halte nix von Elite-Unis. EIn paar motivierte Profs
könnten wie gesagt nicht schaden.

Warum hälst Du nichts davon ?. Man muß es ja nicht so weit
kommen
lassen wie in den USA, aber gute Öffentliche Unis und ein paar
Elite Unis hätte doch schon seinen Reiz, oder ?.

Was verstehst Du unter „Elite-Uni“? Ich assoziiere damit schnöselige Söhne, die mit von Vati finanzierten „ich habs geschafft“ anthrazitfarbenem 3er BWM in die Uni fahren und natürlich was mit Wirtschaft studieren.

Wenn Du sowas wie das „Institute for Advanced Study“ in Princeton meinst, dann wäre das schon mehr in meine Richtung.

Was mir aber in Deutschland am meisten fehlt, ist gute Grundlagenforschung seitens der Wirtschaft. Warum gibt es so etwas wie die Bell-Labs oder die IBM Rereach Labs auch nicht annährend bei deutschen Firmen? Dort sitzen (sorry) irgendwelche MBA-BWLer und sagen: Was nicht in einem Quartal zu Geld gemacht werden kann, das wird nicht angefasst. Heil Share-Holder Value. Vivat EBIT und so.

Innovation im eigentlichen Sinne werden wir so eines Tages nur noch einkaufen. Aber auf mich hört ja niemand.

Mein absoluter Traumjob wäre, für eine Firma wie Siemens ein solches Labor zu konzipieren. Welche Gebiete sollten/könnten abgedeckt werden, wie bekommt man die guten Leute aus den USA wieder nach Deutschland (denn Du hast recht, die meisten guten Naturwissenschaftler zieht es nach wie vor in die USA) und wie kann man zusammen mit motivierten Studenten/Doktoranden so eine Anlage mit Leben füllen. Vielleicht gäbe es dann auch mal gerechtfertigt Subventionen vom Staat für sowas. Das könnte ich mir als „Elite-Uni“ im positiven Sinne vorstellen.

Gleiches ließe sich im Wirtschaftsbereich z.B. seitens der Deutschen Bank hochziehen. Warum nicht als Bank das Top-Wirtschaftsforschungsinstitut der Welt hochziehen? Anstatt mal wieder 10 Billionen an der Börse zu verballern … da käme vielleicht in 20 Jahren eine ganz tolle Lösung heraus?

Aber wir machen uns hier lieber selbst verrükt, indem wir am kaputt gesparten öffentlichen Bildungssystem mit Gebühren hantieren.

Hier noch ein paar Links zur Inspiration (so schön und spannend kann forschen sein :smile:

http://www.ias.edu/
http://www.bell-labs.com/
http://www.research.ibm.com/

So meinte ich das nicht, aber die Lektüre von Thomas Mann oder
Dante Aligherie sagt wenig über die Qualitäten eines Menschen
in
seinem Beruf aus. Und vielleicht hat er statt Thomas Mann
lesen
in der Zeit lieber Science gelesen, dann hat er auch was für
seine Bildung getan, was nun besser ist kann man Objektiv
nicht
bewerten :smile:.

Ich meinte Thomas Mann im übertragenden Sinn für Literaur aus der Beletristik. Ich möchte nicht nur Fachliteratur wälzen und immer am Rechner sitzen, ich möchte mir auch etwas Kultur angewöhnen. Dazu gehört gute Literatur ebenso wie Tischmanieren, elementare Kentnisse über Musik und bildende Künste, Wissen über Geschichte und das aktuelle politische Tagesgeschehen etc.

Das kommt bei den eifrigen Karrieristen viel zu kurz. Darum ist eine Unterhaltung mit solchen Leuten meisten so, wie mit nem Käsehobel onanieren. Nicht sehr unterhaltsam und sehr schmerzhaft.

Gruß zurück

Fritze

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Das Problem heisst Geld
Hallo,
ich habe mir jetzt die Diskussion bisher durchgelesen, aber ich denke der Kernpunkt wurde nur am Rande angesprochen. An den Unis in D fehlt Geld. Den akademischen Mittelbau, der mit viel Erfahrung einen grossen Teil des Lehrbetriebes „geschmissen“ hat (Übungen und Praktika sind manchmal wichtiger als die Vorlesung) wird es auf lange Sicht nicht mehr geben. Ich halte die Tendenz, den Profs alles aufzuhalsen (von Verwaltung über Kostenlos-Gutachten-Schreiben über Forschung bis hin zu allen Einzelheiten des Lehrbetriebs) für sehr bedenklich. Auf Grund der schlechten Finanzierung müssen sehr viele Profs viel Zeit auf das Einwerben von Drittmitteln aufbringen. Diese Zeit fehlt natürlich an anderer Stelle. Alternativen gibt es keine, denn „ohne Moos nix los“.
Um das einmal klar zu zeigen: Die FH’s sind noch schlimmer dran. Was willst du bitte mit einem Haushalt von DM 3.500 /Prof und Jahr anfangen? Das reicht für einen Billigcomputer als Schreibmaschine und ein paar Kleinreparaturen im Labor. An den Unis ist es ähnlich, DM 10.000 - 20.000 sind in den experimentellen Naturwissenschaften ein Witz. Ich kenne Uniinstitute, wo sich drei Wissenschaftler einen PC teilen. Was soll das? (Bedenkt einfach einmal kurz, wieviel ein Professor pro Jahr dem Staat kostet). Kurz, wenn man nicht Däumchendrehen möchte, müssen Drittmittel her.
(Damit die Nichtnaturwissenschaftler über den Finanzierungsbedarf einen Eindruck bekommen: Für ein experimentelles Projekt (ein Doktorand) braucht man in meinem Gebiet im Schnitt DM 20.000-100.000 Sachmittel pro Jahr zzgl. Gehälter.). Will man Spitzenforschung machen, wirds schnell teurer.

Der erste Punkt ist, dass die Allgemeine Hochschulreife als
alleinige Qualifizierung für ein Hochschulstudium
besteht. Ist es nicht anochronistisch, dass sich Deutsche
Hochschulen, bis auf die Privat Unis, ihre Bewerber nicht
selbst
aussuchen dürfen und jeden aufnehmen muß der über die
Allgemeine Hochschulreife studiert ?.

Nein. Denn die Unis können im Prinzip über die Diplomvorprüfung effizient selektieren. Das Problem ist eher, dass Durchfallquoten von 60% nicht so gerne gesehen werden.

Sicher, in letzter Zeit
wurde dem
ein wenig entgegengewirkt, durch die ZVS Klausel nachder die
Unis 20 % ihrer Studenten nach eigenen Kriterien auswählen
dürfen. Aber wie sagte der ehemalige Präsident der Max Planck
Geselschhaft so schön : „Es gibt in Deutschland nur zwei
Institutionen die sich ihrer Kunden nicht selber aussuchen
darf : Die Gefängnisse und die Universitäten“.

Quatsch. Um es offen zu sagen: Gefängnisse dürfen ihre „Kundschaft“ nicht rausprüfen, Unis schon.

Aber in der Regel müßen die Hochschulen jeden Studenten ohne
Prüfungen auf Studierfähigkeit bzw. Studierfähigkeit für das
Fach, bis auf Architektur, aufnehmen. Wäre es nicht für beide
Seiten, die Hochschulen und die Studenten besser, wenn es vor
Studienbeginn Tests geben würde um die Studenten auf obige
Fähigkeien hin zu prüfen ?

Was bringt es? Warum nicht erst mit den Klausuren prüfen? Das ist doch nur bei überlaufenen Studiengängen sinnvoll, weil sonst vielleicht die Lehre leidet. Ob aber 20 oder 25 Studis in der Vorlesung sitzen, ist wirklich egal.

. Sicher wäre das bei der Anzahl an
Studenten ein immenser Arbeitsaufwand, aber andererseits wird
dadurch auch viel Arbeit gespart, in dem nämlich die Leute,
die für das Studienfach nicht geeignet sind bzw. falsche
Vorstelungen von dem Fach haben, wegfallen und nur die
Motivierten und Qualifizierten übrig bleiben.

Nein, wie oben geschrieben.

Ich habe selber an einer Hochschule studiert, an der sowohl
Schriftliche Tests als auch Mündliche Bewerberauswahl
stattfand,
und ich muß sagen dies hat sich durch das spätere Arbeiten mit
Hochmotivierten und Qualifzierten Kommilitonnen und
Kommilitonninen absolut bezahlt gemacht. Zumal diese Tests
z.B. in den USA oder Großbritannien vor allem in den Graduate
Studiengängen selbstverständlich sind. Vor allem in den
Mündlichen Interviews kann die Hochschule auf die Bewerber
zugehen und evtl. auch falsche Vorstellungen über das
Studienfach seitens des Bewerbers revidieren.

Das wäre eigentlich Sache einer Studienberatung (aber das Argument kam schon).

Der zweite Punkt ist, dass ein Studium in Deutschland immer
noch, im Vergleich zu den anderen Ländern, viel zu lange
dauert. Der Brite studiert im Durchschnitt lediglich 3 bis 4
Jahre, der Deutsche braucht für sein Diplom 5 bis 6 Jahre.

Nimm die Zeit bis zum PhD. Erst dann kannst du wirklich vergleichen.
(Wie bereits von einem anderen Forumsteilnehmer ähnlich angesprochen, ist ein BSc/BA auch in meinen Augen kein akademsicher Abschluss. Er ist vielmehr die Lizenz zum unbürokratischem Wechseln der Uni im Studium.)

Hier wäre es geboten, das Curriculum an den Unis sowie an den
Fachhochschulen zu straffen, die Semesterferien zu kürzen und
die Prüfungen zu verstärken.

Hier ist wieder das Problem, wie sich Student das finanziert (wurde bereits durchdiskutiert). Noch ein Punkt: Die Professoren haben folgende Aufgaben: Verwaltung, Forschung und Lehre. Will man die Lehrverpflichtung erhöhen, was bei kürzeren Semesterferien der Fall ist, müssen die Professoren an anderer Stelle entlastet werden. Sonst ist die Folge: Drittklassige Forschung und Lehre. Geschehen kann dies entweder durch die Entlastung von Verwaltungsaufgaben (=Aufgabe der universitären Selbstverwaltung) oder durch die Berufung weiterer Professoren. Auf jeden Fall wird zusätzliches Hochqualifiziertes Personal entweder in der Verwaltung oder in der Lehre benötigt. Wer soll das bezahlen?

Dann wäre das Diplom auch ohne
Probleme
in 3 bis 4 Jahren zu absolvieren und Deutschland würde seine
Wettbewerbsfähigkeit im wichtigsten Faktor der Zukunft,
Bildung, verstärken.

In einer idealen Welt ohne Budgetierung würde es gehen. Mit der vorhandenen finanziellen Ausstattung sind deine Vorschläge nicht zu realisieren.

Der dritte und lezte Punkt wäre das Abitur. Auch hier wäre
eine Verkürzung auf 12 Jahre angebracht, da die Deutschen
Schüler,
wieder im Vergleich zum Ausland, zu Alt sind wenn sie ihr Abi
Zeugniss in der Tasche haben. Das liegt zum einen daran das
viele
Eltern ihre Kinder erst mit 7 Jahren einschulen, an der im
Vergleich zum Ausland 1 Jahr längere gehenden Schule und, bei
den Männlichen Studenten, der Zivil/Wehrdienst der auch wieder
1 Jahr kostet. Hier wären die Abschaffung des Wehr/Zivildienst
(ein Relikt des Kalten Krieges) und die Verkürzung der
Schulzeit auf 12 Jahre, wie bereits im Saarland,
Ost-Deutschland und bald auch in Ba-Wü, üblich.

Ob es das wirklich bringt? Die Folge wären weitere Defizite bei Aufnahme des Studiums. Wie wäre es mit Ganztagsschulen? (Vorsicht sehr teuer).

Liebe Grüsse zurück
Rossi

Hi,

Ich weiss ja nicht, was deine Polemik soll.
Bist du eventuell persönlich betroffen?
Sollen wir die Unis gleich ganz abschaffen… (Produzieren ja
nach deinen Worten Nullen)

Bei dir fällt wohl auch bei jedem psoting das Wort Polemik. Naja, aber lassen wir das. Und wenn du schon liest, dann lies richtig und interpretiere vor allem richtig. Hier noch mal mein Originaltext. Zeig mir mal, wo da das Wort Uni vorkommt. Zeig mir mal, wo ich geschrieben habe, daß die Unis Nullen produzieren.


_Ich kenne Leute, die haben zu Prüfungen Antworten auswendig gelernt, ohne es zu kapieren und haben natürlich eine 1 bekommen. Angenommen, ein Intelligenzbolzen, ein Genie…, ist etwas krank, kann sich nicht konzentrieren und tritt trotzdem zur Prüfung an, und schreibt natürlich eine 3. So, er von beiden hat jetzt mehr drauf?

Warum sollten Noten als Indikator für Leistungen verwendet werden. Noten besagen doch garnichts. Und Promotion zeugt auch nicht von Geistesweit, man kann auch als Null promovieren, und daß haufen Nullen in D. rumlaufen, sieht man ja immer wieder. (Stichwort: Handystrahlung, wiederholtes Arianne5 Versagen…)_

Wie anders als durch Prüfungen soll man den Leistungsstand
überPRÜFEN können?
jetzt mal ein paar konstruktive Vorschläge, bitte.
Übrigens, auch Publikationen werden überprüft, sog. Review…

In D. wird an den Unis bzw. FHs der Wissensstand in einer Note ausgedrückt. Da die Note vom persönlichen Befinden abhängig ist, ist dies ein statisctischer Vorgang und Statistik mit einem Wert zu betreibn, ist Blödsinn. Warum gibt es denn in den Schulen bzw. FOS verschiedene Noten?

Ob die Fähigkeit, pro Semester 1000 DM aufzutreiben, als
ausreichend angesehen werden kann, wage ich doch zu bezweifeln
(Bezug auf dein anderes Posting)

Ich habe nur gesagt, daß Geld ein guter Motivationsfaktor ist, sich anzustrengen. Denn wenn ich, wie in Japan, 40.000 Dm pro Jahr bezahlen muß, bin ich natürlich daran interessiert, kein Semester zu wiederholen. Hier ist es ja die Norm, mal ein Semester auszusetzen und mal was anderes zwischendurch machen (Auslandsurlaub, Sprachreisen…)

Aber es ging ja darum, daß eine Vorauswahl getroffen werden sollte, wo der Leistungsstand nicht an den nichtssagenden Noten abgelesen wird, sondern in einem persönlichen Gespräch herausgefunden wird. Und da können sich die Hochschulen die Firmen als Vorbild heranziehen, die ja auch nicht erst mal jeden einstellen, um seine Fähigkeiten zu testen.

Also, wenn du mir schon antwortest, dann aber auch auf meine Postings und nicht auf das was du denkst, was ich gedacht habe zu schreiben.

Hi

  1. Nur und ausschlieslich Unis können echte doktortitel verleihen…
    also beschwer dich nicht, wenn ich mich dazu äussere.
  2. Du könntest auch mal auf meine Argumente eingehen, die ich im Ausgangspostiung gebracht habe.
    Wäre nett…
  3. bei Studiengebühren studieren wieder mal nur die Kinder reicher Eltern. Im übrigen setzt, zumindest in den naturwissenschaften, kaum einer mal 1 semester einfach so aus.
    Ich weiss ja nicht. was Du studiert hast.

Gruß
Mike

Das hoffe ich auch :smile:

Er scheint in meinem Fall nicht ausschlaggebend zu sein. Ich
kenne übrigens eine menge Leute, die ich … sagen wir mal als
Einfaltspinsel bezeichnen würde und die trotzdem ihr Studium
in minimalzeit absolviert haben.

Das gibt es auch, natürlich, aber das sind dann die Leute die sich 10 Stunden am Tag mit dem Stoff die Birne zu knallen und das kann ja auch nicht das wahre sein :smile:. Das Problem ist, dass diese dann meistens im Job unter die Räder kommen.

Wenn man also meint, Intelligenz mit einem Test objektiv
messen zu können und man mit einer Software einen IQ von 130
erreichen kann, dann stimmt mit den Tests was nicht. Das ist
und bleibt meine Meinung.

Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Der Test mißt doch nur vorhandene Fähigkeiten des Menschen im Bereich Logisches Denken, Mathematisches Denken, Schlußfolgerndes Denken etc. Das der Computer mit seiner Rechenleistung eine beliebige Zahlenfolge weiterführen ist doch an sich nichts nichts besonderes. Das Geheimnis der Intelligenz ist doch diese vorhandenen sehr starken Fähigkeiten auch adäquat einzusetzen. Das kann der Mensch und der Computer (noch) nicht. Wie das in der Zukunft aussehen wird, wissen wir nicht :smile:. Laut Moore´s Law wird der PC die Rechenleistung des Menschlichen Gehirns in 7 Jahren eingeholt haben. Aber Rechenleistung alleine ist natürlich nutzlos. Doch gerade im Bereich der KI, Nanotechnologie etc. wird es in der Zukunft mit Sicherheit noch sehr interessante Entwicklungen geben. Billy Joy, der Ex-Entwicklungsschef von Sun Micrososystems, hat vor 1 Jahr in Wired ein sehr interessantes Essay dazu geschrieben mit dem Titel „Why the future doesn´t need us…“ (Wurde auch im Schirmacherchen IT/Biotech Rausch im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung abgedruckt.

Das ist dann aber eher schwierig, denn entweder Du fragst
Abiturstoff oder aber den Stoff höherer Semester ab. Nichts
von alle dem macht viel Sinn, oder?

Der Abiturstoff ist erlernter Stoff es geht um Geistige Fähigkeiten unahbhängig von gelerntem Stoff.

Die Amis machen doch ihre Tests nur, weil sie eben nichts dem
Abitur vergleichbares haben. Das bekommt man ja erst auf dem
College.

Die haben den SAT Test nach der High School, das ist ja vom Prinzip her so wie das Deutsche Abitur. Nur machen die Unis noch eigene Tests, GAMT etc.

Chimäre : Trugbild, Hirngespinnst --> Nachzulesen bei
wissen.de :smile:.

Ach. Das läuft im Fremdwörterbuch bei Langenscheidt unter
„Schimäre“. Die Knalltüten. Sorry. Ich lerne ja gerne dazu.

Das ist auch richtig, weil es nach der neuen Rechtschreibung „Schimäre“ geschrieben wird. Aber ich bevorzuge die alte Rechtschreibung also auch „Chimäre“. Kommt übrigens bei Darwin´s „Über die Enstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“ sehr oft vor, gehört auch zur unten erwähnten Allgemeinbildung :smile:. Und da die Deutsche Ausgabe noch in alt-deutsch geschrieben ist lernt man auch noch was über die Deutsche Sprache vor 150 Jahren :smile:.

In Dänemark. Sie betreibt Atmosphärenforschung und hat da eine
prima Stelle mit Labor in Grönland *fröstel*

cool *neid*. In der Nähe von Thule ? *neugierigfragt*.

Die Vorlesungen sind unkritisch (solange der Füllstand der
Hörsääle nicht überschritten wird).

Scheint wohl außer bei BWL wirklich kein Problem zu sein *g*.

Der Azubi wird ja von der Firma bezahlt und nicht vom Staat.

Es sei denn, man macht eine Ausbildung bei einem der
zahlreichen öffentlichen Arbeitgeber. Und das ist wohl bald
die Mehrheit, zumindest die tollen Großkonzerne bilden kaum
noch selbst aus. Dafür jammern sie aber rum, es gäbe keinen
qualifizierten Nachwuchs. Ausbaden tut es (wie immer) der
„kleine Mann“, in diesem Fall der Mittelstand.

Das kannst Du aber nicht vergleichen. Der Azubi erbringt ja auch eine Leistung für die Behörde und wird dafür bezahlt. Der Student erbringt ja keine Leistung für den Staat, sondern nimmt eine Staatliche Leistung in Anspruch.

Sag ich ja. Aber hohe Steuern und gleichzeitig bei jedem Fatz
nochmal abkassieren, das geht nicht. Ich finde auch nicht, das
der Bundeskanzler wirklich mehr verdienen muss, als der
Präsident der Vereinigten Staaten.

Tut er ja nicht, das Gehalt von George Bush wurde auf knapp 500 000 $ angehoben. Und auch das ist noch lächerlich wenig wenn Du bedenkst was für einer Verantwortung er hat. Breuer von der Deutschen Bank bekommt für einen 100 Mrd. $ Umsatz Konzern 10 Mio. $ Gehalt und Geore Bush für einen 11 000 Mrd. $ „Umsatz“ Konzern gerade einmal eine halbe Million :smile:.

Was beweist, dass der amerikansiche Bachelor ein
Schnulli-Abschluss ist. Warum nur wollen die den hier
unbedingt auf Krampf einführen?

Es ist kein „Schnulli-Abschluss“. Es ist eine effektive und kurze Vorbereitung auf den Job. In der Trainee Zeit bekommen die Bewerber dann das Rüstzeug von den Firmen für die tägliche Arbeit innerhalb von selbigen mit. Der MBA soll Dich, wenn Du anspruchsvollere Aufgaben hast, auf selbige besser vorbereiten und unterstützen.

Mein Studentenleben ist wunderbar. Ich habe dank einer guten
Arbeit in einem großen deutschen Konzern ein sehr komfortables
Leben bei maximaler Freiheit mit den Arbeitszeiten. Ich bin
für diese Stelle sehr dankbar. Viele gestresste Kollegen mit
fertigen Diplomen und superbezahlten Stressjobs wären froh,
wenn sie so leben könnten. Das neue Statussymbol ist nicht
mehr Geld sondern Freizeit (und natürlich ausreichend Geld, um
diese sinnvoll nutzen zu können).

Also ich opfere lieber ein wenig Freizeit für einen sehr interessanten und auch lukrativen Job und empfinde kein Neid auf das glorifizierte geruhsame Studentenleben :smile:. Darf ich Fragen wie alt Du bist ? Only interest…

Was verstehst Du unter „Elite-Uni“? Ich assoziiere damit
schnöselige Söhne, die mit von Vati finanzierten „ich habs
geschafft“ anthrazitfarbenem 3er BWM in die Uni fahren und
natürlich was mit Wirtschaft studieren.

Lach, Du beschreibst grad den typischen EBS Studenten *hämischnachOestrichWinkelgrinst*. Unter einer Elite Uni verstehe ich z.B. das MIT in Boston. Eine Richtung für die klügsten (und zugegebenermaßen auch reichsten) Köpfe Amerkas, wo einfach ein ganz anderer Intellektueller Spirit ist, als an Deutschen Unis.

Wenn Du sowas wie das „Institute for Advanced Study“ in
Princeton meinst, dann wäre das schon mehr in meine Richtung.

Ja, dass meine ich doch. Mit Elite Unis meine ich große Unis die ALLE Fachbereiche anbieten, weil eine Uni auch von dem Austausch der verschiedenen Fachrichtungen untereinander lebt. In Deutschland haben wir bisher nur Elite bzw. Privatunis für BWL (EBS, WHU, IUB etc.).

Was mir aber in Deutschland am meisten fehlt, ist gute
Grundlagenforschung seitens der Wirtschaft. Warum gibt es so
etwas wie die Bell-Labs oder die IBM Rereach Labs auch nicht
annährend bei deutschen Firmen? Dort sitzen (sorry)
irgendwelche MBA-BWLer und sagen: Was nicht in einem Quartal
zu Geld gemacht werden kann, das wird nicht angefasst. Heil
Share-Holder Value. Vivat EBIT und so.

Auch Siemens, Deutsche Telekom, SAP etc. haben solche Einrichtungen wie die A.G. Bell Labs. Die haben zwar nicht dasselbe öffentliche Renomee, Ansehen und Geschichte wie die Amerikaner aber leisten auch sehr gute Arbeit. Oder die MPI´s in Deutschland, die International auch einen sehr guten Ruf haben.

Innovation im eigentlichen Sinne werden wir so eines Tages nur
noch einkaufen. Aber auf mich hört ja niemand.

Mein absoluter Traumjob wäre, für eine Firma wie Siemens ein
solches Labor zu konzipieren. Welche Gebiete sollten/könnten
abgedeckt werden, wie bekommt man die guten Leute aus den USA
wieder nach Deutschland (denn Du hast recht, die meisten guten
Naturwissenschaftler zieht es nach wie vor in die USA) und wie
kann man zusammen mit motivierten Studenten/Doktoranden so
eine Anlage mit Leben füllen. Vielleicht gäbe es dann auch mal
gerechtfertigt Subventionen vom Staat für sowas. Das könnte
ich mir als „Elite-Uni“ im positiven Sinne vorstellen.

Das ist in der Tat ein sehr großes Problem. In der Zeit war letztens ein Bericht über eine Frau die nach der Uni in Deutschland nach Harvard gegangen ist, dort ihren Ph.D. gemacht hat und geforscht hat. Nach 3 Jahren ging sie wieder zurück nach Deutschland an die Uni Hamburg. Dort war sie dann allerdings nach 2 Jahren so entnervt von der Bürokratie und Engstirnigkeit etc. dass sie wieder nach Harvard gegangen ist, wo sie mit Offenen Armen empfangen wurde und heute Professorin ist.

Gleiches ließe sich im Wirtschaftsbereich z.B. seitens der
Deutschen Bank hochziehen. Warum nicht als Bank das
Top-Wirtschaftsforschungsinstitut der Welt hochziehen? Anstatt
mal wieder 10 Billionen an der Börse zu verballern … da käme
vielleicht in 20 Jahren eine ganz tolle Lösung heraus?

Die Deutsche Bank betreibt doch Wirtschaftsforschung über ihre World Market Research Abteilung. Dass heißt in London oder New York (Prof. Yardeni, ein sehr renomierter Banker der früher bei der FED war) sitzen Leute, die die Weltmärkte covern (achtung denglisch *gg*) und darüber ihre Analysen schreiben. Für die Weltwirtschaftsforschung in Gegenwart, Geschichte und Zukunft gibt es dazu spezialisierte Institute wie die Deutsche Wirtschaftsforschungsgesellschaft, das Institut für Weltwirtschaft in Kiel etc. Diese Leute haben allerdings in der Vergangenheit nicht gerade mit Prognosegenauigkeit in Punkto Wirtschaftswachstum geglänzt.

Hier noch ein paar Links zur Inspiration (so schön und
spannend kann forschen sein :smile:

http://www.ias.edu/
http://www.bell-labs.com/
http://www.research.ibm.com/

http://www.mit.edu
http://www.caltech.edu

Noch mehr Inspiration :smile:

Ich meinte Thomas Mann im übertragenden Sinn für Literaur aus
der Beletristik. Ich möchte nicht nur Fachliteratur wälzen und
immer am Rechner sitzen, ich möchte mir auch etwas Kultur
angewöhnen. Dazu gehört gute Literatur ebenso wie
Tischmanieren, elementare Kentnisse über Musik und bildende
Künste, Wissen über Geschichte und das aktuelle politische
Tagesgeschehen etc.

Das kommt bei den eifrigen Karrieristen viel zu kurz. Darum
ist eine Unterhaltung mit solchen Leuten meisten so, wie mit
nem Käsehobel onanieren. Nicht sehr unterhaltsam und sehr
schmerzhaft.

Ich denke das kommt immer auf den Menschen an. Jemand der sich nicht für Klassische Musik, Literatur oder Philosophie interessiert, wird sich auch nicht damit beschäftigen wenn er gar nicht arbeiten müßte. Jemand der sich wirklich dafür interessiert und dem das auch Spaß macht, der findet immer Zeit dafür. Auch ich finde trotz einem 60 Stunden Job genügend Zeit dafür, aber mir sind diese Dinge auch sehr wichtig und ich würde sie nicht für die Karriere oder den Job aufs Spiel setzen.

Liebe Grüße

Katja

[…]

Das in D. jeder Depp durch die Hochschulen
durchgeschleust wird, um die Absolventenzahlen zu erfüllen,
ist kein Geheimnis.

Das wäre mir aber neu.

Ein persönliches Gespräch mit einigen Tests kann eine sehr
gute Auswahlmöglichkeit sein.

Welche Tests schweben Dir denn so vor?

Das kann im Vorfeld schon durch
Studienberatung abgeklopft werden. Solche Sprüche wie, „ich
wwill das erst mal probieren“ sind komplett fehl am Platz.

Im Gegenteil. Die sind goldrichtig. Gerade weil man eben später nie wieder die Chance hat, seine Interessen und Neigungen auszuforschen und auch mal Spaß am lernen und arbeiten zu haben. Diese Zeit ist die einzige, die man wirklich selbst bestimmen kann. Man hat sich vom Elternhaus verabschiedet und der allmächtige Arbeitgeber ist noch nicht auf den Plan getreten. Warum sollte man diese Zeit verkürzen wollen?

Wer unbedingt schnell sein Ding durchziehen will, um mit 30 die erste Million zusammen zu haben, der möge das bitte tun. Es wird niemand daran gehindert. Aber warum das jetzt plötzlich allen aufgezwungen werden soll, ist mir schleierhaft.

Im
Berufsleben kann ich auch nicht mal probearbeiten.

Gerade in den hier so oft löblich erwähnten Vereinigten Staaten wechseln die Menschen ihre Arbeit wie die Klamotten. Und das durchaus nicht nur in einem Fachbereich. Da wird ganz wild rumgewechselt. Das ist dort auch erwünscht. So bekommt man frischen Wind in die Abteilungen. Das geht natürlich nicht überall. Die formalen Qualifikationen müssen vorhanden sein. Aber sie sind einfach die Eintrittskarte, nicht das alles entscheidende.

Man sollte
einem 18-jährigen schon so viel Selbstvertrauen zugestehen,
daß er weiß, was er will. Ok, in D. ist das natürlich anders,
wo einige selbst bis 30 noch gewickelt werden.

Blödsinn. Was hat denn ein langes Studium mit dem Stuhlgang zu tun? Im Gegenteil. Jemand der sein Studium bewusst etwas länger anlegt und das sinvoll begründen kann, ist meistens die bessere Wahl vor einem Grünschnabel, der ausser seinem im Schnelldurchgang erworbenem Fachwissen, nichts vorzuweisen hat. Den muss man in der Firma noch wickeln. Das nennt sich dann aber nicht mehr „pampern“ sondern „trainee program“.

Ein Beispiel: (Ich schiebe da immer wieder Japan vor). In
Japan werden generell Interviews eingeführt, um die
Qualifikation der Bewerber zu prüfen.

*Gähn* Das machen die Firmen doch hier auch schon seit Adam und Eva. Hihi, dazu fällt mir eine weitere Anekdote ein. Im Spiegel war vor längrer Zeit mal ein Artikel (ich glaube im Zusammenhang mit der Serie "Die Welt im 21. Jahrhundert), in dem die Produktivität von Autoteil-Fabriken einer japanischen Marke (war es Nissan, Toyota oder Mitsubishi, ich weiss es nicht mehr) international verglichen wurde. Sie war in deutschland am höchsten (weit vor Japan). Als Ursache – man höre und staune – wurden die geregelten Arbeitszeiten und Erholung in längeren Urlaubszeiten angeführt. Ist das nicht erstaunlich? Gut erholte und nicht förmlich versklavte Arbeiter sind motivierter, jonzentrierter, innovativer und bauen weit weniger Mist.

Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung für die Welt :wink:

Noten sind da kein
Argument. In D. wird das ja auch durch die Assessment Centers
geregelt.

Hihi, auch so eine Mode, die wieder am abebben ist. Auch da gibt es mittlerweile zu viele „so mogel ich mich durchs Assessment Center“ Kurse & Bücher.

Eine gute Vorbereitung ist da extrm wichtig. Warum
sollte man dieses Prinzip nicht auch im Studium einführen?

Weil man dann gar kein Abitur mehr bräuchte. Falls Dir das noch nicht aufgefallen sein sollte, erfüllt diese Prüfung Deine Kriterien. Auch auf das Abitur muss man sich vorbereiten. Bei mir war das jedenfalls so.

Aber meine Lösung für die gesamten Probleme ist nur eins:
Einführen von Studiengbühren, sagen wir, anfangs so 1000 DM
Pro Semester.

Das ist die denkbar schlechteste Lösung. Ich halte eine öffentliche Finanzierung von Schule und Universität für die bessere Lösung. Nur so kann gewährleistet werden, dass nicht das Geld über die Karriere entscheidet. Leider ist das im Moment auch nur eine schöne Phantasie in einigen Politikerköpfen.

Das Geld, was ein Chatami mit seiner Kamarillia in Berlin an einem Tag kostet, dafür hätte man sämtliche Berliner Schulen tip top renovieren können. Aber dafür ist natürlich kein Geld da. Ich weiss nicht, wieso nicht jede Partei die Ausbildung der Jugend an Platz eins setzt.

Dann würden sich vermutlich einige andere Probleme (Arbeitslosigkeit, Extremismus, Jugendkriminalität, etc) von ganz alleine erledigen. Aber das ist natürlich nicht so Stammtischtauglich wie Bundeswehreinsätze und Holzman-Interventionen.

Gruß

Fritze

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