Die Diskussion unten ist zum Gruseln!
Schon der bürokratische Ausdruck „Gedankengut“ ist schrecklich und kann seine Herkunft aus dem Untertanenstaat nicht verleugnen. Es kommen Assoziationen zur Sozialistenverfolgung und zur Majestätsbeleidigung auf. Dabei ist nicht anderes gemeint, als dass Menschen verschiedene Einstellungen und Meinungen haben. Und jeder hält seine Einstellungen und Meinungen für richtig und begründet. Und jeder kann dafür auch Belege anführen.
Jeder sollte doch denken können was er will. Egal ob rechts oder links. Das ist nicht nur ein Plädoyer für Toleranz sondern auch die Einsicht, dass man es ohnehin nicht ändern kann.
Ich möchte in einem Land leben, wo jeder „Heil Hitler“ rufen kann – wenn er sich denn lächerlich machen will.
Ich möchte auch in einem Land leben, wo jeder geschichtliche Sachverhalte - auch Fakten - anzweifeln darf. Egal, ob er meint der 30jährige Krieg habe 40 Jahre gedauert, Auschwitz sei ganz anders gewesen, die Japaner hätten Dresden bombardiert oder Hitler sei ein begnadeter Politiker gewesen!
Es ist eine absurde Denkfigur, wenn man uns weiß machen will, damit würde irgend eine Gruppe, ein Volk oder ein Kollektiv beleidigt. Niemand wird beleidigt, wenn man sich Gedanken um Geschichte macht und diese auch laut äußert – und seien sie noch so bizarr.
Eine ebenso absurde Denkfigur ist es, wenn man „Verharmlosung“ für gefährlich hält.
Es ist völlig ungefährlich wenn man der Meinung ist, die eine oder die andere Sache sei gar nicht so gefährlich, wie die Presse oder die Regierung sie uns darstellt. Auch hier gilt in erster Linie das Recht auf die eigene Meinung.
Wer wirklich der Meinung ist, dass die Gegenwart in Deutschland irgendwie vergleichbar sei mit 1933, soll das zwar meinen dürfen, muss sich aber den guten Rat geben lassen, vielleicht doch mal ein Buch zur Hand zu nehmen – um sich nicht gar zu sehr lächerlich zu machen.
Ich möchte in einem Land leben, wo jeder denken und sagen darf was er will – wo aber seinem Handeln Grenzen gesetzt werden, die er nicht übertreten darf.
Wer andere persönlich beleidigt, ihnen schadet, sie bedroht, verletzt oder tötet, verstößt gegen das Gesetz und dies muss bestraft werden – konsequent, schnell und auch hart.
Das gilt für Asylbetrug ebenso wie für „Negerklatschen“!
Dabei ist die Frage, ob er (oder sie) sogenannte „linke“ oder sogenannte „rechte“ Ideen in seinem Kopf hat, ob er sein Zimmer mit Hakenkreuzen oder mit Hammer und Sichel tapeziert, ob er aus Brandenburg, Sachsen oder Anatolien kommt, ob er Asylbewerber oder Parteivorsitzender ist, völlig belanglos. Ebenso wie seine Haarfarbe oder sein Intelligenzquotient.
Und schließlich finde ich es zum Gruseln, wenn Menschen nach Wurzen fahren und dort ein Happening inszenieren, von dem sie vorher genau wissen, wie es ausgeht.
Viel Aufwand, um sich bestätigt zu fühlen – und ein neuer Beitrag um Menschen gegeneinander aufzuwiegeln.