Hallo Nici!
Jedenfalls finden bei uns immer sehr komische Dinge statt, die ich nur so erklären
kann.
Wenn du dir Unterstützung wünschst, wäre es gut, wenn du „komische Dinge“ näher erklärst. Unter „Übertragungsneurose“ kann man sich viel (oder auch nichts) vorstellen!
Jetzt sind mir meinerseits meine Übertragungen an ihn
ziemlich klar. Probleme habe ich mit der Gegenübertragung -
vom grundsätzlichen Verständnis her.
Heißt das, du weißt nicht genau, was Gegenübertragung ist/ bedeutet? Oder dass du denkst, dass du das bei deinem Freund erlebst und nicht weißt, wie du das verstehen sollst: warum es abläuft, was dahinter steckt, etc…
In letzter Zeit bin ich nach unseren Treffen immer total traurig.
Ich denke, hier liegt der „Hund begraben“.
Was genau macht dich traurig?
Du hast mit deiner Fokussierung auf Übertragung und Gegenübertragung den Schwerpunkt der Geschichte umgeleitet. Im Grunde geht es m.E.jedoch darum, dass du momentan unglücklich bist in der Beziehung zu deinem Freund und nicht genau weißt, was eigentlich los ist. Oder liege ich da völlig falsch?
Vorher war alles OK.
Wann vorher? Vor was? Was ist vorgefallen, das alles verändert hat?
Nun frage ich mich WARUM. Es gibt keinen
sichtbaren Anlass, also Gegenübertragung. Wie genau ist das
nun …
Warum was???
Nur weil es keinen sichtbaren Anlass gibt, muss man noch nicht auf Gegenübertragung schließen (was, siehe mein posting an Branden, eh fehl am Platze ist!).
Ich verhalte mich oft ohne sichtbaren Anlass sehr merkwürdig (s.o.
), das heißt jedoch noch lange nicht, dass ich übertrage!
Fall 1: sie kommt von mir – ich bin traurig, weil ich z.B.
nicht „ausreichend beachtet“ fühle oder was auch immer
Antwort A: (Im Falle der Übertragung)
Der Freund erinnert dich an jemanden (naheliegend: ein Elternteil oder ein Ex-Freund) und du tust dir schwer damit, mit der Situation des nicht-ausreichend-beachtet-fühlens umzugehen. Du fühlst dich erinnert an genau den Schmerz, den du bereits zu genüge kennst und reagierst mit den Gefühlen, die der momentanen Situation nicht angemessen scheinen, da sie der Reaktion auf alte Situationen entsprechen.
Schau dir an, woher dein Gefühl kommt. Falls es aus der Kindheit oder aus ehemaligen Beziehungen kommt, versuche es klar zu bekommen. (Aufzuarbeiten: Je nach eigenen Kompetenzen mit dir selbst oder mit Freunden, mit Therapie, etc…) Wenn du magst, sprich mit ihm darüber, dass deine Reaktion nichts mit ihm zu tun hat sondern mit alten Geschichten.
Antwort B:
So wie alle Menschen die ich kenne, sehnst du dich nach der Anerkennung durch dein Umfeld, insbesondere die deiner Freunde. Ob deine Traurigkeit nun daher rührt, dass es wirklich konkrete Anlässe gibt, die dich dahin führen, dich nicht ausreichend beachtet zu fühlen oder ob es sich hauptsächlich in deinem Kopf und deinem Herzen abspielt und nicht allzuviel mit der Realität zu tun hat, das vermag ich nicht zu sagen.
Schau dir die Traurigkeit an! Ist sie „gerechtfertigt“?, d.h., gibt es wirklich einen Grund, traurig zu sein, weil du wirklich nicht beachtet wirst? Oder ist es so, dass du den Eindruck hast, du reagiert über, im Grunde genommen ist sein Verhalten ok und nur du machst ein Drama draus? (Weil du vielleicht als Kind nicht ausreichend Aufmerksamkeit erhalten hast?)
Fall 2: meine Trauer ist eine Reaktion auf sein Unbewusstes.
Oder hat er unbewusst ein Gefühl, dass mich traurig macht? Und
wenn ja: was fühlt er dann, damit ich traurig bin???
Woher weißt du, was sein Unbewusstes ist? (Vielleicht reagierst du auf Dinge, die er nicht sagt, die ihm jedoch völlig klar sind?)
In der Regel ist sich kein Mensch über sein eigenes Unbewusstes im Klaren, außer es kommt in Sternstunden zum Vorschein. Du erzählst nichts Inhaltliches, wie sollte man da zumindest mal interpretieren?!?
Was er fühlt, das dich traurig macht? Ich würde sagen, entweder es macht dich traurig, dass du merkst, er ist nicht glücklich. Oder er hat ne Traurigkeit in sich, die gleiche, die auch du in dir trägst. Und du nimmst diese Traurigkeit intuitiv wahr.
Und ist es meine Trauer oder seine?
Die Frage ist viel zu schwer zu beantworten! Wessen Trauer es ist, kannst nur du selbst raus finden! Wenn du mehr Infos geben würdest, könnte man Theorien aufstellen, aber nicht mit so wenig „Speck“!
Ist er unbewusst traurig und nehme ich das wahr???
Nach all dem, was ich gelesen habe, denke ich, dass er unbewusst traurig ist und du das wahr nimmst, ja. Ich glaube aber auch, dass auch du traurig bist.
Falls du dir ein wenig mehr Anregungen wünschst, rate ich dir, etwas mehr Informationen preis zu geben!
Alles Gute für dich!
Liebe Grüße, jeanne