Geistiger und Seelischer Rückgang

Hallo zusammen,
habe vor kurzem im 3-SAT , eine Sendung über den Wirtschaftlichen
Niedergang - Deutschlands gesehen !Es war erschreckend,wie schnell Deutschland Jahr für Jahr Wirtschaftlich und moralisch immer mehr Berg ab ging.Und wenn man ehrlich ist , kann man selbst in seiner nächsten Umgebung kaotische Zustände beobachten !
Hier meine Frage : Was ist der Grund für diesen rasanten Rückgang ?

Gruß
Marc

Hallo,

zunächst einmal: Ich teile diesen Pessimismus so nicht.
Über den moralischen Nierdergang wird schon immer orakelt. Schon Cicero beklagte im alten Rom die Verkommenheit der Jugend - und zumindest deas oströmische Reich hat danach ja noch rund 1.500 Jahre ganz gut überlebt. Sich über die moralische Verkommenheit der Gesellschaft aufzuregen, ist da wohl immer das Vorrecht der Älteren - die vergessen erstens, daß sie auch mal jung waren und zweitens, daß die zeit ja nicht stehenbleibt.

Und wirtschaftlich - ich weiß nicht, ob man eine Stagnation als Rückgang bezeichnen kann. Und ich weiß es noch weniger, weil es ja doch immer naoch (und auch in Deutschland) eine qualitative Weiterentwicklung gibt.
Es kann sich also nur um einen relativen Rückgang im verglaich zu anderen Nationen handeln, die aufgeholt haben gegenüber uns.
Und dazu muß man folgendes sagen:

Es gibt in der Geschichte ein Auf und Ab - das hängt von vielerlei Faktoren ab. Im Mittelater waren die italienischen Stadtstaaten wie Venedig führend mit ihrem Mittelmeerhandel. Die verloren schlagartig ihre bedeutung mit der Entdeckung Amerikas - da lagen sie plötzlich am Arsch der Welt geografisch und hatten für derartige eroberungen nicht die wirtschaftliche Kraft. Um 1500 und 1600 waren Spanien und Portugal die führenden Mächte in Europa - das lag an der geografisch günstigen Lage. Diese Länder konnten als erste die Ressourcen Amerikas und Afrikas ausbeuten. Vom zersplitterten und weitab von den Meeren liegenden Deutschland war da keine Rede.
Als die beiden sich aber zu sehr auf ihren Lorbeeren ausruhten, wurden sie erst von Frankreich und dann von England überrundet - von England ging die Industrialisierung aus. Ende des 19. Jahrhunderts holte dann aber Deutschland auf - da setzte die deutsche Einigung mächtige Energien frei. Als Europa nach dem ersten Weltkrieg wirtschaftlich am Boden lag zigen die USA dann vorbei.
Tja - und nun kommen die Asiaten - die haben auch gewaltigen Nachholebedarf und ne Menge Menschen, die ihr Stück vom großen Kuchen wollen.

Das ist also mehr oder weniger normal. besonders auch deshalb, weil in diesen Ländern das allgemeine Lebensniveau noch viel niedriger liegt. Noch sind die kostengünstiger - da gibt es keine Tarifverträge und keinen Zweitwagen für jede Arbeiterfamilie. Die Chinesen sind schon stolz, wenn sie ein Fahrrad haben. aber auch das wird sich angleichen - es zeigt sich ja jetzt schon z.B. in Osteuropa, daß die Ukraine und andere Länder den tschechen und Polen den Rang ablaufen, weil dort die Produktionskosten merklich gestiegen sind.
Trotzdem wird auch Deutschland seinen Platz finden - ohne Zweifel. Es werden allerdings bestimmte Inddustriezweige verschwinden, weil sich die Produktion da in Deutschland nicht mehr lohnt - so, wie ja ind en loetzten Jahrzehnten schon die Textilindustrie verschwunden ist. Dafür werden neue Felder entstehen wie die Umwelttechnik.

Man darv auch eins nicht vergessen - wir haben die längste Friedensperiode seit langer Zeit in Europa. Natürlich gab es früher gewaltige Wachstumsraten. Das war ja normal, wenn alle paar Jahrzehnte ein krieg alles zerdeppert und die Menschen bei trockenem Brot mit HAcke und Spaten wieder neu anfangen müssen. Das ist aber nicht mehr - es steht ja schon alles. Und - es gibt kein Bevökerungswachstum mehr in Deutschland, im Gegenteil. Wenn es aber nicht mehr Menschen gibt, wächst auch der Bedarf nicht weiter wie bisher und auch nicht das Arbeitskräftevolumen.

Die LAge täuscht - und ich denke, das hat noch keiner bis zu Ende durchdacht. In spätestens 3 oder 4 Jahren kommt der Wendeknick in der Bevölerungsentwicklung - dann sinkt in Ostdeutschland die Zahl der Schulabgänger schlagartig um über die Hälfte. Das wird den Mark bei Lehrstellen kippen lassen von Überfluß auif Mangel und das wird auch zu einer Entspoannung an den überfüllten Hochschlen führen. Und ein par Jahre später wird auch der Druck auf dem Arbeistmarkt sinken mit der wachsenden Überalterung der Bevölkerung.
Das wird aber auch den Effekt haben, daß die Arbeistlosigkeit sinkt - einfach, weil weniger Leute im arbeitsfähigen Alter da sind. Und das erhöht ja nicht nur die Kosten für die Renten - das senkt ja auch die Ausgabaen für die Unterhaltung und verwaltung der Arbeistlosen und führt bei höherer beschäftigungsquote zu mehr Geld bei Kranken- und Rentenkassen.

Deutschland ist ein Land der Schwarzmaler - hier sehen alle immer nbur den schluimmsten Fall und die negativen Seiten. aber ich bin überzeugt, daß das gesamte Modell der Entwiklung für die nächsten Jahre mit allen Effekten noch gar nicht durchgerechnet ist richtig.

Gernot Geyer

Hallo Marc,
ich sehe den Rückgang darin, daß es heute Mode ist Kinder schon sehr früh sich selbst zu überlassen oder den sogenannten Tagesstätten. Sie erleben keine Wärme mehr von nahen Personen. Religion steht für viele überhaupt nicht mehr zur Diskussion. Wurde früher gelesen, diskutiert etc, macht man heute den Fernseher oder Computer an. Wer soll da die junge Generation noch anleiten? Heute ist zwar vieles auch besser, aber immer was früher war ist nicht schlecht. Leider können heute doch viele Eltern nicht mal mehr die kleinsten Werte vermitteln, oft weil sie keine Zeit oder aber auch keine Lust haben. Natürlich ist es oft zwingend, daß die Eltern arbeiten gehen…hey, ihr Politiker, den Schuh dürft ihr euch einmal anziehen. Gruß Enni

Hallo Mar[kc]

Und wenn man ehrlich ist , kann man selbst
in seiner nächsten Umgebung kaotische Zustände
beobachten !
Hier meine Frage - Was ist der Grund für diesen
rasanten Rückgang ?

Der Fernsehapparat?

Grüße

CMБ

habe vor kurzem im 3-SAT , eine Sendung über den
Wirtschaftlichen
Niedergang - Deutschlands gesehen !Es war erschreckend,wie
schnell Deutschland Jahr für Jahr Wirtschaftlich und moralisch
immer mehr Berg ab ging.Und wenn man ehrlich ist , kann man
selbst in seiner nächsten Umgebung kaotische Zustände
beobachten !

Hallo Marc,

eines finde ich wichtig für unsere heutige Zeit, nämlich dass man sich im Klaren darüber werden muss, wieviel Einfluß die Medien auf unser persönliches Weltbild haben kann. Fernsehen und Presse verdienen damit Geld uns Bilder von Chaos und Verfall zu zeigen, und überlassen es zu oft dem Zuschauer selbst über die Größe der Dimensionen zu entscheiden.

Hier meine Frage : Was ist der Grund für diesen rasanten Rückgang ?

Ist der Rückgang wirklich rasant? Ich sehe den moralischen Zustand einer Gesellschaft nicht auf einer Linie, bei dem es einen Auf- oder Abgang wie auf einer Achterbahn gibt. Vielmehr unterliegen Umgangsweisen ständigen Veränderungen genauso wie die dazu gehörigen Wertevorstellungen. Ich habe den Eindruck, dass unserer Gesellschaft heute materielle Werte wesentlich wichtiger sind als Ideale, vielleicht auch weil die Umsetzung von Idealen mit viel Mühen und wenig Anerkennung verbunden ist. Übrigens, das Fernsehen berichtet gerne von Idealen, was beim Zuschauer Gefühle mit Unterhaltungswert auslöst.
Wahrscheinlich schlägt das Pendel (vom Materiellen zum Ideellen) in einigen Generationen wieder die andere Richtung. Es kommt darauf an wie sich die Geschichte Deutschlands entwickelt.
Wenn einen die Erkenntnis über einen drohenden Verfall unserer Gesellschaft erschreckt hat, dann sollte man irgendwann einen Zeitpunkt danach ins Auge fassen, und sich überlegen, was man direkt in seinem Umfeld tun kann. Man könnte Geld locker machen, und es denen geben, die es brauchen oder Zeit erübrigen, und einen Lehrling gut ausbilden, seinen Kindern auf dem Lebensweg begleiten, der für sie als Erwachsene schwer genug sein wird, einem Gehbehinderten Einkäufe abnehmen, oder auch nur mit so manch einsamen Nachbaren gelegentlich einen Schwatz abhalten. Da sind keine großen Sachen, tröstet einen auch nicht wirklich, weil das nur Tropfen auf einem ziemlich heißen Stein sind. Aber darauf kommt es nicht an.

viele Grüße
claren

Hallo Marc,
ich sehe den Rückgang darin, daß es heute Mode ist Kinder
schon sehr früh sich selbst zu überlassen oder den sogenannten
Tagesstätten. Sie erleben keine Wärme mehr von nahen Personen.
Religion steht für viele überhaupt nicht mehr zur Diskussion.

Hi Enni

Meine Kinder sind nicht getauft, wir sind auch überhaupt nicht religiös und sie gehen in die Ganztagsbetreuung. Mein Sohn noch in den Kindergarten, meine Tochter nach der Schule in den Hort.
Nach Aussage der Lehrerin ist meine Tochter eine „Stütze“ in der Klasse - genauso wie die anderen „Horties“ auch. Vorbildliche Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft, Engagement…nur mal ein paar Stichworte aus dem letzten Zeugnis…

Deine Argumentation zieht überhaupt nicht - mangelndes Sozialverhalten hat überhaupt nichts mit Religionszugehörigkeit oder Ganztagsbetreuung zu tun!
Ganz im Gegenteil - viele Eltern engagieren sich noch neben! der Berufstätigkeit um den Kinder im Rahmen der Betreuung Aktivitäteten wie Theaterspielen, Flamencotanzen usw usw zu ermöglichen.
Kinder profitieren davon wenn sie in einer Gruppe sind…wenn man mit Freunden zusammen ist kommt keine Langeweile auf. Die Kinder spielen miteinander und sitzen nicht alleine vor dem Fernseher oder dem PC.

Es wäre nett wenn Du mal Deine Vorurteile überdenken würdest - Betreuung ausserhalb der Familie bedeutet nicht soziale und emotionale Verwahrlosung.

Grüße - sue

3 „Gefällt mir“

Hallo,

zunächst einmal: Ich teile diesen Pessimismus so nicht.

Ich auch nicht. Aber für viele bricht schon alles zusammen, wenn die deutschen Fußballer mal nicht ganz vorne sind.

Um 1500 und 1600 waren Spanien und
Portugal die führenden Mächte in Europa - das lag an der
geografisch günstigen Lage.

Nicht nur, England, Frankreich, Holland waren auch in einer günstigen Lage. In dieser Zeit hatten die südlich gelegenen Länder mit ihrem Klima einfach Vorteile gegenüber den nördlichen, in denen man mehr mit dem Überleben beschäftigt war.

Als die beiden sich aber zu sehr auf ihren Lorbeeren
ausruhten, wurden sie erst von Frankreich und dann von England
überrundet - von England ging die Industrialisierung aus.

Letzteres: Warum? Die Spanier ruhten sich auf ihren Lorbeeren, den geplünderten Goldschätzen aus. Das bewirkte eine gigantische Inflation, der keinerlei Wirtschaftskraft entsprach. Im Gegensatz zu England bildete sich keine bürgerliche Mittelschicht aus - das ist der Hauptgrund für den Niedergang!
Manche Politiker, Soziologen beklagen genau das auch im heutigen D - dass die Mittelschicht der 70er Jahre jetzt abtritt und zu wenig Nachwuchs erhält.

Als Europa nach dem ersten Weltkrieg wirtschaftlich am
Boden lag zigen die USA dann vorbei.

Na ja, die USA waren ein riesiges Land mit vielen Resourcen, das Land weitgehend unter Kontrolle und es war ständig aus Europa „gefüttert“ worden! Und zwar mit nicht den schlechtesten Menschen, nämlich die, die vor der Ausbeutung und Unterdrückung durch die europäische Aristokratie abgehauen sind und die Nase voll hatten. Das wiederholte sich dann noch einmal in Riesenausmass während des 3. Reiches und 2. WK: Die besten Wissenschaftler, Kulturschaffenden usw. wurden vertrieben. Es ist fast ein Wunder, dass insbesondere D das nach 45 so relativ gut verkraftet hat.

… Und es gibt kein Bevökerungswachstum mehr in Deutschland, im
Gegenteil.

Das sehen (leider) manche etwas anders. Die Vorteile, die eine geringere Bevölkerungsdichte in einem der dichtestbesiedelten Länder hat, werden überhaupt nicht diskutiert , das halte ich für schlimm - ohne damit aber die damit verbundenen Probleme kleinzureden.

Gruß, Stucki

Hallo ,

… Fernsehen

und Presse verdienen damit Geld uns Bilder von Chaos und
Verfall zu zeigen, …

Aber warum zeigen sie es uns? Das muss doch auch jemand angucken wollen! Sonst würde die Quote zurückgehen und der ganze Spuk schnell wieder verschwinden. Wenn darin der moralische Verfall liegt, wäre doch zu fragen, wer den Privatsendern gegen wessen Widerstand in den 80er Jahren zum Durchbruch verholfen hat. Ich kenne da nur zwei Duzfreunde - einer aus Bayern, der andere aus der Pfalz. Letzterer gehört ja einer Partei an, die in den 60er Jahren für eine „saubere Leinwand“ gekämpft hat. Ob das allerdings grundsätzlich zu verhindern gewesen wäre, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Gruss, Stucki

Was ist der Grund für diesen rasanten
Rückgang ?

3sat?

gruß
dataf0x

klima als grund für wohlstand?

In dieser Zeit hatten die südlich gelegenen
Länder mit ihrem Klima einfach Vorteile gegenüber den
nördlichen, in denen man mehr mit dem Überleben beschäftigt
war.

das klima hat sich heute aber nicht geändert. warum sind heute portugal, griechenland und südiatlien die ärmsten gegenden in europa? und wenn südliches klima einen vorteil darstellt, warum ist zentralafrika dann nicht das reichste gebiet der welt?

gruß
dataf0x

Hallo,

weil ich denke, daß das Klima allein das nicht bewirkt.
Wobei es sicher auch eine Rolle spielt - Grönland z.B. ist für eine Besiedelung durch größere Menschenmengen recht ungeeignet und wird wohl nie zur Wirtschaftsmacht. Und in Zentralafrika dürfte der Wassermangel eine gewisse Rolle spielen.
Aber mindestens genau so wichtig ist dier verkehrmäßige Lage. Der Mittelmeerraum z.B. war führend, solange es allein um Europa und die ans Mittelmeer grenzenden Länder ging bzw. solange die Wirtschaftswege von indien und China über Karwanenrouten bis in den nahen Osten führten. Deshalb sind ja die italienischen Handelsrepubliken entstanden und steinreich geworden. Im Norden gab es zeitweise eine gewisse entsprechung ducrh die Hansestädte - auch wenn die nie den Rang z.B. von Venedig einnahmen.
Mit der Entdeckung Amerkikas und des Seeweges nach Indien wurde die Nähe zum Atlantik wichtig - also hatten Spanien, Portugal und später England und Frenkreich die Nase vorn.
Heute gilt das nicht mehr so absolut wie früher - aber es ist trotzdem bezeichnend, daß wirtschaftliche Schwerpunkte auch in den USA nicht unbedingt im LAndesinneren liegen und in China die Küstenregion am weitesten entwickelt ist und nicht der Tibet. Auch über wirtschaftliche Zentren in den mittelasiatischen Teilen der ehemaligen Sowjetunion ist mir nichst bekannt - Kasachstanb, Usbeskistan, Tadshikistan usw.
Und dann spielen auch immer noch die politischen verhältnisse eine Rolle. Das verkrustete alte feudalsystem im Portugal und Spanien des 18. Jahrhunderts hat die Entwicklung der Wirtschaft gehemmt zu einer Zeit, da in England schon frühbürgerliche Verhältnisse herrschten.
Und die Kleinstaaterei in Deutschland… na ja, lassen wir das. Augf jeden Fall halte ich es auch heute nicht gerade für einen Gewinn, wenn sich in deuitschland die Länderfürsten gegenseitig die Betriebe umwerben udn abwerben mit Fördermitteln, statt die Energie national zu bündeln.

Gernot Geyer

Hallo,

das klima hat sich heute aber nicht geändert. warum sind heute
portugal, griechenland und südiatlien die ärmsten gegenden in
europa? und wenn südliches klima einen vorteil darstellt,
warum ist zentralafrika dann nicht das reichste gebiet der
welt?

Die Dominaz von Spanien/Portugal ist recht
leicht zu erklären; Mittel/Nordeuropa kam
nicht in Betracht, da hatte man kaum
feste Häuser. Die dominierende Weltmacht
„Islam“ zerbrach kurz vorher unter den Schlägen
der mongolischen Feldherren (Tamerlan,
http://de.wikipedia.org/wiki/Timur_Lenk),
ein Schlag, von dem dieser sich bis heute
nicht erholt hat.

Was bleibt, ist der fortschrittlichste
Arm der islamischen Supermacht in West-
europa, das andalusische Spanien.

IIRC wurde sogar die Kolumbus-
Expedition vom letzten islamischen
Herrscher von Grenada teilfinanziert.

Diese Infrastruktur und dieses
Menschenpotential übernahmen nun die
Westgoten und legten eine gehörige
Portion Neugierde, Aggressivität,
Furchtlosigkeit und Brutalität darauf.

Damit wurde die Welt erobert.

Meine Ansicht. Man korrigiere mich bitte.

Grüße

CMБ

1 „Gefällt mir“

was uns da erzählt wird
Hallo Stucki,

Aber warum zeigen sie es uns? Das muss doch auch jemand
angucken wollen!

Es gibt nichts gegen so manche Sendung zu sagen. Ich persönlich schaue gerne bei 3-Sat Sendungen an, weil ich dort den Eindruck von Seriösität habe.

Wenn darin der
moralische Verfall liegt, wäre doch zu fragen, wer den
Privatsendern gegen wessen Widerstand in den 80er Jahren zum
Durchbruch verholfen hat. Ich kenne da nur zwei Duzfreunde -
einer aus Bayern, der andere aus der Pfalz. Letzterer gehört
ja einer Partei an, die in den 60er Jahren für eine „saubere
Leinwand“ gekämpft hat. Ob das allerdings grundsätzlich zu
verhindern gewesen wäre, steht dabei auf einem anderen Blatt.

bei den vielen Möglichkeiten sich zu informieren hat jeder von uns die Wahl, nicht zuletzt auf die eine oder andere „Informationsquelle“ zu verzichten. Die Bild-Zeitung hat eine sehr hohe Auflage. Das spricht für sich wie Menschen informiert werden wollen. Da wundern mich die Einschaltquoten der Privatsender überhaupt nicht.
Aber nicht die miese Qualität von Presse und Fernsehen macht mich nachdenklich, sondern die schier unübersichtlich gewordene Riesenmenge an Informationen über alle möglichen Belange unseres Daseins. Das lähmt uns alle soweit, dass wir mittlerweile denken lassen. Ich muss da an den Film Matrix denken, bei dem Computer Menschen eine Welt vorgaukeln, wie sie gar nicht für sie existiert. Wenn wir täglich Armut, Gewalt und Ungerechtigkeiten über Dritte erleben, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir tatsächlich abstumpfen oder mutlos und entscheidungsunfähig werden.
Ich will Fernsehen und Presse nicht verdammen, weil auch ich gerne mit deren Produkten meine Zeit verbringe. Doch wer mit Überfluß umgeht, z.B. mit der zur Verfügung stehenden Fernsehsendern, deren Programme und Sendezeit, sollte fit sein auch einmal zu verzichten, um nicht sein Urteilsvermögen und seine Handlungsfähigkeiten zu verlieren.
Wenn wir alle mehr Qualitäts- und Quantitätsbewußtsein hätten, dann würde uns anderes angeboten werden. Schokolade macht nicht dick! :wink:

viele Grüße
claren

… und wenn südliches klima einen vorteil darstellt,
warum ist zentralafrika dann nicht das reichste gebiet der
welt?

Na ja, das mit dem „klima“ ist natürlich sehr einfach dargestellt. Nur das alleine machts natürlich nicht. Hinzu kommen die damaligen technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten. In den nördlichen Ländern war man vor 400, 500 Jahren während des Sommers noch voll damit beschäftigt, sich für das Überleben im Winter vorzubereiten. Ist ja auch nur ein Aspekt, sicher spielen auch viele andere, nur schwer erfassbare, bewertbare Dinge eine Rolle, vielleicht auch nur der schlichte Zufall. Heute ist das mit den technisch/wirtschaftlichen Möglichkeiten was ganz anderes.
In Zentralafrika ist das Klima - Hitze, Feuchtigkeit u.a. - wiederum zu ungünstig zur anderen Seite.

Gruss, Stucki

1 „Gefällt mir“

Handelswege und ‚die trägen Landmassen‘
Hallo,

… aber es ist
trotzdem bezeichnend, daß wirtschaftliche Schwerpunkte auch in
den USA nicht unbedingt im LAndesinneren liegen und in China
die Küstenregion am weitesten entwickelt ist und nicht der
Tibet. Auch über wirtschaftliche Zentren in den
mittelasiatischen Teilen der ehemaligen Sowjetunion ist mir
nichst bekannt - Kasachstanb, Usbeskistan, Tadshikistan usw.

Das dürfte doch ziemlich einfach zu erklären sein: Schau mal, was man auf einem Schiff und was man auf einem Landfahrzeug transportieren kann und wie vergleichsweise leicht ein Schiff zu bewegen ist. Große Kulturen und Wirtschaftsmächte sind immer an Meeren entstanden, wo sich aus vorgenannten Gründen wesentlich leichter Handel betreiben ließ. Schaffe erstmal die Menge an Waren, die man schon auf einem mittelgroßen Schiff befördern kann, über Berge, durch Täler, Schluchten, unwegsame dichte Waldgebiete usw. Historiker nennen das „die Trägheit der großen Landmassen“.

Das verkrustete alte feudalsystem im Portugal und
Spanien des 18. Jahrhunderts hat die Entwicklung der
Wirtschaft gehemmt zu einer Zeit, da in England schon
frühbürgerliche Verhältnisse herrschten.

Ich habe da mal einen interessanten Satz über die Entwicklung der ja seit mehr als 500 Jahre zu Spanien gehörenden Kanaren gelesen. An ihnen waren ja alle Seemächte wegen des Seeweges nach Amerika stark interessiert: „Mehr noch als die ständigen Angriffe der Engländer schadete das fast vollständige Fehlen einer aufgeklärten, bürgerlichen Mittelschicht der Wirtschaft der Kanaren.“ Das dürfte wohl auch für Spanien insgesamt gelten.

Und die Kleinstaaterei in Deutschland… na ja, lassen wir das.

Das hat damals (!) aber wohl auch Vorteile gehabt bei der Entwicklung einer außerordentlich vielfältigen Kulturlandschaft. Und der rasanten Entwicklung von Wissenschaft und Technik im D des 19. Jhdt. hat es wohl auch nicht sehr geschadet.

Augf jeden Fall halte ich es auch heute nicht gerade für
einen Gewinn, wenn sich in deuitschland die Länderfürsten
gegenseitig die Betriebe umwerben udn abwerben mit
Fördermitteln, statt die Energie national zu bündeln.

Da muss ich dir uneingeschränkt zustimmen, für die von mir vorgenannten Dinge ist das heutzutage eine Katastrophe …

Gruss, Stucki

Was ist der Grund für diesen rasanten
Rückgang ?

3sat?

Hi hi, 3sat ist ein absoluter Minderheitensender. Vielleicht wird er demnächst aus Kostengründen abgeschafft, dann geht’s wieder bergauf :wink:)

Gruss, Stucki

Hallo,

Was bleibt, ist der fortschrittlichste
Arm der islamischen Supermacht in West-
europa, das andalusische Spanien.

Ja, davon hat Spanien nach der Reconquista wohl noch ein bisschen gezehrt. Aber nicht mehr lange. Nach 1492 - dem Abschluss der Rec. - wurden, wie überall üblich, die besten Leute, die nicht auf der herrschenden Linie lagen außer Landes gejagt oder kalt gestellt. Haben vorher alle Religionen einigermaßen friedlich zusammen gelebt, gab es jetzt große Verfolgungen, Konvertiten hat man nicht geglaubt, hat man trotzdem verfolgt usw. Die so oft beschworene und gepredigte Nächstenliebe stand nur auf dem Papier …
Historiker sagen, dass Spanien sich von diesem Schlag bis heute nicht erholt hat. Ähnliche Beispiele in anderen Gegenden gibt es viele.
Die von dir genannten Westgoten bzw. ihre Mentalität gab es zu der Zeit wohl nicht mehr, die sind ja schon fast 1000 Jahre vorher dort eingefallen. Aber Isabella la Catholica war nicht minder zimperlich.

Auch nur meine aus div. Quellen angelesene Ansicht.

Gruss, Stucki

Hinzu
kommen die damaligen technischen und wirtschaftlichen
Möglichkeiten.

diese alleinig ist es, würde ich mal sagen. wobei die technischen möglichkeiten im direkten zusammenhang mit der gesellschaftlichen und politischen entwicklung stehen.

In den nördlichen Ländern war man vor 400, 500
Jahren während des Sommers noch voll damit beschäftigt, sich
für das Überleben im Winter vorzubereiten.

und im süden damit, daß es genug wasser für den sommer gibt!! wärme läßt sich einfach durch feuer erzeugen - das konnte schon der neantertaler. aber wasser? und nahrung, frisches fleisch und früchte und getreide, wenn es heiß und trocken ist? das überleben ist in der gemäßigten zone am einfachsten (dort wo der globus die meiste zeit über grün ist, und nicht ständig vereist oder trocken). halb afrika ist gemäßigt, in asien ist auch alles grün. dennoch: armut und hunger.

Ist ja auch nur ein
Aspekt, sicher spielen auch viele andere, nur schwer
erfassbare, bewertbare Dinge eine Rolle, vielleicht auch nur
der schlichte Zufall.

das glaube ich nicht. menschen entwickeln sich nicht durch zufälle sondern durch innovationen.

Heute ist das mit den
technisch/wirtschaftlichen Möglichkeiten was ganz anderes.
In Zentralafrika ist das Klima - Hitze, Feuchtigkeit u.a. -
wiederum zu ungünstig zur anderen Seite.

wirf einen blick auf das satellitenbild von afrika. abgesehen von der sahara findet sich nördlich und südlich davon ein dicker streifen fruchtbaren, grünen landes. das klima dort müßte wie in der schweiz sein. warum befindet sich afrika also in der steinzeit? abgesehen davon KANN man „mit heutigen technischen möglichkeiten“ auch der wüste nahrung abringen. dennoch: nadda.

aber wie auch? alles was dort gibt, sind steinzeitliche despotenstaaten, von demokratie und freiheit des denkens keine spur. klar daß sich da nichts entwickelt.

gruß
dataf0x

Hallo stucki,

Was bleibt, ist der fortschrittlichste
Arm der islamischen Supermacht in West-
europa, das andalusische Spanien.

Ja, davon hat Spanien nach der Reconquista wohl noch ein
bisschen gezehrt. Aber nicht mehr lange. Nach 1492 - dem
Abschluss der Rec. - wurden, wie überall üblich, die besten
Leute, die nicht auf der herrschenden Linie lagen außer Landes
gejagt oder kalt gestellt.

Das ist so nicht ganz richtig, denke ich.
Was von der Reconquista vertrieben wurde,
waren die Juden. Das sollte sich später
als verhängnissvoller Fehler herausstellen,
führten die Juden ja selbst die arabisch-
islamische Weltmacht als Fernhändler mit
zur grossen Blüte.

Ansonsten ist es nicht schwer, festzustellen,
wie auch heute noch die meisten Spanier
(bes. in Südspanien) aussehen - nämlich
wie Araber. Ausserdem ist es klar, dass
der spanische Dialekt der spanischen
Eroberungen Südamerikas klar eine gehörige
Portion von dem dem „modernen“ Spanier schwer
verständlichen maurisch-andalusischen Dialekt
enthielt oder enthält.

Historiker sagen, dass Spanien sich von diesem Schlag bis
heute nicht erholt hat. Ähnliche Beispiele in anderen Gegenden
gibt es viele.

Interessant: die Juden gingen nach West- und
Mitteleuropa, sie machten z.B. die Holländer
mit zur Handels-Supermacht, die so stark wurde,
dass es eines Tages den Spaniern auch nicht
mehr gelang, diesem Treiben militärisch ein-
halt zu gebieten.

Das alles wurde natürlich in den Schatten gestellt,
als nach dem Ende der „kleinen Eiszeit“ (1300-1500)
England „aufwachte“ und zur „modernen“ Wirtschafts-
macht mit wirklicher industrieller Basis wurde - ein
Novum in der Weltgeschichte.

Übrigens: während dieser klimatisch sehr problematischen
Jahrhunderte verschob sich die Nordgrenze des Weizenan-
baus deutlich nach Süden, durch Missernten, Hunger, Seuchen,
Kriege wurde die Bevölkerung Mittel- und Nordeuropas um
25-50% (je nach Quelle) reduziert. Das muss man sich mal
vorstellen. Was für eine Zeit!

Die von dir genannten Westgoten bzw. ihre Mentalität gab es zu
der Zeit wohl nicht mehr, die sind ja schon fast 1000 Jahre
vorher dort eingefallen. Aber Isabella la Catholica war nicht
minder zimperlich.

Na ja. Ich denke mal, dass die Spanier ihre innenpolitischen
Probleme auch dadurch lösten, dass sie den verarmten adeligen
„Hooligans“ ein neues Betätigungsfeld mit Erfolgsaussicht
in (Süd-)Amerika eröffneten.

Auch nur meine aus div. Quellen angelesene Ansicht.

Zum Beispiel?

Grüße

CMБ

moin

Hallo zusammen,
habe vor kurzem im 3-SAT , eine Sendung über den
Wirtschaftlichen
Niedergang - Deutschlands gesehen !Es war erschreckend,wie
schnell Deutschland Jahr für Jahr Wirtschaftlich und moralisch
immer mehr Berg ab ging.Und wenn man ehrlich ist , kann man
selbst in seiner nächsten Umgebung kaotische Zustände
beobachten !
Hier meine Frage : Was ist der Grund für diesen rasanten
Rückgang ?

Ist kein Rückgang (Auf-Ab) sonderen eher ein Schwanken (links-rechts), oder wissenschaftlicher gesprochen ein Wechsel zwischen offener und geschlossener (momentan in Richtung offener) Gesellschaft.

Für nähere Infos mal nach dieser Theorie der offenen und geschlossenen Gesellschaft suchen.

moe.