Hallo,
zunächst einmal: Ich teile diesen Pessimismus so nicht.
Über den moralischen Nierdergang wird schon immer orakelt. Schon Cicero beklagte im alten Rom die Verkommenheit der Jugend - und zumindest deas oströmische Reich hat danach ja noch rund 1.500 Jahre ganz gut überlebt. Sich über die moralische Verkommenheit der Gesellschaft aufzuregen, ist da wohl immer das Vorrecht der Älteren - die vergessen erstens, daß sie auch mal jung waren und zweitens, daß die zeit ja nicht stehenbleibt.
Und wirtschaftlich - ich weiß nicht, ob man eine Stagnation als Rückgang bezeichnen kann. Und ich weiß es noch weniger, weil es ja doch immer naoch (und auch in Deutschland) eine qualitative Weiterentwicklung gibt.
Es kann sich also nur um einen relativen Rückgang im verglaich zu anderen Nationen handeln, die aufgeholt haben gegenüber uns.
Und dazu muß man folgendes sagen:
Es gibt in der Geschichte ein Auf und Ab - das hängt von vielerlei Faktoren ab. Im Mittelater waren die italienischen Stadtstaaten wie Venedig führend mit ihrem Mittelmeerhandel. Die verloren schlagartig ihre bedeutung mit der Entdeckung Amerikas - da lagen sie plötzlich am Arsch der Welt geografisch und hatten für derartige eroberungen nicht die wirtschaftliche Kraft. Um 1500 und 1600 waren Spanien und Portugal die führenden Mächte in Europa - das lag an der geografisch günstigen Lage. Diese Länder konnten als erste die Ressourcen Amerikas und Afrikas ausbeuten. Vom zersplitterten und weitab von den Meeren liegenden Deutschland war da keine Rede.
Als die beiden sich aber zu sehr auf ihren Lorbeeren ausruhten, wurden sie erst von Frankreich und dann von England überrundet - von England ging die Industrialisierung aus. Ende des 19. Jahrhunderts holte dann aber Deutschland auf - da setzte die deutsche Einigung mächtige Energien frei. Als Europa nach dem ersten Weltkrieg wirtschaftlich am Boden lag zigen die USA dann vorbei.
Tja - und nun kommen die Asiaten - die haben auch gewaltigen Nachholebedarf und ne Menge Menschen, die ihr Stück vom großen Kuchen wollen.
Das ist also mehr oder weniger normal. besonders auch deshalb, weil in diesen Ländern das allgemeine Lebensniveau noch viel niedriger liegt. Noch sind die kostengünstiger - da gibt es keine Tarifverträge und keinen Zweitwagen für jede Arbeiterfamilie. Die Chinesen sind schon stolz, wenn sie ein Fahrrad haben. aber auch das wird sich angleichen - es zeigt sich ja jetzt schon z.B. in Osteuropa, daß die Ukraine und andere Länder den tschechen und Polen den Rang ablaufen, weil dort die Produktionskosten merklich gestiegen sind.
Trotzdem wird auch Deutschland seinen Platz finden - ohne Zweifel. Es werden allerdings bestimmte Inddustriezweige verschwinden, weil sich die Produktion da in Deutschland nicht mehr lohnt - so, wie ja ind en loetzten Jahrzehnten schon die Textilindustrie verschwunden ist. Dafür werden neue Felder entstehen wie die Umwelttechnik.
Man darv auch eins nicht vergessen - wir haben die längste Friedensperiode seit langer Zeit in Europa. Natürlich gab es früher gewaltige Wachstumsraten. Das war ja normal, wenn alle paar Jahrzehnte ein krieg alles zerdeppert und die Menschen bei trockenem Brot mit HAcke und Spaten wieder neu anfangen müssen. Das ist aber nicht mehr - es steht ja schon alles. Und - es gibt kein Bevökerungswachstum mehr in Deutschland, im Gegenteil. Wenn es aber nicht mehr Menschen gibt, wächst auch der Bedarf nicht weiter wie bisher und auch nicht das Arbeitskräftevolumen.
Die LAge täuscht - und ich denke, das hat noch keiner bis zu Ende durchdacht. In spätestens 3 oder 4 Jahren kommt der Wendeknick in der Bevölerungsentwicklung - dann sinkt in Ostdeutschland die Zahl der Schulabgänger schlagartig um über die Hälfte. Das wird den Mark bei Lehrstellen kippen lassen von Überfluß auif Mangel und das wird auch zu einer Entspoannung an den überfüllten Hochschlen führen. Und ein par Jahre später wird auch der Druck auf dem Arbeistmarkt sinken mit der wachsenden Überalterung der Bevölkerung.
Das wird aber auch den Effekt haben, daß die Arbeistlosigkeit sinkt - einfach, weil weniger Leute im arbeitsfähigen Alter da sind. Und das erhöht ja nicht nur die Kosten für die Renten - das senkt ja auch die Ausgabaen für die Unterhaltung und verwaltung der Arbeistlosen und führt bei höherer beschäftigungsquote zu mehr Geld bei Kranken- und Rentenkassen.
Deutschland ist ein Land der Schwarzmaler - hier sehen alle immer nbur den schluimmsten Fall und die negativen Seiten. aber ich bin überzeugt, daß das gesamte Modell der Entwiklung für die nächsten Jahre mit allen Effekten noch gar nicht durchgerechnet ist richtig.
Gernot Geyer