Geplantes Sozialjahr

folgende nachricht als Grundlage:
19.01.2004 16:23 Uhr News-ID: 497161

Soziales Pflichtjahr: Kritik von allen Seiten
Das soziale Pflichtjahr, als Ersatz für den Zivildienst für den Fall geplant, dass die Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst abgeschafft werden, ist massiver Kritik aller Parteien ausgesetzt.
So ist Georg Milbradt von der CDU dafür, dass junge Leute lieber ein Jahr früher in den Beruf eintreten und Steuern zahlen sollen. Ina Lenke (FDP) ist gegen eine derartige Belastung der jungen Generation.

Renate Schmidt von der SPD hat bei den Plänen völkerrechtliche Bedenken.
Außerdem sei zur Einführung dieser Regelung eine Grundgesetzänderung nötig.

Quelle: http://www.netzeitung.de

Nun zur Diskussion: ist ein allg. Sozialjahr „ehrenrührig“? eine nicht zumutbare Belastung?
M.M dazu: so schnell wie möglich her damit!
Umbau der BW in ein Berufsheer. Mit sehr guter Ausstattung. Und für alle nichtdienenden (w/m) ein Sozialjahr. Ausnahmen: nur noch diejenigen, die wirklich aus gesundheitlichen Gründen dafür ungeeigent sind. Ach, ja, noch eine Ausnahme: Schwangere und Mütter. Was meint Ihr, wie plötzlich die Geburtenrate steigt!
Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Grüße
Raimund

Blanker Unsinn…
Hallo Raimund,

Renate Schmidt von der SPD hat bei den Plänen
völkerrechtliche Bedenken.

Was versteh ich daran nicht? Völkerrechtliche bedenken??? Welches Völkerecht könnte denn da verletzt werden? Bitte um Aufklärung.

Außerdem sei zur Einführung dieser Regelung eine
Grundgesetzänderung nötig.

Nau und? Das GG ist schließlich keine heilige Kuh. Wen sich eine Mehrheit findet, bitte sehr.

Nun zur Diskussion: ist ein allg. Sozialjahr „ehrenrührig“?

Was soll denn ehrenrührig daran sein?

eine nicht zumutbare Belastung?

Kommt drauf an. Für die Beteiligten wäre die BElastung schon zumutbar, für die Volkswirtschaft eine Katastrophe.

M.M dazu: so schnell wie möglich her damit!

Meine Meinung: Bloß nicht!!!

Umbau der BW in ein Berufsheer. Mit sehr guter Ausstattung.

Soweit auch meine Meinung. Zusätzlich: Reduktion der „normalen“ Truppen (mit Infantrie gewinnt man keinen Krieg mehr!) und volle Konzentration auf die Landesverteidigung. So wird Geld gespart.

Und für alle nichtdienenden (w/m) ein Sozialjahr.

Nur: Warum? Warum willst Du Leute, die viel qualifizierter und motivierter in anderen Bereichen arbeiten könnten (und damit Steuern, Sozialabgaben und BIP produzieren), so so einer Tätigkeit abkommandieren? Ist Dir eigentlich bewusst, welchen volkswirtschaftlichen Wert Du damit vernichtest? Und vor allem: Es gibt ja gar keinen Grund für diese Maßnahme, der Notstand im Sozialbereich liegt an unserem geringen Ausgabewillen, nicht daran, dass es keine Leute geben würde, die die Arbeit verrichten könnten.

dafür ungeeigent sind. Ach, ja, noch eine Ausnahme: Schwangere
und Mütter. Was meint Ihr, wie plötzlich die Geburtenrate
steigt!

Antwort: Kaum. Die Gründe für die geringe Geburtenrate sind eher psychologischer und wirtschaftlicher Natur. Kinder zu haben ist in Deutschland in nicht unerhebliches Armutsrisiko und bringen auch periphere Belastungen mit sich, z.B. Schwierigkeiten eine Wohnung zu finden, Probleme am Arbeitsplatz etc. Die alles wird nicht genügend durch eine entsprechende Förderung aufgewogen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Genau, jetzt sind beide tot!

Grüße,

Anwar

Totschlägerargumente
Hallo Anwar,

Es gibt ja gar keinen Grund für diese Maßnahme, der
Notstand im Sozialbereich liegt an unserem geringen
Ausgabewillen, nicht daran, dass es keine Leute geben würde,
die die Arbeit verrichten könnten.

Es wird nirgendwo soviel Geld eingenommen und ausgegeben, wie in D. Es wird nur oft sinnlos verprasst (in Altenheimen, die viel zu teuer sind, usw)

Kinder zu haben ist in Deutschland in nicht unerhebliches
Armutsrisiko und bringen auch periphere Belastungen mit sich, z.B.
Schwierigkeiten eine Wohnung zu finden, Probleme am
Arbeitsplatz etc. Die alles wird nicht genügend durch eine
entsprechende Förderung aufgewogen.

Sorry, es ist recstloser Unsinn den Leuten glauben zu machen, Kinder sien eine Armutsfalle ! Das ist echt nicht die Wahrheit. Es wird nur dann zur Armutsfalle, wenn die Ehe auseinandergeht. Eine Ächtung von Kindern beim Arbeitsplatz ist auch ein Märchen.

Lasst Euch doch mal was anderes einfallen, als nur die Allerweltssprüche nachzuplappern, die schwachsinnige Politiker von sich geben, um Wähler zu mobilisieren ! Die Familien mit Kindern mit Geld vollzustopfen, bringt NICHTS.

Sorry. Gruss Lothar

Dienstzeit Neun Monate und zehn Minuten :smile:))

Ach, ja, noch eine Ausnahme: Schwangere

und Mütter. Was meint Ihr, wie plötzlich die Geburtenrate
steigt!

Ist aber trotzdem ungerecht, denn im sozialen Jahr
gibts weniger als zehn Minuten Spass…

Gruss, Marco

Hallo zusammen
Ich denke nicht, dass man ein Soziales Jahr per Gesetz festschreiben sollte. Ich bin kein Freund von Zwangsmaßnahmen - und seien sie noch so Sinnvoll. Ein soziales Jahr sollte man aber auf jeden machbar halten.

Also:
Wehrpflicht abschaffen - und Rahmenbedingungen schaffen in der jeder der tatsächlich ein Jahr für die Allgemeinheit arbeiten will, dazu ohne zu große Nachteile in die Lage versetzt wird.
Zwangsarbeit halte ich nicht für Sinnvoll.

der Notstand im Sozialbereich liegt an unserem geringen
Ausgabewillen, nicht daran, dass es keine Leute geben würde,
die die Arbeit verrichten könnten.

Zudem war der Sinn der Zivi’s festgelegt auf „Arbeiten“ die nicht in Konkurenz zu bezahlten Arbeitsplätzen steht (Sinngemäß - genauer ist es mir nicht im Gedächtniss)Dieses Ziel ist ja wohl - was jetzt offensichtlich wird - vollkommen verfehlt worden.
Woran hat es sonst gelegen das dennoch Zivi’s Arbeitplätze besetzten?

Es wird nirgendwo soviel Geld eingenommen und ausgegeben, wie
in D. Es wird nur oft sinnlos verprasst (in Altenheimen, die
viel zu teuer sind, usw)

verprasst - ja - aber in Verwaltungs und Reglementierungswut nicht in Löhne und Gehälter oder Luxus für Alte

Sorry, es ist recstloser Unsinn den Leuten glauben zu machen,
Kinder sien eine Armutsfalle ! Das ist echt nicht die
Wahrheit. Es wird nur dann zur Armutsfalle, wenn die Ehe
auseinandergeht. Eine Ächtung von Kindern beim Arbeitsplatz
ist auch ein Märchen.

Du hast keine Kinder!

Die Familien mitKindern mit Geld vollzustopfen, bringt NICHTS.

Oh, was fühl ich mich vollgestopft!

Gruß Roger

Ps: Wo waren jetzt genau die Totschlägerargumente von Anwar?

Ps: Wo waren jetzt genau die Totschlägerargumente von Anwar?

  1. Kinder = Armutsfalle
  2. Es wird zu wenig Geld in Sozialkassen gesteckt

Ich habe nicht gesagt, dass DU vollgestopft wirst. Ich sage nur, dass die Gleichung „Geld = bessere Erziehung“ aufgeht.

Ich habe keine Kinder, daher zahle ich auch maximale Steuersätze. Dafür fordere ich offensichtlich zu viel: Verantwortungsbewußtsein, Erziehung zum Sozialen (nicht zum Egoismus), usw. Wohl zu viel.

Beste Grüsse

Lothar

Ich sag nur, dass die Gleichung „Geld = bessere Erziehung“ NICHT aufgeht.

hallo Roger,
dann müsste es so geregelt werden, dass zwar kein Zwang ist, aber die betrieben lieber eine(n) vorziehen, der/die sein/ihr soziales Jahr abgeleistet hat.
Ein nichtteilnehmen am SJ sollte dann in der Gesellschaft als negativ bezeichnet werden. Und jeder der es abgleichtet hat, eine besondere Förderung (nicht monetär) bekommen.

Grüße
Raimund

Hi,

Es wird nirgendwo soviel Geld eingenommen und ausgegeben, wie
in D. Es wird nur oft sinnlos verprasst (in Altenheimen, die
viel zu teuer sind, usw)

das sagst Du aufgrund welchen Einblicks in die Branche? Oder anders: Steckt hinter Deiner Aussage mehr als Deine subjektiven Einschätzung?

Meine subjektive Einschätzung ist folgende: Die Personal- und Sachkosten der Betreiber von Pflege- und Altenheimen sind exorbitant. Gewinne werden in dieser Branche in kaum meßbarem Umfang gemacht.

Sorry, es ist recstloser Unsinn den Leuten glauben zu machen,
Kinder sien eine Armutsfalle ! Das ist echt nicht die
Wahrheit.

Tja, da kann ich zwar keine eigenen Erfahrungen beisteuern, aber Beobachtungen in meinem Umfeld. Wer sich heute Kinder leistet, hat erhebliche Einschränkungen ggü. Kinderlosen zu verkraften.

Gruß,
Christian

Weitere Totschlagargumente :smile:
Hallo Lothar,

ich denke nicht, dass meine Argument dermaßen von der Hand zu weisen sind:

  1. Kinder = Armutsfalle

Es ging mir nicht um einen Automatismus, sondern lediglich um die Gefahren und Unannehmlichkeiten, denen man sich aussetzt. Weiter oben schreibst Du selbst, dass dies im Fall einer Scheidung durchaus eine reale Problematik darstellt. Wer kann schon 100% eine Scheidung ausschließen, erst Recht mit 19, wo Raimund die Leute vor die Entscheidung kind oder soziales Jahr stellen will.

  1. Es wird zu wenig Geld in Sozialkassen gesteckt

Ich sagte nicht zu wenig. Ich sagte zu wenig, um den Standard zu finanzieren, den wir gerne hätten. Ob dieser Standard zu hoch, zu niedrig oder sonstwas ist, habe ich (absichtlich!) nicht gesagt. Du kannst übrigens Christian und mir glauben, das große Gewinngeschäft sind solche Unternehmen nicht.

Ich habe nicht gesagt, dass DU vollgestopft wirst. Ich sage
nur, dass die Gleichung „Geld = bessere Erziehung“ [nicht] aufgeht.

Hab’ ich auch nicht gesagt. Gesagt habe ich nur: Der soziale Druck (ich wiederhole mich: Wohnung, Arbeit, Finanzen etc.) und die psycho-soziale Komponente (Selbstverwirklichung, Karriere) halten Leute vom Kinder kriegen ab. Witzigerweise lieferst Du selbst mit Deinen Kommentaren („Familien vollstopfen“) ein ziemlich gutes Beispiel für diesen sozialen Druck, auch wenn es Dir wahrscheinlich gar nicht auffällt!

Ich habe keine Kinder, daher zahle ich auch maximale
Steuersätze.

Nein, die maximalen Steuersätze zahlst Du, weil Du nicht verheiratet bist. Warum der bloße Fakt verheiratet zu sein (von Kindern ist da nicht die Rede) allerdings steuerrechtlich begünstigt wird, dass soll mir auch erstmal jemand erklären.

Dafür fordere ich offensichtlich zu viel:
Verantwortungsbewußtsein, Erziehung zum Sozialen (nicht zum
Egoismus), usw. Wohl zu viel.

Über die mangelnde Qualität in der Erziehung zu diskutieren führt im Rahmen dieser Diskussion zu weit. Vorschlag: mach einen neuen thread in „Eltern und Kinder“ auf. Bei dem Thema bin ich auch eher auf Deiner Seite. :smile:

Grüße,

Anwar

Zwangsarbeit und ihr Nutzen
Raimund, als ich meinen Zivildienst angefangen habe dachte ich auch noch „ui, jetzt tuste mal was gutes. krass wie es manchen leuten geht.“ - nach ungefähr 2 Monaten Schikane, rumgescheucht werden, statt Altenbetreuung Altenheimputzen praktizieren für 800 Mark wandelte sich diese Meinung ziemlich schnell um in „mann, wann ist diese Scheisse endlich vorbei“ und in ca. 0-Motivation. Zu den Alten hab ich weiter versucht nett zu sein, vorm Stammpersonal hat man ja eh nix zu melden, aber andere Zivikollegen haben ihren Frust dann eben ausgelassen an denen, die sich nicht wehren können. Ziemlich unschön aber so endet das eben, wenn man Leute zu etwas zwingt und sie dann auch noch unfair behandelt. Tja, dann gibts natürlich auch noch die Zivildienststellen, bei denen man unglaublich faul auf der Haut liegen kann - da ist der soziale Nutzen für alle Beteiligten wohl eher gerin.
Der Zivildienst sollte ja mal WEHRERSATZdienst sein; heute ist wohl eher der Wehrdienst der ZIVILERSATZdienst. Die Wehrgerechtigkeit ist sowieso schon länger nicht mehr gegeben - es ist ja geradezu eine Frechheit, wer eingezogen wird und wer nicht.
Ich las außerdem im Zuge der Kontroverse von einigen Verbänden, die auch wunderbar ohne Zivis auskommen. Volkswirtschaftlich werden die nicht gebraucht, sind vielleicht sogar widersinnig.
Kontakt mit hilfsbedürftigen Menschen ist sicherlich eine gute Sache - er öffnet die Augen dafür, dass eben auch Behinderte, Alte oder Drogenabhängige naja eben gleichberechtigte Menschen sind, die Respekt verdienen. Dafür braucht man aber keinen 8-12monatigen Zwangsarbeitsdienst der letztlich fast das Gegenteil bewirkt, dafür reichte ein 2-4-wöchiges Sozialpraktikum bspw. im Rahmen der Schule dicke aus; zumal da unter Leitung der Lehrer das ganze anschließend reflektiert wird, was vielleicht mehr die Augen öffnet als Urin wegwischen und Geschirr spülen.

Gruß

Hallo Lars,

was Du erlebt hast, ist natürlich vollkommen kontraproduktiv.
Freunde meines Sohnes und auch Verwandte hatten da andere Erfahrung. Sie wurden z.B. als Behindertenfahrer eingesetzt, andere zur Behindertenpflege und Betreuung (z.B. bei meinem Freund, der schwer Contergangeschädigt ist). Und das ist ein Knochenjob!
Pflege mal einen, der keine Arme und Beine hat.
Das ist auch nur dann möglich, wenn der Pflegende mindestens 9 Monate dafür eingaspannt wird. Mit 4 Wochen ist hier nicht geholfen.
Berufspfleger sind aber für diese Behinderten wesentlich zu teuer.
Diese Behinderten müssen alle auf Sozialfall machen. D.h., sie dürfen nur ein geringes Einkommen haben. Sonst müssen sie den pfleger selbst zahlen. Doch auch diese Hiwis sind immer noch so teuer, dass einer, der 3.000 Euro verdient, sich dann gleich wieder als Sozialfall anmelden kann.
Dass Du so schlechte Erfahrungen gemacht hast, hat mit dem System nichts zu tun. Das sind Fehler, die eigentlich kontrolliert und abgeschafft werden müssten.
Genauso wie der Einsatz bei der Post oder zu Waldarbeiten. Das hat mit sozial nichts zu tun. Ist nur billige Arbeitskräfte bekommen.

Also: m.M. ist immer noch 1 Jahr Sozialdienst. Allerdings eine Kontrollinstitution, die Missstände findet und abschafft. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Hiwi am Ende seiner Zeit einen Gesamtbericht an eine Zentrale abliefern muss.
Klar, da wird von einigen Hiwis auch wieder versucht, jemanden was reinzudrücken. Doch das lässt sich ja klären.
Grüße
Raimund

Hallo Anwar,

das Wort „Totschlagargumente“ bezoh sich nicht auf Dich persönlich sondern auf die Argumentation, die als „gängig“ gilt. Ich stimme in einigen Analysen nicht mit Dir überein, aber das muss ja auch nicht sein.

Beste Grüsse

Lothar

Nicht persönlich gemeint…
Hallo Lothar,

das Wort „Totschlagargumente“ bezoh sich nicht auf Dich
persönlich sondern auf die Argumentation, die als „gängig“
gilt.

Das war mir schon klar. Ich hatte mich nicht persönlich angegriffen gefühlt und meine Gegenargumentation, auch wenn sie vielleicht ein wenig „ruppig“ war, sollte ebensowenig ein persönlicher Angriff sein.

Ich stimme in einigen Analysen nicht mit Dir überein,
aber das muss ja auch nicht sein.

Natürlich nicht. Und wie gesagt: In einigen Dingen (Erziehung, Steuerrecht) stimme ich Dir ja auch zu. Ich wollte lediglich sagen, dass man keinen neuen Babyboom durch die Einführung eines sozialen Jahres auslöst.

Grüße,

Anwar

Hallo Lothar !

Es wird nirgendwo soviel Geld eingenommen und ausgegeben, wie
in D. Es wird nur oft sinnlos verprasst (in Altenheimen, die
viel zu teuer sind, usw)

Auf welchen ökonomisch vergleichenden Länderstatistiken beruht Deine Aussage ? Oder basiert sie nur auf allgemein weitergebrabeltem Frust ?

Kinder zu haben ist in Deutschland in nicht unerhebliches
Armutsrisiko und bringen auch periphere Belastungen mit sich, z.B.
Schwierigkeiten eine Wohnung zu finden, Probleme am
Arbeitsplatz etc. Die alles wird nicht genügend durch eine
entsprechende Förderung aufgewogen.

Sorry, es ist recstloser Unsinn den Leuten glauben zu machen,
Kinder sien eine Armutsfalle ! Das ist echt nicht die Wahrheit.

Hahaha. Dreimal darf gelacht werden. Es könnt einem aber das Lachen glatt im Hals steckenbleiben. Wieviele Familien samt ihrer konkreten finanziellen Situation kennst Du denn ? Darf ich mal raten: keine oder fast keine ? Kleiner Tipp: Frag mal Eltern der mittleren und unteren Einkommensschicht, wie ihre finanzielle Situation ist. Kleine Warnung: Es könnte Dein Weltbild erschüttern, wenn Du erfährst, dass etliche Mehrkindfamilien tatsächlich am Rande der Armutsgrenze existieren.

Es wird nur dann zur Armutsfalle, wenn die Ehe auseinandergeht.

Diese Deine Aussage ist schlichtweg unwahr.

Eine Ächtung von Kindern beim Arbeitsplatz ist auch ein Märchen.

Vorab: Definier mal genauer, was Du unter „Ächtung von Kindern am Arbeitsplatz“ verstehst ! Mir sind persönlich durchaus einige Fälle bekannt, in denen Kinder ein Hinderungsgrund für eine Einstellung waren. Nur wird so was natürlich nicht direkt ausgesprochen.

Lasst Euch doch mal was anderes einfallen, als nur die
Allerweltssprüche nachzuplappern, die schwachsinnige Politiker
von sich geben, um Wähler zu mobilisieren ! Die Familien mit
Kindern mit Geld vollzustopfen, bringt NICHTS.

Lass Dir doch mal konkrete Argumente einfallen, die auch ökonomisch (statistisch) untermauert sind. Familien mit mehr Geld zu versehen, bringt durchaus was. Besser Ausgebildete zahlen später mal mehr Steuer. Für diese Erkenntnis reicht schon ein Einführungskurs in Volkswirtschaft (Theorien über den Arbeitsmarkt)

Sorry. Gruss Lothar

Grüße
Wolkenstein

P.S. Übrigens, ein Totschlagargument ist eines, das die Diskussion abwürgt. Das hat Anwar aber überhaupt nicht gemacht. Nur liegen Dir seine ökonomischen Argumente scheinbar quer im Magen. Bleib sachlich, Mann !

Hallo Raimund !

Das soziale Pflichtjahr, als Ersatz für den Zivildienst für
den Fall geplant, dass die Wehrpflicht und damit auch der
Zivildienst abgeschafft werden, ist massiver Kritik aller
Parteien ausgesetzt.

Der Zivildienst wurde nicht deswegen eingerichtet, um sozialen Einrichtungen kostengünstig Leute zur Verfügung zu stellen, sondern weil es Leute gab und gibt, die den Dienst an der Waffe ablehnen. Für die schuf der Staat eine Art Ersatzdienst.

Nun zur Diskussion: ist ein allg. Sozialjahr „ehrenrührig“?
eine nicht zumutbare Belastung?

Zweimal nein, aber es ist volkswirtschaftlich unsinnig. Leute aus ihrem Beruf für ein Jahr sozialen Dienst „zweckzuentfremden“ kostet den Staat mehr, als es den sozialen Diensten bringt. Diesen mangelt es nicht in erster Linie an Leuten, sondern vor allem an finanziellen Mitteln.

M.M dazu: so schnell wie möglich her damit!

Wenn Du die volkswirtschaftlichen Kosten dafür übernimmst. Die sind exorbitant hoch !

Umbau der BW in ein Berufsheer. Mit sehr guter Ausstattung.

Da bin ich Deiner Meinung. In ein Berufsheer gehen Leute, die gern Soldat sein wollen. Ihre Motivation ist hoch und das ist für die zu erbringende Leistung auch notwendig.
Aber gegen genau diese Argumentation verstösst Du, wenn Du ein soziales Jahr für alle forderst.

Und für alle nichtdienenden (w/m) ein Sozialjahr. Ausnahmen:
nur noch diejenigen, die wirklich aus gesundheitlichen Gründen
dafür ungeeigent sind. Ach, ja, noch eine Ausnahme: Schwangere
und Mütter. Was meint Ihr, wie plötzlich die Geburtenrate
steigt!

Die Geburtenrate bleibt gering. Den Zusammenhang, den Du konstruierst, gibt es gar nicht. „mehr Kinder bekommen“ ist ein finanzielles und ein Anerkennungsproblem. „Mutter sein“ ist aber momentan gesellschaftlich gesehen nicht grad sehr anerkannt; und teuer ist es auch.

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Grüße
Raimund

Ich fürchte, Du siehst das zu optimistisch.
Grüße
Wolkenstein

Hi Raimund,

Nun zur Diskussion: ist ein allg. Sozialjahr „ehrenrührig“?
eine nicht zumutbare Belastung?
M.M dazu: so schnell wie möglich her damit!

scheint mir auch keine besonders gute Idee zu sein.

Ich kann mir aber vorstellen, daß einige Arbeitslosenhilfeempfänger dazu bereit wären (sogar freiwillig!), wenn sie, sagen wir mal, dafür eine höhere Geldleistung vom Staat bekommen würden - i.e. statt 800 EUR im Monat 1200 EUR (ca. 50% mehr ?). Dann hätten sie eine sinnvolle Beschäftigung, tun etwas für die Gesellschaft und hätten mehr Geld, um sich ein besseres Leben zu ermöglichen. Nur eine Idee…

Meiner Meinung nach macht es wirklich keinen Sinn junge Leute mit einer guten Zukunftsperspektive so einen Zwangsdienst aufzuzwingen.

Es scheint mir jedoch viel sinnvoller, ungenutzte ‚Ressourcen‘ i.e. Arbeitslosenhilfeempfänger und arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger einzuspannen - vorausgesetzt sie wollen das und dafür eine entsprechend höhere Unterstützung vom Staat bekommen würden.

Gruß
Sarah

gefährliche Idee
Die Idee ist gut, nur bei der Umsetzung kommt
garantiert sowas raus wie: Wer *nicht* mitmacht
bei dem wirds Geld gekürtzt, wer mitmacht, kriegt
*keine* Erhöhung!

Gruss, Marco

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Dass Du so schlechte Erfahrungen gemacht hast, hat mit dem
System nichts zu tun. Das sind Fehler, die eigentlich
kontrolliert und abgeschafft werden müssten.
Genauso wie der Einsatz bei der Post oder zu Waldarbeiten. Das
hat mit sozial nichts zu tun. Ist nur billige Arbeitskräfte
bekommen.

Also: m.M. ist immer noch 1 Jahr Sozialdienst. Allerdings eine
Kontrollinstitution, die Missstände findet und abschafft. Ich
könnte mir auch vorstellen, dass der Hiwi am Ende seiner Zeit
einen Gesamtbericht an eine Zentrale abliefern muss.
Klar, da wird von einigen Hiwis auch wieder versucht, jemanden
was reinzudrücken. Doch das lässt sich ja klären.

naja, es gibt ja kontrollinstanzen, z.b. die regionalbetreuer. die sind auch nett und recht objektiv. ein zivi bei uns hat sich damals beschwert weil er im gegensatz zu den vollzeitkräften wochenenddienst am empfang machen musste, was nicht gesetzeskonform ist. tja, die heimleitung meinte lapidar, dann würde er eben auf station versetzt und ein anderer an den empfang. also rief er den regionalbetreuer an, der dann mit der heimleitung sprach. letztlich musste er dann einen tag dienst machen, den andern tag haben dann jeweils abm-kräfte übernommen. trotzdem ist es einfach superstressig, gegen die dienststelle vorzugehen - vergiftet das klima und versetzenlassen ist langwierig und kompliziert, es sei denn, man kann schon eine andere stelle präsentieren und man trennt sich einvernehmlich. war bei mir so, ich wollte eigtl auch erst einen behinderten betreuen, aber irgendwie war das dann doch zu krass und zu viel verantwortung und ich bin halt gewechselt. naja, von dieser familie weiss ich halt auch, wie schwer das ist ohne zivis. aber nichtsdestotrotz geht es auch ohne zivis und dafür mit andern beschäftigten. so ist ja eigtl auch die gesetzeslage. zivis dürfen keine vollzeitkräfte ersetzen.
zivis werden, wenn ich mich recht entsinne, zur hälfte vom bundesamt und zur hälfte von der dienststelle bezahlt - warum nicht teilzeitkräfte übers arbeitsamt vermitteln, die das ganze FREIWILLIG machen und ebenfalls zur hälfte staatlich subventionieren?

ach ja, mit dem praktikum: da geht es weniger um wirtschaftliche ausbeutung von schülern als darum, jungen leuten mal ein wenig die augen zu öffnen für probleme und sorgen, die andere leute haben. bin auch für sozialarbeit statt gefängnis bei leichten vergehen, aber das ist ja wieder was anderes.
charakterlich hat mir der zivildienst sicherlich auch einiges an reife und erfahrung vermittelt. nur, wie gesagt, hätte die erfahrung, ohnmächtig zu sein und erniedrigt zu werden sicherlich nicht dabei sein müssen.

gruß

Hi,

Es wird nirgendwo soviel Geld eingenommen und ausgegeben, wie
in D. Es wird nur oft sinnlos verprasst (in Altenheimen, die
viel zu teuer sind, usw)

das sagst Du aufgrund welchen Einblicks in die Branche? Oder
anders: Steckt hinter Deiner Aussage mehr als Deine
subjektiven Einschätzung?

Ja, es gibt Einblicke, über di eich nichts sagen möchte. In Altenheimen gibt es u. U. Kosten von über 3500 Euro und die Leute bekommen Essensrationen in Höhe von EUR 5 am Tag. Soviel verdienen Schwestern und Pflegepersonal garantiert NICHT.

Meine subjektive Einschätzung ist folgende: Die Personal- und
Sachkosten der Betreiber von Pflege- und Altenheimen sind
exorbitant. Gewinne werden in dieser Branche in kaum meßbarem
Umfang gemacht.

Offiziell dürfen ja keine gemacht werden (von Leuten wie Caritas und Diakonie). Aber: siehe oben ! Personal wird abgebaut - die Kosten steigen. Warum ? Weil das Sozialamt bezahlt !!!

Sorry, es ist recstloser Unsinn den Leuten glauben zu machen,
Kinder sien eine Armutsfalle ! Das ist echt nicht die
Wahrheit.

Tja, da kann ich zwar keine eigenen Erfahrungen beisteuern,
aber Beobachtungen in meinem Umfeld. Wer sich heute Kinder
leistet, hat erhebliche Einschränkungen ggü. Kinderlosen zu
verkraften.

Einschränkungen: DAS glaube ich auch. Das war aber immer so ! Es ist aber kein Automatismus !

Gruß,
Christian

Gruss Lothar