'Germanische Neue Medizin'

Hi!

Du musst bedenken, dass einem keine Entscheidungsgewalt mit
der Hamer-Scharlatanerie… ähh Medizin gegeben ist.

Denn die Menschen, die sich in Hamers Hände geben, wird ja von
ihm profezeit, sie würden durch seine „Therapie“ gesunden.

Wenn man sich ganz in seine Hände begibt, ja. Wenn aman seine Theorien als Anregung nimmt: nein. In letzterem Fall nimmmt man aber auch die Schulmedizin unter Umständen nur als Anregung, als eine mögliche Lösung.

Und auch nach meinem Weltbild darf niemand Entscheidungen von
einer solchen unumkehrbaren Natur treffen.

Auch die Entscheidung witerzuleben ist unumkehrbar. Man kann nie mehr an DIESEN Punkt zurück.
Nur ganz selten wird man die Entscheidung treffen, sein Leben doch noch beenden zu wollen. (Ich denke an den Fall in Frankreich, Tötung auf Verlangen, als ein junger Mann so nicht weiterleben wollte.) Meist wird man sich mit der Realität arrangieren.
Das bedeutet aber nicht, daß es für den Menschen nicht „besser“ gewesen wäre, diese Realität nie kennenzulernen!
(Ich könnte Dir mühelos ein ganz persönliches Beispiel konstruieren, ewine Situation, in der ich besser dran wäre, tot zu sein.)

Ja ich weiss, jetzt kommt die Frage auf:
Wer entscheidet, ob man zurechnungsfähig ist?

Der Haken ist: wenn ich für mich etwas will, das für die Mehrheit nicht nachvollziehbar ist, dann wird man sehr schnell Unzurechnungsfähigkeit annehmen. Aber das ist Dir vermutlich bewußt.

alien

Hi!

Ein psychisch gesundes Kind würde sich allein schon aus dem
Selbsterhaltungstrieb heraus FÜR das Leben entscheiden.
Insofern finde ich es von Eltern vermessen zu behaupten, sie
wüssten, ihr Kind wünsche sich den Tod. In den meisten Fällen
kann man das Kind übrigens auch direkt fragen und ich bin mir
sicher, dass die Antwort anders ausfallen wird.

Erstens: wenn man fragen kann, ist es eh einfach.
Zweitens: Jemandem, der sich anders entscheidet als „man“ sich gemeinhin zu entscheiden hat, die psychische Gesundheit abzusprechen, halte ICH für vermessen.

alien

Todeswunsch nachvollziehen
Hi!

Der Haken ist: wenn ich für mich etwas will, das für die
Mehrheit nicht nachvollziehbar ist, dann wird man sehr schnell
Unzurechnungsfähigkeit annehmen. Aber das ist Dir vermutlich
bewußt.

Wenn du krank bist und aus diesem grunde auch nicht mehr leben willst, dann passiert das leichter, daß man für „unzurechnungsfähig“ erklärt wird (nein, nicht wirklich (!), aber zumindest glaubt man dir deinen Sterbewunsch nicht).

Warum?

Nun, eben WEIL du krank bist! Und gerade bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung spielt die Psyche eine immense Rolle! So sind Krebspatienten z.b. nicht selten depressiv.
Auch „normal“ Depressive äußern öfter den Wunsch zu sterben - aber wollen sie das auch wirklich oder steckt da nur die Krankheit dahinter?
Wenn sie (die Depressiven wie auch unsere lebensbedrohlich Kranken) wieder gesund sind - wollen sie dann immernoch sterben?

Daher kann man nicht _grundsätzlich_ Kranken, die den Wunsch zu sterben geäußert haben, auch ihren Wunsch gewähren!
Denn hier ist der Wunsch eben nicht nachvollziehbar.

Die Kranken stecken in einer Krisensituation bedingt durch die Krankheit. Wie kann man hier noch entscheiden über Tod oder Leben?

Ist zwar kein passender Vergleich, aber nimm doch mal liebeskranke Teenies als Beispiel. Sich bei Liebeskummer umzubringen ist zwar vielleich verständlich, aber eben nicht nachvollziehbar, auch wenn der Teenie das ausdrücklich wünscht. Oder würdest du da auch sagen: soll er doch, er will es ja und sollte für sich selbst entscheiden dürfen und ihm gehts ja soooo schlecht, da ist das sicher das beste für ihn?

Gruß,
Sharon

2 „Gefällt mir“

Hallo,

dann ist es aber auch nicht mehr Hamers Theorie. Wenn du dir die Beispiele auf den Webseiten, die hier jemand vor kurzem angegeben hat, durchgelesen hättest, hättest du festgestellt, dass er noch einen Tag vor dem Versterben des Patienten behauptet, das sei alles ein Genesungsprozess. Wenn der Patient am nächsten Tag stirbt und kurz davor ins Krankenhaus eingeliefert wird und ein Schmerzmittel bekommt, ist nach Hamer dieses Schmerzmittel daran schuld, dass der Patient verstorben ist.

Dass man bei Erkrankungen AUCH psychologische Aspekte berücksichtigt, lehnt die Schulmedizin ja keinesfalls ab. Im Gegenteil, eine gesunde Psyche unterstützt die Selbstheilungskräfte des Körpers. Aber Hamers „Theorien“ sind in meinen Augen schlicht und ergreifend ein Verbrechen, weil er seinen Anhängern jegliche Behandlung (und sei es auch nur Schmerzbehandlung) verbietet und andernfalls seine Methode für unwirksam erklärt.

Gruß,
Anja

Hi!

Vom Verweigern JEGLICHER Behandlung habe ich nie geschrieben.

alien

1 „Gefällt mir“

Hi!

Ein psychisch gesundes Kind würde sich allein schon aus dem
Selbsterhaltungstrieb heraus FÜR das Leben entscheiden.
Insofern finde ich es von Eltern vermessen zu behaupten, sie
wüssten, ihr Kind wünsche sich den Tod. In den meisten Fällen
kann man das Kind übrigens auch direkt fragen und ich bin mir
sicher, dass die Antwort anders ausfallen wird.

Erstens: wenn man fragen kann, ist es eh einfach.

Wenn das Kind also, weil es MOMENTAN unter starken Therapienebenwirkungen leidet, sich - sozusagen im Affekt - für den Tod ausspricht, würdest du dem strikt folgen?

Zweitens: Jemandem, der sich anders entscheidet als „man“ sich
gemeinhin zu entscheiden hat, die psychische Gesundheit
abzusprechen, halte ICH für vermessen.

Es ist sicherlich eine Gratwanderung zwischen dem, wen man als gesund und wen als krank einstuft. Bei Vorliegen immenser körperlicher Beschwerden liegt jedoch die Vermutung nahe, dass sich der Mensch nicht wirklich den Tod wünscht, sondern „nur“ die MOMENTANEN Schmerzen für unerträglich hält. Diesem Wunsch würde ich jedoch nur entsprechen, wenn er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit diese Schmerzen nie mehr loswerden würde im Falle eines Weiterlebens.

Im Übrigen sind viele Menschen, die einen Selbstmordversuch begangen haben und gerettet wurden, hinterher (nach einer psychologischen Therapie) dafür dankbar, dass man sie nicht hat sterben lassen. Eine ähnliche Situation sehe ich bei vielen Schwerkranken, denen es „nur“ in einer Therapiephase auf dem Weg zur Genesung schlecht geht.

Grüße,
Anja

Hi!

Mein Eindruck war, daß er seelischen Ursachen mehr Bedeutung beimißt. Den Ansatz halte ich noch für gut. Das hat für mich in etwa die Grßenordnugn wie Hitler und Autobahnen.

Alles, was danach kommt, nicht mehr.

alien

Hi!

Da kommt jetzt wieder einiges durcheinander. Todessehnsucht und der Wunsch, den Tod als den logischen nächsten Schritt einfach zuzulassen, z.B.

Mir fällt auf, daß in dieser Diskussion schon einmal das Argument gebracht wurde, wer krank sei, wolle meist doch weiterleben und daher Behandlungen durchführen lassen, die er in der Theorie abgelehnt hat. DANN ist der Kranke natürlich ernst zu nehmen.
Im umgekehrten Fall hingegen ist er krank und daher NICHT ernst zu nehmen.

Was jetzt? Weiß der Kranke nicht mehr,was er will, oder doch? Oder nur dann, wenn er das will, was er zu wollen hat?

aber zumindest glaubt man dir deinen Sterbewunsch nicht).

Warum?

Nun, eben WEIL du krank bist!

Welchen Preis ich zu zahlen bin, wann ich sage: „Das ist es mir nicht mehr wert“…
Aber das hatten wir schon.

Denn hier ist der Wunsch eben nicht nachvollziehbar.

Die Kranken stecken in einer Krisensituation bedingt durch die
Krankheit. Wie kann man hier noch entscheiden über Tod oder
Leben?

Entschuldige bitte, aber das hat System: Wann immer man sich (theoretisch oder tatsächlich) gegen das Weiterleben entscheiden will, darf man das nicht. Entweder, weil man ja noch gar nicht in der Situation ist, oder weil man in der Situation ist.

Wann ud unter welchen Umständen darf man sich gegen das Weiterleben entscheiden? Wan darf man sich entscheiden, einfach aufzuhören zu kämpfen, einfach den nächsten Schritt hinzunehmen OHNE sich mit allen Mitteln zu wehren?

Dein letzter Vergleich paßt schon wieder gar nicht, denn da vermischst Du schon wieder aktives Töten und Hinnehmen des Todes.

alien

Hallo!

Entschuldige bitte, aber das hat System: Wann immer man sich
(theoretisch oder tatsächlich) gegen das Weiterleben
entscheiden will, darf man das nicht. Entweder, weil man ja
noch gar nicht in der Situation ist, oder weil man in der
Situation ist.

Wann ud unter welchen Umständen darf man sich gegen das
Weiterleben entscheiden? Wan darf man sich entscheiden,
einfach aufzuhören zu kämpfen, einfach den nächsten Schritt
hinzunehmen OHNE sich mit allen Mitteln zu wehren?

Wenn man

a) die Situation aus eigener Erfahrung kennt und
b) in der Lage ist, klar zu denken, seine Aussichten objektiv einzuschätzen und sich nicht nur der momentanen „Laune“ hinzugeben. In diesem Zusammenhang finde ich das Nachgeben dem Todeswunsch des Patienten nur dann legitim, wenn der Zustand, dem der Patient durch den Tod zu entfliehen sucht, in absehbarer Zeit nicht zum Besseren hin geändert werden kann.

Ich kann im Übrigen deine Aussage, die Entscheidung zu leben sei nicht umkehrbar, nicht nachvollziehen. Ich kann mich jederzeit, auch jetzt gerade in dieser Minute, für den Tod entscheiden, auf den Balkon hinausgehen und hinunterspringen. Bin ich jedoch erst einmal tot, kann ich meine Entscheidung nicht mehr überdenken. Wird nun dem Wunsch des Patienten entsprochen und lässt man ihn in einer nebenwirkungsreichen Phase sterben, wird er nie mehr „den Vergleich“ haben, nämlich wie gut es ihm evtl. nach dieser Phase gehen könnte.

Gruß,
Anja

Hi!

Wenn das Kind also, weil es MOMENTAN unter starken
Therapienebenwirkungen leidet, sich - sozusagen im Affekt -
für den Tod ausspricht, würdest du dem strikt folgen?

Strikt nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, daß ich diesen Wunsch akzeptiere, ja. Vermutlich auch abhängig von den Erfolgschancen der Therapie. Entscheiden kann man das nur im Einzelfall.

Es ist sicherlich eine Gratwanderung zwischen dem, wen man als
gesund und wen als krank einstuft. Bei Vorliegen immenser
körperlicher Beschwerden liegt jedoch die Vermutung nahe, dass
sich der Mensch nicht wirklich den Tod wünscht, sondern „nur“
die MOMENTANEN Schmerzen für unerträglich hält. Diesem Wunsch
würde ich jedoch nur entsprechen, wenn er mit sehr großer
Wahrscheinlichkeit diese Schmerzen nie mehr loswerden würde im
Falle eines Weiterlebens.

Auch wenn die Chancen auf ein Weiterlöeben mit Behandlung weit unter 50% liegen? (Mir ist klar, daß man hier keine Zahl angeben kann, wie gesagt kann man nur im Einzelfall entscheiden.)

Im Übrigen sind viele Menschen, die einen Selbstmordversuch
begangen haben und gerettet wurden, hinterher (nach einer
psychologischen Therapie) dafür dankbar, dass man sie nicht
hat sterben lassen. Eine ähnliche Situation sehe ich bei
vielen Schwerkranken, denen es „nur“ in einer Therapiephase
auf dem Weg zur Genesung schlecht geht.

Wer (körperlich) gesund wird, MUSS die positiven Seiten seines Überlebens sehen. Andernfalls würde er als psychisch krank eingestuft und so lange behandelt, BIS er es so sieht.

alien

Hi!

Ich kann mich
jederzeit, auch jetzt gerade in dieser Minute, für den Tod
entscheiden, auf den Balkon hinausgehen und hinunterspringen.

Und wieder:
Die Entscheidung, den Tod aktiv herbeizuführen, ist eine ganz andre als die, ihn einfach zuzulassen.

Es gibt Situationen, von denen ich weiß, daß ich sie nicht erleben will. OHNE sie zu kennen.
Ich würde sie aushalten, ich würde „das beste draus machen“, wenn man mich dazu zwingt. Alle wären glücklich und zufrieden.
Oder doch nicht alle?

alien

Hallo!

Wenn das Kind also, weil es MOMENTAN unter starken
Therapienebenwirkungen leidet, sich - sozusagen im Affekt -
für den Tod ausspricht, würdest du dem strikt folgen?

Strikt nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, daß ich diesen
Wunsch akzeptiere, ja. Vermutlich auch abhängig von den
Erfolgschancen der Therapie.

Eben, ich sag’s ja: Wenn nicht anzunehmen ist, dass sich der Zustand, der bei dem Kind solche Gedanken hervorruft, nicht in absehbarer Zeit ändern wird.

Es ist sicherlich eine Gratwanderung zwischen dem, wen man als
gesund und wen als krank einstuft. Bei Vorliegen immenser
körperlicher Beschwerden liegt jedoch die Vermutung nahe, dass
sich der Mensch nicht wirklich den Tod wünscht, sondern „nur“
die MOMENTANEN Schmerzen für unerträglich hält. Diesem Wunsch
würde ich jedoch nur entsprechen, wenn er mit sehr großer
Wahrscheinlichkeit diese Schmerzen nie mehr loswerden würde im
Falle eines Weiterlebens.

Auch wenn die Chancen auf ein Weiterlöeben mit Behandlung weit
unter 50% liegen? (Mir ist klar, daß man hier keine Zahl
angeben kann, wie gesagt kann man nur im Einzelfall
entscheiden.)

Wie du schon sagst, ist das nur im Einzelfall entscheidbar.

Im Übrigen sind viele Menschen, die einen Selbstmordversuch
begangen haben und gerettet wurden, hinterher (nach einer
psychologischen Therapie) dafür dankbar, dass man sie nicht
hat sterben lassen. Eine ähnliche Situation sehe ich bei
vielen Schwerkranken, denen es „nur“ in einer Therapiephase
auf dem Weg zur Genesung schlecht geht.

Wer (körperlich) gesund wird, MUSS die positiven Seiten seines
Überlebens sehen. Andernfalls würde er als psychisch krank
eingestuft und so lange behandelt, BIS er es so sieht.

Wie gesagt, der natürliche Selbsterhaltungstrieb wohnt jedem Menschen inne. Gesund kann der Todeswunsch deshalb bei einer mehr oder weniger normalen Lebensqualität (extreme körperliche Einschränkungen und extreme seelische, nicht therapierbare Leiden schließe ich dabei aus) nicht sein.

Gruß,
Anja

1 „Gefällt mir“

Hallo!

Ich kann mich
jederzeit, auch jetzt gerade in dieser Minute, für den Tod
entscheiden, auf den Balkon hinausgehen und hinunterspringen.

Und wieder:
Die Entscheidung, den Tod aktiv herbeizuführen, ist eine ganz
andre als die, ihn einfach zuzulassen.

Die Grenze dazwischen ist sehr fließend. Dass das Vorenthalten von Nahrungsmitteln eine aktive Herbeiführung des Todes ist, wird wohl jeder so sehen. Ob das Vorenthalten von lebensnotwendigen Medikamenten und lebensrettenden Maßnahmen das ebenfalls ist, darüber lässt sich streiten. Imho misst man mit zweierlei Maß, wenn man die beiden Beispiele unterschiedlich bewertet.

Es gibt Situationen, von denen ich weiß, daß ich sie nicht
erleben will. OHNE sie zu kennen.
Ich würde sie aushalten, ich würde „das beste draus machen“,
wenn man mich dazu zwingt. Alle wären glücklich und zufrieden.
Oder doch nicht alle?

Auf einer solchen hypothetischen Ebene, ohne zu wissen, welche Situationen du meinst, lässt es sich sehr schwer darüber diskutieren.

Gruß,
Anja

Hallo!

Mein Eindruck war, daß er seelischen Ursachen mehr Bedeutung
beimißt. Den Ansatz halte ich noch für gut. Das hat für mich
in etwa die Grßenordnugn wie Hitler und Autobahnen.

Alles, was danach kommt, nicht mehr.

Nun, wie gesagt, dann solltest du auch aufhören, die GNM zu verteidigen.

Psychoonkologie (http://www.krebsinformation.de/Fragen_und_Antworten/…, http://de.wikipedia.org/wiki/Psychoonkologie) hingegen gehört zu wissenschaftlich anerkannten medizinischen Richtungen und kein Schulmediziner wird dich davon abhalten wollen, dich in diese Richtung näher zu informieren, wenn du es für notwendig erachtest.

Grüße,
Anja

1 „Gefällt mir“

Hi!

Ich habe sie nicht verteidigt.Ich verteidige das Recht der Patienten, sich auch darüber zu informieren, auch dafür zu interessieren, dem auch positive Aspekte abzugewinnen, ohne sich gleich als unfähiger und eventuell verantwortungsloser Volldepp hinstellen lassen zu müssen.

alien

Hi!

Eben, ich sag’s ja: Wenn nicht anzunehmen ist, dass sich der
Zustand, der bei dem Kind solche Gedanken hervorruft, nicht in
absehbarer Zeit ändern wird.

In der Realitätläßt sich das nicht sicher vorhersagen. Da gibt´s dann nur Wahrscheinlichkeiten, bei denen man aber wieder keine feste Grenze ziehen kann.

Wie gesagt, der natürliche Selbsterhaltungstrieb wohnt jedem
Menschen inne. Gesund kann der Todeswunsch deshalb bei einer
mehr oder weniger normalen Lebensqualität (extreme körperliche
Einschränkungen und schließe ich dabei aus) nicht sein.

Meines Erachtens kann man da keine allgemeingültigen objektiven Grenzen ziehen, was der einzelne als „extreme Einschränkung“ oder „extremes seelisches Leiden“ empfindet, ist nämlich subjektiv. Und niemand hat das Recht, dem Einzelnen in dieses subjektive Empfinden reinzureden!

alien

Hi!

Ein letztes Mal ein Beispiel:

Ich nehme an, da du einen PC besitzt, daß du darüber einigermaßen bescheid weißt :wink:
Nehmen wir nun also als Analogie zur Krebserkrankung an, dein PC sei von einem üblen Virus befallen. In dem Beispiel wäre die „schulmedizinische“ Behandlung folgendermaßen: du löscht die Festplatte und installierst neu und sorgst für Sicherheitsupdates und Patches und Schutzprogramme usw.
Die Beseitigung des Virus ist zwar unangenehm, weil mit viel Arbeit verbunden, muß aber sein (in Analogie zu Schmerzen und Qualen bei Krebsbehandlung).
Alternative Methoden wären in dem Beispiel, daß du z.b. eine Firewall installierst und/oder versuchst, den Virus manuell zu löschen.
GNM wäre in dem Beispiel einfach nichts zu tun, denn der PC hat einen Konflikt und der löst sich von selbst, also einfach abwarten.

Weiterhin angenommen, eine Lieschen Müller hätte keinerlei Erfahrung mit einem PC und würde auf die nichts-tun-Theorie stoßen, die in ihren Augen wunderbar begründet zu sein scheint und Lieschen glaubt an diese Theorie, weil sie ja vom Rest kein Wissen hat.

Würdest du dann immernoch sagen, sie soll sich auch dafür interessieren und dies mal ausprobieren? Bis es zu spät ist und der PC nur noch weggeworfen werden kann?

Der Unterschied zw. GNM und alternativen Methoden besteht nämlich darin, daß man bei alternativen Methoden zumindest noch eine Chance hat und daß alternative Methoden eine schulmedizinische Behandlung nicht verbieten - bei GNM hat man dagegen keine Chance mehr.

Das hat nichts damit zu tun, daß man sich nicht umschauen darf (!!!), aber die GNM sorgt dafür, daß du nichts anderes mehr tust als abwarten.

ohne
sich gleich als unfähiger und eventuell verantwortungsloser
Volldepp hinstellen lassen zu müssen.

Das sagt niemand!
Auch Lieschen Müller ist sicherlich kein unfähiger Volldepp, sie hat nur den falschen Leuten geglaubt, die ihr Lügenmärchen erzählten und dies kostete sie ihren PC…

Kannst du das anhand des Beispiels nicht wenigstens ein bißchen nachvollziehen?
Ich geb nämlich langsam die Hoffnung auf :wink:

Gruß,
Sharon

Hallo!

Ich habe sie nicht verteidigt.Ich verteidige das Recht der
Patienten, sich auch darüber zu informieren,

Informieren - sicher. Um festzustellen, dass es totaler Schwachsinn ist.

auch dafür zu
interessieren, dem auch positive Aspekte abzugewinnen,

Positive Aspekte bei einer „Theorie“, die behauptet, die gesamte anerkannte Medizin würde Menschen nur schaden und sie überhaupt erst töten? Einer „Theorie“, die behauptet, durch Nichtstun werde sich die Krankheit von selbst ausheilen?

ohne
sich gleich als unfähiger und eventuell verantwortungsloser
Volldepp hinstellen lassen zu müssen.

Nun, so würde ich es nicht bezeichnen, sondern eher als Informations- und Bildungsdefizit. Verantwortungslos wird dieses Defizit in dem Fall, wenn aus diesen Ansichten heraus über andere Menschen entschieden wird.

Wie gesagt, Hamers Hauptaussagen sind die „jüdische Schulmedizin“ und das Entgegenstellen seiner „germanischen Heilmedizin“ sowie die komplette Ablehnung jeglicher medizinischer Behandlung bei Krebskranken.
Um die psychologische Komponente in die Behandlung einzubeziehen, muss man sich nicht auf Hamers antisemitische und völlig haltlose Theorien einlassen. Wie ich oben schon geschrieben hatte, existiert ein wissenschaftlicher Zweig der Onkologie, der sich „Psychoonkologie“ bzw. „psychosoziale Onkologie“ nennt. Dieser medizinische Zweig ist wissenschaftlich untermauert und bedient sich keiner nationalsozialistischer Ressentiments sowie unbelegbarer Behauptungen.

Gruß,
Anja

Hi!

Ich versuch´s auch noch einmal. Ich denke, daß an der Konflikt-Theorie was dran sein könnte. Nur, wie immer: nicht in jedem Einzelfall. Deshalb sollte man diese Theorie nicht grundsätzlich verdammen. Die Frage war, ob man diesen Teilaspekt von der Gesamtidee und der Person Hamers getrennt beurteilen kann.
Meines Erachtens: ja.

Der PC-Vergleich hinkt, weil ich bei der "Abwarten-Theorie keinen positiven Aspekt entdecken kann, es sei denn, derjenige, der dazu rät, weiß über den Virus was, das ich nicht weiß( z.B., daß der sich nach einer gewissen Zeit von selbst löscht.)Kritisch wird es, wenn einer das behauptet, alle andren widersprechen - dann muß Lieschen sich entscheiden, wem sie glaubt.
Und sämtliche Computerexperten, die ihr anderes raten, müssen diese Entscheidung einfach akzeptieren. Es ist IHRE Entscheidung.

Weiterer Aspekt: Weil es MIR wichtig ist, JEDE Entscheidung treffen zu dürfen, rede ich andren auch dann nicht drein, wenn sie etwas so absurdes wählen wie die GNM.

alien

Hi

Und sämtliche Computerexperten, die ihr anderes raten, müssen
diese Entscheidung einfach akzeptieren. Es ist IHRE
Entscheidung.

Weiterer Aspekt: Weil es MIR wichtig ist, JEDE Entscheidung
treffen zu dürfen, rede ich andren auch dann nicht drein, wenn
sie etwas so absurdes wählen wie die GNM.

Sofern diese Person fähig ist, diese Entscheidungen für sich selbst zu treffen.
Hierzulande hat jeder das Recht auf ihm genehme Weise Selbstmord zu begehen.

Aber wenn eine Person nicht in der Lage ist, das einzuschätzen (z.B. ein kleines Kind) was dann? Sollen dann die Eltern diesen Menschen zu einem grauenvollen Tod ohne Schmerzmittel verurteilen?

Ich möchte aber nochmals an die Selbstmordsekten erinnern, von denen diese Sonnentemplerspinner ja nur die spektakulärste war.
Sollen wir hier in Deutschland eine Gruppe tolerieren, welchen offen „Selbstmord auf Raten“ propagiert? Denn nichts anderes ist die „Germanische Neue Medizin“.

Mike

Hi!

Wir drehen uns im Kreis.
Grundsätzlich entscheiden Eltern für ihre Kinder, wann der Staat eingreifen soll, darüber können wir ewig streiten und werden uns vermutlich nicht einigen.

Zum „Selbstmord auf Raten“ wieder einmal: ich sehe einen Unterschied zwischen aktivem Selbstmord und Zulassen des Todes als Krankheitsfolge durch Verzicht auf Eingreifen. Ich sehe auch einen Unterschied zwischen Verzicht auf z.B. Chemotherapie und Verzicht auf Schmerzbehandlung.

alien