Geschwindigkeitslimit auf deutschen Autobahnen?

Guten Tach!
Im Deutschunterricht habe ich eine Aufgabe bekommen (Pro u. Contra):
„In Deutschland verunglücken immer mehr Menschen auf der Autobahn. Sollte deshalb ein Geschwindkeitslimit auf deutschen Autobahnen eingeführt werden, um die Zahl zu verringern?“

Dankeschööön!!

Tobias

Viel Contra gibts da eigentlich nicht. Tempolimits verringern das Unfallrisiko und den Spritverbrauch.
Nur - wer hat schon Lust, permanent 130 zu fahren, wenn er einen 210PS-16-Zylinder-2,8l Hubraum-Motor hat? Man kann sich also vorstellen, welche Lobby da ein Interesse dran, ein generelles Tempolimit zu verhindern.

Hi,

ich muß da mal was korrigieren: Nicht das Tempolimit an sich, sondern das Befolgen eines solchen lösen (vielleicht) die positiven Effekte aus, von denen Du sprichst.

Das Problem ist, wenn es ein Tempolimit gibt, und 50% halten sich nicht daran, erreichst Du das Gegenteil in Bezug auf Unfälle, weil die Folgsamen nämlich dann mit Heizern nicht mehr rechnen.

Und mal im Ernst: Wem ist damit geholfen, wenn auf einer Autobahn Tempo 120 herrscht, und Du mitten in der Nacht allein auf weiter Flur mit 120 durch die Gegend juckelst?

Daher bin ich eher für ein aktives Gschwindigkeits-Management, was ja rund um Köln theoretisch und in Ansätzen eingerichtet ist.

Gruß
Christian

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Hallo Tobias,

schau mal ins europäische Ausland, oder in die immer hochgelobte und als freiheitswunder verehrte USA. Überall Tempolimits. Überall weniger Tote und Verletzte. Die Autoindustrie lebt auch noch. Nur bei uns klappt das nicht, denn unsere Industrie braucht Deutschland als Teststrecke.

Grüße
Michael

Als erstes würde ich einmal prüfen, ob wirklich immer mehr Menschen auf der Autobahn verunglücken. Und wenn es wirklich Zahlen gibt, die das zu belegen scheinen, würde ich die Zahlen ins Verhältnis zum Verkehrsaufkommen setzen. Das Argument, in anderen Ländern gäbe es ja auch Tempolimits, ist nicht besonders tauglich. Man muss ja nicht jeden Unsinn aus anderen Ländern übernehmen, wenn - ja wenn es nicht gute Gründe dafür gäbe.

Stimme dir da zu.

Aber im Hinblick darauf, daß in D auf mindestens 50% der Autobahnen irgendwelche Tempolimits über Verkehrsschilder geregelt sind, halte ich ein generelles Tempolimit für nicht dringlich.

Gruß Ivo

(der bei freier gerader Strecke sein Auto schon mal ausfährt, so lange es erlaubt ist)

Hallo Tobias,

da hast Du Dir ja was vorgenommen. Was macht das Thema denn im Deutschuntericht? Na egal.
Geht es mehr darum Argumentationsweisen zu üben oder soll das Thema vor allem inhaltlich ausgeleuchtet werden? Im ersten Fall hast Du hier garantiert einen Thread losgetreten der Dir als großer Fundus aller möglichen Meinungen dienen kann.
Im zweiten Fall:
Zunächst einmal musst Du Dir eine solide Grundlage besorgen. Nämlich eine Statistik über die Unfälle in Deutschland.
Aufgeschlüsselt nach:
Autobahn, Landstraße, Stadt
Schadenart (Blech-, Personen)
Ursache
Gefahrene Geschwindigkeit
etc.

Weiter brauchst Du eine Statistik über die Geschwindigkeitsverteilung auf Autobahnen um die Daten beurteilen zu können
Beispiel: 50% fahren 150 km/h oder schneller und verursachen 40% der Unfälle ist eine andere Aussage als: 20% fahren 150 km/h oder schneller und verursachen 40% der Unfälle.
Zudem sollten bereits vorhandene Tempolimits berücksichtigt werden.

Ohne eine gründliche Auswertung bleibt die Diskussion im luftleeren Raum.

Weiterhin muss natürlich die wirtschaftliche, gesellschaftliche und sonstige Bedeutungen unlimitierter Autobahnen berücksichtigt werden. Möglicherweise besteht ein verfassungsmäßiger Anpruch auf freie Fahrt, wenn nicht besondere Gründe entgegenstehen. Dies sollte angesprochen werden.

Da ist viel zu tun,

Max

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Hallo Tobias,

schau mal ins europäische Ausland, oder in die immer
hochgelobte und als freiheitswunder verehrte USA. Überall
Tempolimits. Überall weniger Tote und Verletzte. Die
Autoindustrie lebt auch noch. Nur bei uns klappt das nicht,
denn unsere Industrie braucht Deutschland als Teststrecke.

In Amerika schafft man jetzt die Tempolimits ab, weil man gemerkt hat, das bringt gar nicht.
Bisher 11 Staaten machen da mit, es werden sicher noch mehr.
Nur mal so zur Information.
Gruß
Rainer

Guten Tach!
Im Deutschunterricht habe ich eine Aufgabe bekommen (Pro u.
Contra):
„In Deutschland verunglücken immer mehr Menschen auf der
Autobahn. Sollte deshalb ein Geschwindkeitslimit auf deutschen
Autobahnen eingeführt werden, um die Zahl zu verringern?“

Das Thema hat Dein Lehrer gestellt?
Nachtigall, ick hör dir trapsen *g*
Ist schon eine recht massive Verdrehung der Tatsachen, laut Aussage des ADAC stimmt das überhaupt nicht.
Außerdem sind auf dem größten Teil der Autobahnen bereits Tempolimits eingeführt, hier auf der B 1 komplett.
Vielleicht sollte die Aufgabe besser heißen:
Wie lasse ich mich von meinem Lehrer nicht manipulieren?
Gruß
Rainer

Radarfallen aufstellen
Hallo,
hier in der Schweiz gibt es ein striktes Geschwindigkeitslimit, an dem sich alle (auch die mit den „schweren, schnellen“ Autos) halten… und warum? Weil eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit einer saftigen Geldstrafe belegt ist… beispielsweise zahlt man schon für eine Überschreitung - abzüglich 5 km/h Toleranz - von 10 km/h bereits einiges über 125 DM… und die Schweizer sind auf Autobahnen da rigoros… das Tempolimit hier ist bei 120-130… wenn man das um 20 km überschreitet, kann man seine Führerschein abgeben…

Mein Tipp für Bundesdeutsche Autobahn: Radarfallen aufstellen und zwar flächendeckend…

Ich habe auch gemerkt, dass man mit der Einhaltung eines strikten Tempolimits genauso gut oder sogar besser voran kommt, als wenn man unbedingt wie eine „gesenkte Sau“ rasen muss…

Matthias

Hallo Rainer

In Amerika schafft man jetzt die Tempolimits ab, weil man
gemerkt hat, das bringt gar nicht.
Bisher 11 Staaten machen da mit, es werden sicher noch mehr.

In elf von 52 Staaten gibt es also kein Tempolimit mehr.
Welche?

Nur mal so zur Information.
Gruß
Rainer

Ich harre in Neugier
Michael

Erörterung?

Hallo Tobias,

ich geh mal davon aus, dass dein Lehrer eine „Erörterung“ im Sinn hat, in der eben das Pro und Contra eines Tempolimits darzulegen ist.
Es hat wohl auch wenig Sinn, hier die Aufgabenstellung des Lehrers zu kritisieren (auch wenn die einleitende Aussage (Behauptung) nicht so ganz stimmt…

Guck dir doch einmal diese Seite an:
http://www.fdp-nrw.de/julis/jm/9902/9902-06.pdf

Da stellen ein Grüner und ein Jungliberaler das Für und Wider recht schön dar.

Gruß
Uschi

hier auf der B 1 komplett.

Autobahn B1? gibts sowas?

Frag mal Deinen Papa.
Nicht, weil der ein Auto fährt, sondern
weil das Thema schon einen Bart hat, den
man als silbernen Fuchsschwanz um die Antenne
wickeln könnte. :smile:

Marco

hier auf der B 1 komplett.

Autobahn B1? gibts sowas?

Na klar, ist der berühmte Ruhrschnellweg :wink:
Hieß schon immer B 1, irgendwelche zugereisten Ignoranten aus Düsseldorf sagen A 40, aber das macht hier keiner mit *g*
*wink*
Rainer

Hallo Rainer

In Amerika schafft man jetzt die Tempolimits ab, weil man
gemerkt hat, das bringt gar nicht.
Bisher 11 Staaten machen da mit, es werden sicher noch mehr.

In elf von 52 Staaten gibt es also kein Tempolimit mehr.
Welche?

Arizona, Colorado, Idaho, Nebraska, New Mexico, Nevada, Oklahoma, South Dakota, Utah, Wyoming.
Statt 90 darf man da jetzt 120 fahren, demnächst noch schneller, wenn sich die Vernünftigen durchsetzen.
Ist ja ein Wahnsinn auf nem 6 spurigen highway oder interstate, wo nie viel Verkehr ist, stundenlang mit 90 rumzuzuckeln.
Gruß
Rainer

Also ehrlich…

Na klar, ist der berühmte Ruhrschnellweg :wink:
Hieß schon immer B 1, irgendwelche zugereisten Ignoranten aus
Düsseldorf sagen A 40, aber das macht hier keiner mit *g*

Ey, is dat ne persönliche Anmache oder watt? Bin doch kein Ignorant, nur weil ich Schilder lesen kann.

Ach ja: Allein schon der Name „RuhrSCHNELLweg“ ist schon Lüge.

Grüße
Christian,
aus der großen Stadt am Rhein, ohne Dom aber dafür mit richtigem Bier.

Hi!

Für mich ist das Thema heikel, da ich sehr gerne schnell fahre, aber im Endeffekt ein Limit irgendwann notwendig werden wird, da der Ton und das Verhalten auf den Straßen sich stetig verschärft.
Es bilden sich zwei Lager, Raser und Oberlehrer, die sich gegenseitig und alle anderen Verkehrsteilnehmer in einem für die übrigen Fahrer unakzeptablen Maße gefährden.

Pro:

  • bessere Ausnutzung des Straßennetzes, da auf einen definierten Abschnitt mehr Autos bei niedrigerer Geschwindigkeit fahren können, weil weniger Abstand zwischen den einzelnen Fahrzeugen gehalten werden muß
  • erhöhte Sicherheit durch die bessere Beherrschbarkeit eines Fahrzeuges bei niedrigeren Geschw.
  • Senkung der Unfallgefahr durch kürzere Bremswege und weniger zurückgelegter Strecke während der „Schrecksekunde“.
  • (vermeintlich) weniger Benzinverbrauch und Schadstoffausstoß, wobei dieses Argument mitte der 90er Jahre bei einem Feldversuch bei Heilbronn teilweise widerlegt wurde. Hier wurde bei „Smogalarm“ an heißen Sommertagen auf Tempo 60 limitiert und es ergaben sich keine meßbaren Verbesserungen des Ozongehaltes in der Luft.
    Womit wir bei den Contra-Punkten wären:
  • Gefahr des Einschlafens bzw. der Unaufmerksamkeit durch monotones dahinrollen
  • Volkswirtschaftlicher Schaden durch Zeitverlust (bei Berufsfahrern)
  • Sinnhaftigkeit bei freier Strecke ist fragwürdig.
  • Akzeptanz in der Bevölkerung teilweise nicht zu erwarten, daher wieder das Risiko hoher Differenzgeschwindigkeiten (s.o.)
    Ohne Limit würde man damit rechnen, mit Limit ncht -> erhöhte Gefahr
  • schnelles Reisen wäre auch an Tagen mit wenig Verkehr nicht mehr möglich
  • durch modernere Technik konnten die Unfallfolgen in den letzten 20 Jahren drastisch gemindert werden, daher sind höhere Geschwindigkeiten heute weniger problematisch

Sicherlich gibt es noch hunderte anderer Argumente dafür und dagegen.
Die Lösung ist wohl der goldene Mittelweg, nämlich wetter- und verkehrsaufkommensabhängige Limitierungen durch automatische Leitsysteme, wie man sie vielerorts, z.B. auf der A8 und der A9 bereits erfolgreich nutzt.

Hoffe, geholfen zu haben.
Viel Erfolg,

Mathias

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No way!!!

Hallo,
hier in der Schweiz gibt es ein striktes
Geschwindigkeitslimit, an dem sich alle (auch die mit den
„schweren, schnellen“ Autos) halten… und warum? Weil eine
Geschwindigkeitsbegrenzung mit einer saftigen Geldstrafe
belegt ist… beispielsweise zahlt man schon für eine
Überschreitung - abzüglich 5 km/h Toleranz - von 10 km/h
bereits einiges über 125 DM… und die Schweizer sind auf
Autobahnen da rigoros… das Tempolimit hier ist bei 120-130…
wenn man das um 20 km überschreitet, kann man seine
Führerschein abgeben…

Mein Tipp für Bundesdeutsche Autobahn: Radarfallen aufstellen
und zwar flächendeckend…

Ich habe auch gemerkt, dass man mit der Einhaltung eines
strikten Tempolimits genauso gut oder sogar besser voran
kommt, als wenn man unbedingt wie eine „gesenkte Sau“ rasen
muss…

Klar, da die Schweiz eben ein sehr kleines Land ist.
Von M nach HH allerdings wird der Unterschied dann schon größer.
Ich jedenfalls bin gegen diese Art der staatlichen Gängelei.
Man sollte nicht vergessen, daß Tempolimits auch einige Nachteile aufweisen (s.o.) und der Umweltvorteil eine reine Lüge ist (s.o.).
Ich plädiere nach wie vor daher für eine flexible Lösung, je nach Bedarf (s.o.).

Grüße,

Mathias

Das sehe ich auch so.
Des weoteren wäre es interessant zu sehen, wer genau an der evtl. stiegenden Unfallzahl maßgeblich beteiligt ist. Hier könnte man v.a. die LKW-Zahlen prüfen. Und LKWs unterliegen ohnehin einem Limit von 80.

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