Gesundes Essen - Gesundes Zahnfleisch?

Mein Zahnfleisch geht immer mehr zurück. Ich kann schon an
die Stellen vom Zahn tippen, wo es beim Berühren weh tut.
Was kann ich bei meiner Ernährung beachten, um das Zahn-
fleisch zu unterstützen?

Hallo Patrick,

Deine eigentliche Frage nach richtiger Ernährung kann ich leider nicht beantworten. Jedoch ein anderer wichtiger Tip: Rückgang des Zahnfleiches beruht oft auf einer chronischen Infektion durch bestimmte Erreger. Diese sind mittlerweile identifiziet, und es gibt antibiotische Therapien, deren Wirksamkeit klinisch klar belegt ist.
Auslöschen läßt sich die Infektion nicht, daher sehen die gängigen Protokolle bei positivem Erregernachweis im Speicheltest regelmäßige Kuren vor (z.B. alle 3 Monate für eine Woche). Oft handelt es sich um eine Kombinationstherapie aus einem Penicillinderivat (kaum gefährlich) und Metronidazol (nicht ganz ohne).
Wenn Du außerdem konsequente Zahnhygiene betreibst, regelmäßig beim Zahnarzt Zahnstein und erkranktes Zahnfleisch entfernen läßt und (als Zusatzmaßnahme) Deine Ernährung anpaßt (?), so wirst Du dieser vermeintlich schicksalhaften Erkrankung ein Schnippchen schlagen können :wink:

Oliver

Mein Zahnfleisch geht immer mehr zurück. Ich kann schon an
die Stellen vom Zahn tippen, wo es beim Berühren weh tut.
Was kann ich bei meiner Ernährung beachten, um das Zahn-
fleisch zu unterstützen?

Hallo Patrick,

„Burgersteins Handbuch Nährstoffe“ (Haug Verlag) empfiehlt als Tagesdosis:

2 g Vitamin C - hilft, Zahnfleisch zu „reparieren“, regt Immunsystem zur Bekämpfung von Zahnfleischinfektionen an

1 mg Folsäure - auch als Mundspülung

10 microgramm Vitamin D
600 mg Kalzium
60 mg Coenzym Q10

Außerdem natürlich Zucker meiden! Fördert außer Karies auch Parodontose, schwächt das Immunsystem.
Vitamin C nicht als Kautabletten, greift aufgrund der Säure auch die Zähne an(Auch lokale Anwendung durch Einmassieren von Kalziumascorbat möglich).

Herzlichen Gruß und gute Besserung, Klio

Hallo Patrick, hallo Oliver,

Olivers Ausführung unterstütze ich voll !!!

Die mikrobiologische Komponente zum Thema Parodontitis (ehem. Parodontose genannt) wurde vor wenigen Jahren noch kaum bewusst beachtet, sodass man kaum effizient im Hinblick auf die bakteriellen Auslöser therapierte.

Ein Zahnfleisch, das sich derart stark zurückbildet, blutet leicht und die auslösenden Bakterien (Anaerobier) machen leider auch vor dem Kieferknochen nicht halt und tragen dazu bei, dass sich Zähne lockern.

Raucher haben ein ungleich höheres Risiko, zunächst unbemerkt an Zahnfleischschwund zu erkranken. Der giftige Zigarettenrauch vermindert die Durchblutung des Zahnfleisches und setzt so die natürliche Abwehrkraft deutlich herab.

Es besteht auch die Möglichkeit für den Zahnarzt, dass er „Material“ aus den Zahnfleischtaschen in die Mikrobiologie einsendet, um ein sog. Antibiogramm erstellen zu lassen. Das bestwirksamste Antibiotikum wird ermittelt, das der Patient oral zu sich nimmt, um für immer diesen Bakterien adieu zu sagen. Das Zahnfleisch kann sich wieder festigen und normalisieren.

Um das Zahnfleisch weiterhin gesund zu erhalten, ist anschließend die optimale Mundpflege unerlässlich, denn auf glatten Zähnen haftet wunderbar der Keim „Streptococcus mutans“, der durch Plaquebildung dafür sorgt, dass sich noch viele andere Bakterienspezies hier einnisten können, die dann wieder ihr Werk beginnen könnten.

Ich kenne persönlich einen solchen Fall, wo der Patient lange Jahre mit allen Symptomen der Paradontitis zu kämpfen hatte. Als er dann mal einen starken grippalen Infekt mit hohem Fieber bekam und der Hausarzt ihm „Clindamycin“ verschrieb, waren plötzlich auch die jahrelangen Probleme mit dem Zahnfleisch verschwunden, was auch jetzt noch, nach 3 Jahren, der Fall ist - kein Mundgeruch, Zahnfleischbluten und dergleichen mehr.

Der Zahnarzt erkundigte sich nach dem Namen des Antibiotikums. Es stellte sich heraus, dass Clindamycin, das Antibiotikum mit dem höchsten Wirkspiegel im Knochen ist, und es wird in der Zahnheilkunde vor allem bei Entzündungen an der Wurzelspitze eingesetzt …

Gruß, Renate

1 „Gefällt mir“