Geteilte Hausarbeit-ernorme Wut!

Grüsst euch hier im Forum,

Ich muss euch mal etwas fragen.
In meinen Beziehungen muss ich immer mit einem enoemen Problem kämpfen, es kostet mich sehr viel Kraft und es gibt dehalb immer sehr viel Streitereien. Ich weiss, dass ich diejenige bin in der Beziehung, die ein Problem hat. Ich lebe seit ein wenig mehr als einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Es ist wunderschön und wir lieben uns wirklich sehr. Nur mit der Hausarbeit gibt es immer Probleme. Ich habe immer das Gefühl, dass ich alles, was ich in der Wohnung (waschen, abspülen, wischen, Wäsche aufhängen, kochen, etc.)getan habe, aufgewiege, mit dem, was mein Freund tut. Eigentlich ist das ja auch fair, denn wir arbeiten beide und sind abends müde, wenn wir nach Hause kommen.
Jeder muss also auch gleich viel Sorge tragen, was dann noch zuhause anfällt. Ich passe da immer sehr genau drauf auf und trotzdem habe ich immer das Gefühl, ich tue mehr. Gleichzeitig rede ich mir ein,„ach komm, lass doch, sei nicht so erbsenzählerisch…“.
Heute hatten wir einen so heftigen Streit, dass ich wirklich Angst bekommen habe.
Mein Freund ist einkaufen gefahren (mit dem Fahrrad, weil Auto haben wir keines)und ich habe angefangen, aufzuräumen. Unsere Wohnung war ein einziges Mass, wir hatten sehr viel Stress diese Woche und hatten echt keine Zeit, deshalb verschieben wir das meistens aufs Wochenende.
Als er wieder heimkam, hat er sich vor den PC gehockt und im Internet gesurft. Ich hatte es gerade mal geschafft abzuspülen und die Restarbeit wartete. Ich dachte mir, „komm, machs einfach selbst, es bringt doch nichts“, ich wusste, wenn ich ihn frage, ob er mir denn nicht helfe, gäbe es doch nur Streit, darauf hatte ich keine Lust. Als ich alles fast fertig hatte, kam er zu mir und fragte"so, was kann ich denn noch tun?" Ich sagte, dass die Toilette noch eben saubergemacht werden sollte. Aber das tat er nicht, „das hätte er letztes Mal schon getan, diesmal sei ich dran.“
Da bin ich dann ausgetickt, ich hatte bestimmt 2 Stunden geputzt und dann so was!
Wir hatten so gestritten!
Mir wird jetzt noch schlecht davon. Und ich bin handgreiflich geworden. Das werde ich nie, nur immer in diesen Situationen!
Ich habe da so ein Trauma von, weil ich in einer Familie mit 4 Brüdern aufgewachsen bin.
Wenn es um Hausarbeit ging, habe ich am Anfang immer darum kämpfen müssen, dass meine Brüder mithelfen. Ich habe mich immer schuldig meinen Eltern über gefühlt, sie hatten doch eh schon so viel Arbeit. Dann musste ich mich mit meinen Brüdern rumschlagen, wer jetzt endlich mal die Spülmaschine ausräumt oder dergleichen. Irgendwann waren mir die Auseinandersetzungen zuwider, ich habe meine Zähne zusammengepresst und hab die Hausarbeit getan, während meine Brüder nach oben ins Zimmer gegangen sind. Meine Eltern haben da früher nicht so viel dazu gesagt. Macho-haushalt. Mädels sind halt zum Putzen da.

Wahrscheinlich spielen diese Erfahrungen kräftig mit. ich bin zwar kein Psychologe, aber ich könnte mir denken, dass man so ein Verhaltensmuster später in die Beziehung mitnimmt. Bei meiner ersten langen Beziehung war es genau dasselbe. Ich verstehe dann immer nicht, warum sie nicht einfach mithelfen, wenn sie wissen, dass mich das so fertigmacht? Kann man das überhaupt erwarten?

Am schlimmsten finde ich aber, dass ich dann immer um mich schlage.
Ich merke immer, wie meine Aggression und Wut nach oben kommt und dann schreie ich und fange an, um mich zu hauen. Obwohl ich diesen Menschen liebe. Wie kann das sein?
Das ist, als ob ich nicht ich selbst bin!
Im Nachinein habe ich total Angst vor mir selbst?

Muss ich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen? Kann ich meine Wut anders rauslassen? Runterschlucken kann ich sie nicht mehr, das habe ich jahrelang schon getan…

Wer weiss Rat, was steckt dahinter,
vielen dank schon mal für ernstgemeinte Antworten.
Liebe Grüsse von Lisa

Hallo Lisa

Ich lebe seit ein
wenig mehr als einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Es ist
wunderschön und wir lieben uns wirklich sehr. Nur mit der
Hausarbeit gibt es immer Probleme. Ich habe immer das Gefühl,
dass ich alles, was ich in der Wohnung (waschen, abspülen,
wischen, Wäsche aufhängen, kochen, etc.)getan habe,
aufgewiege, mit dem, was mein Freund tut.

Dieses Problem haben viele andere Frauen auch, sie nörgeln
ständig an ihren Männern herum.
Du mußt das einmal so sehen, ein Mann macht Hausarbeit, erst
seit den siebziger Jahren.
Frauen dagegen haben damit, mehrere Hunderttausend Jahre
Vorsprung.
Außerdem ist das Putzen gegenüber vor hundert Jahren für
Frauen viel einfacher geworden.
Es soll sogar schon Geräte geben, die einen ohrenbetäubenden
Krach machen und dabei Staub aufsaugen können.

Heute hatten wir einen so heftigen Streit, dass ich wirklich
Angst bekommen habe.
Mein Freund ist einkaufen gefahren (mit dem Fahrrad, weil Auto
haben wir keines)und ich habe angefangen, aufzuräumen. Unsere
Wohnung war ein einziges Mass, wir hatten sehr viel Stress
diese Woche und hatten echt keine Zeit, deshalb verschieben
wir das meistens aufs Wochenende.
Als er wieder heimkam, hat er sich vor den PC gehockt und im
Internet gesurft. Ich hatte es gerade mal geschafft abzuspülen
und die Restarbeit wartete.

Das lässt vermuten, das Dein Freund sehr schnell mit den
notwendigen Arbeiten fertig wird, in der Zeit wo er einkaufen
war, hast Du es gerade einmal geschafft abzuwaschen.

Wir hatten so gestritten!
Mir wird jetzt noch schlecht davon. Und ich bin handgreiflich
geworden.

In Deutschland gibt es seit ein paar Monaten, die Möglichkeit,
das gewaltätige Lebenspartner aus der Wohnung gewiesen werden
können, ob es so etwas auch in Holland gibt, weiss ich nicht.
Für Frauen gibt es auch Frauenhäuser, aber für Männer die von
ihren Frauen geschlagen werden ???

Ich
verstehe dann immer nicht, warum sie nicht einfach mithelfen,
wenn sie wissen, dass mich das so fertigmacht? Kann man das
überhaupt erwarten?

Dein Freund hilft doch mit, im Rahmen seiner Möglichkeiten,
er war Einkaufen.

Am schlimmsten finde ich aber, dass ich dann immer um mich
schlage.
Ich merke immer, wie meine Aggression und Wut nach oben kommt
und dann schreie ich und fange an, um mich zu hauen. Obwohl
ich diesen Menschen liebe. Wie kann das sein?

Dann bist Du zu sehr impulsiv, was völligen Kontrollverlust
der Realität zur Folge hat.

Kann ich
meine Wut anders rauslassen?

Ja, vor Wut das machen, was Dein Freund nicht geschafft hat.

Herzliche Grüße von Iwan

Hallo Lisa,

wenn Du nur in Bezug auf Hausarbeit so aggressiv reagierst, wäre es für Euch vielleicht hilfreich, wenn Ihr einen Putzplan aufstellt? Also z.B. so: In KW 1 bist Du für Bad, Küche und kochen zuständig, Dein Freund für Einkaufen und die restliche Wohnung, in KW 2 dann er für Bad und Küche und Du für den Rest. Dann könntest Du Dich nach getaner Arbeit entspannt zurücklehnen, weil Du Deinen Teil ja erledigt hast.

Das ist sicher am Anfang auch nicht ganz einfach, aber dann gibt es zumindest eine klare Aufteilung - und wenn er dann nach dem Einkaufen erst einmal ins Internet möchte, muss er halt später noch weiterarbeiten, und es bleibt nicht zwangsläufig alles an Dir hängen.

Ich bin in Therapiedingen nicht ganz so bewandert, kann nur von meiner eigenen erzählen - gegen meine Aggressionen hat es nichts geholfen, auch Entspannungsübungen usw. sind nicht wirksam. Das ist aber sicherlich von Mensch zu Mensch verschieden. Einzige Möglichkeit bei mir ist gaaaanz lange Sport machen oder den Auslöser aufspüren und was dran ändern. In meiner Situation wäre das die Aussprache mit einer bestimmten Person, die mich schon beim Betreten eines Raumes einfach aggressiv werden lässt. Aber das ist ne andere Geschichte. Ich denke, dass Du zu Behandlungsmöglichkeiten noch bessere Antworten hier bekommst.

Grüßlis
Natascha

Lieber Iwan,

Schade, dass du mich nicht ernst nehmen kannst oder willst.
Mich kostet das alles hier eine Überwindung und fällt mir bei Gott nicht leicht.
Ich frage hier ernsthaft nach Möglichkeiten, was ich tun kann, weil mir sehr viel am Herzen liegt, das Problem in den Griff zu bekommen.
Vielleicht solltest du mal im selben Forum die Frage „warum bin ich eigentlich so zynisch gegenüber denen, die mir nie etwas getan haben?“

Viele Grüsse von Lisa

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Nachfrage
Hi,

Wohnt ihr in einer einfachen Mietwohnung, wo es ausser Putzen kaum sonstige Arbeit gibt? Wenn nein, dann wäre es interessant zu wissen, was dein Freund so alles macht.
Die nächste Frage wäre dann: könntest du das auch?

Männer nehmen Schmutz im Sanitärbereich tendenziell nicht so wahr wie Frauen. Er stört einfach nicht. Weshalb alle 2 Wochen Waschbecken putzen? (Zahl frei erfunden).

Gruss,

Hi,

Schade, dass du mich nicht ernst nehmen kannst oder willst.

Iwan hat dir eine gängige männliche Sichtweise beschrieben.
Die Form mag freilich nicht angepasst sein.
In einem Minimalverständnis für den Inhalt (nicht die Form) von Iwans Antwort sehe ich einen ersten Schritt zur Lösung deines Problems.
Gruss,

Hi,

Hallo Helge,

Wohnt ihr in einer einfachen Mietwohnung, wo es ausser Putzen
kaum sonstige Arbeit gibt? Wenn nein, dann wäre es interessant
zu wissen, was dein Freund so alles macht.
Die nächste Frage wäre dann: könntest du das auch?

Ja, wir wohnen in einer 3 Zimmer-Wohnung, es gibt sozusagen kaum sonstige Arbeit.
Mein Freund arbeitet als Architekt. ich selbst studiere, habe 3 tage die Woche einen Nebenjob von abends 18.00-24.30 Uhr und gehe montags noch 3 Stunden woanders arbeiten. Damit will ich sagen, dass ich zum Teil oft noch viel mehr arbeiten muss wie er, obwohl ich „nur“ studiere. Ich ich aus der Akademie gleich zum Arbeiten fahre, bin ich manchmal erst um 1 Uhr nachts zuhause, d.h. 15 Stunden am Stück beschäftigt. meistens ist zuhause nichts getan.

Männer nehmen Schmutz im Sanitärbereich tendenziell nicht so
wahr wie Frauen. Er stört einfach nicht. Weshalb alle 2 Wochen
Waschbecken putzen? (Zahl frei erfunden).

Gruss,

Das ist ja das komische, eigentlich ist er viel sauberer und penibler als ich. Wenn wir dann unter der Woche alles „zumüllen“, weil wir keine Zeit haben, nach der Arbeit noch aufzuräumen, verschieben wirs aufs Wochenende. Trotzdem schimpft er dann, dass alles rumliegt.
Weiss auch nicht,
aber wieso frägst du, was er arbeitet?
Gruss zurück Lisa

Helge, wie meinst du das konkret? Was ist der erste Schritt? Diese männliche Sichtweise zu akzeptieren?
Lisa

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Hausarbeit läßt sich teilen
Hallo Iwan,

Außerdem ist das Putzen gegenüber vor hundert Jahren für
Frauen viel einfacher geworden.

und sogar für Männer. Um Hausarbeit zu machen, muss Mann nicht angelernt werden. Und sauber haben wollen wir es doch alle, nicht wahr?

Es soll sogar schon Geräte geben, die einen ohrenbetäubenden
Krach machen und dabei Staub aufsaugen können.

Iwan, die heißen Staubsauger, und die von heutzutage sind leise.

Das lässt vermuten, das Dein Freund sehr schnell mit den
notwendigen Arbeiten fertig wird, in der Zeit wo er einkaufen
war, hast Du es gerade einmal geschafft abzuwaschen.

Stimmt, das ist eine Vermutung, die aber nicht relevant ist, weil im Haushalt noch Arbeit da war, als er Heim kam und nachdem er ein bisschen spielen war.

In Deutschland gibt es seit ein paar Monaten, die Möglichkeit,
das gewaltätige Lebenspartner aus der Wohnung gewiesen werden
können, ob es so etwas auch in Holland gibt, weiss ich nicht.
Für Frauen gibt es auch Frauenhäuser, aber für Männer die von
ihren Frauen geschlagen werden ???

Andere zu schlagen lehne ich wie du ab.

Dein Freund hilft doch mit, im Rahmen seiner Möglichkeiten,
er war Einkaufen.

Mit den Möglichkeiten meinst du die, welche er selbst festgelegt hat, nicht wahr? Einkaufen macht Spaß, vorallem wenn ein Baumarkt in der Nähe vom Getränkeladen ist.

Dann bist Du zu sehr impulsiv, was völligen Kontrollverlust
der Realität zur Folge hat.

Du hast meiner Ansicht nach die Situation falsch gewertet.

Ja, vor Wut das machen, was Dein Freund nicht geschafft hat.

Du meinst sicher solange und ohne schlechten Gewissens sich an den Computer setzen, während der Freund die Latrinen auswischt.
Das ist doch Kindergarten „habe ich letzte Woche schon gemacht…“

grüße
claren

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erst planen, dann Hausarbeit machen
Hallo Lisa,

die Wut steht in keinem Verhältnis zur Situation, nicht wahr? Ich schätze, dass du das so siehst. Davon abgesehen wird es dir um das „zerschlagene Porzelan“ leid tun, bei solchen Streits entsteht mehr Schaden als Nutzen.
Deswegen kommst du nicht drum herum, dich mit deinen Erlebnissen von früher zu beschäftigen. Hast du dich denn einmal mit deiner Familie darüber unterhalten? Bei manchen Familientreffs wird gerne von „früher“ erzählt, wobei man manchmal davon erfahren kann wie die Familie das tägliche Einerlei gesehen haben. Vielleicht waren sich deine Brüder über das Mißverhältnis an Mithilfe gar nicht bewußt. Vielleicht auch nicht. Das fände ich interessant herauszufinden - einfach nur hören, wie es die anderen gesehen haben, ohne Absicht auf Wiedergutmachung.

Wahrscheinlich spulst du mit deinem Freund bestimmte Verhaltensmuster ab, wie du sie als Familiemitglied schon 1000mal an den Tag gelegt hast: „jetzt aber aufräumen, alles erledigen, das schaffe ich nie, hoffentlich muss ich nicht alles alleine machen…“, und empfindest schon Stress bevor es aufgrund des Arbeitsaufwands mühsam wurde. Der Stress kommt von dieser Aneinandereihung an Erwartungshaltung deinem Freund gegenüber und dem Wissen, dass er die Erwartung nicht erfüllen wird, was in Frust mündet.
Dein Freund spürt deine Erwartungen bis auf die Knochen, Einkaufen und Internetsurfen ist da eine willkommene Fluchtmöglichkeit. Und dann kommst du mit einer Aufgabe, die nicht einmal professionelle Putzfrauen gerne machen: Klo putzen. Dass dieser Streit heftig wurde, wundert mich nicht.

Ich kann dir leider keinen Rat geben, wie du mit deiner Wut umgehen sollst, die meiner Ansicht nach die äußerst pieksige Spitze einer Frusteisberges ist. Ich weiß nicht, ob dir und deiner Beziehung eine Psychotherapie gut tun würde.
Aber ich möchte dir zu mehr Planung raten, um der Situation die Eigendynamik auf der alten Schiene zu nehmen:
Nimm dir an freien Tagen nicht zuviel an Hausarbeit vor, nur soviel, wie du auch alleine schaffen würdest. Damit trickst du deine Frustgefühle aus, wegen nicht fertig werden.
Verschaffe dir zusammen mit deinem Freund einen Überblick, was zu tun ist. Ist er involviert, trägt er die Aufgabenfülle eher mit.
Und dann teilt die Aufgaben auf.
Lege ihn nicht fest, wann er etwas tun soll, er hat das gleiche Recht wie du zu entscheiden, wann er etwas macht. Mit der Wertschätzung ist er vielleicht eher motiviert. Wenn nicht, kannst du ihm immer noch auf die Füße treten, aber verbal bitte. Sei dann eher lästig hartnäckig („wann erledigst du das?“) als grundsätzlich empört („auf dich kann ich nicht bauen“). In deiner Familie konnten die Brüder dem Ganzen deshalb entkommen, weil ihnen keiner nachgelaufen ist. „Dann mach´s ich es eben selbst“, wir Frauen sind da manchmal etwas dumm. Jawoll, ich sehe das als eine Frauenmarotte an, alles selbst zu machen und dann mit Vorwürfen um sich zu werfen.

Auf diese Weise sieht er möglicherweise in der Hausarbeit eher eine Notwendigkeit als einen Auftrag von seiner Freundin, die ihn wie einen kleinen Jungen durch die Wohnung scheucht.

Alles in allem findet man höchst selten einen Partner, der die selben Ansichten zur Hausarbeit hat wie man selbst. Das ist einer der vielen Bereiche des Paarlebens, an dem sich Paare reiben, sich dadurch kennenlernen und dadurch Anpassungsfähigkeit beweisen können.

viele Grüße
claren

Hallo, Claren und Lisa,
ich halte viel davon, klare Grundregeln aufzustellen. Zuständigkeiten festzulegen.

Und dann bin ich auch sehr dafür klar zu sagen, was man voneinander erwartet.
Also nicht etwas „Das Klo müßte mal wieder geputzt werden!“ sondern: „Du eigentlich müßte ich das Klo noch putzen. Würdest Du das für mich tun? Ich bin heute einfach zu kaputt dazu.“
Nicht „Jemand sollte den Müll noch runterbringen“, sondern: „Ach, wo Du grad runtergehst, nimmst Du den Müll mit?“

Mag sich alles vielleicht bissel verwaltungstechnisch anhören, aber ich empfehle schon, dass man sich zusammensetzt und die Grundverantwortlichkeiten klar aufteilt: Wer kocht, wer tobt mir dem Staubsauger rum, wer kümmert sich um die Wäsche etc.
Wenn er zuhause arbeitet, dürfte es kaum Probleme bereiten, mal eben die Bude zu saugen.

Auch Verhaltensweisen können eingeübt und standardisiert werden:
Wir wohnen in einem dreistöckigen Haus. Es gibt eine Grundregel: Steht etwas oben an der Treppe, nimmt der, der als nächster runtergeht das mit runter. Entsprechend, wenn etwas unten auf der ersten Stufe steht, wird es einfach mit nach oben getragen.

Und dann das Wichtigste: immer miteinander reden. Nicht erwarten, dass der andere eine Arbeit von selbst sieht. Männer sind (ich kenne mich schon eine Weile) in dieser Beziehung besonders blind, haben auch ganz andere Vorstellungen von Prioritäten. Aber auch Frauen haben ihren besonderen „blinden Fleck“. Da muß man immer wieder klar und deutlich ansprechen, was man vom Partner erwartet.

Es gibt auch Dinge, die man sehr nett miteinander machen kann: Fensterputzen z.B. oder Bettwäsche wechseln :smile: Kann direkt Spaß machen, wenn man das zusammen tut!

Liebe Grüße
Eckard

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Helge, wie meinst du das konkret? Was ist der erste Schritt?
Diese männliche Sichtweise zu akzeptieren?

Nein, Lisa, nicht zu akzeptieren, aber vielleicht Wege zu ersinnen, wie Du diese speziell „männlichen“ zu Deinem Vorteil umfunktionieren kannst.

Ich habe oben schon einiges dazu geschrieben, hier komme ich noch einmal besonders auf die Art der Kommunikation zurück. Nicht der vorwurfsvolle Ton (zumindest nicht stets und ständig). Sondern sachliche Hinweise. Sag ihm direkt, was Du von ihm erwartest. Versteckte Hinweise genügen nicht.

Belohnungen aussetzen („Hilf mir mal damit, umso eher können wir nachher zusammen den Film ansehen.“)

Aber auch mal Fünfe gerade sein lassen. Wenn ihn die Bücherhaufen in seinem Arbeitszimmer nicht stören, warum sollten sie Dir im Wege sein?

Und wenn er für das Abendessen verantwortlich ist und Du kommst nach Hause und nichts ist gemacht: „Oh Lieber, nett dass Du mich heute zum Essen ausführen willst! Ich mach mich nur eben mal hübsch dafür :smile:

Ich kann verstehen, dass einem nach einem harten Tag manchmal der Humor ein wenig abhanden gekommen ist. Aber schließlich lebt ihr ja nicht zusammen, weil ihr das müsst, sondern weil ihr das möchtet.

Lieben Gruß
Eckard
(und lass Dich durch solch zynisches Geschwätz wie weiter oben nicht runterziehen. Der kann nicht anders.)

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Hallo Lisa,

Ich weiss, dass ich diejenige bin in der Beziehung, die ein Problem :hat.

Sehe ich nicht unbedingt so, zu einer Beziehung gehören immer zwei Personen.

Es ist wunderschön und wir lieben uns wirklich sehr.

Das ist schon mal eine gute Grundlage

Nur mit der Hausarbeit gibt es immer Probleme. Ich habe immer das :Gefühl,dass ich alles, was ich in der Wohnung (waschen, abspülen,
wischen, Wäsche aufhängen, kochen, etc.)getan habe,
aufgewiege, mit dem, was mein Freund tut.

Das tue ich auch.
Mittlerweile haben sich die Aufgaben eingependelt, auch wenn er manche Dinge noch nicht so sieht wie ich (bzw. anders herum).
Es scheint zu stimmen, Männder haben eine andere Wahrnehmung bzw. kein so großes Interesse am Putzen.
Die Aufgabenteilung ergibt sich durch die Neigungen. Er wäscht/trocknet ab, hängt Wäsche auf…ich bügle, wische Staub, koche…der Rest wird irgendwie geteilt, wobei ich mehr mache…
Vielleicht hilft auch schon eine Übersicht, worauf jeder vermerken kann, was getan werden muss. So kann man es gar nicht übersehen - ok, außer man schaut gar nicht erst auf den Plan.
Meist arbeiten wird dann gleichzeitig im Haushalt z.B. er wäscht ab, ich bügle. Dann muss sich der eine nicht ärgern. Oder man macht es halt zusammen.

Ich sagte, dass die Toilette noch eben saubergemacht
werden sollte. Aber das tat er nicht, „das hätte er letztes
Mal schon getan, diesmal sei ich dran.“

Das ist doch Quatsch. Dreh den Spieß um, wenn er grad staubsaugt, dann setz dich vor den Fernseher (Füße störend auf den Tepich) und sag „für mich gibt es nichts mehr zu tun, ich habe das alles das letzte Mal schon gemacht und diesmal bist du dran“.

Mir wird jetzt noch schlecht davon. Und ich bin handgreiflich
geworden. Das werde ich nie, nur immer in diesen Situationen!

Was wolltest du im Nachhinein? Helfen konnte er dir nicht mehr - alles ist fertig. Wolltest du Aufmerksamkeit / Anerkennung?
Warst du nur sauer auf ihn?

Falls ersteres, dann sag ihm, dass du einfach mal in den Arm genommen werden wolltest. Wenn er dich richtig in den Arm nimmt, kannst du auch nicht mehr um dich schlagen. Sag ihm, wie er mit dir umgehen soll.
Was erwartest du innerlich von ihm, wenn du um dich schlägst?

Wenn du sauer auf ihn warst, dann rede mit ihm, wenn du dich wieder beruhigt hast. Sag ihm, dass du so sauer warst, weil… Sag ihm auch, dass du eine Lösung brauchst!
Stellt Regeln auf und macht Testwochen, danach redet ihr nochmals über die Regeln und verändert diese ggf…

Kann man das überhaupt erwarten?

Ja, vor allem, wenn beide arbeiten.
Bei der Hausfrau-Geschäftsmann-Kombination sieht das m. E. wieder etwas anders aus.

Gruß
Tato

Servus Eckard,

Es gibt auch Dinge, die man sehr nett miteinander machen kann:
Fensterputzen z.B.

ich stelle mir grade vor, wie Du beim Fensterputzen die Stangenbohnen-Szene aus der „Frommen Helene“ citirst…

oder sowas improvisierst wie

„Ein Mensch, der durch sein Fenster blickt
ist wenig vom Belag entzückt,
der dessen Klarheit eher stört…“

etc.

Hausarbeit als Anlass, eine neue Liebeserklärung zu machen oder eine alte aufzufrischen - schönen Dank, dass Du die Chose aus den schwärzlichten Tiefen der Seele in einen augenzwinkernden Alltag hinein gerettet hast.

Schöne Grüße

MM
der immer findet, dass seine A. viel zu schnell und zu viel staubsaugt, aber vom Ergebnis durchaus erfreut ist; und im Gegenzug ein Meister im Hochglanz-Kloputzen ist.

Hallo Lisa,

diese ganze Hausarbeitsgeschichte hat doch eigentlich mehr mit Anerkennung, als mit Arbeit zu tun.
Wieviel fühlst du dich und deine Arbeit, dein Intellekt von deinem Freund anerkannt und wie sehr er von dir??

Ich bin in unserer Beziehung die „Schlampe“ (war ich schon immer) und mein Partner ist derjenige, der es aufgeräumt braucht und auch besser im Aufräumen ist.
Das birgt immer wieder Konfliktpotential.

Allerdings ist uns aufgefallen, daß an Tagen an denen wir uns beide gut und normal dickhäutig fühlen, das ganze mit einer bloßen Absprache, wer macht was - uh - und wann; abläuft. Aber an den Tagen wo einer von uns dünnhäutig ist, dann kann das schonmal in einen klassisch idiotischen Streit ausbrechen.
Wenn ich mich gerade eh überfordert und nicht anerkannt fühle, dann… tick ich rum.

Nicht in dieser, aber in einer wesentichen früheren Beziehung, in der ich quasi nie das Gefühl hatte die gewählte Partnerin zu sein und mich geliebt gefühlt habe, hat das auch dazu geführt, das ich handgreiflich geworden bin. Ich war überfordert und absolut hilflos.

Gesammelte Tipps:

  • zeigt euch gegenseitig, das ihr seht was der andere tut (und nicht nur, was er läßt)
  • geht achtsam mit eurer Liebe um, macht etwas füreinander ohne einzufordern das etwas zurück kommt, aber freut euch wenn etwas zurück kommt
  • macht klare Absprachen und redet miteinander. Nettigkeiten darf man sich heimlich tun, aber nicht heimlich erwarten. (also z.B. statt zu fragen: ob er dir denn nicht helfe (brr), fragen, wer macht was?)
  • Erkläre, warum du klare Absprachen brauchtst (wegen früher) aber benutze das nicht als Ausrede mit ihm rumzuzicken.

Am schlimmsten findest du aber, wie du mit deiner Wut umgehst. Das kann ich - wie gesagt - gut verstehen.
Mir hat dabei geholfen:

  • ein Psychotherapeut, der mir geholfen hat, meine Vergangenheit als etwas zu betrachten, was vergangen ist, und meine Gegenwart als etwas indem ich neue Erfahrungen machen darf
  • ein Homöopath, der mir geholfen hat energetisch/informationell oder was weiß ich, für diese neuen Erfahrungen offen und fähig zu sein.

Die Antwort ist mir etwas chaotisch geraten - paßt ja vielleicht auch zum Thema.
Ich hoffe, sie war/ist trotzdem hilfreich

Gruß
Kerstin

hi,

(vorweg: daß in einem haushalt mit zwei arbeitenden die haushaltsarbeit geteilt gehört ist wohl klar - für ihn wohl auch.)

so wie ich das sehe, weißt du ja bereits selbst, was der grund für deine - nach deinen eigenen maßen - übertriebenen reaktionen ist: du bist als kind immer und immer wieder in deinem frausein gedemütigt worden. deshalb kommt es dir immer wieder hoch: du bist das kleine mädchen das für männer putzen muß!

eine frage: weiß ER davon? der erste schritt wäre ihm zu erklären, warum du so reagierst und fühlst. würde er drauf eingehen und dich verstehen? wenn ja, dann wäre das problem nämlich gelöst: du wärst von nun an sicher, daß er nicht aus machogründen so reagiert und in dir keine frau=putze sieht sondern eine mitbewohnerin mit gleichen pflichten! herumstreiten wegen haushalt ist übrigens auch völlig normal. das würde mit einer mitbewohnerIN ja auch passieren!

wenn das nichts fruchtet oder du meinst, es hätte keinen sinn, das problem aufzuarbeiten, dann würde ich so vorgehen: es ist dann eben eine tatsache, daß es für dich eine demütigende belastung darstellt für einen mann zu putzen, weil du schlechte erinnerungen dabei hast. dann laß es einfach sein bzw. brich dieses verhaltensmuster! nimm dein eigenes (!) geld und bezahle dir eine putze, zb. einmal die woche, die einen teil von deinem putzanteil für dich tut. selbst einmal pro monat würde schon reichen, um die psychische (!) belastung zu mindern (denn das putzen an sich scheint ja nicht das problem zu sein). du würdest dann nicht mehr das gefühl haben, daß *du* allein *für ihn* putzen mußt, sondern daß du als frau geld hast, um für dich arbeiten zu *lassen*. schwups problem gelöst!

vielleicht arrangiert ihr es so, daß ihr beide einen kleinen betrag monatlich investiert? (ich weiß leider nicht wie teuer sowas in deutschland ist. hier isses peanuts und fast jeder hat eine putze.) der psychische effekt wäre enorm. du würdest weiterhin putzen, aber eben nicht allein!

gruß
datafox

Hallo datafox,

vielleicht arrangiert ihr es so, daß ihr beide einen kleinen
betrag monatlich investiert? (ich weiß leider nicht wie teuer
sowas in deutschland ist. hier isses peanuts und fast jeder
hat eine putze.) der psychische effekt wäre enorm.

Genau, ich verstehe einen Beziehungsstreit um das putzen einer 3-Zimmer-Wohnung ehrlich gesagt nicht. Eine Putzfrau kostet maximal 30 EUR pro Woche, das wären mir meine Beziehung, meine Nerven und meine Zeit wert.
Aber die Deutschen werden wohl nie lernen, dass man sowas erfolgreich und nervenschonend outsourcen kann…

Grüße
Jürgen

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Hi,
(…)

Mein Freund arbeitet als Architekt. ich selbst studiere, habe
3 tage die Woche einen Nebenjob von abends 18.00-24.30 Uhr und
gehe montags noch 3 Stunden woanders arbeiten. Damit will ich
sagen, dass ich zum Teil oft noch viel mehr arbeiten muss wie
er, obwohl ich „nur“ studiere.

Ich frage mich, ob eine Beziehung, in der einer voll arbeitet und der andere studiert, keine Kinder, kein Garten, kein eigenes Haus, usw. , der Studierende derart buckeln muss.
Diese Beziehung scheint mir ganz und gar nicht gesund zu sein.
Habt ihr womöglich getrennte Konten? (vor Lachen kringel)

Gruss,

Hallo,

ich habe das für mich so gelöst, dass ich die Dinge herausgefunden habe, die meinen Mann nerven, und die konsequent liegenlasse. Staub in den Ecken stört ihn nicht, den muss ich wegmachen. Tropfende Heizverteiler im Keller, ungewaschenes Auto, trockener Hopfen, der vom Rankgitter runter muss, trockene Kette auf dem Radl, das sind Dinge, die merkt er selbst und macht die auch. An so etwas gehe ich also nicht ran. Wird mir die Arbeit zu viel, gebe ich z. B. die Bügelwäsche raus und bitte ihn, die Wäschekörbe auf dem Heimweg abzuholen. Wenn er der Dame von der Heißmangel dann so 25 Euro in die Hand drücken musste, dann hat das eine phänomenale Wirkung - Hilfe im Haushalt für die nächsten Wochen garantiert.

Wahrscheinlich erschlagt ihr mich jetzt mit einem tiefgekühlten Hering, aber ich finde, Diskussionen um dieses Thema bringen nichts. Ich bekenne mich offen zur Manipulation, wenn es darum geht, Mithilfe zu kriegen. Ich kenne zumindest kein Paar, das das Thema erfolgreich ausdiskutiert und geregelt hat und die Regelung Bestand hatte.

Bei meinem Mann habe ich beinahe das Gefühl, er fühlt sich ungeliebt, wenn ihm gewisse Arbeiten nicht gemacht werden. Er zeigte auch tiefgefühltes Verständnis für Dieter Bohlens Enttäuschung, dass seine Model-Gattin ihm keine Bratkartoffeln machen wollte *Männer… kopfschüttel*. Da hilft nur, herauszufinden, was er macht, und ihm das konsequent überlassen.

Insgesamt macht er sehr viel ums Haus herum, so dass ich nur mit dem Gefühl kämpfen muss, die Schmutzarbeit zu machen. Naja, „entropische“ Arbeit wurde immer schon schlecht geachtet und bezahlt, aber sie soll ein gutes Karma geben :wink:

Gruß, Claudia

Hallo,

vielleicht hilft es Dir ein bißchen, wenn ich Dir sage, dass es sich hier nicht um ein Mann-Frau-Problem handelt. Ich habe mit meiner Lebensgefährtin ähnliche Probleme, wobei ich die „Schlampe“ bin und meine Freundin der „Putzteufel“. Ich schiebe meinen Anteil an der Hausarbeit gerne auf, was dann dazu führt, dass meine Freundin - vom Schmutz genervt - es selbst macht, so dass sie letztendlich viel mehr macht als ich. Ich sehe es auch nicht ein T-Shirts oder Hosen zu bügeln …

Ich würde sofort eine Putzfrau engagieren, aber wir haben 3 Katzen (die voneinander getrennt sein müssen) und einen Hund, so dass das Putzen nur in unserer Anwesenheit passieren könnte. Daher haben wir noch niemanden gefunden, wegen dieser Terminprobleme. Immerhin haben wir einen Fensterputzer aufgetan, so dass diese Sache wegfällt, und Bettwäsche geht zum Mangeln :wink:

Gruß,

Myriam