Grüsst euch hier im Forum,
Ich muss euch mal etwas fragen.
In meinen Beziehungen muss ich immer mit einem enoemen Problem kämpfen, es kostet mich sehr viel Kraft und es gibt dehalb immer sehr viel Streitereien. Ich weiss, dass ich diejenige bin in der Beziehung, die ein Problem hat. Ich lebe seit ein wenig mehr als einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Es ist wunderschön und wir lieben uns wirklich sehr. Nur mit der Hausarbeit gibt es immer Probleme. Ich habe immer das Gefühl, dass ich alles, was ich in der Wohnung (waschen, abspülen, wischen, Wäsche aufhängen, kochen, etc.)getan habe, aufgewiege, mit dem, was mein Freund tut. Eigentlich ist das ja auch fair, denn wir arbeiten beide und sind abends müde, wenn wir nach Hause kommen.
Jeder muss also auch gleich viel Sorge tragen, was dann noch zuhause anfällt. Ich passe da immer sehr genau drauf auf und trotzdem habe ich immer das Gefühl, ich tue mehr. Gleichzeitig rede ich mir ein,„ach komm, lass doch, sei nicht so erbsenzählerisch…“.
Heute hatten wir einen so heftigen Streit, dass ich wirklich Angst bekommen habe.
Mein Freund ist einkaufen gefahren (mit dem Fahrrad, weil Auto haben wir keines)und ich habe angefangen, aufzuräumen. Unsere Wohnung war ein einziges Mass, wir hatten sehr viel Stress diese Woche und hatten echt keine Zeit, deshalb verschieben wir das meistens aufs Wochenende.
Als er wieder heimkam, hat er sich vor den PC gehockt und im Internet gesurft. Ich hatte es gerade mal geschafft abzuspülen und die Restarbeit wartete. Ich dachte mir, „komm, machs einfach selbst, es bringt doch nichts“, ich wusste, wenn ich ihn frage, ob er mir denn nicht helfe, gäbe es doch nur Streit, darauf hatte ich keine Lust. Als ich alles fast fertig hatte, kam er zu mir und fragte"so, was kann ich denn noch tun?" Ich sagte, dass die Toilette noch eben saubergemacht werden sollte. Aber das tat er nicht, „das hätte er letztes Mal schon getan, diesmal sei ich dran.“
Da bin ich dann ausgetickt, ich hatte bestimmt 2 Stunden geputzt und dann so was!
Wir hatten so gestritten!
Mir wird jetzt noch schlecht davon. Und ich bin handgreiflich geworden. Das werde ich nie, nur immer in diesen Situationen!
Ich habe da so ein Trauma von, weil ich in einer Familie mit 4 Brüdern aufgewachsen bin.
Wenn es um Hausarbeit ging, habe ich am Anfang immer darum kämpfen müssen, dass meine Brüder mithelfen. Ich habe mich immer schuldig meinen Eltern über gefühlt, sie hatten doch eh schon so viel Arbeit. Dann musste ich mich mit meinen Brüdern rumschlagen, wer jetzt endlich mal die Spülmaschine ausräumt oder dergleichen. Irgendwann waren mir die Auseinandersetzungen zuwider, ich habe meine Zähne zusammengepresst und hab die Hausarbeit getan, während meine Brüder nach oben ins Zimmer gegangen sind. Meine Eltern haben da früher nicht so viel dazu gesagt. Macho-haushalt. Mädels sind halt zum Putzen da.
Wahrscheinlich spielen diese Erfahrungen kräftig mit. ich bin zwar kein Psychologe, aber ich könnte mir denken, dass man so ein Verhaltensmuster später in die Beziehung mitnimmt. Bei meiner ersten langen Beziehung war es genau dasselbe. Ich verstehe dann immer nicht, warum sie nicht einfach mithelfen, wenn sie wissen, dass mich das so fertigmacht? Kann man das überhaupt erwarten?
Am schlimmsten finde ich aber, dass ich dann immer um mich schlage.
Ich merke immer, wie meine Aggression und Wut nach oben kommt und dann schreie ich und fange an, um mich zu hauen. Obwohl ich diesen Menschen liebe. Wie kann das sein?
Das ist, als ob ich nicht ich selbst bin!
Im Nachinein habe ich total Angst vor mir selbst?
Muss ich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen? Kann ich meine Wut anders rauslassen? Runterschlucken kann ich sie nicht mehr, das habe ich jahrelang schon getan…
Wer weiss Rat, was steckt dahinter,
vielen dank schon mal für ernstgemeinte Antworten.
Liebe Grüsse von Lisa
Kann direkt Spaß machen, wenn man das zusammen tut!