'getötet worden' und 'geschnitten brot'

Hallo, eben lese ich wieder in einem Zeitungsartikel, wenn einer sagen will, etwas verkaufe sich sehr gut: Das verkauft sich „wie geschnitten Brot“.

Den Ausdruck kannte ich bis vor kurzem nicht, der ist für mich wie vom Himmel gefallen. Für mich hieß das bisher immer: … verkauft sich wie warme Semmeln.

Hab ich das was versäumt, verschlafen? Oder ist das bei Journalisten grade in?

Ebenso stelle ich fest, daß in der Presse seit einiger Zeit nicht mehr steht, da ist einer… erschossen worden… bei einem Unfall ums Leben gekommen … nach einer Kollision verschieden … und was weiß ich noch alles. Immer heißt es, der ist „getötet worden“.

„Getötet“ wird allenfalls der Ochse beim Metzger, nicht einer, der an einen Baum fährt!

Erstaunlich ist, wie rasant das um sich greift. Haben wir wieder eine Reichsschrifttumskammer, die sowas vorgibt und regelt?

Fritz, sag Du mal was!

Antal

Hallo,

wenn
einer sagen will, etwas verkaufe sich sehr gut: Das verkauft
sich „wie geschnitten Brot“.

Ich kenne das schon. Möglicherweise besteht ein Einfluss des englischen „It’s the best thing since sliced bread.“

Fritz, sag Du mal was!

Das wird wohl nichts […]

Gruß,

Myriam

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[MOD] Artikel bearbeitet. B.

Man kann auch durch einen Aufprall getötet werden

Hallo, Antal

einer sagen will, etwas verkaufe sich sehr gut: Das verkauft
sich „wie geschnitten Brot“.
verkauft sich wie warme Semmeln.

Beide Redensarten werden mittlerweile so inflationär verwendet, dass man sie als Clichés bezeichnen muss.

nicht mehr steht, da ist einer… erschossen worden… bei
einem Unfall ums Leben gekommen … nach einer Kollision
verschieden … und was weiß ich noch alles. Immer heißt es,
der ist „getötet worden“.
„Getötet“ wird allenfalls der Ochse beim Metzger, nicht einer,
der an einen Baum fährt!

Man kann auch durch einen Aufprall oder einen elektrischen Stromstoss getötet werden.

„Durch die Explosion einer Paketbombe in einer Pariser Anwaltskanzlei ist am Donnerstag eine Sekretärin getötet worden.“

„Die Tiere waren durch ein unverschlossenes Bahngatter auf die Schienen geraten und wurden von einem Zug getötet.“ Auch richtig; besser wäre ‚überfahren‘.

„Vergangenen Freitag und Samstag sind in Hersiwil drei Rehe von Fahrzeugen angefahren und getötet worden.“

Ist damit deine Frage beantwortet, oder habe ich dein Problem nicht erkannt?

Gruss
Adam

G7uten Morgen, meine Liebe.
Wenn, schon, dann aber in richtigem Deutsch: Etwas verkauft sich wie geschnittenes Brot.

Gruß: Neres

Ich kenne das schon. Möglicherweise besteht ein Einfluss des
englischen „It’s the best thing since sliced bread.“

Myriam, das ist möglicherweise/wahrscheinlich dasselbe wie bei „brandneu“ (aus brandnew). Bei uns heißt das halt nagelneu!

[…]

Gruß Antal

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[MOD] Artikel bearbeitet. B.

Das kommt noch dazu, Neres. In der FAZ, die das auch zunehmend und penetrant schreibt (was mich am meisten ärgert) steht das immer gewissermaßen als fester Ausdruck: „Wie geschnitten Brot“. Kann Dir Kopien schicken.

Gruß Antal

G7uten Morgen, meine Liebe.
Wenn, schon, dann aber in richtigem Deutsch: Etwas verkauft
sich wie geschnittenes Brot.

Gruß: Neres

Hallo!

Wenn, schon, dann aber in richtigem Deutsch: Etwas verkauft
sich wie geschnittenes Brot.

Nein, die Redewendung lautet seit jeher „wie geschnitten Brot“.

Gruß M.

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Man kann auch durch einen Aufprall oder einen elektrischen
Stromstoss getötet werden.

Fachlich, biologisch, technisch richtig, trotzdem schlechtes, mieses Deutsch. „Um´s Leben gekommen“ wäre in beiden Fällen deutlich besser.

„Durch die Explosion einer Paketbombe in einer Pariser
Anwaltskanzlei ist am Donnerstag eine Sekretärin getötet
worden.“

wie oben…

„Die Tiere waren durch ein unverschlossenes Bahngatter auf die
Schienen geraten und wurden von einem Zug getötet.“ Auch
richtig; besser wäre ‚überfahren‘.

Einer der wenigen Fälle, wo ich „getötet“ zuließe. Wobei das in diesem speziellen Fall sogar noch präziser wäre als „überfahren“, denn dann könnten sie ja noch leben, wenngleich überfahren.

„Vergangenen Freitag und Samstag sind in Hersiwil drei Rehe
von Fahrzeugen angefahren und getötet worden.“

Ist damit deine Frage beantwortet, oder habe ich dein Problem
nicht erkannt?

Adam, ich hab damit kein Problem, und da ist nichts spezielles an/in meiner Frage zu erkennen. Ich wollte nur mal wieder auf eine oder zwei solcher Unsitten der schreibenden Journaille hinweisen, die solche sprachlichen Modetrends unbesehen, kritiklos und thumb übernehmen. Und ich meine als bekennender Anhänger und Kämpfer für die Schönheit und Präzision der deutschen Sprache, daß man das sehen muß und möglichst was dagegen tun muß. Warum nicht jedesmal, wenn man sowas liest, sofort einen Brief, eine Mail an die entsprechende Zeitung, den betreffenden Schreiber?

Ich hab sowas mal vor Jahren mit der FAZ exerziert, und siehe da, nach ein paar wenigen Jahren haben sie dieses Wort nicht mehr verwendet. :smile:)

Gruß Antal

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Wenn, schon, dann aber in richtigem Deutsch: Etwas verkauft
sich wie geschnittenes Brot.

Nein, das ist schon richtig so wie es ist. „geschitten Brot“ ist eine etwas altertümliche, poetische Form. Das spricht auch dagegen, dass es sich hier um einen neumodischen Import aus dem Englischen handelt.

Gruß,

Myriam

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Myriam, das ist möglicherweise/wahrscheinlich dasselbe wie bei
„brandneu“ (aus brandnew). Bei uns heißt das halt nagelneu!

Im Gegensatz zu dem relativ nagelneuen „brandneu“ ist aber „wie geschnitten Brot“ für mich kein neumodischer US-Import. Das erkennt man schon an der altertümlichen Verwendung von „geschnitten“ anstatt „geschnittenes“.

[…]

Gruß,

Myriam

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[MOD] Artikel bearbeitet. B.

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Hallo Antal,

Den Ausdruck kannte ich bis vor kurzem nicht, der ist für mich
wie vom Himmel gefallen. Für mich hieß das bisher immer: …
verkauft sich wie warme Semmeln.

aber nicht im Ruhrpott, da war das immer schon geschnitten Brot.
Semmeln jibbet da wieso nich.

Gandalf

Moin Neres,

Wenn, schon, dann aber in richtigem Deutsch: Etwas verkauft
sich wie geschnittenes Brot.

nö, datt kommt ausem Pott und war immer schon geschnitten Brot.
Als Düsseldorfer solltest Du das aber kennen!

Gandalf

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Wenn, schon, dann aber in richtigem Deutsch: Etwas verkauft
sich wie geschnittenes Brot.

Richtig.

Nein, das ist schon richtig so wie es ist. „geschitten Brot“
ist eine etwas altertümliche, poetische Form.

Falsch.

Das spricht auch

dagegen, dass es sich hier um einen neumodischen Import aus
dem Englischen handelt.

Richtig, kommt nicht aus dem E.

Hallo,
alles bisher gesagte zum „geschnittenen Brot“ ist falsch.
Früher gab es nur ganze Laibe Brot, entweder selbst gebacken oder beim Bäcker.
Zu Hause mußten die einzelnen Scheiben dann geschnitten werden. Da das von Hand geschah, waren die Scheiben mehr oder weniger dick. (man sieht’s oft in alten Filmen, welche „Prengel“ die Scheiben dann teilweise waren).
Erst die Erfindung der Brotschneidemaschine machte es möglich, gleichmößig dicke Scheiben (dazu noch mit einstellbarer Dicke)
zu schneiden.
Diese Schneidemaschinen konnte sich zuerst nur die Bäckerschaft leisten, da die Maschinen sehr teuer waren.
Bäckern, die diese Brotschneidemaschinen hatten, wurden die Läden gestürmt und sie erzielten enorme Umsätze.
Daher die Redensart:…" verkauft sich wie geschnittenes Brot".
Das war wirklich ein Verkaufsrenner.
Gruß:
Manni

hi

mein Sprachgefühl sagt :

„Getötet“ wird allenfalls der Ochse beim Metzger, nicht einer,
der an einen Baum fährt!

Ochsen fahren ganz selten Auto ;o)

und ausserdem werden sie zwar getötet - wie auch Menschen getötet werden (durch Menschen, Umstände, Krankheiten) … wobei der Vorgang an sich beim Ochsen schlachten oder metzge®n heisst und beim Menschen versterben o.ä.

Das Wort „getötet“ beschreibt also das Endresultat - der Vorgang an sich kann andere umschreibende Namen (ermorden, aufhängen, erschiessen, schlachten, schächten, erschlagen… ) haben ;o) aber „getötet“ werden sie alle

derjenige der ausschliesslcih das Wort getötet / töten verwendet hat wahrscheinlcih einfach keine Lust, den Vorgang zu umschreiben (und sich Gedanken um die Wortwahl zu machen) sondern reduziert sich aufs Wesentliche - das Resultat ;o)

Gruß H.

Nö, Hexerl, in einigem gehe ich mit Dir einig, im meistgen nicht:

und ausserdem werden sie zwar getötet - wie auch Menschen
getötet werden (durch Menschen, Umstände, Krankheiten) …

Menschen werden nicht durch „Menschen, Umstände, Krankheiten“ getötet, sondern „kommen dadurch ums Leben“.

wobei der Vorgang an sich beim Ochsen schlachten oder
metzge®n heisst und beim Menschen versterben o.ä.

Richtig, der Metzger schlachtet einen Ochsen, was weit treffender ist als „töten“. Was ich aber sagen wollte ist, wenn so ein hirnfauler Journalist schon nicht nachdenken mag, dann paßt „töten“ für den Ochsen wohl, NICHT für den Menschen.

Das Wort „getötet“ beschreibt also das Endresultat - der
Vorgang an sich kann andere umschreibende Namen (ermorden,
aufhängen, erschiessen, schlachten, schächten, erschlagen… )
haben ;o) aber „getötet“ werden sie alle

nein, nein, dreimal nein: Das Endresultat „getötet“ geht nicht, niemals, keinesfalls zusammen (für den menschen!!!) mit, wie Du erwähnst „aufhängen, erschießen, sich erschießen“ etc. Der Mensch ist zwar nachher tot, aber nicht getötet.

derjenige der ausschliesslcih das Wort getötet / töten
verwendet hat wahrscheinlcih einfach keine Lust, den Vorgang
zu umschreiben (und sich Gedanken um die Wortwahl zu machen)

sehr richtig, wahrscheinlich.

Gleichwohl belibt die Frage: warum sind plötzlich auf einmal alle so gedankenfaul? Erneut: haben wir eine Reichsschrifttumskammer?

gruß Antal

Hallo,

dein Problem ist eigentlich nur, dass du nicht einsehen willst, dass Menschen getötet werden können. Abgesehen davon, dass mir diese Meinung völlig unklar ist, kannst du dich durch den Blick in ein deutsches Wörterbuch deines Vertrauens davon überzeugen, dass „töten“ dies aber durchaus bedeuten kann. Als Beispiel http://canoo.net/services/Controller?input=t%F6ten&M… Wenn du einem Wörterbuch nicht glaubst, dass man töten auch für Menschen benutzen kann, kann dir leider nicht geholfen werden.

Gruß Marco

Nein, das ist schon richtig so wie es ist. „geschnitten Brot“
ist eine etwas altertümliche, poetische Form.

Falsch.

Hast Du dazu eine Erläuterung, oder möchtest Du einfach nur mal so vor Dich hin posten, wie auch schon in anderen Brettern geschehen?

Gruß,

Myriam

kannst du dich durch

den Blick in ein deutsches Wörterbuch deines Vertrauens davon
überzeugen, dass „töten“ dies aber durchaus bedeuten kann.

Betonung auf „kann“, kann, Marco. Im übrigen muß Du die zitierte Wörterbuchseite nur selber mal genau lesen, anschauen, um zu verstehen, wovon ich spreche. Aber, das ist so eine Sache mit der deutschen Sprache, über die (und anderes) schon Goethe schrieb: Wenn ihr´s nicht fühlt, ihr werdet´s nie erjagen.

Sei´s drum… Du eben auch nicht…

Mein letzte Äußerung in dieser Sache Antal

Nein, das ist schon richtig so wie es ist. „geschnitten Brot“
ist eine etwas altertümliche, poetische Form.

Falsch.

Hast Du dazu eine Erläuterung, oder möchtest Du einfach nur
mal so vor Dich hin posten, wie auch schon in anderen Brettern
geschehen?

Hallo, Fingersmith,

…nicht einfach so vor mich hingepostet, sondern vor ca. 4 Wochen in einer Radiosendung genau zu diesem Thema so gehört.
Ob ich auch in anderen Brettern „so vor mich hinposte“ kannst Du wohl nicht beurteilen und niemand hat dich um diese Stellungnahme gebeten.

Kein Grund also für Deine Überheblichkeit.
Gruß:
Manni

Moin, Antal,

geschnitten Brot ist in Westfalen gang und gäbe; getötet worden haben wir den Synchronstudios zu verdanken: Wenn ein Ami die Zähne fletscht und dazu brüllt „I’ll kill you!“, dann passen die Mundbewegungen nicht zu „Ich bring dich um!“ „Ich töte dich!“ klingt zwar völlig bescheuert, passt aber so halbwegs zu dem, was man sieht. Wie sacht Omma so treffend: „Der Mensch gewöhnt sich an allem.“

Gruß Ralf