Hallo Uwe,
Nichtsdestotrotz gehe ich davon aus, daß nicht DU diesen Satz
kreiert hast! 
nee, wirklich nicht …
- aber ich halte ihn schon für logisch, nicht für metaphysisch.
Für alles andere als logisch hingegen halte ich dies
Ausgangsposting!
Ja, aber Martin versucht halt gern, mittels extremer Annahmen, seine Meinung zu überprüfen. Das schätze ich eigentlich (auch wenn die Sachen nicht haltbar sind), weil er damit Probleme ernsthaft als Probleme angeht und nicht an vorgefertigten Meinungen oder Schlimmerem klebt.
Viel mehr sehe ich da einen Fall von Fallibilismus.
Der Begriff bezieht sich meiner Kenntnis nach nur auf empirische Gegebenheiten, aber vielleicht kann man das ja übertragen.
Synthetische Sätze wie dieser wimmeln von hypothetischen und
fallibilistischen Aussagen, Induktions- und Abduktionsschlüsse
haben sicher in der Empirik, keinesfalls aber in der Logik
ihre Berechtigung:
Das stimmt, aber ich habe ihn nicht so verstanden, dass er seine Meinung irgendwie durchsetzen, sondern lediglich überprüfen will, was daran richtig ist und was nicht. Ich habe z. B. (wegen der Länge außerhalb von wer-weiss-was) seinen Vortrag mir angesehen, einiger seiner Grundthesen verworfen - und er ist mir nicht böse (!!), sondern ringt mit seiner und meiner Argumentation. Das ist in der heutigen Philosophie nicht gerade häufig anzutreffen.
Fragen wir den Zaubermeister Wittgenstein,
müßte man hier nicht nach den Tractatus aufhören,
Naja, das hat Wittgenstein selbst jahrelang gemacht. Ich finde, es ist durchaus möglich, im Rahmen des Tractatus zu argumentieren und das Spätwerk Spätwerk sein zu lassen. Die Diskussion, ob es sich bei W. um eine oder um zwei völlig voneinander verschiedene Philosophien handelt, ist ja nicht umsonst ein breites Thema der Forschung.
in die philosophischen Untersuchen oder die Tagebücher gehen.
Z.B. steht dort:
„Was ist der Unterschied zwischen Motiv und Ursache? Wie
findet man das Motiv, und wie die Ursache?“
Ob Wittgenstein vielleicht gerade da wieder seinen geliebten Schopenhauer gelesen hat?
Freilich bekommt die Frage auf der Grundlage der inzwischen entstandenen Psychoanalyse eine neue und interessante Färbung. Andererseits hatte Schopenhauer 1859 Darwins Buch schon als langweiligen Empirismus abgetan. Das erscheint mir weit komplizierter, als ich es hier in der Kürze dartun kann.
Aus dem Motiv wiederum könnte man der Frage ob etwas gut oder
böse ist näherkommen. Nur mal so als Tipp.
Ja, das ist schon klar, aber diese Herangehensweise wäre für den guten Wittgenstein selbst ziemlich zweifelhaft oder zumindest problematisch gewesen, meine ich. Außerdem ist das zugrundeliegende Anliegen von Martin kein ethisches, sondern ein ontologisches, vermute ich.
Ach ja, im Schluß des Vorwortes sagt Wittgenstein:
„Und wenn ich mich hierin nicht irre, so besteht nun der Wert
dieser Arbeit zweitens darin, daß sie zeigt, wie wenig damit
getan ist, daß diese Probleme (der Logik) gelöst sind.“
Ein wenig Demut und Respekt wie von Wittgenstein vorgelebt,
täte einigen sich nicht schlecht.
Stimmt auch, aber dem steht andererseits gegenüber, dass man seinen Vorbildern auch nach Wittgenstein ruhig mal widersprechen wollen soll …
- und hypothetisch darf man das ohnehin, finde ich.
Ich frage mich gerade (angesichts dessen, dass ich ein schlechtes Gefühl habe, wenn ich dir hier widerspreche), warum du die Versuche von Martin so vehement attackierst, und ich komme zu dem Schluss (den ich durchaus teile!), dass du die Logistik für eine ungerechtfertigten Reduktionismus hältst. Stimmt das? Wenn ja, dann wäre es doch gut, das hier an dem Beispiel einmal sachlich zeigen zu können, oder?
Herzliche Grüße
Thomas Miller