Hallöchen,
Aber ich
habe die Gewissheit, daß keine Existenz von nichts kommen und
keinesfalls zu nichts werden kann.
Das würde ich so nicht unterstreichen. Denn das würde
implizieren, daß wir (bzw. das was uns hervorgebracht hat), auf
jeden Fall aus einer Materie entstanden sein muß, und wo willst
du dann den „Anfang“ setzen? Zumal neuere Erkenntnisse der
Physiker darauf hindeuten, daß das was wir vermeintlich als
Materie bezeichnen selbst eigentlich fast völlig „substanzlos“
ist, d.h. zum allergrößten Teil tatsächlich aus „Nichts“
besteht…
Auf einen Grundsatz müssen wir uns einigen, ansonsten ist
alles hinfällig: Wir sind mehr als die Summe unserer
Körperfunktionen.
Woher weißt du das, bzw. wie willst du das beweisen und was sagt
das überhaupt aus? Ein schöner Spruch vielleicht, aber was genau
er bedeutet und ob er überhaupt stimmt, konnte mir bisher noch
niemand klar dalegen.
Da gibt es etwas, gemeinhin als Seele
bezeichnet, daß als selbständige Daseinsform gewertet werden
muß.
Auch da könnte man dir wiedersprechen. Schließlich gibt es ja
auch diejenigen die uns als bloße Automaten sehen. Nur weil
unsere „Daseinsform“ zu komplex ist, um sie für uns verständlich
zu machen, bedeutet das noch lange nicht, daß wir tatsächlich so
etwas wie eine Seele haben…
Schau mal in die Naturwissenschaften: Alles ist aus etwas
entstanden. Nichts wurde durch ein Wunder aus dem Nichts
erschaffen. Keine Materie, keine Energie… nichts war auf
einmal da. Lediglich die „Aggregatzustände“ wandeln sich
permanent, die Konstellationen. Es ist ein steter Fluß von
einem Zustand in einen anderen, unendliche Wechselwirkungen.
Und wieder: Wo ist da der Anfang? Ich meine, wenn man davon
ausgeht, daß alles aus „irgendetwas“ enstanden sein soll, muß es
entweder irgendwann mal einen Anfang gegeben haben, an dem
Materie aus dem Nichts entstanden ist oder alles gab es schon
immer…(wobei ich letzteres glaube, zumindest teilweise…)
Genauso ist es völlig unmöglich, etwas rückstandsfrei zu
vernichten. Wie soll das gehen? Verbrenne ein Stück Papier,
und alles ist noch da, Asche, Gase, Wärme. Du zündest eine
Atombombe, im All kracht eine Supernova… na und? In Summe
ist alles noch vorhanden. Vielfältige Umwandlungen, aber
nichts hat sich verflüchtigt. Unter dem großen Strich ist
alles vorhanden, als wäre nichts passiert. Denn:
Es ist nichts passiert.
Also bestehen wir doch aus „Nichts“? 
Und nun unsere Seele… daß sie existiert, steht für mich
zweifelsfrei fest.
Für mich nicht…
;Wie sonst hätte ein Einstein etwas - völlig
theoretisches - in seinem Hirn entwickeln können? Niemand hat
ihm eine Raumkrümmung gezeigt, kein Apfel fiel ihm auf die
Rübe, keine geologische Formation lieferte einen Anhaltspunkt.
Nein, er dachte sie sich aus und wurde in übrigen bestätigt.
Also hat die Seele eine Substanz, die sich selbst den Beweis
ihrer existenz liefert. Quasi nach dem Motto: Ich denke, also
bin ich.
Die bloße Tatsache, daß sich jemand etwas „Neues“ ausdenkt,
beweist für mich nichts. Schließlich gab es vor Einstein eine
Menge Leute, die sich auch etwas ausgedacht hatten. Nur haben
die meißten das Pech gehabt, daß deren Idee eben nicht zutraf.
Wobei man sich (wenn man sich mit dem Thema „Geist“ etwas näher
beschäftigt) fragen muß, ob Einstein etwas gefunden hat, was
schon da war, oder ob Einstein durch seine Vorstellungen
lediglich potentiellen Möglichkeiten zur Realität verholfen hat.
Klingt etwas kompliziert, kurz gesagt, könnte es sich auch
einfach um eine sich selbst erfüllende Prophezeihung gehalten
haben… 
Wenn die Seele also etwas Existierendes ist - und damit kommen
wir zurück zum Thema - wie sollte sie vergänglich sein?
Aber wie definierst du „Existenz“? Es gibt ja schließlich auch
die Theorie, daß unsere „Materie“ lediglich verdichteter Geist
ist (kurz formuliert)…
Das hat zwar jetzt nicht wirklich irgendwelche Fragen
beantwortet, regt aber vielleicht zu einer interessanten
Diskussion an… 
Schönen Tag noch,
Stephan Hübner