Was ist Realität?
Simmel hat dazu einen Roman geschrieben: „Der Stoff, aus dem die Träume sind.“
Tatsächlich wurden solche Tests gemacht.
z.B. wurde vielen Personen der gleiche Film gezeigt und danach durch Fragebogen ermittelt, was die einzelnen Personen gesehen hatten.
Die Ergebnisse waren je nach Komplexität der gezeigten Szene vollkommen unterschiedlich.
Sie waren durch Suggestivfragen maßgeblich beeinflusst.
Ein Beispiel, an das ich mich noch erinnere:
Szene „Voller Einkaufswagen kippt um“ In diesem Einkaufswagen war alles mögliche, jedoch keine Flasche.
Betrachter sollten beschreiben, was sie gesehen hatten.
Wenn nicht danach gefragt wurde, hatten nur wenige eine Flasche gesehen.
Wenn die Frage, „Haben sie eine Flasche gesehen?“ gestellt wurde, wurden es schon mehr.
Lautete die Frage dagegen, „Haben Sie die Flasche gesehen?“, waren es auf einmal über 30%, die eine, nach wie vor nicht vorhandene Flasche gesehen hatten.
Das Herunterknallen einer vollen Flasche auf Pflaster ist so ein prägnanter Vorgang, dass in unserem Inneren sofort der entsprechende Film abläuft, wenn daran erinnert wird. (Momentan wahrscheinlich auch bei dir.)
Interessant daran ist, wie solche banalen Ereignisse unsere Wahrnehmung und somit unser gesamtes Welt-Erleben für alle Zeit beeinflussen können.
Maßgeblich für die subjektive Wahrnehmung ist dabei auch die innere Stimmung, in der wir uns gerade befinden.
Ein gewöhnliches Stück Treibholz wird am Loch Ness weit schneller zum Ungeheuer als am Ammersee. Eine Sternschnuppe wird zum geheimen Zeichen, wenn wir sie in romantischer Stimmung zusammen mit der Geliebten sehen.
Gruß, Nemo.