Gibt es keinen Eierkocher mit digitaler Einstellung?

In den letzten 20 Jahren hatte ich 4 verschiedene Eierkocher. Blöderweise alle nur mit analoger Einstellung des Härtegrades (mittels Potentiometer).

Im Lauf der Zeit haben sich bei allen Eierkochern die Härteergebnisse verändert - obwohl der Einsteller (das Potentiometer) immer gleich eingestellt blieb. Das wundert mich nicht bei analoger Einstellung, aber es ärgert mich sehr, weil ich mich einfach nicht darauf verlassen kann, dass der Härtegrad des fertigen Eis über die Jahre reproduzierbar und punktgenau gleich bleibt.

Frage: Gibt es denn wirklich keinen Eierkocher, der digital punktgenau auf den gewünschten Härtegrad des Eis einstellbar ist und dessen Sensorik (Temperatur- und sonstige Sensoren sowie die Zeitvorgabe) auch nach Jahren zuverlässig das gleiche Ergebnis liefert?

Weder bei Amazon, noch bei anderen Shops fand ich so etwas. Leben wir beim Eierkochen etwa immer noch in der elektronischen Steinzeit? Oder suche ich nur mit den falschen Begriffen :„Eierkocher + digitale Einstellung + exaktes Resultat“?

Was stellt man den mittels Poti ein? Ich kenne nur Eierkocher, die über die Wassermenge funktionieren…
Ausschlaggebende Werte müssten Höhe, Dicke und Starttemperatur der Eier sein… deren Anzahl natürlich. Damit könnte ein Hightech Eierkocher sauber die Kochzeit regulieren…

Edit: Höhe natürlich im Sinne vom Luftdruck - nicht die Höhe der Eier :innocent:

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Das Poti soll angeblich den Härtegrad einstellen. Nach der Inbetriebnahme muss man ein bisschen experimentieren, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Was genau das Ding nun regelt, weiß ich nicht; es kann ja nur entweder die Temperatur oder die Zeit sein.

Deine genannten Parameter finde ich genau richtig. In Zeiten von allumfassender Digitalisierung (auch da wo sie nun gar nicht nötig ist) sowie Künstlicher Intelligenz, sollte es doch möglich sein, diese Werte exakt zu erfassen und über die Gebrauchszeit konstant zu halten.

Für einen gewissen (unterschiedlich langen) Zeitraum bleibt das Ergebnis der analogen Eierkocher ja auch weitgehend gleich, sofern man nicht am Poti dreht. Aber wie das mit analoger Elektronik so ist - im Lauf der Zeit verlieren Elkos ihre Kapazität und der Schleifer des Potis kann Übergangswiderstände erzeugen etc. Im Endergebnis ist es bei meinem vierten Eierkocher (Severin) nach etwa 2 Jahren Gebrauch so, dass die anfangs gefundene Einstellung für mittelhart gekochte Eier immer zu superhartgekochten führt und dass auch ein vorsichtiges Schritt-für-Schritt-Zurückdrehen lange Zeit gar keine Veränderung bringt, aber irgendwann sprungartig zu labbrigen (nicht mal weichgekochten, sondern ungenießbaren) Eiern führt.

Bisher habe ich noch nicht an geplante Obsoleszenz geglaubt, sondern an Alterung der analogen Bauelemente. Aber man kann nie wissen: Menschen und insbesondere Hersteller sind schlecht! Sie wollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Knete machen und nutzen dazu alle nur erdenklichen Gegebenheiten wie Bauteilalterung, Kriege, Inflation, Währungsreformen, Wiedervereinigungen und wer weiß, was noch alles …

@FatzManiac
Bist Du denn sicher, dass es ein Poti ist und kein Thermostat?

Also auch ein digitales Gerät könnte mMn nach kein 100% sicheres Ergebnis bringen.
Bei uns ist es manchmal so, dass die gleich gekochten Eier verschiedene Ergebnisse im Härtegrad haben, was dann an den Eiern liegt. Man müsste ja dann digitale Vergleichswerte haben über Eiergröße, Alter, Anfangstemperatur der Eier und wo sich das Eigelb befindet :sunglasses:

Beatrix

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Ich glaube, Du hast da einen etwas realitätsferne Vorstellung von dem Funktionsablauf. Eine digitale Einstellmöglichkeit ist nur ein Display und Druckknöpfe statt ein Drehknopf.

Druckknöpfe verschleißen tendenziell schneller als Drehknöpfe (wenn man gleiche Fertigungskosten ansetzt). Kostenseitig hinzu kommt das Display, was zudem auch noch ein Bauteil mehr ist, welches defekt gehen kann. „Geplante Obsoleszenz“ würde ich daher eher im Fall des Verbaus von „digitalen Elementen“ vermuten, zum sich sowas vermutlich auch gleich teurer verkaufen läßt.

Am Ende kommt es aber eher auf das Bauteil zur Ermittlung der Istwerte an (sowohl in qualitativer Sicht wie auch bzgl. Anzahl und Orte der Messung … und natürlich welche Faktoren berücksichtigt werden sollen.

Wenn ich nun „Severin“ lese, so wirkt es auch mich so, dass Du eher nicht die Mehrkosten für eine „lebeslangen sicheren Istdaten-Etmittung“ tragen möchtest. Severin ist jedenfalls die preiswertere Schiene der „Groupe SEB“ (Tefal, WMF, Moulinex, …)

Am Ende stellt sich auch die Frage, ob es finanziell Sinn macht, die Messung so sicher zu machen. Scheinbar gibt es da wenig Bedarf.

Ich würde einfach mal den Kundendienst von Severin deine Enttäuschung mitteilen. https://severin.com/de-de/kontakt/ Dabei besser irgendwelche technischen Sichtweisen weglassen. Sonst ladet das direkt in der technischen Abteilung statt beim Produktmanager.

BTW: Auch wenn der Begriff gerne von Marketing-Abteilungen „missbräuchlich“ verwendet wird, so ist die KI noch lange nicht so weit, wie es dadurch suggeriert wird. Wenn dann handelt es sich um „maschine lerning“. Oft wird aber nur schon ewig bewährte Technik begrifflich mit dazu passender Optik „hipp“ verpackt.

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Wie sinnlos. Ein einfacher Topf hätte es auch getan - und länger gehalten.

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Ja, da hassu Recht. Aber sinnlose Menschen treffen halt sinnlose Entscheidungen …
Ich gönn’ mir doch sonst nix.

Nein, sicher bin ich mir da nicht, da ich keines dieser Teile geöffnet habe.

Ja, danke für den Tipp. Ich werde mich an Severin wenden.

Moin,

Ein Unternehmen bedient einen Markt. Wenn der nicht vorhanden oder neu zu erschließen ist, dann wird es nicht angeboten, ganz grob. Natürlich könnte man dort eine hochkomplexe Sensorik und entsprechende Software nebst Steuerung integrieren, aber das kostet und dann kauft der Kunde den anderen Eierkocher, der nur die Hälfte kostet und viel hübscher aussieht.
Es besteht mit ziemlicher Sicherheit kein Bedarf dafür. Wenn es ein ungelöstes weltbewegendes Problem wäre, dann vielleicht. Aber das ist es nicht.
Und von einem Billiggerät lange Lebensdauer zu erwarten ist schon gewagt. Da gibt es auch keine geplante Obsoleszenz. Niemand wird Zeit und Geld investieren, um die Lebensdauer eines solch primitiven Produktes auf den Punkt zu planen. Die nehmen die billigsten Teile und fertig.
You get what you paid for.
-Luno

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Moin, wir nutzen seit ca. 3 Jahren Mikrowelleneierkocher. Das klappt gut.

Ein Eierkocher verbraucht in der Regel weniger Energie und weniger Wasser als die „Kochtopf-Methode“.

So ein Teil ist üblicherweise quasi ein spezialisierter Dampfgarer. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass es Dampfgarer mit entsprechenden Einsätzen fürs Eierkochen gibt.


(Link nur als Beispiel. Soll keine Empfehlung für das Gerät sein.)

… dabei fällt mir ein … ggf. findet der OP ja einen Dampfgarer mit entsprechendem Einsatz, der seinem Featurismus entspricht.

Ja, so ist das wohl in der Marktwirtschaft.

Aber was die Lebensdauer betrifft: In meinen jetzt ca. 70 Lebensjahren habe ich häufiger die Erfahrung gemacht, dass die Lebensdauer nicht mit den Kosten des Geräts korelliert.
So manches Billigteil erfüllt auch nach 30 Jahren noch seinen Zweck - z. B. das Handrührgerät RG 28 aus der DDR - einfach unkaputtbar! Und so manches teure Dingens (z. B. mein erster und einziger Mercedes 200 hatte nach 2 Jahren schon einen kapitalen Motorschaden - so gerade eben aus der Garantie. Kulanzantrag: Abgeschmettert. Das hat mich um 1980 herum 4.000 DM gekostet!).
Dagegen läuft meine Toyota Carina von 1994 auch heute noch wie eine Eins - ohne nennenswerte Reparaturen. Ich hoffe inständig, dass uns der TÜV nicht scheidet und dass sie mich überleben möge, denn ein neues Auto (egal mit welchem Antrieb) kommt jetzt - im hohen Alter und als Armutsrentner - nicht mehr in Frage. Ich fahre i. d. R. Fahrrad … ganz ohne elektrischen Hilfsmotor!

Andererseits: Bei Waschmaschinen stehe ich auf Miele - auch wenn deren legendäre Langlebigkeit heute auch lange nicht mehr das ist, was sie vor 40 Jahren noch war.

Oft zahlt man für einen „weltbekannten“ Markennamen, ohne dass es einen Zusammenhang mit der Haltbarkeit gibt. Ich denke, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit bei technischen Dingen ist ein Glücksspiel, bei dem nur die statistische Wahrscheinlichkeit vielleicht einen tendenziellen Zusammenhang zwischen Preis und Verfallsdatum zeigt.

Bei Nahrungsmitteln greife ich fast nur noch zur „Gut & Günstig“-Eigenmarke, nachdem ich über längere Zeit herausgefunden habe, was mir besser schmeckt. Dahinter stecken dieselben Produzenten wie hinter Markenartikeln. Katenrauchwurst und mittelalten Gouda kaufe ich seit vielen Jahren nur bei Aldi - zwar auch wegen des Preises, aber hauptsächlich, weil mir ihr Rauchgeschmack sogar erheblich besser gefällt, als der von der fast drei Mal so teuren Katenrauchwurst aus der Wursttheke bei Edeka.

Man muss eben genau gucken und ausprobieren … und dann hoffen, dass die Produzenten ihre Rezepte nicht plötzlich verändern - was mir leider auch schon einige Male passiert ist.

Manchmal - nicht immer - kommt gut bzw. lecker und billig durchaus zusammen … und umgekehrt. Das ganze Leben ist letztendlich ein unvorhersagbares Glücksspiel …

Dann gönn Dir doch einen Eierkocher, der über die Wassermenge gesteuert wird - dann kannst Du sehr hübsche Experimente machen, wie sich der „Härtegrad“ der Eier ändert, wenn Du den Kocher in Thimphu betreibst (gibt’s dort 230 V Wechselstrom?), wenn Du ihn mit Wasser aus dem Toten Meer betreibst und wenn Du Dich damit in Berne einmietest.

Heißer Tip: Die Masse eines Eis, die nicht ohne Einfluss darauf ist, wie weich es beim Kochen wird, ist näherungsweise sehr einfach über das Gewicht zu bestimmen. Letzteres lässt sich sehr präzise mit einer analogen Federwaage oder einer dito Briefwaage ermitteln. Die Stärke seiner Schale, die ebenfalls einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss hat, kann man jedoch nur näherungsweise über seine Dichte ermitteln, wenn man über Möglichkeiten verfügt, desse Volumen auf ml genau und seine Masse auf Hundertstel Gramm genau zu bestimmen.

Schöne Grüße

MM
Zweiter Sekretär des Bundes zur Abwehr verdummender Digitalisierungsmaßnahmen

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Tja, und was lernt uns das?

Wenn der Temperaturanzeiger auch nach 20 km noch nicht von der Ruheposition wegkommt, muss das nicht zwingend bedeuten, dass der Motor nicht warm wird, sondern es ist auch möglich, dass das Kühlwasser durch ein wie auch immer geartetes Loch abgelaufen ist und der Temperaturfühler nichts mehr zu Messen hat…

Einen gepflegten Kolbenfresser kann man nicht bloß mit dem nervösen Kadett C erzeugen…

Schöne Grüße

MM

Die Energiebilanz dieser Geräte sieht sicherlich ganz vortrefflich aus, wenn man alle paar Jahre so ein Ding aus China einfliegen lässt und nach Zerfall entsorgt.

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Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du es ernst meinst.
Außerdem vermute ich, dass die Kosten für so ein Teil mehr als 35 EUR betragen und deshalb von mir nicht zu stemmen sind.

Servus,

„so ein Teil“ war der allererste Eierkocher, den ich (es war wohl 1980) gesehen habe. Heute bekommt man Eierkocher, die über die zugegebene Wassermenge gesteuert werden, für Preise ab 4,99 €. Man kann sie leicht daran erkennen, dass sie lediglich über einen Ein-/Aus-Schalter (im besten Fall elektromechanische Kippschalter - die kann man einige Jahrzehnte haben) und über keine Kaputtgehteile zum Drehen, Schieben, Blinken, Piepen oder sowas verfügen.

Und ja, ich meine es ernst. In solchen Zusammenhängen führt das ganze Digitalgedüdel nur dazu, dass das Gerät schneller hinüber ist und als Sondermüll nach Indonesien gefahren werden muss, wo man es dann ins Meer kippt.

So einen Dreck möchte ich nicht auf der Erde hinterlassen, wenn man irgendwann in den nächsten zwanzig Jahren meine Asche auf ihr verstreuen wird. Niemand braucht so ein Gelumpe.

Schöne Grüße

MM

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Welche Suchbegriffe muss ich denn heute (z. B. in Preissuchmaschinen oder bei Amazon o. ä.) eingeben, um so ein Teil zu finden?
Hast Du es damals benutzt - und warst Du zufrieden mit den Resultaten über längere Zeiträume?