Glaubwürdigkeit von Richtern / Filbinger

Hallo Tom!

Nur kurz: Du machst den selben Fehler zum 2. Mal. Er wusste es
einfach nicht. Auch der Krieg war für viele Menschen damals
zunächst nicht falsch, sondern aufgrund Versailles einfach
unausweichlich.

Was ein bullshit du da verzapfst!

Wie nett…

Der Krieg war aufgrund von
Versailles unausweichlich und wurde
den Deutschen quasi aufgedrängt, ja?

Aufgrund der Versiller Verträge wurde den Deutschen eine Abwehrreaktion aufgenötigt. Ganz recht.

Du solltest Dich ein wenig, nur ein klein wenig in jüngerer
deutscher Geschichte firm machen.

Nice try…

Und zur Person Filbingers. Es geht nicht darum was er 1933
wusste. Es geht darum, dass er in den
letzten (!!!) Kriegsmonaten noch Todesurteile unterschrieben
hat. Kapiert?

Wusste er bereits, wann der Krieg enden wird?

Wenn er zu diesem Zeitpunkt noch immer glaubte was die
deutsche Propaganda sagte, dann ist er
so was von saudoof, dass ihn alleine das eigentlich als
Wahlmann disqualifizieren würde.

Weiss man´s?

Jetzt mal Tacheles: Die Engländer stehen in den Alpen, die
Amis in den Ardennen und die Russen
in Breslau, Deutschland liegt in Schutt und Asche, und
Filbinger lässt noch immer
„Fahnenflüchtlinge“ töten.

Das war seine Pflicht. Das militärische Recht setzt in vielen Ländern auch heute noch auf die Todesstrafe bei Desertierung im kriegsfall.

Das war ein Schreibtischtäter! Ein
kleines, mieses Arschloch. Und er
hatte noch nicht einmal den Schneid zu seiner Vergangenheit zu
stehen und beruft sich auf
Erinnerungslücken. So was von erbärmlich! Peinlich!

Das mag alles sein. Ich stehe hier nicht zur Verteidigung der Person Filbinger.
Ich versuche hier auf die allgemeine Aussage zu reagieren, Filbinger sei ein Nazimörder.
Das, sorry, kann ich so nicht sehen. Auch wenn Todesurteile wie sie bei Kriegsende ausgesprochen worden sind, aus heutiger Sicht sinnlos und verblendet aussehen mögen und ich größtes Bedauern für die Opfer empfinde.

Mir geht es um die Diskussion bzgl. seiner Berechtigung, Wahlmann für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten zu sein.
Und die sehe ich hier als von den üblichen Verdächtigen gelenkt.

Warum tut ihr Euch mit dieser Bewertung so schwer?

Weil sie pauschaler Käse ist.
Lasse Dich doch nicht so billig instrumentalisieren.

Grüße,

Mathias

Noch mal hi!

Der Konsens im Lande dürfte wohl sein, dass das Naziregime
massiv auf dem Holzweg gewesen ist, da sehe ich keine Frage.
Ohne Frage war Filbinger in diesem System bedienstet, wie eben
Millionen andere. Ob er eine persönliche Schuld trägt, hatten
die Nürnberger-Prozesse zu klären, wo er m.W. nicht angeklagt
war.

Ich empfehle Dir wirklich mal die Lektüre diverser
Geschichtsbücher.

Der Versuch, Deine Gesprächspartner mit solch gut gemeinten Ratschlägen zu desaruieren, ist nichts neues in Internet-Foren und wird durch Wiederholung nichts an Peinlichkeit verlieren.

In den „Nürnberger Prozessen“ wurden die
„Hauptkriegsverbrecher“ angeklagt und abgeurteilt.
Natürlich nicht die „kleinen“ dienstbaren Geister des
untergegangenen Regimes. Nicht einmal
Rudolf Höß (1. Kommandant von Auschwitz) stand dort vor
Gericht!

Na, nun kommen wir zum Kern der Sache! So wie man über Filbinger in den letzten Wochen geurteilt hat, hätte er in Nürnberg vor Gericht stehen müssen. Das geschah jedoch nicht. Ferner wurde er auch später nie verurteilt und bei 5 vorangegangenen Bundespräsidentenwahlen hat seine Vergangenheit nie solchen Wirbel ausgelöst.
Was sagt uns das…?

Das Filbinger, das kleine Rädchen im Regime, nicht vor dem
Tribunal stand lässt absolut keine
Rückschlüsse auf die Schwere seiner Schuld zu!

Dass er niemals verurteilt und m.W. noch nicht einmal angeklagt worden ist, jedoch durchaus.

Übringens: Filbinger war Mitglied der NSDAP und der SA.
Letztere kann man mit Fug und Recht als
verbrecherische Organisation bezeichnen.

Lieber Tom, ich gehe mit! Natürlich war die SA eine verbrecherische Organisation. Warten nun alle SA-Mitglieder automatisch Verbrecher?

Würdest Du dasselbe über die KP oder die RAF behaupten?

Langsam wird es ja peinlich. Diese Naziparanoia aus den USA der 60er und 70er Jahre noch einmal breitzutreten ist doch ein Witz!

Man bewegt sich hier auf einem schmalen Grat, denn das ganze Volk als Nazis zu verschreien, wird mehr und mehr absurd, da kaum noch einer der damaligen Soldaten, Perteimitglieder oder gar Protagonisten noch am Leben ist. Jedwede Schuld kollektiv abzulehnen ist ebenso falsch.
mein Weg liegt daher in der Mitte: wer sich schuldig gemacht hat, muss vor Gericht, zur Not auch heute noch. Wer nach 1930 geboren worden ist, kann nicht dabei gewesen sein und ist somit in Ruhe zu lassen.
Ansonsten sollte man m.E. an diese Episode der Geschichte einen Haken setzten, nicht ohne sie sich beio politischen Entscheidungen überall auf der Welt ab und an wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Grüße,

Mathias

Hi Mathias!

Aufgrund der Versiller Verträge wurde den Deutschen eine
Abwehrreaktion aufgenötigt. Ganz recht.

Du solltest Dich ein wenig, nur ein klein wenig in jüngerer
deutscher Geschichte firm machen.

Nice try…

Deutschland hat bereits 1936, mehr als 3 Jahre vor Kriegsausbruch, die Versailler Verträge mit der
Besetzung des entmilitarisierten Rheinlands aufgekündigt. Ausser ein paar Protestnoten vom
Völkerbund kam keine Gegenwehr. Hitler wurde von den Deutschen als Überwinder des Vertrages
von Versaille gefeiert. Dieses Vertragswerk als Kriegsgrund zu nennen ist, sorry Mathias,
vollkommener Unsinn!
Übrigens, war Deine These Teil der deutschen Propaganda. Ähnlich der Dolchstosslegende die im
Übrigen auch als Kriegsgrund herhalten musste, obwohl zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 20
Jahre alt.

Wusste er bereits, wann der Krieg enden wird?

Filbinger hat zu einem Zeitpunkt Todesurteile bestätigt als in Deutschland 14 Jährige im Endkampf
an der Oder das Ritterkreuz verliehen bekamen und 70 jährige an den Flak Geschützen
ranmussten. Filbinger hat seine letzte Unterschrift unter ein Urteil gesetzt als der Reichskanzler
schon Dönitz und nicht mehr Hitler hieß.
Und Du willst jetzt behaupten, dass ein studierter Jurist zu diesem Zeitpunkt noch an den Sieg der
Wehrmacht glaubt? Das ist doch lachhaft, dass musst Du doch zugeben.

Das war seine Pflicht. Das militärische Recht setzt in vielen
Ländern auch heute noch auf die Todesstrafe bei Desertierung
im kriegsfall.

Es geht hier nicht um RECHT und PFLICHT, wie scheisse deutsch ist dass denn? Es geht darum
dass hier Menschen zu einem Zeitpunkt GETÖTET wurden als klar war, dass das Regime bereits
untergegangen ist. Filbinger hat Menschen getötet, Mathias, ist Dir das bewusst? Die sind
erschossen worden. Das hätten Deine Grosseltern sein können!

Ich versuche hier auf die allgemeine Aussage zu reagieren,
Filbinger sei ein Nazimörder.

Filbinger war Mitglied in der NSDAP, im Bund nationalsozialistischer Studenten und in der SA.
Mithin war er ein Nazi. So einfach ist das. Ausserdem haben seine Urteile Menschen das Leben
gekostet. Mithin war er, so es nicht aus niederen Beweggründen geschah, zumindest ein
„Nazitotschläger“. Schlimm genug!

Mir geht es um die Diskussion bzgl. seiner Berechtigung,
Wahlmann für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten zu sein.
Und die sehe ich hier als von den üblichen Verdächtigen
gelenkt.

Wenn die Südwest CDU keine besseren Wahlmänner aufzubieten hat als einen altersgreisen Nazi,
dann gute Nacht Deutschland.

Gruss
Tom

Hi Mathias

Der Versuch, Deine Gesprächspartner mit solch gut gemeinten
Ratschlägen zu desaruieren, ist nichts neues in Internet-Foren
und wird durch Wiederholung nichts an Peinlichkeit verlieren.

Ich habe da bei Deinen Aussagen so meine Bedenken was Dein Geschichtswissen angeht, sorry.

Na, nun kommen wir zum Kern der Sache! So wie man über
Filbinger in den letzten Wochen geurteilt hat, hätte er in
Nürnberg vor Gericht stehen müssen. Das geschah jedoch nicht.

In Nürnberg standen Menschen wegen hunderttausendfachen Massenmordes und Genozids vor
Gericht. Bleib’ also bitte auf dem Teppich und rede Dir nicht ein in der aktuellen Diskussion um
Filbinger würde der mit Kaltenbrunner, Rosenberg oder Streicher verglichen werden. Niemand hat
das getan!

Ferner wurde er auch später nie verurteilt und bei 5
vorangegangenen Bundespräsidentenwahlen hat seine
Vergangenheit nie solchen Wirbel ausgelöst.
Was sagt uns das…?

Das die Aufarbeitung der Nazivergangenheit schlecht funktioniert hat.

Dass er niemals verurteilt und m.W. noch nicht einmal
angeklagt worden ist, jedoch durchaus.

Wenn Du dir mal ansiehst, wievile ehemlalige Nazischlächter davongekommen sind, dann kannst
Du daraus unmöglich Filbingers Unschuld ableiten.

Lieber Tom, ich gehe mit! Natürlich war die SA eine
verbrecherische Organisation. Warten nun alle SA-Mitglieder
automatisch Verbrecher?

Ja. Auch formaljuristisch is ein Mitglied einer verbrecherischen Organisation ein Verbrecher,
genau so wie ein Mitglied einer Terroristischen Vereinigung ein Terrorist ist.

Würdest Du dasselbe über die KP oder die RAF behaupten?

Welche KP meinst Du jetzt? Über die deutsche KP würde ich es nicht sagen. Über die russische mit
kleinen Abstrichen schon. Und natürlich waren alle Mitglieder der RAF Terroristen und Verbrecher
weil sie entweder Straftaten selbst begangen haben, oder diese zumindest deckten. Deswegen
saßen die auch alle im Knast.
Die Aufarbeitung der Bedrohung von links funktioniert hierzulande nunmal besser als der von
rechts.

Langsam wird es ja peinlich. Diese Naziparanoia aus den USA
der 60er und 70er Jahre noch einmal breitzutreten ist doch ein
Witz!

??? Du meinst die Kommunistebparanoia? McCarthy etc.?

Man bewegt sich hier auf einem schmalen Grat, denn das ganze
Volk als Nazis zu verschreien, wird mehr und mehr absurd, da
kaum noch einer der damaligen Soldaten, Perteimitglieder oder
gar Protagonisten noch am Leben ist. Jedwede Schuld kollektiv
abzulehnen ist ebenso falsch.

Idealtypisches Verhalten. Ich habe NUR von Filbinger gesprochen und Du unterstellst mir eine
verallgemeinerung auf alle Deutschen und gehst mich sogar an diesbezüglich.
Du hast hier die Paranoia, lass’ Dir das gesagt sein.

mein Weg liegt daher in der Mitte: wer sich schuldig gemacht
hat, muss vor Gericht, zur Not auch heute noch. Wer nach 1930
geboren worden ist, kann nicht dabei gewesen sein und ist
somit in Ruhe zu lassen.

Du machst es Dir ein bisschen zu einfach! Immerhin leben noch zehntausende von Opfern. Und Du
und Ich tragen aufgrund unserer Geburt Verantwortung dafür, dass das Unheil unserer Väter wieder
gut gemacht wird. Ob Dir das passt oder nicht!

Ansonsten sollte man m.E. an diese Episode der Geschichte
einen Haken setzten, nicht ohne sie sich beio politischen
Entscheidungen überall auf der Welt ab und an wieder ins
Gedächtnis zu rufen.

Klar, ist ja auch schön einfach. Einfach abhaken und nicht mehr dran erinnert werden.
Mathias, es leben noch Menschen die gerade mal eben so aus den KZ rauskamen. Die denken da
noch jeden Tag dran. Die habe es nicht verdient dass wir das einfach abhaken wollen.

Ausserdem, noch ein Zeichen der Paranoia: Niemand erklärt Dich zum Täter. Niemand tut das! Du
redest es Dir ein, wie soviele andere auch. In die Verantwortung genommen zu werden hat nichts
mit Täterschaft zu tun. Ich würde auch meinen Enkel versorgen obwohl ich ihn nicht gezeugt habe.

Gruss
Tom

Hi!

Der Versuch, Deine Gesprächspartner mit solch gut gemeinten
Ratschlägen zu desaruieren, ist nichts neues in Internet-Foren
und wird durch Wiederholung nichts an Peinlichkeit verlieren.

Ich habe da bei Deinen Aussagen so meine Bedenken was Dein
Geschichtswissen angeht, sorry.

Diese Bedenken zu zerstreuen ist nicht meine Aufgabe.
Ich denke, vor dem Hintergrund von PISA mit meinem bayerischen Abitur von 1993 über ein überdurchschnittliches Geschichtswissen zu verfügen.

Na, nun kommen wir zum Kern der Sache! So wie man über
Filbinger in den letzten Wochen geurteilt hat, hätte er in
Nürnberg vor Gericht stehen müssen. Das geschah jedoch nicht.

In Nürnberg standen Menschen wegen hunderttausendfachen
Massenmordes und Genozids vor
Gericht. Bleib’ also bitte auf dem Teppich und rede Dir nicht
ein in der aktuellen Diskussion um
Filbinger würde der mit Kaltenbrunner, Rosenberg oder
Streicher verglichen werden. Niemand hat
das getan!

Natürlich hat niemand das ausgesprochen.
Das wäre ja auch politisch unkorrekt gewesen.

Ferner wurde er auch später nie verurteilt und bei 5
vorangegangenen Bundespräsidentenwahlen hat seine
Vergangenheit nie solchen Wirbel ausgelöst.
Was sagt uns das…?

Das die Aufarbeitung der Nazivergangenheit schlecht
funktioniert hat.

Naja, einigen anderen, mich eingeschlossen, sagt das, dass hier gewisse Leute über die Nazikeule ihren Vorteil befördern möchten.

Dass er niemals verurteilt und m.W. noch nicht einmal
angeklagt worden ist, jedoch durchaus.

Wenn Du dir mal ansiehst, wievile ehemlalige Nazischlächter
davongekommen sind, dann kannst
Du daraus unmöglich Filbingers Unschuld ableiten.

…und eben nicht seine Schuld. Und genau darum geht es mir.
Ich hatte niemals vor, seine Unschuld zu manifestieren, sondern seine Schuldigsprechung aus politischem Kalkül anzuprangern.

Lieber Tom, ich gehe mit! Natürlich war die SA eine
verbrecherische Organisation. Warten nun alle SA-Mitglieder
automatisch Verbrecher?

Ja. Auch formaljuristisch is ein Mitglied einer
verbrecherischen Organisation ein Verbrecher,
genau so wie ein Mitglied einer Terroristischen Vereinigung
ein Terrorist ist.

Es ist eben die große Frage, ob ALLE SA-Mitglieder damals schon einschätzen konnten, wie man deren taten im Jahre 2004 beurteilen werden wird…

Würdest Du dasselbe über die KP oder die RAF behaupten?

Welche KP meinst Du jetzt? Über die deutsche KP würde ich es
nicht sagen. Über die russische mit
kleinen Abstrichen schon. Und natürlich waren alle Mitglieder
der RAF Terroristen und Verbrecher
weil sie entweder Straftaten selbst begangen haben, oder diese
zumindest deckten. Deswegen
saßen die auch alle im Knast.
Die Aufarbeitung der Bedrohung von links funktioniert
hierzulande nunmal besser als der von
rechts.

Das sehe ich anders.
Eine wirkliche Aufarbeitung klappt in diesem Land nicht, da dies zu viele Interessengruppen berühren würde.

Langsam wird es ja peinlich. Diese Naziparanoia aus den USA
der 60er und 70er Jahre noch einmal breitzutreten ist doch ein
Witz!

??? Du meinst die Kommunistebparanoia? McCarthy etc.?

Die kann man natürlich auch anführen.
Ich beziehe mich hier eher auf den ahnungslosen Umgang mit dem tghema Nationalsozialismus in den US-Medien und in US-Filmen.

Man bewegt sich hier auf einem schmalen Grat, denn das ganze
Volk als Nazis zu verschreien, wird mehr und mehr absurd, da
kaum noch einer der damaligen Soldaten, Perteimitglieder oder
gar Protagonisten noch am Leben ist. Jedwede Schuld kollektiv
abzulehnen ist ebenso falsch.

Idealtypisches Verhalten. Ich habe NUR von Filbinger
gesprochen und Du unterstellst mir eine
verallgemeinerung auf alle Deutschen und gehst mich sogar an
diesbezüglich.
Du hast hier die Paranoia, lass’ Dir das gesagt sein.

Keineswegs. Es kann kein Fehler sein, in einer Diskussion auch die weiterreichenden Wirkungen zu beschreiben. Paranoid bin ich keineswegs, eher aufgeklärt, wenn man diesen Begriff ins 21. Jahrhundert transportieren kann.

mein Weg liegt daher in der Mitte: wer sich schuldig gemacht
hat, muss vor Gericht, zur Not auch heute noch. Wer nach 1930
geboren worden ist, kann nicht dabei gewesen sein und ist
somit in Ruhe zu lassen.

Du machst es Dir ein bisschen zu einfach!

Einfach vielleicht. Aber ZU einfach sicherlich nicht.

Immerhin leben noch
zehntausende von Opfern. Und Du
und Ich tragen aufgrund unserer Geburt Verantwortung dafür,
dass das Unheil unserer Väter wieder
gut gemacht wird. Ob Dir das passt oder nicht!

Das passt mir nicht, ich trage diese Verantwortung so nicht und nehme sie so auch nicht an.
Ich trage als Deutscher verstärkt Verantwortung dafür, dass ein Regime wie das der NSDAP auf deutschem Boden sowie nach Möglichkeit auch sonstwo auf dieser Welt nicht noch einmal an die Macht kommen kann.

Ich trage keineswegs die Verantwortung für deutsche Kriegsverbrechen. Ich trage bedingt Verantwortung für deren Wiedergutmachung, die allerdings schon längst vom Tisch ist. Was heute noch bezahlt wird, ist politisches Schweigegeld.

Da ich 1972 geboren bin, als der 2. Weltkrieg ziemlich genau 27,5 Jahre und somit eine Generation lang vorbei war, sehe ich meine Verpflichtung hier in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit.

Ansonsten sollte man m.E. an diese Episode der Geschichte
einen Haken setzten, nicht ohne sie sich bei politischen
Entscheidungen überall auf der Welt ab und an wieder ins
Gedächtnis zu rufen.

Klar, ist ja auch schön einfach. Einfach abhaken und nicht
mehr dran erinnert werden.

Eben nicht.
Sich erinnern, aber nicht dauernd daran erinnert werden und nicht als nach 1930 Geborener beschuldigt werden.

Mathias, es leben noch Menschen die gerade mal eben so aus den
KZ rauskamen. Die denken da
noch jeden Tag dran. Die habe es nicht verdient dass wir das
einfach abhaken wollen.

Ich will diese Menschen nicht abhaken.
Nur habe ich sie nicht ins KZ geschickt.
Mein freund David J. O. aus England hat Dresden nicht bombardiert. Mein freund Martin aus Prag hat nicht unter dem Schutz der Benes-Dedkrete 1000e Deutsche vertrieben.
Unsere Aufgabe liegt also nicht darin, WSchulden von vor 60 Jahren zu bezahlen, sondern eine gemeinsame Zukunft in Europa aufzubauen. Und das geht nur, wenn man loslässt und den Respekt vor der Geschichte aber eben auch vor Gegenwart und Zukunft dabei nicht verliert.

Ausserdem, noch ein Zeichen der Paranoia: Niemand erklärt Dich
zum Täter. Niemand tut das! Du
redest es Dir ein, wie soviele andere auch. In die
Verantwortung genommen zu werden hat nichts
mit Täterschaft zu tun. Ich würde auch meinen Enkel versorgen
obwohl ich ihn nicht gezeugt habe.

Schöner Vergleich.
Würdest Du auch meinen Enkel versorgen, weil mein Großvater den Deinen erschossen hat?

Grüße,

Mathias

Hi!

Aufgrund der Versiller Verträge wurde den Deutschen eine
Abwehrreaktion aufgenötigt. Ganz recht.

Du solltest Dich ein wenig, nur ein klein wenig in jüngerer
deutscher Geschichte firm machen.

Nice try…

Deutschland hat bereits 1936, mehr als 3 Jahre vor
Kriegsausbruch, die Versailler Verträge mit der
Besetzung des entmilitarisierten Rheinlands aufgekündigt.
Ausser ein paar Protestnoten vom
Völkerbund kam keine Gegenwehr. Hitler wurde von den Deutschen
als Überwinder des Vertrages
von Versaille gefeiert. Dieses Vertragswerk als Kriegsgrund zu
nennen ist, sorry Mathias,
vollkommener Unsinn!

Das ist eine These, die ich bislang noch nie gehört habe. Führe das doch etwas weiter aus.

Übrigens, war Deine These Teil der deutschen Propaganda.

…was sie nicht per se falsch sein lassen muss. Die deutsche Propaganda unterstützte auch den autombilbau am Fliessband, was ebenfalls nicht falsch war.

Ähnlich der Dolchstosslegende die im
Übrigen auch als Kriegsgrund herhalten musste, obwohl zu
diesem Zeitpunkt schon mehr als 20
Jahre alt.

Das ist ein netter Vergleich.

Wusste er bereits, wann der Krieg enden wird?

Filbinger hat zu einem Zeitpunkt Todesurteile bestätigt als in
Deutschland 14 Jährige im Endkampf
an der Oder das Ritterkreuz verliehen bekamen und 70 jährige
an den Flak Geschützen
ranmussten. Filbinger hat seine letzte Unterschrift unter ein
Urteil gesetzt als der Reichskanzler
schon Dönitz und nicht mehr Hitler hieß.
Und Du willst jetzt behaupten, dass ein studierter Jurist zu
diesem Zeitpunkt noch an den Sieg der
Wehrmacht glaubt? Das ist doch lachhaft, dass musst Du doch
zugeben.

Ich weiss nicht, woran er glaubte. Es war eben noch seine Pflicht.
Hätte er sich geweigert, was wäre passiert?
Ein anderer Richter hätte wohl das Urteil über ihn unterzeichnet.

Das war seine Pflicht. Das militärische Recht setzt in vielen
Ländern auch heute noch auf die Todesstrafe bei Desertierung
im kriegsfall.

Es geht hier nicht um RECHT und PFLICHT, wie scheisse deutsch
ist dass denn? Es geht darum
dass hier Menschen zu einem Zeitpunkt GETÖTET wurden als klar
war, dass das Regime bereits
untergegangen ist. Filbinger hat Menschen getötet, Mathias,
ist Dir das bewusst? Die sind
erschossen worden. Das hätten Deine Grosseltern sein können!

Das ist mir bewusst und ich fürchte, ich muss hier doch herausstellen, dass es mir nicht darum geht, diesen mann zu verteidigen. Es geht mir um die Art der Instrumentalisierung seines Lebenslaufes.

Der Mann war Richter, also hat er zunächst mal nach geltendem Recht Urteile gefällt.
Er wäre ein großer Richter gewesen, hätte er sich unter Ausnutzung all seiner Mittel für die Rettung von ein paar Leben eingesetzt.
Aber er war eben kein großer Mann damals, der Herr Filbinger. Er hat eben nur seine Pflicht getan, wie so viele andere.
Was für eine Pflicht…

Ich versuche hier auf die allgemeine Aussage zu reagieren,
Filbinger sei ein Nazimörder.

Filbinger war Mitglied in der NSDAP, im Bund
nationalsozialistischer Studenten und in der SA.
Mithin war er ein Nazi. So einfach ist das. Ausserdem haben
seine Urteile Menschen das Leben
gekostet. Mithin war er, so es nicht aus niederen Beweggründen
geschah, zumindest ein
„Nazitotschläger“. Schlimm genug!

Er war vermutlich ein Nazi. Ein Totschläger jedoch war er wohl kaum, denn er handelte nach geltendem Recht. Dass das geltende Recht in vielen Fällen absurd und ablehnenswert war, steht auf einem ganz anderen Blatt und ich teile diese Ansicht.

Mir geht es um die Diskussion bzgl. seiner Berechtigung,
Wahlmann für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten zu sein.
Und die sehe ich hier als von den üblichen Verdächtigen
gelenkt.

Wenn die Südwest CDU keine besseren Wahlmänner aufzubieten hat
als einen altersgreisen Nazi,
dann gute Nacht Deutschland.

Genau das meinte ich…

Grüße,

Mathias

Nochmal Hi!

Diese Bedenken zu zerstreuen ist nicht meine Aufgabe.
Ich denke, vor dem Hintergrund von PISA mit meinem bayerischen
Abitur von 1993 über ein überdurchschnittliches
Geschichtswissen zu verfügen.

Da auch ich bayerisches Abitur 1994 gemacht habe, und es eigentlich ziemlich einfach fand, und
da selbst Bayern im internationalen Vergleich bei PISA nicht in der Spitzengruppe ist, denke ich
man sollte sich nicht zu viel darauf einbilden.

Das die Aufarbeitung der Nazivergangenheit schlecht
funktioniert hat.

Naja, einigen anderen, mich eingeschlossen, sagt das, dass
hier gewisse Leute über die Nazikeule ihren Vorteil befördern
möchten.

Ach was. Es hat gar nix mit Nazikeule zu tun wenn hier mal wieder die Vergangenheit dieses
Mannes diskutiert wird. Hätte die Revolution 1918 funktioniert, dann wären Kerle wie Filbinger
Mitglied in der KP gewesen und hätten Konterrevolutionäre zum Tode verurteilt, anstatt im Namen
des Führers Recht zu sprechen.

…und eben nicht seine Schuld. Und genau darum geht es mir.
Ich hatte niemals vor, seine Unschuld zu manifestieren,
sondern seine Schuldigsprechung aus politischem Kalkül
anzuprangern.

Ok, wir haben hier einfach unterschiedliche Ansichten.
Ich persönlich betrachte die Vita Filbingers jedenfalls vollkommen ohne politisches Kalkül.

Es ist eben die große Frage, ob ALLE SA-Mitglieder damals
schon einschätzen konnten, wie man deren taten im Jahre 2004
beurteilen werden wird…

Naja, in einem Verein Mitglied zu sein dessen Aufgaben unter anderem darin bestand Juden,
Sozialdemokraten und Kommunisten zu terrorisieren, heisst doch, dass man zumindest elementare
Grundsätze des menschlichen Zusammenlebens nicht verinnerlicht hat.
Und jemand der nur aus politischem Kalkül beigetreten ist, der ist in meinen Augen noch
verabscheuungswürdiger.

Das passt mir nicht, ich trage diese Verantwortung so nicht
und nehme sie so auch nicht an.
Ich trage als Deutscher verstärkt Verantwortung dafür, dass
ein Regime wie das der NSDAP auf deutschem Boden sowie nach
Möglichkeit auch sonstwo auf dieser Welt nicht noch einmal an
die Macht kommen kann.

Guter Ansatz, weiter so.

Ich trage keineswegs die Verantwortung für deutsche
Kriegsverbrechen. Ich trage bedingt Verantwortung für deren
Wiedergutmachung, die allerdings schon längst vom Tisch ist.
Was heute noch bezahlt wird, ist politisches Schweigegeld.

Naja, naja, naja. Wenn hier ehemalige Zwangsarbeiter nach 60 Jahren 3000 Euro bekommen,
dann ist dass ein Witz, aber keine Wiedergutmachung. Eigentlich ist es sogar eine Frechheit!

Da ich 1972 geboren bin, als der 2. Weltkrieg ziemlich genau
27,5 Jahre und somit eine Generation lang vorbei war, sehe ich
meine Verpflichtung hier in der Zukunft, nicht in der
Vergangenheit.

Aus der Geschichte lernen, heisst die Devise. Dazu gehört als wesentlicher Bestandteil das sich
erinnern.

Ich will diese Menschen nicht abhaken.
Nur habe ich sie nicht ins KZ geschickt.
Mein freund David J. O. aus England hat Dresden nicht
bombardiert. Mein freund Martin aus Prag hat nicht unter dem
Schutz der Benes-Dedkrete 1000e Deutsche vertrieben.
Unsere Aufgabe liegt also nicht darin, WSchulden von vor 60
Jahren zu bezahlen, sondern eine gemeinsame Zukunft in Europa
aufzubauen. Und das geht nur, wenn man loslässt und den
Respekt vor der Geschichte aber eben auch vor Gegenwart und
Zukunft dabei nicht verliert.

Na gut.
Übrigens gehen, im Gegensatz zu den britischen Luftangriffen, die Benes-Dekrete meiner Ansicht
nach voll in Ordnung. Und das sage ich obwohl meine Grosseltern und mein Vater darunter gelitten
haben.
Deutschland ist nach dieser Scheisse die es da fabriziert hat so gut weggekommen, dass einem die
Worte fehlen.
Die Polen z.B., die nix für irgendetwas konnten, wurden platt gemacht, zu hunderttausenden ins KZ
gesteckt und nach Kriegsende von den Sovjets geschluckt.
Und die Deutschen heulen rum weil sie aus Schlesien vertrieben wurden. Dies Gejammere ist zum
Kotzen, aber ein anderes Thema.

Gruss
Tom

Hallöchen

Das ist eine These, die ich bislang noch nie gehört habe.
Führe das doch etwas weiter aus.

Wie meinen? Was ist denn an dieser „These“ die eigentlich eine waschechte „Tatsache“ ist so
unbekannt? Hitler hat spätestens 1936 mit dem Einmarsch deutscher Truppen ins entmilitarisierte
Rheinland den Versailler Vertrag aufgekündigt. Auch schon vorher verstieß er gezielt gegen
dessen Auflagen in dem er z.B. gewaltige Rüstungsprogramme auflegte und die allgemeine
Wehrpflicht wieder einführte. Die Westmächte hielten aber stille. Stichwort: Appeasement Policy.
Alles gipfelte im Müncher Abkommen in dem durch Grossbritannien und Frankreich die Annektion
des Sudetenlandes und der Anschluss Österreichs abgesegnet wurde.

Ausserdem ist es ziemlich schwachsinnig unter dem Vorwand des Versailler Vertrages
ausgerechnet Polen als erstes anzugreifen!

Ich weiss nicht, woran er glaubte. Es war eben noch seine
Pflicht.
Hätte er sich geweigert, was wäre passiert?
Ein anderer Richter hätte wohl das Urteil über ihn
unterzeichnet.

Das ist ein Totschlagargument, Mathias. Es geht hier um Filbinger und nicht jemand anderen.

Das ist mir bewusst und ich fürchte, ich muss hier doch
herausstellen, dass es mir nicht darum geht, diesen mann zu
verteidigen. Es geht mir um die Art der Instrumentalisierung
seines Lebenslaufes.

Da gibt’s nix zu instrumentalisieren. Die Tatsache, dass er es bis zum Ministerpräsidenten eines
demokratischen Landes gebracht hat und vorher im Namen Hitlers Urteile fällte (und Hitler ganz
nebenbei Treue bis in den Tod geschworen hat) ist eigentlich eine Katastrophe.

Er war vermutlich ein Nazi. Ein Totschläger jedoch war er wohl
kaum, denn er handelte nach geltendem Recht. Dass das geltende
Recht in vielen Fällen absurd und ablehnenswert war, steht auf
einem ganz anderen Blatt und ich teile diese Ansicht.

Schon als Jurist in der damaligen Zeit hat man mal was von den unveräußerichen Grundrechten
eines Menschen gehört, den Menschenrechten. Die jeder durch Geburt erwirbt.
Nun, Filbinger hat dagegen verstossen.

Gruss
Tom

Schon als Jurist in der damaligen Zeit hat man mal was von den
unveräußerichen Grundrechten
eines Menschen gehört, den Menschenrechten. Die jeder durch
Geburt erwirbt.
Nun, Filbinger hat dagegen verstossen.

Genau, das wirds sein! Der Soldat, und inbesondere der desertierte Soldat im Kriege hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, und gegen das hat Filbinger verstoßen. Toktoktok.

Viele Soldaten der Wehrmacht sind im Endkampf an der Ostfront nicht desertiert, sondern haben sich aufgeopfert, um abertausenden von Flüchtlingen wenigstens das nackte Überleben zu sichern.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Integrationspolitik

die Benes-Dekrete meiner Ansicht
nach voll in Ordnung. Und das sage ich obwohl meine

Geil: von Benes lernen, heißt richtige Integrationspolitik lernen!

Die Polen z.B., die nix für irgendetwas konnten,

Na, Du hast aber voll die Peilung, was die gutmenschliche Integrationspolitik Polens ab 1919 anbetrifft.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Brrrr…
Mich fröstelt es gerade etwas!
Was Du da sagst. Deutsche Soldaten opfern sich auf um deutschen Flüchtlingen das Überleben zu sichern.
Damit meinst Du auch die zehntausenden KL-Häftlinge die zu Fuss ins Altreich getrieben wurden um dort noch ordnungsgemäß entsorgt zu werden, ja? Oder zählen die nicht? Die sind verreckt, Alter! Alleine von Auschwitz wurden 58.000 „evakuiert“, 18.000 starben auf dem Weg, der Rest musste in der guten deutschen „Heimat“ dran glauben. Darunter übrigens auch Anne Frank!
Klasse, dass der deutsche Landser sich so aufopferungsvoll für die „Sonderbehandlung“ der „Vorbeugehäftlinge“ eingesetzt hat.
Ich bin Stolz, Wolfgang!

Aufgeopfert für die Heimat, so eine Scheisse. Die haben Deutschland den Rest gegeben mit ihrem beschissenen Kadavergehorsam!

Gruss
Tom

Genau, das wirds sein! Der Soldat, und inbesondere der
desertierte Soldat im Kriege hat ein Recht auf körperliche
Unversehrtheit, und gegen das hat Filbinger verstoßen.
Toktoktok.

Viele Soldaten der Wehrmacht sind im Endkampf an der Ostfront
nicht desertiert, sondern haben sich aufgeopfert, um
abertausenden von Flüchtlingen wenigstens das nackte Überleben
zu sichern.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hi!

Das ist eine These, die ich bislang noch nie gehört habe.
Führe das doch etwas weiter aus.

Wie meinen? Was ist denn an dieser „These“ die eigentlich eine
waschechte „Tatsache“ ist so
unbekannt? Hitler hat spätestens 1936 mit dem Einmarsch
deutscher Truppen ins entmilitarisierte
Rheinland den Versailler Vertrag aufgekündigt. Auch schon
vorher verstieß er gezielt gegen
dessen Auflagen in dem er z.B. gewaltige Rüstungsprogramme
auflegte und die allgemeine
Wehrpflicht wieder einführte. Die Westmächte hielten aber
stille. Stichwort: Appeasement Policy.
Alles gipfelte im Müncher Abkommen in dem durch
Grossbritannien und Frankreich die Annektion
des Sudetenlandes und der Anschluss Österreichs abgesegnet
wurde.

Das ist mir bekannt.
Mir ging es nur darum, den Versailler Vetrag NICHT als Kriegsrund zu sehen. Das nämlich halte ich für, sagen wir, äußerst gewagt.

Hitlers Bruch der Verträge basierte ja nun auf ebendiesen Verträgen.
Später kam der Krieg, der durch die Aufrüstung vorbereitet worden ist.
Warum? Weil man Deutschland keine Luft zum Atmen gelassen hatte.

Ausserdem ist es ziemlich schwachsinnig unter dem Vorwand des
Versailler Vertrages
ausgerechnet Polen als erstes anzugreifen!

Über Militärstrategien zu diskutieren, bringt uns nicht weiter.
Ferner hat Hitler sicherlich nicht nur die Versailler Verträge als Triebfeder gehabt, sondern es spielte auch seine Großmannssucht eine Rolle.
Das eigentliche Problem ist jedoch, dass die Versailler Verträge als Steigbügel Hitlers an die Macht gesehen werden müssen.
Hätte man Deutschland nicht derart massiv geknebelt, hätte es vermutlich deutlich weniger Nährboden für seine „Befreiungsthesen“ gegeben.

Ich weiss nicht, woran er glaubte. Es war eben noch seine
Pflicht.
Hätte er sich geweigert, was wäre passiert?
Ein anderer Richter hätte wohl das Urteil über ihn
unterzeichnet.

Das ist ein Totschlagargument, Mathias. Es geht hier um
Filbinger und nicht jemand anderen.

Nein, es geht darum, unter welchen Voraussetzungen Filbinger seine Urteile gefällt hat. Ausschliesslich darum geht es.

Das ist mir bewusst und ich fürchte, ich muss hier doch
herausstellen, dass es mir nicht darum geht, diesen Mann zu
verteidigen. Es geht mir um die Art der Instrumentalisierung
seines Lebenslaufes.

Da gibt’s nix zu instrumentalisieren. Die Tatsache, dass er es
bis zum Ministerpräsidenten eines
demokratischen Landes gebracht hat und vorher im Namen Hitlers
Urteile fällte (und Hitler ganz
nebenbei Treue bis in den Tod geschworen hat) ist eigentlich
eine Katastrophe.

Vor diesem Hintergrund war dann wohl die gesamte politische Klasse der Nachkriegsjahre eine solche Katastrophe…

Er war vermutlich ein Nazi. Ein Totschläger jedoch war er wohl
kaum, denn er handelte nach geltendem Recht. Dass das geltende
Recht in vielen Fällen absurd und ablehnenswert war, steht auf
einem ganz anderen Blatt und ich teile diese Ansicht.

Schon als Jurist in der damaligen Zeit hat man mal was von den
unveräußerichen Grundrechten
eines Menschen gehört, den Menschenrechten. Die jeder durch
Geburt erwirbt.
Nun, Filbinger hat dagegen verstossen.

Nun kommt man in die Bewertung der juristischen Arbeit im dritten Reich, welche ich nur wieder wie gehabt treffen kann: ein Richter hat geltendes Recht zu vertreten oder zurückzutreten. Für Filbinger hätte letztere eine persönliche Gefahr bedeutet.
Wie ebenfalls bereits gesagt: es ist sehr leicht, von seinem sicheren bundesdeutschen Sessel aus Handlungen von Leuten in einem Krieg vor 60 Jahren zu verdammen. Am Kern der Sache schlittert man so nur allzuoft vorbei.

Grüße,

Mathias

Hi!

Diese Bedenken zu zerstreuen ist nicht meine Aufgabe.
Ich denke, vor dem Hintergrund von PISA mit meinem bayerischen
Abitur von 1993 über ein überdurchschnittliches
Geschichtswissen zu verfügen.

Da auch ich bayerisches Abitur 1994 gemacht habe, und es
eigentlich ziemlich einfach fand, und
da selbst Bayern im internationalen Vergleich bei PISA nicht
in der Spitzengruppe ist, denke ich
man sollte sich nicht zu viel darauf einbilden.

Wir befinden uns ja hier lediglich in einer nationalen Diskussion, also passt das.
Es ging mir ja lediglich darum zu belegen, dass Dein Anzweifeln meiner Kompetenz eben nur der übliche Unsinn ist, durch den versucht wird, andere in Internetforen in ihrer Position zu schwächen.

Das die Aufarbeitung der Nazivergangenheit schlecht
funktioniert hat.

Naja, einigen anderen, mich eingeschlossen, sagt das, dass
hier gewisse Leute über die Nazikeule ihren Vorteil befördern
möchten.

Ach was. Es hat gar nix mit Nazikeule zu tun wenn hier mal
wieder die Vergangenheit dieses
Mannes diskutiert wird.

Weshalb wurde das dann nicht bereits die letzten 25 Jahre lang diskutiert?
Das muss man sich nun schon fragen lassen.

Hätte die Revolution 1918
funktioniert, dann wären Kerle wie Filbinger
Mitglied in der KP gewesen und hätten Konterrevolutionäre zum
Tode verurteilt, anstatt im Namen
des Führers Recht zu sprechen.

Das ist wahrscheinlich.

…und eben nicht seine Schuld. Und genau darum geht es mir.
Ich hatte niemals vor, seine Unschuld zu manifestieren,
sondern seine Schuldigsprechung aus politischem Kalkül
anzuprangern.

Ok, wir haben hier einfach unterschiedliche Ansichten.
Ich persönlich betrachte die Vita Filbingers jedenfalls
vollkommen ohne politisches Kalkül.

Das ehrt Dich, tut jedoch wenig zur Sache. Mir geht es hier, wie gesagt, darum, weshalb die Geschichte des Mannes gerade jetzt diskutiert wird, und nicht bereits bei den 5 vorangegangenen Bundespräsidentenwahlen.
Ferner ist die Frage, ob er ein akzeptabler Wahlmann ist, eben auch vor dem Hintergund der frühen Geschichte der BRD zu beobachten. Viele sog. Ex-Nazis waren in der Bundesregierung, in Länderparlamenten und der öffentl. Verwaltung tätig.
Haben sie sich gebessert?
Ich weiss es nicht.
Man hätte vielleicht Italienern importieren sollen, die nicht nur die Mülltonnen lehren, sondern auch die politischen Ämter bekleiden, bis Deutschlands nächste generation a´n den Start hätte gehen können…

Es ist eben die große Frage, ob ALLE SA-Mitglieder damals
schon einschätzen konnten, wie man deren taten im Jahre 2004
beurteilen werden wird…

Naja, in einem Verein Mitglied zu sein dessen Aufgaben unter
anderem darin bestand Juden,
Sozialdemokraten und Kommunisten zu terrorisieren, heisst
doch, dass man zumindest elementare
Grundsätze des menschlichen Zusammenlebens nicht verinnerlicht
hat.
Und jemand der nur aus politischem Kalkül beigetreten ist, der
ist in meinen Augen noch
verabscheuungswürdiger.

Aus heutiger Sicht gebe ich Dir Recht.
Was die Ledute damals veranlasst hat, war sicherlich nicht angeborener Judenhass, sondern Karrieredenken.
Wer heute der PDS beitritt, ist doch nicht besser. Nopch heute gibt es auf deutschem Boden eine Partei, die ein regime von Massenmördern vertereten hat.
Man hat eben akzeptiert, dass so etwas in einer Demokratie passieren kann.

Das passt mir nicht, ich trage diese Verantwortung so nicht
und nehme sie so auch nicht an.
Ich trage als Deutscher verstärkt Verantwortung dafür, dass
ein Regime wie das der NSDAP auf deutschem Boden sowie nach
Möglichkeit auch sonstwo auf dieser Welt nicht noch einmal an
die Macht kommen kann.

Guter Ansatz, weiter so.

Ich trage keineswegs die Verantwortung für deutsche
Kriegsverbrechen. Ich trage bedingt Verantwortung für deren
Wiedergutmachung, die allerdings schon längst vom Tisch ist.
Was heute noch bezahlt wird, ist politisches Schweigegeld.

Naja, naja, naja. Wenn hier ehemalige Zwangsarbeiter nach 60
Jahren 3000 Euro bekommen,
dann ist dass ein Witz, aber keine Wiedergutmachung.
Eigentlich ist es sogar eine Frechheit!

Ich empfehle die Umleitung der Zahlungen an Israel. Die Jungs könnten dann alle einen Mercedes fahren.

Da ich 1972 geboren bin, als der 2. Weltkrieg ziemlich genau
27,5 Jahre und somit eine Generation lang vorbei war, sehe ich
meine Verpflichtung hier in der Zukunft, nicht in der
Vergangenheit.

Aus der Geschichte lernen, heisst die Devise. Dazu gehört als
wesentlicher Bestandteil das sich
erinnern.

Ich kann mich nicht an den 2. WK erinnern, da ich damals noch nicht gelebt habe.
Meine Erinnerung beginnt mehr oder weniger in 1978, als ich eingeschult wurde…
Damals war Ölkriese.

Ich will diese Menschen nicht abhaken.
Nur habe ich sie nicht ins KZ geschickt.
Mein Freund David J. O. aus England hat Dresden nicht
bombardiert. Mein Freund Martin aus Prag hat nicht unter dem
Schutz der Benes-Dedkrete 1000e Deutsche vertrieben.
Unsere Aufgabe liegt also nicht darin, Schulden von vor 60
Jahren zu bezahlen, sondern eine gemeinsame Zukunft in Europa
aufzubauen. Und das geht nur, wenn man loslässt und den
Respekt vor der Geschichte aber eben auch vor Gegenwart und
Zukunft dabei nicht verliert.

Na gut.
Übrigens gehen, im Gegensatz zu den britischen Luftangriffen,
die Benes-Dekrete meiner Ansicht
nach voll in Ordnung. Und das sage ich obwohl meine
Grosseltern und mein Vater darunter gelitten
haben.

Das kann ich keinesfalls akzeptieren. Ohne Rücknahme aller Benes-Dekrete hätte ich als deutscher Kanzler den EU Beitritt der Tschechischen Republik knallhart mit Veto blockiert.

Deutschland ist nach dieser Scheisse die es da fabriziert hat
so gut weggekommen, dass einem die
Worte fehlen.

Ich würde es eher so formulieren: Deutschland hat einen krieg angezettelt und verloren. Die Siegermächte haben sich generell mehr als fair verhalten.
Unser zusätzliches Glück war, dass die USA eine Speerspitze gegenüber den Ostblockstaaten benötigten. So wurde hier schnell wiederaufgebaut und gewaltig investiert.

Die Polen z.B., die nix für irgendetwas konnten, wurden platt
gemacht, zu hunderttausenden ins KZ
gesteckt und nach Kriegsende von den Sovjets geschluckt.

Die Geschichte Polens ist in der Tat sehr bewegt…

Und die Deutschen heulen rum weil sie aus Schlesien vertrieben
wurden. Dies Gejammere ist zum
Kotzen, aber ein anderes Thema.

Vor dem Hintergrund kann man natürlich fast jedes völkerrechtliche Verbrechen relativieren. Auch ich bin kein Fan der Vertriebenenverbände, bei denen sich leider nur allzuoft um Altnazibiertrinkvereinigungen handelt.
Allerdings ist es wichtig, dass alle Beteiligten ihre Mitschuld an dem Debakel anerkennen, um eine neue Basis entwickeln zu können.
Dabei hilft es oft ungemein, mit einem englischen freund nach Dresden zu fahren und bei einer ersten Stadtrundfahrt kein Wort zu verlieren.

Grüße,

Mathias

Lass stecken Wolfgang

Geil: von Benes lernen, heißt richtige Integrationspolitik
lernen!

Das habe ich nicht gesagt. Ich meinte nur, dass ich sie unter damaligen Gesichtspunkten
nachvollziehen kann. Die Deutschen sind sogar noch gut weggekommen dabei.

Na, Du hast aber voll die Peilung, was die gutmenschliche
Integrationspolitik Polens ab 1919 anbetrifft.

Ist es Die entgangen, dass sich die Diskussion um die Zeit nach Kriegsausbruch handelt?

Gruss
Tom

Nationaler Selbsthaß
Hallo Tom,

ich wünsche Dir ganzganz viel geistige Frische, denn die wirst Du brauchen.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Nachvollziehung feindlicher Aktionen

Ich meinte nur, dass ich sie unter
damaligen Gesichtspunkten
nachvollziehen kann.

Jaja, unter den damaligen Gesichtspunkten könnte man so manches nachvollziehen

Die Deutschen sind sogar noch gut
weggekommen dabei.

Ja, und die ganz wenigen Millionen Todesopfer waren schließlich nur Deutsche Siedler und keine slawischen oder jüdischen Wertmenschen.

Ist es Die entgangen, dass sich die Diskussion um die Zeit
nach Kriegsausbruch handelt?

Inwiefern ist die polnische Integrationspolitik vor, und inwiefern die senach Kriegsausbruch Vorbild für die in der BRD zu treibende Integrationspolitik?

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Danke für die Sachliche Diskussion owt

Ja, und die ganz wenigen Millionen Todesopfer waren
schließlich nur Deutsche Siedler und keine slawischen oder
jüdischen Wertmenschen.

Hör mal Wolfgang:

Erstens fab es keine zig Millionen Deutsche Todesopfer unter Zivilisten und
zweitens haben die Deutschen den Krieg angefangen!

Was soll das?
Hey, wir zetteln mal eben einen Genozid an, bringen 20 Mio Russen um, zerstören die halbe Welt.
Aber bitte, bitte behandelt uns fair falls ihr gewinnen solltet.

Die Deutschen, und das ist kein Selbsthass, haben den Tod von Millionen Menschen zu
verantworten und dafür ordentlich die Fresse vollbekommen. Und das ist auch gut so.

Tom