Hallo Gemeinde,
neulich in der Schule haben wir (ich und zwei Baptisten)uns über „schwul“ unterhalten und ja… die haben gesagt das ist eklig und bla.Ich wurde zwar auch , mehr oder weniger, konservativ erzogen aber, ich mein jedem das seine…
Aber dann hab ich mich gefragt ob i-was über Schwule in der Bibel steht.
Weiß darüber jemand was?
[…] auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen.
Aber dann hab ich mich gefragt ob i-was über Schwule in der
Bibel steht.
Weiß darüber jemand was?
Es gibt im wesendlichen 4 Stellen in der Bibel, welche dieses Thema aufgreifen.
Leviticus 18.22 „Und bei einem Manne sollst du nicht liegen, wie man bei einem Weibe liegt: es ist ein Greuel.“
Leviticus 20.13 „Und wenn ein Mann bei einem Manne liegt, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide einen Greuel verübt; sie sollen gewisslich getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen.“
Römer 1.26-29
_„Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn sowohl ihre Weiber haben den natürlichen Gebrauch in den unnatürlichen verwandelt, als auch gleicherweise die Männer, den natürlichen Gebrauch des Weibes verlassend, in ihrer Wollust zueinander entbrannt sind, indem sie Männer mit Männern Schande trieben und den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfingen.“
Korinther 6.9
„Oder wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben(*1), noch Knabenschänder(*1),…“
*1
Das jüdische Neue Testament von David H. Stern (Hänssler, Stuttgart 1994) übersetzt an dieser Stelle die aktiv oder passiv an homosexuellen Handlungen teilnehmen, …"
Die gleichgeschlechtliche Liebe, wird in der biblischen Zeit, geprägt durch die griechische Philosophie und Praxis, als „Knabenliebe“ bezeichnet.
hier habe ich noch eine Stelle für dich, nämlich 1 Mo 19,5:
„Sie riefen nach Lot und fragten ihn: Wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Heraus mit ihnen, wir wollen mit ihnen verkehren.“
Lot rückt die Männer zwar nicht raus, bietet denen, die da vor seiner Tür stehen, aber seine Frau und seine Tochter an (!!!). Das wollen die Eindringlinge aber nicht. Die wollen schon ein paar knackige junge Männer sehen.
Nun ja, Gott hat sich dann entschlossen, Sodom und Gomorrha zu zerstören.
hier habe ich noch eine Stelle für dich, nämlich 1 Mo 19,5:
Neugier Wo wird denn hier Homosexualität thematisiert ?
Und dann habe ich noch eine Anmerkung für dich.
ich mein jedem das seine…
Das hier solltest du für alle Zeiten aus deinem aktiven
Wortschatz streichen.
Das halte ich für maßlos Übertrieben und absolut verhältnislos. Denn dieser Satz hat keinen nationalsozialistischen Ursprung.
"Zum Schlagwort ist Jedem das Seine! dadurch geworden, daß der (übrigens in einem Dorf bei Skopje geborene) oströmische Kaiser Justinian das Suum cuique! seinen fünfzig Bücher umfassenden Pandekten von 533 u. Z. als Rechts- und Gerechtigkeitsprinzip zu Grunde legen ließ.
[…]
"Um noch einmal auf das Skandalon in der Verwendungsgeschichte von Jedem das Seine! zurückzukommen: Der Mißbrauch eines Schlagwortes hebt dessen künftige Brauchbarkeit nicht auf ; eher umgekehrt, denn eine unbrauchbare Formel kann gar nicht mißbraucht werden. Freilich setzt der weitere Gebrauch eines inzwischen mißbrauchten Schlagwortes eine Sensibilität voraus, die man zumindest von denjenigen wird erwarten dürfen, deren Beruf im Umgang mit Worten und deren Bedeutung besteht.
" Jedem das Seine , lateinisch suum cuique , ist einer der klassischen Grundsätze des Rechts. In der lateinischen Version ist die Redewendung die Ordensdevise des von Friedrich I. gestifteten Schwarzen Adlerordens und davon abgeleitet auch das Motto der Feldjägertruppe der deutschen Bundeswehr."
Der vernünftige und sachliche Gebrauch der Sprache hebt solcherlei „Selbstzensur“ in jedem Falle auf. Ich kann bei Eduard nur erkennen, das er das suum cuique gemäßt dem ursprünglichen Gerechtigkeitsprinzip verwendet hat. (Kontext = Jeder soll glücklich werden ob homosexuell oder nicht)
Wir sollten der NS Propaganda nicht noch ein halbes Jahrhundert nach der Niederlage solche Siege beschehren.
Das hier solltest du für alle Zeiten aus deinem aktiven
Wortschatz streichen.
Das halte ich für maßlos Übertrieben und absolut
verhältnislos. Denn dieser Satz hat keinen
nationalsozialistischen Ursprung.
…
Wir sollten der NS Propaganda nicht noch ein halbes
Jahrhundert nach der Niederlage solche Siege bescheren.
Natürlich sollten wir das nicht, da hast du recht. Aber bestimmte Begriffe werden immer ihren eigenen Kontext mittransportieren, ob wir es nun wollen oder nicht. Das gilt nicht nur für o. e. Zitat, sondern auch für z. B. „Endlösung“.
Viele Grüße
Voltaire
Wir sollten der NS Propaganda nicht noch ein halbes
Jahrhundert nach der Niederlage solche Siege bescheren.
Natürlich sollten wir das nicht, da hast du recht. Aber
bestimmte Begriffe werden immer ihren eigenen Kontext
mittransportieren, ob wir es nun wollen oder nicht. Das gilt
nicht nur für o. e. Zitat, sondern auch für z. B. „Endlösung“.
Also ich kann das Suum cuique bei allerbesten Willen nicht auf eine Stufe mit einem Begriff wie „Endlösung“ oder auch „Arbeit macht frei“.
Dies sind reine Erfindungen der NS Propaganda. Und das trifft beim Suum cuique eben nicht zu. Hier muß man ganz einfach berücksichtigen, das dieses jahrhunderte alte und bekannte Motto mißbraucht wurde.
Sicher ist richtig, das Assoziation mit dem Mißbrauch nicht ausbleiben oder auszuschließen sind, aber das sollte man in Kauf nehmen, wenn man der NS Ideologie nicht noch nachträglich Siege bereiten will.
Und ich meine solange man im sprachlichen Umgang den eigentlichen Kontext als juristisches Gleicheitsprinzip erkennen kann bzw. generell verantwortungsvoll mit Sprache umgeht, gibt es kein Tabu im Sprachgebrauch.
na, dass das Zitat bzw. der Rechtsgrundsatz auf das antike Griechenland zurückgeht und von den Nazis lediglich aufgegriffen wurde, so dass ich keinen Grund sehe, den Ausspruch „Jedem das Seine“ heute nicht mehr zu verwenden, denn wenn ich jeden Begriff, den die Nazis gebraucht (nicht geschaffen) haben, aus meinem Wortschatz streichen will, muss ich erstens viel Zeit damit verbringen, festzustellen, ob das Wort, das ich gerne benutzen will, nicht irgendwo auch im dritten Reiche benutzt worden ist und zweitens gebe ich meiner Meinung nach damit den Nazis mehr Einfluss auf mein Leben, als ich es je möchte.
Lot rückt die Männer zwar nicht raus, bietet denen, die da vor
seiner Tür stehen, aber seine Frau und seine Tochter an (!!!).
seine Frau hat er nicht angeboten.
„Siehe, ich habe zwei Töchter, die wissen noch von keinem Manne; die will ich herausgeben unter euch“ (1 Mo 19,8)
Nun ja, Gott hat sich dann entschlossen, Sodom und Gomorrha zu
zerstören.
Der Entschluß stand aber schon vorher fest:
"Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben. " (1 Mo 18,26)
Na, das Zitat hat aber 'n paar Jährchen mehr aufm Buckel als
du ihm zuschreibst.
Mir ging es hier nicht um die erste Verwendung besagten Zitates, sondern um die Verwendung, die der Grund ist, es aus seinem aktiven Wortschatz zu streichen.
Du beziehst dich hier auf die Antike, aber wenn ich mich auf die Vergangenheit beziehe, dann sind 70 Jahre schon zu lang? Ein ungleicher Maßstab.
Man kann’s auch ein bisschen erzwingen, findest du nicht?
Natürlich kann jeder besagtes Zitat benutzen, wie es ihm beliebt. Ich bilde mir dann nur recht schnell ein entsprechendes Urteil über besagte Person. Damit bin ich auch sicher nicht die Einzige.
So etwas, so meine Meinung, sollte dem TE bewusst sein. Er ist noch Schüler, hat vielleicht noch nicht darüber nachgedacht. Daher an meiner Stelle diese Warnung.
Es steht natürlich jedem frei, sich als jemand zu outen, den die Gefühle anderer Menschen nicht wirklich interessieren.
Danke für den Hinweis. Ich bemühe mich auch, Sprache „gewaltfrei“ zu halten.
Weitere Kandidaten: „Den inneren Schweinehund überwinden“, „Den letzten beißen die Hunde“ (den letzten Soldaten, der nicht nach vorne geht, beißend die SS-ler",
Das mit dem Zitat scheint grade so eine Krankheit zu sein.
Kein Mensch weiß, dass die Nazis es überhaupt benutzt haben, erst seit es jemand hier vor ein paar Wochen erwähnt hat, geht es plötzlich rum und eine Hexenjagt auf den Spruch hat begonnen.
Ich finde das unendlich albern, es ist genauso sinnvoll, wie das Patent auf den Spruch „Bin ich schon drin, oder was?“ - und DER war origineller!
nein, es gibt keinen Grund ihn aus dem Wortschatz zu streichen. Es ist ein absolut genereller Satz mit keiner eindeutigen historischen oder ethischen Indikation. Was für andere Dinge („Endlösung“ etc.) nicht gilt.
Demnächst dürfen wir auch nichtmehr „Wohlsein“ sagen, oder „Mahlzeit“, oder „Kohlroulade“, weil die Nazis die Wörter ja auch benutzt haben.
Die Nazis können mich mal, dass das Braune Pack nicht weit genug denken kann, zeigt der Satz doch.
„Jedem das seine“ ist nämlich absolut multikulturell verständlich - jeder darf so sein, wie er oder sie will.
Damit schießen sich die Nazis selbst ins Bein.
Wir sind hier erwachsene Leute und sollten uns so verhalten, anstatt vor Schreckgespenstern die Augen zu zumachen. Sonst landen wir wieder in den 60ern, wo man über all das nicht sprechen durfte.
Mir ging es hier nicht um die erste Verwendung besagten
Zitates, sondern um die Verwendung, die der Grund ist, es
aus seinem aktiven Wortschatz zu streichen.
muß man deswegen unbedingt die Sprache neu erfinden?
In Indien wird das Hakenkreuz schon seit Jahrtausenden als Symbol benutzt, sollte es nur deswegen verboten werden, weil ein Dikator das mal 12 Jahre lang auch benutzt hat?
Ich bilde mir dann nur recht schnell ein
entsprechendes Urteil über besagte Person.
Das nennt sich dann Vorurteil. Ich kannte bisher die Verwendung diese Zitates nicht in dem von dir genannten Zusammenhang.
Es steht natürlich jedem frei, sich als jemand zu outen, den
die Gefühle anderer Menschen nicht wirklich interessieren.
In Indien wird das Hakenkreuz schon seit Jahrtausenden als
Symbol benutzt, sollte es nur deswegen verboten werden, weil
ein Dikator das mal 12 Jahre lang auch benutzt hat?