Das Einverständnis von Harald voraussetzend (okay, Harald?), möchte ich hier einen neuen Faden anleiern. In Kurzform lautet meine Frage:
Wie kann etwas sein, das nicht bereits im Schöpfungsakt angelegt war?
Harald antwortete darauf (sehr stark gekürzt):
[…]
Bis hierher war die Schöpfung aber noch intakt.
Es gab keine Krankheiten und keinen Alterungsprozess.
Dann kam es zum Sündenfall.
Hier begann eine Veränderung, der Mensch wurde sterblich.
Und damit kamen auch Krankheiten auf den Menschen zu.
Das ist also von Beginn an nicht so gewesen.
[…]
Ich habe die Frage weiter unten gestellt, im Zusammenhang mit dem Themenkomplex „Ist Homosexualität abnorm, krank, nicht von Gott gewollt“. Aber sie ist schon viel allgemeiner gedacht, und lässt sich möglicherweise noch mehr zuspitzen auf:
Hat Gott den Sündenfall und die aus diesem resultierenden Folgen gewollt?
Mir selbst fallen darauf zunächst zwei mögliche Antworten ein:
- Der Schöpfer und/oder die Schöpfung sind nicht perfekt: Der Sündenfall war nicht gewollt, damit auch die Folgen für den Menschen ungewollt (Krankheit, Tod, Homosexualität, whatever). Dann hatte die Schöpfung offensichtlich so etwas wie einen Bug, eine Schwachstelle, eine „konzeptuelle Sicherheitslücke“, wie man heute vielleicht sagen würde.
- Der Schöpfer und/oder die Schöpfung sind perfekt: Alles was ist, ist so gewollt, nichts was geschieht, widerspricht dem göttlichen Plan; der Sündenfall und seine Konsequenzen waren gewollt.
Ich sollte fairerweise hinzufügen, dass dieses Problem kein persönlich drängendes ist, da ich Atheist bin. Interessant finde ich vor allem die Frage, wie Gläubige dieses Problem sehen.
Michael

