Golf

Hi an alle Golfspieler.

Mich würde interessieren, was Golf in Deutschland so kostet. Kann jeder spielen oder muss man Mitglied sein???

Ich habe wirklich keine Ahnung davon, denke aber, dass Golf etwas für wohlhabendere Leute ist?!

Zuletzt würde mich Eure Meinung interessieren: bei einem 9-Loch-Wettbewerb: ist 12 Versuche Durchschnitt bis zum Einlochen für jemand, der nie einen Golfschläger in der Hand hatte, gut oder definitiv schlecht :smile: ???

-)

Danke…

Hallo!

Es ist wie überall im Leben - es kommt darauf an! Die Regel ist, dass man irgendwo Mitglied ist. Wenn man den Sport ernsthaft betreiben will, kommt man kaum daran vorbei. In dem Fall kann man mit jährlichen Kosten für eine Mitgliedschaft ab 1000 Euro rechnen. Es geht auch günstiger, als Mitglied der VCG, was aber den Nachteil hat, dass man für jede Runde extra zahlt. Im Schnitt sind das 30 - 50 Euro.

Am Anfang kann man sich aber durchaus eine Golfanlage suchen, die öffentlich oder halböffentlich ist. Man kann dann eine interne Platzerlaubnisprüfung ablegen und kann dann dort seine Runden spielen. Kleinere Plätze mit kurzen Löchern und nur 6 - 9 Bahnen können dann so ab 15 - 20 Euro bespielt werden. Will man aber Turniere spielen und eine echte Vorgabe bekommen, führt kein Weg an einer Mitgliedschaft vorbei.

Für die Platzerlaubnis braucht man gewisse Fertigkeiten, die man entweder im Gruppenunterricht, Einzelunterricht oder autodidaktisch erwerben kann. Realistisch ist ein Gruppenunterricht in einer Kleingruppe. Große Gruppen sind schwer zu finden, Einzelunterricht geht natürlich am einfachsten, ist aber am teuersten. Autodidaktisch würde ich es nicht empfehlen, eine gewisse Grundlage sollte vorhanden sein, ehe man allein weiterübt.

Am besten suchst Du Dir 3 Gleichgesinnte und ihr bucht den Trainer vielleicht dreimal pro Woche für eine Stunde und übt dazwischen eigenständig. Der Trainer ist nicht billig, ich hatte schon länger keinen mehr, ich denke mal, er kostet ähnlich viel wie ein Fahrlehrer. Nach einer gewissen Grundausbildung (Platzreife) kann man aber die Trainerstunden herunterschrauben. Später geht es auch ohne.

Golfschläger sind in den letzten Jahren preislich ziemlich stabil geblieben. Man kann gut mit einem gebrauchten Satz (Ebay o.ä.) anfangen. Ein halber Satz tut es am Anfang auch. Wer es exklusiv mag, kann aber auch 14 Schläger der neuesten Bauart anschaffen und dafür ein paar Tausender auf den Tisch legen. Ähnlich sieht es mit Tasche, Bällen, Caddiewagen u.ä. aus. Für die erste Trainingsstunde braucht man noch keine eigenen Schläger. Golflehrer stellen sie einem gern zur Verfügung. Das bewahrt auch vor totalen Fehlkäufen. Nicht jeder Schläger passt zu jedem Spieler.

Wer also wenig Geld hat, leiht zuerst einen Schläger aus, kauft später einen Gebrauchtsatz mit 5 Jahren auf dem Buckel, lässt sich von seinem Freund die Technik erklären, sucht eine günstige öffentliche Golfanlage oder einen billigen Club in der Pampa und kann Golf zu einem Preis spielen, der nicht höher ist, als ein gutes Fitness-Studio.

Wer zuviel Geld hat, meldet sich im Promi-Club einer Großstadt an, bucht zahlreiche Einzelstunden beim Head-Pro (Chefgolflehrer), kauft einen exklusiven Schlägersatz und Zubehör mit allem Schnickschnack, bucht Golfreisen um die ganze Welt und wird ein Vermögen los.

Und dazwischen ist ein breites Feld. Ein Normalverdiener, der unbedingt Golf spielen will, schafft das auch. Ein Hartz IV Empfänger braucht schon einen guten Kumpel, der ihm die Grundlagen zeigt und ihm seinen alten Schlägersatz vererbt. Er sollte sich dann mit Crossgolf anfreunden. Aber dann ist es auch für ihn möglich. Wenn er nicht raucht und kein Auto unterhalten will, kann er gelegentlich auch mal auf einem richtigen Platz spielen. Es gibt zu wenig nachgefragten Zeiten auch schon mal Sonderpreise.

12 Versuche Durchschnitt? Du meinst, Du hast für 9 Löcher 108 Schläge gebraucht? Wie gut das ist, hängt vom Platz ab. 9 Loch-Plätze können sehr kurz sein und ein Par von 27 aufweisen. Ein großer, schwieriger Platz hat aber für 9 Löcher ein Par von 36 und mehr.

Das Problem ist aber, normalerweise kommt niemand, der noch nie Golf gespielt hat, in Deutschland auf einen Golfplatz. Es fehlen also Vergleichswerte. Meine erste Runde nach einwöchigem Schnupperkurs und vor einer Platzreifeprüfung lag so bei ca. 170 Schlägen für 18 Löcher. Bei einem Par von 70. Wieviel Schläge das wohl ohne den Schnupperkurs gewesen wären?? Keine Ahnung.

Grundsätzlich ist es so, dass Par 3 Löcher von Anfängern noch relativ gut zu bewältigen sind. Eine 5 oder 6 ist dann nicht ungewöhnlich. Par 5 Löcher sind dagegen eine Katastrophe. Da wird es schnell zweistellig mit dem Score und eine 12 ist keine Besonderheit. Das kehrt sich aber radikal um, wenn man erst einmal in den Bereich eines recht guten Handicaps kommt.

Ich würde mal sagen, Deine Leistung ist im Normalbereich, aber es hängt auch stark von der Art des Platzes ab.

Viele Grüße

Anne

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Hallo Anne.

Wenn auch etwas spät. Vielen Dank für Deine super ausführliche Antwort!!!

Gruß
snej

Hallo snej,

und? Was wirst Du machen? Golfer werden oder doch lieber nicht? :wink:

Gruß

Anne

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