Hallo nochmal,
Würde Gott irgendeine Handlung auf Erden prinzipiell nicht
passen könnte er sie einfach unterbinden. Er ist ja
allmächtig. Also kann man ihm doch zumindest eine Duldung der
Geschehenisse vorwerfen.
Man kann ihm die Duldung der Geschehnisse vorwerfen, schon richtig. Aber was man kann ihn, was ich für sinnvoller halte, dafür auch loben.
Gott hat ja versprochen sich nicht weiter in unser Leben einzumischen. Das war, nachdem Noah mit Arche und Familie an Land angelegt hat:
"Dr Herr roch den besänftigenden Duft des Opfers und sagte zu sic selbst: 'Ich will die Erde nicht noch einmal bestrafen, nur weil die Menschen so schlecht sind! Alles, was aus ihren Herzen kommt, ihr ganzes Denken und Planen, ist nun einmal böse von Jugend auf. Ich will nicht mehr alles Leben auf der Erde vernichten, wie ich es getan habe.
Von Jetzt an gilt,
solange die Erde besteht:
Nie werden aufhören Saat und Ernte,
Frost und Hitze,
Sommer und Winter,
Tag und Nacht."
(1. Mose, Kapitel 8, Verse 21 bis 22)
Gott hat ja versprochen sich rauszuhalten, uns nicht weiter zu bestrafen, wenn wir was falsches tun. Klar hätte Gott den zweiten Weltkrieg verhindern können. Und auch jeden anderen. Und auch jedes Verbrechen, was derzeit verübt wird.
Aber wenn er das tun würde, könnte man dann unser dasein noch als Leben bezeichnen. Dann wären wir Marionetten unter seiner Fuchtel. Keine eigenen Entscheidungen, kein eigener Wille. Würde man so einen Gott als gnädig bezeichnen? Würde man dann Gott nicht genau das Gegenteil vorwerfen? Jegliche Entscheidungsfreiheit zu unterbinden und uns zu Sklaven zu machen? Wäre Gott nicht ein grausamer Tyrann, wenn wir nur tun dürften, was ihm in den Kram passt?
Der zweite Weltkrieg war mit Sicherheit eines der schlimmsten Kapitel der menschlichen Historie (wenn nicht das schlimmste).
Grausame Taten wurden vollbracht, Menschen wurden gequält und geschlachtet.
ABer Gott trägt nicht die Schuld der Täter auf seinem Rücken. Die Schuld die die Menschen damals auf sich genommen haben, kann man nicht auf Gott umwälzen.
Ich versichere Dir, Gott hat alle Greultaten gesehen und für jeden Menschen der gelitten hat, hat Got bitterlich geweint undwahrscheinlich weint er heute noch. Wenn er nicht schon wieder weint vor Trauer um die Kinder, die er in Israel und anderen Ländern verliert.
Während der Zeit des zweiten Weltkrieges war Gott bestimmt nicht untätig. Er hat zwar nicht das deutsche Heer niedergesreckt und auch nicht alle Juden gerettet. Aber er hat auch nicht einfach nur geschwiegen. Und manch einer beschwört heute noch, er wurde von Gott berührt, als seine Flucht aus dem KZ gelang oder ihn der Feind in einer Sekunde der Gnade nicht erschossen hat.
Wer Gott nicht sehen will und seine Wunder nicht eleben will, den lässt Gott in Ruhe. Wer Gott nicht sehen will, der wird auch seine Wunder im zweiten Weltkrieg nicht entdecken.
Du wirst mir jetzt wahrscheinlich in vielen Punkten widersprechen und wir können lange diskutieren, wozu ich bereit bin und wozu dieses brett hier irgendwo auch da ist. Aber ich bitte dich, dass du bevor du deine Antwort schreibst, mal unter dem Stichwort Theodizeefrage im Archiv stöberst. Wenn ich mich nicht irre, dann müsstest Du dort ein paar passende Artikel finden.
Grüße,
Zwergenbrot