Gottes Werk und Teufels Beitrag

Kann mir mal einer verraten, inwiefern sich das Vorgehen der Auerbacher Schulschwestern vom Fanatismus der religiösen Führer im Iran z.B. unterscheidet?

Bitte lest euch mal diesen Bericht der SZ durch:
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel93395.php

und sagt mir dann, ob ich vollkommen falsch liege mit meiner Meinung, dass Religionen (egal welche) die Menschen verblenden und verdummen.

Ich möchte niemandem in seinem/ihrem Glauben zu nahe treten, aber für so etwas fehlt mir das Verständnis.

Gruß
Uschi

Hallo Uschi,

und sagt mir dann, ob ich vollkommen falsch liege mit meiner
Meinung, dass Religionen (egal welche) die Menschen verblenden
und verdummen.

ich bin eigentlich nicht der Richtige, um dein Posting zu beantworten (weil ich selbst nicht religiös bin), aber mit diesem letzten Satz gehst du meine Erachtens ein wenig zu weit.
Zwar hat Religion oft auch etwas mit Machtausübung zu tun und ist auch oft antisexuell eingestellt, aber das ist keineswegs zwingend.

Was ich also eigentlich nur sagen wollte: Es gibt durchaus gute Gründe für religiöse Einstellungen.

Ich möchte niemandem in seinem/ihrem Glauben zu nahe treten,
aber für so etwas fehlt mir das Verständnis.

Zu Recht.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hi,

ich bin völlig deiner Meinung. Was die Schwestern da abziehen ist für intelligente aufgeklärte Menschen völlig … mir fehlen eigentlich die Worte dafür.
Für mich hat Glauben schon eine ganze Menge kaputt gemacht - der Glaubenskrieg im Nahen Osten ist nur das krasseste Beispiel dafür.
Ich selbst halte mich eher für einen Atheisten - mit solchen Gedankenwelten kann ich absolut nichts anfangen.

Naja - ich schweife ab.
Also, ich wollte nur meine Meinung kund tun…

Marcus

Hallo Uschi,

Ich möchte niemandem in seinem/ihrem Glauben zu nahe treten,
aber für so etwas fehlt mir das Verständnis.

mir auch.

Dass konfessionell geführte Bildungseinrichtungen konfessionelle Inhalte vermitteln ist für mich OK. In einer Koranschule wird schließlich auch nicht die Geschichte der feministischen Bewegung oder die Fahrtheorie für den LKW-Führerschein gelehrt.

Seltsam finde ich nur dass solche Einrichtungen staatliche Schulabschlüsse (hier: Mittlere Reife) zertifizieren dürfen. Ohne dass (mindestens) jährlich eine Neuüberprüfung der dafür notwendigen Voraussetzungen erfolgt.

Was sind staatliche Schulabschlüsse denn noch wert, wenn solche „Aussetzer“ der Aufsichtsbehörden vorkommen UND bei deren Bekanntwerden kein sofortiges Untersuchungsverfahren eingeleitet wird?

Einhergehend mit einer einstweiligen Verbot staatliche Abschlusszeugnisse auszustellen.

Gruß,

Guido Strunck

Guten Morgen Uschi,
eigentlich kann ich Deinen Beitrag durchaus nachvollziehen und er stimmt fast ganz mit meiner Meinung überein. Allerdings möchte ich gern in Deinen Kernsatz einige Wörtchen einfügen:
und sagt mir dann, ob ich vollkommen falsch liege mit meiner
Meinung, dass Religionen (egal welche)
geeignet sind und oft dazu benutzt werden die Menschen zu verblenden und zu verdummen.
Nicht alle religiösen Menschen haben nämlich Scheuklappen an und nehmen die Welt nur selektiv wahr.
Allerdings gebe ich Dir darin recht, dass Toleranz- und Kritikfähigkeit an der eigenen religiösen Überzeugung eine äußerst seltene Einstellung ist.
Leider trifft das aber auch auf viele areligiöse Menschen oder Atheisten zu, nur dass es da nicht so verheerende Auswirkungen hat.

Im Zusammenhang mit dem von Dir zitierten Link erhebt sich allerdings die Frage, inwieweit intolerante Lehrer ihren Schülern jene religiöse Toleranz vermitteln können, die für unsere immer enger zusammenrückende Welt notwendig ist und ohne die wir auch in Zukunft nicht mehr in Frieden mit unseren Nachbarn leben können, wenn der Nachbar durchaus einen von unserem völlig verschiedenen kulturellen Hintergrund hat.
Respekt (nicht kritiklose Übernahme) und Achtung vor der Überzeugung des anderen wird immer mehr zum Überlebensfaktor in unserer Welt werden.

Gruß
Eckard.

Hallo Thomas,

und sagt mir dann, ob ich vollkommen falsch liege mit meiner
Meinung, dass Religionen (egal welche) die Menschen verblenden
und verdummen.

ich bin eigentlich nicht der Richtige, um dein Posting zu
beantworten (weil ich selbst nicht religiös bin), aber mit
diesem letzten Satz gehst du meine Erachtens ein wenig zu
weit.

Gehe ich da wirklich zu weit? Mit „verblenden“ meine ich z.B. solche Behauptungen:
„Mädchen in kniefreier Kleidung würden von den Schwestern „zum Umziehen“ nach Hause geschickt. Freundschaftliche Umarmungen unter Minderjährigen gelten bei den Ordensfrauen als „unkeusch“. Der Tod eines Mädchens soll von einer Klosterschwester als „gerechte Strafe Gottes“ bezeichnet worden sein. Schüler, die freitags an einem Tanzkurs teilnahmen, seien von den Nonnen mit dem Hinweis, dass Jesus am Freitag gestorben ist, als „Werkzeuge des Satans“ beschimpft worden. Weil einen Tag vor einem Gottesdienst auf dem Auerbacher Platz eine Jugenddisko gefeiert wurde, boykottierten die Schwestern das Pontifikalamt an diesem „entweihten Ort“. Im Unterricht werde Kindern erzählt, dass Handkommunion ungültig und Popmusik schädlich sei. Der Faschingsruf „Helau!“ bedeute in Wirklichkeit „Hölle auf!“ und Harry-Potter-Bücher seien ebenso zu meiden, wie der Umgang mit Protestanten.“ (Zitat aus dem Bericht *grusel*)

Und verdummen heißt für mich jedenfalls hier in diesem Fall, dass Mädchen nichts über Verhütung, Schwangerschaft und Sexualität erfahren dürfen. Hier könnte ich sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass mit so einer Einstellung der Unterdrückung der Frau Vorschub geleistet wird.

Zwar hat Religion oft auch etwas mit Machtausübung zu tun und
ist auch oft antisexuell eingestellt, aber das ist keineswegs
zwingend.

Machtausübung, genau das ist ein weiterer Punkt.

Was ich also eigentlich nur sagen wollte: Es gibt durchaus
gute Gründe für religiöse Einstellungen.

Nenn mir nur einen bitte.

Gruß
Uschi

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Hallo Eckard,

eigentlich kann ich Deinen Beitrag durchaus nachvollziehen und
er stimmt fast ganz mit meiner Meinung überein. Allerdings
möchte ich gern in Deinen Kernsatz einige Wörtchen einfügen:
und sagt mir dann, ob ich vollkommen falsch liege mit
meiner
Meinung, dass Religionen (egal welche)
geeignet sind
und oft dazu benutzt werden
die Menschen zu
verblenden und zu verdummen.

OK, einverstanden, so kann ich das auch unterschreiben.

Nicht alle religiösen Menschen haben nämlich Scheuklappen an
und nehmen die Welt nur selektiv wahr.
Allerdings gebe ich Dir darin recht, dass Toleranz- und
Kritikfähigkeit an der eigenen religiösen Überzeugung eine
äußerst seltene Einstellung ist.
Leider trifft das aber auch auf viele areligiöse Menschen oder
Atheisten zu, nur dass es da nicht so verheerende Auswirkungen
hat.

Das sehe ich ähnlich. Toleranz ist etwas sehr schwieriges, wenn man sie selbst üben soll. Mir fällt das auch nicht immer leicht, aber wenigstens berufe ich mich dabei nicht auf religiös motivierte Moralvorstellungen.

Im Zusammenhang mit dem von Dir zitierten Link erhebt sich
allerdings die Frage, inwieweit intolerante Lehrer ihren
Schülern jene religiöse Toleranz vermitteln können, die für
unsere immer enger zusammenrückende Welt notwendig ist und
ohne die wir auch in Zukunft nicht mehr in Frieden mit unseren
Nachbarn leben können, wenn der Nachbar durchaus einen von
unserem völlig verschiedenen kulturellen Hintergrund hat.
Respekt (nicht kritiklose Übernahme) und Achtung vor der
Überzeugung des anderen wird immer mehr zum Überlebensfaktor
in unserer Welt werden.

Oh ja, das sehe ich genauso. Nur bin ich da leider nicht sehr optimistisch, was eine Veränderung zum Positiven angeht. Ganz im Gegenteil, leider :frowning:

Lieber Gruß
Uschi

Gute Gründe
Hallo Uschi,

Machtausübung, genau das ist ein weiterer Punkt.

nein, das ist nicht ein weiterer Punkt, sondern das ist dieser Punkt.

Was ich also eigentlich nur sagen wollte: Es gibt durchaus
gute Gründe für religiöse Einstellungen.

Nenn mir nur einen bitte.

z. B.
Sicherheitsgefühl
Angstfreiheit
Wirklichkeitserklärung

Zugegeben: alles subjektive Gründe, aber - wie schon mehrfach betont - halte ich diese Gründe deshalb nicht für schlechte Gründe.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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Hallo Thomas,

z. B.
Sicherheitsgefühl
Angstfreiheit
Wirklichkeitserklärung

Zugegeben: alles subjektive Gründe, aber - wie schon mehrfach
betont - halte ich diese Gründe deshalb nicht für schlechte
Gründe.

Sehr subjektiv, ja. Aber wie gesagt, ich will niemanden in seinen religiösen Gefühlen verletzen. Nur nachvollziehen kann ich persönlich keinen dieser Gründe.
Ganz im Gegenteil, ich habe als Kind (ich war katholisch) die Erfahrung gemacht, dass man sich vor Gott und der Hölle fürchten muss, wenn man „sündigt“. Ich weiß noch sehr gut, wie ich mir vor meiner ersten Beichte und der Erstkommunion den Kopf zermartert habe, damit ich nur ja keine meiner „Sünden“ vergesse. Dafür gab es sogar ein kleines Heftchen, in dem genau aufgeführt wurde, was alles unter die Kategorie „Sünde“ fällt. Zu jedem der 10 Gebote musste einem eine Sünde einfallen.
Und genau diese Erinnerungen hatte ich wieder, als ich den Bericht über die Schulschwestern gelesen habe. Viel geändert hat sich wohl nicht…

Gruß
Uschi

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hallo,

Kann mir mal einer verraten, inwiefern sich das Vorgehen der
Auerbacher Schulschwestern vom Fanatismus der religiösen
Führer im Iran z.B. unterscheidet?

wahrscheinlich in dem glücklichen umstand, daß im christentum selbstmord eine sünde ist, und sich deswegen keine auerbacher schwester dynamit um den bauch binden wird, um in einer abtreibungsklinik/moschee/… zu explodieren.

und sagt mir dann, ob ich vollkommen falsch liege mit meiner
Meinung, dass Religionen (egal welche) die Menschen verblenden
und verdummen.

es sind meistens gewitzte figuren, die religion zur eigenen machtausübung instrumentalisieren. dies gelingt besonders, wenn die zielgruppe zum großen teil aus analphabeten besteht (mittelalter, jetzt im islam).

gruß!

gute Gründe für religiöse Einstellungen.

Sicherheitsgefühl
Angstfreiheit
Wirklichkeitserklärung

Hallo, Thomas,

Ich sehe durchaus einen Sinn für Religion darin, dass sie einen grundsätzlichen Kanon ethischer Werte vermittelt. Allerdings befreit dies (soweit ich das beurteilen kann übrigens auch aus christlicher Sicht) den Menschen keinesfalls davon über sein Tun und Lassen selbst nachzudenken, auch und gerade wenn dies die Grenzen der jeweiligen Religion/Weltanschauung sprengt!

Deinen Katalog guter Gründe vermag ich nur mit äußerst starken Einschränkungen zu akzeptieren:

  • Ein Sicherheitsgefühl, das auf weltanschaulichen Überzeugungen gründet, kann ebenso oft trügerisch sein und Fehlhandlungen hervorbringen wie das Fehlen eines solchen.
  • Von Angstfreiheit kann ja wohl kaum die Rede sein, wenn jegliche Abweichung vom „wahren Glauben“ (wie und von wem auch immer der definiert sein mag) mit realen oder fiktiven Sanktionen (von körperlicher Züchtigung über Liebesentzug bis zu ewiger Verdammnis) sanktioniert wird.
  • Die Erklärung der Wirklichkeit aus religiöser Sicht kann immer nur ein eingefärbtes, eingeschränktes Weltbild bieten (z.B. stark zensierte Weitergabe naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, Einschränkungen im zwischenmenschlichen Verhalten - Sexualität zuförderst, Feindbilder usw)

Insgesamt scheint mir die unreflektierte Fixierung auf ein religiöses Weltbild der Intoleranz und der Ignoranz eher Vorschub zu leisten als diese Feinde der menschlichen Fortentwicklung zu begrenzen und zurückzudrängen.

Zudem leistet jede Weltanschauung, jeder -ismus, vor allem eines: den unkontrollierten Machterhalt einiger weniger über viele andere.

Grüße Eckard.

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Nachtrag - Beichtspiegel
das Heftchen hieß „Beichtspiegel“…

Und gerade stelle ich fest, dass es den ja noch immer gibt:
http://www.crosswinds.net/~prhl/beichten.htm

Oh Mann, da werden Erinnerungen wach…

Uschi

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Dicker Hund
Hallo Uschi
Da muß ja einiges vorgefallen sein, wenn sich das Kultusministerium bereits öffentlich kritisch äussert. Normalerweise versuchen die ja, immer schön den Topf auf dem Deckel zu halten.

Fakt ist folgendes: Eingriffe in Schulbücher sind an Staatlichen und staatlich anerkannten Schulen schlichtwegs nicht erlaubt. Man kann nicht einfach staatlich anerkannte Schulbücher zensieren.
Man muß sie zwar nicht benutzen, aber ausgeben.

Der Dickste Brocken in meinen Augen ist die Sache mit den Protestanten, von denen man sich fernhalten solle… das hat wohl beim KuMi wie eine Bombe eingeschlagen.

Zum Thema Religion: Religion wird immer dann gefährlich, wenn sie in Intoleranz ausartet. Besonders schlimm wird es, wenn religiöse personen ihren inneren Halt und ihr Selbstwertgefühl nur an ihrer religiösen Überzeugungen festmachen… Sie leben nur noch für ihre Überzeugungen, und jeder Angriff darauf stellt eine Gefährdung ihres inneren Haltes dar.
Sprich, es handelt sich um charakterlich schwache Menschen, die ihr Selbstwertgefühl aus externen Quellen schöpfen…
Das kann die Religion sein, das können Ideologien sein, oder eine schlichte fixe Idee.
Wie alle Fanatiker jeglicher Coloeur sind diese Leute nicht mehr in der Lage, die Zwischentöne zu sehen. es gibt nur „das Gute“ und „das Böse“.

Intressant in dem Zusammenhang ist, das das Verbreitete Gedankengut sich ziemlich gnostisch anhört… Die möglichen Verbindungen zum Engelwerk wurden ja schon im Artikel erwähnt.

By the way:
Link zum Engelwerk (zwar von der „Konkurrenz“)
http://www.relinfo.ch/coa/info.html

Und alle Fanatiker sollten sich diesen Spruch übers Bett hängen:
Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.

Hallo Eckard,

Ich sehe durchaus einen Sinn für Religion darin, dass sie
einen grundsätzlichen Kanon ethischer Werte vermittelt.

ich meine, dass wir uns hier unterscheiden, denn den Sinn von Religion sehe ich nicht in der Vermittlung von ethischen Werten (allenfalls von moralischen, wenn ich so sagen darf, also von solchen die tradiert werden und nicht begründet). Begründete Werte, also ethische, sind philosophischer Natur. Aber wahrscheinlich wolltest du nicht so streng unterscheiden. Dennoch ist Wertvermittlung kein Wert an sich, denn welcher Natur die Werte sein können , sieht man ja im Fundamentalismus.

Allerdings befreit dies (soweit ich das beurteilen kann
übrigens auch aus christlicher Sicht) den Menschen keinesfalls
davon über sein Tun und Lassen selbst nachzudenken, auch und
gerade wenn dies die Grenzen der jeweiligen
Religion/Weltanschauung sprengt!

Ja, einverstanden. Mir ging es lediglich darum zu sagen, dass nicht jeder in der Lage ist, diesen Sprung zu machen. Für diese Menschen ist die Religion die Grenze ihrer Möglichkeit.

  • Ein Sicherheitsgefühl, das auf weltanschaulichen
    Überzeugungen gründet, kann ebenso oft trügerisch sein und
    Fehlhandlungen hervorbringen wie das Fehlen eines solchen.

In Ordnung, aber man kann sich auch rational täuschen. Es kommt eben doch auf das Denken an, dass sich immer wieder selbst befragt.

  • Von Angstfreiheit kann ja wohl kaum die Rede sein, wenn
    jegliche Abweichung vom „wahren Glauben“ (wie und von wem auch
    immer der definiert sein mag) mit realen oder fiktiven
    Sanktionen (von körperlicher Züchtigung über Liebesentzug bis
    zu ewiger Verdammnis) sanktioniert wird.

Ich sprach wie gesagt nicht von Fanatikern oder Fundamentalisten, sondern von einer Art von Religion, wie sie sein kann , wenn der Machtfaktor nicht dominiert.

  • Die Erklärung der Wirklichkeit aus religiöser Sicht kann
    immer nur ein eingefärbtes, eingeschränktes Weltbild bieten
    (z.B. stark zensierte Weitergabe naturwissenschaftlicher
    Erkenntnisse, Einschränkungen im zwischenmenschlichen
    Verhalten - Sexualität zuförderst, Feindbilder usw)

Hier freilich würde ich einschränken, dass du die Naturwissenschaft und ihre Möglichkeiten überschätzt, aber das wäre ein anderes Thema. Ich meinte eher eine Art induktives Denken, dass nach Ursachen sucht und die nicht zu benennenden Ursachen „Gott“ nennt.

Insgesamt scheint mir die unreflektierte Fixierung auf ein
religiöses Weltbild der Intoleranz und der Ignoranz eher
Vorschub zu leisten als diese Feinde der menschlichen
Fortentwicklung zu begrenzen und zurückzudrängen.

Durchaus einverstanden mit dem Einwand, dass das zwar häufig so ist, aber durchaus nicht immer so sein muss.

Zudem leistet jede Weltanschauung, jeder -ismus, vor allem
eines: den unkontrollierten Machterhalt einiger weniger über
viele andere.

Ja, das kann man so sehen, ich denke nur, dass auch das nicht zwingend ist.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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Bist Du sicher?
Hallo Lehitraot,

wahrscheinlich in dem glücklichen umstand, daß im christentum
selbstmord eine sünde ist,

Ist das ein Unterschied zum Islam? Soweit ich weiß (ich gebe allerdings zu, daß mein Wissen des Islam ziemlich rudimentär ist), ist im Koran der Selbstmord ebenfalls verboten.

Wenn Wahnsinnige wie Bin Laden und ähnliche den jungen, beeinflußbaren Menschen erzählen, ein Selbstmord-Attentat sei von Allah gewollt, muß das nichts mit dem Koran zu tun haben, genau wie auch viele christliche Gruppen mit Aussagen um sich schmeißen, die in der Bibel nicht zu finden sind. Und ich wette, das gilt auch für das Judentum und jede andere kodifizierte Religion.

Gruß Kubi

Hi Thomas!

Sicherheitsgefühl
Angstfreiheit

Wenn der Strauß den Kopf in den Sand steckt fühlt er sich auch sicher, wird aber trotzdem gefressen.
Wenn ich mir mit Drogen die Birne volldröhne…dito.

Wirklichkeitserklärung

Da komm ich nicht mit???

Zugegeben: alles subjektive Gründe, aber - wie schon mehrfach
betont - halte ich diese Gründe deshalb nicht für schlechte
Gründe.

Eh nicht. Sind eh super. Fällt mir, weil gerade aktuell, die TrumanShow ein.

Herzliche Grüße

auch von mir

Armin

Thomas Miller

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Ich möchte niemandem in seinem/ihrem Glauben zu nahe treten,

aber für so etwas fehlt mir das Verständnis.

Wenn die Vorwürfe gegen die Schwestern stimmen, dann fehlt mir auch das Verständnis.

Aber mir fehlt auch das Verständnis, wenn von dem Verhalten von etwa sieben Personen auf eine Glaubensrichtung geschlossen wird, die viele Millionen Menschen umfasst.

Im Namen der Demokratie wurden schon viele Morde begangen, bedeutet das, daß die Demokratie schlecht ist?
In unserem Sozialstaat wurden schon etliche Milliarden veruntreut, heisst das, daß der Sozialstaat schlecht ist?

Ich bin strikt dafür, solche Auswüchse wie beschrieben - wenn wahr, was ja noch nicht festgestellt wurde - zu bekämpfen, aber diese Berichte zur Bewältigung der eigenen Kindheitserinnerung zu verwenden, erscheint mir doch etwas durchsichtig. Oder würdest Du es verstehen, wenn ich auf Grund meiner Kindheit dafür eintreten würde, die Ehescheidung abzuschaffen?

Gruß
Thomas

Hallo Uschi,

ich kannte den Beitrag der SZ bereits und war auch darüber entsetzt.

Wie Lehitraot schon geschrieben hat, sind nicht Religionen an sich, die „gefährlich“ sind, sondern Fanatismen. Leider arten Glaubensrichtungen oft in fanatischen Einstellungen aus.

Nonnen sind m.E. fanatisch. Die meisten von ihnen gehen nicht ins Kloster, weil sie so stark an Gott glauben, dass sie ihm ein Leben lang dienen wollen. Dies ist nur ein Vorwand, ihr Alibi gegenüber sich selbst und anderen. Es handelt sich meistens um Frauen, die ein Problem mit der Gesellschaft, mit den Männern und mit der eigenen (und auch nicht eigenen) Sexualität haben. Was in Auerbach passiert ist, bestätigt nur meine Meinung.

Ciao
Camilla
*dieimgrundekeinereligionhat*

Soziale Konditionierung
Hallo Uschi,

Ganz im Gegenteil, ich habe als Kind (ich war katholisch) die
Erfahrung gemacht, dass man sich vor Gott und der Hölle
fürchten muss, wenn man „sündigt“. Ich weiß noch sehr gut, wie
ich mir vor meiner ersten Beichte und der Erstkommunion den
Kopf zermartert habe, damit ich nur ja keine meiner „Sünden“
vergesse. Dafür gab es sogar ein kleines Heftchen, in dem
genau aufgeführt wurde, was alles unter die Kategorie „Sünde“
fällt. Zu jedem der 10 Gebote musste einem eine Sünde
einfallen.

ein sowohl interessantes als auch erschreckendes Beispiel sozialer Konditionierung. Ginge es nicht um die katholische Kirche sondern um irgendeine kleine Gruppe, so würde (m.E. zurecht) von „gefährlichen Psychomethoden in destruktiven Kulten“ gesprochen.

Aber manche Glaubensgruppen sind nun mal etwas heiliger als andere…

Amen!

Guido Strunck

P.S.: vieles habe ich weitgehend ähnlich erlebt.

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Hallo Thomas,

Wenn die Vorwürfe gegen die Schwestern stimmen, dann fehlt mir
auch das Verständnis.

Dass sie Seiten aus den Biobüchern gerissen haben, wird jedenfalls von niemandem bestritten. Die anderen Behauptungen sind Berichte von Eltern, die jedenfalls für mich nicht unglaubwürdig klingen. Warum sollten Eltern so etwas erfinden?

Aber mir fehlt auch das Verständnis, wenn von dem Verhalten
von etwa sieben Personen auf eine Glaubensrichtung geschlossen
wird, die viele Millionen Menschen umfasst.

Sorry, Thomas, aber ich schließe nicht von 7 Personen auf eine Glaubensrichtung, sondern halte generell nicht viel von Religionen (egal welche).

Im Namen der Demokratie wurden schon viele Morde begangen,
bedeutet das, daß die Demokratie schlecht ist?

Eine Staatsform, in deren Namen Morde begangen werden, ist für mich keine Demokratie und auch kein Rechtsstaat.

In unserem Sozialstaat wurden schon etliche Milliarden
veruntreut, heisst das, daß der Sozialstaat schlecht ist?

Auch dann gilt es, den Sozialstaat zu verbessern.

Ich bin strikt dafür, solche Auswüchse wie beschrieben - wenn
wahr, was ja noch nicht festgestellt wurde - zu bekämpfen,
aber diese Berichte zur Bewältigung der eigenen
Kindheitserinnerung zu verwenden, erscheint mir doch etwas
durchsichtig. Oder würdest Du es verstehen, wenn ich auf Grund
meiner Kindheit dafür eintreten würde, die Ehescheidung
abzuschaffen?

Sorry, Thomas, aber ich muss meine Kindheitserinnerungen bzw. meine Vergangenheit nicht mehr bewältigen. Das Thema Religion im Sinne von institutionalisierter Kirche ist für mich schon lange abgeschlossen. Ganz andere Erfahrungen haben auch noch bei meiner Entscheidung, der Kirche den Rücken zu kehren, mitgewirkt. Und dieser Bericht ist für mich nur ein kleines Mosaiksteinchen im Gesamtbild.

Gruß
Uschi