Gottes Werk und Teufels Beitrag

Da liegst Du richtig!!

wahrscheinlich in dem glücklichen umstand, daß im christentum
selbstmord eine sünde ist,

Ist das ein Unterschied zum Islam? Soweit ich weiß (ich gebe
allerdings zu, daß mein Wissen des Islam ziemlich rudimentär
ist), ist im Koran der Selbstmord ebenfalls verboten.

Hi Kubi,

mit Deiner Vermutung liegst Du richtig, der Selbstmord ist im Koran genauso verboten und eine Sünde wie im Christentum (und bei den Juden soweit ich weis auch). Aber der Prophet läßt Ausnahmen zu, nämlich dann, wenn es um den Heiligen Krieg geht. Aber die Materie ist sehr komplex und auch bei Korangelehrten nicht unumstritten. Die entsprechenden Suren kann ich bei Interesse mal rauskramen.

Gandalf

auch heute gab es wieder eine Nachricht, daß an einer bayrischen Schule eine Lehrerin eigenmächtig sexualkundliche Seiten aus Schulbüchern herausgerissen(!) hat (gerade in euronews gesehen).
Die Seiten entsprächen nicht dem kath. Glauben, habe sie gesagt.
Das interessante: Die Texte waren von einem Gutachter der Kath. Kirche (den gibt es immer bei Lehrbüchern an kath. Schulen) als „unbedenklich und sogar bereichernd“ eingestuft.

Enorme Schwierigkeiten mit der Sexualethik gibt es in vielen Kulturen, die sich an monotheistischen Leitideen orientieren. Das ist seit mindestens 2 Jahrtausenden so. Und fast immer werden sie fanatisiert und borniert und aggressiv ausgetragen. Speziell in der christlichen Kulturgeschichte läßt sich das bis in die Anfänge zurückverfolgen und sie hängen paradoxerweise eng mit der Übernahme gnostischer Dualismen und Analogien (Licht/Findernis → gut/böse → männlich/weiblich) zusammen, gegen die sich das Urchristentum andererseits so fanatisch gewehrt hatte.

Religionshistorisch läßt sich der sehr enge Zusammenhang zwischen Religion & Sexualität bis in die allerältesten Spuren der Vorgeschichte zurückverfolgen und Sexualität unterlag immer schon derselben Ambivalenz (besser: Gleichzeitigkeit) des „Faszinosum/Tremendum“ (ungefähr = „erhaben/schrecklich“) wie alle anderen Sakralen Angelegenheiten auch.

Daß daraus auch heute noch solche (nicht gerade ungefährlichen) Stilblüten gerade im katholischen Raum auftauchen, daran ist der Vatikan nicht ganz unschuldig. Die Quelle liegt in einer bornierten Ignoranz allgemein-religionshistorischer Kenntnisse in der kath. Glaubenslehre und -vermittlung.

Religiöse Erscheinungen sind aus der Kulturgeschichte nicht wegzudenken. Und sie mit psychopathologischen Erscheinungen global zu identifizieren ist ebenso ignorant wie das eben gesagte.

Wenn der konfessionell gebundene Religionsunterricht aus den Schulen endlich ausgelagert würde und stattdessen durch Allgemeine Religions wissenschaft (ein enorm wichtiges Gebiet zum Verständnis jeglicher Kulturgeschichte) ersetzt würde, dann wäre dem Spuk bald eine Ende gesetzt. Und auch dem Auftreten tatsächlich psychopathologischer Fanatismen, die das Ansehen von Religionen bei Menschen, die nicht einem Bekenntnis angehören bzw. sich nicht religiös orientieren, derartig in den Dreck ziehen, wäre eine Kontrollmöglichkeit gesetzt.

Grüße

Metapher

Hallo Uschi,

Ganz im Gegenteil, ich habe als Kind (ich war katholisch) die
Erfahrung gemacht, dass man sich vor Gott und der Hölle
fürchten muss, wenn man „sündigt“.

ich bin zwar evangelisch getauft, war aber als Jugendlicher in einer sog. Freikirche. Die sind katholischer als die Katholiken gewesen. Daher kann ich gut nachvollziehen, wie du zu deiner Ansicht kommst - wahrscheinlich bin ich zu meiner ähnlich gekommen. Aber man darf schlechte Praxis nicht verwechseln mit dem Grundprinzip, das vielen Menschen aus den verschiedensten Gründen eine wirkliche Hilfe ist.

Außerdem kann man - meine ich - sagen, dass alle Religion nur so lange wirkliche Religion ist, wie sie subjektiv ist. Aber das möchte ich Gläubigen eigentlich ungern zumuten.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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Hallo Armin,

Wenn der Strauß den Kopf in den Sand steckt fühlt er sich auch
sicher, wird aber trotzdem gefressen.
Wenn ich mir mit Drogen die Birne volldröhne…dito.

ja, objektiv betrachtet, ist es so, wie du sagst. Ich sprach aber von subjektiven Dingen.

Wirklichkeitserklärung

Da komm ich nicht mit???

Kein Wunder - wenn du den Begriff objektiv nimmst. Aber was ich meinte, ist folgendes: Jeder Mensch fragt nur bis zu einer gewissen Stufe nach, nämlich bis zu der Stufe, die ihm einleuchtend (subjektiv) erscheint. Und es gibt Menschen, die sich die Wirklichkeit mit Hilfe eines göttlichen Grundes erklären.

Eh nicht. Sind eh super. Fällt mir, weil gerade aktuell, die
TrumanShow ein.

Auch die Truman-Show basiert - wie du es ganz richtig siehst - auf der Unterscheidung zwischen subjektivem Erleben und objektivem Sein. Aber nicht jeder erträgt die Bodenlosigkeit der Objektivität - um es pathetisch auszudrücken. Im Grunde ist es nur die Frage danach, an welcher Stelle wir die Suche nach Ursachen abbrechen. Eine tatsächliche Letztbegründung ist äußerst schwierig durchzuführen - und sie interessiert auch nicht jeden.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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Hallo Uschi,

entschuldige dass ich mich hier einmische (ich bin der andere Thomas!), aber was ich sagen möchte, passt hier ganz gut, meine ich.

Sorry, Thomas, aber ich schließe nicht von 7 Personen auf
eine Glaubensrichtung, sondern halte generell nicht
viel von Religionen (egal welche).

Ja genau, Uschi, du generalisierst, und das scheint mir unberechtigt zu sein. Im Grunde tust du damit sogar dasselbe wie die von dir kritisierten Schwestern, wenn auch auf einer anderen Ebene natürlich: Die Schwestern sagen, dass Sexualität in dieser Form aus ihrer Sicht nicht behandelt werden darf und generalisieren, indem sie ihr Erlebnis für alle gelten lassen wollen. Du sagst, Religion in dieser Form sollte nicht stattfinden und generalisierst, indem du gegen alle Religion spricht.

Im Namen der Demokratie wurden schon viele Morde begangen,
bedeutet das, daß die Demokratie schlecht ist?

Eine Staatsform, in deren Namen Morde begangen werden, ist für
mich keine Demokratie und auch kein Rechtsstaat.

Genau, der Name der Demokratie wurde ausgenutzt - und die Schwestern nennen etwas Religion, was gar keine ist.

In unserem Sozialstaat wurden schon etliche Milliarden
veruntreut, heisst das, daß der Sozialstaat schlecht ist?

Auch dann gilt es, den Sozialstaat zu verbessern.

Auch hier hast du Recht: Teilweise Veruntreuung im Sozialstaat darf nicht dazu führen, den Sozialstaat an sich abzuschaffen. Und falsche Handlungen im Namen der Religion dürfen nicht dazu führen, Religion an sich zu verteufeln. (Wie man für sich selbst damit umgeht, ist dann aber wieder eine andere Frage.)

dieser Bericht ist für mich nur ein kleines
Mosaiksteinchen im Gesamtbild.

Ja, ein Mosaiksteinchen im Gesamtbild derartiger Religionsausübung.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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Hi,

hinzu kommt, dass zumindest nach der Sichtweise des Großscheichs Tantauwi von der Kairoer Al-Azahr-Universität Selbstmordattentate nicht dem klassischen Suizid zugerechnet werden, sondern ein Akt des Märtyrertums gegen Feinde darstellen, die von Gott mit den Freuden des Paradieses belohnt werden. Er macht allerdings die kleine Einschränkung, dass sich die Attentate nicht gegen Frauen, Kinder und Alte richten dürften, weswegen der Anschlag auf das WTC nicht erlaubt war.

Gruss
Feanor

Hallo Camilla,

Nonnen sind m.E. fanatisch.

Das kann man in dieser Allgemeinheit wohl nicht sagen. Ich jedenfalls kenne auch sehr tolerante Nonnen.

Die meisten von ihnen gehen nicht
ins Kloster, weil sie so stark an Gott glauben, dass sie ihm
ein Leben lang dienen wollen. Dies ist nur ein Vorwand, ihr
Alibi gegenüber sich selbst und anderen. Es handelt sich
meistens um Frauen, die ein Problem mit der Gesellschaft, mit
den Männern und mit der eigenen (und auch nicht eigenen)
Sexualität haben.

Woher weißt du, dass es die „meisten“ sind, und wieso handelt es sich deiner Ansicht nach „meistens“ um Problem-Frauen? Natürlich gibt es das und vermutlich sogar häufig. Aber das Gegenteil ist auch nicht selten.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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ob echter suizid oder märtyrertod ist eigentlich wirklich egal. nonnen sprengen sich nicht in die luft, juden auch nicht, seien sie noch so ultra und orthodox, buddhistische mönche auch nicht. also is da wohl ein kleiner unterschied.

gruß!

hi metapher,

könntest du kurz die unterschiede zwischen theologie und religionswissenschaft kompetent darlegen? in weiter unten zu findenden threads stießen wir da an.

danke.

Darf ich auch? (Links)
Hallo Lehitraot,

ich hab Links (meine Erklärung unten reichte dir ja nicht):

http://anu.theologie.uni-halle.de/Oek/Bergunder/RW
http://www.payer.de/theologie/theolsys.htm
http://www.os-net.de/~gsg/faecher/wun/artikel_reliwi…
http://www.philosophy.ru/iphras/library/deupaper/LOB…

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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Das Opus Angelorum (OA) verbreitet Irrlehren
Hi,
die Argumentation kommt mir sehr sehr bekannt vor. Vermutlich ist der Hinweis auf das Engelswerk im von Dir zitierten Text zutreffend.

Kann mir mal einer verraten, inwiefern sich das Vorgehen der
Auerbacher Schulschwestern vom Fanatismus der religiösen
Führer im Iran z.B. unterscheidet?

Bitte lest euch mal diesen Bericht der SZ durch:
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel93395.php#

und sagt mir dann, ob ich vollkommen falsch liege mit meiner
Meinung, dass Religionen (egal welche) die Menschen verblenden
und verdummen.

Hier generalisierst du doch etwas. In jeder Religion gibt es Fundamentalisten und Sektierer.

Ich möchte niemandem in seinem/ihrem Glauben zu nahe treten,
aber für so etwas fehlt mir das Verständnis.

Geht mir genauso. Aber wie gesagt, hier scheint eigentlich eine Sekte hinter dem ganzen zu stecken - anders kann man das O.A. nicht nennen. Das O.A. kenne ich aus eigener Erfahrung leider zu gut und möchte mich nicht weiter dazu äussern. Nur soviel: Die Aussagen der Schulschwestern passen genau in das Denkschema dieser extrem (politisch) rechten pseudokatholischen Sekte.

Weitere Infos:
http://www.bistum-trier.de/sekten/kinfos/engel.htm
Hier nennt Heinrich Graf von Soden-Fraunhofen, Weihbischof und Bischofsvikar in der Region Nord des Erzbistums München und Freising „Die Theologie des Engelwerks stellt einen error per expressum (Irrlehre) dar.“ Deutlicher kann man es eigentlich nicht mehr sagen.

Grüsse Rossi

Widerspruch
Hallo,

Wenn der konfessionell gebundene Religionsunterricht aus den
Schulen endlich ausgelagert würde und stattdessen durch
Allgemeine Religions wissenschaft (ein enorm wichtiges
Gebiet zum Verständnis jeglicher Kulturgeschichte)
ersetzt würde, dann wäre dem Spuk bald eine Ende gesetzt.

Definitiv: Nein.
Aus eigener Erfahrung: Freiwilliger Religionsunterricht nach der Schule (z.B. in den Gemeinden) wird gerne auch von den oft besonders engagierten radikalen und fundamentalistischen Gruppen gegeben (z.B. das OA). Auch wenn man das nicht wahrhaben will, diese Gruppen gibt es auch unter dem Deckmantel der christlichen Kirchen (egal welcher Konfession), nicht nur im Islam. Zugang zu öffentlichen Schulen haben diese Gruppen im Moment nur schwer (eben wenn es gelingt einen Lehrer oder Pfarrer umzudrehen). Aber welcher Pfarrer würde schon „nein“ sagen, wenn er dann beim freiwilligen konfessionellen Religionsunterricht von einem seiner „kompetenten Schäfchen“ unterstützt wird? Bemerkt dieser Pfarrer dann überhaupt, was in seiner Gemeinde geschieht? Kann er dann etwas unternehmen?

Und
auch dem Auftreten tatsächlich psychopathologischer
Fanatismen, die das Ansehen von Religionen bei Menschen, die
nicht einem Bekenntnis angehören bzw. sich nicht religiös
orientieren, derartig in den Dreck ziehen, wäre eine
Kontrollmöglichkeit gesetzt.

Nein. Wenn es keinen staatlich kontrollierten Religionsunterricht mehr gibt, fällt genau diese Kontrolle weg.

Dann gibt es zu ähnlichen Vorfällen (wie im Ausgangsposting angesprochen) im dann freiwilligen konfessionellen Religionsunterricht nicht einmal mehr empörte Leserbriefe.

Offen gesagt: Fällt der staatliche konfessionelle Religionsunterricht weg, fürchte ich einen Rückfall in fast schon amerikanische Verhältnisse. In der Schule werden Dinge unterrichtet (z.B. Evolutionslehre), die dann von der Sonntagsschule verteufelt werden.
Die Folge wäre ein Weniger an Weltoffenheit, als wir es jetzt haben.

Grüsse Rossi

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Hallo Thomas,

Nonnen sind m.E. fanatisch.

Das kann man in dieser Allgemeinheit wohl nicht sagen. Ich
jedenfalls kenne auch sehr tolerante Nonnen.

Ich sage auch: das ist MEINE Meinung. Ich kenne keine toleranten Nonnen.

Woher weißt du, dass es die „meisten“ sind, und wieso handelt
es sich deiner Ansicht nach „meistens“ um Problem-Frauen?

OK, ich berichtige: diejenigen, die ich kenne. Eine Freundin von mir in Italien ist Nonne geworden udn ich kenne nicht nur sie, sondern auch viele ihrer Klosterschwestern (heissen sie so?)

Natürlich gibt es das und vermutlich sogar häufig. Aber das
Gegenteil ist auch nicht selten.

Das widerspricht meine Aussage nicht.

Viele Grüße
Camilla

Die armen Nonnen!
Hey, was ist denn den armen Nonnen vorzuwerfen? Sie leben halt streng nach der Bibel und nach der Lehre der Kirche! Sollen die Nonnen, die ihr Leben der Religion verschrieben haben, jetzt sündigen, nur weil es ein paar Leuten nicht passt?

Komisch ist doch, daß die Menschen versuchen den Inhalt der Religion gerade so umzuformen wie es einem am besten in den Kram passt. Man muß es schon nehmen wie es ist und sich danach richten, wenn man Christ sein will. Nur halb geht nicht. Alles andere wäre heuchlerisch.

Und was regen sich die Eltern denn auf? Die haben ihre Kinder doch da hin geschickt, damit sie eine grundlegene Religiöse Ausbildung bekommen. Damit sie dadurch erst zu Guten Menschen heranwachsen.

Außerdem hat der Papst doch Kondome verboten, weil Sex halt einzig und allein zum Fortpflanzen da ist, weil Gott das so will. Warum sollen die Nonnen denn anders handeln, wie es der Papst predigt?

Leute, entweder ihr nehmt die Religion wirklich ernst und lebt wirklich danach oder ihr vergesst es lieber gleich! Die Bibel wird auch nicht wegen euch geändert, nur weil einige Dinge darin unbequem erscheinen!

Denkt drüber nach…

Hydron

Die falschen Nonnen!
Hi,

Hey, was ist denn den armen Nonnen vorzuwerfen? Sie leben halt
streng nach der Bibel

nein

und nach der Lehre der Kirche!

nein
[…]

Komisch ist doch, daß die Menschen versuchen den Inhalt der
Religion gerade so umzuformen wie es einem am besten in den
Kram passt.

Das ist der Punkt.

Man muß es schon nehmen wie es ist und sich danach
richten, wenn man Christ sein will. Nur halb geht nicht. Alles
andere wäre heuchlerisch.

Eben. Das sollten die Nonnen auch tun.

Und was regen sich die Eltern denn auf?

siehe oben.

Außerdem hat der Papst doch Kondome verboten, weil Sex halt
einzig und allein zum Fortpflanzen da ist, weil Gott das so
will. Warum sollen die Nonnen denn anders handeln, wie es der
Papst predigt?

Tun sie ja nicht.

Leute, entweder ihr nehmt die Religion wirklich ernst und lebt
wirklich danach oder ihr vergesst es lieber gleich! Die Bibel
wird auch nicht wegen euch geändert, nur weil einige Dinge
darin unbequem erscheinen!

Eben

Schönen Abend
Rossi

Der Artikel enthält kaum eigenen Text. Der zitierte Anteil beträgt 87%. Bitte zitiere nur den Teil, auf den du dich direkt beziehst!

Hey Hydron,

Hey, was ist denn den armen Nonnen vorzuwerfen? Sie leben halt
streng nach der Bibel und nach der Lehre der Kirche!

das ist leider nicht so einfach.
Die Kirche (besser der Papst) dreht die Aussagen der Bibel nach Bedarf. Er darf das ja, er ist der Chef ;-((
Wenn kleine Gemeinschaften das machen, nennt man sie Sekte.

Komisch ist doch, daß die Menschen versuchen den Inhalt der
Religion gerade so umzuformen wie es einem am besten in den
Kram passt.

Genau das wundert mich auch bei großen Kirchen.

Man muß es schon nehmen wie es ist und sich danach
richten, wenn man Christ sein will. Nur halb geht nicht. Alles
andere wäre heuchlerisch.

Da stimme ich Dir zu. Aber das würde bedeuten, dass der Vatikan heuchlerisch ist. Meinst Du das so?

Und was regen sich die Eltern denn auf? Die haben ihre Kinder
doch da hin geschickt, damit sie eine grundlegene Religiöse
Ausbildung bekommen. Damit sie dadurch erst zu Guten Menschen
heranwachsen.

Haben die Eltern gewußt, was da gelehrt wird?
Dann sind sie mitschuldig.
Aber meist herrscht ein so grosses Vertrauen gegenüber der Kirche, dass da nicht kontrolliert wird.

Außerdem hat der Papst doch Kondome verboten, weil Sex halt
einzig und allein zum Fortpflanzen da ist, weil Gott das so
will. Warum sollen die Nonnen denn anders handeln, wie es der
Papst predigt?

Und jetzt zeige mir die Stelle in der Bibel, wo das steht.

Leute, entweder ihr nehmt die Religion wirklich ernst und lebt
wirklich danach oder ihr vergesst es lieber gleich! Die Bibel
wird auch nicht wegen euch geändert, nur weil einige Dinge
darin unbequem erscheinen!

Genau das ist aber schon oft geschehen.

Denkt drüber nach…

Vorsicht: Denken kann das Weltbild verändern!

Gruss Harald

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Theologie & Religionswissenschaft
Hi lehitraot

unterschiede zwischen theologie und religionswissenschaft

eigentlich meinte ich die Unterschiede zwischen „konfessionsgebundenem Religionsunterricht“ und „Vergleichende Religionswissenschaft“ als Unterrichtsfach. Aber vielleicht läuft es auf dasselbe hinaus.

Der Ausdruck Theologie ist zwar im weiteren Sinne auch auf alle Religionen anwendbar, in denen Gottesbegriffe eine Rolle spielen - so kann man durchaus von einer archaischen griechischen oder ägyptischen Theologie sprechen.

Aber der Terminus ist im eigentlichen Sinne eine Sache der europäischen Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Er ist aus der Verflechtung hervorgegangen zwischen christlichen Glaubensinhalten einerseits und andererseits aus der griechischen Philosophie entwickelten Kriterien und Methoden rationalen Denkens (Bweisbarkeit, Widerlegbarkeit, Reproduzierbarkeit von Aussagen, Existenz- und Seinsbegriffe, Verstandesbegriffe). Die Anfänge liegen etwa (nach der Vorarbeit des Philo) bei Klemens und Origenes in Alexandria im 2. Jhdt.

Die verzweigten Aufgabenstellungen der (christlichen) Theologie hat Lobkowicz in dem von Thomas Miller angegeben Link http://www.philosophy.ru/iphras/library/deupaper/LOB…
relativ kompakt dargestellt, wenn ich auch nicht alle seine Ausführungen teile, insbesondere nicht die über Religionswissenschaft und die über die Möglichkeiten des „rationalen“ Dialogs der christl. Theologie mit anderen Ideologien.

Die Unterscheidungen in Thomas’ anderen Links zwischen Theologie und Religionswissenschaft, insbesondere die Versuche, den Begriff Religion zu fassen, sind für mich Beispiele mißglückter laienhafter Versuche.

Religionswissenschaft betrachtet ganz generell Religion als ein kulturelles Phänomen und ist somit gleichsam eine empirische Wissenschaft. Ihre Fragestellungen sind sehr eng mit Archäologie, Geschichte (besonders Vor- und Frühgeschichte), aber auch mit Religionsphilosophie gekoppelt. Sie untersucht in allen Kulturen und ihrer Geschichte die Kultformen, Ritualformen (Ritualtheorie), die Mythenbildung (Mythologie), Vorstellungen über nichtmaterielle Wesen wie „Götter“, „Dämonen“ (Dämonologie) und über deren Wechselwirkungen mit der Lebenswelt. Aber vor allem auch deren geschichtliche Entwicklungen und deren Ähnlichkeiten und historische Zusammenhänge mit anderene Kulten, weshalb sie auch „Vergleichende Rel.Wiss.“ genannt wird.

Daß sie natürlich immerwieder auch ihre generellen Forschungsobjekte hinterfragen muß, das hat sie einerseits mit allen empirischen Wissenschaften gemeinsam, andererseits mündet sie damit in zentrale Fragen ein, die wiederum auch Sache der Religionsphilophie sind (die ebenfalls nicht ohne Empirie auskommt): Wann soll man etwas „Religion“ nennen? Was ist und wie entsteht ein Mythos? Welche Rolle spielen Mythen? Wozu werden Rituale gebraucht? Was wird jeweils und „Göttern“ usw. verstanden? Wie versteht sich der Einzelne in der Gesellschaft und wie die Gesellschaft in ihrer Geschichte? usw.

Historische Beispiele für charakteristische klassische theologische Fragen - das sind also solche, die die christliche Religion bereits voraussetzen und nur innerhalb dieser Sinn machen:

  1. „cur deus homo“ (warum wurde Gott Mensch), eine Untersuchung des scholastischen Philosophen Anselm v. Canterbury
  2. Die Entwicklung des Begriffs der Trinität ist eine theologische Arbeit gewesen, die sich über mehrere Jahrhundert hinzog
  3. Was hat man genau unter Auferstehung „von den Toten“, Auferstehung „im Fleisch“ zu verstehen?
  4. Welche Existenzform haben immaterielle Wesen, wie z.B. Engel?
  5. wie hat man genau die Beziehung von Brot und Wein (das jeweil real im „Mess“-Ritual vorhanden ist) mit Fleisch und Blut Christi zu verstehen? Symbolisch (aber was ist ein Symbol?)?Existenzumformung, Materieumformung, Wesenverwandlung, Substanzverwandlung (aber was ist „Existenz“, „Materie“, „Wesen“, „Substanz“)?

An solchen Fragen und tausenden anderer, die einem heutigen Nichtchristen vielleicht absurd erscheinen mögen, kann man andeutungweise vielleicht ahnen, welche Rolle sie für den Fortschritt der Wissenschaft gespielt haben. Wesentliche Grundbestimmungen von Materiebegriffen z.B., Erkenntnistheoretische Fragen, Kriterien für Existenz, die Unterscheidung zwischen Gedachtem und empirisch Erfahrenem (überhaupt Fragen der Empirie), Begriffe der Realität usw., alle diese Problemstellungen haben ihre Pubertätszeit in der Theologie des 2. bis 13. Jhdts durchgemacht, bis dann endlich (besonders in Paris im 13. Jhdt)die Frage ausdiskutiert wurde (ergebnis ist bekannt), ob auch außerhalb des Klerus(nämlich in der Philosophie) ein Weg zur „Wahrheit“ möglich sei. Damit wurde dann endlich klar, daß die theologische und die philosophische Rede von „Wahrheit“ nicht dasselbe meinen…

Es ist vorerst nicht allein eine Machtfrage des Klerus gewesen, ob nur er über Kriterien der Wahrheit verfüge, sondern die gesamte Geistesgeschichte war noch nicht soweit, diese Frage entscheiden zu können: Der Begriff des autonom denkenden Individuums (im Ansatz bei Augustinus) kam erst mit Descartes in die Welt.

Beispiele für klassische religionswissenschaftliche Untersuchungen und Ergebnisse wären z.B.

  1. die Entdeckung, daß alle religiösen Erscheinungen die (im anderen Posting schon erwähnte) Unterscheidung/Grenz zwischen dem Sakralen (Fanen) und dem „Pro-Fanen“ machen und das sowohl Mythen als auch Rituale ihr Wesen im Umgang mit dieser Grenze und Grenzüberschreitung haben
  2. die Entdeckung, daß in allen Kulturen die Begegnung mit dem Sakralen (vom Profanen aus gesehen) von der Ambivalenz des Fascinosum & Tremendum (des Erhabenen und das Schrecklichen)bestimmt sind
  3. daß es z.B. eine sehr enge Beziehung zwischen Kosmogonischen Mythen und allen Ritualformen gibt und daß sich darin ein spezieller mythologischer Begriff der Zeit (und der Geschichte)niederschlägt, der sich vom Begriff der historischen Zeit unterscheidet
  4. daß z.B. in den überaus zahlreichen Kosmogonischen Mythen aller Kulturen eine strukturelle Verwandtschaft zu finden ist, die es erlaubt, von einer Logik des Mythos zu sprechen

(Über diese 4 Themen habe ich selbst eine zeitlang gearbeitet und es gibt auch eine zusammenfassende Publikation darüber *g*)

Sorry, daß es vielleicht zu lang war, aber kürzer hätte es noch weniger Sinn gemacht. Ich hoffe, daß es Deine Frage einigermaßen befriedigend beantwortet.

Grüße

Metapher

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Hallo Hydron,

Hey, was ist denn den armen Nonnen vorzuwerfen? Sie leben halt
streng nach der Bibel und nach der Lehre der Kirche! Sollen
die Nonnen, die ihr Leben der Religion verschrieben haben,
jetzt sündigen, nur weil es ein paar Leuten nicht passt?

den Nonnen als Betreiberinnen einer konfessionellen Bildungseinrichtung ist eigentlich nur eines vorzuwerfen:

Betrug - nicht mehr und nicht weniger.

Sie stellen staatliche Schulabschlüsse aus ohne sich an das Curriculum zu halten, dessen erfolgreiche Vermittlung sie zertifizieren.

Mit einem solchen Abschluss sind bestimmte Rechte verbunden. z.B. der Besuch weiterführender staatlicher Schulen. Die Bewerbung für Positionen und Ausbildungsrichtungen, die explizit die mittlere Reife voraussetzen …

Der Begriff „mittlere Reife“ steht für was! Er ist nicht beliebig.

Sonst könnten auch Scientologen nach 10 Pflichtschuljahren im Hubbard-Studierkurs sagen jetzt haben sie „mittlere Reife“ und könnten eine Fachschullaufbahn einschlagen.

Ich glaube zwar nicht, dass den Schülern durch ein paar fehlende Seiten im Biobuch massgebliche Qualifikationen abgehen werden. Es geht mehr um die VERBINDLICHKEIT des Curriculums. Die Garantie für die Eltern, dass ein bestimmtes Bildungslevel vermittelt und erreicht wird.

Ganz abgesehen davon, dass derjenige der mit der Vermittlung des Schulstoffes ethische Probleme hat, in einer staatlichen oder staatlich anerkannten Schule falsch am Platz ist. Mit einer Lösemittelallergie wird man schließlich auch nicht Lackierer.

Gruß,

Guido Strunck

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Hi Thomas!

Wenn ich dich richtig verstanden habe und deine Ansichten in meine Worte kleide, so würde folgendes herauskommen:

Es gibt auch gute Gründe für eine Drogensucht. Solange der Süchtige auf seiner Wolke schwebt und aus seiner Sicht glücklich ist ist es ihm zuzugestehen, oder?

ciao Armin

Hallo Armin,

Wenn ich dich richtig verstanden habe und deine Ansichten in
meine Worte kleide, so würde folgendes herauskommen:
Es gibt auch gute Gründe für eine Drogensucht. Solange der
Süchtige auf seiner Wolke schwebt und aus seiner Sicht
glücklich ist ist es ihm zuzugestehen, oder?

nicht ganz, denn so gefährlich ist Religion in der Regel nicht.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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