Provokation!
Ich bin es nochmal!
Mein Text war ja eigentlich als Provokation gedacht, obwohl er aber doch so wahr ist. Ich wollte die Menschen einfach mal dazu bewegen die Sache so zu sehen, wie sie wirklich ist.
In all meinen Unterhaltungen habe ich festgestellt, daß die Menschen lieber bereit sind die Unzulänglichkeiten der heutigen Religion hinzunehmen, sich nicht danach richten oder noch schlimmer, lieber nicht drüber nachzudenken als die Religion zu hinterfragen und im Extremfall der Kirche den Rücken zu kehren.
Ich kenne eigentlich nur die evangelische und katholische Religion genauer, aber als ich früher zum Konfirmationsunterricht gegangen bin und mir die ganzen Geschichten und Ansichten anhören mußte, wurde ich durch mich selbst gezwungen näher darüber nachzudenken. Was dabei rauskam war, daß ich mich sofort gegen die Kirche gestellt habe und wenn ich jemals an Gott geglaubt haben sollte, dann wurde dieser Glaube vollständig ausgelöscht. Leider war ich wohl der Einzigste aus der Gruppe, der so handelte. Alle Anderen waren schon zu vernebelt.
Was ich eigentlich zutiefst verachte, ist nicht die Tatsache wie Nonnen leben und arbeiten, sondern wie heuchlerisch Menschen sein können.
Viele Menschen meinen an Gott zu glauben, aber in die Kirche gehen sie höchstens an Weihnachten. Viele Eltern schicken ihre Kinder zum kirchlichen Unterricht, obwohl sie selbst sich nie damit richtig auseinander gesetzt haben. Vieles ist nur noch Tradition und vieles Angst. Allein die Tatsache, sein Kind nicht zum kirchlichen Unterricht zu schicken, bedeutet in vielen Dörfern schon, schief auf der Straße angeschaut zu werden und die Kinder aus der Schulklasse das eigene Kind aus der Gemeinschaft ausschließen.
Viel zu viele tun einfach das, was alle anderen auch machen, ohne Zweifel aufkommen zu lassen. Am meisten verachte ich es, wenn Eltern ihren Kindern sich die eigene Meinung bilden lassen wollen, sie aber trotzdem zu zwingen kirchlich unterrichtet zu werden. Heuchlerischer geht es kaum, denn Kinder glauben ziemlich viel, wenn man ihnen etwas erzählt, weil sie noch keine Wissensgrundlage haben um darüber nachzudenken.
Das Kind meiner Freundin, die leider den Religionsunterricht besucht, sollte im Unterricht Gott dafür danken, daß sie ein Zuhause hat. Ich habe sie dann gefragt, was denn dann mit den Kindern sei, die in armen Ländern auf der Straße leben müßen. Zum Glück hat sie nicht gesagt, daß diese Kinder böse sind, weil sie kein Zuhause haben. Sie wußte es einfach nicht. Aber sie hat auch nicht gesagt, daß die Kinder einfach arm sind.
Bei so etwas bekomme ich echt einen Hals, weil Kinder das wirklich so interpretieren könnten und dann die Welt in Gut und Böse aufteilen.
Cu
Hydron