Hallo Franz-Christian,
Wie stehst Du denn zu Kants Aussage, daß erst
die Annahme der Existenz eines höheren Wesens (wir Christen
nennen es Gott) die belebte Natur erklärbar macht? - „Alle
Überlegungen führen zu dem Schluss, das es ein höheres Wesen
geben muss“ …
Wie ich schon weiter oben ausgeführt habe, wer an einen Gott glaubt (glauben will) braucht keinen Beweis, wer einen Beweis braucht, glaubt nicht an Gott. Ich für meinen Teil komme gut ohne einen Gott aus.
Tatsache ist jedenfalls, dass nach heutigem Wissenstand ohne
vorhandenes Leben kein neues Leben geschaffen werden kann.
Ähm, woher stammt dann das Leben, oder die alte schlingelige Frage, wer hat Gott erschaffen. Jetzt komm bitte nicht mit dem Argument, er sei ewig, das ist ein Zirkelschluß, der nicht greift. Dieses Argument ist keins, sondern ein Zirkelschluß und somit ohne logischen Wert.
Wenn wir das konsequent weiterdenken, ist die Existenz Gottes
zwingend logisch.
Das kann ich leider nicht nachvollziehen. Wo bitte ist da die Stringenz?
- Ist sie aber beweisbar??
Mit logischen Mitteln nicht, wie schon gesagt (Kant, Kritik der reinen Vernunft 2. Auflage 1787 5. reprographischer NAchdruck 1956 S. 529ff)
Genausowenig, wie
es beweisbar ist, dass die Gleichung „2+2=4“ richtig ist, wenn
ich nicht glaube, dass "1+1=2"und „1+1+1+1=4“ ist. Dass muss
ich meinem Lehrer schon einfach glauben. Würdest Du es aber
für „arm“ halten, wenn ich für diese Grundannahme einen Beweis
haben wollte?
So was nennt ein Mathematiker ein Axiom, also eine nichtbeweisbare Grundannahme. Auf solche Grundannahmen baut die gesamte Mathematik auf.
Sollte Mathematik eine Religion sein??
Eine Religion ist Mathe beileibe nicht, weil sie logisch strukturiert ist. Wiederspruchfrei ist sie aber natürlich nicht (siehe Gödels Unvollständigkeitssatz)
Ein glückliches neues (palindromes) Jahr wünscht
Gandalf