Grand Prix - Macht es noch sinn

… sich die Punktevergabe reinzuziehen.

Hallo Allerseits,
ich habe mir gestern die Punktverteilung angesehen.
Bei der Punktevergabung spielten nationale Sympathien schon immer eine Rolle, aber eine Untergeordnete. Ich erinnere mich, dass es früher ein Murren im Puplikum gab, wenn Griechenland und Zypern sich regelmäßig 12 Punkte zuschanzten.

Mit der Umstellung der Bewertung von Jury auf Zuschauerwertung und der Erweiterung um viele vor allem osteuropäische Länder, werden die Wertungen ziemlich voraussagbar.
Recht interessant ist auch, dass seit der Umstellung auf das Voting per Anruf, der türkische Beitrag aus Deutschland immer 12 Punkte bekommt, unbhängig davon ob es eine langweilige schmalzige Ballade oder 0815-Pop ist.

Wenn in den nächsten Jahren nicht irgendwelche Überflieger wie Finnland in diesem Jahr auftreten, werden die nächsten Sieger recht zuverlässig aus dem Ostblock kommen.

Wie denkt ihr darüber.

Gruß
Carlos

Das ganze ist doch eine Farce.
Man konnte mal wieder den STellenwert sehen, den Deutschland in Europa hat.

Wir sind nur zum Zahlen gut.

Das wäre eine Möglichkeit:

http://arts.guardian.co.uk/features/story/0,1487584…

Es gäbe noch andere Ideen.

  1. Man könnte die Jury wiedereinführen.
  2. Man könnte zusätzlich zum eigenen Land auch die Nachbarländer beim Voting blocken. Deutschland würde aber trotzdem an die Türkei 12 Punkte geben, ebeno Israel an Rußland, Zypern an Griechenland.
  3. Man könnte die jeweils 3 höchsten Punktezahlen aus dem Voting einfach streichen.

Oder ganz einfach: das Baltikum, Moldawien/Rumänien, Griechenland/Zypern, Skandinavien und Exjugoslawien als jeweils EIN LAND auftreten lassen. Es sind ohnehin viel zuviele.

Gruß
dataf0x

Ich sehe es genauso. Alle ehemaligen kleinen Sowjetrepubliken geben Russland 12 Punkte weil die dortigen Russen für ihr Land anrufen.
Alle Türken die in Deutschland und Zypern leben rufen wie blöd für ihre Heimat an.
Egal wie die Lieder sind.

Leider ist eine objektive Beurteilung jetzt nicht mehr möglich…

Dazu das passende Lied
http://eurovision-karaoke.tripod.com/slo05.html

ROFL sogar die Gesangsqualität paßt.

Die Bewertung dieses Einheitsbreis an Musik, die sich zumeist nur nach durch das Wetteifern um den kürzesten Rock unterschied, ist doch eh eine Frace… (Kroatien liegt hier mit der Länge eines Badeanzugs auf Platz 1)

Mir persönlich hat ja der ukrainische Shakira-Verschnitt nicht schlecht gefallen… aber egal. Letztlich zeigt sich dass die Bewertung zwischen Zuschauer und der früheren Jury im Verhalten doch sehr ähnlich sind (nur dass man am Televoting verdient).

Mein Respekt an Lordi - die haben endlich geschafft was deutsche Komödianten trotz Televotings nie geschafft haben - nämlich die ganze Veranstaltung ad absurdum geführt.

Gruss Ivo

*rofl* der war gut!
Hallo Ulrike!

Das ganze ist doch eine Farce.
Man konnte mal wieder den STellenwert sehen, den Deutschland
in Europa hat.

Wir sind nur zum Zahlen gut.

Soso, du liest also den Stellenwert Deutschlands anhand des Televotings einer Musikveranstaltung ab. Interessante Assoziation. Und gleich noch eine Bild-Parole hinterher.
Manchen Menschen ist echt nicht mehr zu helfen…

Politik
Hi,

Manchen Menschen ist echt nicht mehr zu helfen…

ohne jetzt auf Rosenfreaks Plakatierung näher einzugehen dürfte klar sein, dass grade die Abstimmung beim GrandPrix weniger mit Musik als mehr mit Politik zu tun hat. Deine Kritik passt hier IMHO also nicht. Es ist ja schon fast ein Klassiker, dass sich Staaten die sich nahestehen gegenseitig hoch bepunkten. Aber z.B. zwischen Türkei und Deutschland fließen die Punkte nur in eine Richtung; hier wird sich nicht „bedankt“ (was auch immer das heißen mag :wink: )

Grüße,
J~

Soso, du liest also den Stellenwert Deutschlands anhand des
Televotings einer Musikveranstaltung ab.

Spanien, England, Deutschland und Frankreich sind die vier zahlenden Länder. Und ausgerechnet jene vier haben mangels Freunderlwirtschaft keine Chance auf einen Sieg.

Gruß
dataf0x

hier wird sich nicht
„bedankt“ (was auch immer das heißen mag :wink: )

Dazu müssten wohl erst ein paar tausend Deutsche in der Türkei ihre
eigene Kultur aufmachen.

Judith

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Hallo Datafox,

  1. Man könnte die Jury wiedereinführen…

Das wäre wohl das Beste. Ein großer Teil der Zuschauer begreift den Grand Prix als Wettkampf von Nationen und weniger von Künstlern. Mit dem Zuschauervoting erhalten bekloppte Nationalisten eine Plattform.

Es sind ohnehin viel zuviele.

Das stimmt 24 Teilnehmer würde ich als Maximum für so eine Veranstaltung nehmen.

Gruß
Carlos

Kleinstaaten beim Voting zusammenfassen
Ich sehe das genau andersherum als Carlos,

  1. Man könnte die Jury wiedereinführen.

Finde ich nicht gut. Natürlich wissen viele halbstarke Handyprols schon vor der Sendung, welches Land, nicht welchen Künstler sie voten. Aber Entmündigung bringts halt auch nicht. da schon eher Vorschlag 3.

  1. Man könnte zusätzlich zum eigenen Land auch die
    Nachbarländer beim Voting blocken. Deutschland würde aber
    trotzdem an die Türkei 12 Punkte geben, ebeno Israel an
    Rußland, Zypern an Griechenland.

Verlockende Idee, ist aber vielleicht doch zu erzieherisch.

  1. Man könnte die jeweils 3 höchsten Punktezahlen aus dem
    Voting einfach streichen.

Das wär mal wirklich eine Suuuperidee!

Oder ganz einfach: das Baltikum, Moldawien/Rumänien,
Griechenland/Zypern, Skandinavien und Exjugoslawien als
jeweils EIN LAND auftreten lassen. Es sind ohnehin viel
zuviele.

Finde ich auch wieder nich so gut, da ich diese Vielfalt sehr interessant finde. Eher könnte man das Voting dieser Länder zusammenfassen! Also die Länder aus dem Baltikum schicken je einen Künstler ins Rennen, voten aber gemeinesam.

Grüßli
-R o b.

Verlockende Idee, ist aber vielleicht doch zu erzieherisch.

Ja das wäre leicht brutal, würde aber das Nachbarschaftsvoting unterbinden. Ich habe gehört, daß die Jury früher keine Nachbarschaftsvotings abgeben durfte.

Was man auch einführen könnte ist eine Identifikation mit (den letzten Stellen) der Nummer des Persos oder Reisepasses (vorausgesetzt es gibt einen Erkennungsalgorithmus). Jeder hätte dann genau eine Stimme und könnte nicht für das eigene Land stimmen, selbst wenn man sich im Ausland aufhält.

Eher könnte man das Voting dieser Länder
zusammenfassen! Also die Länder aus dem Baltikum schicken je
einen Künstler ins Rennen, voten aber gemeinesam.

Finde ich eine gute Idee. Schlag das mal vor. :wink:

Gruß
dataf0x

Aber z.B. zwischen Türkei und Deutschland
fließen die Punkte nur in eine Richtung; hier wird sich nicht
„bedankt“ (was auch immer das heißen mag :wink: )

Glaubst du etwa, die Punkte kommen von Deutschen? Das sind die ganzen Türken, die hier leben, die da anrufen.

Gruß
Nelly

war das damals mit stefan raab nicht genauso, als „mallorca“ die hoechstpunktzahl gab?!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Wenn in den nächsten Jahren nicht irgendwelche Überflieger wie
Finnland in diesem Jahr auftreten, werden die nächsten Sieger
recht zuverlässig aus dem Ostblock kommen.

Wie denkt ihr darüber.

Ich denke, dass deine Einschätzung schon deshalb falsch ist, weil es so etwas wie einen Ostblock schon länger nicht mehr gibt.
Das ist alles geografisch und/oder politisch Europa.
Und zu alledem ist das alles auch irgendwie sch***-egal. Schlagerlala halt, sonst nichts, schon gar nichts Weltbewegendes.

Viele Grüße
WoDi

Spanien, England, Deutschland und Frankreich sind die vier
zahlenden Länder.

Und andere Länder zahlen nichts?
Das glaube ich spätestens seit der Sendung nicht mehr.

wie war das doch gleich? Serbien&Montenegro traten zwar nicht an, durften aber mitstimmen, weil sie schon vollständig bezahlt hatten?

Gruss Ivo

ohne jetzt auf Rosenfreaks Plakatierung näher einzugehen
dürfte klar sein, dass grade die Abstimmung beim GrandPrix
weniger mit Musik als mehr mit Politik zu tun hat.

Das hat eher damit zu tun, dass von hier aus rund 2,5 Millionen Türken für Ihre Heimat anrufen, was in absoluten Zahlen im Vergleich zu den restlichen Anrufern einfach eine Mehrheit darstellt.

Verfrachte mal ein paar Millionen Deutsche ins entsprechende Land und es kommt wahrscheinlich das selbe raus.

Wie war das noch bei Guildo? Die vielen Deutschen die ins benachbarte Ausland gefahren waren brachten die Punkte!
Und wäre Guido damals vom Geländer gestürzt und hätte sich den Arm gebrochen, hätten wir warscheinlich gewonnen weil es dann auch genug andere beeindruckt hätte.

Der deutsche Beitrag diesmal war zwar nicht mies, aber auch nicht herrausstechend - weder musikalisch noch als Show.

Gruss Ivo

Hallo Carlos
Man könnte den Grand Prix s’Eurovision auch als einen Siegel der Gesellschaft sehen. Ethisch, ästhetisch, psycho- und soziologisch, gesellschaftspolitisch eben.
Der frühere Wunsch nach Harmonie, Schönheit („das Schöne und das Gute“) wurde resigniert aufgegeben, aus Trotz wird sich mit „Mittelerde“ identifiziert.
Die Bedingungen auf der Erdoberfläche sind ja auch nicht gerade so vielversprechend zur Zeit.
Gruß,
Branden

Korrektur Druckfehler

Man könnte den Grand Prix s’Eurovision auch als einen Siegel
der Gesellschaft sehen

Natürlch nicht SIEGEL (auch nicht Ralph Siegel), sondern SPIEGEL wollte ich schreiben…