Hallo Marion,
Auf der anderen Seite stehen jede Menge Eltern,
die offensichtlich durchaus in der Lage sind, Kinder ohne
Schläge erfolgreich zu erziehen.
Das kann durchaus sein, glückliche Familien eben. Ich gebe mal ein Beispiel:
(1996 geschehen) Vollbesetzte Gaststätte (Straßencafe). Eine Mutter geht die Straße lang, Kind ein paar Meter hinterher. Kind hat keine Lust mehr zu laufen, legt sich auf die Straße und fängt an zu heulen. Mutter: „BITTE, komm her“, „DAS macht man nicht, BITTE komm her!“. Dieses Gequatsche interessiert den Bengel überhaupt nicht, Mutter quasselt sich den Mund so um die drei Minuten fusselig. Da steht eine etwa 50jährige Frau vom Tisch im Cafe auf, geht zum Kind, scheuert dem eine und schickt ihn zur Mutter. Beifall aller Leute vom Cafe. Mutter guggt kurz, Kind trabt nun friedlich hinter der Mutter her zum Auto.
Vielleicht solltest du mal
anfangen, dich damit auseinanderzusetzen, bevor du anfänst,
dein Kind zu schlagen.
Ich muß das noch lernen, in spätestens 14 Tagen bin ich Vater. Aber ich bin gewiß kein Schläger, nur wenns reicht, Worte nichts nützen, dan knallts eben mal.
Die Schläge meiner Eltern kann ich zählen, so um die 10mal. Den letzten bekam ich als ich 22 war. Jawohl! Ich war zu Besuch und zertöpperte Muttis Lieblingsvase. Recht hat Mutti! Peng! Das Ding hatte gesessen. Ich bin richtig froh über meine Kindheit, denn ohne ein paarmal eine Ohrfeige wüßte ich nicht, wie gut sowas tut. Und aus den Schmerzen lernt man. Noch ein Beispiel?
Wie lernen Kinder, das etwas heiß ist? Nicht durch Worte. Nicht durch zeigen. Nein, sie fassen dran, dann wissen sie es!
Ich bin, wie ich schon sagte, kein Profi in Sachen Erziehung. Ich habe nur ab und zu mal Babysitter gemacht. Natürlich hielt ich mich dort zurück, schlagen kam nicht in die Tüte. Aber ein paar laute Worte gab es schon. Und wenn Kind mal das Hinfallen lernen sollte, zur Not auch mit großer Beule am Kopf, einfach Kind machen lassen. Plums, aua, wieder was gelernt. Keiner kann auf Daunenbetten durchs Leben kommen.
Ich hoffe, du verstehst mich jetzt ein wenig besser.
Gruß
André