Grausame Beobachtung

Züchtigungsrecht???
Hallo Juli,

oh Gott, das klingt ja grauenhaft. § 1632 Abs 2 BGB liest sich aber für mich ganz anders:

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."

Ich habe letztens übrigens auch von einer Mutter gelesen, die ihrem Kind an der Bushaltestelle eine Ohrfeige gab und dafür zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

@All: Bitte weiter einmischen!!!

VG,

Birgit

Einmischen? Gern!
Hallo Birgit,

Ich habe letztens übrigens auch von einer Mutter gelesen, die
ihrem Kind an der Bushaltestelle eine Ohrfeige gab und dafür
zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Kommt immer auf die Umstände an. Ein Klaps auf den Hintern oder eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet. Natürlich ist eine schallende Ohrfeige nicht das Mittel, aber weh solls trotzdem tun. Ich bin schon für gewaltfreie Erziehung, jedoch bedeutet gewaltfrei nicht ganz auf „Züchtigung“ (wirklich ein blödes Wort) zu verzichten. Mit Worten allein geht es nicht immer. Ich habe als Kind auch ab und zu mal eine geknallt bekommen, heute sehe ich das als vollkommen richtig an (bei dem Mist, den ich verzapft habe…).

Wenn die Schläge körperliche Schäden hervorrufen (zumindest blaue Flecke), dann wars zuviel und zu hart und gehört bestraft.

Gruß
André

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Moin,

wer sagt, dass dir die Ohrfeigen nicht geschadet haben ? Allein dieser Satz besagt doch das Gegenteil:

Ich bin schon für gewaltfreie Erziehung, jedoch
bedeutet gewaltfrei nicht ganz auf „Züchtigung“ (wirklich ein
blödes Wort) zu verzichten. Mit Worten allein geht es nicht
immer.

Menschen, die als Kinder schon geschlagen werden, lernen nicht, dass man Konflikte auch anders lösen kann und Kinder auch ohne Schläge erziehen kann. Somit setzen sie diese Verhaltensweisen häufig bei ihren eigenen Kindern fort (das ist einer der Schäden, den geschlagene Kinder davontragen). Auf der anderen Seite stehen jede Menge Eltern, die offensichtlich durchaus in der Lage sind, Kinder ohne Schläge erfolgreich zu erziehen. Vielleicht solltest du mal anfangen, dich damit auseinanderzusetzen, bevor du anfänst, dein Kind zu schlagen.

Gruß
Marion

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Hätte nie gedacht, dass mir Marion die Worte mal aus dem Mund nehmen würde. Aber genau DAS wollte ich auch schreiben: Dass nämlich diejenigen, die ab und zu mal eine Ohrfeige bekommen haben, das bei ihren Kindern meist weiter so handhaben, weil sie es nicht anders gelernt haben. Bei denjenigen, die richtig geschlagen/misshandelt wurden, habe ich beobachtet, dass es im Erwachsenenalter oft in zwei Extreme auseinanderfällt: Die einen schlagen und prügeln genauso, die anderen verabscheuen jede Gewalt, und haben sich oft als Kind schon geschworen, dass sie es bei ihren Kindern besser machen…

Grüßle, Iris

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Hallo,
schließe mich André an, ohne hätte es bei mir nicht funktioniert… Das heisst nicht, dass ich geprügelt worden bin oder misshandelt… Summe Ohrfeigen bei 26 Jahren = 5…

Und folgende situation macht sowas vielleicht am ehesten deutlich: (live miterlebt)
… ich habe meine ganze schulzeit nebenbei gejobbt und an der Kasse erlebt man dazu einiges… Beispiel 1: Hochschwangere Mutter mit etwa 4 jährigem Kind… dieses hatte eine Breze und schlug fröhlich auf den bauch der Mama ein mit den worten. „Du blöde Kuh, i wollt a eis, koi Brezn!“… diese antwortete mit sanfter Stimme: aber Marsell, das tut man nicht…, Marsell hör bitte auf… . Das hat aber Marsell nicht wirklich interessiert… das ganze endete damit, das Marsell seine hochschwangere Mutter kräftig in die wadeln biss…(diese situation hat sich mehrmals wiederhohlt, die dame kam öfters…)
Ich hätte net die Mutter sein dürfen.

Ich mische mich aber sofort ein, ohne zu zögern, wenn jemand sein Kind verprügelt und zwar net erst morgen, wenns sein muss auch persönlich. Denke das ist doch der Hauptvorwurf dem sich die Anfangsposterin hier stellen muss…

LG

Moin,

„Du
blöde Kuh, i wollt a eis, koi Brezn!“… diese antwortete mit
sanfter Stimme: aber Marsell, das tut man nicht…, Marsell
hör bitte auf… . Das hat aber Marsell nicht wirklich
interessiert… das ganze endete damit, das Marsell seine
hochschwangere Mutter kräftig in die wadeln biss…(diese
situation hat sich mehrmals wiederhohlt, die dame kam
öfters…)

Typische Situation für eine Mutter, die normalerweise ihr Kind schlägt, aber sich in der Öffentlichkeit nicht traut und derehn Kind, welches das natürlich längst rausgekriegt hat, diese „Freiräume“ nutzt ?

Typische Situation für eine Mutter, die nie gerlent hat, ohne Schläge Grenzen zu setzen, weil sie in ihrer Kindheit selbst geschlagen wurde, aber jetzt nicht weiß, wie sie ohne Schläge ihr Kind erziehen soll und somit hilflos dasteht ?

Oder wofür sollte dein Beispiel stehen ?

Gruß
marion

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das steht für die vielen überforderten Mütter, denen ihre Kinder auf der Nase rumtanzen…
kenn da noch eins, ist ne kollegin von mir:
Sie jammert, dass immer wenn ihrem kind was net passt dieses auf die couch scheißt und sie nicht mehr weiss was sie tuen soll…
Oder Kind montiert Tapete ab… mei lieb, wird sicher mal handwerker… dann spielt es auf der mamortreppe, meiner eins kriegt langsam ne Krise, das Ding ist freischwebend und was da alles passieren kann, aber das kind will und darf auch, worte wie komm her interessieren da wenig, kenne mehr solche Situationen die in meinen Augen nicht sein müssten.
Denke also, dass steht nicht für prügelnde Mütter… immer dieses WorstCaseDenken…, sondern für kleine verzogene Krampen/Bengel

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Nachtrag

Typische Situation für eine Mutter, die normalerweise ihr Kind
schlägt, aber sich in der Öffentlichkeit nicht traut und
derehn Kind, welches das natürlich längst rausgekriegt hat,
diese „Freiräume“ nutzt ?

Oder Typisch für ein Kind ohne Grenzen!!! oder für eine überforderte Mutter! Oder oder…

Typische Situation für eine Mutter, die nie gerlent hat, ohne
Schläge Grenzen zu setzen, weil sie in ihrer Kindheit selbst
geschlagen wurde, aber jetzt nicht weiß, wie sie ohne Schläge
ihr Kind erziehen soll und somit hilflos dasteht ?

Hättest vielleicht eher Psychologie studieren sollen…
Manche Mütter sind vielleicht überfordert mit der Situation, andere wollen es soviel besser machen und wieder andere prügeln… gegen letzteres habe ich noch mehr als gegen eine Mutter die sich auf der schnauze rumtrampeln lässt. dennoch unterscheide ich zwischen klapps auf die Windel (effekt ist eigentlich reiner schock) und prügel (Verletzungen, blaue Flecke, …)

Denke doch fakt ist an dieser Stelle, dass man sich nicht über etwas aufregen sollte, bei dem man Tatenlos zusieht und erst mal den rat der allgemeinhit einhohlt, weil selbst entscheidungsunfähig… nein, das ist verantwortungslos und ein merkmal einer gesellschaft, die in weiten zügen, schon lange überfordert ist

Oder Typisch für ein Kind ohne Grenzen!!! oder für eine
überforderte Mutter! Oder oder…

Ja. Aber Grenzen setze ich nicht mit schlagen. Dann nimmt mich SO ein Kind gar nicht ernst. Und nochmal zur Situation:
Stellen wir uns vor, die Mutter hätte an der Kasse ihr Kind geschlagen, z. B eine Ohrfeige, dann

  • wäre das Kind natürlich ruhig, brav und hochanständig dagestanden, bis bezahlt ist und hätte dann mit seiner Mutter ebenso brav das Geschäft verlassen, womit wir bewiesen hätten, dass Schläge doch genau das bewirken, was wir in dieser Situation gewollt haben, oder?

Denke doch fakt ist an dieser Stelle, dass man sich nicht über
etwas aufregen sollte, bei dem man Tatenlos zusieht und erst
mal den rat der allgemeinhit einhohlt, weil selbst
entscheidungsunfähig… nein, das ist verantwortungslos und
ein merkmal einer gesellschaft, die in weiten zügen, schon
lange überfordert ist

Da hast du nicht ganz richtig gelesen. Mein Entschluss, das Jugendamt zu informieren, stand schon fest, als ich hier gepostet habe. Ich wollte nur noch mal von anderer Seite „Rückendeckung“. Irgendwie ärgert es mich schon, dass natürlich nur derjenige (ich) Kritik erntet, der was tut. Die ungefähr 30 Nachbarn in der Straße, die die Schreie gehört haben MÜSSEN, weil sie so laut waren, müssen sich selbstverständlich nicht rechtfertigen. Genau das ist das Problem! Sie bekommen die Bestätigung, dass es ihnen viel Ärger erspart hat, sich nicht einzumischen. Und die prügelnde Mutter ist ja jetzt auch auf mich sauer…

By the way:
Nicht immer bin ich gegen Gewalt bei Kindern, auch mir passiert mal ein Ausrutscher. Ich stand auch mal an der Kasse, hatte beide Hände voll Einkäufe. Da dreht sich vor mir ein etwa 6 Jahre alter Junge um und tritt mir mit einem Grinsen auf die Füße. Und ich konnte mich mit vollen Händen nicht wehren. Also sag ich zur Mutter: „He, passen Sie mal auf, was ihr Kind da macht!“ Da sagt doch die Mutter zu mir: „Wissen Sie, mein Sohn ist antiautoritär erzogen.“ Daraufhin bin ich ihm auf den Fuß getreten. Er fängt an zu heulen und ich sag zur Mutter: „Wissen Sie, ICH AUCH!“

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Hallo Marion,

Auf der anderen Seite stehen jede Menge Eltern,
die offensichtlich durchaus in der Lage sind, Kinder ohne
Schläge erfolgreich zu erziehen.

Das kann durchaus sein, glückliche Familien eben. Ich gebe mal ein Beispiel:

(1996 geschehen) Vollbesetzte Gaststätte (Straßencafe). Eine Mutter geht die Straße lang, Kind ein paar Meter hinterher. Kind hat keine Lust mehr zu laufen, legt sich auf die Straße und fängt an zu heulen. Mutter: „BITTE, komm her“, „DAS macht man nicht, BITTE komm her!“. Dieses Gequatsche interessiert den Bengel überhaupt nicht, Mutter quasselt sich den Mund so um die drei Minuten fusselig. Da steht eine etwa 50jährige Frau vom Tisch im Cafe auf, geht zum Kind, scheuert dem eine und schickt ihn zur Mutter. Beifall aller Leute vom Cafe. Mutter guggt kurz, Kind trabt nun friedlich hinter der Mutter her zum Auto.

Vielleicht solltest du mal
anfangen, dich damit auseinanderzusetzen, bevor du anfänst,
dein Kind zu schlagen.

Ich muß das noch lernen, in spätestens 14 Tagen bin ich Vater. Aber ich bin gewiß kein Schläger, nur wenns reicht, Worte nichts nützen, dan knallts eben mal.

Die Schläge meiner Eltern kann ich zählen, so um die 10mal. Den letzten bekam ich als ich 22 war. Jawohl! Ich war zu Besuch und zertöpperte Muttis Lieblingsvase. Recht hat Mutti! Peng! Das Ding hatte gesessen. Ich bin richtig froh über meine Kindheit, denn ohne ein paarmal eine Ohrfeige wüßte ich nicht, wie gut sowas tut. Und aus den Schmerzen lernt man. Noch ein Beispiel?

Wie lernen Kinder, das etwas heiß ist? Nicht durch Worte. Nicht durch zeigen. Nein, sie fassen dran, dann wissen sie es!

Ich bin, wie ich schon sagte, kein Profi in Sachen Erziehung. Ich habe nur ab und zu mal Babysitter gemacht. Natürlich hielt ich mich dort zurück, schlagen kam nicht in die Tüte. Aber ein paar laute Worte gab es schon. Und wenn Kind mal das Hinfallen lernen sollte, zur Not auch mit großer Beule am Kopf, einfach Kind machen lassen. Plums, aua, wieder was gelernt. Keiner kann auf Daunenbetten durchs Leben kommen.

Ich hoffe, du verstehst mich jetzt ein wenig besser.

Gruß
André

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@Andre
Hallo Andre!

Die Schläge meiner Eltern kann ich zählen, so um die 10mal.
Den letzten bekam ich als ich 22 war. Jawohl! Ich war zu
Besuch und zertöpperte Muttis Lieblingsvase.

DAS kapier ich nicht. Was hat das jetzt gutgemacht? Hast du das mit Absicht gemacht? Dann würde ich dir vom Gefühl her Recht geben. Aber sonst? Ich geh davon aus, dass es dir leid getan hat, dass die Vase kaputt ging. Also versteh ich deine Mutter nicht.

Wie lernen Kinder, das etwas heiß ist? Nicht durch Worte.
Nicht durch zeigen. Nein, sie fassen dran, dann wissen sie es!

Aha! Und wie lernt dein Kind dann, dass man nicht mit dem Feuer spielt? Wenn es soweit verbrannt ist, dass es in eine Spezialklinik kommt, die dann Hauttransplantationen macht?

Lernen durch Selbstversuch ist was anderes, als Lernen durch „gewalttätiges Eingreifen von Papa“. Meine Mama hat auch lieber nicht so oft vom Balkon auf den Spielplatz geschaut, wie weit oben ich wieder an den Geräten hänge. Aber da lerne ICH, das Kind selber.

Ich hoffe, du verstehst mich jetzt ein wenig besser.

Ehrlich gesagt, nein. Aber nix für ungut…

By the way: Im Babyfachhandel gibt es extra für den Herd ein Gitter, das davor gemacht wird, damit Kleinkinder nicht an die heiße Platte gelangen. Dann muss es die Erfahrung mit der Hitze nicht machen. Denn irgendwann ist es so groß, dass es versteht. Dann kann man das Ding wieder abmontieren.

Hallo Iris,

um eins ganz klar zu stellen: Kinder müssen vor Schaden bewahrt bleiben. Dazu sind Eltern unter anderem da.

Aha! Und wie lernt dein Kind dann, dass man nicht mit dem
Feuer spielt? Wenn es soweit verbrannt ist, dass es in eine
Spezialklinik kommt, die dann Hauttransplantationen macht?

Immer schön ins Extrem abwandern, macht Spaß ja? Da gibts ein Sprichwort: „Messer, Schere, Licht - das gib kleinen Kindern nicht!“

Lernen durch Selbstversuch ist was anderes, als Lernen durch
„gewalttätiges Eingreifen von Papa“.

Denkst du, ich schaue zu wie Kind auf die Herdlatte patscht? Aber irgendwann wird es sich die Finger verbrennen, dann weiß es was heiß ist. Papa kann nicht überall sein.

Meine Mama hat auch
lieber nicht so oft vom Balkon auf den Spielplatz geschaut,
wie weit oben ich wieder an den Geräten hänge. Aber da lerne
ICH, das Kind selber.

Und wenn du runtergefallen wärst und nun im Rollstuhl sitzen würdest? Aber wir schweifen vom Thema ab.

Gruß
André

Nicht immer bin ich gegen Gewalt bei Kindern, auch mir
passiert mal ein Ausrutscher. Ich stand auch mal an der Kasse,
hatte beide Hände voll Einkäufe. Da dreht sich vor mir ein
etwa 6 Jahre alter Junge um und tritt mir mit einem Grinsen
auf die Füße. Und ich konnte mich mit vollen Händen nicht
wehren. Also sag ich zur Mutter: „He, passen Sie mal auf, was
ihr Kind da macht!“ Da sagt doch die Mutter zu mir: „Wissen
Sie, mein Sohn ist antiautoritär erzogen.“ Daraufhin bin ich
ihm auf den Fuß getreten. Er fängt an zu heulen und ich sag
zur Mutter: „Wissen Sie, ICH AUCH!“

Grins…
Dies war kein Ausrutscher, sondern die perfekte Reaktion! Und die Geschichte hat nichts mit schlagenden Eltern zu tun.

Glückwunsch!

Gruß Stefan

Hi André,

ich bin nicht der Meinung daß gelegentliche Schläge (man kann die Zahl der Fälle während der Kindheit an ein oder zwei Händen abzählen, wie bei Dir) einem Kind wirklich schaden.
Aber: Sie helfen auch nicht bei der Erziehung. Deinen Satz „wenn Worte nicht mehr helfen, knallts halt eben mal“ solltest Du wirklich überdenken. Es geht dabei nicht um die Schmerzen, die dem Kind zugefügt werden (die sind schnell vergessen), sondern um den Vertrauensverlust, von dem Menschen erniedrigt zu werden, dem man absolutes Vertrauen entgegenbringt.
Alle Situationen die hier beschrieben wurden (Kind vor Gaststätte, Kind an Supermarktkasse), wären auch ohne Schläge zu lösen gewesen. Kinder kann man wegtragen, festhalten u.ä. Mein großer Sohn z.B. hasst es wie die Pest, wenn ich ihn festhalte und darauf bestehe daß er mir in die Augen sieht wenn ich ihm ein Fehlverhalten erläutern will. Aber es zeigt Wirkung: ich zeige ihm wer die Autorität inne hat und er vermeidet es solche Situationen zu verursachen.

Aber in einem möchte ich den „Prügelgegnern“ wehement widersprechen: wenn mich mein Kind so lange reizt bis mir die Nerven durchgehen und ich ihm eine auf den Po gebe, so schadet das dem Kind sicher nicht. Sondern es kann lernen, daß jeder Mensch (auch die geliebten Eltern) eine Grenze hat, die man besser nicht überschreiten sollte. Es ist deshalb im Nachhinein auch keine Entschuldigung fällig, sondern eine Erklärung wie es so weit kommen konnte.

Gruß Stefan

Das kann durchaus sein, glückliche Familien eben. Ich gebe mal
ein Beispiel:

(1996 geschehen) Vollbesetzte Gaststätte (Straßencafe). Eine
Mutter geht die Straße lang, Kind ein paar Meter hinterher.
Kind hat keine Lust mehr zu laufen, legt sich auf die Straße
und fängt an zu heulen. Mutter: „BITTE, komm her“, „DAS macht
man nicht, BITTE komm her!“. Dieses Gequatsche interessiert
den Bengel überhaupt nicht, Mutter quasselt sich den Mund so
um die drei Minuten fusselig. Da steht eine etwa 50jährige
Frau vom Tisch im Cafe auf, geht zum Kind, scheuert dem eine
und schickt ihn zur Mutter. Beifall aller Leute vom Cafe.
Mutter guggt kurz, Kind trabt nun friedlich hinter der Mutter
her zum Auto.

Vielleicht solltest du mal
anfangen, dich damit auseinanderzusetzen, bevor du anfänst,
dein Kind zu schlagen.

Ich muß das noch lernen, in spätestens 14 Tagen bin ich Vater.
Aber ich bin gewiß kein Schläger, nur wenns reicht, Worte
nichts nützen, dan knallts eben mal.

Die Schläge meiner Eltern kann ich zählen, so um die 10mal.
Den letzten bekam ich als ich 22 war. Jawohl! Ich war zu
Besuch und zertöpperte Muttis Lieblingsvase. Recht hat Mutti!
Peng! Das Ding hatte gesessen. Ich bin richtig froh über meine
Kindheit, denn ohne ein paarmal eine Ohrfeige wüßte ich nicht,
wie gut sowas tut. Und aus den Schmerzen lernt man. Noch ein
Beispiel?

Wie lernen Kinder, das etwas heiß ist? Nicht durch Worte.
Nicht durch zeigen. Nein, sie fassen dran, dann wissen sie es!

Ich bin, wie ich schon sagte, kein Profi in Sachen Erziehung.
Ich habe nur ab und zu mal Babysitter gemacht. Natürlich hielt
ich mich dort zurück, schlagen kam nicht in die Tüte. Aber ein
paar laute Worte gab es schon. Und wenn Kind mal das Hinfallen
lernen sollte, zur Not auch mit großer Beule am Kopf, einfach
Kind machen lassen. Plums, aua, wieder was gelernt. Keiner
kann auf Daunenbetten durchs Leben kommen.

Ich hoffe, du verstehst mich jetzt ein wenig besser.

Gruß
André

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hallo Ihr

ich denke, dass ihr im Grundsatz garnicht so weit auseinander liegt. Letztendlich geht es doch in allen angesprochenen Beiträgen nicht um Prügelstrafe, sondern schlicht und einfach um die Tatsache, dass Erziehung zu einem wesentlichen Teil „konsequent sein“ bedeutet.

Nicht, dass ihr mich jetzt runtermacht, aber es geht eben nicht immer alles friedlich zu und ist verbal zu lösen. Damit meine ich keine Prügel, aber wenn ein Kind im Restaurant nicht sitzenbleiben möchte, dann hält man es eben fest. Die Androhung, dass sofort nach hause gefahren wird, wenn es nicht sitzenbleibt muss (und das passiert eben fast nie) auch konsequent umgesetzt werden. Ansonsten tanzen sie einem auf der Nase herum, weil sie wissen, dass ja eh nix passiert.

Wenn diese Konsequenz gegeben ist, dann gehts auch ohne Ohrfeigen.
gruß

der NF
der in 30 Jahren nur eine einzige watschn bekam (mit 11 glaub ich)

Hallo Birgit!

oh Gott, das klingt ja grauenhaft. § 1632 Abs 2 BGB liest sich
aber für mich ganz anders:

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche
Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende
Maßnahmen sind unzulässig."

Schau, genau das meint der neue § ja heute mit einem Verbot der körperlichen Züchtigung. Früher (zumindest in meiner ältesten BGB-Auflage von 2000, und das BGB stammt immerhin auch aus dem Jahr 1900) lautete er wie folgt:

„§ 1631 II: Entwürdigende Erziehungsmaßnahmen, insb. körperliche und seelische Misshandlungen, sind unzulässig.“

Da klingt der aktuelle § doch um einiges besser fürs Kind, nicht wahr? Und falls es irgendwem bis dahin noch nicht klar gewesen sein sollte, kann er heute erfreulicherweise explizit im Gesetz nachlesen: Man darf Kindern keine Gewalt zufügen, zu welchem (gutgemeinten) Zweck auch immer. Nach manchen Äußerungen hier glaube ich fast, dass das Gesetz ausnahmsweise mal zeitgemäßer als manche Menschen ist.

Schöne Grüße,
Juli

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Erziehung ohne Schläge
Moin Andre,

das Furchtbare an Schlägen ist ja tatsächlich, dass sie scheinbar nutzen. Ich schreibe absichtlich „scheinbar“, weil das Kind eben nicht lernt, sondern sein Verhalten aus Angst und Schmerz ändert, den ihm der Mensch zugefügt hat, dem es eigentlich vertrauen soll.

Die hier geschilderten Szenen zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie Eltern beschreiben, die eben nicht in der Lage sind, ihren Kindern Grenzen zu setzen. Auch die schlagenden Eltern sind dazu nicht in der Lage. Es wählen nur den einfachsten Weg der Verhaltensänderung.

Vielleicht solltest du mal
anfangen, dich damit auseinanderzusetzen, bevor du anfänst,
dein Kind zu schlagen.

Ich muß das noch lernen, in spätestens 14 Tagen bin ich Vater.
Aber ich bin gewiß kein Schläger, nur wenns reicht, Worte
nichts nützen, dan knallts eben mal.

Es liegt einzig und allein an dir und deien erzieherischen Fähigkeiten, ob es reicht. Noch mal ganz deutlich: wenn du eines Tages dein Kind tatsächlich schlagen solltest dann nicht, weil du ein besonders „schlimmers“ Kind hast, sondern wei du in deiner Erziehung versagt hast. Und dein Kind darf dafür die Schmerzen und den Vertrauensverlust erdulden.

Ich hoffe ja, dass ihr euch auch was Erziehung angeht gründlich auf euer Kind vorbereitet (komisch, dass jeder einsieht, dass man zum Autofahren einen Führerschein braucht, aber kaum einer, dass er zur Kindererziehung auch was lernen sollte). Für die ersten Jahre kann ich unbedingt folgendes Buch empfehlen: Remo H. Largo: Babyjahre ISBN: 3492233198 Buch anschauen und ganz speziell über das Grenzen setzen: Jan-Uwe Rogge: Kinder brauchen Grenzen: ISBN: 3499616467 Buch anschauen

Du musst dein Kind nicht schlagen. Schlagen ist nicht erziehen sondern Angst und Schmerz bereiten. Wie du später mit deinem Kind umgehen wirst und dein Kind mit dir ist eine Frage deiner Erziehung. Also mach dich schlau und erzieh dein Kind erfolgreich ohne Prügel. Dein Kind wird es dir danken.

Gruß
Marion

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Hallo marion,
wie viele Kinder hast Du?
Gruß Lucy

Moin,

Hallo marion,
wie viele Kinder hast Du?

Ausreichend und „schlimm“ und alt genug, um aus eigener Erfahrung bestätigen zu können, dass es auch ohne Schläge geht.

Zufrieden ? *g*.

Gruß
Marion

Wieso glaubst Du eigentlich,
Hi!

Oder Typisch für ein Kind ohne Grenzen!!!

dass das Aufzeigen von Grenzen etwas mit Schlägen (und ich unterscheide da nicht zwischen Klaps, Ohrfige und sonst was - alles ist Gewalt und somit sinnlos) zu tun haben soll?

Denke doch fakt ist an dieser Stelle, dass man sich nicht über
etwas aufregen sollte, bei dem man Tatenlos zusieht und erst
mal den rat der allgemeinhit einhohlt, weil selbst
entscheidungsunfähig… nein, das ist verantwortungslos und
ein merkmal einer gesellschaft, die in weiten zügen, schon
lange überfordert ist

Hier kann ich Dir nicht mal widersprechen!

LG
Guido