Grenzpuls

Hallo Wissende.

Ich habe in einem –zugegeben etwas laienhaft geschriebenem Buch – gelesen, dass der Grenzpuls von der Sportart abhängig ist…

Hierzu meine Frage: kann das sein, dass der Laktatgehalt im Blut bei unterschiedlichen aeroben Sportarten bei gleichem Puls unterschiedlich hoch ist? Wenn ja, wie ist das zu erklären?

Bitte nur reine Fakten – eine Meinung habe ich selbst!
Danke!

Beste Grüße
Lothar

H wie Hola.

dass der Grenzpuls von der Sportart abhängig ist…

Jein. Von der physiologischen Seite nicht.
Maximalpuls ist Maximalpuls. Wenn ich mich ausbelaste, stoße ich von der Herzfrequenz her beim Laufen wie auch beim Radfahren an die gleiche Grenze.

Den Unterschied machten eher die äußeren Bedingungen aus.

Ganz trivial: Schwimmen. Dort bist Du ständig von einem stark kühlenden Medium umgeben. Deswegen liegt der Puls immer einige Schläge weiter unten (obwohl man die gleiche Leistung erzeugt).

MfG

Hi Canding.

Ok, das klingt plausibel.
Vielen Dank und beste Grüße!

Lothar

Moin Lothar,

Ich habe in einem –zugegeben etwas laienhaft geschriebenem
Buch – gelesen, dass der Grenzpuls von der Sportart abhängig
ist…

Das ist korrekt. In der Sportart, in der man am besten trainiert, zumindest im Ausdauerbereich, erreichst du in der Regel die höchste Herzfrequenzen.
Ich hätte da mal eine Tabelle:

http://www.ragdoll.gmxhome.de/hf-tabelle.jpg

Hierzu meine Frage: kann das sein, dass der Laktatgehalt im
Blut bei unterschiedlichen aeroben Sportarten bei gleichem
Puls unterschiedlich hoch ist? Wenn ja, wie ist das zu
erklären?

Das ist damit zu erklären, dass die Zuordnung Lactatwert/Herzfrequenz nur für eine Sportart gilt, beim Betreiben einer anderen Sportart wird der selbe Sportler ein völlig abweichendes Lactatverhalten erzielen.
Das hängt ab von der Bewegungsgeschwindigkeit, dem Kraftaufwand, der eingesetzten Muskelmasse mit der eine Leistung erzeilt wird.
Deswegen ist bei Ausdauersportarten mit erhöhtem Kraftaufwand(z.b. Radfahren oder Rudern) die Lactatleistungskurve zumeist flacher und auch auch der Maximallactatwert niedriger als z.B. beim Laufen.
Auch dazu hätte ich etwas:

http://www.ragdoll.gmxhome.de/lactat.jpg

Das heißt, die ermittelten Werte für die maximale Herzfrequenz und die Lactatkurve gelten nur für eine Sportart und dürfen nicht übertragen werden.
Es wäre also ein böser Fehler, wenn jemand einen Leistungstest auf einem Fahrradergometer gemacht hat und diese Werte dann z.B. zur Trainingssteuerung beim Skilanglauf oder beim Laufen verwendet.

CU

Axel

Besten Dank Axel!

DAS nenne ich mal eine konkrete Antwort auf eine konkrete Frage!
Vielen Dank für die Infos!

Beste Grüße

Lothar

H wie Hola.

Schön geschrieben.

Dennoch ist die Frage eigentlich verfänglich. Die konkrete physiologische Belastung ändert sich zwar, doch der Maximalpuls ist eine fast ausschließlich genetisch bestimmte Größe.
Er verschiebt sich nur deshalb, weil Umweltparameter auf den Körper einwirken. Beim Vergleich vom Schwimmen zum Radfahren kann man das immer sehr gut beobachten. Hat man eine Weile bei eher kühlem Wetter trainiert, und kommt dann ein echt heißer Sonnentag (siehe Sommer 2006), so liegt bei gleicher Leistung die Herzfrequenz erstmal höher (bis zur nächsten Anpassung des Körpers).

Maximalpuls bleibt aber Maximalpuls. Ich hab zum Beispiel 202. Unter Ausbelastung entscheidet dann einzig und allein der Trainingszustand, ob ich an die 202 komme, oder nicht. Sprich, bin ich im Hochpunkt der Formkurve, komme ich auch immer an die 202 ran, ob im Sommer oder im Winter. Nur ist es dann meist so, daß man unter den schwierigeren Bedingungen langsamer fährt.

Beim Schwimmen dagegen sind die 202 nie im Leben drin. Das liegt aber nicht an der Technik des Schwimmens selbst, sondern das liegt am Wasser drumherum und dessen Temperatur.

Und dieses Schema trifft bspw. auch auf das Laufen oder auf Zirkeltraining zu (das kenne ich sogar aus eigener Erfahrung).

MfG

Servus Canding.

Meine Frage bezog sich eigentlich weniger auf den Maximalpuls, als vielmehr auf den Grenzpuls - also den Bereich für die optimale Fettverbrennung. Klar, dass die beiden Werte in Zusammenhang stehen…

Beste Grüße
Lothar

H wie Hola.

Kein Wunder, daß mir die Diagramme von Axel so merkwürdig vorkamen.
Dann war das von meiner Seite her ein großes Mißverständnis :wink:

MfG

M wie Mahlzeit,

Beim Schwimmen dagegen sind die 202 nie im Leben drin. Das
liegt aber nicht an der Technik des Schwimmens selbst, sondern
das liegt am Wasser drumherum und dessen Temperatur.

kannst Du diese Aussage belegen? Ich habe zwar keine Erfahrung darin, weil ich Schwimmen niemals als Training betrieben habe, aber als Herzpatient wurde mir anfangs strengstens untersagt, ins Wasser zu gehen. Als Begründung wurde die doppelte Belastung des Herzens angegeben: erstens der äußere Wasserdruck, gegen den das Herz zusätzlich pumpen muß; zweitens, gerade bei kaltem Wasser, eine weitere Erhöhung der Herzfrequenz, die durch die Verengung der Gefäße verursacht wird.

Auf die Schnelle fand ich im Netz folgendes dazu:
Schwimmen ist eine gute Bewegungsform, die sowohl Arme als auch Beine beansprucht. Manche Bewegungen, die durch orthopädische oder Gewichtsprobleme behindert sind, sind im Wasser leichter auszuführen. Beim Brustschwimmen kann bei falscher Technik eine hohe Belastung auf Gelenke und Wirbelsäule auftreten. Bei älteren Leuten empfiehlt sich Seitenschwimmen, um eine länger dauernde Überstreckung der Halswirbelsäule wie beim Brustschwimmen zu vermeiden. Wichtig ist weiters die Wassertemperatur: Zu kaltes Wasser kann durch Verengung der Blutgefäße einen Blutdruckanstieg, Beschleunigung von Puls und Atmung bewirken und dadurch ev. Angina pectoris Beschwerden auslösen. Die optimale Herzfrequenz soll etwa 10 Schläge pro Minute niedriger liegen als beim Laufen. (http://www.aas.at/news.html)

Gruß

Sancho

H wie Hola.

Wie dort schon steht: zu kaltes Wasser.

Ich habe die Herzfrequenz auch schon mit entsprechend wassertauglicher Technik überprüft und sowohl der aerobe Bereich wie auch die HF_max bei Ausbelastung waren deutlich geringer als Vergleichbares beim Laufen und auf dem Rad.

Der im allgemeinen niedrigere Puls wurde mir auch schon von Schwimmern bestätigt. Ich verlasse mich einfach darauf. Die schwimmen auf Leistung, ich mach das als Ergänzung. Also unterstelle ich einfach einmal, daß die echten Amateure und Profis es besser wissen.

Irgendwie aber auch klar, daß bei einem geringeren Gefäßquerschnitt die HF steigt; ich mach aber kein Eisbaden oder gehe bei blöden Temperaturen ins Wasser. :smiley:

MfG