Hallo,
gibt es irgendwo eine Aufstellung über derartige, verifizierbare, Zwischenfälle/Grenzverletzungen zwischen Polen und Deutschland Ende August 1939,etwa ab dem 20.08.1940, so z. B. auch Beschuss deutscher Flugzeuge durch polnische Flugabwehr, etc.
Gleiwitz und zwei andere durch Deutsche verübte Aktionen werden von Rechtsextremen zugegeben. Gab es da noch andere.
Gruss
Rainer
Da der ursprüngliche Angriffstermin (26.08.39) wegen Unstimmigkeiten zwischen Hitler und Mussolini verschoben werden mußte, kam am 25./26.08. zu Grenzzwischenfällen, da nicht alle Einheiten zurückbeordert werden konnten (Befehlsausgabe war am 25.08. 15:00 und um 18:30 wurde das Unternehmen verschoben). So kam es, daß in der Nacht zum 26.08. eine Sondereinheit der Abwehr (später „Division Brandenburg“) den Jablonka-Paß einnahm und 2000 polnische Gefangene machte.
Desweiteren kam es auch in Ostpreußen zu Scharmützeln.
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Hallo,
das war mir bekannt. Mir geht es speziell um die im Amtlichen Deutschen Weissbuch zur Vorgeschichte des Krieges genannten „Zwischenfälle“ mit deutschen Flugzeugen,
wie Lufthansaflugzeug D-APUP am 23. oder 24.08.1939 um 13.15 Uhr so 15 - 20 Km vor Hela
oder
Lufthansaflugzeug D-AMYO am 23. oder 24.08.1939 um 16 Uhr in etwa 10 Km vor Hela.
Gruss
Rainer
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Besser?
Hallo,
das war mir bekannt. Mir geht es speziell um die im Amtlichen
Deutschen Weissbuch zur Vorgeschichte des Krieges genannten
„Zwischenfälle“ mit deutschen Flugzeugen,
wie Lufthansaflugzeug D-APUP am 23. oder 24.08.1939 um 13.15
Uhr so 15 - 20 Km vor Hela
oder
Lufthansaflugzeug D-AMYO am 23. oder 24.08.1939 um 16 Uhr in
etwa 10 Km vor Hela.
Gruss
Rainer
Ich habe diesbezüglich auch nur die, Dir wahrscheinlich schon bekannten, Angaben des damaligen Auswärtigen Amtes gefunden:
23.08.1939
Gegen 11.25 Uhr ist die fahrplanmäßige Verkehrsmaschine
Berlin-Danzig-Königsberg in der Nähe von Heisternest, auf
der Halbinsel Hela, von polnischer Seite scharf beschossen
worden. Die Maschine befand sich etwa sechs Seemeilen von der
Küste entfernt und flog in einer Höhe von etwa 50 m. Die
Schüsse lagen etwa je 50 m seitlich der Maschine sowie vor
dem Flugzeug. Nur durch Zufall wurde das Flugzeug nicht
getroffen.
(Weisungsgemäß fliegen die deutschen Verkehrsmaschinen seit
gestern abend nicht mehr durch die vorgeschriebenen Zonen über
dem polnischen Korridor, sondern müssen den Umweg über die Ostsee
machen.)
24.08.1939
Außer der bereits gestern gemeldeten Beschießung des
Lufthansa-Flugzeuges D-APUP vor Hela sind bei der
Deutschen Lufthansa noch zwei weitere Meldungen über Beschießung
von Flugzeugen eingegangen:
1. Das Flugzeug D-APUP, Typ Savoia, Flugzeugführer Böhner, ist
auf dem Flug von Danzig nach Berlin um 13.15 Uhr vor Hela aus
und auch von einem 40 km von der Küste liegenden polnischen
Kreuzer durch Flak beschossen worden. Die Entfernung des
Flugzeuges von der Halbinsel Hela betrug 15 bis 20 km, die
Flughöhe 1500 m. Sprengwolken von 8 Schüssen wurden in größerer
Entfernung von der Maschine beobachtet.
2. Das Flugzeug D-AMYO, Typ Ju 86, Flugzeugführer Neumann, wurde
auf dem Flug von Danzig nach Berlin um 16 Uhr von der Halbinsel
Hela aus beschossen. Entfernung von der Küste 5 bis 6 Seemeilen,
Flughöhe 1 200 m. Die Schüsse lagen zu kurz und zu tief.
Wenn ich das richtig gelesen habe, hat es Ende 1939 einen Angriff von polnischer Polizei auf deutsche Grenzbeamte und einen deutschen Rundfunksender gegeben, das allein war aber sicher kein Grund, einen Krieg anzufangen. Gruß Sergej.
Nicht richtig gelesen
Hallo, Sergej,
da ist Dir ein wenig durcheinander geraten.
Lies noch einmal nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Gleiwitz (besonders den zweiten Absatz.
Gruß
Eckard
Wenn ich das richtig gelesen habe, hat es Ende 1939 einen
Angriff von polnischer Polizei auf deutsche Grenzbeamte und
einen deutschen Rundfunksender gegeben, das allein war aber
sicher kein Grund, einen Krieg anzufangen. Gruß Sergej.
nein hast du anscheinend überrhaupt nicht richtig verstanden…
meines Geschichtswissen nach, hat es von der polnischen Seite gar keine „Provokationen“ (oder was als solches von den Nazis aufgefasst werden konnte) stattgefunden, um eben genau das, was dann eintrat, der Überfall auf Polen, ncht zu provozieren.
Deshalb hat dann auch die SS dies üernommen/organisiert/durchgeführt.
Was der Grund für den Krieg war, weiß ich nicht genau (weiß wohl keiner genau; Größenwahn?!..), aber er liegt auf keinen Fall bei der Reaktion auf polnische Provokationen…
weiß „man“ aber eigentlich; oder ziehlte dein Frage auf etwas ander´s ab?
servus
Ich habe diesbezüglich auch nur die, Dir wahrscheinlich schon
bekannten, Angaben des damaligen Auswärtigen Amtes gefunden:23.08.1939
Gegen 11.25 Uhr ist die fahrplanmäßige Verkehrsmaschine
Berlin-Danzig-Königsberg in der Nähe von Heisternest, auf
der Halbinsel Hela, von polnischer Seite scharf beschossen
worden. Die Maschine befand sich etwa sechs Seemeilen von der
Küste entfernt und flog in einer Höhe von etwa 50 m. Die
Schüsse lagen etwa je 50 m seitlich der Maschine sowie vor
dem Flugzeug. Nur durch Zufall wurde das Flugzeug nicht
getroffen.(Weisungsgemäß fliegen die deutschen Verkehrsmaschinen seit
gestern abend nicht mehr durch die vorgeschriebenen Zonen über
dem polnischen Korridor, sondern müssen den Umweg über die
Ostsee
machen.)24.08.1939
Außer der bereits gestern gemeldeten Beschießung des
Lufthansa-Flugzeuges D-APUP vor Hela sind bei der
Deutschen Lufthansa noch zwei weitere Meldungen über
Beschießung
von Flugzeugen eingegangen:
Das Flugzeug D-APUP, Typ Savoia, Flugzeugführer Böhner, ist
auf dem Flug von Danzig nach Berlin um 13.15 Uhr vor Hela aus
und auch von einem 40 km von der Küste liegenden polnischen
Kreuzer durch Flak beschossen worden. Die Entfernung des
Flugzeuges von der Halbinsel Hela betrug 15 bis 20 km, die
Flughöhe 1500 m. Sprengwolken von 8 Schüssen wurden in
größerer
Entfernung von der Maschine beobachtet.Das Flugzeug D-AMYO, Typ Ju 86, Flugzeugführer Neumann,
wurde
auf dem Flug von Danzig nach Berlin um 16 Uhr von der
Halbinsel
Hela aus beschossen. Entfernung von der Küste 5 bis 6
Seemeilen,
Flughöhe 1 200 m. Die Schüsse lagen zu kurz und zu tief.
Und wie darf man diese Aktionen Werten???
Versehen, Warnung, Absicht… scheinen ja alle eher halbherzig gewesen zu sein; und Unfähigkeit??
schönen Abend noch,
servus
Werten wie du willst
Und wie darf man diese Aktionen Werten???
Versehen, Warnung, Absicht… scheinen ja alle eher halbherzig
gewesen zu sein; und Unfähigkeit??
schönen Abend noch,
servus
Die Polen rechneten seit März 1939 mit einem deutschen Angriff. Ende August erfolgte die Mobilisierung der polnischen Armee. Ich vermute daß man mit der Beschießung der Flugzeuge, die deutsche Luftfahrt auf Abstand zu den polnischen Festungsanlagen auf Hela halten wollte, um den Deutschen keine Gelegenheit zu Aufklärungsflügen oder Überraschungsangriffen zu geben.
Was der Grund für den Krieg war, weiß ich nicht genau (weiß
wohl keiner genau; Größenwahn?!..),
Stichwort: Revidierung des Versailler Vertrags
Was der Grund für den Krieg war, weiß ich nicht genau (weiß
wohl keiner genau; Größenwahn?!..),Stichwort: Revidierung des Versailler Vertrags
ist mir wohlbekannt; war ja auch die offizielle Behauptung der Nazi´s…
dass es unter Strich wohl um eine „schlichte“ Welt- oder Europaeroberung rauslaufen sollte, hab ich gemeint; also die wirklichen Begweggründe.
darüber kann man sich aber die Finger wund schreiben ;o)
schönen Gruß
servus
danke oT
s.o.
ot: Ursachen, Anlaß, Pläne
Was der Grund für den Krieg war, weiß ich nicht genau (weiß
wohl keiner genau; Größenwahn?!..),Stichwort: Revidierung des Versailler Vertrags
ist mir wohlbekannt; war ja auch die offizielle Behauptung der
Nazi´s…
Nein, es vertreten viele Historiker (z.B. Marc Ferro) die Meinung, daß es sich beim 2. Weltkrieg nur um die Fortsetzung des Ersten gehandelt hat und man die Jahre 1914-45 als eine große Auseinandersetzung (mit Waffenpause) sehen muß. De Gaulle sprach in diesem Zusammenhang vom Dreißigjährigen Krieg.
dass es unter Strich wohl um eine „schlichte“ Welt- oder
Europaeroberung rauslaufen sollte, hab ich gemeint; also die
wirklichen Begweggründe.
Welt- bzw. Europaeroberungspläne gab es 1939 nicht und waren auch nicht die Beweggründe für den Angriff auf Polen. Wenn Du willst kann ich Dir dies belegen, ansonsten laß ich es, denn um es mit deinen Worten zu sagen
darüber kann man sich aber die Finger wund schreiben ;o)
Gruß
Nein, es vertreten viele Historiker (z.B. Marc Ferro) die
Meinung, daß es sich beim 2. Weltkrieg nur um die Fortsetzung
des Ersten gehandelt hat und man die Jahre 1914-45 als eine
große Auseinandersetzung (mit Waffenpause) sehen muß. De
Gaulle sprach in diesem Zusammenhang vom Dreißigjährigen
Krieg.
diese Meinung vertrete ich aber nicht; natürlich kann man dass im Nachhinein so sehen (nahezu die gleichen Kriegsteilnehmer, große Kriege etc.) und ich bestreite gar nicht, dass ohne den 1. WK und vorallem den Kapittulationsbedingungen der 2. WK gerade zu provoziert wurde (wenn auch unabsichtlich). Allerdings sind die Motive vollkommen unterschiedlich: im 1.WK wollten man mehr oder minder 1870/71 wiederholen und es war ein Krieg zwischen ebenwürdigen Gegnern, im 2. WK war es ein Krieg zwischen (hochstilisierten Todfeinden auf Leben und Tod, wo eher um der Idieologie willen, denn um die Nation gekämpft wurde (das eine schließt das andere allerdings nicht aus).
und ohne Hitler, der bekanntlich Lebensraum im Osten=Eroberung wollte, wäre dieser Krieg, für den Hitler wohl hauptverantwortlich und mitgestalltend (zumindest zu Beginn) war, garantiert nicht so verlaufen wie er verlief.
Welt- bzw. Europaeroberungspläne gab es 1939 nicht und waren
auch nicht die Beweggründe für den Angriff auf Polen. Wenn Du
willst kann ich Dir dies belegen, ansonsten laß ich es, denn
um es mit deinen Worten zu sagen
also durch Zufall hab ich im Kartenraum meiner Schule ein Überbleibsel aus der Vorkriegszeit in Form einer Karte gefunden, wo alle Herrschaftsansprüche „Deutschlands" markiert waren und da war einiges mehr als Europa eingezeichnet; und das war eine vom Staat in Auftrag gegebene Karte.
Allerdings stütz ich mich natürlich nicht nur darauf, sondern
darüber kann man sich aber die Finger wund schreiben ;o)
wenn es sein muss ;o)
schönen Gurß
servus
diese Meinung vertrete ich aber nicht; natürlich kann man dass
im Nachhinein so sehen (nahezu die gleichen Kriegsteilnehmer,
große Kriege etc.) und ich bestreite gar nicht, dass ohne den
- WK und vorallem den Kapittulationsbedingungen der 2. WK
gerade zu provoziert wurde (wenn auch unabsichtlich).
Genau darum geht es: das durch die Friedensverträge von 1917-19 in ganz Europa Brennpunkte geschaffen wurden, deren Revidierung u.a. 1939 den Zweiten Weltkrieg auslöste und die erst durch Vertreibung und dem 40 Jahre andauernden Kalten Krieg einigermaßen entschärf wurden (Letzter verbleibender ist das ehemalige Jugoslawien).
Es gab keinen Staat in Süd-/ Mittel-/ Osteuropa, der keine ethnischen Minderheiten im In- oder Ausland hatte. Durch die Welt-wirtschaftskrise verschärfte sich die Situation (Europa war seit dem 1.WK finanziell völlig von der USA abhängig) und es kam zu Spannungen zwischen den Volksgruppen.
Allerdings sind die Motive vollkommen unterschiedlich
das ist richtig, denn die Mehrheit der Ursachen des Zweiten liegen in den Ergebnissen des Ersten.
im 2. WK war es ein
Krieg zwischen (hochstilisierten Todfeinden auf Leben und Tod,
wo eher um der Idieologie willen, denn um die Nation gekämpft
wurde (das eine schließt das andere allerdings nicht aus).
und ohne Hitler, der bekanntlich Lebensraum im Osten=Eroberung
wollte, wäre dieser Krieg, für den Hitler wohl
hauptverantwortlich und mitgestalltend (zumindest zu Beginn)
war, garantiert nicht so verlaufen wie er verlief.
Das Deutschland mit seinem Angriff auf Polen den 2.WK ausgelöst bleibt unbestritten, daraus dann aber Welteroberungspläne abzuleiten halte ich für falsch. Die Ereignisse zwischen Polen- und Rußlandfeldzug waren eher eine Kettenreaktion, die von keiner Kriegspartei mehr kontrolliert werden konnte.
Hitler und andere NS-Größen/-Organisationen haben (versucht) den Krieg politisieren/ ideologisieren. Wenn man von einem Kampf der Weltanschauungen überhaupt sprechen kann, dann erst ab 1941 mit dem Angriff auf die SU. Mit der Forderung nach Lebensraum im Osten konnte Hitler, außer ein paar eingefleischten Nationalsozialisten oder Industriellen, keinen Deutschen locken (die meisten sind ihr Leben lang nicht aus ihrem Dorf gekommen und sollen sich dann irgendwo in der SU ansiedeln wollen?).
also durch Zufall hab ich im Kartenraum meiner Schule ein
Überbleibsel aus der Vorkriegszeit in Form einer Karte
gefunden, wo alle Herrschaftsansprüche „Deutschlands" markiert
waren und da war einiges mehr als Europa eingezeichnet; und
das war eine vom Staat in Auftrag gegebene Karte.
Allerdings stütz ich mich natürlich nicht nur darauf
Die Karte interessiert mich ernsthaft.
Du bist sicher:
- daß es nicht um deutsche Siedlungsgebiete im Ausland ging (die waren Weltweit)?
- daß die Karte aus der Vorkriegszeit ist (diese sind an Schulen ja eher selten)
- daß es nicht um deutsche Besitzungen aus der Zeit vor 1914 ging (Reichsgebiete, Schutzgebiete usw.)
Ein wenig habe ich mich mit dem Thema ja auch schon beschäftigt, aber eine derartige Karte aus der Zeit 1933-39 ist mir noch nicht untergekommen.
Gruß
Genau darum geht es: das durch die Friedensverträge von
1917-19 in ganz Europa Brennpunkte geschaffen wurden, deren
Revidierung u.a. 1939 den Zweiten Weltkrieg auslöste und die
erst durch Vertreibung und dem 40 Jahre andauernden Kalten
Krieg einigermaßen entschärf wurden (Letzter verbleibender ist
das ehemalige Jugoslawien).
Es gab keinen Staat in Süd-/ Mittel-/ Osteuropa, der keine
ethnischen Minderheiten im In- oder Ausland hatte. Durch die
Welt-wirtschaftskrise verschärfte sich die Situation (Europa
war seit dem 1.WK finanziell völlig von der USA abhängig) und
es kam zu Spannungen zwischen den Volksgruppen.
was allerdings nicht umbedingt zwingend in einem neuen großen Krieg sich hätte ausweiten müssen; der V.-vertrag war zu Teilen ja schon vor 1933 revidiert worden, und danach bis 39 ohne Krieg der Rest (außer Gebietsverluste), so weit ich weiß.
Die meisten Deutschen waren ja auch ohne Krieg „Heim ins Reich“ geholt worden, und über den Danzigerkorridor hätte „man“ sich sicher auch gütlich einigen können, wenn „man“ nicht Hitler gewesen wäre.
das ist richtig, denn die Mehrheit der Ursachen des Zweiten
liegen in den Ergebnissen des Ersten.
welche Mehrheit??? Außer die empfundenen Schmach und geringem Gebietsverlust (der bis 39 bei weitem ausgeglichen war) kann ich keine Ursachen mehr sehen; die Wirtschaft lief ja wieder (wenn auch auf Kosten der Staatsverschuldung)
Das Deutschland mit seinem Angriff auf Polen den 2.WK
ausgelöst bleibt unbestritten, daraus dann aber
Welteroberungspläne abzuleiten halte ich für falsch. Die
Ereignisse zwischen Polen- und Rußlandfeldzug waren eher eine
Kettenreaktion, die von keiner Kriegspartei mehr kontrolliert
werden konnte.
konrolliert nicht, aber gewollt, zumindest von deutscher Seite.
Hitler und andere NS-Größen/-Organisationen haben (versucht)
den Krieg politisieren/ ideologisieren. Wenn man von einem
Kampf der Weltanschauungen überhaupt sprechen kann, dann erst
ab 1941 mit dem Angriff auf die SU. Mit der Forderung nach
Lebensraum im Osten konnte Hitler, außer ein paar
eingefleischten Nationalsozialisten oder Industriellen, keinen
Deutschen locken (die meisten sind ihr Leben lang nicht aus
ihrem Dorf gekommen und sollen sich dann irgendwo in der SU
ansiedeln wollen?).
davor zwischen „freier Welt“ (=Demokratien) und Nazionalsozialismus; nach 41 sowieso; außerdem war der Frankreichfeldzug nur Mittel zum Zweck der Eroberung Russlands.
Die Karte interessiert mich ernsthaft.
Du bist sicher:
- daß es nicht um deutsche Siedlungsgebiete im Ausland ging
(die waren Weltweit)?- daß die Karte aus der Vorkriegszeit ist (diese sind an
Schulen ja eher selten)- daß es nicht um deutsche Besitzungen aus der Zeit vor 1914
ging (Reichsgebiete, Schutzgebiete usw.)
sicher bin ich mir leider nicht, aber ich weiß, dass:
- es sich um keine Siedlungsgebiete handelte, weil da der „territoriale Anspruch der deutschen Rasse“ in der Legende vermerkt war und ganz Europa rot gekennzeichnet war, und schraffiert waren Amerika unter anderem.
- mit der Vorkriegszeit kann ich dir leider nicht 100% garantieren aber davon geh ich mal schwer aus (bezweifel dass man nach 45 den Begriff „deutsche Rasse“ auf Schulkarten gedruckt hat)
- nein, um Schutzgebiet ging es 100% auch nicht
außerdem gibt es noch mindestens eine alte Karte die den Ursprung der Deutschen sammt Völkerwanderung -mit rassistischen Kommentaren versehen- zeigt.
woher die Karten allerdings kommen wundert mich etwas, da die Schule als SS-Kaserne und Lazerett vor Kriegsende benutz wurde…
nach zu lesen unter http://www.schulen.regensburg.de/aag/
achja, dass die besagte Karte noch existiert kann ich dir allerdings überhaupt nicht garantieren (kann aber mal bei Gelegenheit den Kartenraum nochmal durchsuchen), weil irgendeine „Ulknudel“ vor 3 oder 4 Jahren den Kartenraum angezündet hat und dabei an die 20 Karten verkohlt sind…
Ein wenig habe ich mich mit dem Thema ja auch schon
beschäftigt, aber eine derartige Karte aus der Zeit 1933-39
ist mir noch nicht untergekommen.
ja hat mich auch sehr gewundert; dass auf die keiner Aufmerksam geworden ist wundert mich allerdings überhaupt nicht, die Katalogisierung ist schon längst nicht mehr aktuell und Karten benutzen sowieso nur noch 1 oder 2 Lehrer.
also dann,
servus
Hallo,
was allerdings nicht umbedingt zwingend in einem neuen großen
Krieg sich hätte ausweiten müssen; der V.-vertrag war zu
Teilen ja schon vor 1933 revidiert worden, und danach bis 39
ohne Krieg der Rest (außer Gebietsverluste), so weit ich weiß.
Der Versailler Vertrag war 1939, bis auf die Frage der deutschen Minderheit in Polen, größtenteils (durch Hitler) revidiert worden.
Aber, ich denke in diesem Punkt sind wir uns einig, aus dem Versailler Vertrag läßt sich natürlich nicht der komplette Kriegsverlauf ableiten, sondern eigentlich nur der deutsche Angriff auf Polen, max. vielleicht noch eine Auseinandersetzung mit Frankreich und GB. Der Krieg mit der SU hatte dann eher ideologische Ursachen die Hitler zu verantworten hat. Die anderen Kriegsschauplätze (Nord-, Südeuropa, Balkan, Afrika) wurden Deutschland durch seine Verbündeten und Gegner aufgehalst – und dort lagen die Ursachen für die Auseinandersetzungen fast immer in den Ergebnissen des 1.WK.
Die meisten Deutschen waren ja auch ohne Krieg „Heim ins
Reich“ geholt worden,
Das waren aber genau die Deutschen, die seit Hunderten von Jahren eigenständig (weil k.u.k. Ö/U) waren. Die Deutschen die durch den Versailler Vertrag von Deutschland getrennt wurden, lebten aber hauptsächlich in Polen.
und über den Danzigerkorridor hätte
„man“ sich sicher auch gütlich einigen können, wenn „man“
nicht Hitler gewesen wäre.
Hitler forderte am 21.03.39 Danzig und zwei Transitstrecken durch den Korridor von Polen, im Gegenzug bot er u.a. eine endgültige Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze. Die Ernsthaftigkeit von Hitlers Absichten ist natürlich fraglich und er wird dadurch auch zu keinem Pazifisten. Die Reaktion der Polen (Teilmobilisierung der Armee), zeigt aber auch, daß sie zu keinen Gesprächen bereit waren und vollends auf den Schutz durch die West-Alliierten vertrauten.
das ist richtig, denn die Mehrheit der Ursachen des Zweiten
liegen in den Ergebnissen des Ersten.welche Mehrheit??? Außer die empfundenen Schmach und geringem
Gebietsverlust (der bis 39 bei weitem ausgeglichen war) kann
ich keine Ursachen mehr sehen; die Wirtschaft lief ja wieder
(wenn auch auf Kosten der Staatsverschuldung)
Außer dem Versailler Vertrag gab es ja noch mehr Verträge mit anderen Mittelmächten, in denen die Alliierten (abgesehen vom Vertrag von Brest-Litowsk) ganz Europa neuordneten. Wie oben erwähnt läßt sich aus der Revidierung des Versailler Vertrags nur ein Teil des Krieges herleiten (es ging ja anfänglich nur um Polen), das übergreifen des Konflikts auf das restliche Europa und Afrika hat seine Wurzeln dann aber in den anderen Verträgen (die SU nimmt hierbei einen Spezial-Fall ein).
davor zwischen „freier Welt“ (=Demokratien) und
Nazionalsozialismus;
dann hätte es kein Bündnis zw. Deutschland (NS) und Finnland (Demokr.) gegeben, der Umgang mit den Briten wäre ein anderer gewesen (Hitler wollte sie ja lieber zum Verbündeten als zum Feind – ein „Dünkirchen“ hätte es in der SU nicht gegeben) und man hätte die demokrat. Staaten Schweden und Schweiz besetzen müssen. Andersrum war Polen keine Demokratie, sondern ein autoritär-regierter (faschistischer) Staat – mit dem die West-Alliierten der „freien Welt“-wegen kein Bündnis und die Nationalsozialisten als „Demokratie-Gegner“ kein Krieg hätten haben müssen. Nach der von Hitler bestimmten NS-Ideologie war die Demokratie eine Fehlentwicklung der Geschichte, der früher oder später zwangsläufig der NS folgen müßte (ähnlich der marxistischen Kapitalismus-Kommunismus-Theorie), während der Bolschewismus eine jüdische Staatsform sei, der die Welt bedrohe und gegen den man sich aktiv zur Wehr setzen müßte.
Schönes Wochenende
Bayern / Preußen
Wenn ich das richtig verstanden habe, gabs damals so eine Art Rivalität zw. Polen und GER, so ähnlich wie bei Bayern und „Saupreißn“. (Bitte nicht allzu persönlich nehmen
)
Diese wurde dann durch massivste Propaganda aufgeblasen und gipfelte in der „Seit 5.45Uhr wird „zurück“-geschossen!“ Geschichte.
Hitler hat ja anlässlich dessen gesagt: Er bringt die Polenfrage endlich zu einer Entscheidung!
Also irgendeinen Streß gabs da wohl schon… Da sieht man dann was passiert, wenn Stammtischparolen politische Doktrin werden. Prost!
MfG
Nick
Was der Grund für den Krieg war, weiß ich nicht genau (weiß
wohl keiner genau; Größenwahn
Ein Landweg nach Ostpreussen dem Polen nicht zustimmte zum Beispiel…
Also irgendeinen Streß gabs da wohl schon…
Ohauerha - das ist aber äußerst flach argumentiert.
Tu Dir einen Gefallen, und schau Dir die Karte von Deutschland zwischen den Kriegen an : Recht weit im Osten befand sich ein Fetzen Deutschland, den Du nur durch den sog. „Korridor“ oder auf dem Seeweg erreichen konntest. So etwas nennt man eine Exklave, und diese wiederum entstand als Folge des Ersten Weltkrieges. Wohlgemerkt : Es handelte sich dabei nicht um Territorium, das, wie Elsass/Lothringen etwa, schon mehrfach hin und zurück annektiert worden war, sondern um ehemals preußisches Staatsgebiet (Ende des 18.Jh. : zweite polnische Teilung), das mit dem Versailler Vertrag vom Deutschen Reich abgetrennt wurde. Danzig war dann sogenannte freie Stadt und gehörte territorial zu Deutschland, zolltechnisch aber zu Polen.
Dass Ostpreußen durch den Danziger Korridor vom Reich abgeschnitten wurde, war nicht „irgendein Stress“, sondern ein heftiges Wirtschaftshemmnis. Und so etwas war auch damals schon nicht beliebt. Dass es dem Rotzbremsenträger gelang, diese Frage zum Hauptgrund für den Überfall auf Polen hochzusterilisieren, war keine besondere Leistung - das hätten auch Demagogen kleineren Kalibers geschafft.
Da sieht man dann was passiert, wenn Stammtischparolen politische Doktrin
werden.
Etwas mehr als Stammtischniveau hatte die Thematik in der politischen Diskussion aber durchaus. Erst die kinderkackfarbigen Herrschaften brachten es allerdings so weit, daraus eine „Überrrlebensfrrage“ für das deutsche Volk zusammen zu halluzinieren.
Gruß kw