gestern ist mir dieser Begriff untergekommen, und augenscheinlich kommt er von
„greifen“. Aber warum? Greifen kann man doch fast jeden Gegenstand. Müsste es
analog nicht richtiger sowas wie „Schribbel“ heißen? Warum greifen die wichtigste
Tätigkeit sein soll, die man mit einem Griffel ausführt, erschlißet sich mir
nicht ganz. Das Ding ist doch zum Schreiben da …
Oder sind die „Griffel“ (= Finger) damit gemeint, die was greifen? Aber woher
kommt dann die Anwendung auf das Schreibgerät?
Weiß da wer was? Vielleicht der Große Röhrich oder der Große Ruppricht?
gestern ist mir dieser Begriff untergekommen, und
augenscheinlich kommt er von
„greifen“.
dem ist anscheinend nicht so. Laut Lexer und Grimm ist das Wort nicht aus
"greifen (got. greipan; ahd. grîfan, mhd. grîfen) entstanden, sondern leitet sich von griechisch-lateinisch „graphium“ (Stift des Schreibers) ab.
Oder sind die „Griffel“ (= Finger) damit gemeint, die was
greifen?
Weiß da wer was? Vielleicht der Große Röhrich oder der Große
Ruppricht?
…aber der kleine Alexander!
Hallo Bolo.
Im Kölner Raum ist ‚Griffel‘ allein, aber auch in etwas ordinären Zusammensetzungen, ein beliebtes Synononyn für Finger und zwar immer im tadelnden Sinn. Wenn man also dieselben bei sich behalten oder von etwas lassen soll. Wieso der Schreibstift so heißt ist mir auch nicht klar. Die Botanik kenn den Begriff auch bei der Samenanlage in Blüten. Da gibt es Griffel und Narben.
Gruß Alexander.
ich bin zwar weder der Röhrich, noch der Rupprecht, aber ich antworte trotzdem:
Griffel kommt von Griff - ursprünglich wurde schließlich mit kompletten Federn geschrieben, dann kam jemand auf die Idee, die Spitze aus Metall zu fertigen (kein anspitzen mehr) und damit das Ding nicht wegen der Kürze unbequem ist, hat er eben einen Griff dran gemacht…
dem ist anscheinend nicht so. Laut Lexer und Grimm ist das
Wort nicht aus
"greifen (got. greipan; ahd. grîfan, mhd. grîfen)
entstanden, sondern leitet sich von griechisch-lateinisch
„graphium“ (Stift des Schreibers) ab.
So auch Kluge:
_ Griffel
Substantiv Maskulinum Standardwortschatz (8. Jh.), mhd. griffel, ahd. grif(f)il, gref(f)il Stammwort.
Formal handelt es sich um eine Instrumentalbildung zu greifen. Die frühe Bezeugung in der Bedeutung „Schreibstift“ läßt aber eine solche Bildung nicht als wahrscheinlich erscheinen, zumal die technische Bezeichnung ahd. graf „Schreibgerät“, das aus afrz. grafe entlehnt wurde, lautlich ähnlich ist. Dieses über spl. graphium n. aus gr. grapheion n. „Schreibgerät“ (zu gr. gráphein „schreiben“).
Offenbar liegt hier Sekundärmotivation vor, oder es sind zwei verschiedene Ansätze zusammengeflossen (Griffel in der Bedeutung „Finger“ und dann übertragen?). Die Einzelheiten können nicht ausreichend geklärt werden. Graphik.
Kluge (1926), 48;
RGA 13 (1999), 38f._
Hier hilft Röhricht nich - auch der Röhrich nicht. Da sollte man zu Kluge greifen!
noch der Rupprecht
Und du meinst doch nicht etwa die vorweihnachtliche Legendengestalt?
Und was hätte der mit Sprache zu tun?
Griffel kommt von Griff - ursprünglich wurde schließlich mit
kompletten Federn geschrieben, dann kam jemand auf die Idee,
die Spitze aus Metall zu fertigen (kein anspitzen mehr) und
damit das Ding nicht wegen der Kürze unbequem ist, hat er eben
einen Griff dran gemacht…
Klingt so einleuchtend, gell? Und doch nicht richtig! (s. o.)
Gruß
Fritz Ruppr i cht
Im Kölner Raum ist ‚Griffel‘ allein, aber auch in etwas
ordinären Zusammensetzungen, ein beliebtes Synononyn für
Finger und zwar immer im tadelnden Sinn. Wenn man also
dieselben bei sich behalten oder von etwas lassen soll.
Das geht bestimmt weit über den Kölner Raum hinaus. Strubbel kennt das und ich
auch aus dem Schwäbischen. Auch die deftigeren Zusammensetzungen …
Die Botanik
kenn den Begriff auch bei der Samenanlage in Blüten. Da gibt
es Griffel und Narben.
Ich denke, das sind Begriffe in Anlehnung an die Form.
dem ist anscheinend nicht so. Laut Lexer und Grimm ist das
Wort nicht aus
"greifen (got. greipan; ahd. grîfan, mhd. grîfen)
entstanden, sondern leitet sich von griechisch-lateinisch
„graphium“ (Stift des Schreibers) ab.
So auch Kluge:
_ Griffel
Substantiv Maskulinum Standardwortschatz (8. Jh.), mhd.
griffel, ahd. grif(f)il, gref(f)il Stammwort.
Formal handelt es sich um eine Instrumentalbildung zu greifen. Die frühe Bezeugung in der Bedeutung „Schreibstift" läßt aber eine solche Bildung nicht als wahrscheinlich erscheinen, zumal die technische Bezeichnung ahd. graf "Schreibgerät“, das aus afrz. grafe entlehnt wurde, lautlich ähnlich ist. Dieses über spl. graphium n. aus gr. grapheion n. „Schreibgerät“ (zu gr. gráphein „schreiben“).
Offenbar liegt hier Sekundärmotivation vor, oder es sind zwei
verschiedene Ansätze zusammengeflossen (Griffel in der
Bedeutung „Finger“ und dann übertragen?). Die Einzelheiten
können nicht ausreichend geklärt werden. Graphik.
Kluge (1926), 48;
RGA 13 (1999), 38f._
Dank Euch und dem Kluge bin ich jetzt wieder ein Stückchen gebildeter!
Danke!
Bolo
Das geht bestimmt weit über den Kölner Raum hinaus. Strubbel
kennt das und ich
auch aus dem Schwäbischen. Auch die deftigeren
Zusammensetzungen …
Dasselbe auch, falls man öffentlich-rechtlichen Filmproduktionen trauen kann, in Niedersachsen (nahe der Stadt, die Nach dem F[xxxxx] benannt ist). Zitat vom Vadder: Laß deine Wichsgriffel aus meinem Kühlschrank!
Aber bitte nicht bei Sübila! Denn das sprech ich mit einem klaren offenen a am Ende!
Allenfalls ließe ich „Sibüla“ zu. Am besten wäre natürlich Sibille!
Ich könnte auch noch ein „ph“ drauflegen, um der guten alten
Zeiten Willen.
Auch das ist nicht nötig! Diese guten alten Zeiten habe ich nie als solche betrachtet; hedenfalls nicht in dieser Hinsicht
Nochmals Dank für deinen guten Willen!
Beste Grüße auch dir!
Fritz
Aber bitte nicht bei Sübila! Denn das sprech ich mit einem
klaren offenen a am Ende!
Allenfalls ließe ich „Sibüla“ zu. Am besten wäre natürlich
Sibille!
Hmmm, ich persönlich spreche Sibylle am Ende mit nem Schwa aus, das gibt mir jetzt echt zu denken, ob das regionale Unterschiede sind. Aber immer noch besser als ein offenes ö
Nochmals Dank für deinen guten Willen!
Ich geb´s ja nicht auf…ich persönlich finde ein f statt eines ph unschön, rein ästhetisch gesehen. Ist aber sicher auch Gewohnheitssache.
ein Beitrag, der einen deutschlandweit verbreiteten Irrtum
geradezieht, und niemand bedankt sich? Ja, wo leben wir denn?
ich dankbarer Stoffel habe mich leider nicht so gut auffindbar unter Fritzens
posting auch bei Kreszenz bedankt (bedanken wollen), was an dem „Ihr“ bzw. „Euch“
ersichtlich ist (sein könnte).
Hmmm, ich persönlich spreche Sibylle am Ende mit nem Schwa
aus, das gibt mir jetzt echt zu denken, ob das regionale
Unterschiede sind. Aber immer noch besser als ein offenes ö
Ich kümmere mich hier nicht um regionale Varianten, sondern gehe auf den Ursprung zurück.
So wie ich im Prinzip die Regina der Regine, die Christina der Christine und auch die Dina der Dine vorziehe.
Das ist nicht persönlich gemeint.
Auch der Friedrich wäre mir lieber als der Fritz!
Und die Sibylla ist ein besonders eigenartiger Fall, den das Übsilon hat im Lateinischen eigentlich nichts verloren.
Daher es auch neben der Sibylla auch die Variante Sibulla gibt, die ursprünglicher sein dürfte.
Auch heißt das Adjektiv dazu: sibbilinus => libri sibillini!
Ich geb´s ja nicht auf…ich persönlich finde ein f statt
eines ph unschön, rein ästhetisch gesehen.
Ortografie und Ästetik haben wenig miteinander zu tun. Nur für Tradizionalisten und Gegner klarer Süstematik und Sprachlogik können so etwas sagen.
Ist aber sicher auch Gewohnheitssache.
Eben! Nach dem Motto: Dô hôt mai Fadder gmiggd, dô migg i au! Ond wenns dr Berg nuff gôht!
Aber lassen wir das, wir sind schon weit off topic!