Grösse der Institution 'Ehe'

Ich möchte hier mal eine Frage reinstellen, die ich selber nicht beantworten kann- aber die an mich herangetragen wurde!!

Vielleicht könnte Ihr mir da ja mal helfen!!

Ein guter Freund von mir lebt in einer Ehe, die ihm seit langem so nicht mehr zuspricht!

Was er meinte war, daß er sich verheiratet fühlt…aber das letztlich gar nichts mit seiner Frau zu tun hat-- sondern es um diese Institution „Ehe“ geht!

Dieses „Ringe tauschen“ hätte für ihn eine solche Gewichtung-- die er einfach nicht zu ändern weiss…

Ich sass da…und wusste nicht, was ich dazu sagen soll…

Ich hab selber schon eine Ehe hinter mir- und ich weiss, daß es mir damals auch so ging!
Obwohl meine Ehe schlecht war, wäre es mir unmöglich gewesen da rauszukommen…für mich war die Ehe auch eine solche unumstössliche Institution, daß - wäre mein Mann damals nicht gegangen-- ich sicher noch sehr viel mitgemacht hätte… um bloss nicht die EHE beenden zu müssen…

Für mich gab es damals also keine Entscheidung gegen diese Institution-- sie wurde mir sozusagen „abgenommen“…das Leben, was ich danach wieder auf die Reihe bringen musste- war die ersten 1,5 Jahre auch sehr hart…

Insofern…konnte ich meinem Freund da nun auch keine Antwort- Lösung zu sagen…

Tatsächlich kenne ich so einige Ehe, die sich wohl sehr ähnlich abspielen…-- so einiges läuft nicht…und die Menschen hätten schon gerne einen Wandel…-- aber man verlässt nun mal keine Ehe…

Klar ist schon-- wenn sich wirklich ganz einschneidende Sachen abspielen- dann kommt es schon zu Trennungen!

Was mich aber mal interessiert…oder ich halt gerne als Antwort geben würde…WIE kommt man gegen dieses Gefühl von dieser Institution an-- wenn das doch eine grosse Rolle spielt um eine Entscheidung in seinem Leben zu treffen…

Und auch, wenn es nicht gleich um eine Trennung geht…man wird doch das Gefühl von mehr Freiheit-- und damit Entscheidungsmöglichkeiten- haben, wenn man sich nicht so gezwungen empfindet!!

Kitty

Ein guter Freund von mir lebt in einer Ehe, die ihm seit
langem so nicht mehr zuspricht!

Was er meinte war, daß er sich verheiratet fühlt…aber das
letztlich gar nichts mit seiner Frau zu tun hat-- sondern es
um diese Institution „Ehe“ geht!

Dieses „Ringe tauschen“ hätte für ihn eine solche Gewichtung–
die er einfach nicht zu ändern weiss…

Hallo Kitty,

ich weiß nicht ob du oder der Freund um den es hier geht kirchlich geheiratet habt. Bei den meisten Hochzeiten die ich miterlebt habe, fragt der Pastor das Hochzeitspaar:

XY willst du YX lieben und ehren und die Ehe nach Gottes Gebot und Verheißung führen - in guten wie in schlechten Zeiten, bis der Tod euch scheidet, so antworte: Ja.

Möglicherweise hat deshalb das angesprochene Ringe tauschen eine so hohe Bedeutung. Die einen nehmen das ernst, für die anderen ist es einfach nur eine Wischi-Waschi-Zeremonie, die halt zu so einer Hochzeit dazu gehört. Wenn man das ernst nimmt, dann sollte man auch in schlechten Zeiten für das Gelingen der Ehe kämpfen. Und aufgeben wenn man realisiert dass der Kampf verloren ist.

Ehrlich gesagt finde ich das auch gut so. Alleine die Aussage: „Die Ehe spricht ihm nicht mehr so zu“ finde ich hier dann einfach unverhältnismäßig, weil die Ehe nicht einfach ein gelbes Sommerkleid ist, das einem an seiner Frau letzten Sommer noch gefallen hat und dieses Jahr nicht mehr so zuspricht. Wenn man allerdings wie in diesem konkreten Fall von der Ehe als Institution spricht, dann ist die Ehe an sich nur noch Makulatur. Fassade. Hier sollte man dann ganz tief in sich gehen und fragen, ob man für seinen Partner noch ansatzweise so etwas wie Liebe empfindet, und wenn nicht, einen Schlußstrich ziehen. Das würde ich meinem Freund raten.

Gruß, A.

hallo kitty, ich denke das es einige schon vor der eheschließung wußte, doch nicht heiraten zu wollen aber sich nicht getraut haben nein zu sagen, oder tage vorher: ich möchte gern mit dir zusammen leben, aber nicht heiraten. danach finden diese leute ehe als etwas entgültiges und stehen sich selbst im weg - blockieren somit das gemeinsame leben, weil sie sich in die pflicht genommen fühlen- „ich muss“. es gibt paare die sich scheiden lasen und danach wunderbar ohne zwang zusammen leben können. ich bin das zweite mal verhochzeitet und denke gar nicht darüber nach verheiratet zu sein und das ist auch etwas wunderbares, man geht entspannter durch das leben. lg konstanze

Hi,

verhochzeitet

was’n das?

Grüße,
J~

stufe der moralentwicklung
hi,

das von dir geschilderte „gefühl gegenüber der institution ehe“ übersetze ich mal mit einem „ich muss-gefühl“.

reife menschen heiraten aus einem „ich will-gefühl“ heraus, da sie nicht nur den partner lieben, sondern auch aus der freude am ritual (seht her -das ist mein mann/frau) und an der gesellschaftlichen einbindung und akzeptanz des verheiratetseins wonne empfinden.

alle gesellschaften legen sich moralische werte (hier: es ist etwas besonders wertvolles, verheiratet zu sein) auf, um besser miteinander zu leben. daher: vor gott und dem finanzamt stehste besser da, wenn du verheiratet bist!

jeder mensch macht sich in bezug auf diese gesellschaftlichen pflichten und rollen und werte eine eigene position im laufe seiner eigenen moralentwicklung. ein eher höheres niveau hat man, wenn man auch non-konform zu gesellschaftlichen vorgaben verantwortlich handeln kann, ohne in einem konflikt zu sein. dann ist sozusagen das eigene ich die höchste instanz, die über einen selbst in einigen bereichen gesetzmäßigkeiten festlegt.

das könnte bedeuten, sich zu sagen: „die ehe ist zwar eine starke institution, mir ist aber die qualität einer beziehung und die wohlwollende arbeit am beziehungserhalt (!!!) wichtiger. ich liebe einen menschen, weil ich nicht ohne ihn sein will. das geht ohne legitimation der kirche oder des staates genauso gut. ich brauche das nicht, meine liebe ist ebenso stark ohne das.“

und jetzt noch etwas ganz fieses: „die fünfstelligen beträge, die mit einer statistischen wahrscheinlichkeit von 45% für eine scheidung anfallen werden und mit 100%iger wahrscheinlichkeit eine hochzeit kosten, lege ich direkt für unsere kinder an, damit ist die basis für deren altervorsorge geschaffen!“

Hallo Kitty,

den „Wert“ - oder in diesem Fall die „Last“ - der Institution Ehe kann und muss jeder für sich festlegen, auch wenn die Gesellschaft dafür scheinbar „Normen“ vorgibt.

Für jemand, der/die glaubt, dass eine Ehe nur durch den Tod beendet werden darf/kann, wird das sicherlich einen anderen Stellenwert haben, als für jemand, der in der Ehe ein zeitlich befristetes Steuersparmodell sieht.

Ich denke, dass eine Ehe in dem Moment, wo zwei Menschen heiraten, voller guter Absichten mit lebenslangem Haltbarkeitsanspruch ist. Leider ändern sich die Menschen und auch die Umstände, so dass der Sinn und Wert der Ehe für die Beteiligten durchaus hinterfragt werden darf. M. E. ist Ehe kein Selbstwert, sondern sollte eine Einrichtung zum Nutzen der Beteiligten sein. Wird sie als Last und nur noch Pflicht empfunden, sollte man sie m. E. beenden (dürfen).

Moralische Erziehung spielt sicherlich auch eine Rolle. Weitaus schwerwiegender ist jedoch das Syndrom der narzißtisch-/ sadomasochistischen Abhängigkeit, an jemand, in den man mal verliebt war und seit dem eine Bedeutung gab, die analog zu der ist, die die Mutter für den Säugling hat. Dies Syndrom läßt sich nur auf dem Weg der Freudschen Traumanalyse in seiner ganzen Tragweite, nach und nach, erfassen, was wiederum die Voraussetzung zu seiner therapeutischen Behebung darstellt.

Und was ist, wenn einer der beiden Partner sich nach ca. 25 Jahren Ehe in jemand andren verliebt? Da muss doch was auf der Strecke geblieben sein? Was ist, wenn derjenige das Modell „Ehe“ hochschätzt - und sich trotzdem verliebt, und zwar so sehr, dass es ihn bis ins Mark trifft? Wissend, dass diejenige, in die er sich verliebt hat, ihn ebenso liebt? Kann dann die Ehe weiterbestehen?
Susanne

So ist es doch gedacht…

Moin auch,

hier wurde schon vieles geschrieben, dem ich zustimme.

Einiges möchte ich noch anmerken: Die Institution Ehe ist doch genau so gedacht. Eine Art Band, dass verhindert, dass man sich beim kleinsten Anlaß sofort trennt. Eine Scheidung ist ein grosser Schritt und bevor man den tut, sollte man noch einmal genau drüber nachdenken. Dazu zwingt die Institution Ehe und das finde ich eigentlich gut so. Vor allem falls Kinder im Spiel sind finde ich es wichtig, dass die Ernsthaftigkeit solcher Entscheidungen klar gemacht wird. Darin sehe ich persönlich den Zweck der Ehe.

Und das ist das Zweite: Vor der Heirat sollte man das natürlich auch tun (darüber nachdenken). Der eine oder andere wird sich dabei natürlich verschätzen was die Konsequenzen anbelangt. Das scheint auf deinen Freund zuzutreffen. Vielleicht hilft es ja, den Text, der bei der Trauung gesprochen wurde, das Versprechen quasi noch einmal durchzulesen und sich klar zu machen, dass man dazu -ganz freiwillig, wie ich hoffe- ja gesagt hat. Und sich überlegen, ob er das heute auch tun würde? Wenn nicht, fände ich es an der Zeit, sich eine Lösung des Problems zu suchen.

Was er meinte war, daß er sich verheiratet fühlt…aber das
letztlich gar nichts mit seiner Frau zu tun hat-- sondern es
um diese Institution „Ehe“ geht!

Ich kenne ein Paar, die sich scheiden ließen (nachdem die Kinder aus dem Haus waren) und nach einer kurzen Pause wieder zusammenkamen und noch Jahrzehnte ohne Trauschein glücklich sind. Eine ungewöhnliche, aber funktionierende Lösung.

Dieses „Ringe tauschen“ hätte für ihn eine solche Gewichtung–
die er einfach nicht zu ändern weiss…

Das wußte er vorher nicht?

Obwohl meine Ehe schlecht war, wäre es mir unmöglich gewesen
da rauszukommen…für mich war die Ehe auch eine solche
unumstössliche Institution, daß - wäre mein Mann damals nicht
gegangen-- ich sicher noch sehr viel mitgemacht hätte… um
bloss nicht die EHE beenden zu müssen…

Das finde ich erstaunlich, kenne aber ähnliche Fälle. Ich frage solche Leute gerne, wozu das gut sein soll, wem das weiterhilft.

WIE kommt man gegen dieses
Gefühl von dieser Institution an-- wenn das doch eine grosse
Rolle spielt um eine Entscheidung in seinem Leben zu
treffen…

Gleiche Fragen wir oben: Welchen Zweck hat eine Ehe als reine, unausweichliche Institution? Ist sie ein Wert an sich, den man um jeden Preis erhalten sollte? Ich persönlich denke: Nein. Sie funktioniert als zusätzlicher Zusammenhalt von Familien und Beziehungen, als alleiniger „Kitt“ taugt sie nicht.
Mit Religion habe ich nicht viel am Hut, Gründe in diese Richtung sagen mir also nichts.

Und auch, wenn es nicht gleich um eine Trennung geht…man
wird doch das Gefühl von mehr Freiheit-- und damit
Entscheidungsmöglichkeiten- haben, wenn man sich nicht so
gezwungen empfindet!!

Das klingt logisch. Vielleicht konnte ich ein paar Denkanstöße in die gewünschte Richtung geben.

Grüsse
kernig

Ich denke- ja- das kann geschehen!!

Nach 25 Jahren- ist normal sehr viel zusammen erlebt worden -und es gibt viel Verbindendes!
Oft genug Haus, Familie und den Männern ist es ja auch oft genug möglich, sich mithilfe der Arbeit auch ein sehr sicheres Netzwerk aufzubauen, indem sie sich eigentlich „gut“ fühlen!

Gehen wir davon aus, daß nach 25 Jahren Ehe die meissten Menschen so um die 50 sind…wenn man sein halbes Leben mit diesem Partner verbracht hat…-- ob da wirklich das Verliebtsein reicht???

Vermutlich liegt es daran, wie sehr diese Liebe empfunden wird- welchen Wert das alles hat!
Es gibt den Spruch „Liebe vergeht- Acker besteht“…nach diesem Motto wird sehr oft gelebt…

Möglich wäre also ein verlassen des alten Lebens…aber die Wahrscheinlichkeit ist sicher relativ gering!!..meine Meinung :wink:

kitty

Dieses „Ringe tauschen“ hätte für ihn eine solche Gewichtung–
die er einfach nicht zu ändern weiss…

Das wußte er vorher nicht?

Gegenfrage…wer mit um die 20 heiratet…weiss denn schon, wie er sich 20 Jahre später fühlen wird??
Die Ernsthaftigkeit eine Ehe einzugehen würde ich vermutlich 99% aller Eheschliessenden unterstellen!- genauso dabei den Gedanken, es sei „für immer“.

Daß man sich aber im Laufe des Lebens verändert- Schicksal einfach den Menschen anders denken und fühlen lässt…ist einfach der Lauf der Dinge!

Obwohl meine Ehe schlecht war, wäre es mir unmöglich gewesen
da rauszukommen…für mich war die Ehe auch eine solche
unumstössliche Institution, daß - wäre mein Mann damals nicht
gegangen-- ich sicher noch sehr viel mitgemacht hätte… um
bloss nicht die EHE beenden zu müssen…

Das finde ich erstaunlich, kenne aber ähnliche Fälle. Ich
frage solche Leute gerne, wozu das gut sein soll, wem das
weiterhilft.

Es hilft zuerst mal, daß man eine Ehe eben NICHT gleich hinschmeisst, wenn Probleme da sind!
Etwas, was Du als Sinn auch so gesehen hast!!

Es ist letztlich keine Sache des Kopfes und Verstandes, denn es ist einem sehr oft ja gar nicht klar!
Mir ist das auch erst klar geworden, als schon Jahre vergangen waren und mir klar wurde, daß ICH den Schritt daraus doch genauso hätte tun können!

Aus dem Grunde hilft natürlich so ein Festhalten nicht wirklich was- wenn es mal nciht mehr läuft…aber es stellt sich diese Frage nicht da, wo man empfindet- sondern höchstens im Kopf!!

Kitty

Durchhaltevermögen
Hallo nochmal!

Gegenfrage…wer mit um die 20 heiratet…weiss denn
schon, wie er sich 20 Jahre später fühlen wird??
Die Ernsthaftigkeit eine Ehe einzugehen würde ich vermutlich
99% aller Eheschliessenden unterstellen!- genauso dabei den
Gedanken, es sei „für immer“.

Da hast Du sicher recht.

Es hilft zuerst mal, daß man eine Ehe eben NICHT gleich
hinschmeisst, wenn Probleme da sind!
Etwas, was Du als Sinn auch so gesehen hast!!

Gleich oder später, eine Frage des Maßes, denke ich, wie so oft.
Und von der individuellen Leidensfähigkeit abhängig und deshalb kaum objektiv zu beurteilen.

Es ist letztlich keine Sache des Kopfes und Verstandes, denn
es ist einem sehr oft ja gar nicht klar!

Aber Du als Gesprächspartner deines Freundes kannst ihm ja helfen, dies klar zu machen. Und das besonders glaubwürdig aufgrund deiner eigenen Erfahrungen.

Aus dem Grunde hilft natürlich so ein Festhalten nicht
wirklich was- wenn es mal nciht mehr läuft…aber es
stellt sich diese Frage nicht da, wo man empfindet- sondern
höchstens im Kopf!!

Das eine folgt dem anderen ja -meist zeitverzögert- nach.

Viele Grüsse
kernig

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Hi Kitty40,

es gibt viele rationale Erklärungen wie

  • früher wurde die Menschen nicht so alt wie heute
  • Frauen waren finanziell abhängiger
  • Menschen hatten nicht so viele Möglichkeiten unterschiedlichen Interessen nachzugehen und sich in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln…

Was steckt im Einzelfall hinter dem Begriff „Institution Ehe“? Mitunter steckt ja auch noch anderes dahinter, z.B. sich mit den innerehelichen Konflikten auseinander zu setzen oder am Ende nicht allein dastehen zu wollen. Wieviel ist in dem Bewahren des Bildes der Institution Ehe einfach auch nur die Angst vor der Veränderung, vor Neuem? Empfindet er hier so ein starkes Pflichtgefühl? Falls ja, wo ist hier die Liebe und die Freiwilligkeit? Und hat er nicht auch gegebenenfalls selbst gegenüber eine Pflicht?

Sicherlich ist Verbindlichkeit und Treue eine sehr wünschenswerte Eigenschaft, doch wem oder was ist man gegenüber - und aus welchen Gründen - verbindlich? Menschen ändern sich nun mal und wenn sie sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln, sollte man dies auch respektieren, wennn nach dem Bemühen von Beziehungsarbeit nichts fruchtet. Eine Trennung bzw. Scheidung ist ja nicht perse was Schlechtes, sondern dadurch wird auch ermöglicht nicht in einem Zustand verharren zu müssen, der einem nicht mehr gemäß ist, in dem man möglicherweise sogar leidet.

Ich denke dass man mit bloßen Argumenten gegen ein Bollwerk der Institution Ehe nicht zwingend ankommen muss. Erfolgsversprechender scheint mir zu sein die betreffende Person auf ihrer gefühlsmäßigen Ebene anzusprechen. Was fühlt Dein Freund und möchte er das so für den Rest seines Lebens machen? Hat er schon mit seiner Frau gesprochen. Falls ja, wie ist ihr Standpunkt? Ich erlebe es leider oft genug, dass Menschen Dinge eher mit anderen Menschen besprechen als denen die es betreffen würde und dann zieht man einfach die Konsequenzen, lebt unglücklich nebeneinander her oder trennt sich.

Doch ob hier schon Beziehungsarbeit geleistet wurde oder nicht, wenn man bei der Begrifflichkeit selbst bleibt, was bedeutet für ihn die „Institution Ehe“? „…In guten wie in schlechten Zeiten…“ klingt ja gut, doch das nutzt nichts, wenn man passiv bleibt und nichts tut und vor sich hinleidet. Was hat er aktiv unternommen um wieder gute Zeiten mit seiner Frau zu haben? „Und bis dass der Tod uns scheidet“… nun, wenn man sein Bestmögliches versucht hat und die Liebe ist nicht mehr vorhanden, dann ist das auch eine Form von Tod.

Manch einer verharrt möglicherweise hier in einer Situation, weil er ja weiß, er hat noch nichts versucht zu verändern oder nicht genug, hofft weiterhin, die Dinge mögen sich von allein regeln. Ich denke, wer sich bemüht und schlimmstenfalls feststellen muß, dass nichts in Richtung einer gemeinsamen glücklichen Ehe klappen kann, kann auch leichter (im Sinne von es angehen) sich trennen. Und da Du schreibst, seit langem schon lebe er in einer ihm nicht mehr zusprechenden Ehe, dann klingt das für mich nach einem passivem Erdulden und Leiden an einer Situation bei der der Mut / die Energie / die Selbstliebe fehlt, Änderungen herbeizuführen.

Ciao,
Romana

Hallo, Kitty,
habe mir in der letzten Zeit viele Gedanken um das Thema Ehe gemacht. Und u.a. die Frage gefunden: Braucht Liebe Ehe?
Ich würde heute die Ehe als einen Gestaltungsraum sehen. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Partnerschaft zu gestalten. Ich kann die Ehe z. B. als Schutz gegen allzu viele Störungen von außen sehen oder als Begrenzung.
Herzliche Grüße sindliw

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