Hi.
Warum haben sich aus den lateinischen (Groß-)Buchstaben zusätzlich Kleinbuchstaben entwickelt?
Welche Gründe gibt es?
Gibt es Vorteile?
Nachteil: (Beinahe) doppelt so viele Zeichen müssen gelernt werden.
LG
Andastra
Hi.
Warum haben sich aus den lateinischen (Groß-)Buchstaben zusätzlich Kleinbuchstaben entwickelt?
Welche Gründe gibt es?
Gibt es Vorteile?
Nachteil: (Beinahe) doppelt so viele Zeichen müssen gelernt werden.
LG
Andastra
Hi Andastra,
Gibt es Vorteile?
die Lesbarkeit von Texten ist deutlich besser, wenn Groß- und Kleinbuchstaben verwendet werden.
Nachteil: (Beinahe) doppelt so viele Zeichen müssen gelernt
werden.
Das ist doch überhaupt kein Problem.
Gandalf
Hi.
die Lesbarkeit von Texten ist deutlich besser, wenn Groß- und
Kleinbuchstaben verwendet werden.
Das kann man nicht als Argument gelten lassen. Schließlich sind wir es gewohnt, Klein- und Großbuchstaben zu lesen.
Aus der Sicht der Lateiner (die nur große Buchstaben kannten) würde die Lesbarkeit durch zusätzlich Buchstaben herabgesetzt werden.
Nachteil: (Beinahe) doppelt so viele Zeichen müssen gelernt
werden.Das ist doch überhaupt kein Problem.
Für dich und mich und viele andere vielleicht. Aber für denjenigen, der Schrift lernen will/muss, ist es ein Unterschied, ob er 26 oder 52 Zeichen lernen muss.
LG
Andastra
Das kann man nicht als Argument gelten lassen. Schließlich
sind wir es gewohnt, Klein- und Großbuchstaben zu lesen.
Aus der Sicht der Lateiner (die nur große Buchstaben kannten)
würde die Lesbarkeit durch zusätzlich Buchstaben herabgesetzt
werden.
Zumal auch nur die allerwenigsten Alphabete so eine Unterscheidung kennen. Mir fallen da nur Lateinisch, Kyrillisch, Griechisch und Armenisch ein.
Hi, Andastra!
Das ist doch überhaupt kein Problem.
Für dich und mich und viele andere vielleicht. Aber für
denjenigen, der Schrift lernen will/muss, ist es ein
Unterschied, ob er 26 oder 52 Zeichen lernen muss.
Überleg doch mal, wie groß der Unterschied zwischen großen und kleinen Buchstaben ist!
O = o, P = p, M = m, N = n, F = f, S = s, K = k, L = l, C = c, T = t, Z = z usw.
Und dann sag nochmal, dass man 52 Zeichen lernen muss.
Gruß Fritz
Hi Andastra,
Das ist doch überhaupt kein Problem.
Für dich und mich und viele andere vielleicht. Aber für
denjenigen, der Schrift lernen will/muss, ist es ein
Unterschied, ob er 26 oder 52 Zeichen lernen muss.
da kann ich aus erster Hand berichten, denn ich hab gerade zwei Grundschüler im Haus.
Beide haben keine Probleme wegen der Unterscheidung Groß- Kleinbuchstaben und auch die Kinder die ich aus ihrem Umfeld kenne haben keine.
Größere Probleme gabs Anfangs mit der Schreibschrift. Heute lernen Kinder erst mals die Druckschrift um dann später auf die Schreibschrift zu kommen.
Macht als gut 100 verschieden Zeichen - unsere armen Kinder!
Ich vergaß, da kommen noch zehn Ziffern dazu - nimmt das denn gar kein Ende!
Im Ernst:
Ein durchschnittlich intelligentes Kind hat mit den Buchstaben keinerlei Probleme.
Gandalf
Hallo,
geschichtlich ging das so vor sich:
Die Römer verwendeten ein Schrift, die in etwa unseren großen Blockschrift-Buchstaben entspricht. Man unterscheidet
Capitalis quadrata: lateinische Buch- und Inschriftenschrift (neben Inschriften nur in wenigen Handschriftfragmenten aus dem 4.-6. Jahrhundert vorkommend)
Capitalis rustica (viel häufiger; schmälere Buchstaben mit nur mehr angedeuteten Querstrichen: also schon etwas “zerschrieben”)
Aber wichtig für die Entwicklung zu den Kleinbuchstaben ist vor allem die
Ältere römische Kursivschrift (Majuskelkursive, also noch in Großbuchstaben, bekannt etwa aus den Wandinschriften in Pompeji, aber schon im 1. Jh. vor Chr. nachweisbar; sie ist, anders als die vorigen, bereits zweizeilig); aus ihr entwickelte sich die für noch schnelles Schreiben geeignete
Jüngere römische Kursivschrift (Minuskelkursive, also nun Kleinbuchstaben) mit deutlichen Ober- und Unterlängen; diese nun gerundeten Buchstaben lassen sich flüssig schreiben, auch zusammenhängen, und infolge des Platzes für die Oberlängen können dort Abkürzungen für Doppelbuchstaben, für feste lateinische Endungen wie -um, -em usw. angebracht werden
Diese Schrift wurde in der Spätantike immer mehr verwendet, war vor allem in den Schreibstuben der Klöster* die gebräuchliche und wurde zu unserer “lateinischen” Schrift.
* Diejenigen Werke lateinischer Autoren, die man nicht in die Minuskelschrift umgeschrieben hat, weil sie nicht mehr gelesen wurden, sind für uns in der Regel verlorengegangen.
Gruß
H.
die Lesbarkeit von Texten ist deutlich besser, wenn Groß- und
Kleinbuchstaben verwendet werden.
ist doch gar nicht wahr! es gibt überhaupt keinen unterschied. das ist einfach gewohnheitssache. weil es im lateinischen zwei systeme GIBT, behauptest du das einfach. gäbe es nur kleinbuchstaben, wäre das normal. (oder nur große).
Nachteil: (Beinahe) doppelt so viele Zeichen müssen gelernt
werden.
… von denen die hälfte redundant ist. großbuchstaben sind für das verständnis komplett überflüssig! es ist reine kosmetik.
Das ist doch überhaupt kein Problem.
ROFL das ist sehr wohl ein problem!
arabisch hat inklusive schreibschrift hunderte buchstaben, weil jeder buchstabe vier formen hat: eine anfangs-, eine mittel-, eine end- und eine alleine-form. es ist zum haareraufen… und das obwohl ich eine semitische sprache schon kann! hebräisch hat magere 22 buchstaben insgesamt. was meinst du lernt man schneller lesen und schreiben??
gruß
dataf0x
da kann ich aus erster Hand berichten, denn ich hab gerade
zwei Grundschüler im Haus.
um zu vergleichen, müßten sie mehrere schriften gleichzeitig erlernen.
Größere Probleme gabs Anfangs mit der Schreibschrift. Heute
lernen Kinder erst mals die Druckschrift um dann später auf
die Schreibschrift zu kommen.
kein wunder daß es da probleme gibt. man sollte von anfang an in kursive schreiben. blockbuchstaben zu malen ist totaler unsinn. zu meiner schulzeit habe ich das nicht getan. auch in der erwachsenenbildung tut man das nicht.
Ein durchschnittlich intelligentes Kind hat mit den Buchstaben
keinerlei Probleme.
ich kenne kinder, die schreiben drei alphabete (russisch, englisch, hebräisch), wobei russisch aber am schwierigsten ist, da es am meisten buchstaben, minuskel/majuskel UND eine distinkte schreibschrift hat.
gruß
dataf0x
Nachteil: (Beinahe) doppelt so viele Zeichen müssen gelernt
werden.
… von denen die hälfte redundant ist.
Gut so. Redundanz ist ein wesentliches Merkmal von Sprache.
großbuchstaben sind
für das verständnis komplett überflüssig! es ist reine
kosmetik.
Es geht nicht um Verständnis, sondern um Lesbarkeit. Nicht umsonst ist das Querlesen von englischen Texten sehr viel mühsamer als das von deutschen.
Studien zur Lesbarkeitsforschung haben ergeben, daß eine gemischte Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben, wie es im Deutschen üblich ist, die Lesegeschwindigkeit um 13 % erhöht. „Der Vorteil der Groß- und Kleinschreibung gilt umso mehr für deutschsprachige Texte, da hier durch den großen oder kleinen Anfangsbuchstaben eines Wortes die syntaktische Funktion des Wortes teilweise bestimmt wird“ (Wandmacher 1993, S. 324).
http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Joerg.Kampmann/HT…
Messalina
Studien zur Lesbarkeitsforschung haben ergeben, daß eine
gemischte Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben, wie es im
Deutschen üblich ist, die Lesegeschwindigkeit um 13 % erhöht.
die weite mehrzahl der menschlichen schriftsysteme kennt nur eine art von buchstaben. dieses argument ist so betrachtet nicht sehr sinnvoll. jede sprache hat ihr dazupassenden schriftsystem. zum englischverständnis gehört eben, daß es keine majuskel hat und damit ende der debatte. wie kann man englische und deutche texte überhaupt miteinander vergleichen? wer vergleicht hier? kaum jemand beherrscht zwei sprachen exakt gleich gut, nichtmal menschen mit verschiedener mutter/vatersprache.
gruß
dataf0x
Studien zur Lesbarkeitsforschung haben ergeben, daß eine
gemischte Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben, wie es im
Deutschen üblich ist, die Lesegeschwindigkeit um 13 % erhöht.
die weite mehrzahl der menschlichen schriftsysteme kennt nur
eine art von buchstaben. dieses argument ist so betrachtet
nicht sehr sinnvoll.
???
Den logischen Zusammenhang müssten Sie mir aber mal erklären!
Dass die Groß-/Kleinschreibung, wie sie im Deutschen üblich ist, die Rezeption von Texten erleichtert, scheint eine gesicherte Erkenntnis zu sein … die nicht dadurch ungültig wird, dass es Sprachen und Schriften gibt, die eine solche Unterscheidung nicht kennen!
jede sprache hat ihr dazupassenden
schriftsystem.
zum englischverständnis gehört eben, daß es
keine majuskel hat und damit ende der debatte.
Also gehört zum „Deutschverständnis“ eben, dass es „Majuskel hat, und damit Ende der Debatte“?
Verwunderlich, so gesehen, dass Sie alles klein schreiben.
Im Übrigen gibt’s selbstverständlich Majuskeln im Englischen.
wie kann man
englische und deutche texte überhaupt miteinander vergleichen?
wer vergleicht hier?
kaum jemand beherrscht zwei sprachen
exakt gleich gut, nichtmal menschen mit verschiedener
mutter/vatersprache.
Um eine solche Fragestellung zu untersuchen, braucht man keine Zweisprachler.
Messalina
Den logischen Zusammenhang müssten Sie mir aber mal erklären!
du kannst du zu mir sagen, oder wie kohl angeblich meinte: you can say you to me - heheh.
Dass die Groß-/Kleinschreibung, wie sie im Deutschen üblich
ist, die Rezeption von Texten erleichtert, scheint eine
gesicherte Erkenntnis zu sein …
wie hat man das rausgefunden?
die nicht dadurch ungültig
wird, dass es Sprachen und Schriften gibt, die eine solche
Unterscheidung nicht kennen!
wenn groß/kleinbuchstaben SO wichtig wären, dann wären diese sprachen allesamt unverstehbar. kann aber nichts dergleichen feststellen! im gegentum. mn knn sgr gnz f vklbchstbn vzchtn nd mmr nch lls vrsthn. ds st lls nr n frg dr gwhnht!!
Also gehört zum „Deutschverständnis“ eben, dass es „Majuskel
hat, und damit Ende der Debatte“?
rchtg.
Verwunderlich, so gesehen, dass Sie alles klein schreiben.
wnn s prblm hbn, mch z vrsthn, wdrhl ch mch grn m nchstn pstng.
Um eine solche Fragestellung zu untersuchen, braucht man keine
Zweisprachler.
klr dch. w sll mn snst dn nterschd zwschn nr schrft MT nd schrft HN mjskln brhpt knnnlrnn?
gruß
dataf0x
Besser lesen!
Hi Fritz.
Überleg doch mal, wie groß der Unterschied zwischen großen und
kleinen Buchstaben ist!O = o, P = p, M = m, N = n, F = f, S = s, K = k, L = l, C = c,
T = t, Z = z usw
Also quasi keinerlei Unterschied gibt es bei
C, K, L, O, P, S, U, X, Y, Z.
Bleiben also statt 52 (= 2x 26) 42 (mehr oder weniger) unterschiedliche Zeichen.
Und dann sag nochmal, dass man 52 Zeichen lernen muss.
Hab ich auch nicht gesagt. (Bei meinem 2.Beitrag zum Thema wollte ich mich nicht wiederholen.)
Ich hatte in meinem Anfangsartikel deutlich geschrieben:
(Beinahe) doppelt so viele Zeichen müssen gelernt werden.
Das (Beinahe) schrieb ich extra, um den Erbsenzählern zu begegnen. Hatte wohl keine Wirkung…
Allerdings gibt es zusätzliche Varianten z.B. beim kleinen ‚a‘ oder beim kleinen ‚g‘. Ganz abgesehen von den Schreibschriftzeichen.
Dann sind es bestimmt wieder mehr als 52 …
LG
Andastra
Den logischen Zusammenhang müssten Sie mir aber mal erklären!
du kannst du zu mir sagen,
oder wie kohl angeblich meinte: you
can say you to me - heheh.
Danke, ich bin gerührt.
Dass die Groß-/Kleinschreibung, wie sie im Deutschen üblich
ist, die Rezeption von Texten erleichtert, scheint eine
gesicherte Erkenntnis zu sein …wie hat man das rausgefunden?
Mithilfe von experimentellen Untersuchungen, würde ich annehmen. Die Quelle habe ich Ihnen ja genannt…lesen Sie nach, wenn es Sie so ungemein interessiert.
die nicht dadurch ungültig
wird, dass es Sprachen und Schriften gibt, die eine solche
Unterscheidung nicht kennen!wenn groß/kleinbuchstaben SO wichtig wären, dann wären diese
sprachen allesamt unverstehbar.
Noch einmal: Groß-/Kleinschreibung erhöht, Studien zufolge, die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit um 13%. Kleinschreibung macht einen Text also schwerer lesbar, aber noch lange nicht unverständlich.
kann aber nichts dergleichen
feststellen! im gegentum. mn knn sgr gnz f vklbchstbn vzchtn
nd mmr nch lls vrsthn. ds st lls nr n frg dr gwhnht!!
So ist es. Vokale enthalten nur wenig Information, erhöhen aber die Lesbarkeit. Genau wie die Großschreibung von Satzanfängen und Nomen.
wnn s prblm hbn, mch z vrsthn, wdrhl ch mch grn m nchstn
pstng.
Nicht nötig. Sie sind auch in Kleinschrift noch redundant genug.
Um eine solche Fragestellung zu untersuchen, braucht man keine
Zweisprachler.klr dch. w sll mn snst dn nterschd zwschn nr schrft MT nd
schrft HN mjskln brhpt knnnlrnn?
Ich vermute stark, der durchschnittliche Psycholinguist kann Englisch.
Das (Beinahe) schrieb ich extra, um den Erbsenzählern
zu begegnen. Hatte wohl keine Wirkung…
Sei glücklich mit deinen ungezählten Erbsen! 
Fritz
Hallo!
Wie könnte ich ohne Großbuchstaben folgende Sätze unterscheiden:
Ich finde die Klienschreiberei, die vor allem im E-Mail Verkehr um sich greift, schrecklich. Sie verstümmelt die Sprache und ist für mich einfach nur ein Zeichen von Faulheit.
Gruß,
Thomas.
Wie könnte ich ohne Großbuchstaben folgende Sätze
unterscheiden:
- Der Gefangene floh. - Der gefangene Floh.
in anderen sprachen gibt es auch solche spielchen… ein beispiel auf englisch:
time flies like an arrow - fruit flies like a banana.
mit ungarisch fang ich jetzt nicht an, weil du es wahrscheinlich nicht verstehst. dabei gibt es im ungarischen über 100 wörter, die sowohl als nomen als auch als verb existieren, wobei die beiden wortarten jeweils andere bedeutungen haben (also genau wie Floh - floh).
durch den kontext kann man dennoch in den meisten fällen problemlos entscheiden, was das wort bzw. der ganze satz bedeutet. dein zweiter satz ist beispielsweise eine ellipse und hat ohne entsprechenden kontext (zb. ein bild) überhaupt keinen sinn (und ich bin sicher, daß man diesen satz außer in diesem wahnsinnig plakativen, aber leider nicht besonders beeindruckenden beispiel auch nirgends antrifft).
durch den kontext kann man dennoch in den meisten fällen
problemlos entscheiden, was das wort bzw. der ganze satz
bedeutet.
Genau darum geht’s ja - dass sich die Bedeutung bei Kleinschreibung hier erst im Kontext erschließt. Es geht also Information verloren.
Messalina
…
Hi.
Wie könnte ich ohne Großbuchstaben folgende Sätze
unterscheiden:
- Der Gefangene floh. - Der gefangene Floh.
Sehr interessant, aber nicht Thema meiner Frage.
Ich finde die Kleinschreiberei, die vor allem im E-Mail
Verkehr um sich greift, schrecklich. Sie verstümmelt die
Sprache und ist für mich einfach nur ein Zeichen von Faulheit.
Exakt! *zustimm* !!
LG
Andastra