Zwischenstand
Hi,
da sich die Argumente recht oft wiederholen, fasse ich hier mal etwas zusammen und beantworte dann so:
Aussage: „Mein Hund ist ganz brav, der tut sowas nicht, auch wenn er groß ist“.
Antwort: Mit dieser Argumentation könnte man auch Schusswaffen erlauben… die meisten Leute würden damit schon keinen Unsinn anstellen. Und außerdem: Hunde sind unberechenbar, es gibt dutzende von Fällen, in denen Hunde nach jahrelanger, (angeblich) problemloser Haltung den Besitzer, die neue Freundin oder unbeteiligte Pasanten angefallen haben. Also ist das Argument „bis jetzt ist ja nichts passiert“ wohl kaum gültig.
Aussage: „Andere Tiere (Pferd, Kaninchen, Katze etc.) sind auch gefährlich“.
Antwort: OMG! Das ist ja ausgemachter Blödsinn. Zeigt mir bitte einen Fall, in dem ein Unbeteiligter(wer sich in Gefahr begibt, soll meinetwegen ruhig darin umkommen) von einem dieser Tiere angefallen wurde. Sicher, Pferde können jemanden tottreten, aber sie sind nicht gerade dafür bekannt urplötzlich auf jemanden loszugehen, nur weil der in 10 Metern Entfernung an ihrem Stall vorbeigeht. Giftschlangen u.ä. sind sicherlich auch gefährlich, werden aber konsequenterweise auch nicht frei in der Gegend rumkriechen gelassen. Katzen können jemandem etwas tun, wenn man sie z.B. streicheln will. Stimmt. Aber jemanden mir-nichts-dir-nichts anfallen? Sehr unwahrscheinlich. Und wenn Deine Kaninchen nach Dir schnappen, dann solltest Du vielleicht Dein Verhältnis zu ihnen überdenken.
Aussage:„Warum soll man überhaupt Haustiere halten“.
Antwort: Das geht völlig am Thema vorbei. „Andere“ Haustiere sind (wie oben dargestellt) meistens keine Gefahr für andere. Warum sollte man sie also verbieten? Es gibt schlicht keinen Grund dafür. Anders als bei Hunden, die nunmal nachweislich jedes Jahr jemanden töten und schwer verletzen.
Aussage:„Dann müsste man alles, was gefährlich ist (z.B. Autos), verbieten“.
Antwort: Hier liegt ein grundsätzliches Missverständnis vor. Die Personenschäden, die durch Autos entstanden sind, halten sich AFAIK sehr in Grenzen, im Gegensatz zu den Personenschäden, die durch Autofahrer entstanden sind. Bei Hunden ist es genau umgekehrt: Die wenigsten Personenschäden sind durch das aktive Einwirken der Halter verursacht.
Da wir alle Menschen sind, haben wir uns dazu entschlossen uns gegenseitig nunmal grundsätzlich ein gewisses Vertrauen entgegenzubringen und uns gegenseitig nur die Dinge zu verbieten/restriktieren, bei denen die schädliche Wirkung/Anwendung überwiegt, z.B. Schusswaffen und Drogen.
Aussage:„Kleine Hunde sind viel schlimmer als große“
Antwort: Kleine Hunde können kaum lauter bellen als der umgebende Straßenverkehr, das ist also keine Aufregung wert. Ein kleiner Hund ist kaum in der Lage lebensgefährliche Verletzungen zuzufügen und verursacht bei mir daher wesentlich weniger Unbehagen, als ein großer. MAn möge auch bedenken, dass „kleine Hunde“ ein Kompromissvorschlag meinerseits war, von mir aus müsste es (in unüberwachter Privathaltung) keinerlei Hunde geben, so wie es auch keine Hyänen, Bären oder Großkatzen gibt.
Aussage:„Hunde sind auch nützlich“.
Antwort:Ja, es gibt Hunde die nützlich sind, woanders (sorry) hatte ich auch explizit gesagt, dass ich ein Problem mit Privathaltung habe. Blindenhunde sind zwar auch Privathaltung, sind aber eben extrem gut abgerichtet und ausgewählt (bereits vor der Abrichtung selbst findet eine extreme Selektion statt). Im übrigen überwiegt hier der bereits oben angesprochene Nutzenfaktor.
Aussage:„Ich mag große Hunde nunmal viel lieber“.
Antwort: Schön. Andere Leute mögen vielleicht Bären. Ist trotzdem nicht erlaubt. Warum? Weil Bären verdammt gefährlich sein können, genau wie große Hunde!
So, ich hoffe ich habe niemanden übergangen.
Grüße,
Anwar